Ria hat mich überredet, die FF hier on zu stellen (wehe du liest sie jetzt nicht regelmässig )
Dies ist eine Gemeinschafts-FF, die ich mit einer super lieben Freundin zusammen schreibe. Vielleicht gefällt sie euch ja.
Autoren: Cassio und Vojka Betaleserin: Cassio Kapitelanzahl: Keine Ahnung wie viele es werden. Das werden wir sehen, jedenfalls sehr viele (über 200 auf alle Fälle) Genre: so ziemlich alles von Abenteuer, Romanze bis Drama und Humor und etwas Mystik^^ bunt gemischt =) Altersfreigabe: ab 16 Jahren, meinstens drunter, selten aber auch drüber.
Disclaimer: Plot ist unsers, OC’s sind unsere, alles andere gehört J.K. Rowling und Geld verdienen wir leider immer noch nicht damit. Dies gilt auch für die nachfolgenden Kapitel.
Inhaltsangabe: Die finale Schlacht – Gut gegen Böse – ist gerade auf ihrem Höhepunkt, als sie für Harry und Ginny eine unerwartete Wendung nimmt. Denn plötzlich verschwimmen die Grenzen der Zeit: die Zukunft wird zur Vergangenheit, die Vergangenheit zur Gegenwart und die Gegenwart zur Zukunft. Damit nimmt das Schicksal seinen Lauf… wenn auch einen etwas anderen, als einst geplant.
Einer wird seine Wurzeln finden, ein anderer die seinen verlieren.
Freunde werden durch Gewalt getrennt, andere geraten in Gefahr. Sie müssen ihre Ängste überwinden, dem Verrat widerstehen und dem Tod trotzen. Eine neue Prophezeiung offenbart sich, Verbündete schließen sich zusammen.
Es werden neue Wege eingeschlagen um ihr Ziel zu erreichen – Frieden!
Denn nur gemeinsam sind sie stark, einzeln werden sie brechen. Sieben Seelen, dreizehn Kämpfer, ein Auserwählter, drei Generationen.
Doch kann der Dämon wirklich vernichtet werden und können sie Trelawneys Prophezeiung erfüllen, bevor sie gesprochen wird?
Und nun viel Spaß.
Trailer
Schwarzer Bildschirm, gespenstige Stille, ein leises „Harry“ ist zu hören.
Harry steht am Waldrand und sucht etwas in dem Beutel um seinen Hals. Er nimmt einen kleinen goldenen Schnatz heraus und führt ihn an seine Lippen.
Manchmal passieren die Dinge…
„Harry, wo sind wir?“, fragt Ginny ihn, während er ihr den Tarnumhang über wirft. Es ist dunkel, man kann nur undeutlich Landschaftsumrisse erahnen.
- Szenenwechsel -
Harry und Ginny stehen vor Dumbledore in dessen Büro.
…nicht so wie vorhergesehen.
Harry tritt vor und fragt: „Welches Jahr haben wir, Professor?“
Der Schulleiter blickt ihn verwirrt an und antwortet: „Neunzehnhundertsiebenundsiebzig, den dreiundzwanzigsten Dezember, um genau zu sein.“
Verzweiflung…
Ein sichtlich fertiger Harry sitzt weinend an der Wand und eine beunruhigte Ginny versucht ihr bestes, ihn zu trösten.
„Was, wenn ich das nicht schaffe?“, hört man ihn schwach murmeln.
Freundschaft…
Sirius und Peter rennen fröhlich durch ein verschneites Hogsmeade. Kurz darauf wälzen sich die vier Rumtreiber und Harry im Schnee, man hört glückliches Lachen.
- Szenenwechsel -
Ein Festball, man sieht überall glückliche, tanzende Paare: Harry und Ginny, Lily und James, Remus und seine Freundin…
- Szenenwechsel -
Acht Gryffindors stehen in ihrem Gemeinschaftsraum beisammen. Ginny und Lily stehen sich gegenüber.
„Harry ist euer Sohn, Sirius' Patensohn, aber ich habe keine Familie hier und nun habe ich das Gefühl, neue Freunde gefunden zu haben, ganz besondere Freunde.“
Liebe…
Lily und Severus sitzen auf steinernen Treppenstufen.
„Geh nicht zu ihm, tu mir das nicht an“, sagt sie leise.
„Wieso sollte ich nicht, du hast mich doch auch verraten und allein gelassen“, murrt der Schwarzhaarige, wütend dreht Lily sich weg und geht.
„Verzeih mir“, flüstert er, „ich liebe dich doch.“
- Szenenwechsel
Harry klammert sich ungewohnt fest an Ginny und flüstert: „Lass mich nie mehr los, Gin, nie mehr.“
Ginny schluckt und nickt an seiner Schulter. Dann hebt sie den Kopf und sieht ihm tief in die so traurigen und zugleich glücklichen Augen. „Harry, sehe ich so aus, als würde ich dich je wieder gehen lassen? Wie könnte ich das tun, wollte ich mir nicht selbst das Herz brechen? Ich liebe dich, Harry und daran wird sich auch niemals etwas ändern. Versprochen.“
- Szenenwechsel -
Remus sitzt neben einem schwarzhaarigen Mädchen und beginnt zu strahlen. In Ermangelung an Worten nimmt er einfach ihre Hand, die locker in der seinen liegt und legt sie auf seine linke Brusthälfte.
„Es schlägt für dich“, haucht er atemlos, unbewusst kommen sich ihre Gesichter immer näher.
Und das Leben…
Sirius, in Frauenkleider gehüllt, stolziert erhobenen Hauptes durch Hogsmeade.
- Szenenwechsel -
Der junge Severus Snape erhält ein Päckchen.
Kurz darauf sieht man die Rumtreiber auf dem Flur und James fragt höhnisch: „Schniefelus, was hast du mit deinen Haaren gemacht?“
Kurzer Blick auf Snape, der mit pink-gelben Haaren in der Schülermenge untertaucht.
... werden auf eine harte Probe gestellt.
Harry verabschiedet sich von Ginny und geht die Treppen zum Jungenschlafsaal hinauf. Als er die Tür leise öffnet, hört man nur ein „Missetat begangen“ und das Licht des Zauberstabes erlischt.
- Szenenwechsel -
James und Harry stehen sich wütend gegenüber und feuern Flüche auf den anderen ab.
Man lernt seine Vergangenheit kennen…
Büro des Schulleiters. Harrys Blick ist auf ein Mädchen mit flammend roten Haaren gerichtet.
„Smith, Sir, Harry Smith ist mein Name und das ist Ginerva Wright.“
„Bitte, wenn Sie noch einen Moment draußen warten würden?“, fragt Dumbledore freundlich, die beiden verlassen das Büro wieder.
Vor der Tür flüstert Ginny erschrocken: „Das war deine Mutter, oder?“
- Szenenwechsel -
Harry steht neben einem rothaarigen Mädchen und blickt einen jungen Mann mit schwarzen Haaren und Brille ängstlich an.
„Aber… aber ich bin doch euer Sohn.“
…um die Zukunft zu retten.
Es ist Nacht. James, Lily, Alice und Frank stehen Voldemort gegenüber.
Kurz darauf erscheinen weitere Ordensmitglieder, Voldemort verschwindet und Lily flüstert: „Das war jetzt schon das zweite Mal.“
Sie kämpfen nur für eines - ihre Freiheit
Ein majestätischer Phönix mit Schuppen am Körper statt Federn fliegt stolz über den Schwarzen See und stößt einen Schrei aus, der Freiheit verheißt.
Doch alles hat seinen Preis.
Nacht, der Verbotene Wald. Remus erblickt einen anderen Werwolf und rennt ohne zu zögern hinter her.
In der nächsten Szene sitzt er gefesselt und am Kopf verwundet auf einem Stuhl, um ihn herum eine Gruppe Männer und Frauen.
„So sieht man sich wieder, Remus“, sagt der Fremde, welcher Remus am nächsten steht.
- Szenenwechsel -
Zwei Frauen sind zu sehen, ansonsten ist es dunkel. Eine von ihnen kniet weinend auf dem Boden mit einem toten James auf dem Schoß liegend.
Sie werden sich ihren Ängsten stellen müssen…
Eine Frau, Ende 30, steht mit schreckensweiten Augen einer Banshee gegenüber.
Gemeinsam sind sie stark
Es ist Nacht, die Rumtreiber, Harry, Ginny, Lily und das schwarzhaarige Mädchen sind zusammen mit vier Erwachsenen und Dumbledore unterwegs. Sie sind sommerlich gekleidet. Plötzlich jedoch wird es kalt und alle rufen gleichzeitig: „EXPECTO PATRONUM!“
Einzeln werden sie brechen
Sirius hängt in Ketten an einer Wand, aus einer Wunde am Oberarm sickert Blut.
„Dich werden wir auch noch brechen, Blutsverräter“, erklingt eine Stimme, im nächsten Moment hört man ein „Crucio“ durch den halb dunklen Raum hallen.
Dreizehn gegen Voldemort
Dumbledores Blick ruht auf der kleinen Gruppe vor ihm, einer der Männer spricht mit entschlossener Stimme: „Du hast Recht, Albus. Auch, wenn ich das Gefühl nicht los werde, dass das noch nicht alles ist, kann ich nicht leugnen, dass uns dieser - ich nenne es Mal Zufall - einen nicht zu unterschätzenden Vorteil verschafft. Wir müssen nur entscheiden, wie wir ihn nutzen und wie wir jetzt genauer vorgehen.“
Neue Wege werden entdeckt…
Peter ist mit den anderen über ein Pergament gebeugt, auf welchem seltsame Symbole zu sehen sind. Verblüfft bemerkt er: „James, ist das nicht das Zeichen, welches auf den Deckeln eurer Spiegel ist?“
…wenn das Ende naht
Vier Lichtsäulen erheben sich aus jedem der Türme des Schlosses. Sie treffen im Himmel aufeinander und verbinden sich, sausen hinab zur Erde und schlagen im Innenhof ein, welcher daraufhin aufbricht.
Doch der Dämon kann nicht vernichtet werden.
Dobby hält krampfhaft ein Buch fest, welches Harry versucht ihm zu entwinden. „Das gehört Dobby! Dobby und Master Tom und sonst niemandem!“
Journey of destiny - Grenzen der Zeit…
Glück ist das einzige, was wir anderen geben können, ohne es selbst zu haben.
Hab ich den Trailer beim letzten Versuch, die FF zu lesen, überlesen oder einfach nur vergessen? Wow...
Hej erstmal...
Also, ich konnte die Bilder alle recht deutlich vor mir sehen. Wie es bei einem Trailer halt sein soll. Und ich muss sagen, dass er mich in der Tat sehr neugierig gemacht hat.
Da sind so viele Andeutungen drin, die einfach nur jede Menge Spannung versprechen, dass ich nun meinerseits verspreche, dran zu bleiben und auch regelmäßig zu lesen
Dann bin ich mal auf den Anfang gespannt. Ist auch einfach schon ein Weilchen her, dass ich begonnen habe, die FF zu lesen...
"Hören Sie, Sir, folgendes... Es geht um meinen Teppich, der das Zimmer erst richtig gemütlich gemacht hat..."
Das klingt in der Tat sehr interessant. Bei mir scheitert das Lesen der FF meist vor allem an dem riesigen Volumen, dem ich plötzlich gegenüberstehe, aber ich werde mal versuchen, mitzukommen.
@ Ria: Keine Ahnung, ob du den Trailer gelesen hattest, kommentiert hattest du beim letzten Mal jedenfalls noch nichts *grins*
Es ist schön, dass du die Bilder des Trailers deutlich sehen konntest, dass war uns wichtig, denn wie du ja geschrieben hast, sollte das so sein. Und dass er dich dann auch noch neugierig gemacht hat, ist natürlich umso besser *grins*
Ja, mit Andeutungen sind wir gut *grins* Das machen wir wirklich sehr, sehr gerne *lach* Falls du mal kein Review schreibst schwöre ich dir, dass wir dir in deinen wohlgeformten Hintern treten werden *grins* Denn wir erwarten jetzt einfach einmal zu jedem Chap Kommis von dir *lach*
Der Anfang ist noch sehr, sehr langgezogen, aber es wird immer besser, irgendwann *lach* Wir müssen selbst gestehen, dass wir die ersten ungefähr 16 Chaps nicht wirklich mögen und es auch immer wieder zwischen durch welche gibt, die nicht so ganz unserem Geschmack entsprechen wie wir heute schreiben würden, aber na ja der Anfang ist 2 Jahre alt, da darf das auch so sein.
@ Felix: Hey schön, dass auch du unsere kleine FF liest. Es freut uns, dass dir der Anfang schon einmal gefällt. Wir können dir ja auch, wenn du magst gelegentlich auf die Füße treten, damit es nicht zu viel versäumst und regelmäßig liest *grins*
Nun geht es aber hier mit dem ersten Kapitel los. Wir wünschen euch viel Spaß und vielleicht mag ja wieder jemand sagen, was er davon hält.
LG
1. Kapitel
Ein Wunsch mit Folgen
Harry spürte das Gras unter seinen Füßen, als er langsam und bedächtig auf den Wald zuschritt. Er fühlte sich merkwürdig leer und schon fast zu ruhig. Es schien, als würde er auf eine andere Person hinunter schauen. Aber das was er fühlte, war nicht das, was er sich vorgestellt hatte. Seufzend legte er den Kopf in den Nacken und blickte zu den Millionen von Sternen, die ihm unbeteiligt entgegen blinkten.
Würde er bald dort oben sein? Waren all diese Muggel-Geschichten wahr? Er würde es bald herausfinden. Und wieder regte sich nichts in ihm.
Er senkte seinen Blick wieder Richtung Erde und blickte einmal über das Schlossgelände.
„Ginny“, flüsterte er, als sein Blick an einer schönen, rothaarigen Hexe hängen blieb. Ich wünsche dir, dass du auch ohne mich glücklich wirst. Ich werde, wenn ich da oben bin über dich wachen, dachte Harry.
Er wandte den Blick wieder von ihr ab und sah nicht, dass Ginny in dem Moment zu ihm sah.
Aber Harry bemerkte weder, dass Ginny ihm stirnrunzelnd nachsah, noch, dass sie aufstand und sich unsicher umsah.
Denn sein Blick war auf die dunklen Wipfel der Bäume gerichtet und sein Inneres machte sich bereit für das, was nun kommen würde. Es war so weit. Es war vorbei. Bald würde er von all den Lasten und den Erwartungen nichts mehr spüren. Bald war er frei.
Kaum hatte er das gedacht, beschleunigten sich seine Schritte beinahe von selbst und er strebte auf den Wald zu, wie eine Kompassnadel den Pol sucht.
Als er unter die ersten Bäume trat, stockte er kurz. War das ein Rascheln gewesen? Er drehte sich allerdings nicht um. Alles irdische war nun unwichtig. Bald war es hinter ihm.
Wer würde um ihn trauern? Ron und Hermine. Und Ginny auch. Einen kleinen Moment wurde sein Herz schwer, aber dann erkannte er, dass er diesen Weg ging, um ihr das Leben einfacher zu machen. Sie würde darüber hinwegkommen. Ginny war zäh. Wie seine Mutter - Ginny würde sich nicht unterkriegen lassen.
