Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

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Tjeika
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von Tjeika »

Huhu, und schon wieder Nachschub. Nachschub ist toll!!!
Also geht nun endlich der Unterricht los. Schön, dass Ginny mit in die siebte Klasse gelassen wurde. Weniger schön allerdings ihrer beider, wie soll ich sagen, Versagen. Auch wenn beide recht wenig dafür können. Finde ich gut, dass ihr Harrys Abwesenheit mit Folgen versehen habt, also während seines siebten Schuljahres.
Und dann dieser plötzliche Stimmungsumschwung. Ich meine, klar, dieser seltsame Lehrer bei Verteidigung war wirklich hart, wie es mir schien. Aber dieser ausgewachsene Streit kann doch echt nur bei Pubertierenden daraus resultieren, oder? Ich finde das ein wenig übertrieben, aber so sind Jugendliche halt.
Nun bin ich aber sehr gespannt, wie es weitergeht.
:knuff: Ria
"Hören Sie, Sir, folgendes... Es geht um meinen Teppich, der das Zimmer erst richtig gemütlich gemacht hat..."

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vojka
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von vojka »

Hihi, ja der Streit... ähm, es hatte einfach Spaß gemacht Harry so zu schreiben *lach*

so damit du nicht auf dem trockenen sitzen bleibst, bekommst du auch schon neue Drogen von uns.

:knuff:

Kapitel 31

Zukunftsängste und eine Party

Was war das denn jetzt?, fragte sich Harry, als er Ginny, welche mit wehendem Umhang und Haaren gerade die Tür zur großen Halle durchstürmt hatte, hinterher sah. Er schüttelte den Kopf und murmelte: „Muss ihr hinter her“ und „Missverständnis“.
Lily hielt seinen Arm fest und hielt ihn zurück. „Lass mich mit ihr reden“, sagte sie und erhob sich. Sie drückte Harry zurück auf die Bank und verschwand ebenfalls aus der Halle um Ginny zu suchen.

Etwas verlegen blickte Harry seiner Mutter nach, bis er die bohrenden Blicke von rechts und links nicht mehr aus hielt und laut „Was?!“, motzte, woraufhin James und Sirius etwas zurück zuckten.

„Wer war Cho?“, wollte nun auch Remus wissen, was ihm einen bösen Blick von Beccy einbrachte, aber sie sagte nichts.

Harry indes musterte nun höchst interessiert seine Gabel. Er konnte doch seinem Vater nicht von Cho erzählen - und Sirius' Reaktion konnte er sich beinahe vorstellen. Aber er würde nicht drum herum kommen, das war ihm ebenso klar.

Harry ergab sich seinem Schicksal und fing stockend an. „Cho war - ähm ja sie war wohl soetwas wie meine erste Freundin.“

„Erste Freundin? Und wieso so etwas wie?“, fragte Peter verständnislos und sah ratlos in die Runde.

„In meinem vierten Schuljahr war ich in Cho verliebt, glaube ich. Jetzt weiß ich nicht mehr, ob man es so bezeichnen kann, nicht, wenn ich an die Gefühle denke, die ich jetzt für Ginny habe, denn die sind ganz anders. Ich würde eher sagen, ich habe für sie geschwärmt. Cho ist sehr hübsch und ich hatte sie gefragt, ob sie mit mir zum Weihnachtsball ginge, habe aber einen Korb bekommen, da sie schon einen Verabredung hatte." Harry stockte, die Bilder vom Friedhof, von Cedric, all das strömte auf ihn ein.

„Cedric, der andere Trimagische Champion von Hogwarts, der von Voldemort getötet worden war, war ihr Freund gewesen. Im nächsten Jahr waren Cho und ich zusammen in der DA und nach der letzten Stunde vor Weihnachten ist Cho länger geblieben und sie hat mich geküsst.“

Sirius fing an zu johlen, das war nach seinem Geschmack. Auch James sah seinen Sohn mit einem gewissen Stolz an, trat er doch scheinbar in seine Fußstapfen. Peter schien immer noch darüber nachzudenken, wie er das mit dem so etwas wie seine Freundin gemeint war, nur Remus schien zu spüren, das dort noch mehr war.

„Das klingt nicht gerade begeistert“, stellte er fest und sah Harry prüfend an, welcher auf seinem Platz immer mehr zusammengesunken war. Es war ihm peinlich, dass sie überhaupt von Cho erfahren hatten - und das ausgerechnet durch eine Ginny, die noch immer eifersüchtig auf diese mehr als harmlose was-auch-immer-Beziehung war.
Dazu wurde ihm noch immer kalt bis ans Herz, wenn er an den Friedhof dachte. An Voldemort, an den toten Cedric, an die Geister seine Eltern, die ihm zuriefen, nicht aufzugeben… .
Er schluckte und schüttelte sich, nein, seine Eltern waren hier und sie lebten und waren keine Geister, die aus der Zauberstabspitze eines wahnsinnigen Irren emporstiegen.

„Es war auch nicht gerade begeisternd, sondern in erster Linie nass…“, murmelte er. Dann jedoch stahl sich ein verliebtes Grinsen auf sein Gesicht. „Sie war eben nicht Ginny.“

* *

Lily wickelte sich ihren warmen Umhang noch etwas fester um die Schultern. Ihre Suche hatte sie zuerst in den Gemeinschaftsraum getragen, von dort aus ins Quidditchstadion und nun war sie am See angelangt - wo auf einer einsamen Bank eine noch einsamere Ginny saß und fror.

