Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

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Cassiopeia
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von Cassiopeia »

Hallöchen Lares!

Oh, wow! Da du die ersten 17 Kapitel überstanden hast und trotz (berechtigter) Kritik noch immer dabei bist, hoffen wir einfach, dass du das auch weiterhin bleibst^^.
Es stimmt, die ersten Kapitel sind wirklich seeehr gezogen, aber sobald erst einmal "alle" bescheid wissen, geht es auch etwas schneller voran. Zumindest brauchen wir keine 30 Kapitel für eine Woche *lach*
Ich meine, das mit dem gleichen Alter und "Mum" und "Dad" kommt noch, ich muss zugeben, es kam mir anfangs auch etwas seltsam vor. Aber mittlerweile gehört es einfach mit dazu, hätte man aber mehr drauf eingehen können, das stimmt.
Ähm, Kitsch... jap, da sind gerade die Anfangskapitel nicht vor gefeit *lach* auch das wirst du immer mal wieder finden, allerdings wird es ebenso düstere Passagen geben (sonst wäre es wohl kaum spannend...). Ich denke, einen kleinen Bruch gibt es, wenn wir wirklich nur noch zu zweit schreiben (wobei du den Teil schon fast erreicht hast, denn die ersten Kapitel wurden noch zu dritt geschrieben). Aber das ist nur meine Meinung^^
*lach* unsere Geschichte ist charmant? Ui, danke! Mal sehen, ob du das 17 Kapitel weiter noch immer sagst :lol:

Zum Schluss bleibt mir zu sagen: lieben Dank für dein Review, für die Kritik und auch das Lob, es geht bald (und hier im Rekordtempo O.o) weiter :D
Die Wirklichkeit ist nur etwas für Menschen, die mit Büchern nichts anfangen können.
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Tjeika
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von Tjeika »

Huhu,

da bin ich wieder. Rekordtempo wirds wohl nicht, weil die Kapitel ja doch schon ganz schön lang sind und ich ja meine Zeit nicht nur mit Lesen verbringen möchte... die Rollenspiele wollen ja auch gespielt werden ;)
Dennoch habe ich mich wieder sehr über das Kapitel gefreut. Vor allen Dingen die Sache mit dem Patronus war witzig. Wie James reagiert hat, als er erfahren hat, dass Harrys Patronus seine Animagusform ist :lool:
Und dann dieses Paradoxon (welche ich in dieser FF eh meist ignoriere, weil Zeit und so... da schalte ich mein Hirn meist besser aus), dass Remus einst Harry beibrachte, wie man einen Patronus herbeiruft und es nun umgekehrt ist :kugel: Sehr genial!
Und dann Remus, der mal wieder mit seinem Selbstbewusstsein zu kämpfen hat...

Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht, ihr haltet die Qualität dieser FF auf einem verdammt hohem Niveau!!!
:knuff: Ria
"Hören Sie, Sir, folgendes... Es geht um meinen Teppich, der das Zimmer erst richtig gemütlich gemacht hat..."

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Cassiopeia
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von Cassiopeia »

Hey Ria! :knuddel:
Oh, lieben dank! :red: Dsamit den hohen Niveau versuchen wir zu halten, versprochen! :D
Jap, schon ziemlich lustig, wie die Rollen "vertauscht" wurden^^ aber es macht auch Spaß, es so herum zu schreiben *g*

Hier geht es auch schon weiter, heute mal von mir :knuff:


Kapitel 35

Zusatztraining II

Neugierig reckten alle ihre Hälse um sehen zu können, was Beccy dort in der Hand hielt. Begeistert holte sie ein kleines Päckchen hervor, was sich nachweislich als Fototasche entpuppte.

„Die hat Dad auf dem Ball gemacht und sie mir heute nach dem Training in die Hand gedrückt“, erklärte sie und nahm die Bilder heraus. Diejenigen, welche die Bilder so hätten Überkopf sehen müssen, hatten sich schnell hinter Beccy und Remus gestellt und guckten nun alle zusammen auf die bewegenden Fotos auf Beccys Schoß.

„Du siehst glücklich aus“, sagte Lily zu ihrer Freundin und deutete auf ein Foto, wo diese mit Remus ihre Runden über die Tanzfläche drehte. Sie lachte strahlend und sah ihrem Freund immer wieder liebevoll in die Augen. Im Hintergrund schwangen Lily und Dumbledore gemeinsam ihre Tanzbeine.

„Ich bin glücklich“, war die einfache Antwort und Beccy bekam dafür von Remus, welcher neben ihr saß, einen Kuss auf ihre Wange.

Mit zwei Fotos in der Hand wedelnd, sagte James: „Von den beiden möchte ich auf jeden Fall Abzüge haben.“ Das erste Foto zeigte ihn mit Lily und seinem Sohn. Harry stand zwischen seinen Eltern und sie lächelten ihn immer wieder stolz an, während James immer wieder seine Hand auf Harrys Schulter legte.

Das zweite Foto war ein Gruppenfoto, welches die acht Freunde in glücklicher Eintracht zeigte. Die Paare standen eng aneinander gekuschelt und Sirius versuchte immer wieder mit Peter das selbe zu tun, welcher sich aber lachend wehrte.

„Ihr bekommt von allen Fotos Abzüge. Dad wollte uns nur erstmal eine erste Kopie geben", versprach Beccy. Sie sahen sich noch bis zum Abendessen die restlichen Fotos an und lachten viel bei den Erinnerungen an den Abend. Auf allen Bildern war immer mindestens einer von ihnen zu sehen. Meistens tanzten sie, oder sie standen tuschelnd zusammen, aber auf allen Fotos sahen sie glücklich aus. Sie lachten viel, sowohl an diesem Abend als auch auf den Bildern.

Immer noch in Erinnerungen an den erst vor kurzem stattgefundenen Ball, gingen sie lachend und schwatzend zum Abendessen.
Danach machten sie ein paar Hausaufgaben, übten noch ein wenig den Zauber und gingen früh ins Bett. Die fünf, welche Animagi werden wollten, versuchten noch einmal ihre Seele zu erfühlen, um ihr Tier herauszufinden, in welches sie sich in hoffentlich nicht all zu ferner Zukunft verwandeln würden können.

Am nächsten Morgen standen die acht Gryffindors früh auf, sie wollten rechtzeitig zum Frühstück gehen und dann im Verwandlungsklassenzimmer, wo sie ihre Trainingsstunden hatten, auf die beiden Auroren warten und noch etwas an den Dingen, die ihnen gestern gezeigt worden waren, arbeiten.

Nach ausgiebigen kalten Duschen waren sie auch alle mehr oder weniger wach und fanden sich schon eine Stunde vor Beginn des Unterrichts in dem Raum ein. Remus, Sirius und James übten mit Peter in der einen Ecke den Patronus und Angriffs- und Verteidigungszauber. Die drei Mädchen und Harry setzten sich in einer anderen Ecke auf die Kissen, zauberten sich entspannende Musik und versuchten ihr Seelentier zu finden. Um kurz nach 10 öffnete sich die Tür und Patrick und Liam traten, noch reichlich verschlafen, auf ihre Schüler zu.

„Was macht ihr denn schon hier?“, fragte Liam erstaunt. Er und Patrick waren davon ausgegangen, dass die Acht verschlafen hätten, nachdem sie sie nicht in der Eingangshalle und auch nicht vor der Tür des Klassenraumes gesehen hatten. James ging zu seinem Vater hinüber, aber nicht ohne Peter vorher noch in seiner Zauberstabbewegung zu korrigieren, worauf hin der Zauber, den dieser probierte, auch klappte.

„Einen wunderschönen guten Morgen den beiden Auroren. Seit ihr auch schon wach? Wir üben schon seit einer Stunde“, lachte er und umarmte seinen Dad herzlich, wandte sich danach wieder um und ließ die Leiter der Aurorenabteilung wie zwei begossene Pudel im Eingang stehen.

Kurz darauf jedoch fing Patrick herzhaft an zu lachen, Liam sah ihn verwundert an.

„Pat, seit wann ist es so witzig, wenn mein Sohn mich umarmt?“, fragte er irritiert, Patrick hingegen konnte nur mühsam ein Kichern unterdrücken und deutete auf Liams Rücken.

„Wenn du als Folge hinten einen Zettel kleben hast, auf dem steht nicht so laut, ich schlafe noch, dann ist es witzig!“, lachte der Ire nun, Liam sah erst ihn und dann James verärgert an.

„Na vielen dank auch“, grummelte er und versuchte, den Zettel zu entfernen. Schließlich half Patrick ihm dabei und James kam grinsend auf die beiden zu.

„Tut mir leid Dad, das musste einfach sein“, sagte er und umarmte seinen Dad noch einmal kurz, ehe er sich wieder Peter und Sirius zuwandte.

Die beiden Auroren hingegen ließen ihre Blicke über die nun wieder hoch konzentriert arbeitenden Schüler schweifen.

„Ich glaube, wir haben uns in ihnen getäuscht“, murmelte Patrick in seinen nichtvorhandenen Bart, zog sich seinen Umhang aus und ging zu der Gruppe, welche tief in ihren Meditationen versunken war um zu sehen, ob er ihnen helfen könne.

Auch Liam zog sich seinen Umhang aus, warf ihn über einen Stuhl neben der Tür und ging zur anderen Gruppe, um zu sehen, ob er da helfen könne. Eine Weile hörte man nur leises Gemurmel aus der Gruppe um Liam, dann wurde es in der Gruppe der zukünftigen Animagi lauter.

„Verdammt, verdammt, verdammt!“, hörte man Harry fluchen, wodurch die anderen in ihrer Konzentration gestört wurden. „Irgendwas sehe ich da immer, aber es verändert sich ständig, es ist so, als würden zwei Tiere um meine Seele kämpfen“, fügte er noch flüsternd hinzu.

„Man Harry, ich war fast so weit“, meckerte Beccy, erhob sich schmollend und ging zu Remus hinüber, von welchem sie sich tröstend in den Arm nehmen ließ.

„Wie meinst du das, es ist, als würden zwei Tiere um deine Seele kämpfen?“, fragte Patrick neugierig, ließ sich auf Beccys Kissen nieder und musterte den Schwarzhaarigen mit unverholender Neugier.

„Ich weiß es nicht, es ist mehr so ein Gefühl. Alles was ich gesehen habe war Feuer und irgendwas großes, aber ich bekomme es nicht zu fassen. Es ist so, als wären da zwei Tiere in mir. Ist es möglich, dass man zwei Animagiformen hat?“ Harry wusste nicht, was er davon halten sollte, er wusste nur eines, wieder war er anders, selbst in dieser Zeit, wo er keine Berühmtheit war, wo er eigentlich nichts Besonderes zu sein schien, sondern einfach nur ein normaler Junge. Nicht der Harry, aus dem Jahr zweiundneunzig, wo er den Stein der Weisen retten musste, nicht der aus vierundneunzig, wo er die Aufmerksamkeit der gesamten Zaubererwelt auf sich gezogen hatte, weil er am Trimagischen Turnier teilnehmen musste. Nicht der, welcher sich das letzte Jahr mit seinen besten Freunden auf die Suche nach den Horkruxen gemacht hatte und der die ganze Hoffnung dieser geheimen Welt auf seinen Schultern trug.

Patrick schien ebenfalls in seinen Gedanken versunken zu sein, genauso wie Harry. Aber nach einer Weile setzte er zu einer vorsichtigen Antwort an. „Mir ist es bisher nicht bekannt, dass ein Zauberer gleich zwei verschiedene Gestalten hat, aber es gibt eine Irische Legende, wonach es so einen Fall schon einmal gegeben hat, wie du ihn gerade geschildert hast. Aber dieser Zauberer hatte abschließend nicht zwei Gestalten, sondern diese beiden Tiere vereinten sich zu einem, einem Tier, was es so noch nicht gegeben hatte. Dieser Mann sah aus wie ein Tiger, allerdings hatte er keinen normalen Schwanz, sondern den eines Skorpions. Er war so schnell wie dieses Raubtier, konnte sich genau so gut verstecken und anschleichen. Allerdings hatte er eine zusätzliche Waffe, nämlich das Gift, welches in den Schwänzen von Skorpionen vorkommt.“

Ein völlig neues Tier, etwas was noch nie da gewesen war? Harrys Gesicht sprach Bände, so dass Lily und Ginny sich von ihren Kissen erhoben und zu ihm hinüber gingen, um ihn schützend und tröstend in den Arm zu nehmen. Nachdem Harry sich beruhig hatte, erhob sich Patrick und bat die Drei ihm zu folgen, sie wollten jetzt mit dem eigentlichen Training anfangen.

„Heute stehen wieder zwei Duelle auf dem Programm, wer möchte anfangen?“, fragte Liam, nachdem sie alle beisammen standen. James war der erste, der sich meldete, allerdings sahen Ginny und Lily zu Harry und anschließend zueinander. Sie nickten sich zu.

„Wir würden gerne anfangen“, sagte Lily und sah noch einmal zu Harry, welcher immer noch in seinen Gedanken versunken schien und nichts von seiner Umgebung mitbekam. Auch James sah es nun und meinte ganz galant, das es für ihn, als Gentleman, selbstverständlich sei, dass er den Damen den Vortritt ließe. Er ging zu Lily, drückte ihr einen Kuss auf die Wange und sah sie fragend an. Nachdem sie nur sagte „Später“, ging sie auf den Duellsteg um sich mit ihrer hoffentlich zukünftigen Schwiegertochter zu duellieren. Sie verbeugten sich voreinander und gingen dann an ihre jeweiligen Enden.

Es schien, als wolle keine von ihnen anfangen, denn sie standen nun schon etliche Sekunden regungslos voreinander und ließen ihren Blick immer wieder zur Seite, in Harrys Richtung, wandern.
„Lily ich glaube, wir helfen ihm nicht, wenn wir unser Trainingsduell mit Blicken ausfechten. Außerdem wollen wir hier etwas lernen, also lass uns unser Bestes geben“, durchbrach Ginny die Stille. Lily antwortete nur durch ein Nicken und da verließ auch schon ein Zauber ihren Stab, welchen Ginny locker mit einem stummen Schildzauber abwehrte und nun ihrerseits einen stummen Zauber auf die Reise zu Lily schickte.

