Das Glück Freunde zu haben (Hogwarts-Ableger)
- Tjeika
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Re: Das Glück Freunde zu haben (Hogwarts-Ableger)
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Lene Månström
Färöer Inseln, Vivis Haus
00:33 Uhr, Samstag, 12.09.2010
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Lene hatte mit ihrem Daumen die ganze Zeit über, die Leevke erzählt hatte, was in den letzten Jahren geschehen war, sanft über ihren Handrücken gestrichen. Hatte den Blick nicht von der Holländerin genommen, gehofft, dass ihre kleinen Gesten ihr halfen, zu erzählen, alles gedanklich noch einmal durchmachen zu müssen. Und sie beschloss, für sie da zu sein, sofern sie es denn wollte, ihr zu helfen, wo sie nur konnte.
Auf Brendans Zeichen hin, nickte Lene nur, ließ aber Leevkes Hand nicht los, als sie sich an Brendans Stelle auf den Stuhl setzte, ihren Arm um Leevke legte, sie einfach nur hielt, ohne ein Wort zu sagen. Sie hätte eh nicht gewusst, was sie hätte sagen sollen.
Lene Månström
Färöer Inseln, Vivis Haus
00:33 Uhr, Samstag, 12.09.2010
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Lene hatte mit ihrem Daumen die ganze Zeit über, die Leevke erzählt hatte, was in den letzten Jahren geschehen war, sanft über ihren Handrücken gestrichen. Hatte den Blick nicht von der Holländerin genommen, gehofft, dass ihre kleinen Gesten ihr halfen, zu erzählen, alles gedanklich noch einmal durchmachen zu müssen. Und sie beschloss, für sie da zu sein, sofern sie es denn wollte, ihr zu helfen, wo sie nur konnte.
Auf Brendans Zeichen hin, nickte Lene nur, ließ aber Leevkes Hand nicht los, als sie sich an Brendans Stelle auf den Stuhl setzte, ihren Arm um Leevke legte, sie einfach nur hielt, ohne ein Wort zu sagen. Sie hätte eh nicht gewusst, was sie hätte sagen sollen.
"Hören Sie, Sir, folgendes... Es geht um meinen Teppich, der das Zimmer erst richtig gemütlich gemacht hat..."
// The Big Lebowski \\
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Re: Das Glück Freunde zu haben (Hogwarts-Ableger)
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Leevke van der Zon
Färöer Inseln, Vivis Haus
00:35 Uhr, Samstag, 12.09.2010
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Offenbar wollten sie nun alle gleichzeitig im Arm halten oder sie trösten, doch Leevke war es nur Recht. Endlich war da nicht mehr die lähmende Einsamkeit, die Stille, endlich waren da Hände, die sie hielten. Sie spürte Lenes sanfte Berührungen ebenso wie Brendans oder Vivis Arme und plötzlich war Lene neben ihr, legte einen Arm um sie und Leevke hätte dem beinahe nach gegeben. Hätte beinahe vergessen, was die letzten neun Jahre gewesen war, sich in Lenes Arme geworfen und an ihr fest gehalten, wie sie es früher so oft getan hatte.
Aber dann gab es kein Halten mehr, das wusste sie, dann würden die Dämme in ihr gänzlich brechen. Und sie wollte das hier zu Ende bringen, unbedingt.
Sie atmete ein paar Mal durch, ehe sie ihre Stimme wieder fand, gefasster nun. Sie würde sich etwas kürzer fassen als geplant, sonst würde sie wirklich nie am Ende ankommen.
Leise, fast fragend, als ob sie wirklich weiter sprechen dürfe, fuhr sie schließlich fort.
"Ich verbrachte den Winter auf einem altem Bauernhof nahe Amsterdam, bekam dort endlich wieder einen Zauberstab, wenn auch gebraucht und nicht auf mich abgestimmt. Aber das machte mir nichts, Hauptsache, ich konnte mich wieder etwas wehren, wenn ich angegriffen wurde. Ich hatte noch immer den Vorsatz, etwas für die Opfer zu tun und wartete auf den Zeitpunkt, glaubte fest daran, dass sich an der Situation wieder etwas änderte und dann könnte ich endlich nach Hause. Wie naiv ich doch war... Zwei Jahre später war noch immer kein Ende in Sicht, doch die Angst, Scham und Schuld waren nach wie vor riesengroß und mit jedem Tag, der verstrich und den ich euch im Unwissen ließ, wurden sie größer. In einem
besetzten Haus lernte ich eines Tages Ben kennen, der ebenfalls gegen die Pharmamachenschaften vorgehen wollte. Ein halbes Jahr später gab er mir den ersten Beruhigungstrank."
Sie machte eine Pause und versuchte sich zu sammeln. Ben... allein der Gedanke an ihn brachte sie zum Zittern. Aber Ben war nicht hier, sie war hier sicher... ihre Freunde waren hier und würden sie beschützen...
"Am nächsten Morgen war er verschwunden und in den Wochen danach... hatte ich mich nicht wirklich unter Kontrolle. Ich wurde launisch, manchmal aggressiv, ausfallend oder depressiv. Was immer in diesem Trank gewesen war... es hatte Nachwirkungen. Ich gefährdete einige nicht wirklich legale Aktionen gegen Apotheken und Tränkeläden und wurde aussortiert. Im darauffolgenden Winter erwischte mich eine harte Lungenentzündung und als ich endlich wieder halbwegs klar war, war schon fast wieder Sommer..."
Wieder unterbrach sie sich, schloss kurz die Augen, es war noch nicht ganz vorbei. Aber sie war bei Ben angelangt... nun musste sie nur noch etwas Kraft sammeln für den Rest.