Langsam ging sie näher, sie wollte ihre Freundin nicht erschrecken.
„Ginny? Kann ich näher kommen?“, fragte sie leise, Ginny sah nur kurz auf und schien mit den Schultern zu zucken, das Gesicht ausdruckslos auf das Wasser gerichtet, die vereisten Bäume am Ufer und den selten blauen Himmel über ihnen.

„Ich war kindisch, oder?“, murmelte Ginny leise und verknotete ihre Hände, während sie auf ihre Schuhspitzen blickte.

„Nur ein bisschen“, lächelte Lily und rückte ein Stück näher, während sie Ginny warm ansah.

„Ich hab einfach Angst, Lily“, murmelte Ginny leise und ließ ihren Blick in die Ferne schweifen. In ihren Augen stand Furcht geschrieben, aber auch Trauer konnte man darin lesen. Lily rückte noch ein Stückchen näher an die Jüngere heran, nahm ihre Hand in die ihre und streichelte sanft mit ihrem Daumen über den Handrücken.

„Angst ihn zu verlieren, oder?“, fragte sie einfühlsam und blickte nun ebenfalls ins Nirgendwo. Mitten im See sah man den Riesenkraken auftauchen. Es sah aus, als würde er zu den beiden Mädchen am Ufer hinüber sehen und sich wundern, warum sie bei dieser Kälte dort saßen, anstatt sich im Warmen aufzuhalten.

„Ich… ich brauch ihn doch“, flüsterte Ginny und Lily merkte, wie sich die Hand um die ihre verkrampfte.

„Hey Ginny, das weiß ich doch“, sagte Lily erschrocken und legte nun einen Arm um das zitternde Mädchen neben sich. Der Krake zog sich geräuschvoll zurück und schien zum Abschied mit einem der Tentakel zu winken, als wolle er ihnen zu verstehen geben, dass er sie nicht länger belauschen wollte.

„Es war doch nur ein dämlicher Kuss! Ich meine, ich…“ Ginny schluckte, sie kam sich mehr als lächerlich vor, wegen dieser Erinnerung so aus der Haut gefahren zu sein.

„Ja?“ Es war ein schlichtes Wort, ein leises Nachfragen und bei Ginny brachen alle Dämme.

„Was ist, wenn er merkt, dass er mich doch nicht liebt? Wenn ich ihm doch nichts bedeute und wenn er… was, wenn er sich in der neuen Zukunft gar nicht erst für mich entscheidet? Ich liebe Harry, ich liebe ihn wirklich, aber immer ist da diese Angst… obwohl ich weiß, dass es lächerlich ist und ich völlig überreagiere, aber ich… seit ich Harry das erste Mal gesehen habe, liebe ich ihn, Lily und wenn ich daran denke, dass ich für ihn früher nicht mehr als die Schwester seines besten Freundes war, dann wird mir ganz schlecht… was, wenn es eines Tages wieder so ist, wenn er wieder merkt, dass es ihm eigentlich nichts bedeutet, wie bei… bei Cho eben…“

Besorgt waren Lilys Augen immer größer geworden, während Ginny gesprochen hatte. Zum einen war ihr noch einmal deutlich bewusst geworden, wie viel Ginny Harry bedeutete, wie wichtig er ihr war und wie groß ihre Angst, ihn zu verlieren, gerade hier in einer für sie fremden Zeit mit einer ungewissen Zukunft - aber sie hatte noch etwas erkannt.
Und zum ersten Mal glaubte sie, James' Eifersucht zu verstehen, seine Ängste, die ihr bisher immer überzogen kleinkariert und Besitz ergreifend vorgekommen waren.
Doch in gerade diesem Punkt waren Ginny und James sich verdammt ähnlich: sie beide liebten ihren jetzigen Partner schon seit ihrem ersten Treffen und sie beide hatten panische Angst, eines Tages ohne ihn leben zu müssen.

Leise atmete sie die angehaltene Luft stoßweise wieder aus. Nein, hier ging es nicht um sie und James, hier ging es um Harry und Ginny, eine Ginny, die sich nichts mehr wünschte als Sicherheit und Frieden, etwas, dass sie niemals hatte kennen lernen dürfen.
Wie lange hatte sie um Harry kämpfen müssen, wie lange war sie sich unsicher gewesen, was er wirklich für sie empfand? Es musste grausam gewesen sein.

Was so eine Stunde bei Stoneheart so alles anrichten kann, dachte sie traurig und suchte nach Worten, wie sie Ginny trösten konnte.

„Ich hab doch eigentlich gar kein Recht eifersüchtig auf ihn zu sein“, nuschelte Ginny in sich hinein, aber Lily hatte es verstanden.

„Was meinst du damit?“, fragte sie behutsam nach.

„Naja, ich hatte nicht gedacht, dass Harry sich jemals für mich interessieren würde, je mehr sehen würde als Rons kleine, manchmal nervige Schwester und da... da“, sie stockte, wie konnte sie der Mutter ihres Freundes das sagen?

„Ja? Was hast du gemacht?“, bohrte diese sachte weiter.

„Ich hatte einen Freund nach dem anderen, um mich abzulenken, um nicht ständig an ihn denken zu müssen und tief in mir drinnen hatte ich wohl auch die leise Hoffnung, dass er ein wenig eifersüchtig werden würde.“

Lily verstand, was Ginny meinte, hatte nicht ihr Freund den selben Weg gewählt? Wieder diese Parallelen zwischen ihrer Beziehung zu James und der zwischen Ginny und Harry.

