Betaleserin: von meiner süßen Cassio. Danke dir Süße
Kapitelanzahl: 1 Kapitel, ist schließlich ein OS
Genre: Romantik und etwas Drama
Altersfreigabe: ab 6 Jahren
Disclaimer: Alles gehört der wunderbaren JKR, die uns die HP Welt beschert hat. Mir gehört nichts und ich will auch kein Geld damit verdienen.
Inhaltsangabe: Ein Weihnachtsfest im der Rumtreiber im Jahr 1988. Auch wenn es so klingt, die Story ist nicht AU!
Rumtreiberweihnacht
Glücklich saß Sirius in einem Sessel vor dem Kamin, in welchem ein wärmendes Feuer prasselte und die Kälte, die draußen herrschte, vertrieb. Über dem Kamin hing ein großes Gemälde, welches seine Frau Mia im letzten Sommer gemalt hatte. Darauf zu sehen waren er, seine Frau, seine Freunde James, Remus, Lily und Cecilia und vor den Erwachsenen standen fünf Kinder. Es war am achten Geburtstag seines Patenkindes entstanden. Neben Harry standen seine Zwillingsschwestern Emma und Summer, sowie Remus' und Cecilias Sohn Jayden und seine eigene Tochter, Lucy.
„Daddy!“, rief auf einmal eben dieses Mädchen und Sirius sah sie lächelnd an.
„Was gibt es, mein Schatz?“, fragte er und nahm seine fünfjährige Tochter auf seinen Schoß.
Lucy kuschelte sich gleich an ihn an. Sie genoss es, wenn sie das konnte, denn ihr Dad hatte nicht immer Zeit für sie, da er so viel arbeiten musste. „Mummy sagt, dass sie in zwei Minuten fertig ist und wir dann losgehen. Ich hoffe nur, der Weihnachtsmann weiß auch dieses Jahr, dass wir nicht zu Hause sind und er meine Geschenke zu Onkel James und Tante Lily bringen muss“, sagte die Kleine und man hörte ihren leicht zweifelnden Ton heraus.
Sirius lachte. „Natürlich mein Schatz, wir haben dem Weihnachtsmann eine Eule geschrieben, damit er das nicht vergisst.“
Lucy nickte nachdenklich. „Das ist gut, immerhin ist er schon sehr alt und da ist so etwas besser.“
Mia stand in der Tür und lächelte. Zärtlich strich sie sich über ihren leicht gewölbten Bauch. Du wirst den besten Papa bekommen, den du dir denken kannst, dachte sie zärtlich.
„Können wir los?“, fragte sie.
„Natürlich, mein Schatz“, sagte Sirius, stand aus dem Sessel mit seiner Tochter im Arm auf und ging zu seiner Frau. Er gab ihr einen liebevollen Kuss, bevor er weiter in den Hausflur ging, um Lucy beim Anziehen von Schuhe und Jacke zu helfen.
Gemeinsam verließen sie das Haus. Es war kalt draußen und sanft vielen Millionen von weißen, weichen Schneeflocken vom Himmel. Lucy tanzte lachend durch den Schnee, während Sirius Mia in den Arm nahm und mir ihr durch den Schnee ging.
Ihr Weg war gesäumt von hell erleuchteten Häusern, in deren Inneren man Familien sehen konnte, welche gemütlich beisammen saßen und Weihnachten feierten. In der Luft lag ein Geruch nach Zimt, Honig, Lebkuchen und einem köstlichen Weihnachtsbraten.
Es war eine friedliche Winternacht, in der Ferne meinte man das leise Klingeln von Schlittenglocken und ein fast noch leiseres „Hohoho“ zu hören. Lucy blieb bei diesen Geräuschen wie angewurzelt stehen, wurde ganz still und lauschte in die Dunkelheit. Das Läuten der Glöckchen wurde immer leiser.
„Menno Daddy“, schmollte Lucy, stellte sich vor Sirius und stemmte ihre Hände in die Hüften. „Nun hab ich den Weichnachtsmann wieder verpasst. Wann treffe ich ihn denn endlich?“, wollte sie wissen und funkelte Sirius aus wütenden Augen an.