"Kann ich... noch Kakao haben, bitte?", fragte sie und hielt ihre Tasse fragend vor sich, ohne irgend jemanden bestimmtes anzusehen, dazu war sie jetzt nicht in der Lage.
Leevke van der Zon
Färöer Inseln, Vivis Haus
00:35 Uhr, Samstag, 12.09.2010
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Offenbar wollten sie nun alle gleichzeitig im Arm halten oder sie trösten, doch Leevke war es nur Recht. Endlich war da nicht mehr die lähmende Einsamkeit, die Stille, endlich waren da Hände, die sie hielten. Sie spürte Lenes sanfte Berührungen ebenso wie Brendans oder Vivis Arme und plötzlich war Lene neben ihr, legte einen Arm um sie und Leevke hätte dem beinahe nach gegeben. Hätte beinahe vergessen, was die letzten neun Jahre gewesen war, sich in Lenes Arme geworfen und an ihr fest gehalten, wie sie es früher so oft getan hatte.
Aber dann gab es kein Halten mehr, das wusste sie, dann würden die Dämme in ihr gänzlich brechen. Und sie wollte das hier zu Ende bringen, unbedingt.
Sie atmete ein paar Mal durch, ehe sie ihre Stimme wieder fand, gefasster nun. Sie würde sich etwas kürzer fassen als geplant, sonst würde sie wirklich nie am Ende ankommen.
Leise, fast fragend, als ob sie wirklich weiter sprechen dürfe, fuhr sie schließlich fort.
"Ich verbrachte den Winter auf einem altem Bauernhof nahe Amsterdam, bekam dort endlich wieder einen Zauberstab, wenn auch gebraucht und nicht auf mich abgestimmt. Aber das machte mir nichts, Hauptsache, ich konnte mich wieder etwas wehren, wenn ich angegriffen wurde. Ich hatte noch immer den Vorsatz, etwas für die Opfer zu tun und wartete auf den Zeitpunkt, glaubte fest daran, dass sich an der Situation wieder etwas änderte und dann könnte ich endlich nach Hause. Wie naiv ich doch war... Zwei Jahre später war noch immer kein Ende in Sicht, doch die Angst, Scham und Schuld waren nach wie vor riesengroß und mit jedem Tag, der verstrich und den ich euch im Unwissen ließ, wurden sie größer. In einem
besetzten Haus lernte ich eines Tages Ben kennen, der ebenfalls gegen die Pharmamachenschaften vorgehen wollte. Ein halbes Jahr später gab er mir den ersten Beruhigungstrank."
Sie machte eine Pause und versuchte sich zu sammeln. Ben... allein der Gedanke an ihn brachte sie zum Zittern. Aber Ben war nicht hier, sie war hier sicher... ihre Freunde waren hier und würden sie beschützen...
"Am nächsten Morgen war er verschwunden und in den Wochen danach... hatte ich mich nicht wirklich unter Kontrolle. Ich wurde launisch, manchmal aggressiv, ausfallend oder depressiv. Was immer in diesem Trank gewesen war... es hatte Nachwirkungen. Ich gefährdete einige nicht wirklich legale Aktionen gegen Apotheken und Tränkeläden und wurde aussortiert. Im darauffolgenden Winter erwischte mich eine harte Lungenentzündung und als ich endlich wieder halbwegs klar war, war schon fast wieder Sommer..."
Wieder unterbrach sie sich, schloss kurz die Augen, es war noch nicht ganz vorbei. Aber sie war bei Ben angelangt... nun musste sie nur noch etwas Kraft sammeln für den Rest.
"Kann ich... noch Kakao haben, bitte?", fragte sie und hielt ihre Tasse fragend vor sich, ohne irgend jemanden bestimmtes anzusehen, dazu war sie jetzt nicht in der Lage.
Die Wirklichkeit ist nur etwas für Menschen, die mit Büchern nichts anfangen können.
Re: Das Glück Freunde zu haben (Hogwarts-Ableger)
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Vivien Marie Djurhuus
Färöer Inseln, Vivis Haus
00:53 Uhr, Samstag, 12.09.2010
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Vivi atmete tief durch, während sie zuhörte. Immer wieder streichete sie ihr beruhigend über den Arm. Sie wollte die junge Frau nicht los lassen, nicht bevor sie selbst es nicht mehr wollte, aber das hatte nicht den Anschein. "Natürlich kannst du noch eine Schokolade bekommen, von mir aus, bekommst du auch noch mehrere Liter, wenn dir danach ist", sagte sie und sah Kjell kurz bittend an, der sofort verstand und die Tasse erneut füllte.
Gerne würde sie Leevke nach diesem Ben fragen, immerhin schien er verantwortlich für ihre Sucht zu sein, zumindest für den Beginn. Irgendetwas musste mit diesem passiert sein, wenn man die Anspannung merkte, die von ihr Besitz ergriffen hatte, als sie den Namen genannt hatte, aber sie wollte Leevke nicht drängen. Es half nur, wenn sie von sich aus redete und sie war unglaublich stolz auf sie, dass sie es tat und das würde sie ihr auch später, wenn sie am Ende waren sagen. "Du machst das ganz toll Leev", sagte sie aber, wusste sie doch, dass die junge Frau eines im Moment dringend brauchte - Bestätigung.
Vivien Marie Djurhuus
Färöer Inseln, Vivis Haus
00:53 Uhr, Samstag, 12.09.2010
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Vivi atmete tief durch, während sie zuhörte. Immer wieder streichete sie ihr beruhigend über den Arm. Sie wollte die junge Frau nicht los lassen, nicht bevor sie selbst es nicht mehr wollte, aber das hatte nicht den Anschein. "Natürlich kannst du noch eine Schokolade bekommen, von mir aus, bekommst du auch noch mehrere Liter, wenn dir danach ist", sagte sie und sah Kjell kurz bittend an, der sofort verstand und die Tasse erneut füllte.