„Du hast es ja auch letztendlich geschafft mich eifersüchtig zu machen, Gin. Als ich dich mit diesem Dean hinter diesem Wandbehang gesehen habe… ich dachte, das Monster in mir frisst mich auf“, hörten die beiden Mädchen plötzlich eine sanfte Stimme hinter sich sprechen. Sie zuckten zusammen, drehten sich ruckartig um und sahen einen betretenen Harry dort stehen.

Augenblicklich fingen Ginnys Augen an zu strahlen, als sie Harry anblickte, Lily musste lächeln. Vorsichtig stand sie auf, murmelte „Ich lasse euch wohl besser alleine“ und machte sich auf den Weg ins Schloss, wohl wissend, dass Ginny und Harry etwas länger brauchen würden, um sich auszusprechen.

* *

Gerade jenes Schloss verließ ein alter Mann in weitem Unhang mit Halbmondbrille und einem langen Bart, der ihm in der Gürtelschnalle steckte. Er war auf dem Weg in die Winkelgasse, in welcher er kurz darauf apparierte, er war kein Freund von Flohpulver.

Seine Füße trugen ihn vorbei an den schiefen Türmen von Gringotts durch die Straßen bis vor einen kleinen, verstaubten Laden mit einem einzigen Zauberstab im Fenster. Als er eintrat, knarrten die Dielen, man konnte bei dem schummrigen Licht kaum etwas erkennen. Schachtel an Schachtel reihte sich an einander und irgendwo hinten im Laden konnte man ein hektisches Rascheln vernehmen.
Kurz darauf erschien das freundliche Gesicht des Zauberstabmachers Ollivander, welcher den Schulleiter mit einer leichten Verbeugung begrüßte.

„Professor Dumbledore, welch eine Ehre, Sie in meinen bescheidenen Räumen begrüßen zu dürfen“, sagte er eifrig und ging auf den Direktor zu.

„Mister Ollivander, es ist mir ein Vergnügen“, entgegnete Dumbledore freundlich und folgte dem Mann in einen kleinen Hinterraum, der um einiges gemütlicher wirkte als der staubige Ladenraum.

„Ich hoffe, Ihre Untersuchungen haben etwas ergeben?“

„Nunja“, sagte Ollivander leise, während er in seinem Tee rührte. „Ich habe viel überlegt… und bin zum Schluss eigentlich nur zu einer Möglichkeit gekommen.“

Dumbledore sah interessiert auf. Würde er jetzt endlich erfahren, wieso Harrys Zauberstab damals so eigenmächtig gehandelt hatte?

„Es muss mit dem Priori Incantatem zusammen hängen“, murmelte Ollivander in Gedanken, Dumbledore jedoch horchte auf. Waren seine Gedanken vielleicht doch nicht so falsch gewesen?

„Wie meinen Sie?“, fragte er nach, obwohl er natürlich wusste, wovon der Zauberstabmacher sprach.

„Sie wissen sicherlich, dass der Zauberstab von Mister Smith und jener von Dem-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf von ein und demselben Phönix stammen, Professor. Nun, als diese Zauberstäbe gegen einander gerichtet wurden, geschah etwas einzigartiges - sie verbanden sich. Und ich denke, dass in genau dieser Verbindung der Schlüssel liegt, warum der Stab von Mister Smith sich schließlich eigenmächtig gegen den von Sie-wissen-schon-wem wandte.“

Dumbledore nickte, genau das waren auch seine Überlegungen gewesen. Doch sein Verdacht ging noch weiter, vorsichtig sprach er seinen Gedanken aus.

„Könnte es sein, dass bei einer solchen Verbindung ein Zauberstab etwas von der Kraft des anderen übernimmt?“

Ollivander überlegte. „Ich habe zwar noch nie etwas davon gehört - aber möglich ist es, denke ich. Dazu müsste aber auch ihre Besitzer etwas sehr spezielles verbinden… eine sehr enge Bindung. Nicht nur die Zauberstäbe müssen Zwillinge sein, Professor, auch ihre Träger…“

Der Direktor seufzte leise, der gute Mann wusste ja nicht einmal, was er da sagte, dabei war er so nah an der Wahrheit dran!

Schnell, jedoch ohne unhöflich zu wirken, erhob er sich. „Mein lieber Ollivander, Sie haben mir sehr geholfen, ich danke Ihnen!“, sagte er freundlich, deutete eine Verbeugung an und disapparierte direkt aus dem Laden hinaus und Richtung Schloss.

* *

„Oh je, ist Beccy immer so eisern während des Trainings?“, fragte Ginny James leise, welcher neben ihr langsam wieder Richtung Schloss ging. Ein paar Stunden zuvor hatten Harry und sie sich wieder vertragen und waren noch lange am See sitzen geblieben, bis die Kapitänin der Gryffindor-Quidditchmannschaft sie von dort zum Training gescheucht hatte. Dies war härter als alles, was sie bisher erlebt hatten, denn Beccy war unbarmherzig und ließ alles solange wiederholen, bis es ihrer Meinung nach perfekt war und das Wort perfekt schien es bei ihr nicht zu geben, wenn es um ihren geliebten Sport ging.

Harry ging ein paar Schritte vor Ginny, ihm schien das harte Training nichts ausgemacht zu haben, er plauderte munter mit der Schwarzhaarigen und schien noch immer ganz im Rausch des Spieles gefangen.