James hatte sich zu seinem Sohn gesetzt, welcher dem Duell nicht folgte, sondern den Fußboden sehr interessant fand. „Was ist los, Harry?“, fragte James einfühlsam und blickte ihn fragend an.

„Warum muss ich immer anders sein? Ist es so schwer zu verstehen, dass ich einfach nur ein ganz normaler Junge sein möchte? Einfach nur Harry James Potter? Ständig muss ich jemanden retten, ständig gaffen mich alle an, wegen dieser blöden Narbe. Ich bin in meiner Zeit berühmt für etwas, an das ich mich nicht einmal erinnern kann, etwas, das mir jedes Mal, wenn ich daran denke, weh tut. Ist es zuviel verlangt, dass ich einfach normal sein möchte?“, fragte Harry ohne aufzusehen.

„Was ist denn eben passiert?“, fragte James und legte seinen Arm um ihn und zog ihn näher an sich.

„Ich werde wie es aussieht, wieder einmal anders sein, kein normaler Animagus. Ich hab vorhin etwas von meinem Tier, bzw. meinen Tieren gesehen. Sie kämpfen darum, wer mein Tier sein darf und Patrick meinte, es wird wohl darauf hinauslaufen, das ich ein völlig neues Tier als Form habe, etwas was es so nicht gibt“, murmelte er und sah zum ersten Mal seinem Dad am heutigen Tag in die Augen.

„Hey, ganz ruhig“, flüsterte James. „Du willst normal sein? Aber du bist doch normal. Dadurch, dass du hier bist, wirst du die Zukunft verändern. Keiner wird dich mehr als den Jungen der Lebt ansehen, als den Bezwinger Voldemorts, als die Hoffnung für ein Ende des Krieges. Wir werden dich aufwachsen sehen. Bei dir sein. Das mit deiner Form ist doch cool, ich bin schon richtig neugierig darauf, was du wohl werden wirst. Ich hatte schon befürchtet, wir wären bald zwei Hirsche, das wäre doch sehr langweilig oder?“

Harry musste schmunzeln. Sein Vater hatte Recht, er kämpfte gerade für eine normale Kindheit mit Eltern, mit vielleicht ja sogar Geschwistern. Mit Freunden, die er vielleicht schon vor Hogwarts haben könnte. Ein ehrliches Lächeln zierte nun seine Lippen und er sah zum Steg hinüber, wo Lilys Zauberstab gerade ein roter Lichtblitz verließ und auf Ginny zuflog, welche ihm aber gekonnt auswich. Seine Mum und seine Freundin duellierten sich und er hatte es nicht einmal mitbekommen. Nun werde ich dem Duell aber aufmerksam folgen, dachte er, als Liams Stimme die Stille durchbrach.

„Tolles Duell ihr beiden, aber die fünfzehn Minuten sind schon lange um, ihr könnt jetzt aufhören. Lasst uns mal alle zusammen in einen Kreis setzen und das Duell durchsprechen.“

Als alle saßen übernahm Patrick das Wort. „Was ist euch an dem Duell aufgefallen? Was war gut was weniger gut, was könnten sie verbessern?“

„Gut war, dass sie fast ausschließlich stumme Zauber verwendet haben. Nur selten haben sie einen Zauber laut gesprochen, was ihnen in einem richtigen Duell, wo man zwar auch mit Angriffen rechnet, aber seine Augen nicht nur auf sein Gegenüber gerichtet hat, einen guten Vorteil von ein bis zwei Sekunden einbringt“, sagte Beccy und sah dabei abwechselnd Ginny, Lily und die beiden Auroren an. Patrick nickte nur zur Bestätigung und sah weiter fragend in die Runde.

Sirius räusperte sich. „Was mir aufgefallen ist, das ihre Anzahl von verschiedenen Zaubern doch ziemlich gering war. Sie haben fast nur den Schockzauber, Lähmfluch, Expelliamus und einen Schildzauber benutzt. In einem echten Duell ist die Vielfalt auch oft ein entscheidender Vorteil.“

„Richtig, Sirius, das ist mir auch aufgefallen. Die Frage ist jetzt nur, kennt ihr nicht mehr, oder wolltet ihr ein stummes Duell ausfechten und dies sind die einzigen, die ihr bisher einwandfrei ohne zu sprechen beherrscht? Ich hatte das Gefühl, ihr habt nicht mit ganzer Kraft gekämpft“, sagte Liam und musterte die beiden Duellanten eingehend.

Ginny und Lily sahen sich wieder an, es schien, als hätten sie in der kurzen Zeit, die sie sich jetzt kannten, so etwas wie eine lautlose Kommunikation entwickelt. „Es stimmt, wir wollten Harry nicht stören“, sagte Ginny und senkten ihren Blick wieder.

„Mich nicht stören? Und deshalb kämpft ihr nur mit einem winzigen Teil eurer Kraft? Warum?“, wollte Harry verständnislos wissen.

Die beiden sahen schuldbewusst in seine Richtung. „Du sahst so aus, als würdest du einen Moment der Ruhe brauchen, deshalb“, murmelte Ginny.

Liam sah Ginny und Lily durchdringend an. „Bei den nächsten Duellen haltet ihr euch bitte nicht zurück, in Ordnung?“
Die beiden rothaarigen Hexen nickten und warfen erneut einen Blick auf Harry.

Letzterer gab seiner Freundin einen Kuss und sah sie schon beinahe entschuldigend an, als Patrick sagte: „Harry, James, wenn ich euch nun bitten dürfte?“

Kurz darauf stand beide bereits auf dem Duelliersteg.
James ging auf Harry zu, welcher in der Mitte stand, nahm ihn kurz in den Arm und sagte: „Zeig dein bestes, mal sehen wie gut du bist.“

Harry setzte eine entschlossene, fast schon wütende, Miene auf. Er hatte erwartet, dass es ihm schwer fallen würde, gegen seinen Vater zu kämpfen, welcher nicht älter als er selbst war. Er hatte erwartet, dass sie lachen würden anstatt sich ernsthaft zu duellieren, doch nun, wo es soweit war, wusste Harry, dass es Ernst war. Es ging um ihr Überleben dort draußen und das hier war nur ein Training - ein durchaus ernst zu nehmendes Training.
Eine Vorstufe dessen, was sie nach Hogwarts erwarten würde und eine bittere Erinnerung an das, was er das letzte Jahr über mit Ron und Hermine erlebt hatte. Wut stieg in ihm auf, von der er sich selbst wunderte, woher sie kam, als sie sich vor einander verbeugten und dann zu ihrem Ende des Steges gingen.
Schließlich zogen ihre Zauberstäbe und dann ging es auch schon los. Die beiden schenkten sich nichts, Fluch um Fluch wurde auf den Gegenüber geschossen.

Opugno“, rief Harry und kleine Vögel schossen aus seinem Zauberstab hervor und stürzten sich auf James. Sie um flogen seinen Kopf und pickten auf ihn ein, nahmen ihm die Sicht sodass Harrys Levikorpus sein Ziel erreichte und James an den Füßen nach oben gerissen wurde und Kopf über an der Decke hing. James verlor dabei seinen Zauberstab, welcher klackernd zu Boden fiel.

„Accio Zauberstab, Liberacorpus, Incarcerus“, sagte Harry danach in schneller Reihenfolge, ließ die Vögel verschwinden und ging lächelnd auf seinen Vater zu. „Meintest du das so in etwa?“, fragte er lachend, hob den Fesselfluch auf und half ihm auf die Beine.

„Ja, so in etwa meinte ich das“, grinste James. „Aber ein bisschen mehr Zeit hättest du dir lassen können, wie stehe ich denn nun da?“

„Hättest nicht sagen sollen, ich solle mein bestes geben. Man weiß nie, wie viele Duelle man noch machen muss, also heißt es Kraft sparen, wo es geht“, antwortete Harry und gab James seinen Zauberstab zurück.

„Sehr weise gesprochen, Harry“, sagte Patrick, der den letzten Teil des Gespräches mitbekommen hatte.

Nachdem sie wieder im Kreis saßen, kamen die Frage, die immer nach einem Duell kamen.

„James muss aufmerksamer sein“, warf Sirius ein und grinste.

„Genau wie du“, gab James beleidigt zurück. Es wurmte ihn, so klar von seinem Sohn geschlagen worden zu sein.

„Ja, ja, lenk nicht von dir ab!“ Sirius' Grinsen wurde nur noch breiter, als er die Miene seines besten Freundes sah.

„Was ich gut fand an dem Duell, war, dass Harry erst so einen harmlosen Zauber wie den Opukno verwendet hat, um James abzulenken, so war dieser nicht mehr aufmerksam und hat nicht gesehen, was Harry vor hatte“, sagte nun Remus.

„Stimmt, das war sehr einfallsreich“, sagte Patrick. „Wie kamst du darauf?“

„Ich musste vorhin an meine Freunde denken. Hermine hat ihn einmal Ron auf den Hals gehetzt und dieser konnte nichts mehr sehen“, antwortete Harry und lächelte bei der Erinnerung an sein sechstes Schuljahr, als Hermine so wütend auf seinen besten Freund gewesen war.

„In dem Duell habt ihr wunderbar gesehen, das eine Taktik wichtig ist und vor allem, dass das Einteilen der Kräfte sehr wichtig ist. Es nützt in einem Kampf nichts, wenn ihr lange mit einem Gegner spielt, versucht ihn so schnell wie möglich auszuschalten und kampfunfähig zu machen. Ihr habt für nächste Woche eine Aufgabe, ihr müsst eure Kondition verbessern. Wie ihr das macht, ob einzeln oder zusammen und auf welche Art und Weise, ist euch selbst überlassen. Aber ihr müsst alle acht fitter werden und fliegen mein lieber Sohn, reicht nicht aus“, sagte Liam und warf seinem Sohn einen vernichtenden Blick zu.

„Woher wusstest du das?“, fragte James verwundert.

„Nicht nur deine Mutter kennt dich. Ich weiß, das du das Fliegen liebst und das für den einzig wahren Sport hältst. Dir empfehle ich frühes Aufstehen und ein paar Runden um den See zu laufen und das vor dem Frühstück“, antwortete sein Vater ihm und man hörte aus seiner Stimme heraus, dass es eigentlich keine Empfehlung sondern eine Anweisung war. James stöhnte auf, laufen sollte er, und dann auch noch vor dem Frühstück, dass konnte sein Dad nicht ernst meinen!

„Ich werde mit dir laufen, Dad“, sagte Harry von seiner Seite her.

Keiner schloss sich ihnen an, sie schienen zu spüren, dass Harry mit seinem Vater alleine sein wollte, mal etwas Zeit nur mit ihm verbringen wollte, denn normalerweise hockten ja alle acht auf einem Haufen und er hatte keine Möglichkeit alleine mit seinem James zu reden.

„Lasst uns nun mit dem Patronuszauber weiter machen. Beccy, Lily, ihr übt heute mit Harry und Ginny. James, Sirius, ihr übt mit Liam und Peter und Remus, ihr übt mit mir“, durchbrach Patrick die Stille und alle erhoben sich widerstandslos von ihren Plätzen.

Harry ging mit Ginny, Beccy und Lily in die eine Ecke des Raumes.
„Ihr wisst noch, was ihr zu tun habt?“, fragte Harry an seine Mutter und ihre beste Freundin gewandt.

„Ja, natürlich. Wir müssen an etwas Glückliches denken und dann die Formel sagen“, kam es prompt von Lily.

„Richtig, also bitte versucht es.“ Sie probierten es immer wieder, wie aber schon am Vortag passierte nicht mehr, als dass weißer Rauch aus ihren Zauberstäben hervor kam. Harry runzelte die Stirn, er schien zu überlegen, wie er ihnen helfen konnte.

Dann wandte er sich an Lily. „An was denkst du?“

„An meinen ersten Kuss mit James“, antwortete sie und lachte, als Harry rot anlief. Klar, sah er sie sich jeden Tag sogar mehrmals küssend irgendwo stehen oder sitzen, aber es war ihm jedes Mal aufs Neue peinlich.

„Schließe deine Augen, stell dir dich in einem wunderschönen, weißen Kleid vor. Du gehst auf James zu, der in einem schönen Anzug vor einem Ministeriumszauberer steht, welcher euch verheiraten wird. Du gehst auf ihn zu und er strahlt dich einfach nur verliebt an.“

Ein Lächeln zauberte sich auf ihre Lippen und ein „Expecto Patronum“ unterbrach Harry in seinen Ausführungen. Ein gleißend helles Licht brach aus ihrem Zauberstab hervor und formte sich zu einer wunderschönen Hirschkuh, welche durch den Raum galoppierte.
Lily öffnete ihre Augen und konnte gerade noch einen kurzen Blick auf ihren Patronus werfen, bevor dieser wieder verschwand.

„Ich hab's geschafft, ich hab's geschafft!“, jubelte Lily und fiel ihrem Sohn um den Hals und drückte ihm einen Kuss auf die Wange.
Harry fing dämlich an zu grinsen. Das war der erste Kuss meiner Mum, sie hat mich das erste Mal geküsst.

Lily versuchte ihren Patronus gleich noch einmal und dieses Mal brach er gleich hervor ohne erst Rauch zu bilden, auch Harry rief nun die Formel für diesen Schutzgeist und nun trabten die beiden Tiere durch den Raum und stachelten die anderen an, ihre Bemühungen noch zu verstärken.

Beccy nahm sich ein Bespiel an dem, was Harry eben Lily gesagt hatte. Sie hatte verstanden, dass die Erinnerung nicht real sein musste, es konnte etwas Schönes sein, was es nur in der eigenen Fantasie gab.
Woran könnte ich denken, überlegte die schöne schwarzhaarige Gryffindor und tippte sich mit ihrem Zeigefinger auf die Nase. Sie ließ dabei ihren Augen durch den Raum schweifen, in der Hoffnung eine Anregung zu finden. Ihr Blick blieb bei ihrem Freund hängen, dem gerade etwas von ihrem Vater erklärt wurde.
Dad sieht gar nicht mehr so wütend, enttäuscht und ängstlich aus, wie es noch gestern der Fal war, als er von Remus' Problem erfuhr. Es sieht beinahe so aus, als hätte er meine Beziehung zu ihm akzeptiert. Ja, jetzt weiß ich etwas!