Gerne würde sie Leevke nach diesem Ben fragen, immerhin schien er verantwortlich für ihre Sucht zu sein, zumindest für den Beginn. Irgendetwas musste mit diesem passiert sein, wenn man die Anspannung merkte, die von ihr Besitz ergriffen hatte, als sie den Namen genannt hatte, aber sie wollte Leevke nicht drängen. Es half nur, wenn sie von sich aus redete und sie war unglaublich stolz auf sie, dass sie es tat und das würde sie ihr auch später, wenn sie am Ende waren sagen. "Du machst das ganz toll Leev", sagte sie aber, wusste sie doch, dass die junge Frau eines im Moment dringend brauchte - Bestätigung.
Glück ist das einzige, was wir anderen geben können, ohne es selbst zu haben.
- Cassiopeia
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Re: Das Glück Freunde zu haben (Hogwarts-Ableger)
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Leevke van der Zon
Färöer Inseln, Vivis Haus
00:56 Uhr, Samstag, 12.09.2010
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Leevke schloss kurz die Augen, als sie Vivis Worte hörte, schenkte Kjell einen dankbaren Blick, als dieser ihr die frisch gefüllte, dampfende Tasse reichte. Schnell nahm sie einen Schluck, verbrannte sich prompt die Zunge, doch das war ihr im Moment egal. Ihre kalten Hände klammerten sich um die Tasse, ihr Blick war ein wenig unfokussiert auf ihre Knie gerichtet, oder auch auf den Tassenrand...
"In dem Herbst wollten die anderen eine Muggelapotheke überfallen. Ich hab versucht... sie davon abzuhalten, aber sie waren fest entschlossen, stießen mich zur Seite und brachen die Tür auf. Das Ende vom Lied war, dass drei von uns fest genomen wurden und ich nun untertauchen musste, weil auch die Polizei möglicherweise nach mich suchte. Ob sie es wirklich taten, weiß ich nicht, ich... hatte nur so Angst..." Ihr Herz klopfte schnell, sie wagte es nicht, Brendan anzusehen, immerhin war er Auror...
"Ein weiteres Jahr verging, ohne, dass ich wirklich von der Stelle kam. Es gab kein vor und kein zurück - so glaubte ich zumindest. Ich hatte regelrechte Paranoia, wagte mich kaum noch auf die Straße aus Angst, jemand würde mich erkennen und für all das verantwortlich machen."
Nicht nur das, dachte sie und es schmerzte. Die Angst davor, von den Menschen, die ihr so viel bedeutet hatten, die sie liebte, abgelehnt zu werden, war zu einem riesigen Monster geworden, welches ihr den Schlaf raubte und sie beinahe handlungsunfähig machte. Aber was würden die anderen von ihr denken, wenn sie das zugab? Dass sie Angst vor ihren Freunden hatte? Was war sie dann für eine Freundin?
"Vor zweieinhalb Jahren etwa traf ich Ben wieder", fuhr sie fort, tonlos jetzt beinahe. "Über ihn kam ich an Beruhigungstränke. Anfangs nur zwei, drei im Monat, später dann wöchentlich bishin zu täglich, mehrmals am Ende. Es kamen Schlaftränke hinzu und Stärkungstränke, damit ich überhaupt wieder wach wurde und halbwegs denken konnte."
Sie war wie erstarrt, war das wirklich sie, über die sie da sprach? Es konnte auch ein vollkommen fremder Mensch sein, dessen Geschichte sie hier erzählte...
Beschämt schloss sie die Augen, es war ihre Geschichte, sie hatte diese Tränke, Giften gleich, bis vor kurzem noch genommen. Und sie hatte den Preis dafür bezahlt... in vielerlei Hinsicht.
"Ich erfuhr später, dass er sowohl in der Zauberer- als auch in der Muggelwelt dealte und wer nicht bezahlte... wurde bestraft." Sie holte tief Luft, aber sie würde es erzählen... Vivi hatte die Narben an ihrem Rücken und ihren Armen schon gesehen, was ihr irgendwie half, zumindest in Gedanken.
"Er... er hat... wenn ich nicht bezahlen konnte, hat er... mit seinem Zauberstab für jeden fehlenden Euro Schnitte in meine Haut geritzt... meist auf dem... dem Rücken, damit ich gar nicht erst auf die Idee käme, mich auf die faule Haut zu legen, wie er es nannte, sondern etwas tat, um an Geld zu kommen." Sie merkte, wie sich etwas in ihr, was bisher zu kaltem Eis gefroren war, nun schmerzhaft löste. Nie hatte sie bisher über Ben gesprochen. Nicht einmal mit Nathan...
"Also musste ich stehlen... wenn ich mich wieder bewegen konnte, oft war das tagelang nicht der Fall nach seinen... Besuchen..." Hastig nahm sie einen weiteren Schluck, merkte erst jetzt, dass sie sich regelrecht zusammen gekrümmt hatte unter den Umarmungen der anderen. Aber Ben war vorbei, Geschichte...
"Ein dreiviertel Jahr etwa später lernte ich Nathan kennen. Er holte mich von Ben weg, schaffte es aber nicht, mich auch von den Tränken zu befreien, dazu hing ich zu tief drin in der Sucht." Nathan, der ihr das erste Mal wieder so etwas wie Zärtlichkeiten geschenkt hatte. Der sie geliebt hatte... wieder schmeckte sie salzige Tränen auf ihren Lippen.