Er gestikulierte wild, als er ihr scheinbar etwas erklärte, als er von einem blonden Mädchen, welches ihm entgegen kam, unterbrochen wurde.

„Du bist doch Harry Smith, oder? Professor Dumbledore schickt mich, er sagt, du möchtest bitte zu ihm kommen.“ Kaum hatte sie ausgesprochen, verschwand sie auch schon wieder.

Harry schüttelte nur verwundert seinen Kopf und sah ihr hinterher, bevor er seufzte und Beccy seinen Besen mit der Bitte, ihn doch mit zurück in den Gemeinschaftsraum zu nehmen in die Hand drückte und zum Schloss hoch spurtete.
Wenn Dumbledore ihn bat zu sich zu kommen, musste etwas Wichtiges geschehen sein, denn dass es nicht um eine Bestrafung ging, das wusste er.

Aber vielleicht, dachte er, vielleicht waren ja auch meine Ergebnisse im Verteidigung gegen die Dunklen Künste Test so schlecht, dass er mir mitteilen will, dass ich zurück gestuft werde.
Er war sich immer noch vollkommen sicher, bei dieser Leistungskontrolle vollkommen versagt zu haben. Je mehr er über diese Idee nachdachte, desto langsamer wurden seine Schritte, desto mehr zögerte er die Begegnung mit seinem Mentor hinaus. Schließlich gelangte er aber an dem steinernen Wasserspeier an, welcher sich auch gleich bereitwillig für ihn öffnete. Er ließ sich von der drehenden Wendeltreppe nach oben bringen und klopfte zaghaft an die Bürotür.

Von innen erklang ein nachdenkliches „Herein“, ehe er den kreisrunden Raum betrat.

„Sie wollten mich sprechen, Sir?“, fragte der Schwarzhaarige zögernd.

„Ja Harry, das wollte ich allerdings. Setz dich doch bitte, ich hoffe, ich habe euer Training nicht unterbrochen. Nicht auszudenken, was Miss O'Conner mit mir anstellt, wenn dies so sein sollte“, schmunzelte er und musterte Harry über seine halbmondförmige Brille hinweg.

„Nein, wir waren gerade fertig und auf dem Weg zurück“, antwortete Harry und fragte sich immer mehr, was geschehen sein konnte.

„Also Harry, warum ich dich rufen ließ ist Folgendes. Ich habe dir versprochen, wenn ich wüsste, was mit deinem Zauberstab passiert ist, als du Voldemort das letzte Mal begegnet bist, gebe ich dir Bescheid. Ich war heute bei Mister Ollivander, um meinen Verdacht bestätigen zu lassen und wie es aussieht, hatte ich wieder einmal Recht“, begann Dumbledore und erzählte Harry in den folgenden Minuten, was er heute erfahren hatte.

„Hast du das alles verstanden?“, fragte Dumbledore seinen Schützling, nachdem er fertig war mit seinen Ausführungen. Harry nickte, aber hing immer noch seinen Gedanken nach. Seine Überlegungen schweiften wieder zu seiner Verteidigungsstunde, wie konnte er sich nur Gedanken darüber machen, dass Dumbledore ihn zurückstufen würde.

„Was ist los Harry, was beschäftigt dich?“, fragte Dumbledore, nachdem dieser seinen Schüler einen Moment lang gemustert hatte.

„Ich denke an den Unterricht von heute“, antwortete Harry nach einem Moment des Haderns.

„Zerbrich dir darüber nicht den Kopf, Harry. Professor Stoneheart mag manchmal etwas streng sein, aber er ist einer der besten, wenn auch härtesten Aurorenausbilder des Ministeriums. Und ich denke, manchmal vergisst er einfach, dass ihr noch Schüler seid und keine Aurorenanwärter, die er in euch wohl sieht.“

„Ich dachte bis heute eigentlich, dass ich in dem Fach gut wäre, richtig gut. Ich mein ich habe sogar in meinem fünften Schuljahr ältere Schüler unterrichtet und nun zwei Stunden bei dem Lehrer und ich zweifel an allem.“ Harry seufzte und senkte seinen Blick auf die Kante von Dumbledores Schreibtisches.

„Harry, du wirst es schaffen, da bin ich mir sicher. Bedenke, dass dir der Unterricht dieses Schuljahres fehlt, das kannst du nicht innerhalb von zwei Tagen wieder aufholen und wie ich von Professor Kesselbrand erfahren habe, bist du in dem Fach richtig gut“, schmunzelte Dumbledore und sah Harry weiterhin über die Ränder seiner Halbmondbrille hinweg an.

„Ja aber nur, weil ich Hagrid als Professor hatte und er uns am liebsten seine Monster im Unterricht gezeigt hat, unter anderem die Thestrale, wovon der Unterricht gestern handelte.“

Auch Harry gelang es nun nicht, sein Lächeln ganz zu unterdrücken, als er an seinen großen Freund dachte und wie sehr er bemüht war, seinen Unterricht spannend und interessant zu gestalten und ihnen dabei zum Teil auch gefährliche Geschöpfe und eigenen Züchtungen gezeigt hatte.

Dumbledore nickte Harry zu, erhob sich und sagte: „Falls du sonst nichts mehr auf dem Herzen hast, würde ich sagen, eine heiße Dusche und deine Freunde warten auf dich.“

Auch der Gryffindor erhob sich nun, verabschiedete sich und machte sich auf den Weg in seinen Gemeinschaftsraum. Kaum hatte er das Passwort gesagt und das Portrait war aufgeschwungen, kam ihm ein Lärm entgegen, der ihn glauben ließ, irgendetwas verpasst zu haben. Schon wurde in den Raum gezogen und sah nur noch lange schwarze Haare, die ihn mit sich zogen und anschließend in einer ruhigeren Ecke in einen Sessel gedrückt wurde.

