*schluck* Also das war bitter. Ich bin jetzt nicht der größe Michael Jackson Fan - auch wenn er durchaus den ein oder anderen brauchbaren bis guten Titel hatte - aber ich muss sagen, dass der Text (wenn auch der Name angepasst wurde, was durchaus ein probates Mittel ist, wie ich finde) unglaublich gut auf die Situation passt - oder die Situation unheimlich gut auf den Song? Du weißt, was ich meine.
Diese FF hinterlässt bei mir einen unglaublich bitteren Nachgeschmack. Ich weiß nicht mal wirklich, was ich schreiben soll. Da stimmte alles, von vorne bis hinten. Und es ist so traurig... die letzten Zeilen... Was soll ich sagen? Was bleibt noch zu sagen? *seufz*
So traurig, bitter... toll gemacht!
"Hören Sie, Sir, folgendes... Es geht um meinen Teppich, der das Zimmer erst richtig gemütlich gemacht hat..."
Hey Ria!
Oh, vielen, vielen Dank! Ich sehe diese SF irgendiwe als Begleitstück zu "Einst kannte ich mich" und auch, wenn hier das Lied einen Großteil einnimmt, habe ich irgendwie selbst Gänsehaut, wenn ich daran denke . Ich habe den Text damals gelesen und Bumm! - war die Idee, die Szene, in meinem Kopf, ich konnte gar nicht so schnell tippen. Dann du nicht weißt, ob Lied zur Situation oder anders herum ist wohl das größte Lob, dass du mich machen kannst - vielen Dank! *stahl*
Ich glaube, viel zu sagen gibt es da wirklich nicht. Es ist eine Endsituation, doch eine Situation, die so bitter ist und so wenig beachtet wird... eine Hintergrundsituation, die doch so zerstörerisch ist..
Lieben Dank noch einmal!
Die Wirklichkeit ist nur etwas für Menschen, die mit Büchern nichts anfangen können.
Disclaimer: Die Handlung und Personen gehören einzig und allein J.K. Rowling, das Lied gehört Peter Maffay und ist dem Kindermusical „Tabaluga und Lilli“ entnommen.
Inhalt: Meine Gedanken zu der herzzerreißenden Szene aus DH: „After all this time?“, asked Dumbledore. „Always“, said Snape. -
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Eis im September
„Für ihn?“, schreie ich beinahe. „Expecto Patronum!“
Außer mir sehe ich atemlos zu, wie aus der Spitze meines Zauberstabes die Hirschkuh schießt, welche mich all die Jahre beschützte, mein Halt war und noch immer ist.
„Nach all der Zeit?“, höre ich Dumbledore erstaunt und traurig zugleich fragen, Tränen glitzern in seinen Augen, welche mich sanft anblicken.
„Immer“, antworte ich schwach, mehr gibt es nicht zu sagen. Das ist alles, was er wissen muss, alles, was ich bereit bin zu sagen, ohne vollkommen meine Haltung zu verlieren.
Schon jetzt ringe ich um Fassung, als mir immer deutlicher wird, was der alte Mann, dem ich immer blind vertraute, mir so eben ausgebreitet hat.
Und doch verliert all das an Bedeutung, als die lange so erfolgreich im Hintergrund gehaltenen Gefühle in mir aufbrechen, einem Wolkenbruch gleich prasseln sie auf mich ein, erschlagen mich.
Mein Herz klopft hart in meiner Brust, mein Atem geht schwer, mir wird schwindelig. Doch die Gedanken an sie waren der einzige Halt in meinem Leben, mein einziges Ziel.
Wieder mal aufgewacht
Es passiert nicht oft und eigentlich doch ständig. Sie ist immer da, in meinen Gedanken, so lange ich sie kannte. In Momenten wie diesen füllt sie mich komplett aus, ich hatte die letzten Jahre nur für sie gelebt - und nun erkenne ich, dass es eine verdammte Lüge war.
Gut, für Dumbledore mag es um den Jungen gegangen sein - für mich ging es das nie.
Es ging einzig und allein um Lily.
Wieder mal nachgedacht
Auch, wenn ich es nicht immer wahr haben wollte. Dazu hasse ich mich viel zu sehr selbst für das, was ich getan habe - wie kann jemand wie ich so etwas wie Liebe empfinden?
Und doch tue ich es - jeden Tag aufs neue und jeden Tag sterbe ich ein Stückchen mehr in der Erinnerung daran, wie glücklich ich einst hätte sein können - wenn ich es nur erkannt hätte.
Wie es hieß das Gefühl,
Welches nie mehr so sein will wie früher.
Damals - es ist, als wären es nicht meine Erinnerungen, sondern die eines anderen, wenn ich an Lily denke. An glückliche Tage mit ihr, wie wir zwei zusammen über die Ländereien von Hogwarts spazieren, in Hogsmeade sind, oder uns einfach bis in die Nacht hinein unterhalten über Gott und die Welt.