Mit einem Gefühl des Stolzes, einen solch wunderbaren Menschen gekannt und geliebt zu haben, trat Harry die letzten Schritte in den dunklen Wald und Hogwarts, welches so lange sein Zufluchtsort und zu Hause gewesen war, entschwand endgültig seinen Blicken.
Neville würde Nagini erledigen, das hatte er ihm versprochen und wenn er tot war, war der letzte Horkrux zerstört. Dann würden Professor McGonagall und die anderen Voldemort endgültig erledigen und konnten in Frieden leben.
Er verspürte keinerlei Angst. Dachte noch einmal an all die Menschen, die er liebte und auf dem Weg von Voldemorts Vernichtung verloren hatte.
Erst waren da seine Eltern, die er so gerne kennen gelernt hätte. Er wusste, dass sie ihn geliebt hatten und er wusste, das er ein glückliches Leben hätte führen können in Godric's Hollow. Wenn, ja wenn Professor Trelawney diese Vorhersagung nicht gemacht hätte und Voldemort davon nicht erfahren hätte.
Er dachte an Cedric, der nur gestorben war, weil er zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen war.
Er dachte an Sirius, für dessen Rettung er ins Ministerium gestürmt war und welcher dann dabei sterben musste.
Er dachte auch an Remus und Tonks, welche tot in der Großen Halle lagen. Teddy würde nun ebenfalls ohne Eltern aufwachsen müssen genau wie er. Aber Andromeda würde ihn lieben und ihm eine glückliche Kindheit schenken.
Und er dachte auch an Dumbledore.
Moment Mal, Dumbledore?, dachte Harry. Der Schnatz was stand da noch auf dem Schnatz: Ich öffne mich zum Schluss!
Rasch und schwer atmend starrte er auf ihn hinab, nachdem er ihn aus seinem Beutel geholt hatte. Nun, da er wollte, dass die Zeit so langsam wie möglich verging, schien sie sich beschleunigt zu haben, und er begriff so schnell, als hätte er gar nicht erst nachgedacht. Dies war der Schluss. Dies war der Zeitpunkt.
Er drückte das goldene Metall an seine Lippen und flüsterte: „Ich werde gleich sterben.“
Die metallene Hüllte brach auf. Er senkte seine zitternde Hand, hob unter dem Tarnumhang Dracos Zauberstab und murmelte: „Lumos“.
Der schwarze Stein mit dem gezackten Riss durch die Mitte lag in den beiden Hälften des Schnatzes. Der Stein der Auferstehung war entlang der senkrechten Lilie auseinander gebrochen, die den Elderstab darstellte. Das Dreieck und der Kreis, die den Tarnumhang und den Stein darstellten, waren noch zu erkennen. Und wieder begriff Harry, ohne nachdenken zu müssen. Es ging nicht darum, sie zurückzubringen, denn er war gerade dabei, zu ihnen zu gehen. In Wirklichkeit holte nicht er sie: Sie holten ihn.
Er schloss die Augen und drehte den Stein in der Hand, drei Mal.
Gerade als er die Augen wieder öffnen wollte, passierten zwei Dinge gleichzeitig: Er spürte, wie ihn jemand anrempelte und halt suchend nach seinem Arm griff und er spürte, wie er anfing, sich schneller und schneller um sich selbst zu drehen. Bald war ihm schwindelig und er wünschte, er wüsste was um ihn herum passierte. Gerade, als er sich dazu überwunden hatte, die Augen zu öffnen, hörte die Rotation auf. Blinzelnd und schwankend öffnete er die Augen - und sah Ginny seinen Blick erwidern. Erschrocken sprang er einen Schritt von ihr weg.
„Was - was tust du hier?“, stammelte er. Dann bemerkte er den harten Stein in seiner Hand und sah sich hektisch um. Keine geisterhaften Gestalten. Nichts. Wieso hatte es nicht geklappt? War es doch alles nur eine Lüge gewesen? Ein scharfer Stich der Verzweiflung durchzuckte ihn und er wollte den Ring schon wütend von sich schleudern, als Ginny seine Hand festhielt.
„Harry“, ihre Stimme zitterte unsicher. „Was ist passiert?“
Harry schüttelte den Kopf, konnte er es doch selbst nicht begreifen. Noch einmal sah er sich um und realisierte erst jetzt, dass das gesamte Hogwarts-Gelände von einer feinen Schneeschicht überzogen war und ihm sein Atem in einer Dampfwolke vor dem Mund hing. Schnee im Juni? Das war nicht möglich. Und war der Himmel nicht unbedeckt gewesen? Nun hingen schwere Wolken am Firmament.
Harry sah sich weiter strirnrunzelnd um, ebenso wie Ginny.
„Harry, wo sind wir? Was hast du gemacht?“
„Irgendwas stimmt hier nicht Ginny, komm erst einmal unter meinen Tarnumhang und dann lass uns zum Schloss hoch. Vielleicht finden wir dort Antworten“, sagte Harry allerdings nur.
Er holte seinen Tarnumhang wieder unter seinem normalen Umhang hervor und warf ihn Ginny und sich über.
„Harry, was ist hier los?“, versuchte Ginny es noch einmal eine Antwort zu bekommen.
„Ich weiß es doch auch nicht, Ginny. Eigentlich sollte ich jetzt wo anders sein und Voldemort endgültig besiegen, stattdessen bin ich hier. Wir müssen irgendwie zurück, aber ich weiß nicht einmal, warum wir hier gelandet sind. Eigentlich hätten nur meine Eltern, Sirius und vielleicht auch noch Remus kommen sollen, stattdessen bin ich jetzt hier. Ja, wo auch immer“, antwortete Harry ihr.
„Wie, deine Eltern und Sirius hätten bei dir sein sollen? Harry, sie sind tot, sie können nicht zurück“, antwortete sie ihm, während sie weiter auf das Schloss zu gingen.
„Das kann ich dir nicht sagen, Ginny.“ Harry blickte sie kurz an, sah aber gleich wieder weg, denn Ginnys Augen funkelten nur wütend.
„Harry, jetzt bleib mal stehen“, sagte Ginny, während sie ihm am Arm festhielt. Langsam wurde sie wütend. Irgendwas ist hier passiert, aber wieder sagte er nur, er könne ihr nichts sagen.
„Ich will jetzt Antworten haben Harry, vorher gehe ich nicht weiter.“
Harry seufzte.
„Es ist nicht im Mindesten so einfach, wie es aussieht.“ Er warf den Tarnumhang über sie beide und wollte weiter gehen, doch Ginny machte ihre Drohung war und rührte sich nicht vom Fleck.
„Nein, Harry. Ich will Antworten - hier und jetzt.“ Harry spürte Zorn in sich aufflammen. Was dachte sie, machten sie hier? Krieg und Frieden spielen? Sie hat ein Recht es zu erfahren, wisperte eine leise Stimme in seinem Kopf. Harry atmete tief durch und erzählte ihr alles. Angefangen mit dem Unterricht bei Dumbledore, wie er von den Horkruxen erfahren hatte. Wie Dumbledore und er einen zerstörten wollten und die Wahrheit über die Nacht, als Dumbledore starb. Er endete mit dem Auftrag alle Horkruxe zu zerstören und ließ auch Snapes Erinnerungen nicht aus.
Als er den Mund schloss, sah er Entsetzen in Ginnys Augen und plötzlich schlang die Rothaarige die Arme um ihn. Wie versteinert blieb Harry wie er war. Genauso solche Augenblicke hatte er vermeiden wollen.
Sie war immer noch in Gefahr, der Krieg war noch nicht zu Ende und solange dies nicht der Fall war, konnte und wollte er ihr nicht so nahe kommen.
Ja, er liebte sie. Vielleicht so gar mehr als vor einem Jahr, als er sich von ihr getrennt hatte und genau deshalb wollte er nicht ihre Nähe.
Wenn Voldemort - Nein, daran durfte er nicht denken. Er atmete einmal tief durch und löste Ginny sanft von sich. Sah ihr tief in ihre wunderschönen rehbraunen Augen und seufzte noch einmal.
„Ginny, bitte nicht.“ Er sah sie flehend an.
Sie wandte sich ab von ihm und murmelte: „Lass uns weiter gehen.“
Harry warf den Tarnumhang, welcher nun auf dem Boden lag, wieder über sie Beide und sie gingen schweigend weiter Richtung Schloss. Das Portal war offen und so schlichen sie weiter Richtung Große Halle. Es schien gerade Abendessen zu geben, denn die Halle war voller Schüler.
Sie gingen weiter in die Halle hinein und sahen sich um. Harry ließ seinen Blick über die Schüler wandern, aber er merkte schnell, dass er keinen von ihnen kannte. Er blickte jetzt auf, sah hinauf zum Lehrertisch und keuchte auf.
Das konnte nicht sein! Dumbledore war tot. Er hatte ihn stürzen sehen und nicht mal ein Genie, wie Albus Dumbledore konnte das überleben.
Doch da schlug die bittere Welle der Erinnerung über ihm zusammen. Dumbledore hatte seinen Tod ja so gar geplant. Um jetzt, im entschiedenen Moment, auf der Bildfläche zu erscheinen?
Aber da fiel Harry eine große Ungereimtheit auf. Es war zu ruhig. Und wieso aßen alle? Wieso lagen nicht Leichen aufgereiht? Wieso saßen all die Schüler dort, wo nun Leichen liegen sollten? Irgendetwas war an der Sache mächtig faul, aber ihm wollte nicht aufgehen was.
„Komm.“ Er zupfte Ginny am Ärmel. „Wir sollten in den Gemeinschaftsraum gehen und dort auf einen günstigen Augenblick warten.“ Ginny nickte und langsam schlichen sie von der Halle fort, wo alle fröhlich versammelt waren.
Harrys Kopf schwirrte. Was war hier los? Was war passiert? Er war so in seine Gedanken versunken, dass er nicht einmal merkte, wie Ginny immer leise seinen Namen flüsterte. Dann wurde es ihr zu bunt, dass er nicht reagierte und sie packte ihn am Arm.
„Was ist denn, Ginny?“ Er schaute sie erstaunt und auch leicht gereizt an.
„Harry, hast du dich hier einmal umgesehen? Warum ist das Schloss so heil? Die Treppe war halb zerstört, aber jetzt sieht sie aus wie sonst auch immer. Harry, ich hab Angst. Wo sind wir, was ist passiert?“, flüsterte Ginny und guckte ihn aus großen ängstlichen Augen an.
„Ich glaube, wir gehen gleich zu Dumbledores Büro und warten da auf ihn“, sagte sie und fügte leise murmelnd noch hinzu: „Harry, irgendwas ist hier ganz verkehrt gelaufen, irgendetwas stimmt hier ganz und gar nicht. Wo sind wir hier nur gelandet?“
Harry setzte sich wieder in Bewegung, schon wieder ganz in seine Gedanken versunken und merkte so auch nicht, dass Ginny ihre Hand in seine geschoben hatte. Sie gingen die Treppen hinauf und die Gänge entlang, bis sie vor dem Wasserspeier vor dem Büro von Professor Dumbledore standen. Harry nahm den Tarnumhang von ihren Köpfen und wandte sich dem Wasserspeier zu.
„Dumbledore“, sagte Harry in der Hoffnung, dass in dieser verrückten Welt zumindest das Passwort, mit welchem Snape das Büro geschützt hatte, noch stimmte.
„In der Tat junger Mann, dies ist das Büro von Professor Albus Percival Wulfric Brian Dumbledore. Was kann ich für Sie tun? Denn ohne gültiges Passwort kann ich Sie leider nicht nach oben lassen“, antwortete der Wasserspeier. Harry knurrte ungehalten und sah sich verzweifelt nach einer Lösung um. Aber bevor ihm was einfallen konnte, hörten sie Schritte. Erschrocken sahen er und Ginny sich an.
„Schnell“, wisperte Ginny, warf wieder den Tarnumhang über sie beide und drückten sich an die Wand. Keine Sekunde zu früh, wie es schien denn im nächsten Moment kam Filch um die Ecke geschlichen, zwar etwas jünger, als Harry und Ginny ihn gekannt hatten, aber schon mit dem ewig suchenden Blick nach Schülern, die irgendwelche Streiche anstellen.
Als der Hausmeister wieder aus seinem Sichtfeld entschwunden war stieß Harry den angehaltenen Atem aus und lehnte sich, so bequem es ging, an die Steinwand.
„Wir sollten uns überlegen, was wir nun tun“, murmelte er Ginny zu. Diese nahm einfach wortlos seine Hand und zog ihn mit sich. Harry erkannte schon nach einem Dutzend Schritten wohin sie wollte und stoppte.
„Hältst du den Gemeinschaftsraum für so gut?“, raunte er skeptisch.
„Hast du eine bessere Idee?“, fauchte sie zurück und Harry zuckte zusammen, da er befürchtete jemand könnte sie gehört haben.
„Na gut - ein Versuch ist es wert“, gab er klein bei und folgte ihr den Rest des Weges schweigend.
Schließlich bogen sie in den altvertrauten Korridor ein und gingen zügig auf dessen Ende und auf ein Bild einer großen Frau in einem rosa Seidenkleid zu. Kurz bevor sie das Bild erreichten, zog Harry sich und Ginny den Umhang vom Kopf, aber nicht bevor er sich vergewissert hatte, dass niemand zu sehen war.
Als sie vor dem Bild standen sagte Ginny: „Harry Potter.“
„Ja, was ist mit mir, Ginny?“ Harry sah Ginny erstaunt und fragend an.
„Das ist das Passwort, Harry. McGonagall wollte so zeigen, das wir Gryffindors zu dir halten.“ Sie zuckte nur mit den Achseln und wandte sich dem Bild der Fetten Dame wieder zu. Aber es wollte nicht aufgehen.
„Harry Potter“, sagte Ginny noch einmal. Aber wieder bewegte sie sich nicht nur Seite und sagte auch nichts.
„Irgendetwas stimmt hier ganz und gar nicht Harry. Sie haben doch sicherlich nicht während der Schlacht das Passwort geändert.“
„Ja, stimmt Ginny. Ist dir vorhin, vor Dumbledores Büro aufgefallen, das Filch irgendwie anders aussah als sonst? Irgendwie jünger? Was ist nur passiert? Das Schloss ist heil, obwohl es doch eigentlich halb zerstört sein sollte. Dann sieht Filch 20 Jahre jünger aus, Dumbledore lebt wieder und wir kannten nicht einen der Schüler in der Halle. Außerdem saßen alle ganz friedlich beim Abendessen, während Voldemort auf dem Gelände ist. Was sollen wir denn jetzt machen? Ich glaube, wir sollten noch einmal zu Dumbledores Büro, vielleicht bekommen wir dort ein paar Antworten“, sagte Harry und warf Ginny und sich den Tarnumhang über.
Als sie wieder vor dem Wasserspeier standen, schaute Harry sich um und nahm den Umhang wieder von ihren Köpfen.
„Ah, da ist der junge Mann ja wieder“, begrüßte sie der Wasserspeier freundlich. „Der Schulleiter ist jetzt oben, dass heißt, ich kann Sie nach oben lassen und Sie können Ihr Anliegen direkt vortragen.“
Er öffnete und Ginny und Harry stellten sich auf die obere Stufe der Treppe, die sich langsam nach oben drehte. Oben angekommen atmete Harry noch einmal tief durch, sah Ginny an und klopfte an die Tür.