Expecto Patronum“, rief sie, als sie ihren Entschluss gefasst hatte. Erst kam wieder nur weißer Nebel aus dem Stab, aber wie schon vorhin bei Lily, formte er sich dann doch zu einem Tier.

„Ist das ein Schaf?“, fragte Ginny und trat näher an Beccy heran.

Diese nickte. „Ja. War das nicht bei Patroni so, dass sie immer etwas mit uns zu tun haben?“, fragte sie und wandte sich an Harry, dem Experten in der Runde, wenn es um diese Schutzgeister ging.

„Ja, das ist richtig, es symbolisiert immer etwas in unserem Inneren. Bei mir ist es meine Sehnsucht und Liebe zu meinem Dad. Bei Mum ist es das selbe, nur das ihr Geist nicht exakt die Animagusform von ihm hat, sondern eine weibliche von dieser. Ginnys wilde Stute ist ein Zeichen dafür, dass sie ausbrechen will, das sie frei sein möchte und nicht immer von ihren sechs älteren Brüdern eingeengt und überbeschützt werden möchte. Was es bei dir bedeutet, weiß ich allerdings leider nicht“, fügte er noch entschuldigend hinzu.

„Das weiß ich aber“, grinste Lily und sah zu ihrer Freundin. „Beccy ist ja Irin, wie ihr wisst und sie ist sehr tief mit diesem Land verwurzelt. Sie liebt es einfach, die grünen Felder, die Menschen. Na ja und wofür ist Irland neben grüner Wiesen und viel schlechtes Wetter noch bekannt? Für Schafe, also kein Wunder, dass ihr Patronus diese Gestalt annimmt.“

„Woran hast du gedacht?“, fragte Lily ihre beste Freundin leise, nachdem Harry und Ginny zu den anderen Gruppen gegangen waren.

„Daran, wie es wäre, wenn Dad zu mir kommen würde und Remus als meinen Freund akzeptiert. Wie er sagt, das er sich für mich freut, einen so lieben Menschen an meiner Seite zu haben und uns beiden viel Glück zusammen wünscht“, antwortete sie traurig und sah noch einmal zu den beiden Männern, die ihr die Wichtigsten in ihrem Leben waren.

Am Ende der Stunde, in der sie ihre Patroni übten, tollten dort Lilys Hirschkuh, Harrys Hirsch, Ginnys Stute und Beccys Schaf miteinander. Eine Eule, welche Remus' Patronus war, flog über allen hinweg. Als er gefragt wurde, ob er wisse, warum sein Patronus gerade diese Gestalt annahm, sagte er nur: „Ihr wisst doch, ich habe Eulen schon als kleines Kind geliebt und mich immer wohl bei ihnen gefühlt.“ Er wirkte ab diesem Moment sehr schweigsam und ruhig.

„Du denkst an deinen Biss, oder?“, fragte Beccy sanft und umschloss seinen Bauch mit ihren Armen. Remus nickte nur und vergrub seinen Kopf in ihren Haaren, niemand sollte sehen, das die Erinnerungen an damals ihm noch so schwer zu schaffen machten, denn er wusste, dass seine Freunde ihn dann zum Reden zwingen würden und das wollte er heute nicht tun.

Kurz bevor die Auroren zum Animagitraining über gehen wollten, schaffte es auch James einen gestaltlichen Patronus heraufzubeschwören.

„Was ist das denn?“ wollte Patrick wissen und musterte das Tier eingehend.

„Ein Greif“, murmelte Liam und erblasste.
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von Tjeika »

Huhu ihr Lieben,

da bin ich wieder :D
Das war auch wieder ein sehr sehr schönes Kapitel. Ich habe hier eben eigentlich die ganze Zeit nur lächelnd dagesessen. Naja, eigentliche eher grinsend. Es war einfach nur schön. Anders kann man es nicht sagen.
Witzig war ja, dass die Schüler so fleißig und ehrgeizig sind, dass sie schon eine Stunde vor Beginn des Unterrichts da aufgekreuzt sind und angefangen haben zu üben. Fand ich toll und zeigt noch einmal sehr deutlich, wie sehr sie etwas erreichen, etwas verändern wollen. Eben, dass sie es wirklich wollen, dass sie etwas für ihr Ziel tun wollen. Toll.
Jetzt interessiert mich aber mal sehr, was das mit dem Greif als Patronigestalt von James zu tun hat, wenn da glatt jemand erblasst...

:knuff: Ria
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von Cassiopeia »

Hey Ria! :knuff: Ui, das ist schön, dass wir dich zum lächeln/Grinsen gebracht haben *lach* Stimmt, sie sind wirklich ungewöhnlich ehrgeizig, denn sie wollen etwas erreichen, und wenn es ihre einzige Möglichkeit im Moment ist, etwas zu bewegen... .

So, weiter gehts^^
Hinweis: Die eigentliche Szene zwischen Harry und Ginny ist im P-18 Bereich nachzulesen *g* Hier ist die verkürzte Version^^


Kapitel 36

Im Raum der Wünsche

Liam hatte diesen Satz kaum ausgesprochen, da wurde die Tür zum Verwandlungsklassenzimmer aufgerissen.

„Es tut mir leid, ihr müsst den Rest eurer Trainingsstunde ausfallen lassen, es gab einen Angriff und wir brauchen euch, Liam und Patrick“, rief Dumbledore in den Raum.

Die beiden Auroren nahmen sich sofort ihre Umhänge. Patrick zog ein Buch daraus hervor und legte es auf den Stuhl, wo eben noch sein Umhang gehangen hatte. „Wir machen nächste Woche weiter. Ihr könnt euch entweder einmal dieses Buch ansehen, allgemeine Zauber üben oder ihr macht für heute Schluss.“ Mit diesen Worten verschwanden die drei Erwachsenen und ließen acht ratlose Schüler zurück.

„Ich hasse es, wenn ich weiß, dass Dad zu einem Einsatz muss“, murmelte Beccy und ließ sich von Remus in seine Arme ziehen.

Eine Weile herrschte noch Schweigen im Raum, bis Sirius der Stille ein Ende bereitete. „Wir können jetzt hier sitzen und Trübsal blasen oder wir tun etwas dafür, dass wir bei den nächsten Einsätzen mitdürfen.“ Damit stand er auf und ging auf den Stuhl zu, auf welchem das Buch lag. Er besah es sich, runzelte die Stirn und gab es der Gruppe, welche Animagi werden wollten.

„Ich glaube, das ist für euch.“ ?Der kinderleichte Weg ein Animagus zu werden' stand auf dem Einband. Harry nahm das Buch entgegen und blätterte das Inhaltsverzeichnis durch.

„Da stehen noch mehr Techniken, wie man sein Seelentier finden kann und auch wie die Verwandlung genau funktioniert. Es ist viel besser erklärt als in den Büchern aus der Bibliothek und es ist auch neuer“, sagte er und blätterte das Buch langsam durch. Hin und wieder verweilte er auf einer der Seiten und überflog das dort Geschriebene. „Erinnert ihr euch noch daran, was in den Büchern stand? Wenn ich mich richtig erinnere, stand dort doch, dass man die erste Verwandlung nur an bestimmten Tagen schaffen kann. Dieser Autor schreibt allerdings, dass man es zu jeder Zeit schaffen kann, das es an den Wendefesten nur leichter funktioniert. Es kommt alleine auf die Willenskraft und die innere Stärke eines Zauberers an, ob die Verwandlung auch an anderen Tagen klappt. Weiter steht hier, dass wir uns auf Schmerzen gefasst machen sollen, weil gerade bei Tieren, die größer sind als unsere menschliche Form die Knochen, Sehnen und die Haut in kürzester Zeit wachsen müssen.“

„Das stimmt Harry, ich weiß noch, wie schmerzhaft es war, aber ich versichere euch, es wird bei jedem Mal leichter“, warf James ein. Peter fügte noch hinzu: „Meine tat nicht ganz so weh, bei mir war es eher so, das alles zusammengedrückt wurde, und ich das Gefühl hatte, keine Luft mehr zu bekommen, aber auch dies wird weniger, je öfter man sich verwandelt.“

„Dad, was hältst du davon, wenn du das Buch, welches Peter mir in der Winkelgasse gekauft hat, holst? Vielleicht findest du dort ja ein paar nützliche Zauber für uns“, wandte sich Harry an James, welcher nickte und den Raum verließ. Sie hatten stillschweigend vereinbart, hier zu bleiben und alles zu tun, damit sie besser wurden.

Sirius zog Peter auf die Beine und ging mit ihm in die andere Seite des Raumes, wo er mit ihm noch einmal ein paar grundlegende Zauber üben konnte. Peter war mit Feuereifer dabei, es sah so aus, als wolle er alles, was er in den letzten sechs Jahren nicht verstanden oder gekonnt hatte, auf einmal aufholen.

„Pete? Ist alles klar mit dir?“, fragte Sirius ihn, denn dieses Verhalten war er von kleinsten der Rumtreiber einfach nicht gewöhnt. Klar, er bemühte sich im Unterricht und er lernte auch, aber nie war es so von Erfolg erkrönt wie an diesen beiden Tagen.

„Ja es ist alles klar, warum fragst du?“, antwortete Peter und senkte seinen Blick.

Was soll schon in Ordnung sein? Meine Eltern wurden von Todessern angegriffen. Wer weiß, ob sie überlebt hätten, wenn der Orden nicht eingegriffen hätte. Mir geht das Gespräch mit Harry nicht mehr aus dem Kopf, als er mir erzählte, was für ein Todesser ich bin, der eigentlich nur vor Voldemorts Füßen herum kriecht, niedere Arbeiten verrichten darf und als Krönung des Ganzen auch noch bestraft wird. Ich frage mich langsam, was in mir vorging, dass ich mich diesen hirnlosen Trotteln rund um den größenwahnsinnigen Irren angeschlossen habe. Wieso habe ich meine Freunde verraten? Aus Angst? Natürlich aus Angst, ich war, bin und werde immer eine kleine feige Ratte bleiben, das sagt schon meine Animagusform. Ich will nicht der werden, den Harry kennt, dachte Peter. Er wischte sich eine Träne, die gerade sein Auge verlassen wollte, energisch weg und hob wieder seinen Zauberstab.

„Lass uns weiter machen, Tatze“, sagte er bestimmt und wollte gerade einen Schockzauber auf einen Dummy, welche Patrick und Liam aus dem Ministerium mitgebracht hatten, abfeuern, als sein Zauberstabarm von Sirius nach unten gedrückt wurde.

„Pete bitte, du hast dich in letzter Zeit verändert, was ist los?“, fragte Sirius einfühlsam und sah seinem Freund fest in die Augen.

Was ist denn mit Tatze los, so kenne ich ihn ja gar nicht. Seit wann ist er so um mich bemüht?, fragte sich Wurmschwanz, seufzte dann aber, denn er wusste, das es kein Entkommen gab. „Ich will nicht der werden, den Harry kennt, ich will ihn nicht enttäuschen, euch enttäuschen. Aber wer bin ich schon, außer einer kleinen, feigen Ratte?“

„Hör auf! Was du bist? Du bist ein wundervoller Freund. Ja, in Harrys Zeit vielleicht nicht, aber du hast jetzt die Chance alles zu ändern, du hast die Chance jetzt der zu werden, der du sein möchtest. Mache etwas aus dieser Möglichkeit, wir alle werden dir dabei helfen, verstanden?“, fragte Sirius und sah seinen Freund eindringlich an.

Harry, welcher in der gegenüberliegenden Ecke des Raumes saß, hatte das Gespräch der beiden verfolgt und verfiel wieder in seine Grübeleien. Irgendwie erinnert er mich an Neville in meinem fünften Jahr. Beide sind nicht besonders gut in der Schule, werden ständig von Selbstzweifeln geplagt. Aber sowohl Neville als auch Peter ändern sich durch ein Ereignis in ihrem Leben. Bei Neville ist es der Ausbruch von der Person, die seine Eltern folterte und bei Peter ist es meine Ankunft hier und vielleicht auch ein wenig der Angriff auf seine Eltern. Ich hoffe, dass er es schafft Voldemort zu widerstehen. Es wäre schade, denn irgendwie mag ich diesen Peter langsam, dachte er und sah weiter zu den beiden Animagi.

Da ging die Tür auf und James kam mit dem Buch in der Hand wieder. Er las schon eifrig darin und ein Pergament mit Feder schwebte neben ihm und notierte fleißig, was er ihr diktierte. Er nahm beides aus der Luft und legte es auf eines der Pulte, welche an den Rand gerückt worden waren. „Hey, Leute. Harry, das Buch ist echt gut, ich hab auf dem Weg hier her schon ein wenig drin geblättert und schon zwei, drei Zauber heraus geschrieben, welche wir unbedingt lernen müssen“, sprudelte es aus ihm heraus, bevor er sich zu Sirius und Peter gesellte, damit die Animagusschüler mit ihrem Training weiter machen konnten.

Sie übten fleißig weiter und es waren mittlerweile schon Erfolge zu verbuchen. Lily wusste nun sicher, welche Animagusform sie einnehmen würde, genauso wie Ginny. Aber die beiden Mädels sowie Harry und Beccy hatten unter sich vereinbart noch nichts darüber zu sagen, sondern abzuwarten, ob es erraten würde, wenn sie mit den Verwandlungen beginnen würden. Beccy und Harry meditierten weiter. Ihre Tiere waren immer noch nicht greifbar, aber sie waren hoch motiviert, keiner von beiden wollte der letzte sein, der seine Gestalt wusste.

Lily, Ginny und Remus hatten sich mit Patricks Buch in eine andere Ecke verzogen und lasen nun eifrig nach, was zu tun war, damit die Verwandlung klappten. Immer wieder versuchten sie es, aber bisher war nicht die kleinste Veränderung zu bemerken. Scheinbar war besonders bei Lily die Angst vor den Schmerzen zu groß, als dass sie die Verwandlung ohne Probleme in Angriff nehmen konnte. Ihre tierische Gestalt war größer als ihre menschliche und das, was James vorhin beschrieben hatte, behagte ihr einfach nicht.
James saß wieder in einer anderen Ecke und brütete über Harrys Buch. So fleißig sah man James Liam Potter selten über etwas sitzen, aus dem man lernen konnte.