Langsam ging der schwarzhaarige junge Mann auf seine Tochter zu und ging vor ihr in die Knie. „Lucy, du weißt, dass sich der Weihnachtsmann keinen Kindern zeigt. Du wirst also warten müssen, bis du selbst einmal eine Mama bist“, sagte er liebevoll und streichelte dem Mädchen über die dunkelbraunen, fast schwarzen Haare.
Einen Moment traf Sirius noch der wütende Blick des Kindes, bevor er überlegend wurde. „Dann wünsche ich mir ein Baby zu Weihnachten, dann bin ich auch Mama und kann den Weihnachtsmann nächstes Jahr sehen“, sagte sie, drehte sich um und stapfte weiter durch den Schnee.
Sirius erhob sich wieder aus der Hocke und trat zu seiner Frau Mia. Man sah ihm deutlich an, dass er nicht wusste, ob er lachen oder weinen sollte aufgrund des Wunsches seiner Tochter. „Das... das war jetzt ein Scherz oder?“, fragte er. „Mein Baby wird Mutter...?“
„Sirius, Liebling, beruhige dich. Das bedeutet nur, dass sie nächstes Jahr zum Geburtstag eine Puppe bekommt, die dann ihr Baby ist und wir nächstes Jahr wohl einen Weihnachtsmann engagieren müssen. Etwas, was wir ja schon länger tun wollten, aber es bisher nicht getan haben“, sagte Mia und lächelte einfach nur glücklich.
Sirius schluckte den Klos in seinem Hals hinunter und ging weiter. Sie waren nun fast an ihrem Ziel angekommen, dem Haus seines besten Freundes James Potter.
Sirius und Mia hatten sich kurz vor ihrer Hochzeit ebenfalls in Godrics Hollow ein Haus gekauft, genau wie Remus und Cecilia. So wohnten die Freunde dicht beisammen, ihre Kinder konnten zusammen aufwachsen und keiner von ihnen hätte glücklicher sein können.
Gerade gingen sie den Weg durch den verschneiten Garten der Potters hinauf zur Tür, vor welcher Lucy schon ungeduldig wartete. Als ihre Eltern endlich bei ihr standen, klopfte sie laut an die Tür, welche nur einen Moment später von einem lächelnden Harry geöffnet wurde.
„Hallo Lucy! Summer, Emma und Jayden sind in Summers Zimmer“, sagte er lächelte, als diese sofort an ihm vorbei lief und auf der Treppe nach oben verschwand. „Hallo Sirius, hallo Mia, kommt herein“, sagte ein schwarzhaariger Junge und umarmte seinen Patenonkel.
„Mum und Cecilia sind in der Küche und Dad und Remus sind im Wohnzimmer“, informierte der älteste Sohn James' die neu angekommenen Gäste noch, bevor auch er die Treppe in den ersten Stock hinauf stieg. Sirius ging zu seinen alten Freunden, welche zusammen vor dem Kamin saßen und Schach spielten.
„Tatze!“, freute sich James und stand aus seinem Sessel auf, um diesen zu umarmen. Auch Remus erhob sich und umarmte seinen Freund.
„Moony, wie lange seid ihr schon hier, das ihr hier so seelenruhig sitzen und Schach spielen könnt?“, wollte Sirius wissen und betrachtete das schon relativ weit fortgeschrittene Spiel.
Remus grinste. „Kein Ahnung, aber es dürfte schon eine Zeit her sein, oder, Krone?“ Dann schnupperte er und sog genießerisch den Duft des Weihnachtsbratens ein. „Wenn es nachher nur halb so gut schmeckt, wie es riecht, garantiere ich, dass nichts davon übrig bleibt!“
„Oh oh“, lachte Sirius, „Moony hat Hunger. Okay, ich denke, ich gehe dann mal die Damen vor warnen. Spielt ihr ruhig weiter.“ Damit drehte er sich um, sah kurz zur Decke, als könne er die Kinder so beim Spielen beobachten und betrat schließlich die Küche, wo Lily und Cecilia bereits Mia begrüßt hatten und nun gemeinsam am Küchentisch saßen und quatschten, während sie das Abendessen kurzerhand zu dritt zubereiteten.