Glück ist das einzige, was wir anderen geben können, ohne es selbst zu haben.
Na, da habt ihr ja was angerichtet. Ich muss wahrlich sagen, dass mir die Worte fehlen, für das, was ich hier gerade lesen durfte. Es ist einfach großartig geschrieben und die Stimmung, die ihr das gesamte Kapitel über aufrecht erhaltet - was im Übrigen nur wenige schaffen - ist einfach nur... wow!!!
Erst am Anfang, wo Harry gewiss ist, gleich zu sterben und dann die Verwirrung über das, was hier passiert ist. Die arme Ginny, die muss ja total fertig mit den Nerven sein... wer wäre das nicht.
Allerdings, auch wenn ich nicht weiß, wie es ist, wenn man in solch einer Situation steckt, frage ich mich, warum sie immer noch nicht bemerkt haben, was genau da eigentlich los ist Spätestens bei Filchs Auftreten sollte es doch klar sein... nun gut, wie gesagt, man kann nie wissen, wie man reagiert und wie das Denkvermögen reagiert, wenn man selbst in solch einer Situation steckt.
Und nun lasst ihr mich hier mit solch einem fiesen Cliffhanger zurück *schnüff*
Ich bin wahrlich gespannt, wie es hier weitergeht und freue mich wahnsinnig auf das nächste Kapitel!
"Hören Sie, Sir, folgendes... Es geht um meinen Teppich, der das Zimmer erst richtig gemütlich gemacht hat..."
Ohman, ich hab das Gefühl, dass es schon ewig her ist, dass wir das geschrieben haben, dabei sind es "erst" zwei Jahre.
Ich weiß irgendwie auch gar nicht mehr so genau, was darin passiert, klar weiß ich, dass Harry und Ginny in der Vergangenheit landeten, aber sonst ist irgendwie alles nur noch verschwommen *lach*
Und damit du nicht mit einem fiesen Cliff leben musst, bekommst du jetzt ein Kapitelchen von mir.
Knuff
vojka & Cassio
2. Antworten sind nicht immer Lösungen
Harry atmete noch einmal tief durch und nach einer höflichen Aufforderung betraten er und Ginny das kreisrunde Büro des Schulleiters. Harry stoppte so abrupt, dass Ginny es nicht verhindern konnte in ihn hinein zu laufen.
„Harry!“, beschwerte sie sich lautstark und schubste ihn ein wenig vorwärts. Aber Harrys Blick war auf eine junge Hexe mit flammendrotem Haar gerichtet, die vor Dumbledores Schreibtisch saß und sich nun, wie der Schulleiter selbst, zu den Neuankömmlingen umdrehte.
„Ja?“ Albus Dumbledore sah seine Besucher mit höflicher Neugierde an. Harrys Blick richtete sich kurz auf den Zauberer und schnellte dann zu seiner Mutter zurück. Diese runzelte unter seinem intensiven Blick missbilligend die Stirn.
„Ähm, Verzeihung Professor Dumbledore. Ich glaube, wir kommen später noch einmal zurück, wenn Sie nicht beschäftigt sind“, stotterte Harry, während sein Blick weiter zwischen Dumbledore und seiner Mutter hin und her flog.
„Nein bleiben Sie Mister....“ Dumbledore sah ihn fragend über seine Halbmondbrille hinweg an.
„Ähm, Smith Sir, Harry Smith ist mein Name und das ist Ginerva Wright.“ Langsam fand Harry so etwas wie Selbstsicherheit wieder, denn er hörte auf vor sich hinzustottern und blickte Dumbledore nun direkt in die Augen.
„Wenn Sie bitte noch eine Minute draußen warten würden, Miss Wright und Mister Smith, dann bin ich hier fertig und kann Ihnen meine ungeteilte Aufmerksamkeit schenken.“ Dumbledore nickte den beiden mit einem freundlichen Lächeln zu und wandte sich wieder an Lily, während Harry und Ginny vor die Tür gingen.
Draußen lehnte Harry seinen Kopf gegen die kühlen Steine des Treppenaufgangs und atmete tief durch.
„Das war deine Mutter, oder?“, flüsterte Ginny ihm zu.
„Ja, war sie. Aber wie ist das möglich? Meine Mutter ist tot und nun sitzt sie in Dumbledores Büro und so wie sie aussah, ist sie nicht älter als ich selbst. Wie ist das möglich?“ Harry sah Ginny verzweifelt an, als sich auch schon die Tür öffnete und Lily raus kam.
„Ihr könnt nun reingehen“, sagte sie mit ihrer schönen Stimme, funkelte Harry und Ginny aber immer noch missbilligend an, aber Harry sah auch noch etwas anderes in ihrem Blick, nämlich Irritation. Harry und Ginny dankten Lily und gingen zurück ins Büro.
„Setzen Sie sich doch bitte“, sagte Dumbledore und sah sie interessiert an.
Sie setzten sich auf die Stühle, die vor seinem Schreibtisch standen und Harry sah sich unsicher im Büro um.
„Also, wie kann ich Ihnen helfen?“, ergriff Dumbledore wieder das Wort.
Harry trat die wenigen Schritte, die ihn noch vom Schreibtisch trennten, vor und erkundigte sich: „Welches Jahr haben wir?“ Der Schulleiter blickte verwirrt.
„1977 - den dreiundzwanzigsten Dezember, um genau zu sein.“ Harry konnte sich nur schwer davon abhalten nicht zurück zu stolpern. Dann war das wirklich seine Mutter gewesen! Er schluckte und schüttelte überwältigt den Kopf. Ginny schien ein wenig geistesgegenwärtiger zu sein.
„War das eben die Schulsprecherin?“ Dumbledore nickte und Harrys Herz machte einen solchen Sprung, dass es in seinem Hals zu stecken schien.
„Wir haben wirklich den 23.12.1977, Sir?“, fragte Harry noch einmal mit krächzender Stimme nach, um ganz sicher zu sein.
„Ja, Mister Smith. Also, wie kann ich Ihnen nun helfen? Und warum fragen Sie nach dem Datum, geht es Ihnen gut?“ Dumbledore guckte zwischen Ginny und Harry belustigt, aber auch ein bisschen skeptisch hin und her.
„Wo soll ich anfangen?“, murmelte Harry.
„Ich würde vorschlagen, Sie fangen ganz am Anfang an. Wir haben viel Zeit. Möchten Sie vielleicht ein Zitronenbrausebonbon?“ Dumbledore hielt Ginny und Harry eine Schale mit seinen Lieblingsbonbons entgegen, welche beide dankend ablehnten. Harry atmete noch einmal tief durch und seufzte einmal kurz.
„Also Sir, es ist nicht so einfach, das alles zu erklären. Wir kommen aus der Zukunft. Um genau zu sein aus dem Jahre 1998. Und Lily Evans, die hier eben saß, ist meine Mutter.“ Harry blickte Dumbledore aus traurigen Augen entgegen.
„Und wie, wenn ich fragen darf sind Sie hier hergekommen und vor allem, was wollen Sie hier?“, fragte Dumbledore und guckte sie nun mit neugieriger Miene an.
„Sie kennen die Heiligtümer des Todes, Sir? Ich habe sie alle drei und....“
„Moment“, unterbrach Dumbledore Harry in seiner Ausführung. „Erst einmal, ja ich kenne die Heiligtümer, aber Sie können zumindest einen nicht davon haben, es sei denn ich bin tot.“
Harry blickte Dumbledore traurig an und nickte.
„Ja, Sir. In unserer Zeit sind Sie vor einem Jahr gestorben. Severus Snape, welcher in dieser Zeit in der siebten Klasse in Slytherin sein dürfte, hat Sie auf Ihren Befehlt hin getötet, aber erst einmal möchte ich Ihnen erzählen, wie wir hierher gekommen sind. Sie müssen wissen, bei uns herrscht gerade Krieg, welcher kurz vor dem Ende steht. Ich war kurz davor, Voldemort endgültig zu vernichten.“ Dumbledore blickte Harry mit einer Mischung aus Skepsis, Bewunderung und Zweifel an.
„Entschuldigen Sie bitte, Mister Smith....“
„Nicht Smith, Sir, das habe ich nur gesagt, weil meine Mutter gerade in Ihrem Büro war. Mein Name ist Harry James Potter und dies ist Ginerva Weasley“, unterbrach Harry Dumbledore.
„In Ordnung, Mister Potter. Was mich interessieren würde ist, warum ausgerechnet Sie Voldemort töten wollen? Verzeihen Sie, aber Sie sehen nicht älter aus, als ob Sie gerade in die siebte Klasse gehen würden“, sagte Dumbledore.
„Das ist richtig Sir, es wurde vor 17 Jahren in unserer Zeit eine Prophezeiung gemacht, in welcher es hieß: Der Eine mit der Macht, den Dunklen Lord zu besiegen naht heran.... jenen geboren, die ihm drei Mal die Stirn geboten haben, geboren, wenn der siebte Monat stirbt ... und der Dunkle Lord wird Ihn als Ebenbürtigen kennzeichnen, aber Er wird eine Macht besitzen, die der Dunkle Lord nicht kennt ... und der Eine muss von der Hand des Anderen sterben, denn keiner kann leben, während der Andere überlebt ... der Eine mit der Macht, den Dunklen Lord zu besiegen, wird geboren werden, wenn der siebte Monat stirbt ...
Dies traf bis auf einen winzigen Punkt auf zwei Kinder zu. Auf mich und auf Neville Longbottom. Sowohl seine als auch meine Eltern haben Voldemort drei mal die Stirn geboten. Aber nur mich hat Voldemort als Ebenbürtigen gekennzeichnet.“
Er holte kurz tief Luft und schob die Haare auf seiner Stirn zur Seite, um Dumbledore seine Blitzförmige Narbe zu zeigen.
„Diese hat Voldemort mir zugefügt, als er versuchte mich zu töten. Er kam in unser Haus, ermordete er meinen Dad und ging nach oben in mein Kinderzimmer, wo ich mich mit meiner Mum befand. Dort sagte er, sie müsse nicht sterben, wenn sie ihm aus dem Weg gehen würde, um ihm freie Bahn auf mich zu geben. Aber meine Mum ging nicht weg und so brachte er auch sie um. Danach versuchte er mich zu töten. Dies gelang ihm aber nicht, weil meine Mum mit ihrem Tod einen alten Zauber aktiviert hatte, der mich schützte und so habe ich überlebt. Nur weil meine Eltern für mich gestorben sind.“
„Ich verstehe“, sagte Dumbledore. „Aber was ich noch nicht verstehe ist, wie sind Sie hier her gekommen, und was hat es mit den Heiligtümer zu tun? Warum Sie jetzt hier sind? Können Sie mir das noch erklären?“
Ein wenig ratlos sahen Ginny und Harry sich an. Wie sollten sie etwas erklären, was sie nicht erklären konnten? Sie wussten doch selbst nicht, was hier eigentlich passiert war.
Ein wenig unsicher rutschte Harry auf seinem Stuhl hin und her.
„Wir verstehen es selbst nicht so genau, Sir. Sie haben mir und meinen Freunden vor Ihrem Tod etwas hinterlassen und haben uns so auf die Spur der Heiligtümer gebracht. Einen hatte ich schon, denn das ist ein Erbstück, welches von Generation zu Generation in der Familie der Potters weiter gegeben wurde, eines haben Sie mir vermacht, nämlich den Stein der Auferstehung und durch diesen sind wir nun hier. Ich habe ihn, als ich in den Verbotenen Wald zu Voldemort wollte, gedreht und Ginny ist in mich hineingelaufen und dann sind wir hier gelandet. Eigentlich hätten nur meine Eltern, Sirius Black und Remus Lupin erscheinen sollen, denn in dem Moment habe ich an sie gedacht und wollte, dass sie mir bei dem letzten Schritt bei stehen. Statt dass sie kamen, wurden wir aber in einen Wirbel gezogen, der uns hier landen lies. Warum, wieso und vor allem wie das passiert ist, dass wissen wir nicht. Wir hofften, dabei könnten Sie uns helfen.“
Harry blickte Dumbledore offen und fragend in die Augen und hoffte, dort vielleicht eine Antwort zu finden.
Der Schulleiter hatte die Stirn gerunzelt und einmal mehr schien sein Blick Harry zu durchbohren.
„Das erste, was Sie brauchen, ist eine neue Identität.“
Dumbledore nickte nachdenklich, erhob sich und ging in seinem Büro auf und ab. Harry erinnerte sich daran, dass Fred einmal behauptet hatte, Dumbledore würde das stundenlang machen. Die Erinnerung an Fred zog seinen Magen schmerzhaft zusammen. Nur er war an seinem Tod Schuld. Doch dann ließ eine Erkenntnis ihn hochschnellen, wie ein Jack-in-the-box.
Er war in der Vergangenheit.
Er konnte dafür sorgen, dass seine Eltern überlebten. Er konnte diesen ganzen wahnsinnigen zweiten Krieg verhindern. Doch dann erinnerte er sich an den missbilligenden Blick seiner Mutter und ihren kühlen Gesichtsausdruck und ihm wurde schwer ums Herz.
Währenddessen hatte Dumbledore sich wieder hinter seinem Schreibtisch niedergelassen.
„Wir machen es folgender Maßen. Sie beide sind Harry Smith und Ginerva Wight und Sie haben die Schule gewechselt, weil an Ihrer alten chaotische Zustände herrschen - Sie aber Ihren Abschluss machen wollen.“ Harry nickte.
Das klang plausibel und war für jeden verständlich - schließlich waren er und Ginny von einem Krieg in den anderen gerauscht.
„Ich bin aber erst in der sechsten Klasse“, zweifelte Ginny. Dumbledore sah darin kein Problem.
„Das wird niemanden weiter stören.“
Wieder erinnerte sich Harry an den irritierten und wachsamen Blick seiner Mutter und wusste, dass zumindest eine Person nicht leicht zu überzeugen sein würde.
Zehn Minuten später hatten Dumbledore, Harry und Ginny sich einen perfekten Plan zurecht gelegt, der halten würde, bis Dumbledore einen Weg gefunden hatte, die Beiden wieder nach Hause zu schicken. Von seinem Plan, die Zukunft zu verändern, hatte Harry noch nicht gesprochen und bis jetzt war es auch eher ein Gedanke, der ihm im Kopf herum schwirrte wie ein Schwarm aufgescheuchter Hornissen.
„Dann werde ich Miss Evans und Mister Potter eine Nachricht zu kommen lassen, dass sie herkommen mögen. Und“, Dumbledore wandte sich mit einem verständnisvollem Lächeln zu Harry um, „versuchen Sie sich so normal wie irgend möglich zu verhalten - auch wenn es natürlich schwer werden wird.“
Das wurde es wirklich, als seine Eltern, zu allem Unglück auch noch Hand in Hand, das Büro betraten. Lily runzelte die Stirn, als sie Harry sah und James blieb einfach stehen und starte sein Gegenüber fassungslos an. Harry hörte, wie Ginny neben ihm nach Luft schnappte und sah, dass sie mit vor Schreck geweiteten Augen von ihm zu seinem Vater und wieder zurück schaute.