Erst jetzt kam Harry dazu, sich genauer umzusehen. „Was ist denn hier los? Die benehmen sich ja alle, als hätten wir gerade sowohl die Quidditch- als auch den Hauspokal auf einmal gewonnen.“ Weiter konnte er nicht reden, denn schon setzte sich ein rothaariges Mädchen auf seinen Schoß und gab ihm einen langen und zärtlichen Kuss.

„Die sechs Verrückten meinten, wir müssten eine Einstandsparty schmeißen, naja und das ist sie jetzt“, klärte Ginny ihn auf und schmiegte sich noch etwas enger an ihren Freund.

Breit grinsend sah Harry nun in die Runde. Seine Augen leuchteten begeistert und er war nicht im Stande noch ein Wort zu sagen. Sechs lächelnde Gesichter schauten ihn und anschließend sich gegenseitig an und ihre Blicke sagten so viel wie ?Aufgabe erledigt'.

Stumm hob Harry seine Freundin von seinem Schoß herunter und erhob sich, ging auf seine Freunde, nein, seine Familie zu und umarmte sie. Etwas murmelnd das wie, ?Dusche', klang, verschwand er die Treppe hinauf in den Schlafsaal.

Oben angekommen, ging er zu seinem Bett und suchte seine Sachen zusammen, die er zum Duschen brauchte, als sein Blick auf die weiteren Betten fiel, welche im Zimmer standen. Direkt neben seinem Bett stand Remus', und gegenüber James, während rechts von ihm neben der Badezimmertür Peters Bett und gegenüber von Peter und somit rechts von Harry stand Sirius' Bett.
Immer wieder sah er zwischen den Betten seines Vaters und seines Paten hin und her. Diese beiden Personen, die ihm so schon so unendlich viel bedeuteten, obwohl sie selbst noch Schüler waren, würden eines Tages wirklich diese Positionen einnehmen.
Doch nun waren sie hier und warteten unten auf ihn, während er nach dem Quidditchtraining erst einmal duschen wollte.
Als er sich den Umhang abstreifte, musste er an den Tarnumhang seines Dads denken, welchen ihm Dumbledore im ersten Schuljahr als Weihnachtsgeschenk überreicht hatte. Schon da war Harry bewusst gewesen, dass dieser jemand etwas ganz Besonderes sein musste.
Und nun war er nicht länger gezwungen, sich vorzustellen, wie es wäre, seine Eltern kennen lernen zu dürfen - nein, er kannte sie und mit etwas Glück würden sie eines Tages wirklich seine Eltern sein.

Harry merkte, wie ihm eine Träne die Wange hinunter lief, er schämte sich nicht dafür. Endlich durfte er all das haben, was ihm in seiner Zeit verwehrt geblieben war - Liebe, Freundschaft und das Gefühl, endlich ein Zuhause zu haben.

Leise öffnete sich die Tür und Ginny steckte vorsichtig den Kopf durch den Spalt. Als sie Harry so in Gedanken versunken neben seinem Bett stehen sah, das Waschzeug in der Hand, ging sie vorsichtig auf ihn zu.

„Harry?“, fragte sie leise und sah ihn etwas besorgt an. „Hast du geweint?“

Harrys Blick schien sich plötzlich zu klären, anscheinend hatte er sie bisher noch gar nicht wirklich wahr genommen.

„Was?“, wollte er verwirrt wissen und guckte sie aus großen Augen an, in welchen Ginny so unterschiedliche Gefühle auf einmal sehen konnte, dass sie einfach auf ihn zugehen musste und ihn liebevoll in den Arm nahm.
Zu ihrer Überraschung klammerte Harry sich ungewohnt fest an sie und flüsterte „Lass mich nie mehr los, Gin, nie mehr.“

Ginny schluckte und nickte an seiner Schulter. Dann hob sie den Kopf und sah ihm tief in die so traurigen und zugleich glücklichen Augen. „Harry, sehe ich so aus, als würde ich dich je wieder gehen lassen? Wie könnte ich das tun, wollte ich mir nicht selbst das Herz brechen? Ich liebe dich, Harry und daran wird sich auch niemals etwas ändern. Versprochen.“

Harry antwortete, indem er sie zärtlich küsste, welcher Ginny mehr als tausend Worte sagte. Überrascht merkte sie, wie er den Kuss vertiefte, was auch sie nicht kalt ließ. Das Waschzeug war vergessen, als sie Harrys Hände an ihren Hüften spürte, unbewusst trat sie gleich einen Schritt näher an ihn heran. Ließ nun auch ihre Hände wandern, strich ihm über die Oberarme, die Schultern und weiter über seinem Rücken, bis sie bei seinem Hosenbund verweilte. Langsam begann sie das Oberteil seiner Quidditchrobe aus der Hose zu ziehen und über die verschwitzte Haut darunter zu streicheln.

Auch Harrys Hände gingen nun weiter auf Wanderschaft, strichen sanft an ihrer Hüfte auf und ab, wanderten weiter nach vorne und oben und begannen langsam die Knöpfe ihrer Bluse zu öffnen. Fragend sah Harry seine Freundin an, doch Ginny nickte nur und zog um ihm ihr Einverständnis noch deutlicher zu machen, sein Quidditchshirt über den Kopf und warf es hinter sich auf den Boden.