Sirius und Peter standen in der letzten Ecke und probierten Zauber um Zauber. Gerade waren sie dabei den Patronus weiter zu üben, da alle anderen in diesem Raum ihren schon gestaltlich hinbekamen, nur bei ihnen wollte es nicht klappen. Leider fanden sie einfach nicht heraus, woran dies lag.

Sie arbeiteten ohne Pause, bemerkten nicht einmal, dass sie das Mittagessen sausen ließen oder das zwischendurch jemand in den Raum gesehen hatte. Sie waren viel zu sehr mit ihren jeweiligen Übungen oder Aufgaben beschäftigt. Irgendwann war ein leises Plopp zu hören und Crossie stand mitten im Zimmer, mit einem Tablett mit belegten Sandwisches und einen Krug mit Kürbissaft beladen, welches er auf einem der Tische abstellte und ohne ein Wort wieder verschwand. Synchron fingen alle Mägen an zu knurren.

„Ich habe gar nicht bemerkt, dass ich Hunger habe“, sagte Harry, stand auf, ging zu dem Tisch mit den Broten und bediente sich. Die anderen folgten ihm so gleich. Wenn einer befürchtet hatte, das Essen würde nicht reichen, so wurde er eines besseren belehrt, denn die Platte fühlte sich immer wieder von neuem, genau wie der Krug mit dem Kürbissaft.

„Ein Butterbier wäre mir jetzt zwar lieber, aber das gönne ich mir erst, nachdem wir fertig sind für heute“, sagte James und steckte sich das letzte Stück seines Sandwisches in den Mund.

Als alle gesättigt waren, gingen sie wieder an die Arbeit und es war genauso ruhig wie schon zuvor. Nur aus einer Ecke waren den Tag über Geräusche gekommen und das war von Peter und Sirius, denn Sirius meinte, Peter müsse die Zauber erst verbal im Schlaf beherrschen um sie nonverbal zu lernen. Und er machte große Fortschritte. Er war nicht mehr so zögerlich bei der Ausübung seiner Zauber, sondern sprach sie mit mehr Selbstbewusstsein.

„Was macht ihr denn noch hier?“, fragte um kurz nach acht eine Stimme von der Tür her. Dumbledore stand im Türrahmen und sah verblüfft aber auch schmunzelnd auf die acht Gryffindors. Er ging in den Raum und setzte sich auf einen der Stühle, welche immer noch im Kreis in der Mitte des Zimmers standen.

Zögernd setzten sich die acht zu ihm und erwarteten ihre Standpauke. Der Reihe nach musterte der Direkter sie alle über die Ränder seiner Halbmondbrille hinweg und ein jeder hatte das Gefühl geröntgt zu werden.

„Ich bewundere euren Einsatz. Professor McGonagall hat mir eben, nachdem ich wieder kam berichtet, dass ihr nicht einmal für die Mahlzeiten euer Training unterbrochen habt, aber wie ich sehe, hat sie dafür gesorgt, dass ihr trotzdem etwas bekommt. Sie war erstaunt, wie ruhig es in diesem Raum war, denn sie ist ein paar Mal vorbeigegangen, hat aber außer der Stimme von Peter und Sirius nichts gehört. Ich bin stolz auf euch“, sprach Dumbledore, die Lernwütigen sahen sich erstaunt an, keine Standpauke, dass sie das Klassenzimmer immer noch besetzten? Kein Wort darüber, außerhalb des Unterrichts ohne Aufsicht gezaubert zu haben? „Ich würde jetzt allerdings vorschlagen, dass ihr alle in euren Gemeinschaftsraum geht und den restlichen Abend über entspannt. Es liegt wieder eine anstrengende Woche mit Schule und Training vor euch“, fügte Dumbledore noch hinzu.

„Sir? Darf ich Sie noch kurz was fragen?“, kam es leise von Beccy.

„Nun Beccy, du hast mich ja jetzt schon etwas gefragt, aber ich denke, eine Frage darfst du ruhig noch stellen“, lächelte Dumbledore und sah sie aufmunternd an.

„Wie geht es Dad und Liam, was ist bei dem Angriff passiert, geht es allen gut?“, wollte sie vom Oberhaupt des Phoenixordens wissen.

Das Gesicht des Schulleiters wirkte mit einmal müde. „Es gab einen Angriff auf ein kleines Dorf an der Ostküste Englands. Dort lebten Muggel mit Zauberer und Hexen in friedlicher Harmonie zusammen“, begann er, wurde aber von Harry unterbrochen.

„Lebten, Sir?“, fragte er geschockt.

„Ja, von dem Dorf existieren nur noch die Grundmauern. Die Todesser haben alles in Brand gesteckt und gemordet, wo sie nur konnten. Aber keine Angst, euren Vätern geht es gut und auch sonst haben andere Ordensmitglieder nur leichte Verletzungen zu beklagen“, versuchte er sie nach dieser Schreckensmeldung aufzuheitern. „Aber nun husch, ab mit euch.“

Alle standen betrübt auf, der Schrecken dieser Meldung stand ihnen ins Gesicht geschrieben. Ginny nahm Harrys Hand und wollte den anderen, welche schon zur Tür hinaus verschwunden waren, folgen, aber ihr Freund hielt sie noch zurück. „Professor? Dürften Ginny und ich noch etwas auf die Ländereien? Ich brauche frische Luft und ich glaube, sie lässt mich jetzt nicht so schnell los“, fragte er und sah schmunzelnd zu seiner Freundin.

„Ja, geht nur, aber bitte bleibt nicht mehr zulange draußen und geht nicht zu weit aufs Gelände hinaus, bleibt in der Nähe des Schlosses“, antwortete Dumbledore und schenkte ihnen ein gütiges Lächeln, was jedoch irgendwie leicht gequält aussah.

Harry und Ginny liefen zu ihrem Gemeinschaftsraum und weiter in ihre Schlafsäle, holten sich warme Jacken und waren mit einem „Wir sind frische Luft schnappen“, schon wieder aus dem Gemeinschaftsraum verschwunden.

Schweigend und eng umschlungen gingen sie durch die so friedlich scheinende Winterlandschaft. Alles, was die Landschaft beleuchtete, waren die unzähligen Sterne, welche über dem Liebespaar funkelten, denn der Mond war kaum zu sehen.

Morgen ist Neumond und damit der schönste Tag im Monat für Remus, dachte Harry und zog seine Freundin noch näher an sich heran. Er wollte jetzt an nichts denken, nicht an den Angriff, nicht an ihr Training, nicht an die Zukunft und auch nicht an ihre Vergangenheit. Er wollte nur im hier und jetzt sein mit seiner wunderschönen Freundin an der Seite. Sie blieben stehen und Harry nahm sie sanft in den Arm und küsste sie. Dieser Kuss war erst zärtlich, es sah so aus, als würden sich ihre Lippen kaum berühren, als hätten sie Angst bei der Kälte, welche hier draußen herrschte, könnten ihre Lippen aneinander festfrieren. Aber schon nach kurzer Zeit wurde der Kuss intensiver und leidenschaftlicher.

„Was hältst du davon, wenn wir uns einen wärmeren und gemütlicheren Ort suchen, wo wir ungestört sind?“, raunte ihm Ginny ins Ohr. Ihr warmer Atmen bescherte ihm eine Gänsehaut, sodass er nickend zustimmte und sie Arm in Arm zurück zum Schloss gingen.

**

„Ich bin wieder zu Hause, Schatz“, rief Liam Potter, als er durch die Haustür von Potter Manor trat. Er sah müde und abgespannt aus. Claire, welche seinen Ruf vernommen hatte, trat eben aus der Tür des Salons.

Sie ging zu ihm, schenkte ihm ein Glas mit Feuerwhiskey ein und setzte sich neben ihn. Er nahm das Glas lächelnd entgegen und stürzte es in einem Zug herunter.

„War es so schlimm?“, fragte Claire einfühlsam und strich eine vorwitzige Strähne ihres schulterlangen, roten Haares wieder hinteres Ohr.

Liam nickte. „Es war grausam, von dem Dorf existiert nichts mehr, nur vereinzelte Mauern lassen erahnen, dass dort mal Häuser standen. Fast alle Bewohner sind tot. Nur zwei der Zaubererfamilien konnten sich retten. Sie wurden erst einmal in Sicherheit gebracht und morgen werde ich sie mit Pat befragen. Es war einfach grausam, überall verstümmelte Körper, aber das schlimmste Bild war für mich eine Mutter, die ihr kleines Baby umklammert hielt. Sie war tot, das Baby lebt noch so gerade und wird gerade im Mungos behandelt.“ Er schloss einen Moment die Augen, zu schrecklich waren die Bilder, die sich immer wieder vor seinem geistigen Auge abspielten. In solchen Momenten hasste er seinen Job. „Meine erste Vermutung ist, dass es diese Bastarde auf die beiden Familien, welche überlebten, abgesehen hatten, denn dort war der Ursprung der Zerstörung. Zwei alte Reinblütige Familien, die wie wir gegen die Ansichten Voldemorts sind. Sie bekämpfen ihn zwar nicht öffentlich wie ich, aber sie weigern sich auch, sich ihm anzuschließen. Claire, ich muss zugeben, ich habe Angst. Nicht um mich, sondern um dich und James. Was ist, wenn er hier bei uns auftaucht? Schreibst du James morgen, dass er besonders vorsichtig sein soll und nicht alleine das Schloss verlässt? Ich weiß, dass er fast immer seine Freunde dabei hat, aber man weiß ja nie, auch Sirius soll besonders vorsichtig sein, er wird als Blutsverräter“, bei dem Wort lachte er hohl auf, „auch ein beliebtes Ziel der Angriffe sein.“

Liam sah müde aus und Claire zog ihn in eine liebevolle Umarmung. „Ich werde ihm schreiben, aber irgendetwas anderes beschäftigt dich doch auch noch“, sagte sie und sah ihn prüfend an. Nach fast zwanzig Ehejahren kannte sie ihren Mann in und auswendig und spürte, wenn etwas nicht stimmte.

Er sah lächelnd auf, zwar wirkte dieses Lächeln leicht schief, aber auch glücklich. „Dir kann ich nichts vormachen, oder?“

„Wäre doch schade, nach so einer langen und wundervollen Zeit an deiner Seite, oder?“, fragte sie, schmunzelte und sah ihn auffordernd an.

Liam seufzte. „Du gibst nicht eher Ruhe, bis ich es dir erzählt habe, richtig?“, wollte er wissen und bekam ein Nicken als Bestätigung. „Also gut. Du kennst ja die Legenden, die sich um den Namen Potter ranken.“ Wieder nickte sie und so fuhr er fort. „Ich glaube, es ist etwas dran. Bisher habe ich es immer nur für Angeberei gehalten und die meisten meiner Vorfahren genauso, aber nun.“ Er versank in seine Gedanken und nachdem er fast fünf Minuten geschwiegen hatte, räusperte sich Claire.

„Was ist nun anders?“, fragte sie und nahm seine Hand in die ihre und drückte sie sanft. Sie wollte ihm zeigen, dass er nicht alleine war, das egal was geschehen war, sie zu ihm stehen würde.

„James' Patronus ändert alles“, flüsterte er tonlos. Claire runzelte die Stirn, was hatte der Patronus ihres Sohnes damit zu tun? „Er hat einen Greif.“

Nun verstand sie, was ihr Mann meinte. Dieses Tier galt als Gryffindors Zeichen, zwar war im Schulwappen war ein Löwe abgebildet, aber bei Slytherin war es ebenfalls nur eine normale Schlange, obwohl sein Tier eigentlich der Basilisk, der König der Schlangen, war. Gryffindor galt als einziger, dem es gelungen war, diese Tiere zu zähmen. Er soll eine große Herde der Tiere bei seinem Schloss gehalten haben.

„Was hast du jetzt vor? Willst du das tun, was deine Vorfahren immer abgelehnt haben?“, fragte Claire vorsichtig und sah ihrem Mann durchdringend an.

Liam zuckte mit den Achseln. „Ich weiß es nicht. Ich werde das mit James und am besten auch gleich mit Harry besprechen, denn es betrifft ja auch ihre Zukunft. Wenn wir diesen Test machen und es kommt heraus, dass die Potters wirklich von Gryffindor abstammen, dann ändert sich unser ganzes Leben, das weißt du.“

„Du wirst wissen, was zu tun ist. Ich stehe hinter dir, hinter euch, egal wie ihr euch entscheidet. Aber ich finde es gut, das du beide mit einbindest“, antwortete Claire. Nach einer Weile der Stille setzte sie erneut an zu sprechen. „Was hältst du von unserem Enkel?“

„Er scheint viel gesehen und viel durchgemacht zu haben, aber er ist ein liebenswerter junger Mann und ich freue mich schon darauf, ihn aufwachsen zu sehen.“ Ein erwartungsvolles Glitzern war in die Augen des Aurors getreten. „Er sieht nicht nur aus wie ein Potter mit seinen Haaren, er benimmt sich auch wie einer. Nimmt Regeln nicht immer so ganz genau, steht für seine Freunde ein. Und er scheint auch ein guter Zauberer zu sein. Er beherrschte bereits mit dreizehn Jahren einen gestaltlichen Patronus.“

**

„Wo willst du mit mir hin?“, fragte Harry lachend, als Ginny ihn in die Schule gezogen hatte wo sie nun die Gänge entlang liefen und immer wieder knutschend stehen blieben.

„In den Raum der Wünsche. Wo könnten wir mehr Ruhe haben und ungestörter sein als dort?“, kam es verschmitzt grinsend von ihr und sie zog ihren Freund direkt weiter, denn sie waren kurz vor dem Wandteppich mit Barnabas dem Bekloppten, der versuchte Trollen das Tanzen beizubringen. Sie ließ seine Hand los und er blieb stehen. Ginny überlegte kurz und ging dann dreimal vor den Trollen auf und ab. Sofort erschien eine Tür in der Wand, welche sie öffnete und einen Blick hineinwarf.

„Perfekt“, sagte sie und Harry trat neugierig näher um ebenfalls in den Raum sehen zu können. Das Zimmer war nicht sehr groß und nur durch drei neun-armige Bodenkerzenständer mit roten Kerzen erhellt. In einer Ecke brannte ein Kamin und verbreitete im Raum eine wohlige Wärme. Im hinteren Bereich war ein Teil durch einen roten Vorhang verdeckt. Es roch nach Rosen, nach Wiese, nach Sommer. Vor dem Kamin lagen unzählige Kissen, auf welchen sich Ginny und Harry niederließen.