Dumbledore wandte sich James und Lily zu.
„Schön, dass Sie so schnell kommen konnten. Das sind Harry Smith und Ginerva Wright. Sie kommen aus Australien. Auf ihrer Schule Kangoroo Hills in Australien gab es ein paar gravierende Probleme und deshalb sind sie jetzt hier, um in Ruhe ihren Abschluss zu machen. Sie werden nach Gryffindor kommen. Mr. Smith wird in Ihren Schlafsaal ziehen Mister Potter und Miss Wright in Ihren Miss Evans. Ich hoffe, dass Sie sich am Anfang um unsere beiden Neuankömmlinge kümmern werden. Sie werden nach den Weihnachtsferien, welche Sie jetzt schon hier in Hogwarts verbringen werden, ganz normal am Unterricht teilnehmen und ich hoffe, dass wenn die Beiden Probleme mit dem Stoff haben, welcher sicher anders sein wird als in Australien, Sie ihnen helfen werden. Sie sind die besten Schüler dieser Schüler und außerdem Schulsprecher. Ich hoffe, Sie werden sich dementsprechend verhalten. Und nun nehmen sie die Beiden mit. Morgen früh kommen Sie dann bitte beide noch einmal in mein Büro, aber jetzt ist es schon spät und wir sollten alle gleich schlafen gehen. Ich wünsche Ihnen allen eine geruhsame Nacht. Schlafen Sie gut.“
Die Vier verließen schweigend Dumbledores Büro um in den Gryffindorturm zu gehen.
Auf halben Weg blieb James stehen.
„Hab ich ganz vergessen! Herzlichen Willkommen in Hogwarts. Ich heiße James, James Potter und das ist meine Freundin Lily Evans“, sagte James mit einem freundlichen und breiten Lächeln im Gesicht.
„Wie Dumbledore ja schon gesagt hat, sind wir Beide auch in Gryffindor und außerdem die Schulsprecher. Also wenn ihr Fragen habt, mal nicht weiter wisst oder ihr einfach nicht wisst, wo was in diesem großen Schloss ist, fragt einfach einen von uns. Wir machen das gerne und nicht nur weil Dumbledore es so möchte.“
Harry strahlte nun auch seinen Dad an. Mit ihm würde es wohl nicht so schwer sein klar zu kommen, was bei seiner Mutter aber schon wieder anders aussah. Ginny guckte sie zwar einigermaßen nett und freundlich an, aber er hatte das Gefühl, sie wollte ihn mit ihren Blicken lieber erstechen. Ich hab aus den Erzählungen eigentlich immer gedacht, dass mein Dad der Misstrauische wäre, aber da hab ich wohl was missverstanden, oder es liegt einfach daran, dass ich meinem Dad so ähnlich sehe. All das ging ihm in Sekunden Bruchteilen durch den Kopf, während er seinem Dad die Hand schüttelte, die er ihm entgegen gestreckt hatte.
„Danke D..., ähm James. Wir werden sicherlich auf dein Angebot zurückkommen. Wie ist es denn so in Hogwarts? Wie sind die Lehrer und die anderen in unserem Schlafsaal, denn wenn ich Dumbledore richtig verstanden habe, werden wir beide in einem Schlafsaal schlafen?“
Oh man Harry, dachte Harry, als er fertig war mit reden. Kaum redest du mit ihm, hättest du dich schon beinahe verplappert. Du musst mehr aufpassen!
Sie setzten sich wieder in Bewegung Richtung Gemeinschaftsraum und James erzählte, wie es so in Hogwarts zuging.
„Die Lehrer sind eigentlich ganz ok. Slughorn, unser Zaubertranklehrer, ist ein wenig nervig, besonders wenn du richtig gut in dem Fach bist. McGonagall unterrichtet Verwandlung, sie ist auch unsere Hauslehrerin. Sie ist sehr streng, aber auch gerecht. Bei ihr sollte man lieber keine Scherze machen. In Zauberkunst werden wir von Flittwick unterrichtet. Er ist einfach klasse, hat viel Humor und versteht auch mal einen Spaß. Oh, da sind wir schon beim Gemeinschaftsraum. Dieses Bild ist der Eingang, von dort gehen dann auch die Schlafsäle ab. Das Passwort, welches ihr der Dame nennen müsst, bevor ihr eintretet ändert sich alle paar Wochen. Im Moment ist es auf Grund der Weihnachtszeit Christbaumkugel.“ Das Portrait schwang auf und sie betraten den Gemeinschaftsraum.
„Willkommen im Gemeinschaftsraum der Gryffindors!“, sagte James.
Harry sah sich um und bemerkte, dass sich wohl nichts verändern würde. Das der Gemeinschaftsraum schon immer so gewesen war und für immer so bleiben würde, wie er war. Er bemerkte, wie James ihn auffordernd ansah und ihm wurde klar, dass er etwas sagen musste, um sich nicht zu verraten.
„Wow!“, brachte er mühsam hervor und war dankbar, dass ein furchtbares Krachen ihn und James herumwirbeln ließ.
„Moony, Tatzefoot!“, lachte James und Harry musste schmunzeln, als er erkannte, was das Krachen verursacht hatte. Sirius und Remus hatten sich wohl beide auf die Lehne eines der Sofas gesetzt und das Sofa war unter dem Gewicht zusammen gebrochen. Schnaufend tauchte Sirius' Haarschopf aus einem Haufen aus Holz und Stoff auf.
„Uff“, schnaufte er und grinste breit, als er das Chaos sah, das er bereitet hatte.
„Das war cool.“ Auf diesen Satz kam ein gequältes Stöhnen als Antwort.
„Moony?“, wunderte sich Sirius und sah sich nach seinem Freund um.
Lily verdrehte die Augen und murmelte: „Womit hab ich das verdient.“ Dann zückte sie ihren Zauberstab, schnippte einmal lässig damit und das Sofa stand wie unberührt am ursprünglichen Platz. Nun konnte man auch Remus sehen, der sich, über und über mit Staub bedeckt, aufrappelte und Sirius einen kräftigen Schlag auf den Hinterkopf verpasste.
„Die Idee war bekloppt, Tatzefoot.“ James grinste, ging auf seine Freunde zu und strich Moony ein wenig Staub von der Schulter während er fragte: „Was habt ihr denn gemacht?“
„Blödsinn - wie immer“, hörte Harry seine Mutter murmeln, doch ihr Ton war eher liebevoll-belustigt, als missbilligend. Auf Sirius' Gesicht stand ein breites Grinsen.
„Deshalb magst du uns doch so, Lils.“ Sie grinste zurück und schob Ginny ein wenig in Richtung der Rumtreiber.
„Wir haben zwei neue Schüler.“ Sofort blitze Neugierde in Sirius' grauen Augen auf. Remus allerdings wurde ein wenig zurückhaltend. Aber bevor Lily anfing, sah sie sich fragend um.
„Wo ist denn Peter?“ Harry musste sich auf die Lippen beißen, um nicht laut aufzukeuchen. Daran hatte er nicht gedacht, Peter würde ja auch da sein. Der elendige Verräter, der ihm die Möglichkeit genommen hatte, eine ganz normale Kindheit zu haben.
Sirius sah sich unsicher um.
„Der liegt im Bett - das Essen ist ihm nicht bekommen.“ Lily sah besorgt aus und Harry erinnerte sich daran, dass seine Mutter immer als fürsorglich und gerecht beschrieben worden war.
„Nun ja, dann erfährt er es morgen.“ Auch James schien sich um seinen Freund zu sorgen, denn sein Blick war beunruhigt und er verharrte einen Moment auf dem Treppenaufgang zu den Jungenschlafschälen.
„Wer sind die Beiden denn nun?“, wollte Sirius ungeduldig wissen. Während er Harry musterte pfiff er leise durch die Zähne.
„Ihr beiden könntet Zwillinge sein, Krone“, grinste er und streckte Harry freundlich die Hand entgegen.
„Sirius Black - freut mich.“ Harry verspürte einen kleinen Stich der Trauer und Enttäuschung. Er wurde von seinem Paten, wie ein Fremder behandelt. Moment, rief er sich energisch in Erinnerung. Für ihn bist du ein Fremder.
Eine Welle der Verzweiflung schlug über ihm zusammen. Er wollte ihnen allen um den Hals fallen. Ihnen sagen, dass er sich freute. Ihnen sagen, wie sehr er sie vermisst hatte. Aber er wurde auch von Remus nur mit einem freundlichen, aber unpersönlichen, Lächeln und einem Händedruck wie bei jedem anderen bedacht.
„Harry Smith“, murmelte er und schaffte es nicht auch nur einem von ihnen in die Augen zu sehen.
„Und das ist Ginerva Wright“, stellte Lily Ginny vor und Harry nahm mit einem Stich der Eifersucht wahr, dass Lilys Blick weicher wurde, wenn sie Ginny ansah.
„Kommt ihr in unsere Klasse?“, erkundigte sich Remus freundlich. Harry nickte, aber Ginny verneinte.
„Nein. Ich in die Sechste.“
„Schade“, murmelte Sirius und Harry war von der Aufrichtigkeit in der Stimme seines Paten überrascht.
Noch bevor Einer ein weiteres Wort sagen konnte, musste Harry hinter vorgehaltener Hand gähnen. Lily blickte ihn an und in ihren Augen war nichts Weiches mehr zu finden.
„Vielleicht ist es besser, wenn wir jetzt alle ins Bett gehen.“ Sie küsste James zärtlich und Harry sah rasch in eine andere Richtung. Dann wandte sie sich an Ginny bedeutete ihr, ihr zu folgen.
„Komm, wir müssen nach rechts.“ Sie drehte sich noch mal zu den Rumtreibern um. „Nacht, Jungs.“
„Nacht, Lils“, kam es einstimmig zurück. Harry musste ein Lachen verkneifen. Lily warf James noch einen letzten verliebten Blick zu und dann verschwanden sie und Ginny endgültig.
„Komm“, murmelte Sirius und zupfte Harry am Ärmel. Etwas lauter zu James, der immer noch Lily hinterher sah: „Krone - sie kommt doch wieder.“
Scheinbar zog Sirius seinen besten Freund öfters so auf, denn James drehte sich um, streckte ihm die Zunge raus und stieg dann die Wendeltreppe empor. Mit heftig hämmernden Herzen wurde Harry klar, dass er all die Jahre im alten Schlafsaal seines Vaters geschlafen hatte, ohne es auch nur zu ahnen.
Ganz leise und vorsichtig öffnete Remus die Tür.
„Pscht.“ Er legte einen Finger auf die Lippen und raunte Harry zu: „Das Bett am Fenster ist wahrscheinlich deins. Sei so leise wie möglich - Peter geht es nicht gut.“
Harry versuchte möglichst keinen Krach zu machen und schlüpfte komplett angezogen in das Bett, wo in seiner Zeit Seamus Finnigan schlief. Er nahm die Brille ab und starrte dann an die Decke. Was machte er hier? Ging in der Zukunft das Leben weiter?
Wenn ja, würde er nur noch Trümmer und eine von Voldemort beherrschte Welt wieder finden, wenn er in die Zukunft zurück kehrte? Wie ging es Ron und Hermine? All diese Fragen bedurften einer Antwort, aber die würde er heute nicht mehr bekommen. Er war zu müde.
Und während er dies noch dachte, schlief er auch schon.
Glück ist das einzige, was wir anderen geben können, ohne es selbst zu haben.
Das war ebenfalls ein sehr schönes Kapitel. Sowohl vom Schreibstil als auch von der Stimmung her. Ich glaube, keinen einzigen Rechtschreibfehler entdeckt zu haben, finde ich fein
Es gab allerdings etwas, was mich ein wenig gestört hat beim lesen: Tatzefoot. Etwas verwirrend, dieser Sprachmix. Konntet ihr euch nicht entscheiden ob nun Tatze oder Padtoot?
Leider habe ich auch etwas entdeckt, was mir weniger gut gefallen hat, und zwar die Abkürzung Lils für Lily. Mochte ich noch nie bei FFs, aber das ist wohl wahrlich Geschmackssache
Nun aber zu den wahrlich interessanten Dingen
Warum ist Lily so kalt zu Harry? Weil er James so ähnlich sieht? Das hat mich dann doch schon etwas verwirrt.
Eine kleine Unstimmigkeit, oder wie auch immer man das nennen möchte ist mir übrigens noch aufgefallen.
Ich finde, dass sowohl Ginny als auch Harry und auch Dumbledore die ganze Situation viel zu einfach, viel zu schnell akzeptiert haben. Keiner hat irgendwie hinterfragt, was ich zumindest bei Dumbledore irgendwie erwartet hätte.
Macht aber im Großen und Ganzen nichts, denn so kommen wir schneller zum Wesentlichen
Ich bin nun wahrlich gespannt, was Harry vorhat. Wie will er die Vergangenheit verändern?
Ich freue mich auf mehr!
"Hören Sie, Sir, folgendes... Es geht um meinen Teppich, der das Zimmer erst richtig gemütlich gemacht hat..."
WOW, da bist du ja wahrlich schnell, magst du noch mehr lesen?
Ja das mit dem Tatzefoot ist wohl meine Schuld *lach* Denn ich mag die englischen Spitznamen nicht und so muss das foot beim ersetzen durch Tatze vergessen worden sein. Stimmt. den Anfang würden wir heute auch ganz anders schreiben, denn er ist wahrlich etwas seltsam (ohma ich merke an meiner Sprache gerade, dass ich die Black Letters lese).
Ich weiß auch, dass viele die Abkürzung Lils nicht mögen, du wirst leider damit leben müssen, denn wir mögen sie *grins* Wobei soviel ich mich richtig erinnere benutzt nur James den Spitznamen.
Gerade am Anfang werden dir noch einige Koriositäten auffallen, denn der Anfang ist etwas Seltsam zum Teil. Naja ich hoffe einfach nur, dass du nicht aufgibst *lach*
Sag bescheid, wenn du noch ein Chap willst.
Glück ist das einzige, was wir anderen geben können, ohne es selbst zu haben.
Harry wachte am nächsten Morgen schon sehr früh auf. James und die anderen lagen noch in ihren Betten und Peter schnarchte leise. Harry stand auf und schlich ins Badezimmer. Als er schließlich fertig angezogen in den Gemeinschaftsraum kam, saß dort schon jemand mit einer roten Haarmähne.
„Morgen Ginny, hast du gut geschlafen?“, fragte er.
„Es ging so“, antwortete Ginny ihm müde und Harry sah, dass sie ziemlich erschöpft und traurig aussah. Hatte sie geweint? „Wollen wir schon runter zum Frühstück gehen?“, fragte sie, als wolle sie von sich ablenken und Harry nickte.
Sie verließen den Gemeinschaftsraum und machten sich auf den Weg in die Große Halle.
„Harry, ich will zurück. Mum und Dad machen sich bestimmt schreckliche Sorgen und sie müssen schon genug durchmachen. Ein Kind haben sie schließlich schon verloren. Ich möchte nicht, dass sie auch noch um mich trauern, weil ich plötzlich verschwunden bin.“ Ginny sah Harry mit ihren wunderschönen braunen Augen an, in denen nun Tränen schimmerten. Harry wusste nicht, was er darauf erwidern sollte, ging einen Schritt auf Ginny zu und zog sie in eine Umarmung.