Als sie weiter sprach, war ihre Stimme nur noch ein Flüstern.
"Als er starb, war da nur noch ein Loch. Ein schwarzes, riesiges Loch, in welches ich immer tiefer fiel. Bis ich den Himmel nicht mehr sah und zwei Alternativen hatte: entweder, ich sprang, oder ich riss einen letzten Kraftakt und stellte mich endlich, versuchte, irgendwie den Weg aus dem Scherbenhaufen, der einmal mein Leben gewesen war, zu finden. Und ich wusste, dass dies der Zeitpunkt war, an dem ich das nicht allein konnte. Also... habe ich Vivi vor zwei Wochen einen Brief geschrieben und... habe seit dem keine Tränke mehr genommen... und nun sitze ich hier... jetzt könnt ihr mich anzeigen oder hassen, was ihr wollt. Aber nun wisst ihr es und ich… dank euch, dass ich es erzählen durfte."
Erst jetzt spürte sie, dass ihr Körper schmerzte vom verkrampften Zittern, dass sie weinte und dass sie selbst wie unter Schock stand. Aber nun war es erzählt, wenn die anderen sie jetzt ablehnten, hinauswarfen oder was auch immer - dann hatte sie es verdient, das wusste sie.
Leevke van der Zon
Färöer Inseln, Vivis Haus
00:56 Uhr, Samstag, 12.09.2010
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Leevke schloss kurz die Augen, als sie Vivis Worte hörte, schenkte Kjell einen dankbaren Blick, als dieser ihr die frisch gefüllte, dampfende Tasse reichte. Schnell nahm sie einen Schluck, verbrannte sich prompt die Zunge, doch das war ihr im Moment egal. Ihre kalten Hände klammerten sich um die Tasse, ihr Blick war ein wenig unfokussiert auf ihre Knie gerichtet, oder auch auf den Tassenrand...
"In dem Herbst wollten die anderen eine Muggelapotheke überfallen. Ich hab versucht... sie davon abzuhalten, aber sie waren fest entschlossen, stießen mich zur Seite und brachen die Tür auf. Das Ende vom Lied war, dass drei von uns fest genomen wurden und ich nun untertauchen musste, weil auch die Polizei möglicherweise nach mich suchte. Ob sie es wirklich taten, weiß ich nicht, ich... hatte nur so Angst..." Ihr Herz klopfte schnell, sie wagte es nicht, Brendan anzusehen, immerhin war er Auror...
"Ein weiteres Jahr verging, ohne, dass ich wirklich von der Stelle kam. Es gab kein vor und kein zurück - so glaubte ich zumindest. Ich hatte regelrechte Paranoia, wagte mich kaum noch auf die Straße aus Angst, jemand würde mich erkennen und für all das verantwortlich machen."
Nicht nur das, dachte sie und es schmerzte. Die Angst davor, von den Menschen, die ihr so viel bedeutet hatten, die sie liebte, abgelehnt zu werden, war zu einem riesigen Monster geworden, welches ihr den Schlaf raubte und sie beinahe handlungsunfähig machte. Aber was würden die anderen von ihr denken, wenn sie das zugab? Dass sie Angst vor ihren Freunden hatte? Was war sie dann für eine Freundin?
"Vor zweieinhalb Jahren etwa traf ich Ben wieder", fuhr sie fort, tonlos jetzt beinahe. "Über ihn kam ich an Beruhigungstränke. Anfangs nur zwei, drei im Monat, später dann wöchentlich bishin zu täglich, mehrmals am Ende. Es kamen Schlaftränke hinzu und Stärkungstränke, damit ich überhaupt wieder wach wurde und halbwegs denken konnte."
Sie war wie erstarrt, war das wirklich sie, über die sie da sprach? Es konnte auch ein vollkommen fremder Mensch sein, dessen Geschichte sie hier erzählte...
Beschämt schloss sie die Augen, es war ihre Geschichte, sie hatte diese Tränke, Giften gleich, bis vor kurzem noch genommen. Und sie hatte den Preis dafür bezahlt... in vielerlei Hinsicht.
"Ich erfuhr später, dass er sowohl in der Zauberer- als auch in der Muggelwelt dealte und wer nicht bezahlte... wurde bestraft." Sie holte tief Luft, aber sie würde es erzählen... Vivi hatte die Narben an ihrem Rücken und ihren Armen schon gesehen, was ihr irgendwie half, zumindest in Gedanken.
"Er... er hat... wenn ich nicht bezahlen konnte, hat er... mit seinem Zauberstab für jeden fehlenden Euro Schnitte in meine Haut geritzt... meist auf dem... dem Rücken, damit ich gar nicht erst auf die Idee käme, mich auf die faule Haut zu legen, wie er es nannte, sondern etwas tat, um an Geld zu kommen." Sie merkte, wie sich etwas in ihr, was bisher zu kaltem Eis gefroren war, nun schmerzhaft löste. Nie hatte sie bisher über Ben gesprochen. Nicht einmal mit Nathan...
"Also musste ich stehlen... wenn ich mich wieder bewegen konnte, oft war das tagelang nicht der Fall nach seinen... Besuchen..." Hastig nahm sie einen weiteren Schluck, merkte erst jetzt, dass sie sich regelrecht zusammen gekrümmt hatte unter den Umarmungen der anderen. Aber Ben war vorbei, Geschichte...