Ginny legte ihren Kopf auf die Brust ihres Freundes und sog seinen Duft ein. Sie genossen die Zweisamkeit, die Ruhe und die Nähe des anderen. Das letzte Mal, als sie soviel Ruhe und nur Zeit für sich gehabt hatten war schon lange her, viel zu lange, wie sie fanden. Ginny setzte sich etwas auf und sah Harry fest in die Augen. „Ich liebe dich, Harry“, flüsterte sie, beugte sich vor und küsste ihn sanft auf seine Lippen.

„Ich liebe dich auch, Gin“, murmelte Harry gegen ihre Lippen. Der Kuss, den sie tauschten, war sanft, vorsichtig, so als ob sie den anderen verletzten könnten. Ginny öffnete ihren Mund und stieß mit ihrer Zunge sanft gegen die Lippen Harrys, welcher ihr sofort Einlas gewährte. Ihre Zungen fochten einen stummen, wilden Kampf aus, in dem es nicht nur einen Sieger gab. Ginnys Hände vergruben sich in Harrys Haaren. Der Kuss wurde immer intensiver, der Schwarzhaarige zog seine Freundin näher an sich heran, sodass sie jetzt auf seinem Schoß zum sitzen kam.

Genüsslich schloss Harry die Augen. Viel zu lange war es her, dass sie solche Momente mit einander geteilt hatten - und wie es aussah, würde das hier noch sehr viel intensiver werden.
Viel zu lange hatte er ihren warmen und doch so vertrauten Körper vermisst, sie einfach nur im Arm gehalten und geküsst und sie am liebsten niemals mehr los gelassen.

Immer wieder fanden sich ihre Lippen, ihre Zungen umspielten sich, liebkosten sich, Hände begannen unsicher den Körper des anderen zu streicheln.
Mit dem Rücken lehnte Harry sich gegen die Wand, Ginny folgte seiner Bewegung und er merkte, dass sie somit auf einer sehr delikaten Stelle zu Sitzen kam.

Unwillkürlich wurde er rot und unterbrach den Kuss. Blickte sie aus seinen grünen Augen einfach nur an, verschmolz in ihren braunen und glaubte sich in ihnen zu verlieren.

„Wie weit willst du gehen?“, fragte er leise und sah sie abwartend und zugleich unsicher an. Er hoffte einerseits, dass sie ihm die ersehnte Antwort geben würde, doch andererseits fürchtete er sich etwas davor, hatte Angst, etwas falsch zu machen.
Was, wenn er ihr weh tat?

Ginny gab ihm einen weiteren, sanften Kuss auf die Lippen und sah ihm wieder in die Augen. „Soweit, wie du gehen möchtest“, antwortete sie leise, Harry schluckte.

„Hast du etwa schon… ich meine…?“ Plötzlich war seine Stimme wie verschluckt, seit wann war er so heiser?

„Nein“, sagte Ginny sanft und schüttelte leicht den Kopf. „Mein erstes Mal wollte ich mir für dich aufheben, Harry. Wenn es heute passiert, fände ich das sehr schön, aber wir sollten nichts erzwingen, sondern es einfach passieren lassen. Einfach… genießen.“

Harry blickte seine Freundin verwundert an. Wenn es noch einen Beweis gebraucht hätte, dass Ginny nun wirklich erwachsen geworden war, dann waren es wohl ihre letzten Worte gewesen.

Er schwieg kurz, als müsse er über das Gesagte nach denken, dann jedoch grinste er und rappelte sich auf, eine überrascht quiekende Ginny auf dem Arm.

Behutsam trug er sie zu dem roten Samtvorhang hinüber und schob diesen beiseite. Wie vermutet, stand dort ein riesiges Bett, schon beinahe eine überdimensionale Liegestätte, die dazu kreisrund war. Dieser Teil war in ein angenehmes Schummerlicht gehüllt, hier ein Kerzenständer, dort das Knistern des Kaminfeuers, deren schwacher Schein zu ihnen herüber flackerte.

Die folgenden Stunden waren die schönsten, die Harry und Ginny bisher je zusammen erlebt hatten.
Glücklich und eng aneinander gekuschelt lagen sie schließlich neben einander auf dem riesigen Bett.

„Ich liebe dich“, sagte er leise und küsste sie zärtlich, knabberte leicht an ihrer Unterlippe und zog sich gleich wieder zurück, um sie aus leuchtenden, strahlenden Augen anzusehen.
In ihren dunklen Seelenspiegeln erkannte er ihre Antwort, sie musste die Worte nicht aussprechen und als sie es doch tat merkte er, wie etwas, von dem er vorher nicht gewusst hatte, dass es überhaupt da gewesen war, sich scheinbar endlich beruhigte.

Endlich hatten sie den letzten, aber so wichtigen Schritt gewagt und wussten nun beide, dass genau dies es war, wonach sie so lange gesucht hatten. Nein, nicht das körperliche Verlangen, sondern das Wissen, endlich angekommen zu sein, ganz tief in ihrem Herzen.

Mit diesem Gedanken und einem Lächeln auf den Lippen schlossen sie schließlich die Augen und schliefen ein, die Hände miteinander verflochten.
Die Wirklichkeit ist nur etwas für Menschen, die mit Büchern nichts anfangen können.
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von Tjeika »

Huhu,

fein, gleich noch ein Kapitel, finde ich toll! Und auch dieses Kapitel war große klasse. Nicht wunderschön, weil der Inhalt einfach nicht so wunderschön war, aber es war ... anders großartig, wenn ihr wisst, was ich meine.
Zu Beginn hat man gleich wieder sehr gut erkennen können, dass sich die Acht doch reichlich ins Zeug legen, um das zu schaffen, was sie sich vorgenommen haben. Gerade bei Peter, der ja, wenn auch anders als Remus, ebenfalls mit seinem Selbstbewusstsein zu kämpfen hat, sieht man doch jetzt schon eine sehr deutliche Veränderung. Im Gegensatz zum Peter zu Beginn der Geschichte betrachtet. Und erst recht zu dem aus Harrys Zeit. Da sieht man mal, was es alles bewirken kann, wenn man Teile der Zukunft bereits kennt.
Das, was da in diesem Dorf geschehen ist, ist einfach nur grausam. Besonders bei dem Bild mit der Mutter und ihrem Kind musste ich doch erstmal schlucken. Ich musste erstmal eine Lesepause von ein paar Minuten einlegen, weil das Bild einfach nur grausam ist... da merkt man doch sehr gut, dass sie sich gerade im Krieg befinden.
Spannend fand ich die Angelegenheit mit dem Patronus und der vermuteten Verwandtschaft der Familie Potter zu Gryffindor. Das könnte in der Tat noch äußerst interessant werden. Da bin ich doch sehr gespannt drauf. Und erklären würde es auch eine Menge, vor allem charakterlich.
Und das Ende... ja, da sieht man mal, dass die beiden einfach zusammengehören. Süß, einfach nur süß.

Ich bin sehr gespannt auf mehr :knuff:
"Hören Sie, Sir, folgendes... Es geht um meinen Teppich, der das Zimmer erst richtig gemütlich gemacht hat..."

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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von Cassiopeia »

Hui, das ging schnell *g* Also lade ich auch schnell nach *lach*
Ja, das kann ich verstehen, solche Kriegsdetails sind einfach grausam. Aber gäbe es sie nicht, wäre kein Krieg.. Was sich aus der Gryffindorsache noch entwickelt? You'll see *g*.
Hier nun ein kleines Kapitel zum durchatmen^^.
:knuff:


Kapitel 37

Wer Suchet, der Findet

Am nächsten Morgen herrschte große Aufregung im Schlafsaal der Siebtklässler von Gryffindor.

„Er war die ganze Nacht nicht da! Er wollte doch nur etwas mit Ginny spazieren gehen“, rief James aufgebracht und lief wie ein aufgescheuchter Gockel durch den Raum.

„Krone! Nun werde mal ruhiger, was sollte schon passiert sein?“, fragte Sirius und versuchte seinen Freund dazu zu bringen, sich weiter anzuziehen, damit sie zum Frühstück gehen konnten.

„Ich weiß es doch auch nicht Tatze, ich weiß nur, dass er nicht da ist, wo er zu sein hat“, meckerte James. Seine Stimmung schwankte gerade zwischen Sorge und Wut. Harry wo bist du nur mein Sohn?, dachte er, bevor er „Ich schwöre feierlich ich bin ein Tunichtgut“ hörte. Er sah, wie Remus ihre Karte, die sie vor zwei Jahren gemacht hatten, in den Händen hielt und mit Peter das Schloss absuchte.

„Ich entdecke weder Harry noch Ginny im Schloss oder auf den Ländereien“, murmelte der Werwolf und guckte noch mal alles genau nach.

James setzte sich auf sein Bett und vergrub sein Gesicht in den Händen. „Ich wusste es doch, ich wusste es! Es muss ihm was passiert sein!“
Er ist mein Sohn, ich hab die Verantwortung für ihn und sein Wohlergehen, was bin ich nur für ein Vater, dass ich nicht auf ihn aufpassen kann? Ich will doch nur, dass es dir gut geht und nun bist du verschwunden. „Was ist wenn Voldemort irgendetwas herausgefunden hat und ihn und Ginny hat entführen lassen?“

„Krone, nun zieh dich an, lass uns mit Lily und Beccy reden, vielleicht wissen sie ja etwas“, sagte Remus und klappte die Karte wieder zu, während James sich seine Krawatte band.

Noch immer unruhig gingen sie schließlich zum Frühstück, wo James alle drei Sekunden zu den Ausgängen blickte, ob dort nicht doch noch Ginny und Harry auftauchen würden.

„Habt ihr Ginny heute schon gesehen?“, fragte er, als sie sich zu Beccy und Lily setzten, doch die beiden Mädchen schüttelten die Köpfe.

„Nein, Ginnys Bett war heute Nacht unbenutzt, wir dachten, sie hat vielleicht bei Harry geschlafen?“, meinte Lily, doch anhand James' Sorge, die ihm unverkennbar ins Gesicht geschrieben stand, war klar, dass dem nicht so war.

„Eben nicht“, gab James aufgebracht zurück. „Und wenn Ginny auch nicht da war… wo sind sie dann? Wenn ihnen etwas passiert ist? Wenn… Lily, was ist, wenn Voldemort… du weißt doch…“

Liebevoll nahm Lily die Hände ihres Freundes in die ihren und versuchte ihn zu beruhigen, obwohl sie zugeben musste, dass auch sie sich immer nervöse fühlte.
Wo waren die zwei?

„Ich geh sie jetzt suchen“, verkündete James und wollte schon aufstehen, doch Beccy hielt ihn fest.

„Das kannst du nicht machen James, wir haben jetzt Muggelkunde. Ich bin sicher, dass Remus und Sirius nach ihnen suchen werden und uns direkt nach der Stunde bescheid geben werden, hab ich Recht?“ Dabei sah sie die beiden eindringlich an, welche sogleich hastig nickten.

„Sicher Krone, mach dir keine Sorgen, wir finden sie schon. Wenn sie zu Zaubertränke immer noch nicht da sind, können wir ja zu Dumbledore gehen“, sagte Sirius und merkte, wie sein bester Freund sich nur bedingt zur Ruhe zwingen konnte.

Schließlich machten James, Lily, Peter und Beccy sich auf zum Muggelkundeunterricht, nicht ohne Remus und Sirius mindestens zehn mal zu sagen, wo sie überall nach den Vermissten suchen sollten.

Als sie die Halle verließen, nahm Peter scheinbar als einziger der Rumtreiber wahr, dass Severus Snape ein Paket erhalten hatte, welches verdächtig nach einem Geburtstagsgeschenk aussah.

Als die zwei Rumtreiber wieder zurück im Gemeinschaftsraum waren, überprüften sie erneut die Karte, doch weder Harry noch Ginny ließen sich darauf finden.

„Dann müssen wir sie doch selbst suchen“, meinte Sirius, Remus nickte.

„Und wo wollen wir anfangen?“

„An Orten, die die Karte nicht zeigt. Die Heulende Hütte, der Verbotene Wald, du weißt schon…“

Remus seufzte. Sirius hatte ja recht, aber irgendwie war ihm nicht ganz wohl bei der Sache, die halben Ländereien nach den beiden abzusuchen.

„Okay, fangen wir bei der Hütte an“, sagte er schulterzuckend und warf sich seinen Mantel über.
Wir haben eine Stunde bis Zaubertränke, dachte er und warf noch einen letzten, aber entschlossenen, Blick auf die Karte.

Mit einem mulmigen Gefühl näherten sie sich schließlich dem alten Baum. Sie mieden die Nähe der Weide, wenn auch vielleicht noch nicht einmal bewusst, wenn kein Vollmond war.

„Scheiße, ist das kalt!“, fluchte Sirius, als er sich nach einem geeigneten Ast umsah, um die Peitschende Weide zum Stillstand zu bringen.

Schließlich fand er einen und wenige Augenblicke später krochen Remus und Sirius nach einander durch den erdigen Gang, bis sie schließlich die Stufen erreichten, welche zur Hütte führten.

„Irgendwie ist es hier bei Tage unheimlicher als bei Nacht“, sagte Sirius leise und Remus fragte sich, wieso dieser überhaupt flüsterte. Mit einem Mal wurde ihm klar, dass der Hundeanimagus diesen Ort bisher nur im Dunkeln kannte, anders als Remus selbst.

„Auf jeden Fall ist hier niemand“, stellte der Werwolf fest, als sie sich im Raum umsahen, der keinerlei Spuren aufwies, dass hier in den letzten Stunden noch jemand gewesen war.

„Das sehe ich auch“, antwortete Sirius barsch, Remus hielt sich mit einer weiteren Bemerkung zurück. Anscheinend drehte nicht nur James vor Sorge beinahe durch… fast schämte Remus sich dafür, dass er sich so ruhig fühlte.

„Wenn sie hier nicht sind, müssen sie im Wald sein“, verkündete Sirius und war schon wieder auf dem Weg nach draußen, um Kurs auf den Verbotenen Wald zu machen.