Das alles ist so weit entfernt und doch so nah zugleich. Jeden Tag, wenn ich in diese grünen Augen sehe, umrahmt von schwarzem Haar, kommt der geballte Hass in mir hoch - ich kann nicht anders, viel zu sehr sieht der Junge aus wie James.
Es tut weh das zu hör'n,
Ich kann nur noch zerstörn'
Über die Jahre schlug dieser Hass in Bitterkeit und Einsamkeit um, meine Liebe zu ihr rächte sich. Ich war es nicht wert, dieses wunderbare, unschuldige Wesen zu lieben, ich, der so viel Blut an seinen Händen kleben hatte.
Ich wär' gerne geliebt, doch wer nimmt und nie gibt,
Wird allein sein.
Und so besteht mein Tagesinhalt darin, meinen Selbsthass zu kompensieren, indem ich andere dafür verantwortlich mache, dass sie sich für den stolzen Gryffindor entschied - und nicht für mich.
Ich weiß, dass es nicht fair ist.
Doch das Leben ist niemals fair, auch meines nicht. Meines am allerwenigsten.
Jetzt zahle ich den Preis dafür.
Und wenn dich gar nichts mehr bewegt
Freude nicht und Leid
Eis im September
Mir wird jedes Mal kalt bis ans Herz, ich verschließe mich, soweit es geht - und versage doch wieder.
Jeden September, wenn das Schuljahr von Neuem beginnt, nehme ich mir vor, die Vergangenheit endlich hinter mir zu lassen - und weiß in der selben Sekunde, dass ich es nicht kann. Niemals.
Und so werde ich kälter und emotionsloser, verdränge den Schmerz, um es erträglich zu machen.
Wenn dein Herz nicht schneller schlägt,
Weil dich nichts mehr freut
Dann musst du's ändern
Doch die Erinnerung an jene Jahre ist zu gegenwärtig, als dass ich sie hinter mir lassen könnte. Sie brandet auf wie schäumende Gischt, verteilt sich in jede Pore meines Körpers - und mein Herz droht erneut zu brechen.
Eis im September ist noch jung
Wie die Erinnerung an Sommertage
Ich denke oft an jenen Sommer zurück - der Sommer, in dem ich alles verlor. Sie.
Der Sommer, in dem ich alles zerstörte, ausgelöst durch ein kleines, schmutziges Wort, welches so unbedacht meinen Mund verlassen hatte.
Ich weiß, sie hat es mir nie verziehen.
Doch erst, als sie sich endgültig von mir abwandte, keine Briefe mehr beantwortete und am Ende mit diesem Potter ausging, hatte ich begriffen, dass ich verloren hatte.
Endgültig.
Und mein Herz wurde zu Eis in jenem September, der dem Sommer folgte - und ich sie zusammen mit Potter sehen musste, dass es mich innerlich zerriss.
Doch unter der Oberfläche brodelte es weiter, immerzu.
Bis heute.
Und noch eins das ich vermisse
Doch nach und nach ergriff die Kälte Besitz von mir, ausgehend von meinem Herzen. Der dumpfe, rasende Schmerz flachte ab, wurde zu einem monotonen Begleiter, der mich nie los lässt.
Selbst der Schmerz tut nicht mehr weh
Und jetzt sitze ich hier im Büro des Schulleiters, der genau wusste, dass ich für Lily alles tun würde. Und ich habe es getan - nur leider zu spät.
Ich habe ihren Tod eingeleitet, ich habe ihn nicht aufhalten können.
Es ist, als müsse ich innerlich zerspringen und doch tut es unglaublich gut.
Ich weiß, ich lebe.
Doch sie ist tot.
Wie zu mir muss ich zu andern sein
Denn ich leide selbst und muss dich leiden seh'n.
Und doch sehe ich sie jeden Tag lebendig vor mir, wenn ich in die Augen des Jungen blicke, die genau so grün sind, wie ihre es waren - hat er eine Ahnung, was er mir damit antut?
War das ihre Strafe dafür, dass ich mich damals für den falschen Weg entschied?
Ich bin mir sicher, es ist so.
Und wenn dich gar nichts mehr bewegt
Freude nicht und Leid
Und so verschließe ich mich immer mehr vor mir selbst, immer mit dem Wissen, dass irgendwo in mir drin, meine Liebe zu ihr weiter lebt.
Nur selten brechen meine Gefühle durch die Mauer aus Eis hindurch - voller Wärme schaue ich auf die silbrig leuchtende Hirschkuh, ich weiß, sie wird mich nie verlassen.
Solange sie aus der Spitze meines Stabes bricht, so bricht auch mein Eis und in solchen Momenten weiß ich, wofür ich lebe.
Eis im September ist noch jung
Wie die Erinnerung an Sommertage.
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Die Wirklichkeit ist nur etwas für Menschen, die mit Büchern nichts anfangen können.