„Wow, Ladies, wollt ihr den Hauselfen von Hogwarts Konkurrenz machen? Oder kommen die Chudley Cannons zum Abendessen?“
Lily lachte und begrüßte Sirius, nachdem Cecilia ihn umarmt hatte. „Noch dauert es etwas, in etwa einer Stunde dürfte das Essen fertig sein.“
Sirius grinste, klaute sich etwas von den Beilagen und ging dann pfeifend hinaus. Zu seinen Freunden zurück kehrend, bemerkte er zwei kaum angerührte Gläser, aus denen es verführerisch duftete. Schnell sah er sich suchend um und fand sogleich die Karaffe mit dem Eierpunsch und einem letztem, freien Glas. Dies war im Handumdrehen gefüllt und er zog sich einen Sessel zu James und Remus heran.
„Wieder beinahe ein Jahr um“, murmelte er eher zu sich selbst, doch die anderen beiden hatten ihn gehört.
„Nächstes Jahr sollen die letzten Gerichtsverhandlungen stattfinden, dann ist Voldemort ein für alle Mal Geschichte“, sagte James und setzte grimmig einen Springer. In der Aurorenzentrale hatte es dieses Jahr einige Schwierigkeiten gegeben, doch sie hatten es überstanden.
„Genau, wie Vollmond“, murmelte Remus und hoffte, dass die letzten Tests bald abgeschlossen sein würden. Dann würde der Wolfsbanntrank endlich frei gegeben und der Vollmond seinen Schrecken verlieren.
„Auf uns!“, sagte Sirius und hielt sein Glas mit Eierpunsch in die Höhe, die anderen beiden stießen leise klirrend an.
„Auf das nächste Jahr - auch, wenn man das eigentlich erst an Silvester sagen sollte“, sagte James und grinste, ehe sie alle einen Schluck der köstlichen Flüssigkeit tranken.
„Oh Moony, darfst du mit dem Banntrank dann auf Hogwarts arbeiten?“, fragte Sirius begeistert, Remus sah ihn fragend, dann grinsend an.
„Ja! Du hast Recht, dann hat das Ministerium nichts mehr gegen mich in der Hand! Wohoo, das ist super!“
James strahlte. „Das ist wirklich super, Mann! Und ich gestehe, ich bin neidisch. Du kehrst genau dahin zurück, wo damals alles angefangen hat. Ob du die Karte wieder findest? Vielleicht können wir sie an die Kinder weiter geben?“
Sirius lachte und Remus versprach, nach der Karte der Rumtreiber Ausschau zu halten. Kurz darauf war lautes Fußgetrappel auf der Treppe zu hören und fünf Kinder standen anklagend vor ihren Vätern.
„Dad, uns ist langweilig“, maulte Harry, welcher der Älteste unter ihnen war.
„Oh je“, seufzte Sirius theatralisch. „Das ist grausam, Langeweile muss man ganz schnell wieder vertreiben. Weißt du auch, wie man das macht, Harry?“
Angesprochener schüttelte den Kopf, hoffte aber, dass sein Patenonkel eine Lösung hatte. Nein, er wusste es, denn Sirius hatte immer eine Lösung.
„Man geht raus und trägt eine kräftige Schneeballschlacht aus!“ Die Kinder jubelten und rannten sofort zu ihren Jacken, Schneehosen und Schuhen und die Väter folgten ihnen lachend. Nach einer viertel Stunde waren alle Jacken, Hosen, Schuhe, Handschuhe, Schals und Mützen verteilt und auch James und Sirius zogen sich an, während Remus mit sich zu ringen schien, ob er mitgehen sollte oder nicht.
„Wärt ihr böse, wenn ich hier bliebe? Mir ist gerade nicht so nach Kälte und Schnee…“
Sirius grinste. „Klar, Moony. Aber lass uns was von dem Punsch übrig, ja?“ Remus lachte und versprach es, als James und Sirius auch schon den Kindern hinterher aus der Tür folgten und sich nun daran machten, im Garten Schneemänner zu bauen.