"Ein dreiviertel Jahr etwa später lernte ich Nathan kennen. Er holte mich von Ben weg, schaffte es aber nicht, mich auch von den Tränken zu befreien, dazu hing ich zu tief drin in der Sucht." Nathan, der ihr das erste Mal wieder so etwas wie Zärtlichkeiten geschenkt hatte. Der sie geliebt hatte... wieder schmeckte sie salzige Tränen auf ihren Lippen.
Als sie weiter sprach, war ihre Stimme nur noch ein Flüstern.
"Als er starb, war da nur noch ein Loch. Ein schwarzes, riesiges Loch, in welches ich immer tiefer fiel. Bis ich den Himmel nicht mehr sah und zwei Alternativen hatte: entweder, ich sprang, oder ich riss einen letzten Kraftakt und stellte mich endlich, versuchte, irgendwie den Weg aus dem Scherbenhaufen, der einmal mein Leben gewesen war, zu finden. Und ich wusste, dass dies der Zeitpunkt war, an dem ich das nicht allein konnte. Also... habe ich Vivi vor zwei Wochen einen Brief geschrieben und... habe seit dem keine Tränke mehr genommen... und nun sitze ich hier... jetzt könnt ihr mich anzeigen oder hassen, was ihr wollt. Aber nun wisst ihr es und ich… dank euch, dass ich es erzählen durfte."
Erst jetzt spürte sie, dass ihr Körper schmerzte vom verkrampften Zittern, dass sie weinte und dass sie selbst wie unter Schock stand. Aber nun war es erzählt, wenn die anderen sie jetzt ablehnten, hinauswarfen oder was auch immer - dann hatte sie es verdient, das wusste sie.
Die Wirklichkeit ist nur etwas für Menschen, die mit Büchern nichts anfangen können.
Re: Das Glück Freunde zu haben (Hogwarts-Ableger)
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Vivien Marie Djurhuus
Färöer Inseln, Vivis Haus
01:15 Uhr, Samstag, 12.09.2010
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"Wir hassen dich nicht Leevke, wir sind stolz auf dich, stolz, dass du den Schritt endlich gewagt hast, dass du dir Hilfe geholt hast und dass du seit zwei langen Wochen Tränke frei bist. Du schaffst jetzt auch noch den letzten Schritt, wir werden dir dabei helfen, ebenso wie Kaja", sagte sie und strich ihr beruhigend über die Arme. Kurz sah sie zu Kjell. "Schatz, machst du Leevke eiinen Tee mit meiner Kräutermischung?", wandte sie sich an ihrem Mann, der nickte und aufstand.
Sie hoffte, dass Leevke der Tee half, denn es war eine Art Beruhigungstee. Er schmeckte zwar überhaupt nicht, half aber und sie hoffte, dass er auch Leevke half und dass diese nicht schon immun gegen die Stoffe war.
Vivien Marie Djurhuus
Färöer Inseln, Vivis Haus
01:15 Uhr, Samstag, 12.09.2010
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"Wir hassen dich nicht Leevke, wir sind stolz auf dich, stolz, dass du den Schritt endlich gewagt hast, dass du dir Hilfe geholt hast und dass du seit zwei langen Wochen Tränke frei bist. Du schaffst jetzt auch noch den letzten Schritt, wir werden dir dabei helfen, ebenso wie Kaja", sagte sie und strich ihr beruhigend über die Arme. Kurz sah sie zu Kjell. "Schatz, machst du Leevke eiinen Tee mit meiner Kräutermischung?", wandte sie sich an ihrem Mann, der nickte und aufstand.
Sie hoffte, dass Leevke der Tee half, denn es war eine Art Beruhigungstee. Er schmeckte zwar überhaupt nicht, half aber und sie hoffte, dass er auch Leevke half und dass diese nicht schon immun gegen die Stoffe war.
Glück ist das einzige, was wir anderen geben können, ohne es selbst zu haben.
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Re: Das Glück Freunde zu haben (Hogwarts-Ableger)
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Lene Månström
Färöer Inseln, Vivis Haus
01:17 Uhr, Samstag, 12.09.2010
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Lene hatte die Hand von Leevke nicht losgelassen, als diese erzählt hatte, was in den letzten Jahren mit ihr geschehen war. Sie hatte gezittert, als Leevke gezittert hatte und sie merkte erst jetzt, dass auch sie weinte, wie es auch Leevke tat. Irgendwie litt sie mit der Holländerin, erklären konnte sich die Schwedin das allerdings nicht. Es spielte auch keine Rolle, warum das so war. Vielleicht teilten sie den Schmerz ja, wer konnte das schon sagen. Mit einem besorgtem Blick bedachte sie ihre frühere Geliebte. Ob es jemals wieder so werden konnte, wie es einmal war, daran glaubte Lene hingegen überhaupt nicht, und wenn sie sie noch so sehr vermisst hatte, und wenn sie sie noch sehr liebte, genauso, wie es früher einmal war. Als Leevke von Nathan erzählt hatte, war da ein Ausdruck auf ihr Gesicht getreten, der Lene die Brauen hatte heben lassen und für einen kurzen Moment meinte sie, so etwas, wie Liebe in den Augen der Holländerin erkannt zu haben. Es versetzte Lene einen Stich ins Herz. Wohl neben all der vergangenen Zeit noch ein Grund, warum es einfach nie wieder so sein konnte, wie es damals in Hogwarts war.
"Ich danke dir", flüsterte Lene mit brüchiger Stimme und drückte Leevkes Hand für einen Augenblick.
Und ja, sie war froh, nach all den Jahren endlich eine Erklärung erhalten zu haben.