„Es wird alles gut - das verspreche ich dir“, raunte er ihr zu und wollte sich im nächsten Moment für diese Lüge ohrfeigen. Woher wollte er wissen, dass ihr nichts passieren würde? Er wusste ja nicht mal, wie er und Ginny in die Zeit seiner Eltern gekommen waren - und vor allem wusste er keinen Rückweg. Ginny schniefte, löste sich von ihm und sah ein wenig beschämt aus.
„Tut mir Leid, Harry. So bin ich dir wahrscheinlich keine große Hilfe.“ Harry sah sie einfach nur an und die Wut und Verzweiflung, die ihn gestern ergriffen hatte, als er bemerkt hatte, dass sie mit ihm gekommen war, wandelte sich in tiefe Dankbarkeit.
„Ich bin froh, dass du da bist“, murmelte er und lächelte sie schüchtern an. „Sonst würde ich mir sehr verloren vorkommen.“ Sie lächelte offen und ehrlich zurück. Doch dann runzelte sie verwirrt die Stirn.
„Verloren vorkommen?“, wunderte sie sich. „Du hast doch deine Eltern.“ Harry lachte vielleicht ein wenig zu sarkastisch auf, denn Ginny blickte ihn erschrocken an.
„Meine Mutter hasst mich und für meinen Paten bin ich nur ein neuer Mitschüler.“ Ginny sah ihn verständnisvoll an und die Erschrockenheit wich langsam aus ihren Augen und zurück blieb nur das von Harry so geliebte nachdenkliche Funkeln.
„Das ist doch Blödsinn, Harry. Sie hasst dich nicht - sie misstraut dir einfach.“
„Aber ich bin doch ihr Sohn!“, protestierte er so laut, dass er einige schräge Blicke von vorbeigehenden Schülern kassierte. Nun kicherte Ginny belustigt, was die Sache für ihn nicht gerade vereinfachte.
„Aber das weiß sie doch gar nicht!“, rief sie ihm lachend in Erinnerung. „Für sie bist du jemand, der ihrem Freund beängstigend ähnlich sieht und der sie ständig anstarrt.“ Harry wurde rot. Starrte er seine Mutter an?
Persönlich würde er die Frage klipp und klar mir „nein“ beantworten. Trotzdem hatte Ginny Recht - für seine Mutter musste es lästig und unverständlich sein.
Harry wurde von einem lauten Knurren aus seinen Gedanken gerissen. Ginny sah ihn mit geröteten Wangen an und nuschelte: „'Tschuldigung, ich hab seit 24 Stunden nichts mehr gegessen.“ Sie blickte auf ihre Füße und sah so nicht das Schmunzeln, welches Harrys Lippen umspielte.
„Dann lass uns endlich frühstücken gehen“, sagte er und setzte sich wieder in Bewegung. Als sie die Große Halle betraten, blickten sie fast alle erstaunt an. Harry fragte sich, warum so viele Schüler anwesend waren, denn es waren hier schließlich gerade Weihnachtsferien, aber die Antwort sollte er früher bekommen, als ihm lieb war. Die Blicke, welche Harry ja schon seit seiner ersten Klasse gewohnt war, ignorierend, setzte er sich mit Ginny an den Tisch der Gryffindors und begann zu frühstücken. Als die beiden fast fertig waren, kam Dumbledore auf sie zu.
„Sie haben ja keine Kleidung oder sonstige Sachen hier, deshalb bekommen Sie von mir jetzt eine Ausnahmegenehmigung nach Hogsmeade zu gehen und dort ein paar Sachen einzukaufen“, flüsterte Dumbledore, welcher sich zwischen die beiden gebeugt hatte, damit kein anderer etwas verstehen konnte.
„Aber Sir, wir haben auch kein Geld dabei“, flüstere Harry zurück und wurde leicht rot.
„Das macht nichts. Sie bekommen von mir das Geld, welches sie benötigen, für die Zeit in welcher Sie hier sind. Ich werde es mir in ein paar Jahren von Ihren Eltern zurück zahlen lassen“, antwortete er nur und zwinkerte die beiden an. „Bevor ich es vergesse, ich weiß nicht, ob die Schulsprecher es Ihnen gestern Abend noch gesagt haben, aber heute Abend findet ein Ball hier statt und ich hoffe, Sie beide werden daran teilnehmen.“
Harry schaute Dumbledore mit weit aufgerissenen Augen an und Ginny grinste und freute sich schon auf den Ball.
„Nach dem Mittagessen würde ich Sie gerne noch einmal sprechen“, sagte Dumbledore, bevor er sich von ihnen verabschiedete und wieder zum Lehrertisch zurückging.
„Oh mein Gott! Ein Ball, das hat mir gerade noch gefehlt, wo ich doch so ein guter Tänzer bin“, seufzte Harry und wandte sich dann Ginny zu. „Würdest du mit mir auf den Ball gehen Ginny?“ Harry sah sie mit seinen smaragdgrünen Augen bittend an.
Sie schien mit sich zu ringen. Harry betete, hoffte und flehte.
„Ja“, sagte sie schließlich fest und erkundigte sich dann besorgt. „Aber deine Eltern so glücklich und verliebt zu sehen, wird doch bestimmt schwer für dich?“
Harry schluckte. Daran, dass seine Eltern auch da sein würden, hatte er nicht gedacht. Aber er musste sich an den Anblick gewöhnen, denn sonst würde er die Zeit in der Vergangenheit nicht überstehen.
„Wenn es dich glücklich macht zu tanzen ist mir das egal.“
Die Worte waren ihm entwischt, ehe er sie aufhalten konnte. Er spürte, wie ihm das Blut in die Wangen schoss und sah schnell auf seinen beinahe leeren Teller.
Er merkte in diesem Moment wieder, wie sehr er Ginny immer noch liebte. Vielleicht hätten sie ja hier eine Chance, dachte er bei sich. Sie würde mit ihm zum Ball gehen. Vielleicht schaffte er sich ja doch noch, sich auf den Ball zu freuen? Er würde mit seiner Traumfrau hingehen, denn das Ginny dies war, dessen war sich Harry absolut sicher.
„Lass uns gehen, je eher wir wieder hier sind, desto eher kommen wir aus unseren alten Anziehsachen raus.“ Mit diesen Worten riss Ginny Harry aus seinen Gedanken. Sie erhoben sich und verließen die Große Halle. In der Eingangshalle kamen ihnen die Rumtreiber und Lily entgegen. Diese warf Harry immer noch komische Blicke zu.
Bis sie ihren Blick von Harry abwandte und Ginny anlächelte.
„Wo wollt ihr beiden denn hin?“, fragte sie Ginny freundlich.
„Wir haben die Erlaubnis, nach Hogsmeade zu gehen und dort einzukaufen, weil unsere Kleidung und anderen Sachen, auf dem Flug hierher verloren gegangen sind. Hat der Ball heute eigentlich ein Motto?“, fragte Ginny.
„Nein, hat er nicht. Wir wollen einfach nur schön zusammen feiern und Spaß haben“, antwortete James.
Nach einer kurzen Verabschiedung wandten sich Harry und Ginny von den Fünfen ab und gingen auf das Eingangsportal zu.
„Schade, dass ich schon eine Begleitung für heute Abend habe“, murmelte Sirius, aber James hatte ihn verstanden und sah ihn an, bevor er sagte: „Ich glaube, du kommst zu spät, Tatze. Die beiden lieben sich, das sieht doch ein Blinder mit einem Krückstock.“
Sirius setzte eines seiner unwiderstehlichen Lächeln auf und sagte: „Wer weiß Krone, noch sind die beiden nicht verheiratet, also könnte ich doch noch eine Chance haben.“ Er wandte sich ab und ging in die Große Halle.
Doch dann stoppte er und drehte sich mit einem schelmischen Grinsen zu seinen Freunden um. „Ach wisst ihr was, ich habe gar keinen Hunger.“
Lily baute sich vor ihm auf. „Als würden sie dich nicht sehen, wenn du ihnen hinterher schleichst. Sirius Black - ich dachte, du hättest ein wenig mehr Verstand.“
Aber Sirius' Grinsen wurde nur noch breiter. „Dagegen, dass sie mich sehen, kann ich etwas tun.“
James, dem in diesem Moment aufging, was sein Freund meinte, pfiff leise durch die Zähne.
„Die Idee ist genial.“
„Das ist dreist“, kommentierte Lily und kopfschüttelnd verschwand sie in der Großen Halle. James sah ihr geknickt nach und stürmte dann los. Er erreichte sie kurz vor dem Gryffindortisch.
„Wir wollen ihnen ja keinen Streich spielen. Nur herausfinden, was sie vorhaben.“
Lily runzelte nachdenklich die Stirn. Die Idee war wirklich nicht so schlecht, wie sie gedacht hatte. Denn dieser Harry Smith war ihr nicht geheuer.
„Also gut. Ich komme mit.“
James strahle sie glücklich an, griff zärtlich nach ihrer Hand und rannte zurück in die Eingangshalle zu den anderen.
„Also Tatze, Lily und ich kommen mit“, verkündete James und grinste breit, ebenso wie Sirius.
„Unsere beiden Schulsprecher wollen sich wirklich heimlich rausschleichen, obwohl das gegen die Schulregeln ist?“, sagte er, aber bei Lilys Blick gefror sein Lächeln.
„Ich will wissen, was das für ein Typ ist, der meinen Freund zum verwechseln ähnlich sieht. Das geht doch nicht mit rechten Dingen zu. Irgendetwas stimmt da nicht. Außerdem möchte ich wissen, warum er mich die ganze Zeit so anstarrt. Ich mag das nicht und falls dir das nicht passt, dass James und ich mitkommen Sirius Black, dann bleibst du auch hier, denn dann werde ich meinen Freund davon überzeugen, das er dir den Umhang nicht gibt. Na los James, lauf schon in deinen Schlafsaal und hole den Umhang, sonst holen wir die beiden nicht mehr ein.“
An dem Ton, in welchem Lily das gesagt hatte, wurde deutlich, dass sie keine Widerworte dulden würde und so setzte sich James in Bewegung und lief in den Schlafsaal. Ein paar Minuten später war er wieder unten.
„Wo sind denn Wurmschwanz und Moony hin?“, fragte er nach Luft schnappend.
„Die wollen nicht mit kommen. Wurmschwanz geht es noch nicht besser und Moony wollte ihn nach dem Frühstück zu Madam Pomfrey bringen, damit er heute Abend für den Ball fit ist. Ich mein, wann hat der Kleine schon mal eine Verabredung, da sollte er besser nicht krank sein und nun lasst uns endlich los, sonst sind die beiden wirklich weg.“
Sirius ging zum Portal und hinaus auf die Ländereien. Lily und James folgten ihm. Als sie ein Stückchen Richtung Tor von Hogwarts gegangen waren, schaute James sich genau um und warf den Tarnumhang über sie drei. Sie mussten sich dicht zusammen stellen, damit sie auch alle drunter passten und ihre Füße nicht zu sehen waren. Als James, Lily und Sirius drei Stunden später wieder im Gemeinschaftsraum der Gryffindors ankamen, konnten sie nur berichten, dass die beiden Neuen wohl die Wahrheit gesagt hatten. Sie waren wirklich einkaufen gewesen und das nicht zu knapp.
„Aber was komisch gewesen war“, sagte Lily zum Abschluss ihres Berichts zu Remus Remus und Peter, „sie schienen sich wirklich gut auszukennen, sie sind zielstrebig auf die verschiedenen Geschäfte zugegangen, ohne sich großartig umzugucken. Außerdem war noch merkwürdig, dass sie ihre Kleidung nicht bezahlt, sondern nur gesagt haben, dass sie die Rechnung bitte nach Hogwarts schicken möchten und dass sie dann beglichen würde. Warum bezahlen sie nicht wie normale Menschen ihre Sachen? Warum lassen sie die Rechnung hierher schicken? Ich glaube, wir sollten die beiden im Auge behalten. Irgendetwas stimmt ganz und gar nicht. Ich glaube...“
Was immer Lily noch sagen wollte, würden die anderen nicht mehr erfahren, denn in diesem Moment kamen Harry und Ginny durch das Portraitloch geklettert.
„Hallo, wie gefällt euch Hogsmeade?“, fragte James die beiden.
„Schön war es dort. Die Auswahl ist zwar nicht so groß, wie in der Winkelgasse, aber wir haben auch so genug bekommen“, sagte Ginny und strahlte.
„Woher wisst ihr, wie es in der Winkelgasse aussieht? Ich dachte, ihr wärt noch nie in England gewesen?“, fragt Lily, die immer misstrauischer wurde.
„Ähm...“, stotterte Harry und schrumpfte unter dem Blick seiner Mutter um ein paar Zentimeter. „Doch wir waren schon mal in England. Aber nur ganz kurz und es ist auch schon länger her.
Harry warf Ginny einen Blick zu welcher in etwa ausdrückte Sei vorsichtig was du sagst, Lily ist so schon misstrauisch genug und irgendwann möchte ich auch mal ein normales Gespräch mit ihr führen. Schließlich kenn ich sie nicht und möchte meine Eltern so gerne etwas kennen lernen.
Ginny deutete den Blick scheinbar richtig, denn sie schaute ihn entschuldigend an, bevor sie den Kopf senkte und sagte: „Ich werde jetzt duschen gehen und dann zum Mittag essen. Harry, denkst du dran, das Professor Dumbledore uns nach dem Essen erwartet?“
„Ja, Ginny danke. Ich werde auch gleich hochgehen.“ Er sah ihr verliebt hinterher.
„Was läuft da eigentlich zwischen euch beiden?“, fragte Sirius und versuchte möglichst beiläufig zu klingen.
„Wenn ich das wüsste Sirius, wäre ich schon schlauer. Wir waren einmal zusammen und ich hoffe das sie mir verzeiht, denn ich liebe sie immer noch und sogar jeden Tag ein wenig mehr.“
Sirius schluckte. Eigentlich hatte er nie irgendwelche Gewissensbisse, wenn er einem anderen seine Freundin ausspannte, aber irgendwie fühlte er sich bei den Worten Harrys schlecht bei dem Gedanken, Ginny anzubaggern.
Ach was, er schob diesen Gedanken einfach beiseite. Ich werde doch jetzt nicht anfangen mir darüber Gedanken zumachen, was aus irgendeinem Kerl wird, dessen Freundin ihn wegen mir verlässt. Wenn es um Krone, Moony oder, bei dem Gedanken, lachte er innerlich kurz auf, Wurmschwanz gehen würde, wäre es etwas anderes, aber bei allen anderen war es ihm egal.
„Ich werde dann hoch gehen und duschen.“ Kaum hatte Harry dies gesagt, war er auch schon auf dem Weg zur Treppe.
Als er 20 Minuten später den Gemeinschaftsraum wieder betrat, war dieser leer. Er war schon fast am Portraitloch, also von hinten eine Stimme erklang.
„Warte Harry, wir wollten doch zusammen gehen.“
Sein Herz machte einen Hüpfer, als er sich umdrehte und in Ginnys lächelndes sah.