„Schneemänner? Ich dachte, wir wollten so was machen?“, fragte Sirius und bewarf James mit einem Schneeball, wohl wissend, dass die Kinder seinem Beispiel folgen würden. Schon bald sah der Hirschanimagus sich mit kleinen Schneebällchen bombardiert, lachend tat er so, als sei er furchtbar getroffen und könne sich ihrer kaum erwehren. Jubelnd bestürmten die Kinder ihn immer mehr, bis es James gelang, einen Ball auf Sirius zu werfen.
„Was ist mit ihm? Er steht ganz allein da herum!“
Das sahen nach kurzer Orientierung auch Harry, Lucy, Emma, Summer und Jayden ein und taten ihr bestes, nun Sirius mit Schnee zu bewerfen. Er lachte und formte kleine Bälle, die er spielerisch auf die Kleinen warf, sie an der Jacke oder der Hose traf. Diese kreischten vergnügt auf und übten auch umgehend Rache.
„Hey, vergesst James nicht! Dem wird sonst noch langweilig!“
„Du, Dad?“, fragte Harry und trat neben seinen Vater und zupfte ihn an der Jacke. „Kannst du dich neben Onkel Sirius stellen? Dann können wir euch beide bewerfen!“
James lachte, kindliche Ehrlichkeit war immer wieder herzerwärmend. Aber er wollte kein Spielverderber sein und kniete sich neben seinen besten Freund, um ihn nicht allein im Regen - Verzeihung, Schnee - stehen zu lassen.
Harry und seine Freunde und Geschwister waren begeistert und Sirius und James taten ihr Bestes, den Ansturm zu erwidern und warfen immer wieder selbst kleine Bälle vorsichtig, schließlich wollten sie keinen verletzen.
Irgendwann hatten die Kleinen dann jedoch genug und entdeckten mit Freude ihre Anfangsbeschäftigung - Schneemannbauen! Also teilten sie sich in zwei Lager auf. James arbeitete mit Harry und Lucy zusammen und Sirius mit Emma, Summer und Jayden. Von überall wurde Schnee zusammen getragen und Kugeln gerollt und auf einander gesetzt. Sirius' Augen strahlten, er liebte es, die Kinder so glücklich zu sehen. Auch James sah in diesen Momenten einfach nur glücklich aus, fand er und freute sich, dass seit dem Fall Lord Voldemorts auch Stück für Stück die Anspannung und Angst von ihnen gewichen war.
„FERTIG!“, brüllte Jayden so laut, dass Sirius zusammen zuckte. Dann lachte er, als er den Schneemann erkannte, den die drei zusammen gebaut hatten. Er neigte sich stark nach links, schielte und hatte nur einen Arm. Aber das machte nichts, die Kinder platzten fast vor Stolz.
Dann wurde verglichen und diskutiert, welcher der beiden schöner, besser und toller war und Sirius und James schafften es mit großer Not sie davon zu überzeugen, dass beide Schneemänner den ersten Preis gewonnen hatten und nun den ganzen Winter dort stehen würden.
Zufrieden und sichtlich ausgepowert kehrten sie ins Haus zurück, wo sich der Essensduft intensiviert hatte.
„Dad, ich hab Hunger!“, sagte Lucy und wollte ihn in die Küche ziehen, doch dieser hob sie einfach auf den Arm. „Es gibt bald Essen, mein Schatz, wollen wir gemeinsam sehen, was sie schon gezaubert haben?“
Lucy nickte begeistert und während Remus von den übrigen Vieren bestürmt wurde, was sie alles im Garten gemacht hatten, betraten Sirius und Lucy die Küche, um Mia, Lily und Cecilia einen Besuch abzustatten. Lucy zappelte und wollte unbedingt in den Ofen sehen, daher ließ Sirius sie hinunter und trat zu seiner Frau.
„Pass auf, Schatz, nicht berühren, der ist heiß“, warnte er seine Tochter und küsste daraufhin Mia. Sanft legte er ihr eine Hand auf den gewölbten Bauch. „Alles klar bei dir?“, fragte er, Mia strahlte.