Als der letzte Knopf offen war, streifte er ihr die Bluse ab und fuhr mit seinen Händen gefühlvoll über ihre Schultern, den Rücken hinab zum Verschluss ihres BHs.
Gerade, als er sich daran machen wollte, ebendiesen zu öffnen, sprang die Tür mit Schwung auf und man hörte Sirius suchend rufen: „HARRY WO BLEI-“
Glück ist das einzige, was wir anderen geben können, ohne es selbst zu haben.
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von Tjeika »

Drogen *hechel* :lol:

:lool: :kugel: Unterbrochen werden ist schon gemein *lach*

Aber von Anfang an. Wieder ein sehr schönes, aufschlussreiches Kapitel, welches ihr da geliefert habt. Gefällt mir sehr gut!
Dass Dumbledore weiß, dass der Verteidigungslehrer etwas... anspruchsvoll ist, macht die Sache doch schonmal einfacher. Immerhin etwas. Aber es hätte mich auch stark gewundert, wenn Dumbledore einmal nicht wüsste, was in seiner Schule so los ist :lol:
Ein wenig irritiert hat mich allerdings, dass er nichts dazu gesagt hat, dass einmal Hagrid in Hogwarts unterrichten würde... aber vielleicht ist diese Info nicht so ganz zu ihm durchgedrungen ;)
Und dieser dämliche, sinnbefreite Streit ist auch gegessen, sehr gut!

Ich bin gespannt auf mehr ;) Sucht und so...
:knuff: Ria
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von vojka »

Ohne viel Reden ein neues Chaü für dich *grins*


Kapitel 32

Animagi - Mit oder ohne Hilfe

„SIRIUS!“, kam es empört von Ginny. Sie drehte sich zu dem Schwarzhaarigen, welcher immer noch perplex in der Tür zum Schlafsaal stand, stemmte ihre Hände in die Hüften und funkelte ihn aus ihren braunen Augen böse an. Leider verlor diese ansonsten sehr Angst einflößende Geste etwas an ihrer Intensität dadurch, dass sie immer noch nur in Hose und BH vor dem Rumtreiber stand. Dieser fing nun dämlich an zu grinsen und sah Ginny schon lange nicht mehr ins Gesicht.

„Sirius Black, wenn du nicht sofort wo anders hinguckst, werden sich meine Eltern leider einen neuen Paten für mich suchen müssen, denn du wirst den Tag meiner Geburt dann nicht mehr erleben“, fauchte Harry und schnappte sich seinen Quidditchumhang, welchen er Ginny um die Schultern legte. Sie sah ihn an und schenkte ihm ein dankbares Lächeln.

„Ich - eh - wollte nur gucken, wo ihr bleibt, sonst verpasst ihr noch eure eigene Party“, meinte Sirius nur ohne aufzuhören zu grinsen, drehte sich lässig um und schloss die Tür hinter sich und mit einem „ich wünsch euch noch viel Spaß, bis in ein paar Stunden“, ließ er die beiden allein.

Unten angekommen trat er zu James und Lily, welche ihn fragend ansahen.

„Und, wo sind sie? Ich will doch mit meinem Sohn seine offizielle Ankunft in Hogwarts feiern, wie es sich für einen Rumtreiber gehört“, sagte James und nippte an seinem Butterbier.

Sirius' Grinsen hingegen wurde nun nur noch breiter. „Krone, unser neuer Rumtreiber macht uns gerade alle Ehre“, antwortete er, schnappte sich eine Hähnchenkeule und biss genüsslich hinein.

„Was meins du?“, wollte Lily wissen, während sie ahnungslos zwischen den beiden Freunden hin und her blickte, denn auch James' Gesichtsausdruck zierte nun ein breites Grinsen.

„Du meinst, er und Ginny… da oben…?“, murmelte Peter, der das Gespräch zufällig mit bekommen hatte und fügte kaum hörbar hinzu: „Ich hoffe, sie nehmen nicht mein Bett.“

Lily schnappte empört nach Luft und James und Sirius grölten nur.

„Komm schon Lils, gönn ihnen den Spaß - die feiern da oben und wir hier unten, also sei nicht so“, sagte James immer noch lachend und drückte seiner Freundin einen Schmatzer auf die Wange.

„Spaß?“, erklang eine halb wütende, halb amüsierte Stimme von der Treppe, „Nein danke, den hat unser lieber Sirius uns ja so nett verdorben“, sagte Ginny und warf einen giftigen Blick auf den Schwarzhaarigen, welcher ein leises Fiepen von sich gab. Einer wütenden Ginny Weasley wollte er nicht allein ausgeliefert sein.

Nach einem kurzen Moment stellte Sirius sein Gewinsel ein, hob den Kopf und sah Ginny fest in die Augen. „Das nächste Mal stellt ein paar Schuhe vor die Tür oder hängt ein bitte-nicht-stören Schild dran, dann wäre ich auch nicht reingeplatzt, woher sollte ich wissen, dass du Harry beim Duschen helfen wolltest?“

Ginny schnappte nach Luft, guckte ihn noch einmal giftig an und verschwand im Trubel, welcher immer noch im Gemeinschaftsraum herrschte. Dies, so befand die Rothaarige, musste sie sich nicht gefallen lassen.

Fünf Minuten später kam auch Harry die Treppe herunter, an welchem Ende immer noch seine Eltern und ihre Freunde standen und sich leise unterhielten. „Wo ist Ginny?“, fragte er, als er die letzte Stufe genommen hatte und zu ihnen getreten war.