„Entschuldigung Ginny, ich dachte du wärst schon vor gegangen und ich wollte dir schnell folgen, denn ich habe ziemlich lange gebraucht“, sagte er und wurde langsam rot. Als er wieder aufschaute, stand Ginny direkt vor ihm und sah ihn mit ihren funkelnden, braunen Augen an. Ihre Köpfe kamen sich Stückchen für Stückchen näher.
„Aua“, rief Harry und fasste sich an seine Narbe auf der Stirn.
„Was ist los, Harry?“, fragte Ginny erschrocken.
„Voldemort“, krächzte er nur mühsam.
Ginny nahm seinen Arm und half ihm sich in einen der Sessel zu setzen. Langsam ließ der Schmerz nach und Harry konnte wieder einen klaren Gedanken fassen.
„Voldemort war eben sehr böse. Ich weiß nicht, irgendetwas ist nicht so gelaufen wie er es wollte. Ich weiß nicht genau.“
Harry hielt sich immer noch den Kopf, aber mehr war da nicht gewesen, mehr wusste er nicht. Nur eins wusste er, er hatte auch hier eine Verbindung zu Voldemort.
Ginny blickte ihn besorgt an.
„Aber wie ist das möglich? Voldemort ist doch nicht hier.“
Harry schüttelte nur sachte den Kopf und konnte sich auf all diese Fragen auch keinen Reim machen.
In diesem Moment ging das Portraitloch auf und die Rumtreiber kamen vom Mittagessen zurück.
„Wie habt ihr das denn gemacht?“, wunderte sich James und blickte die beiden perplex an.
„Was wie gemacht?“ Harry war noch ganz durcheinander und die Worte seines Vaters ergaben keinen Sinn.
„Er meint, wie ihr's geschafft habt an uns vorbei zu schleichen“, erklärte Lily und trat an den Kamin.
„Wir waren noch nicht essen“, löste Ginny das Rätsel auf. James guckte ein wenig mitleidig, während Lily den Kopf schüttelte.
„Dann kriegt ihr nix mehr“, bemerkte sie und warf einen Blick auf die Uhr.
Ginny sah ein wenig niedergeschlagen aus und Harry spürte Verzweiflung in sich aufflammen - wegen ihm würde sie jetzt hungern müssen.
„Wieso kriegen die beiden nichts mehr?“, wunderte sich Sirius und folgte Lilys Blick, „Es ist noch nicht zwei.“
Lily sah zu ihm herüber. „Ja, schon. Aber es gibt heute nur bis eins Uhr Mittag, wegen dem Weihnachtsball.“ Sirius schien sich erst über sich selbst zu ärgern, doch dann grinste er schelmisch.
„Ich kann aber etwas besorgen.“ Und schon war er verschwunden, bevor einer ihn daran hindern konnte.
„Der hat echt einen an der Waffel!“, kommentierte James das Verhalten seines besten Freundes und stellte sich neben Lily. Sie blickte ihn einfach nur stumm an und schien vollkommen damit zufrieden zu sein, dass er einfach da war.
Etwa 10 Minuten später ging das Portraitloch wieder auf und Sirius kam herein.
„Bitte sehr, ihr zwei. Ein paar Sandwichs, ich hoffe es genügt euch. Ach ja und hier noch zwei Flaschen Kürbissaft“, bei seinen letzten Worten zog er zwei Flaschen aus seinem Umhang und reichte sie den Harry und Ginny.
„Danke Sirius“, sagte Ginny und blickte lächelnd zu ihm auf.
Dieser lächelte zurück und es schien so, als ob er bei Ginnys Lächeln fast dahin schmelzen würde.
Nachdem sie etwa 15 Minuten geschwiegen hatten und Harry und Ginny in dieser Zeit die Sandwichs verspeist hatten, fragte James: „Erzählt mal, ihr zwei, wie war es so auf eurer alten Schule? Ist sie so groß wie Hogwarts? Und warum seid ihr jetzt hier und nicht mehr auf eurer alten Schule? Dumbledore meinte gestern...“
„Oh nein Ginny, Dumbledore! Wir sollten doch nach dem Mittagessen in sein Büro kommen!“, fiel es Harry daraufhin ein. Außerdem war er froh, auf diese ganzen Fragen diesmal nichts sagen zu müssen, denn er hatte noch keine Antworten parat. Ginny und Harry sprangen auf und stürzten aus dem Portraitloch Richtung Dumbledores Büro.
Im Gemeinschaftsraum sah Lily den beiden noch Kopfschüttelnd hinterher und sagte: „Die zwei sind merkwürdig, warum wollten sie nicht auf die Fragen antworten?“
„Du hast sie doch gehört Flower, weil Dumbledore sie erwartet und du weißt, selbst ich lasse Dumbledore nicht warten“, antwortete James nur, zog Lily in eine Umarmung und küsste sie zärtlich.
Währendessen kamen Ginny und Harry keuchend vor dem Wasserspeier zum stehen.
„Der Schulleiter erwartet Sie beide schon, gehen Sie einfach hoch und klopfen Sie oben an“, sagte der Gargoyle.
Sie ließen sich von der Treppe nach oben bringen und klopften an die Tür.
„Herein!“, kam es nur von drinnen.
Die beiden öffneten die Tür und Dumbledore sah ihnen lächelnd entgegen.
„Da sind Sie ja - ich habe Sie bereits erwartet.“
Harry war immer noch ein wenig unsicher wie viel genau er Dumbledore anvertrauen konnte und zögerte. „Als aller erstes brauchen wir einen Weg zurück - einen möglichst sicheren.“
Dumbledore überlegte. „Da wir nicht wissen, wie Sie überhaupt hierher gekommen sind, wird es schwer, ein verlässliches Mittel für den Rückweg zu finden.“
Harry hörte, wie Ginny neben ihm schwer schluckte und legte einfach den Arm um sie. Als er den Schulleiter wieder ansah, sah er Verständnis in den blauen Augen aufblitzen.
„Aber die Frage, der wir uns erst einmal widmen müssen ist: Wieso sind Sie hier?“ Harry stutze und fragte sich, ob der Schulleiter vielleicht etwas senil war.
„Das haben wir Ihnen doch schon erklärt.“
Dumbledore nickte, aber Harry hatte dieses Nicken oft genug gesehen, um nichts Gutes zu ahnen.
„Sie denken, dass da mehr dahinter steckt, habe ich Recht?“, harkte er nach.
Dumbledore lächelte verschmitzt.
„Wir müssen uns in der Zukunft sehr gut kennen, Mister Potter“, seine Augen funkelten, „denn Sie haben vollkommen Recht.“
„Was für einen Grund soll das hier schon haben?“, fragte Ginny entsetzt. Harry musste stark gegen den Drang ankämpfen sie einfach zu umarmen, damit sie nichts mehr von dieser Welt sehen musste. Aber im nächsten Moment schoss ihm sein eigener Gedanke in den Kopf.
„Vielleicht sind wir hier, um die Zukunft zu verändern!“
Beide, Ginny und Dumbledore, sahen ihn skeptisch an.
„Ich weiß, dass diese Möglichkeit sehr verlockend auf Sie wirkt, Mr. Potter.“ Dumbledores Lächeln war schon beinahe zu verständnisvoll. „Aber wie wollen Sie das bewerkstelligen?“
Da war es mit Harrys Plan aus und vorbei. „Das weiß ich noch nicht genau“, gab er leise und beschämt zu. „Aber so schwer wird das schon nicht.“
Ginny hatte so ihre Zweifel. „Harry, überleg doch Mal. Deine Mutter misstraut dir - wie willst du da die Zukunft verändern?“
Harry wusste es wirklich nicht. Aber er würde es tun - dessen war er sich sicher.
„Ich muss dafür sorgen, dass sie Peter nicht mehr vertrauen“, murmelte er. Aber im nächsten Moment fiel ihm wieder ein, wie besorgt alle um Peter gewesen waren und er spürte eine Unschlüssigkeit in sich aufsteigen. War es wirklich so leicht, die Zukunft zu ändern, wie er gedacht hatte?
Irgendwie werde ich das schon schaffen, dachte sich Harry. Ich werde die Zukunft ändern und meine Eltern, Sirius und Remus werden überleben und ich werde ein glückliches Leben führen, in dem Voldemort keine Rolle mehr spielt.
Dumbledore sah belustig in Harrys entschlossenes Gesicht.
„Wenn ich Ihnen helfen kann Mister Potter, dann werde ich es versuchen zu tun.“ Dumbledore blickte Harry bei diesen Worten ernst an.
„Danke, Sir. Ich werde auf Ihr Angebot sicherlich zurückkommen, aber nicht heute. Es ist Weihnachten und ich freue mich darauf, endlich einmal Weihnachten mit meinen Eltern zu feiern, auch wenn sie nicht wissen wer ich bin“, sagte Harry. „Und meine Mutter mich hasst“, fügte er noch leise murmelnd hinzu.
„Dann sehen wir uns heute Abend beim Ball. Mister Potter, Miss Weasley, frohe Weihnachten wünsche ich Ihnen beiden.“ Dumbledore nickte ihnen noch einmal zum Abschied und wandte sich wieder seinen Unterlagen auf dem Schreibtisch zu, in welchen er wohl auch schon vor ihrem Besuch geblättert hatte.
Während Harry und Ginny in Dumbledores Büro waren, wurde im Gemeinschaftsraum weiter diskutiert.
„Er ist einfach nur unheimlich.“ Lily schauderte. James, der immer noch neben ihr stand, runzelte die Stirn.
„Er ist vielleicht nicht erpicht darauf Fragen zu beantworten, aber davon haben wir eine Menge Typen.“
Lily schüttelte den Kopf und es war klar, dass sie nicht diese Bedeutung von „unheimlich“ gemeint hatte. „Ich meine eher, dass er uns etwas verschweigt - etwas Wichtiges.“
Sirius schnaubte belustigt. „Ja, klar. Er ist bestimmt jemand Wichtiges aus der Zukunft.“ Er grinste noch breiter. „Hey vielleicht ist er ja dein Sohn?“
„Nicht witzig Black - nicht witzig“, war Lilys trockener Kommentar, doch James war stutzig geworden.
„Wieso denn nicht?“
„Weil das Blödsinn ist.“ Auch Remus schüttelte genervt den Kopf. „Zukunft. Ihr seit mir ein paar Spinner.“
James und Sirius zeigten sich demonstrativ beleidigt.
„Aber ist doch wahr. Was soll er denn sonst hier?“ Sirius sah nicht ein, wieso er seine so tolle Theorie einfach über den Haufen werfen sollte.
„Vielleicht sagt er ja die Wahrheit“, ließ sich Peter schwach vernehmen, der in einem Sessel hockte, eine Tasse Tee in den Händen hatte und bis zu den Ohren zugedeckt war.
„Du bist auch selten naiv, Peter Pettigrew.“ Sirius schütte die dunklen Haare. Aber als er sah, dass sich Peter beleidigt in seine Decke kuschelte, entschuldigte er sich.
„Naja, guck mal, Pete. Er flüchtet nur, weil wir eine Frage gestellt haben. Das ist doch merkwürdig, oder?“
Peter nahm einen Schluck Tee, verzog angewidert das Gesicht und entgegnete: „Naja - vielleicht habt ihr falsch gefragt.“
„Wie, falsch gefragt?“, wunderte sich Lily und auch die anderen schienen aus Peters Worten nicht schlau zu werden.
Der kleinste der Rumtreiber setzte sich auf und erklärte: „Vielleicht habt ihr ihn mit eurer Neugierde verschreckt. Er macht auf mich, nachdem was ihr erzählt habt, den Eindruck, als hätte man sich früher nicht viel für ihn interessiert.“
In diesem Moment machte es bei Sirius klick und er strahlte Peter an. „Das ist brillant, Pete!“ Er klopfte ihm so stark auf den Rücken, dass Peter der Inhalt der Tasse überzuschwappen drohte. „Und Sorry für das naiv“, fügte er rasch hinzu und Peter lächelte glücklich.
„Aber, wie sollen wir dann fragen?“, wollte Lily wissen.
Peter zuckte mit den Schultern. „Netter - nicht so aufdringlich wie eben.“
James runzelte die Stirn. „Woher weißt du das?“
Peter lächelte ein wenig schelmisch.
„Sirius hat mir seinen Zweiwegespiegel gegeben - und mir war langweilig.“ Den Rest konnten sich alle denken, da James das Gegenstück die ganze Zeit bei sich getragen hatte.
„Das war ja richtig schlau“, grinste James beeindruckt und schien noch Mal über Peters Worte nach zudenken. „Vielleicht waren wir wirklich zu schnell und aufdringlich.“
Einzig Lily schien nicht wirklich Mitleid zu haben.
„Er ist mir trotzdem unheimlich - wenn er nur aufhören würde mich anzustarren.“
Peter schien ihr Unbehagen zu teilen.
„Sag es ihm einfach - oder frag ihn warum er das macht.“ Lily schaute Peter dankbar an und murmelte: „Danke.“
„Kein Problem, Lily.“ Peter lächelte zu ihr zurück und schlug sich plötzlich die Hand vor den Mund, sprang auf und rannte die Treppe in den Schlafsaal hinauf.
„Nicht schon wieder“, seufzte Sirius mit einem angeekelten Gesicht.
Lily schaute auf ihre Uhr und schrie: „Oh Gott! James, wir müssen sofort runter in die Halle! Du weißt doch, dass wir sie schmücken sollten und wir haben nur noch fünf Stunden, bis der Ball anfängt. Ich brauche aber bestimmt zwei bis drei Stunden um mich fertig zu machen und für die Halle brauchen wir auch mindestens ein bis zwei Stunden.“
Remus und Sirius murmelten nur: „Frauen.“
James sah sie erstaunt an.
„Zwei Stunden für die Halle - ja. Aber zwei bis drei Stunden, um sich fertig zu machen? - nein.“ Remus kicherte und James drehte sich verwirrt zu ihm um.
„Was denn?“, Remus gluckste immer noch, „Naja - wir sind ja auch Männer.“
Lily, stemmte sich aus ihrem Sessel hoch und lachte hell auf.
„Wo du Recht hast, hast du Recht, Remus.“ Sie wandte sich an ihren Freund. „Kommst du, James?“
Dieser nickte glücklich und es schien, Lily könnte auch auf dem Weg zur Hölle sein - er würde ihr folgen.
Erst in der Eingangshalle trafen sie auf andere Schüler und genau auf die Zwei, auf die Lily auch gut verzichten konnte - Ginny und Harry.
„Oh, man“, seufzte sie, als James auch noch freundlich lächelnd auf sie zuging. Sie folgte ihm zwar, blieb aber in einiger Entfernung stehen.
„Na ihr zwei.“ Harrys Herz machte einen Sprung, als sein Vater ihn offen und freundlich ansah. „Habt ihr und Dumbledore alles klären können?“ Harry überlegte und entschied seinem Vater etwas zu erzählen, war er als abgewandelte Wahrheit bezeichnen konnte.
„Fast alles, ja. Aber wir wissen noch nicht, wann wir wieder zurück können.“ Er musste schwer schlucken, als er seine Mutter enttäuscht aufseufzen hörte. James allerdings schien sich nicht entscheiden zu können, ob er die beiden bedauern, oder sich über die neuen Bekannten freuen sollte.