„Alles bestens bei uns. Du kannst die Jungs mal zum Tischdecken beordern bitte, das Essen ist nämlich so gut wie fertig.“ Sirius küsste sie erneut, lächelte sie an und löste sich von ihr, um mit Lucy zusammen das erste Geschirr ins Esszimmer zu tragen. Dort war der Tisch vergrößert worden, sodass alle daran Platz hatten und genügend Stühle darum herum stehen konnten.
Schon bald darauf saßen sie alle am Tisch und freuten sich über das wahre Festmahl. Die Kinder waren hungrig nach der Schneeballschlacht und auch die drei Männer langten kräftig zu. Beim Essen gab es aus Rücksicht auf die Kinder keinen Alkohol, sondern Weihnachtstee.
„Dad, ich mag nicht mehr“, murmelte Jayden, der sichtlich mit seinem Stück Ente kämpfte und seinen Vater verlegen ansah.
„Das ist okay, Großer, wenn du nicht mehr magst.“
„Darf ich spielen gehen?“ Hoffnungsvoll sah er Remus aus großen Kinderaugen an.
„Warte bitte noch etwas, ja? Wenn Lucy, Emma, Summer und Harry fertig sind, könnt ihr spielen gehen.“
Jayden nickte und wartete, dass seine Freunde fertig waren, als sein Blick auf den Bauch von Mia fiel. Begeistert legte er ein Ohr darauf und horchte.
„Du musst viel essen, ja? Dann können wir nächstes Jahr zusammen einen Schneemann bauen“, erklärte er dem ungeborenen neuen Freund, Remus lächelte seinen Sohn warm an.
Auch Sirius strahlte, er war in diesem Moment einfach glücklich. Seiner Frau und dem Kind in ihrem Bauch ging es gut, in nicht ganz zwei Monaten würde es auf die Welt kommen und die ihre erneut auf den Kopf stellen. Doch er freute sich sehr darauf und hoffte, dass auch Lucy mit dem neuen Geschwisterkind zurecht kommen würde.
„Boah, ich platze!“, verkündete James mit einem Mal lautstark, Harry lachte.
„Stimmt ja gar nicht, Dad, du bist ja gar nicht geplatzt, du bist ja noch ganz!“ Damit piekste er seinem Vater in die Seite, die dieser sich dramatisch hielt.
„Aua! Wenn du weiter so drückst, dann platze ich bestimmt noch!“
Das spornte Harry natürlich erst Recht an, James' Seite weiter zu traktieren, bis Jayden vor ihnen stand und aufgeregt fragte, ob er die Muggelkreiselsammlung hervor holen dürfte.
„Wenn ihr mir versprecht, nicht so laut zu sein“, sagte James; die Jungs versprachen es. „Gut, ihr wisst ja, wo sie steht.“ Begeistert machten die beiden sich daran, den kleinen Karton zum Sofa zu tragen und davor auszuschütten, um dann mit den Kreiseln zu spielen. Die anderen drei folgten begeistert.
Wie groß er geworden ist, dachte Remus und sah ihnen mit einem Lächeln hinterher. Es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr sich Kinder in dem Alter in einem Jahr verändern.
„Möchtet ihr jetzt Nachtisch oder später?“, fragte Lily und holte Remus so aus seinen Gedanken. Er hatte überhaupt nicht bemerkt, dass mittlerweile alle mit dem Essen fertig waren.
Die Erwachsenen hielten sich ihre vollen Bäuche und schüttelten angestrengt die Köpfe. Alle, außer Sirius.
„Jetzt“, meinte dieser grinsend und bekam nur ein Stöhnen von seiner Frau zur Antwort.
„Irgendwann platzt du noch einmal“, lachte Mia und gab Sirius einen Kuss auf die Wange. Dieser lachte und sah zu James, der ebenfalls grinsen musste.
„Wenn ich jetzt schon keinen Nachtisch bekomme, dann möchte ich zumindest jetzt Geschenke auspacken!“, strahlte Sirius und sah aus wie ein kleiner ungeduldiger Junge. Eigentlich war er das ja auch.
Kopfschüttelnd über die Ungeduld des Ältesten in der Runde erhoben sich alle. Die Männer gingen schon vor ins Wohnzimmer, während die Frauen schnell den Tisch abräumten und in die Küche brachten, wo es sich von selbst abwaschen würde.