„Irgendwo dahinten“, murmelte Sirius und fand seine Schuhe mit einem Mal sehr interessant.

Mit einem „Wir reden später noch“, ging Harry seine Freundin suchen, fand sie aber nicht im Gemeinschaftsraum. So betrat rasch wieder die Treppe in den Schlafsaal hinauf. Er stürmte zu seinem Bett und kramte in seinem Koffer, zog ein alt aussehendes Pergament hervor, tippte sie mit seinem Zauberstab drauf und nuschelte ?Ich schwöre feierlich, ich bin ein Tunichtgut'. Sofort zogen sich feine Linien über das Pergament und Schloss Hogwarts und seine Bewohner wurden sichtbar.

Er suchte die ganze Karte nach ihr ab, um sie schlussendlich in ihrem Schlafsaal zu finden. Also konnte er nicht viel tun, außer warten und vielleicht Lily oder Beccy hochschicken, wenn sie in ein paar Minuten noch nicht wieder da sein sollte.

So gesellte er sich wieder zu der Party, gönnte sich ein Butterbier und fragte Sirius unverblümt: „Und, was hast du mit ihr angestellt, dass sie vor dir geflüchtet ist?“

Dieser zuckte mit den Schultern und murmelte: „Gar nichts! Ich hatte nur den Vorschlag, das nächste Mal besser zu kennzeichnen, was ihr vorhabt, damit keiner reinplatzt.“

Harry verschluckte sich beinahe. „Was wir vorhaben? Klar, vielleicht sollten wir es in Leuchtschrift ans Schwarze Brett hängen: den Jungenschlafsaal der siebten Klasse nicht betreten, ich habe Sex. Gruß, Harry“, murrte er sarkastisch und schnaubte leicht, Sirius konnte sich ein Lachen nicht verkneifen.

„Nein, so meinte ich das nicht“, sagte er jedoch abwehrend und schüttelte den Kopf. „Nur, damit man erkennt, dass dort drinnen zwei Menschen sind, die vielleicht gerade nicht gestört werden wollen bei irgendwelchen… intimeren… Aktionen…“

Nun musste auch Harry grinsen. „Okay, ist ja gut. Wenn du das nächste Mal wieder nicht mitbekommst, dass Ginny mir nach oben folgt, hänge ich ein großes Schild an die Tür mit einem schwarzen Hund drauf: 'wir müssen leider draußen bleiben.'“

Sirius verstand die Anspielung auf diese Art Schilder in der Muggelwelt natürlich nicht und brachte nur ein nicht sehr kluges „Aha“ zu Stande, Harry lachte auf.

„Mann Tatze, das war ein Witz. Ich hab schon verstanden, was du meinst“, lachte er und stieß seine Butterbierflasche gegen die seines Paten.

Im selben Moment kam Ginny die Treppe hinunter und trat an sie heran.

Etwas kleinlaut wandte sich Sirius an die Rothaarige: „Ginny, ich wollte mich entschuldigen, das nächste Mal pass ich besser auf, wen ich störe.“

„Macht nichts, aber mach dich auf Rache gefasst, Black“, gab Ginny zurück und grinste nur, während sie Sirius eine Handvoll Süßigkeiten anbot. „Versöhnungsangebot, wenn du magst.“

Sirius nickte begeistert und griff zu, gleich drei Toffees auf einmal.

Harry, der die Süßigkeiten erkannte, musste sich schnell weg drehen, damit Sirius sein schadenfrohes Grinsen nicht sah.

Ginny jedoch blieb nach außen hin freundlich und ruhig, während der Animagus die kleinen Würfel in seiner Hand musterte.

Doch anstatt sich für einen zu entscheiden, warf er sich alle drei auf einmal in den Mund. Ginny wurde schlagartig blass und murmelte ein „Oh Gott, das hab ich nicht gewollt“, als die Wirkung auch schon einsetzte.

Zuerst begann es aus Sirius' Nase so heftig zu bluten, dass bald darauf etliche Flecken auf seinem Shirt und dem Teppich waren, ganz abgesehen von seinem Ärmel, welchen er sich erschreckt vor den Mund hielt. Dann jedoch schlagartig weg riss und sich inmitten der Schülerschaft übergab.

„Was ist das?!“, würgte Sirius hervor und auch Harry sah seine Freundin aus großen Augen an.

„Gin, was hast du mit ihm gemacht?!“, fuhr er sie an und half den noch immer vornüber gebeugten Sirius. „Na los, hilf ihm!“

Mit etwas zittrigen Händen reichte sie Harry die violette Hälfte der Süßigkeiten und hoffte nur, dass Sirius diese überhaupt noch annehmen würde.

„Geh mir weg damit!“, schlug ebendieser Harrys Hand beiseite, doch Harry rede unermüdlich auf seinen Paten ein und zwang ihm die Gegenstücke geradezu auf. Kaum hatte Sirius diese hinunter geschluckt, versiegte der Blutstrom aus seiner Nase und auch das Erbrechen hörte auf.

Schwankend stolperte er ein paar Schritte rückwärts, Harry murmelte einen Reinigungszauber und ließ die Flecken und den Unrat auf dem Teppich und Sirius' Kleidern verschwinden, ebenso wie dessen Geschmack im Mund.
Alles, was blieb, war der Gestank nach Erbrochenem, was die Partygäste sehr schnell dazu brachte, sich zu verflüchtigen.