„Bis dahin werden wir es euch so einfach wie möglich machen, euch hier zu recht zu finden. Nicht war, Lily?“, fügte er nachdrücklich hinzu. Lily schien gelangweilt zu sein.
„Ja, natürlich.“ Aber sie sagte es ohne die Zärtlichkeit, die in ihrer Stimme lag, wenn sie mit den Rumtreibern, oder gar James sprach.
Dieser lächelte nochmals freundlich und sagte entschuldigend: „Lily und ich müssen jetzt die Halle für den Ball schmücken, aber Sirius, Remus und Peter sind im Gemeinschaftsraum.“ Und damit verschwanden er und Lily.
In der Großen Halle meckerte Lily schon wieder: „Selbst eben hat er mich die ganze Zeit angestarrt, James. Du hast dich mit ihm unterhalten und was macht er? Er guckt ständig an dir vorbei und starrt mich an.“
„Lily, Schatz. Sprich doch einfach mit ihm und frag ihn, warum er das macht. Ich kann ihn übrigens gut verstehen. Ich könnte dich auch pausenlos anstarren. Du bist nun mal das schönste Mädchen der Welt.“ Mit diesen Worten zog James Lily in eine liebevolle Umarmung und küsste sie erst zärtlich, doch dann immer leidenschaftlicher.
„James bitte, wir haben keine Zeit“, versuchte sie zu protestieren, was ihr aber nicht wirklich gelang. „James wenn du jetzt nicht aufhörst, kann ich leider nicht mit dir zum Ball gehen“, nuschelte Lily an seinen Lippen.
„WAS? Das würdest du mir antun Lils? Aber warum denn?!“, fragte er aufgebracht und wuschelte sich durch seine Haare.
„Weil ich dann leider nicht fertig werde, ganz einfach und nun lass uns anfangen“, sagte sie noch und fing schon an, den Raum zu verändern.
*
Als die Tür der Großen Halle hinter Lily und James geschlossen wurde, rannte Harry durch das Eingangsportal Richtung Schwarzen See. Ginny folgte ihm und fand ihn schließlich an selbigem wieder.
„Warum Ginny, warum mag sie mich nicht? Was mache ich denn so Schlimmes, dass sie mich von ersten Moment an nicht mag?“, fragte er leise und sie hörte, dass er kurz davor war zu weinen.
„Ich glaube, es ist weil du sie immer anstarrst, Harry. Immer wenn du sie siehst, guckst du sie pausenlos an. Ich würde das auch nicht mögen“, antwortete Ginny sanft und nahm Harry in den Arm.
„Ich weiß ja, aber ich kann nicht anders. Ich- Hey was war das?!“ Harry fasste sich an den Hinterkopf, wo ihn gerade etwas getroffen hatte. Er drehte sich um und guckte über die Ländereien. In einigen Metern Entfernung sah er einen lachenden Sirius stehen, der schon den nächsten Schneeball in den Händen hatte.
Während Harry noch gar nicht so recht wusste, was er nun tun sollte, war Ginny schon zum Angriff übergegangen. Sie formte blitzschnell einen kleinen Ball und hatte keinerlei Skrupel, Sirius diesen genau ins Gesicht zu schleudern.
„Uff“, schnaufte dieser und wischte sich den Schnee aus Augen und Haaren. „Der hatte aber Karacho drauf.“
Ginny grinste über das Lob breit und schleuderte schon die nächste weiße Kugel. Dieser wich Sirius allerdings geschickt aus und grinste nun seinerseits.
„Haha - man muss schon früher aufstehen, um einen Sirius Black überlisten zu können!“
Harry sah den Schalk ins Sirius' grauen Augen blitzen und wollte ihm unbedingt zeigen, dass auch er besiegbar war. Er griff sich so viel Schnee, wie er in seinen Händen fassen konnte und verbarg sie dann schnell hinter seinem Rücken. Dann sah er Ginny an und sagte beiläufig: „Komm wir gehen. Ich wollte noch etwas erledigen.“ Sowohl Sirius als auch Ginny sahen ihn enttäuscht an und Sirius ließ die Hände sinken. Auf diesen Moment hatte Harry gewartet - blitzschnell sprang er vor und ehe sich Sirius versah, war sein ganzes Gesicht wieder einmal von Schnee bedeckt.
„Na warte.“ Er drohte Harry spielerisch mit der Faust und jagte dann hinter ihm her. Allerdings hatte auch Harry gut geschulte Reflexe und so wich er dem Rumtreiber geschickt aus und Sirius landete, alle viere von sich gestreckt, im Schnee. Es ertönte ein Lachen und Harry drehte sich um. Es war Ginny, die sich vor Lachen kaum noch auf den Beinen halten konnte, aber plötzlich quietschte sie auf.
„Vorsicht, Harry!“
Doch die Warnung kam zu spät - Sirius hatte sich schon auf ihn gestützt und drückte ihn erbarmungslos zu Boden.
„Hilfe....“, brachte Harry erstickt hervor und wehrte sich mit allen ehrlichen Mitteln gegen Sirius, musste aber bald erkennen, dass er keine Chance hatte den Kampf zu gewinnen.
„Ich gebe auf. Ich gebe mich geschlagen. Aufhören, Schnuffel, bitte!“, lachte Harry.
„Wie hast du mich gerade genannt?“, fragte Sirius und schaute Harry irritiert an.
Harry, dem gerade bewusst war, was er getan hatte, überlegte fieberhaft, was er jetzt antworten könnte.
„Sorry, Sirius. Ich habe den Namen irgendwo aufgeschnappt und fand ihn gut. Wenn ich ihn nicht benutzen darf ist es ok. Entschuldige nochmals.“
Harry, welcher bei diesen Worten mit Sirius gemeinsam vom Boden aufgestanden war, blickte auf den Boden zu seinen Füßen.
„Nein ist schon gut, aber diesen Namen dürfen nur meine wirklich Freunde verwenden und ich wusste nicht, das ihn außer James, Remus und Peter noch jemand kennt.“
Sirius schaute Harry noch einmal an und ging dann zusammen mit Remus, welcher sich aus der Schneeballschlacht rausgehalten hatte, zurück in den Gemeinschaftsraum.
„Oh Scheiße“, fluchte Harry, als die beiden Rumtreiber durch das Eingangsportal verschwunden waren. „Mit ihm habe ich es mir jetzt auch verscherzt. Man Potter, schalte erst dein Gehirn ein, bevor du redest.“
„Harry, lass uns reingehen. Ich möchte langsam anfangen, mich für den Ball fertig zu machen, denn wenn erst alle Mädchen aus meinem Schlafsaal da sind, ist das Bad sicher dauernd besetzt.“ Ginny nahm Harrys Hand und zog ihn mit sich Richtung Schloss.
„Remus? Habt ihr mich, seit dieser Harry hier ist, schon einmal Schnuffel genannt?“, fragte Sirius, während er und Remus sich auf den Weg zum Gemeinschaftsraum machten.
„Ich weiß es nicht Tatze. Kann sein, kann aber auch nicht sein. Aber woher sollte er den Namen sonst kennen?“ Remus blickte Sirius fragend an.
„Ich weiß es doch auch nicht. Wir sollten Lily lieber nichts davon sagen, sie ist eh schon nicht gut auf ihn zu sprechen.“ Das war Sirius' einziger Kommentar zu der Geschichte.
Remus schmunzelte. Da allerdings hatte sein Freund recht. Aber je länger er darüber nach dachte, warum auch starrte dieser Harry Smith Lily ständig an? Auch wunderte sich Remus, dass James noch nichts dagegen unternommen hatte - aber James schien diesen Harry zu mögen. Etwas was sonst gar nicht James' Naturell entsprach. Er war von zu Hause misstrauisch erzogen worden und war immer auf der Hut. Aber mit diesem Harry hatte er spontan Freundschaft geschlossen. Ob das etwas zu bedeuten hatte? Remus wusste die Frage nicht zu beantworten.
„Weißt du, Sirius“, murmelte er dennoch zögerlich, „wir sollten uns ein Beispiel an James nehmen und diesem Harry vertrauen.“
Sirius blieb abrupt stehen und sah Remus mit großen Augen an. „Hat eben Mister ach-ich-bin-so-misstauisch gesagt wir sollen ihm vertrauen?“
Remus lachte humorlos auf. „Ich habe gesagt, dass wir uns an James ein Beispiel nehmen sollten - nicht mehr.“ Auch das schien Sirius wenig zu behagen.
„Ich wusste schon immer, dass Lily einen schlechten Einfluss auf James haben würde“, grinste er.
Remus schnaubte. „Das hat er dies Mal bestimmt nicht von Lily.“
Sirius kam nicht mehr dazu irgendetwas zu erwidern, da sie das Portraitloch erreicht hatten.
„Ich hoffe, Peter geht es besser. Jessica wird enttäuscht sein, wenn er nicht kommen kann“, hoffte Remus, als sie auf ihre Stammsessel am Kamin zu gingen.
Sirius ließ sich in den erst Besten fallen und nickte.
„Ja, tu ich auch - wäre echt schade, für alle beide.“ Ein trauriger Ausdruck trat in seine Augen, „immerhin wird dass das letzte Weihnachtsfest in Hogwarts sein.“
Remus sah ihn forschend an. „War das etwa Wehmut in deiner Stimme, Sirius Black?“, schmunzelte er ein wenig.
Aber auch ihn erfüllte es mit Wehmut, dass es gewiss war, dass er in einigen Monaten die Sicherheit der Schlossmauern ein für alle Mal verlassen würde. Er hatte immer darauf bauen können, dass Dumbledore ihn aus der Tinte zog, wenn etwas schief gegangen war, aber was würde nach Hogwarts werden? Lily, Sirius, James und Peter hatten schon alle eine Ausbildung sicher, aber er wusste noch nicht einmal, wo er nach seinem Abschluss unterkommen würde.
Er wurde von lauten Stimmen unterbrochen.
„... und ich sag es dir, James Potter, er ist doch unheimlich.“
Remus verdrehte die Augen und Sirius, der immer noch im Sessel saß, stöhnte auf.
„Gibt es bei dir eigentlich auch noch ein anders Thema, Lils?“ Es kam selten vor, dass Sirius von Lily genervt war - er vergötterte sie fast so abgöttisch, wie James - wenn auch auf freundschaftlicher Ebene. Seine offensichtliche Genervtheit ließ die rothaarige Schulsprecherin stutzen. Unsicher blickte sie die Freunde reihum an.
„Meint ihr ich sollte mit ihm reden?“
„JA!“, kam es überdeutlich und laut zurück.
„Schön“, schnappte Lily und schien sich ein wenig mehr Rückendeckung erhofft zu haben. „Ich gehe mich jetzt fertig machen.“ Sie gab James einen zärtlichen Abschiedskuss und eilte die Treppe zu den Mädchenschlafsälen nach oben.
Sirius sah auf seine Uhr.
„Wow, sie geht ja wirklich drei Stunden früher rauf. Was machen die Mädels nur so lange?“
„Ausgiebig duschen, Haare waschen, schminken, frisieren… willst du noch mehr hören, Sirius?“, kam als Antwort vom Portraitloch, durch welches gerade Ginny und Harry krabbelten.
„Ähm, nein danke Ginny, das reicht mir.“ Sirius grinste sie breit an.
„Wisst ihr auch, wofür wir das alles machen? Nur um euch zu gefallen“, sagte Ginny noch, bevor sie, genau wie Lily vor ein paar Minuten, die Treppe nach oben lief.
„Jungs, was machen wir denn jetzt die nächsten zweieinhalb Stunden?“, fragte James.
„Ich werde noch ein bisschen in meine Bücher gucken und Hausaufgaben machen“, sagte Remus und wollte nach oben in den Schlafsaal gehen, um seine Bücher zu holen.
„Moony, wir haben Ferien, wenn du jetzt lernst, begrab ich dich morgen unter Schnee, wenn wir eine Schneeballschlacht machen.“ Sirius grinste ihn breit an.
„Dann schlag was vor Sirius, wenn ich schon nicht lernen darf. Hier nur dumm herumsitzen möchte ich auch nicht“, maulte Remus, denn er hasste es, Hausaufgaben liegen zu haben, auch wenn Ferien waren.
Harry sah dem ganzen belustigt zu, bis Sirius sagte: „Lasst uns doch mal gucken, ob wir irgendwo Schniefelus treffen, der ist doch immer für eine Abwechslung gut.“
Es gab Harry einen Stich. Er mochte Snape zwar immer noch nicht, aber er respektierte das, was er geleistet hatte und erkannte es sogar an. Er wusste, dass er ihm vieles zu verdanken hatte, wenn er auch oft unfair war, ja ihn vielleicht sogar hasste, dass wusste Harry nicht. Den Grund aber, warum Snape so war, zeigten gerade die Rumtreiber, denn James war aufgesprungen und sagte: „Ja, lasst uns mal gucken, was so auf den Gängen los ist.“
Remus versuchte sie halbherzig zurück zuhalten, aber es gelang ihm nicht und so trotte er den beiden Kindsköpfen hinterher und murmelte: „Ich geh da nur mit, um Schlimmeres zu verhindern“, und schon war auch er verschwunden.
Kaum war das Portrait zugeklappt, steckte James den Kopf wieder herein: „Hast du Lust mitzukommen Harry, so kannst du gleich das Schloss besser kennen lernen?“
Harry war hin und hergerissen. Irgendwie wollte er seinen Dad begleiten, aber auf der anderen Seite wollte er auch nicht, dass sie Snape wieder einmal demütigten, denn das hatten sie, soviel er von Sirius und Remus aus Erzählungen gehört hatte, ständig getan.
„Ja, ich komm mit“, sagte Harry und lief den dreien hinterher. Vielleicht kann ich so das Schlimmste verhindern, unauffällig natürlich und mitmachen muss ich ja nicht, überlegte er.
Eine Stunde später stolperten die Vier lachend wieder in den Gemeinschaftsraum.
„Harry, was du mit meinem Bruder gemacht hast, war nicht schlecht“, sagte Sirius lachend.
„Ach, war doch fast nichts. Er wird es wohl nur nicht schaffen, sich für den Ball umzuziehen, das ist alles“, sagte Harry lachend.
Sie hatten auf ihrem Kreuzzug durch das Schloss zwar nicht Schniefelus gefunden, wie es Sirius und James gehofft hatten, dafür aber Regulus Black, Sirius' Bruder.
„Ich werde dann mal nach oben gehen und duschen, denn wenn wir alle fünf das noch wollen, sollten auch wir langsam damit anfangen“, meinte Remus und ging Richtung Treppe des Jungenschlafsaales. Die Anderen folgten ihm, auch wenn James und Sirius meckerten, dass sie doch noch fast zwei Stunden Zeit hätten.
Eineinhalb Stunden später waren die Jungs wieder im Gemeinschaftsraum. Sie waren frisch geduscht und hatten sich in Schale geworfen. Peter ging es zwar nicht wirklich besser, aber den Ball wollte er sich nicht entgehen lassen und schon gar nicht, wenn sogar er eine Begleitung abbekommen hatte und dann auch noch ein hübsche Ravenclaw.