Remus beeilte sich, ihm hinter her zu kommen. „Ähm Tatze… du willst jetzt nicht wirklich den GANZEN Wald nach ihnen durchforsten, oder?“

Sirius schnaubte nur und ging noch einen Schritt schneller. „Oh doch Moony, genau das habe ich vor.“

Je näher sie den ersten Bäumen des Waldes kamen, je unruhiger fühlte Remus sich jedoch. Irgendetwas in ihm wehrte sich dagegen, diesen Wald zu betreten. Doch er folgte Sirius, der mit ausgreifenden Schritten darin verschwand.

Vergeblich versuchte der Werwolf, sein Zittern auf die Kälte zu schieben, doch er wusste, dass es nicht nur daran lag. Der Verbotene Wald hatte seinen Namen nicht umsonst, eine Tatsache, die ihm noch nie so deutlich bewusst war wie in diesem Augenblick.

„Was hast du jetzt vor?“, fragte er leise an Sirius gewandt. „Du kannst hier nicht herumschreien und nach ihren Namen rufen.“

„Mann Moony, das weiß ich selbst“, gab Sirius gereizt zurück und Remus hielt den Mund. Was machten sie hier eigentlich? Wollten sie hinter jeden Busch und jeden Baumstamm gucken, ob sie dort eventuell Harry und Ginny fanden, vermutlich halb erfroren, wenn überhaupt noch am Leben?

Nein, hielt er sich zurück, langsam. Nur, weil wir sie bisher nicht gefunden haben, heißt das nicht, dass ihnen etwas passiert ist. Jetzt werd nicht auch noch paranoid, Remus!

Noch immer fragte er sich, wieso er sich innerlich so erstaunlich ruhig fühlte, wenn er an die beiden Vermissten dachte. Als ob er tief in sich drinnen wüsste, dass es ihnen gut ginge… half ihm vielleicht sein Werwolf hierbei, indem er ihn durch seine Instinkte leitete?

In der nächsten Sekunde wurde er durch ein Bellen aus seinen Gedanken gerissen. Sirius hatte sich in den großen, bärenartigen Hund verwandelt und schnüffelte bereits unruhig suchend die Gegend ab, ob er vermeintliche Spuren entdecken konnte.

Sie sind nicht hier, sagte Remus sich immer wieder, doch er sah keine Möglichkeit, Sirius von seiner Suche abzubringen und allein lassen konnte er ihn unmöglich.

Plötzlich war es still und Remus sah überrascht auf. Tatze stand dort mit gesenktem Kopf und freudig wedelndem Schwanz einem Zentauren gegenüber.

„Es ist ungewohnt, euch zu dieser Mond- und vor allem Tageszeit hier anzutreffen“, sprach dieser mit dunkler Stimme, die Remus durch Mark und Bein ging. Er hatte einen großen Respekt vor diesen Geschöpfen, sowohl vor ihrer Intelligenz als auch vor ihrer körperlichen Erscheinung. Mit keinem von ihnen würde er sich freiwillig in einem Streit messen wollen, auch nicht als Moony.

„Wir… wir suchen jemanden“, antwortete der Werwolf zurück haltend und trat neben Tatze. Er strich dem Hund über die Flanken und kraulte ihn hinter den Ohren, ein Zeichen, dass alles in Ordnung war. Sirius hatte sich oft genug auch außerhalb des Vollmondes in Tatze verwandelt, dass Remus genau wusste, wie er den Hund beruhigen konnte.

Doch anscheinend traute dieser sich nicht, sich in seine menschliche Gestalt zurück zu verwandeln, denn er blieb alias Tatze neben Remus sitzen und sah den Zentauren beinahe unterwürfig an.

„Hier kam niemand vorbei, den ihr suchen könntet, es sei denn, ihr sucht keinen Menschen.“ Der Zentaur sah sie aus dunklen Augen an und Remus kam sich irgendwie nackt vor. Als könne dieses Wesen, das so voller Geheimnisse war, direkt bis auf seine Seele blicken.

„Die Venus war sehr hell heute Nacht“, sprach er weiter, verwirrt sah Remus ihn an. Venus? „Doch die Sterne werden ihm den Weg leiten“, fügte er geheimnisvoller Weise an.

„Ähm… sicherlich“, murmelte Remus und wusste absolut gar nichts mit dieser Aussage anzufangen.

„Doch hier werdet ihr nicht finden, wonach ihr sucht.“ Damit wandte sich das kraftvolle Geschöpf ab und galoppierte in die Dunkelheit des Waldes.

Niedergeschlagen und etwas entmutigt betraten die zwei Siebtklässler kurz darauf wieder die offene Wiese und gingen, nun beide in ihrer Menschengestalt, zurück zum Schloss.

„James macht mich einen Kopf kürzer, wenn ich es nicht einmal schaffe, auf meinen Patensohn aufzupassen“, murmelte Sirius und wurde blass, Remus musste sich ein Grinsen verkneifen. Sicherlich, dass sie Harry und Ginny nicht hatten finden können, löste auch in ihm ein leises Gefühl der Unruhe aus, doch dass Sirius, James und Lily sich bereits so sehr auf ihre Eltern- beziehungsweise Patenrolle eingeschworen hatten, amüsierte ihn jedes Mal aufs Neue. Schließlich war Harry zur Zeit genau so alt wie sie und bis vor wenigen Wochen hatten sie keinerlei Ahnung gehabt, dass es diesen jemals geben würde.

Diese Zeitreise hat einiges durch einander gebracht, dachte er bei sich, sagte aber nichts, sondern folgte Sirius durch die Gänge der Schlossmauern.

Es hatte wenig Sinn, jetzt ein Gespräch mit Sirius anfangen zu wollen, so hielt er sich zurück und überlegte, wo Harry und Ginny denn nun wirklich steckten. Wenn sie weder in der Hütte, noch im Wald waren, waren sie entweder in Hogsmeade oder aber noch im Schloss… doch warum waren sie dann nicht auf der Karte erschienen?
Das alles machte keinen Sinn.

Da stellte Sirius die Frage, als habe er seine Gedanken gelesen. „Gibt es einen Ort im Schloss, den die Karte nicht zeigt?“, wollte er wissen und sah Remus erwartungsvoll an.

Dieser überlegte und wollte schon den Kopf schütteln, als ihm etwas einfiel. Natürlich!

Auch in Sirius' Augen erkannte er, dass dieser denselben Gedanken hatte und gemeinsam änderten sie die Richtung.

„Wir müssen uns beeilen, der Raum der Wünsche ist im siebten Stock und Zaubertränke in den Kerkern, das wird knapp, Moony.“

Remus nickte nur und setzte sich ebenfalls in Bewegung, die scheinbar nicht enden wollenden Treppen hoch zu steigen, welche sie in den siebten Stock des Schlosses bringen sollten.

„Harry James Potter, das wirst du mir büßen“, keuchte Sirius, als sie im fünften Stockwerk angelangt waren und sich angestrengt an die folgenden Stufen machten, mit schmerzenden Muskeln und keuchendem Atem.

* *

Während zwei der Rumtreiber sich die Hacken wundliefen, erwachte Harry wie vernebelt aus einem wunderschönen Traum. Zuerst wunderte er sich, wo er war, dieser Raum und dieses Bett waren ihm vollkommen fremd. Doch dann drehte er sich zur Seite und erkannte rotes, langes Haar.

Sanft lächelnd strich er Ginny über die Wange und küsste sie zärtlich. Verschlafen blinzelte diese und strahlte, als sie ihn erkannte. Liebevoll erwiderte sie seinen Kuss, ein Prickeln durchströmte sie, als sie an die letzte Nacht dachte. Es war wunderschön gewesen, endlich fühlte sie sich komplett, ganz, vollkommen. Ein Blick in Harrys Augen und sie wusste, dass es ihm genau so ging.

„Guten Morgen“, murmelte sie, als sie den Kuss lösten, ein Strahlen aus Harrys grünen Augen war die Antwort.

„Wie spät ist es?“, wollte die Rothaarige wissen, Harry erschrak und wurde blass.

Hektisch stand er auf, fiel beinahe aus dem Bett und suchte seine Klamotten zusammen. „Es ist Montag, Ginny!“

Nun wurden auch Ginnys Augen groß und sie setzte sich hastig auf. „Montag? Wir haben… oh nein, wir haben Slughorn heute! Hoffentlich ist es noch nicht zu spät!“

Schnell war auch sie aus dem Bett gekrabbelt und machte sich umständlich daran, ihre verstreuten Sachen zusammen zu suchen.

Der Raum reagierte sofort auf sie und an der Wand erschien eine große Uhr. An der anderen Wand erschien die Inneneinrichtung eines halbes Badezimmers.

Sie machten sich fertig und beeilten sich, aus dem Raum in Richtung Gemeinschaftsraum zu kommen. Die Uhr hatte sie wissen lassen, dass sie noch zehn Minuten Zeit hatten.

„Mum und Dad killen mich“, murmelte Harry, als er sich ausmalte, was seine Eltern und sein Pate sich für Sorgen gemacht haben mussten, als sie weder ihn noch Ginny beim Frühstück angetroffen hatten.

„Ach was“, sagte Ginny und versuchte, mit ihm Schritt zu halten. „Wird schon gut gehen.“

Durch die Fenster auf dem Flur konnte sie einen Blick auf die verschneiten Ländereien werfen und es graute ihr beidem Gedanken, nun alle Treppen hinunter laufen zu müssen, wo sie doch im siebten Stock waren!

„Harry, das schaffen wir nie!“ Mit einem Anflug von Verzweiflung sah sie Harry an, der denselben Gedanken gehabt hatte.

„Los, wir nehmen die Abkürzung hinter dem Vorhang da vorne“, schlug er vor und zog Ginny mit sich.

* *

Mit zitternden Muskeln und stechendem Atem kamen die beidem Rumtreiber an den Wandteppich von Barnabas dem Bekloppten. So schnell es ging, lief Sirius drei Mal auf und ab und konzentrierte sich so fest er konnte auf Ginny und Harry.

Doch der Raum, den sie kurz darauf betraten, war leer. Ein Kamin prasselte einsam vor sich hin und eine große Uhr hing über der Wand. Remus ging zu dem roten Samtvorhang hinüber und warf einen Blick auf und sogar unter das Bett, doch auch dort war niemand mehr.

„So ein verdammter Mist!“, fluchte Sirius laut und sah seinen Freund ratlos an. „Was machen wir jetzt?“

Remus sah zu der Uhr und antwortete: „Uns auf dem schnellsten Wege in die Kerker begeben und danach zu Dumbledore gehen.“

Sirius nickte und gemeinsam rasten sie die Treppen hinab, als sei Voldemort persönlich hinter ihnen her.

„Und wehe, es gibt keine gute Erklärung für das hier“, meckerte Sirius vor sich hin, als sie sich beinahe humpelnd auf den Weg in ihren Gemeinschaftsraum machten, da ihre Muskeln inzwischen vollkommen übersäuert waren.

„Ich denke, eine Erklärung haben sie durchaus“, gab Remus zu Bedenken, während sie schnellen Schrittes durch die Gänge und Flure gingen.

„Wie meinst du das?“

„Tatze, überleg doch mal“, sagte Remus. „Anscheinend haben wir sie wirklich gefunden, sie waren nur nicht mehr da.“

Verwirrt sah der Schwarzhaarige ihn an. „Moony, du sprichst in Rätseln, hat dir das schon mal jemand gesagt?“

Remus musste lachen und konnte Sirius im letzten Moment zur Seite ziehen, als eine plötzlich äußerst lebendige Rüstung, es war Sir Cadogan, sich ihnen in den Weg stellte und sie zu einem Duell heraus forderte.

Doch sie wiesen den stolzen Ritter mit einem lauten „Aus dem Weg!“ auf seinen Platz, wo dieser wie angewurzelt stehen blieb, ehe er ihnen wüste Beschimpfungen hinterher rief, die Remus und Sirius jedoch schon lange nicht mehr hörten.

„Hast du dir den Raum eben überhaupt richtig angesehen?“

Erstaunt sah Sirius ihn an. „Klar, wieso? Alles, was ich wissen muss war, dass dort niemand war, der Harry und Ginny im Entferntesten ähnlich sah“, murrte dieser.

Remus schüttelte den Kopf. „Tatze, Tatze, dein Sinn für Romantik muss wirklich sehr zurück geblieben sein.“

Wütend sah dieser den Werwolf nun an. „Was soll denn das jetzt wieder heißen?!“

„Du hast wirklich nicht gesehen, was in dem Raum drin war, oder?“

Entgeistert blieb Sirius stehen. „Ähm… sollte ich?“

Remus prustete beinahe los. „Ja, solltest du, mein lieber Tatze, denn dann wäre dir unter Umständen aufgefallen, dass Harry und Ginny anscheinend eine sehr… nun ja… romantische Nacht verbracht haben und wohl dort eingeschlafen sind und deshalb heute morgen nicht zum Frühstück erschienen sind.“

Sirius brachte nur ein „Oh“, heraus und fragte sich, was gewesen wäre, hätten sie Harry und Ginny in einer gewissen Situation unangenehm überrascht… . Zähneknirschend musste er sich eingestehen, dass es gut war, dass dieser Raum auch der Da - und - Fort Raum genannt wurde und daher mit ihrer der Karte nicht zu orten war.
Das hätte sonst unter Umständen etwas… peinlich werden können. Aber es hätte uns auch einiges an Rennerei erspart, dachte er zynisch, als sie um eine weitere Biegung traten und schließlich den Gryffindorturm erreichten.

„Aber warum sind wir ihnen dann nirgends begegnet, wenn sie doch auch im Raum der Wünsche waren? Wir hätten ihnen doch geradewegs in die Arme laufen müssen“, überlegte Sirius und Remus musste ihm Recht geben. Genau das war es, was er sich auch die ganze Zeit fragte. Es sei denn, die beiden waren zurück gekehrt, während sie im Wald nach ihnen gesucht hatten und sie hatten sich somit geradewegs verpasst.

„Also los“, murmelte Remus und hielt auf das Portrait der Fetten Dame zu, sie hatten nur noch wenige Minuten, bis sie in Slughorns Klassenzimmer sein mussten.

Doch als sie nur noch ein paar Meter davon entfernt waren, klappte eben dieses auf und ein gehetzt aussehender Harry trat heraus, gefolgt von einer ebenfalls noch recht müde aussehenden Ginny.