Lene Månström
Färöer Inseln, Vivis Haus
01:17 Uhr, Samstag, 12.09.2010
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Lene hatte die Hand von Leevke nicht losgelassen, als diese erzählt hatte, was in den letzten Jahren mit ihr geschehen war. Sie hatte gezittert, als Leevke gezittert hatte und sie merkte erst jetzt, dass auch sie weinte, wie es auch Leevke tat. Irgendwie litt sie mit der Holländerin, erklären konnte sich die Schwedin das allerdings nicht. Es spielte auch keine Rolle, warum das so war. Vielleicht teilten sie den Schmerz ja, wer konnte das schon sagen. Mit einem besorgtem Blick bedachte sie ihre frühere Geliebte. Ob es jemals wieder so werden konnte, wie es einmal war, daran glaubte Lene hingegen überhaupt nicht, und wenn sie sie noch so sehr vermisst hatte, und wenn sie sie noch sehr liebte, genauso, wie es früher einmal war. Als Leevke von Nathan erzählt hatte, war da ein Ausdruck auf ihr Gesicht getreten, der Lene die Brauen hatte heben lassen und für einen kurzen Moment meinte sie, so etwas, wie Liebe in den Augen der Holländerin erkannt zu haben. Es versetzte Lene einen Stich ins Herz. Wohl neben all der vergangenen Zeit noch ein Grund, warum es einfach nie wieder so sein konnte, wie es damals in Hogwarts war.
"Ich danke dir", flüsterte Lene mit brüchiger Stimme und drückte Leevkes Hand für einen Augenblick.
Und ja, sie war froh, nach all den Jahren endlich eine Erklärung erhalten zu haben.
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- Registriert: Mi 25. Nov 2009, 02:28
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Re: Das Glück Freunde zu haben (Hogwarts-Ableger)
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Leevke van der Zon
Färöer Inseln, Vivis Haus
01:20 Uhr, Samstag, 12.09.2010
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Zwei Wochen... was waren zwei Wochen gegen zwei Jahre? Gegen neun Jahre?
"Ich danke dir", hörte sie Lene auf einmal wispern und hob den Blick, sah sie aus verweinten Augen an und bemerkte erst jetzt wirklich bewusst, dass Lene noch immer ihre Hand hielt, diese sogar leicht drückte. Ein Lächeln, ein unendlich erleichtertes Lächeln legte sich auf ihre Züge, ließ das schmerzhaft verzogene Gesicht sich wieder etwas glätten.
"Nein... ich danke dir", antwortete sie ehrlich und hob ihre Hand, strich vorsichtig die Tränen von Lenes Wange, eine unglaublich vertraute Berührung. Plötzlich überkam sie eine Welle von Zuneigung und sie begriff erst jetzt, was sie vorher nur wie durch einen Schleier wahr genommen hatte.
Lene war da. Sie war wirklich gekommen, hatte ihr die Möglichkeit gegeben, es zu erklären. Und wenn sie ihr vielleicht auch nicht verziehen hatte, das wagte Leevke kaum zu hoffen, so war es... vielleicht ein kleiner Schritt, dass dieses Disaster endlich ein Ende fand. Und vielleicht sogar einen neuen Anfang... und seit langer, langer Zeit spürte sie ihr Herz wieder, warm und kraftvoll und für den Moment... glücklich. Weil Lene da war, hier bei ihr war und ihr gedankt hatte, sie hatte reden lassen.
"Darf... darf ich dich... in den Arm nehmen?", fragte sie leise und sah Lene einfach nur an, ihre Augen, die sie noch heute im Traum sah, die Wangenknochen, der schmale Mund. Und dann wieder ihre Augen, die noch genau so waren, wie sie sie in Erinnerung hatte und in denen sie sich auch jetzt wieder verlor...
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Kjell Djuurhus
Färöer Inseln, Vivis Haus
01:18 Uhr, Samstag, 12.09.2010
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Kjell fühlte sich ein wenig wie ein Eindringling, immerhin saßen hier vier Menschen zusammen, die eine Menge mit einander verband und er war so etwas wie ein... Gast. Aber es ehrte ihn, dass Leevke auch ihn hatte dabei haben wollen und er versuchte sein Bestes, Vivi so etwas auffangen zu können.
Was Leevke erzählte, war erschütternd. Dabei kannte er sie kaum, wie musste es da erst für Vivi, Brendan und Lene sein, diese Geschichte zu hören?
Als Vivi ihn um den Kräutertee für Leevke bat, nickte er nur stumm, das war eine gute Idee. In der Küche angekommen atmete er erst einmal durch, setzte den Tee extra per Hand auf und brachte dann den heißen, nun aromatisch duftenden Becher wieder zurück, blieb jedoch in der Tür stehen, als sein Blick auf Lene und Leevke fiel, die einander ansahen. Er lächelte, vielleicht konnte Leevke auch in dieser Hinsicht einen Neuanfang wagen, wenn auch mit extrem kleinen Schritten... aber er würde es ihr wünschen, sehr sogar.
Vorsichtig schlich er sich zum Sofa zurück, behielt den Tee aber erst einmal bei sich, zog stattdessen Vivi in eine Umarmung und schenkte ihr einen sanften kuss, sah sie liebevoll an. Sie brauchte dringend ein Bett, aber er wollte sie nicht hier los reißen, so würde er noch einige Minuten abwarten, immerhin war es fast halb zwei.
Leevke van der Zon
Färöer Inseln, Vivis Haus
01:20 Uhr, Samstag, 12.09.2010
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Zwei Wochen... was waren zwei Wochen gegen zwei Jahre? Gegen neun Jahre?
"Ich danke dir", hörte sie Lene auf einmal wispern und hob den Blick, sah sie aus verweinten Augen an und bemerkte erst jetzt wirklich bewusst, dass Lene noch immer ihre Hand hielt, diese sogar leicht drückte. Ein Lächeln, ein unendlich erleichtertes Lächeln legte sich auf ihre Züge, ließ das schmerzhaft verzogene Gesicht sich wieder etwas glätten.