Es hatte sich in den letzten Jahren so festgefahren, dass die Frauen für das Essen sorgten und die Männer ein Auge auf die Kinder hatten.
Als Mia, Cecilia und Lily das Wohnzimmer betraten, konnten sie nicht anders, als schallend zu lachen. Sirius saß mit James vor dem Weihnachtsbaum der Potters und untersuchte die Geschenke, während Remus zusammen gesunken auf dem Sessel saß, begraben von seinen Geschenken und ein verzweifeltes Gesicht machte.
„Ich war das nicht!“, murmelte er beschämt und versuchte sich vorsichtig unter dem Berg zu befreien.
„James, Sirius! Was habt ihr denn wieder mit eurem Freund gemacht?“, fragte Lily immer noch lachend und half Remus unter dem Stapel hervor.
„Das waren wir nicht, das war er ganz alleine!“, antwortete James empört und sah zu den Beiden hinüber.
„Und wie bitte hat er es geschafft, auch seine Hände unter den Geschenken zu begraben?“, fragte Cecilia und sah die beiden Männer auf dem Boden gespielt böse an.
„Accio meine Geschenke“, sagte Sirius und zuckte nur mit den Achseln. „Er hat wohl nicht daran gedacht, dass es mehr als zwei sein könnten und deshalb sitzt er nun so da.“
Die drei jungen Frauen zogen nur ihre Augenbrauen in die Höhe und musterten die beiden Schwarzhaarigen auf dem Boden. Remus hatte sich nun unter den letzten Päckchen hervor gekämpft und ließ mit einem Strahlen im Gesicht unbemerkt seinen Zauberstab verschwinden.
„Dann können wir ja nun endlich auspacken“, meinte Harry und suchte sich unter dem Baum die für ihn passenden Geschenke heraus. Als er ein großes, längliches Päckchen hervor zog, fing er an zu strahlen. Schnell riss er das Papier herunter und lachte. „Danke, danke, danke“, rief er in den Raum hinein und begutachtete seinen neuen Besen in den Händen.
„Sirius, was hatte ich gesagt?“, fragte Lily leise in seine Richtung. „Kein neuer Besen, bevor er nach Hogwarts kommt.“
Sirius sah erstaunt von seinem eigenen Geschenk, welches er gerade ausgepackt hatte, auf. „Ich war das nicht“, sagte er und sah Lily aus unschuldigen großen Augen an.
„Wer sollte…“, fing sie an, brach aber ab und fixierte mit ihren Augen ihren Mann, welcher neben Sirius auf der Erde hockte und auf unschuldig tat. „James Potter“, sagte sie leise, damit Harry es nicht hören konnte, „waren wir uns nicht einig, dass…"
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Langsam schlug Sirius die Augen auf. Als er die Kälte und die Stille um sich herum spürte, schlich sich ein wehmütiger und schmerzlicher Ausdruck auf seine ausgemergelten Züge. Es hätte so schön sein können, wenn, ja wenn alles anders gekommen wäre.
Aber es war nicht anders gekommen. Peter hatte James und Lily verraten und damit auch Sirius und Remus. Mia war schon Wochen vor seinem besten Freund gestorben und auch Cecilia war schon lange Zeit tot.
Nur Remus war noch irgendwo da draußen und feierte Weihnachten, ebenso Harry, sein Patenkind, welcher bei Lilys verhasster Schwester aufwachsen musste.
Es hätte alles so anders kommen können, wenn er, anstatt Peter zu jagen, sich lieber um sein Patenkind gekümmert hätte, wie es seine verdammte Pflicht gewesen wäre, aber es brachte nichts darüber nachzudenken, was hätte sein können.
Es war so wie es war, er saß in Askaban, James und Lily waren tot, Peter auf der Flucht und Remus würde hoffentlich ein glückliches Weihnachtsfest feiern.
Müde schloss Sirius wieder die Augen und versuchte erneut zu schlafen, alles war besser als diese Trostlosigkeit zu sehen und vielleicht hätte er ja noch einmal so einen schönen Traum, wie er ihn eben gehabt hatte.