„Wo kommt ihr denn her?!“, kam es aus allen vier Mündern gleichzeitig.
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von Tjeika »

:lool: :kugel: *prust*
Sehr geniales Kapitel!!! Alles hetzt sich ab, während unsere beiden Turteltäubchen beinahe den Unterricht verschlafen hätten! Wahrlich zu genial! :lol:
Aber interessant war auch dieses Kapitel, immerhin hat man wieder etwas in die Köpfe der Charaktere, besonders von James und Sirius blicken lassen. Und ein wenig merkwürdig und doch logisch ist es schon, dass die Vater- beziehungsweise Patenonkelgefühle (oder wie auch immer man Letzteres nennen möchte) auch weit vor der Geburt vorhanden sind.

So, dann werde ich gleich im anderen Thread noch ein paar Worte zu dem etwas pikanteren Kapitel loswerden gehen...
Ich bin schon sehr gespannt, wie es weitergeht... ich hoffe doch, sie schaffen es noch rechtzeitig zum Unterricht und ich hoffe ebenfalls, dass nun niemand sonderlich böse auf Harry und Ginny sein wird... das haben sie nun wahrlich nicht verdient.

:knuff: Ria
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von Cassiopeia »

Hey :knuff: Stimmt, ich fand die Vorstellung schon damals beim Schreiben einfach herrlich :kugel: Mh, Ärger? Ich denke nicht, dass ihnen jemand lange böse sein könnte *g* Dafür kriegt hier jemand anderes Ärger... *hust*
Viel Spaß! :knuddel:

Kapitel 38

Ein Streich und seine Folgen

„Ihr zu erst“, sagte Harry und blickte die beiden Rumtreiber fragend an.

„Können wir das nicht auch später klären? Wir müssen noch ganz runter in die Kerker und wenn wir nicht zu spät kommen wollen, sollten wir so schnell laufen, wie wir können“, sprach Ginny in die gespannte Atmosphäre hinein. Die drei Jungs nickten, Remus und Sirius kletterten schnell durch das Portraitloch und kamen nur wenige Sekunden später mit ihren Schultaschen wieder heraus. Zu viert spurteten sie die Treppen des Schlosses hinunter. Völlig aus der Puste erreichten sie den Raum, in dem sie Zaubertränke hatten, gerade, als Professor Slughorn die Tür schließen wollte.

„Das nächste Mal kommen Sie bitte ein paar Minuten eher“, empfing ihr Zaubertranklehrer sie und ließ sie mit einem missbilligenden Ausdruck im Gesicht in den Klassenraum eintreten. Vierfach hörte man ein kollektives aufatmen, bevor vor allem Harry mit bösen Blicken bedacht wurde.

„Heute werden wir einen Alraunen-Wiederbelebungstrank brauen. Wer kann mir sagen, wozu er dient?“, fragte Professor Slughorn, als alle auf ihren Plätzen saßen. Severus Snapes und Lilys Hände schossen in die Höhe.
„Mister Snape?“

„Dieser Trank dient dazu, versteinerte Menschen wieder zu ihrer menschlichen Form zu verhelfen. “, sagte der Slytherin mit ausdrucksloser Miene.

Professor Slughorn nickte. „Sehr gut, nehmen Sie fünf wohlverdiente Punkte für Slytherin. Nun, wo Sie wissen, worum es geht, bitte ich Sie, Seite 397 in Ihrem Buch aufzuschlagen, dort steht die Rezeptur und die Brauanleitung“, sagte Professor Slughorn und für eine Weile hörte man nur das Rascheln von Buchseiten, doch dann fügte er noch hinzu: „Und ich bitte Sie, diesmal die Kessel heil zu lassen.“ Dabei warf er einen besonders strengen Blick zu Harry, welcher auf seinem Platz noch weiter schrumpfte, als er es unter den Blicken seiner Eltern und Freunde schon tat.

Die Stunde über arbeitete die gesamte Klasse still und konzentriert an ihrem Trank, während Zutaten klein geschnitten oder ein Trank umgerührt wurde. Zwischendurch erklangen die schweren Schritte des Professors, der durch die Reihen ging und Blicke in die Kessel der Schüler warf. Hier und dort gab er Tipps oder lobte, wenn ein Trank viel versprechend aussah. Um Harrys Kessel schien er einen Bogen zu machen, denn er wollte nicht in der Nähe dieses sein, falls er wieder in die Luft ging.

„Severus, dein Trank sieht schon sehr gut aus“, sagte Slughorn nun schon zum dritten Mal. Angesprochener lächelte nur, aber sein Lächeln erreichte, wie auch sonst, seine Augen nicht. „Sie werden mal ein großer Tränkebrauer. Sie haben das Talent und den Ergeiz dazu.“

„Danke, Professor“, antwortete der Slytherin schlicht. James und Sirius, die schräg hinter ihm ihre Tränke zubereiteten, bekamen fast einen Brechreiz.

„Tatze, hast du zufällig noch einen von den Filibusters in deiner Tasche?“, fragte James seinen Freund und sah immer wieder zu seinem verhassten Schulkollegen hinüber. Seit er von Harry mehr oder minder erfahren hatte, das Severus Lily liebte, konnte er den Schüler mit den fettigen schwarzen Haaren noch weniger leiden.

„Wozu brauchst du ihn?“, fragte Sirius seinen Freund und als er die Antwort von James hörte begann er zu grinsen und suchte in seinen Taschen nach dem Gewünschten. Schließlich fand er einen und gab ihn weiter, da James für das, was sie vorhatten, günstiger stand als er selbst.

Der Gryffindor blickte sich um und als er sah, dass sein Lehrer gerade durch die letzten beiden Reihen ging, ergriff er seine Chance. Er tippte den Feuerwerkskörper mit seinem Zauberstab an und warf ihn in den Kessel des Slytherin. Dieser merkte nichts davon, da er gerade in sein Tränkebuch vertieft war. Kurz darauf wendete er sich wieder seinem eigenen Kessel zu, doch in dem Moment begann es zu brodeln und es gab einen lauten Knall.

„Was war das?“, kam es aus der letzten Reihe. „Mister Smith, haben Sie -“, weiter kam Slughorn nicht, als ein gehetzter Severus Snape an ihm vorbeiflitzte. Sein Trank hatte sich auf ihm verteilt und tropfte an ihm herab. Er klebte in seinen Haaren, in seinem Gesicht und auch an seiner Schuluniform.

„Mister Snape! Was ist passiert? Ihr Trank sah doch eben noch so gut aus. Haben Sie die Alraunen zu früh hineingetan?“ Er sah seinem Schüler hinterher, der keinen Ton sagte, sondern nur schweigend den Raum verließ und verstand die Welt nicht mehr. Solch ein Fehler war seinem besten Schüler doch noch nie passiert.

Auch die Schüler, welche um den Slytherin herum saßen, hatten eine Menge von dem Trank abbekommen und wurden nun von ihrem Professor hinausgeschickt um sich zu säubern. „Alle anderen werden ihren Trank zu Ende brauen“, wies er die übrig gebliebene Klasse scharf an.

Die Stunde wurde ruhig und ohne weiteren Blödsinn beendet. Der Trank wurde in Flaschen abgefüllt und zur Benotung nach vorne zum Lehrertisch gebracht.

Beim anschließenden Mittagessen sahen James und Sirius sich auffällig oft in der Großen Halle zum Slytherintisch um. Dabei lachten sie immer wieder und stießen sich gegenseitig an, um kurz darauf in ihr Essen zu prusten.

Irgendwann wurde es Lily zu bunt. „Gebt es zu - ihr war das mit Severus' Kessel, hab ich Recht?“

James grinste. „Wir wollten nur sicher gehen, dass Schniefelus auch unser Geburtstagsgeschenk einweiht“, sagte er und Sirius nickte lachend.

„Was - habt - ihr - getan?“, fragte sie betont langsam und sah die beiden Rumtreiber aus wütenden und schmalen Augen an.

James' Grinsen wurde noch breiter. „Das wirst du gleich sehen - hoffe ich.“

„Und das für die nächsten 72 Stunden“, fügte Sirius an, die Jungs brachen wieder in Gelächter aus.

Lilys Augen funkelten wütend und mit einem unterdrückten Schnauben stand sie abrupt vom Tisch auf.
Werd endlich erwachsen, Potter!“, fauchte sie ihn gefährlich leise an und drehte sich um, um schnellen Schrittes aus der Halle zu stürmen.

Während er seiner Freundin noch hinterher blickte, wich der Übermut aus seinen Gesichtszügen und als er sich zu den anderen umdrehte, sah er ziemlich zerknirscht drein.

„Idiot“, zischte Beccy dem schwarzhaarigen Schulsprecher zu und stand ebenfalls auf, um ihrer Freundin hinter her zu rennen.

„Was?“, rief James ihr hinterher, doch die Irin war schon aus der Halle. Sah sich kurz um und entschied sich dann in Richtung Verwandlungszimmer zu laufen, schließlich würden sie dort ihre nächste Stunde haben.

James sah ziemlich geknickt aus, während Ginny ein eigentümliches Glitzern in den Augen hatte und sich nur mühsam ein Lachen verkneifen konnte.

„James, das mit Lily tut mir leid. Aber jetzt sagt doch mal… was habt ihr genau mit Snape gemacht?“, wollte sie wissen und sah neugierig in die Gesichter der Rumtreiber, inklusive Harry.

Sirius begann zu grinsen. „Erinnerst du dich, als wir in der Winkelgasse waren, um die Ballkleider zu kaufen? Wir Jungs haben einen kleinen Abstecher in den Scherzartikelladen gemacht, wo es nette Shampoos gab… da konnten wir einfach nicht widerstehen angesichts Schniefelus' heutigem Geburtstag.“

Kurz darauf stand auch er auf und bedeutete den anderen, ihm zu folgen. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg zum Verwandlungsunterricht. James schlich mit hängenden Schultern hinter ihnen her und hielt beinahe schüchtern Ausschau nach Lily.
Was konnte er denn dafür, wenn Snape solch ein Ekel war und dieses „Geschenk“ ihnen beinahe zugeflogen war?
Vor allem, was konnte er dafür, wenn Lily und dieser Schleimbeutel Freunde waren?!

„Aber, was bewirkt denn dieses Shampoo genau?“, fragte Ginny an Sirius gewandt, doch dieser musste sich anscheinend ein Lachen verkneifen, ehe er antwortete.

„Ich könnte es dir beschreiben… aber selber gucken ist doch viel besser. Sieh doch mal nach rechts“, wies er sie an und brach kurz darauf in schallendes Gelächter aus.

James hingegen trat auf den nun erblickten Schüler zu und fragte lässig: „Hey, Schniefelus, was hast du denn mit deinen Haaren gemacht?“

Dieser warf James nur einen bitter bösen Blick zu und versuchte dann, in der Schülermenge unter zu tauchen. Doch dieses Unterfangen war nicht sehr erfolgreich, da überall, wo er hintrat, die Schüler um ihn herum zu kichern und zu lachen anfingen.

Als Ginny Snape nun gänzlich von hinten erblickte, konnte auch sie ein Lachen nicht mehr unterdrücken und prustete los.

„Jungs, jetzt weiß ich, wieso Fred und George euch als Vorbilder geradezu verehrt haben! Pink! Und dann hinten dieser neongelbe Streifen! Bildet so einen richtig hübschen Kontrast zu seinen schwarzen Klamotten“, lachte sie und stellte sich einen erwachsenen Professor Snape vor, wie er mit pink-gelben Haaren in seinem Tränkelabor vor einer Horde Erstklässler auftauchen würde.

Ein paar Schritte entfernt standen Beccy und Lily. Letztere warf geradezu mordlüsterne Blicke auf jeden Schüler, der es wagte, Snape auszulachen, doch hier hatte auch sie als Schulsprecherin keine Chance, sich durch zu setzen, so sehr sie es auch versuchte.

Fast hatte es den Anschein, Snape würde versuchen, dem Unterricht entkommen zu wollen und sich wieder in die Kerker verkriechen, als Professor McGonagall um die Ecke kam und die Tür zum Verwandlungszimmer öffnete.

„Mister Snape, wo wollen Sie denn hin?“, fragte sie verwundert und sah den Slytherin streng an, der sich gerade um die Ecke verdrücken wollte.
Ertappt blieb dieser stehen und trat mit hoch rotem Gesicht, den Blick streng auf die eigenen Füße gerichtet, auf die Lehrerin zu.
„Und was, bei Merlin, haben Sie mit Ihren Haaren gemacht?“

Beinahe entsetzt sah sie ihn an, doch Snape blieb stumm und huschte leise in die Klasse, um sich einen Platz in der letzten Reihe zu suchen.

„Diese Jugend von heute, das hat er sich sicherlich wieder bei den Muggeln abgeguckt“, murmelte die Verwandlungslehrerin und schloss kopfschüttelnd die Tür hinter sich, um mit dem Unterricht zu beginnen.

Kaum hatte es zum Ende der Stunde gegongt, war Snape auch schon zur Tür hinaus und in den Weiten des Schlosses verschwunden. James und Sirius stießen sich gegenseitig an und lachten, während sie über Snape ihre Witze rissen.

„So lenkt die neue Haarfarbe wenigstens etwas von seinem Riesenzinken ab, der ist ja sonst kaum zu übersehen“, meinte James, während Sirius anfügte: „Ohja und außerdem - James! Es ist ein Wunder geschehen!“

James sah seinen besten Freund verständnislos an, bis dieser ihm mit leuchtenden und vor Lachen tränenden Auen erklärte: „Schniefelus hat sich die Haare gewaschen!“

Daraufhin waren die beiden nicht mehr zu halten und sie prusteten los vor lachen, sich gegenseitig an den Schultern stützend.

„Ihr zwei haltet euch wohl für besonders witzig, hab ich Recht?“, holte eine scharfe Stimme sie auf den Boden der Tatsachen zurück, doch im nächsten Moment grinste James seine Freundin wieder breit an.

„Mensch Lils komm schon, das WAR witzig! Man erlebt nur einmal im Leben einen Snape mit pink-gelben Haaren, das musst du zugeben!“

Bei dem Wort „Pink“ konnte Sirius nicht mehr und brach in schallendes Gelächter aus, Lilys sonst so lebhaft grüne Augen wurden indes gefährlich dunkel.