"Nein... ich danke dir", antwortete sie ehrlich und hob ihre Hand, strich vorsichtig die Tränen von Lenes Wange, eine unglaublich vertraute Berührung. Plötzlich überkam sie eine Welle von Zuneigung und sie begriff erst jetzt, was sie vorher nur wie durch einen Schleier wahr genommen hatte.
Lene war da. Sie war wirklich gekommen, hatte ihr die Möglichkeit gegeben, es zu erklären. Und wenn sie ihr vielleicht auch nicht verziehen hatte, das wagte Leevke kaum zu hoffen, so war es... vielleicht ein kleiner Schritt, dass dieses Disaster endlich ein Ende fand. Und vielleicht sogar einen neuen Anfang... und seit langer, langer Zeit spürte sie ihr Herz wieder, warm und kraftvoll und für den Moment... glücklich. Weil Lene da war, hier bei ihr war und ihr gedankt hatte, sie hatte reden lassen.
"Darf... darf ich dich... in den Arm nehmen?", fragte sie leise und sah Lene einfach nur an, ihre Augen, die sie noch heute im Traum sah, die Wangenknochen, der schmale Mund. Und dann wieder ihre Augen, die noch genau so waren, wie sie sie in Erinnerung hatte und in denen sie sich auch jetzt wieder verlor...
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Kjell Djuurhus
Färöer Inseln, Vivis Haus
01:18 Uhr, Samstag, 12.09.2010
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Kjell fühlte sich ein wenig wie ein Eindringling, immerhin saßen hier vier Menschen zusammen, die eine Menge mit einander verband und er war so etwas wie ein... Gast. Aber es ehrte ihn, dass Leevke auch ihn hatte dabei haben wollen und er versuchte sein Bestes, Vivi so etwas auffangen zu können.
Was Leevke erzählte, war erschütternd. Dabei kannte er sie kaum, wie musste es da erst für Vivi, Brendan und Lene sein, diese Geschichte zu hören?
Als Vivi ihn um den Kräutertee für Leevke bat, nickte er nur stumm, das war eine gute Idee. In der Küche angekommen atmete er erst einmal durch, setzte den Tee extra per Hand auf und brachte dann den heißen, nun aromatisch duftenden Becher wieder zurück, blieb jedoch in der Tür stehen, als sein Blick auf Lene und Leevke fiel, die einander ansahen. Er lächelte, vielleicht konnte Leevke auch in dieser Hinsicht einen Neuanfang wagen, wenn auch mit extrem kleinen Schritten... aber er würde es ihr wünschen, sehr sogar.
Vorsichtig schlich er sich zum Sofa zurück, behielt den Tee aber erst einmal bei sich, zog stattdessen Vivi in eine Umarmung und schenkte ihr einen sanften kuss, sah sie liebevoll an. Sie brauchte dringend ein Bett, aber er wollte sie nicht hier los reißen, so würde er noch einige Minuten abwarten, immerhin war es fast halb zwei.
Die Wirklichkeit ist nur etwas für Menschen, die mit Büchern nichts anfangen können.
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Re: Das Glück Freunde zu haben (Hogwarts-Ableger)
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Lene Månström
Färöer Inseln, Vivis Haus
01:22 Uhr, Samstag, 12.09.2010
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Dass Kjell den Tee hereinbrachte, merkte Lene gar nicht, dazu war sie viel zu tief in Leevkes Augen versunken, die sie irgendwie bittend anblickten. Und für einen Augenblick war Lene versucht, darin zu versinken, wie sie es früher immer getan hatte. Doch schnell, viel zu schnell, wie Lene befand, entsann sie sich der Tatsache, dass heute eben nicht mehr früher war. Dass sich viel zu viel geändert hatte. Nein, es war zuviel Zeit vergangen. Und damit hatte sie auch schon die Antwort, die Leevke wohl nicht hören wollte. Sicher, sie wollte für Leevke da sein, musste es gar, alleine schon aus Verantwortungsgefühl und tiefer, ehrlicher Sorge. Doch so wie früher war es halt nicht mehr. Zuviel war geschehen, viel zu viel, als dass Lene da einfach so drüber hinwegsehen konnte.
"Ich... kann nicht", murmelte sie entschuldigend und sie hatte auch das Gefühl, sich entschuldigen zu müssen, Leevke tiefes Unrecht anzutun und doch, sie konnte es einfach nicht, aus Angst, auch ihre tiefen Wunden würden wieder aufgerissen werden, die gerade erst verheilt schienen.
Lene Månström
Färöer Inseln, Vivis Haus
01:22 Uhr, Samstag, 12.09.2010
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Dass Kjell den Tee hereinbrachte, merkte Lene gar nicht, dazu war sie viel zu tief in Leevkes Augen versunken, die sie irgendwie bittend anblickten. Und für einen Augenblick war Lene versucht, darin zu versinken, wie sie es früher immer getan hatte. Doch schnell, viel zu schnell, wie Lene befand, entsann sie sich der Tatsache, dass heute eben nicht mehr früher war. Dass sich viel zu viel geändert hatte. Nein, es war zuviel Zeit vergangen. Und damit hatte sie auch schon die Antwort, die Leevke wohl nicht hören wollte. Sicher, sie wollte für Leevke da sein, musste es gar, alleine schon aus Verantwortungsgefühl und tiefer, ehrlicher Sorge. Doch so wie früher war es halt nicht mehr. Zuviel war geschehen, viel zu viel, als dass Lene da einfach so drüber hinwegsehen konnte.