James und Sirius trugen schwarze Festumhänge, genau wie Harry. Peter trug einen Dunkelroten und Remus einen Dunkelblauen. Peter, Sirius und Remus wollten schon einmal vor gehen in die Eingangshalle, um dort ihre Begleitungen zu treffen, denn sie waren alle drei mit Ravenclaw Mädchen verabredet.
James und Harry setzten sich im Gemeinschaftsraum vor den Kamin und wollten eine Runde Zaubererschach spielen, während sie auf ihre die beiden Lily und Ginny warteten. Kaum hatten sie das Spiel aufgebaut, kamen auch schon die beiden Mädchen die Treppe herunter.
James, der sonst immer cool und nie um einen Spruch verlegen war, fehlten die Worte beim Anblick seiner Freundin. Auch Harry ging es nicht viel besser, als er Ginny ansah.
Lily trug ein weißes, bodenlanges Kleid, welches sehr eng geschnitten war und ihre Figur sehr gut betonte. Es hatte keine Träger, sondern einen Neckholder. Ihre Haare hatte sie hoch gesteckt und einzelne Locken umspielten ihr Gesicht.
Ginny trug ein dunkelblaues Kleid, ohne jegliche Träger. Sie hatte Handschuhe an, welche ihr bis zu den Ellenbogen gingen. Ihre Haare waren ähnlich frisiert wie die Lilys. Wenn man die beiden nun sah, konnte man auf die Idee kommen, dass sie verwandt wären.
Harry fasste sich als erster wieder und ging auf Ginny zu. „Du siehst wunderschön aus Ginny“, sagte er, während er ihr tief in die Augen blickte.
„Danke Harry. Du siehst aber auch nicht schlecht aus“, war Ginnys Antwort.
Lily ging auf James zu. „Und gefalle ich dir?“, fragte sie mit einem Lächeln im Gesicht.
„Ähm... chrchrm“, James musste sich räuspern, da er bei ihrem Anblick plötzlich einen Kloß im Hals hatte, „Ja Lils, du siehst einfach fantastisch aus!“
James bot Lily den Arm an und geleitete sie zum Portraitloch, um in die Große Halle zu gehen. Harry und Ginny folgten ihnen.
Auf den unteren Stufen zur Eingangshalle blieben sie stehen und sahen sich um, wo ihre Freunde waren. Peter stand mit einem hübschen blonden Mädchen am Arm neben den Anderen. Jessica oder einfach kurz Jess, wie sie lieber genannt wurde, trug ein knielanges, rotes Kleid. Es hatte Spaghettiträger und stand ihr einfach fantastisch. Ihre Haare trug sie offen und nur die eine Seite wurde von einer silbernen Spange gehalten.
An Remus' Seite stand Kathleen. Sie war etwa einen Kopf kleiner als Remus und auch nicht so schlank wie Lily oder Ginny, aber sie sah ebenfalls sehr gut aus. Das Schönste an ihr waren wohl ihre Augen, welche recht groß, aber von einem schönen braun-grün waren. Sie trug ein nachtblaues Kleid. Es war oben relativ eng geschnitten, unten wurde es aber weiter. Ihre Haare hatte sie zu einem französischen Bauernzopf geflochten.
An Sirius' Seite stand ein Mädchen, welches nur dieses Jahr in Hogwarts verbringen würde, denn sie war eine Austauschschülerin aus Deutschland, die ein Jahr in England verbringen wollte, um ihr Englisch zu verbessern. Sie trug ein beigefarbenes Kleid, welches nach unten hin immer dunkler wurde. Es hatte einen weit ausgestellten Rock. Das Oberteil war wie eine Korsage geschnitten und leicht bestickt. Ihre braunen Haare hatten leichte Locken und sie trug sie offen. Ihr Name war Jasmin.
James, Lily, Ginny und Harry gingen auf diese kleine Gruppe zu. Lilys Laune schien nicht unbedingt die Beste zu sein. Sie warf Harry immer wieder böse Blicke zu.
„Lily, rede mit ihm oder soll das den ganzen Abend so weiter gehen?“, flüsterte James ihr ins Ohr.
Sie seufzte: „Nach unserem Eröffnungstanz schnapp ich ihn mir und frage ihn, was das soll.“
Die Tür zur Großen Halle, welche bis eben noch geschlossen war, öffnete sich. Lily und James gingen zuerst hinein. Ihnen folgten ihre Freunde.
„Wunderschön! Lily und James, das habt ihr klasse gemacht“, sagten Ginny, Kathleen, Jess und Jasmin im Chor.
Die Halle sah aus, als wäre sie ein Eispalast. Die Wände waren aus Eis, genauso wie der Boden. Selbst die Tische sahen aus, als wären sie aus Eis gemacht. Die Decke zeigte tausende von Sternen. Außerdem fiel von der Decke her Schnee, welcher verschwand, kurz bevor er jemanden oder etwas berührte. Es gab keine Haustische am heutigen Tag, sondern kleinere Tische, an welchen man zu Viert sitzen konnte. Ein Tisch war etwas größer, dieser war für die Lehrer gedacht.
Dort, wo normalerweise die Lehrer saßen, war eine Bühne aufgebaut, wo heute ein DJ für Musik sorgte. Die vier Rumtreiber mit ihren Begleitungen setzten sich in die Nähe der Bühne und stellten dort zwei Tische zusammen, so dass sie alle bei einander saßen. Harry zog Ginny auf die andere Seite der Halle, um nicht immer mit den bösen Blicken seiner Mutter bedacht zu werden. Er wollte diesen Abend genießen.
Als alle Schüler sich gesetzt hatten, stand Professor Dumbledore auf und ging auf die Bühne.
„Meine lieben Schülerinnen und Schüler, liebe Kollegen. Ich heiße euch alle auf dem diesjährigen Weihnachtsball in Hogwarts Willkommen. Die Schulsprecher haben am Anfang des Jahres gebeten, diesen Ball ausrichten zu dürfen und ich muss sagen, Miss Evans Mister Potter, Sie haben ganze Arbeit geleistet. Deshalb bitte ich Sie beide nun auf die Tanzfläche, um mit Ihrem Tanz den Ball zu eröffnen. Ich wünsche allen viel Spaß.“
Lily und James erhoben sich und gingen auf die Tanzfläche zu. Es wurde ein Walzer gespielt und die beiden begannen sich im Takt der Musik zu bewegen.
Harry starrte die beiden an. Wie gerne hätte ich sie kennen gelernt, dachte er und sein Blick wurde traurig. Ginny zog ihn auf die Tanzfläche, um die Schulsprecher zu erlösen, damit sie nicht mehr alleine tanzen mussten. Andere folgten ihrem Beispiel.
Harry war darüber zwar nicht so erfreut, da er nicht wirklich tanzen konnte, aber als sie anfingen, merkte er, dass es mit Ginny einfacher war als mit Parvati. Vielleicht musste man einfach nur mit derRichtigen tanzen, dachte Harry. Das Lied war gerade zu Ende, da trat James mit Lily am Arm auf ihn zu.
„Warum sitzt ihr denn da hinten, setzt euch doch zu uns“, sagte James mit einem Lächeln im Gesicht. Lily blickte erst James und dann Harry böse funkelnd an.
„Ich glaube, wir bleiben dahinten sitzen James, Danke für das Angebot“, antwortete Harry mit einem traurigen Ausdruck in den Augen. Er bot Ginny seinen Arm wieder an und ging an seinen Tisch.
„Warum willst du nicht bei deinen Eltern sitzen?“, flüsterte Ginny ihm ins Ohr.
„Ganz einfach Ginny, das ist der erste Ball, den meine Eltern zusammen verbringen. Sirius und Remus haben doch gesagt, das sie erst im siebten Jahr zusammen gekommen sind. Ich möchte einfach nicht, dass der Ball bei meiner Mum in schlechter Erinnerung bleibt.“ Er blickte Ginny traurig an und sie sah eine einzelne Träne über seine Wange laufen. Ginny stellte sich auf die Zehnspitzen und küsste sie weg.
„Danke, Ginny“, flüsterte Harry.
„Wofür?“
„Dafür, dass du für mich in dieser Zeit da bist. Dass du eigentlich immer für mich da warst und das, obwohl ich mich von dir getrennt habe, obwohl ich dich noch liebe.“ Das Letzte, was Harry sagte war nur noch so leise gemurmelt, dass Ginny es nicht verstand.
„Was hast du gerade gesagt, Harry?“
„Ähm… Harry, Ginny, kann ich euch kurz sprechen?”, fragte Lily, welche gerade an ihren Tisch getreten war.
„Klar Lily, was gibt es denn?“, fragte Ginny. Harry blickte auf und sah, dass das, was Lily ihnen sagen wollte, sie wohl einige Überwindung kostete.
„Wollt ihr euch nicht doch zu uns setzen? Wir würden uns wirklich freuen“, meinte Lily.
„Gerne“, antwortete Ginny, bevor Harry auch nur den Mund aufmachen konnte. Dafür bekam sie einen bösen Blick von ihm.
Lily lächelte sie an. „Dann kommt.“
Als sie am Tisch bei den anderen waren, sprach Lily Harry noch einmal an.
„Harry, kann ich kurz unter vier Augen mit dir reden?“
Harry nickte und folgte seiner Mutter vor die Große Halle.
„Harry, warum starrst du mich pausenlos an, wenn ich in deiner Nähe bin? Außerdem merke ich, dass du uns etwas verheimlichst. Was hat es mit dir und Ginny auf sich?“, platze es aus ihr heraus, kaum waren sie aus der Halle weit genug draußen, damit sie keiner mehr hörte.
Harry hatte mit der Frage, warum er sie immer anguckte, gerechnet, aber trotzdem musste er sich erst wieder sammeln.
„Mit dem Anstarren, kann ich dir ganz einfach erklären, Lily. Du siehst genauso aus wie meine Mutter, als sie in deinem Alter war. Leider habe ich sie nie kennen lernen dürfen, da sie gestorben ist als ich ein gutes Jahr alt war. Es tut mir leid, aber ich kann irgendwie einfach nicht anders. Es ist, als ob ein Magnet meinen Blick anzieht“, Harry seufzte. „Verheimlichen tun wir aber nichts. Das musst du mir glauben. Ich verspreche dir auch, dass ich versuche dich nicht mehr so oft anzustarren, aber es ist nicht einfach für mich.“
Lily blickte ihn schon etwas freundlicher an, aber immer noch nicht so liebevoll wie sie es bei James, Sirius oder dem Rest tat.
„Lass uns wieder zu den anderen gehen“, schlug sie vor, nachdem sie sich fünf Minuten schweigend angesehen hatten. „Das mit deiner Mum tut mir übrigens sehr Leid, Harry.“
„Da seid ihr ja endlich!“, empfing sie ein quengelnder Sirius, „ich hab tierischen Hunger, durfte aber nicht anfangen, da die anderen auf euch warten wollten.“
James sah Lily fragend an.
„Später Schatz“, war allerdings nur ihre knappe Antwort.
Es wurde ein vergnüglicher Abend. Sie tanzten viel, lachten und selbst das Verhältnis zwischen Lily und Harry schien sich etwas gelockert zu haben. Ob dies wirklich so ist, werde ich wohl in der nächsten Zeit erleben, dachte Harry.
Gegen zehn Uhr fingen auf einmal ein paar Schüler, die dicht an einem der großen Tannenbäume standen, an zu lachen. Sirius, James, Remus und Harry grinsten sich an.
„Also hat es keiner gemerkt“, murmelte Sirius.
Leider nicht leise genug, denn Lily und Jasmin, welche neben ihm saßen, fragten wie aus einem Mund: „Was hat keiner gemerkt?“ Wobei die Blicke der beiden Mädchen nicht unterschiedlicher hätten sein können. Während Lily Sirius bei diesen Worten streng anguckte, blickte Jasmin eher belustigt drein.
„Ähm - Rumtreibergeheimnis“, antwortete Sirius nur und schaute wieder in Richtung des Baumes, was als nächstes passieren würde.
Professor McGonagall ging zu den Schülern, welche noch immer lachten und fragte mit strenger Stimme: „Was ist hier los?“
Ein Mädchen zeigte nur hinter sich, wo der Baum stand. Professor McGonagall ging um den Baum herum und schnappte nach Luft. Dann zog sie ihren Zauberstab und machte ein paar Bewegungen damit.
Das einzige, was man dann sah, war, wie jemand fluchend und heulend aus der Großen Halle lief.
„War das nicht Regulus?“, fragte Kathleen und schaute dabei Sirius an.
„Ja, genau. Das war meine lieber Bruder.“
„Was habt ihr mit ihm gemacht?“, fragte Lily und blickte die vier Rumtreiber der Reihe nach böse an.
„Sie haben damit nichts zu tun. Ich war das“, sagte Harry schnell.
Jetzt hab ich es mir mit ihr endgültig verscherzt, dachte Harry.
Damit war der Abend gelaufen. Lily schaute ihn ab dem Moment nur noch zornig und enttäuscht an. Nach einer Stunde hatte Harry darauf keine Lust mehr und fragte Ginny, ob sie mit ihm spazieren gehen wolle. Sie nickte und so verließen die beiden die Große Halle.
Sie gingen hinaus auf die Ländereien. Am Schwarzen See blieb Harry stehen und schaute Ginny an.
„Ich schulde dir noch eine Antwort, glaube ich“, sagte Harry und guckte jetzt auf seine Schuhe. „Du wolltest wissen, wofür ich dir danke, Ginny. Ich danke dir dafür, dass du immer zu mir gestanden hast und es auch jetzt noch tust, obwohl ich dir so weh getan habe. Ich dachte, es wäre das Beste, wenn ich mich von dir trenne, bis der ganze Spuk mit Voldemort vorbei ist, aber ich habe mich geirrt. Das letzte Jahr war für mich die Hölle und nicht nur weil Hermine, Ron und ich ständig wo anders waren und oft nichts zu essen hatten. Nein, es war grausam, weil du mir gefehlt hast. Ich musste ständig an dich denken und da habe ich gemerkt, dass ein Stück von mir fehlt, wenn du nicht da bist. Ginny“, Harry blickte ihr jetzt wieder in die Augen, „ich liebe dich und ich will nicht länger von dir getrennt sein. Kannst du uns noch eine Chance geben?“
Harry blickte wieder auf seine Schuhe, er wollte nicht sehen, was Ginny jetzt machte. Er hatte Angst. Angst, dass sie nein sagte, das alles zerstört war. Dass sie ihn nicht mehr liebte. Er hörte ein Schluchzen und schaute auf.
„Ginny, was ist los? Es tut mir leid, ich hab dir schon wieder wehgetan“, sagte er leise, drehte sich um und wollte gerade weglaufen, als Ginny sagte: „Harry, ich liebe dich doch auch.“
Harry fuhr herum und fiel einer lachenden und gleichzeitig weinenden Ginny um den Hals. Er blickte ihr wieder in die Augen. Ihre Lippen näherten sich langsam und dann berührten sie sich. Es war, als ob ein Feuerwerk explodierte, so glücklich, wie in diesem Moment war Harry schon lange nicht mehr, wenn nicht sogar noch nie.
Seine Ginny. Endlich war sie wieder seine Ginny.
Glück ist das einzige, was wir anderen geben können, ohne es selbst zu haben.