In ihr bebte es, was bildeten die beiden sich eigentlich ein? Und sie hatte doch tatsächlich geglaubt, James habe etwas aus seinem Schulsprecheramt gelernt. Ein kalter Klumpen machte sich in ihrem Magen breit, wie sehr sie sich doch getäuscht hatte.

„James Liam Potter, wann lernst du endlich, dass witzig sein und andere Schüler demütigen NICHT DASSELBE ist?“, fragte sie aufgebracht und warf verzweifelt die Arme in die Luft. Mit einem Mal war er wieder genau der James, der gewesen war, bevor sie zusammen gekommen waren.

James verkniff sich ein weiteres Lachen und sah seine Freundin ertappt an.
„Wir demütigen Snape nicht, wir zeigen ihm bloß, wo sein Platz ist“, erklärte er ihr. Es hätte nicht viel gefehlt und ihre Hand hätte auf unsanfte Weise Bekanntschaft mit seiner Wange gemacht.

„Sag das noch einmal und wir sind geschiedene Leute.“ Sie hatte noch immer wütend geklungen, doch in dieser Wut war eine nicht gerade kleine Menge Schmerz mit geklungen, die James schlucken ließ.

„Lily bitte, es hatte ein Scherz sein sollen - “, warf Sirius ein, wurde jedoch kurz darauf von Lilys Blicken erdolcht.

„Ganz richtig Black - sein sollen. Das hier war aber weit entfernt von einem Scherz! Aber was mach ich mir überhaupt die Mühe, euch das zu erklären, da könnte ich mich genau so gut mit der Wand hinter euch unterhalten, die gibt wenigstens keine blöden Kommentare ab.“

„Schatz, ich - “ James machte den Versuch, auf Lily zuzugehen und ihr eine Hand auf den Oberarm zu legen.

Doch es sollte bei dem Versuch bleiben, Lily schlug seine Hand erbost weg und funkelte ihn wütend an.
„Komm mir bloß nicht zu nahe, Potter!“, spie sie ihm entgegen, ehe sie sich mit wehenden Haaren umdrehte und wütend, verletzt und enttäuscht den Korridor entlang ging, gerade so schnell, dass sie nicht rennen musste.

Ihre Füße führten sie vor die Große Halle. Dort, direkt auf den Steinstufen hinter der Flügeltür, blieb sie stehen und versuchte, die kalte Januarluft tief in ihre Lungen zu inhalieren. Es roch nach Schnee und der Himmel war wolkenverhangen.

Wie passend, dachte sie ironisch und schnaubte, versuchte, ein paar Tränen weg zu blinzeln.
Ganz ruhig Lily Maryan Evans, das wird wieder, sagte sie sich immer wieder, atmete noch einmal tief durch und machte sich, vor Kälte am ganzen Körper zitternd, schweren Herzens und noch immer mit einer gehörigen Portion Wut und Verletztheit im Bauch, auf den Weg zu Zauberkunst.

Erstaunte Blicke trafen die Schulsprecherin, als sie mit geröteten Augen und vor allem zu spät den Klassenraum von Professor Flitwick betrat.

„Miss Evans, wo kommen Sie denn her?“, fragte der freundliche, kleine Professor, der anscheinend gerade dabei war, einen Zauber vorzuführen.
Mit gesenktem Kopf setzte Lily sich auf einen Stuhl am Rande. War das peinlich, sie war noch NIE zu spät gekommen!

„Ich - “, wollte sie ansetzen, doch Professor Flitwick unterbrach sie.

„Jetzt sind Sie ja da, Miss Evans. Wir üben gleich den Proteus-Zauber, dazu holen Sie jetzt bitte Ihren Zauberstab hervor.“

Seufzend tat Lily, was von ihr verlangt wurde, war aber nicht wirklich bei der Sache. Ihr Blick wanderte ein paar Plätze weiter nach vorne, wo James und Harry neben einander saßen und sie musste beinahe lächeln, als ihr bewusst wurde, dass man die beiden von hinten tatsächlich nicht unterscheiden konnte. Auch Professor Flitwick warf des Öfteren einen irritierten Blick auf die beiden scheinbaren Zwillinge und hätten die beiden in der Öffentlichkeit nicht zwei unterschiedliche Nachnamen, so wäre die ein oder andere Unterrichtsstunde sicherlich noch sehr verwirrend für so manchen Lehrer geworden.

Ja, sie liebte James wirklich, aber die Art, wie er andere Schüler, besonders Severus Snape, immer wieder demütigte und zum Gespött der ganzen Schule machte, brachte sie zur Weißglut.

Sie hatte schon lange aufgeben, ihn nach dem Grund zu fragen. „Es ist der Grund, dass er existiert“, war James' einzige Antwort, die sie bekam, für ihn Erklärung genug.

Severus war ein Freund von ihr, ja - aber glaubte James wirklich mit solchen Aktionen könne er sie von seiner Meinung überzeugen, Snape habe sie gar nicht verdient?
Gut, dass James eifersüchtig war, war nicht zu übersehen. Aber wenn er so weiter macht, muss er sich überlegen, ob er selbst es nicht ist, der mich noch verdient, dachte sie traurig und versuchte, sich wieder auf den Unterrichtsstoff zu konzentrieren.

Diesen und die folgenden Tage war Snape nicht wenigen Spötteleien ausgesetzt, gegen die Lily zwar versuchte mit all ihren Mitteln an zu gehen, doch kläglich scheiterte. Mit James wechselte sie kaum ein Wort und oder gab bissige Antworten, sodass dieser sich zurück zog und seinerseits immer eifersüchtiger auf Snape wurde.
Wie konnte er es wagen, sie ihm weg zu nehmen? Sie war sein Mädchen!

Die Tage vergingen mit Hausaufgaben und lernen, da die Abschlussprüfungen in fünf Monaten sein würden und besonders Ginny und Harry sich mächtig ins Zeug legten, denn sie wollten unbedingt einen guten Abschluss erreichen.

Schließlich kam das Wochenende und somit ihre nächste Stunde bei Liam und Patrick.

Nach einander berichteten sie, wie sie die Woche über verbracht hatten, verschiedene Zauber geübt hatten oder sich weiter auf die Suche nach ihren Seelentieren begeben hatten.

Harry sah etwas geknickt drein, da er immer noch nicht genau ausmachen konnte, was für Gestalten um seine Seele kämpften. Auch Beccy machte eine etwas unglückliches Gesicht.

„Gut, dann möchte ich euch jetzt bitten, wieder eure Namen in den Hut zu werfen, die nächsten Duelle stehen auf dem Programm“, wies Liam sie an und reichte den alten Hut herum, der ihnen auch das letzte Mal bereits als Lostrommel gedient hatte. Etwas verwundert beobachtete er die Gruppe Schüler, die letzte Woche noch so vertraut und innig mit einander um gegangen waren - davon war jetzt wenig zu spüren, etwas Befremdliches hatte sich in die Atmosphäre geschlichen, was er nicht deuten konnte.

Jeder von ihnen warf ein kleines Stück Pergament hinein, auf welchem sein Name stand. Dann reichte Patrick den Hut an Ginny weiter und bat sie, die anstehenden Paarungen auszulosen.

„Remus gegen Harry“, las sie vor und Harry begann zu grinsen. Wenn das mal keine Ironie ist - Schüler und Lehrer treten gegen einander an, dachte er und warf einen Blick auf Remus, welcher ihn nur freundlich ansah.

Das folgende Pärchen lautete Beccy und Peter. Als nächstes zog Ginny ihren eigenen Namen und den von Sirius aus dem Hut, was ihr ein breites Grinsen entlockte. „Hey, ich wollte schon immer mal gegen den Paten meines Freundes antreten“, lachte sie, während James blass wurde.

„Oh nein“, seufzte er und erntete darauf einen wütenden Blick seitens Lily.

„Oh doch!“, sagte diese leise und kaum hatte Patrick ihre Namen neben einander an die Wand geklebt, sprang die rothaarige Hexe auf und rief: „WIR FANGEN AN!“

James verlor sämtliche Farbe aus dem Gesicht und stotterte: „Aaa… aaber… aber doch nicht .. Lils…“ Unbeholfen sah er zwischen seiner Freundin, deren Augen Funken zu sprühen schienen und den beiden Auroren hin und her, welcher er hilfesuchend anblickte.

Liam schaute seinen Sohn verwundert an, waren James und Lily letzte Woche nicht noch ein Herz und eine Seele gewesen? Und jetzt sah Lily aus, als würde sie ihrem Freund jeden Moment die Augen auskratzen wollen.

Beinahe tat er ihm leid, doch als niemand etwas erwiderte, erhob James sich und trottete zum Duelliersteg. Liam hoffte, dass seine zukünftige Schwiegertochter ihn heile lassen würde.

Lily stand da wie ein Raubkatze vor dem Angriff, James traute sich kaum, auch nur eine falsche Bewegung zu machen.

„Ruhig Leute, verbeugt euch bitte, dann dürft ihr anfangen“, versuchte Patrick, die Situation etwas zu besänftigen. Mit bangen Mienen beobachteten vor allem Harry und Liam das Duell und beide hofften, dass sowohl James als auch Lily dies unbeschadet überstehen würden.

Lily verbeugte sich hastig und James schaffte es kaum, sich wieder zu erheben, als auch schon der erste Fluch auf ihn zugeschossen kam.
Reflexartig zog er ein Schutzschild hoch, an welchem dieser abprallte, doch kaum hatte er sich gefangen, schleuderte Lily weitere Flüche auf ihn, welche er nur mit größter Mühe abwehren konnte.

Lily war in ihrem Element. Ohne nach zu denken schmetterte sie Fluch um Fluch auf James, welcher seine wahre Mühe hatte, standhaft zu bleiben.
Ihr Zauberstab flog nur so durch die Luft, sodass man ihren Bewegungen kaum folgen konnte.
Den Umstehenden blieben die Münder offen, als sie sahen, wie der sonst so stolze und im Duellieren gar nicht so unbegabte James Potter doch tatsächlich Stück um Stück vor seiner Freundin zurück weichen musste.

James hingegen hatte im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll zu tun, Lilys Angriffe abzuwehren. Er traute sich kaum zu blinzeln, alles andere war ausgeblendet.
Hier ging es schon lange nicht mehr um ein Duell zwischen zwei Partnern, die Flüche und Verteidigung übten. Lily hatte sich in ihren Kampf hinein gesteigert, legte all ihre Wut und ihrem Schmerz in ihre Flüche - Wut, die gegen ihn gerichtet war. Schmerz, für den er verantwortlich war.

Als wäre ein Ruck durch James gegangen, wurde sein Blick von verzweifelt und hilflos zu entschlossen. Sie wollte kämpfen - gut, er würde mit ihr kämpfen, er würde für sie kämpfen. So leicht wurde sie ihn nicht los.

Er packte seinen Zauberstab fester und begann nun vorsichtig, noch immer aus der Deckung seines Schutzschildes heraus, erste Schockzauber in Richtung Lily zu senden.

Irritiert blickte sie ihn an, doch dann schien sie zu verstehen. Ein geradezu diabolisches Grinsen hatte sich auf ihre Züge gelegt.

„Dann zeig mal, was du noch kannst, Potter, außer wehrlose Schüler verhexen“, rief sie ihm zu und verdoppelte ihre Anstrengungen.

James schluckte, nahm jedoch die Herausforderung an und schickte nun auch seinerseits mehr und mehr Flüche in Lilys Richtung.
Schon bald war seine anfängliche Zurückhaltung gänzlich vergessen und er kämpfte verbissen, Fluch um Fluch auf seine Freundin schickend, Schritt für Schritt gewann er an Sicherheit und an Boden zurück.

Entsetzt beobachteten Harry, Ginny, Sirius, Peter, Remus, Beccy, Liam und Patrick das Duell der beiden. Was war hier los, dass sie sich so vehement angriffen?
Mal war es einige Minuten lang still, da die Zauber stumm gesprochen wurden, dann wieder hallten ihre Stimmen von den Steinwänden des Verwandlungszimmers wieder, dass man meinte, das halbe Schloss stünde in Flammen.

Kurz kamen in Harry Erinnerungen an den Endkampf hoch, das brennende und zerstörte Schloss, die Schreie der Kämpfenden und Verwundeten… nein, nicht jetzt, mahnte er sich, das ist vorbei.
Denn - so surreal es auch sein mochte - das hier war jetzt ihre Gegenwart. Das, was einmal seine Gegenwart gewesen war, war nun seine Vergangenheit und Zukunft zugleich, wenn er auch aus ganzem Herzen hoffte, dass seine Zukunft niemals SO aussehen würde.
Doch er drängte die Gedanken schnell zur Seite, zu oft hatte er diese bereits im Kopf gewälzt und alles was sie brachten, waren Kopfschmerzen.

Statt dessen versuchte er erneut, sich auf das Duell zu konzentrieren. James war Lily nun beachtlich näher gekommen und gerade, als er sich ein genaueres Bild von der Situation machen wollte, hörte man ein laut gebrülltes „EXPELLIARMUS!“ seitens Lily.

Der Zauber raste auf James zu, erfasste ihn und schleuderte ihn gegen die nächste Wand, an deren Boden er bewusstlos liegen blieb.
Die Wirklichkeit ist nur etwas für Menschen, die mit Büchern nichts anfangen können.
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von Tjeika »

Ach du... holla... was ist denn nun los?
Ok, von vorne...
James hat Mist gebaut - gemeinsam mit Sirius, das sollte man wohl auch nochmal betonen. Klar... er hat Mist gebaut, großen Mist. Denn, egal, wie sehr man jemanden nicht ausstehen kann, einfach solche Streiche spielen... aber gut, das sagt jemand, der in der Schule unbeliebt war und ähnliches, wenn auch in Muggelform :lol: , durchhatte ;)
Aber muss Lily denn gleich so dermaßen austicken? Und muss sie ihren Freund denn nun auch noch fast umbringen? Denn das hätte man vom Lesen her wahrlich beinahe denken können, dass dies ihr Plan war...
Ich hoffe, James geht es gut... den Umständen entsprechend. Und ich hoffe, er hat draus gelernt.
Ich bin sehr gespannt, wie es nun weitergeht :knuff:
"Hören Sie, Sir, folgendes... Es geht um meinen Teppich, der das Zimmer erst richtig gemütlich gemacht hat..."

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