"Ich... kann nicht", murmelte sie entschuldigend und sie hatte auch das Gefühl, sich entschuldigen zu müssen, Leevke tiefes Unrecht anzutun und doch, sie konnte es einfach nicht, aus Angst, auch ihre tiefen Wunden würden wieder aufgerissen werden, die gerade erst verheilt schienen.
"Hören Sie, Sir, folgendes... Es geht um meinen Teppich, der das Zimmer erst richtig gemütlich gemacht hat..."
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Re: Das Glück Freunde zu haben (Hogwarts-Ableger)
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Leevke van der Zon
Färöer Inseln, Vivis Haus
01:24 Uhr, Samstag, 12.09.2010
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Als Leevke Lenes Antwort hörte, erstarrte etwas in ihr. Diese Abweisung tat weh, verdammt weh. Aber was hatte sie erwartet, dass Lene sie mit offenen Armen begrüßen würde? Dass nun, wo sie alles erzählt hatte, alles wieder gut war, als sei nichts gewesen?
Natürlich war es das nicht. Und würde es auch niemals mehr werden, denn das Geschehene ließ sich nun einmal nicht einfach aus ihrem Leben heraus schneiden, es war passiert. So sehr sie es auch bereute - doch das half niemandem weiter.
Nicht Lene und nicht ihrer gemeinsamen Vergangenheit.
Ganz langsam zog sie ihre Beine an, legte ihre Arme darum - Lenes Hand hatte sie los gelassen. Sie schmeckte eine einzelne, salzige Träne auf den Lippen, ihr Blick senkte sich auf ihre Knie. Sie war plötzlich unendlich müde.
Sie wagte es nicht, Lene noch einmal anzusehen, wie hatte sie nur so anmaßend sein können? Nein, sie war egoistisch und naiv.
Verzeih mir", wisperte sie kaum hörber, ignorierte den Tee, den Kjell vor ihre Nase stellte - wer bitte dachte jetzt an Tee?! In ihren Gedanken gab es nur Lene und das, was sie, Leevke, kaputt gemacht hatte.
Leevke van der Zon
Färöer Inseln, Vivis Haus
01:24 Uhr, Samstag, 12.09.2010
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Als Leevke Lenes Antwort hörte, erstarrte etwas in ihr. Diese Abweisung tat weh, verdammt weh. Aber was hatte sie erwartet, dass Lene sie mit offenen Armen begrüßen würde? Dass nun, wo sie alles erzählt hatte, alles wieder gut war, als sei nichts gewesen?
Natürlich war es das nicht. Und würde es auch niemals mehr werden, denn das Geschehene ließ sich nun einmal nicht einfach aus ihrem Leben heraus schneiden, es war passiert. So sehr sie es auch bereute - doch das half niemandem weiter.
Nicht Lene und nicht ihrer gemeinsamen Vergangenheit.
Ganz langsam zog sie ihre Beine an, legte ihre Arme darum - Lenes Hand hatte sie los gelassen. Sie schmeckte eine einzelne, salzige Träne auf den Lippen, ihr Blick senkte sich auf ihre Knie. Sie war plötzlich unendlich müde.
Sie wagte es nicht, Lene noch einmal anzusehen, wie hatte sie nur so anmaßend sein können? Nein, sie war egoistisch und naiv.
Verzeih mir", wisperte sie kaum hörber, ignorierte den Tee, den Kjell vor ihre Nase stellte - wer bitte dachte jetzt an Tee?! In ihren Gedanken gab es nur Lene und das, was sie, Leevke, kaputt gemacht hatte.
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Re: Das Glück Freunde zu haben (Hogwarts-Ableger)
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Lene Månström
Färöer Inseln, Vivis Haus
01:26 Uhr, Samstag, 12.09.2010
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"Es... es tut mir leid", sagte Lene bedauernd und meinte es auch so, denn es tat ihr wirklich leid, dass sie eben nicht im Stande war, Leevke in den Arm zu nehmen, wie es sich diese so sehr wünschte - und zumindest auch ein kleiner Teil von Lene.
Doch sie konnte einfach nicht, es war viel zu viel geschehen.
"Es... ich... brauche Zeit", fügte sie leise hinzu und meinte auch dies so, wie sie es sagte.
Sicherlich, nichts würde je wieder so sein, wie es einst gewesen war, doch die Zeit heilte ja bekanntermaßen alle Wunden.
"Und ich denke, es ist das Beste, wenn ich jetzt gehe", sagte sie unsicher, eher fragend, ob dies jetzt Leevkes Wunsch war.
Lene Månström
Färöer Inseln, Vivis Haus
01:26 Uhr, Samstag, 12.09.2010
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"Es... es tut mir leid", sagte Lene bedauernd und meinte es auch so, denn es tat ihr wirklich leid, dass sie eben nicht im Stande war, Leevke in den Arm zu nehmen, wie es sich diese so sehr wünschte - und zumindest auch ein kleiner Teil von Lene.
Doch sie konnte einfach nicht, es war viel zu viel geschehen.
"Es... ich... brauche Zeit", fügte sie leise hinzu und meinte auch dies so, wie sie es sagte.
Sicherlich, nichts würde je wieder so sein, wie es einst gewesen war, doch die Zeit heilte ja bekanntermaßen alle Wunden.
"Und ich denke, es ist das Beste, wenn ich jetzt gehe", sagte sie unsicher, eher fragend, ob dies jetzt Leevkes Wunsch war.
"Hören Sie, Sir, folgendes... Es geht um meinen Teppich, der das Zimmer erst richtig gemütlich gemacht hat..."
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