„Hölle Ginny, was war das?!“, wollte Sirius wissen und sah die zusammen gesunkenen Ginny scharf an, welche den Rest der Toffees schnell in ihre Hosentasche zurück gesteckt hatte.

„Nach der Wirkung zu schließen würde ich sagen, Nasblutnougat und Kotzpastillen, aber was das Dritte war, kann ich nicht genau sagen“, murmelte Ginny ihren Füßen zu.

„Bitte was?“, kam es verständnislos von Sirius.

„Wir haben euch doch von Ginnys Zwillingsbrüdern und ihren Erfindungen erzählt. Das waren welche von ihnen. Nasch - und Schwänzleckereien“, erklärte Harry bereitwillig und schüttelte über Ginnys Leichtsinn, Sirius gleich mehrere von den Süßigkeiten auf einmal zu geben, den Kopf.

„Jetzt weiß ich, warum sie als unsere würdigen Nachfolger gelten. Die beiden muss ich unbedingt einmal kennen lernen!“, sagte Sirius begeistert, vergessen war der Ärger über das durch die Süßigkeiten verursachte Unbehagen.

„Tja, da musst du wohl bis April warten“, grinste Ginny und war froh, dass Sirius ihr nicht länger böse war.

Dieser sah sie nur leicht verständnislos an. „Wieso?“

„Naja, im Moment ist Molly noch mit ihnen schwanger“, erklärte Harry und lachte, als er an die Vorhersehung dachte, dass die Fred und George ausgerechnet am ersten April zur Welt kommen würden.

Remus, Beccy, Peter, James und Lily waren nun ebenfalls zu ihnen gestoßen und fragten sich, was hier soeben eigentlich passiert war.

„Ohman Tatze, so hast du noch nie eine Party gesprengt“, lachte James und klopfte seinem besten Freund auf die Schulter.

Sirius brummte nur etwas Unverständliches und verschwand in seinem Schlafsaal. „Ich glaube, wir sollten alle ins Bett gehen, morgen um zehn erwarten uns eure Väter“, sagte Peter an Beccy und James gewand und setzte sich auch in Bewegung um ins Bett zu gehen.

In den jeweiligen Schlafräumen war jedoch noch lange nicht Ruhe. Sowohl die Mädchen als auch die Jungen lagen noch lange zusammen wach und kannten nur ein Thema: die Stunde mit Liam und Patrick am nächsten Morgen.

„Was denkt ihr über dieses Training?“, wollte Sirius wissen.

„Mh, ich weiß nicht recht“, sagte James, „Mein Dad kann manchmal etwas… okay, ziemlich komisch und auch streng sein… außerdem, wie lange wird es dauern, bis er und Patrick heraus finden, dass wir Animagi sind?“

„Nicht registrierte Animagi, wohl bemerkt“, nuschelte Remus, während Peter sich aufsetzte.

„Ohje, dann werden sie es sicher bald wissen… und was dann?“, fragte er leicht ängstlich und sah abwartend in die Runde.

„Also“, warf Harry ein, „Dumbledore weiß ja bereits, dass ihr Animagi seid, also denke ich, wenn sie es heraus finden, habt ihr die Deckung von oben. Ist nur die Frage, wie unsere eigene weitere Planung aussieht, wenn wir wirklich alle Animagi werden wollen, sprich auch Remus und ich und die Mädchen.“

„Wie schon? Nächtliche Streifzüge durch den Wald und das nicht nur an Vollmond“, sagte Sirius und warf einen sehnsuchtsvollen Blick aus dem Fenster neben seinem Bett. Der nächste Vollmond war nach seinem Geschmack noch viel zu lange hin.

„Und wenn wir es ihnen doch sagen? Vielleicht können sie uns helfen?“, schlug Harry leise vor, obwohl er ahnte, dass die anderen weniger begeistert von der Idee wären.

„Ich bin immer noch dagegen, aber ich schlage vor, wir schlafen jetzt und fragen morgen früh vor dem Frühstück die Mädels, was sie davon halten“, gähnte James und warf sich nach hinten in sein Bett auf welchem er eben noch gesessen hatte.

„Einverstanden, mal sehen, was unsere holde Weiblichkeit dazu sagt“, antwortete Sirius und bette seinen Kopf ebenfalls auf seinem Kissen.

Im Mädchenschlafsaal war die Diskussion um das Einschalten der beiden Auroren in ihre Pläne schneller beendet, denn sie waren sich sofort einig. Beccy meinte sogar, dass ihr Vater diese Idee gut fände und er ihnen begeistert helfen würde, solange sie es nur gut verkauften und versprachen keinen Unfug zu treiben.

**

„Ginny, Lily, Beccy? Wir haben da eine Frage an euch“, kam es am nächsten morgen leise von Remus, als die Acht am Frühstückstisch platz genommen hatten.

„Ja?“, war die einstimmige Antwort von den Dreien. „Was gibt es denn?“, setzte Lily noch hinzu und sah abwartend zwischen den Jungs hin und her.

„Wir haben gestern in unserem Schlafsaal noch diskutiert, ob wir Liam und Patrick in unseren Plan Animagi zu werden, einweihen wollen und sie um Hilfe bitten sollen oder nicht“, flüsterte Remus ihnen zu. Kaum hatten die Mädchen die Frage vernommen, brachen sie in schallendes Gelächter aus, was mit Unverständnis von den Jungs quittiert wurde.

„Genau darüber haben wir gestern auch noch geredet“, klärte Ginny sie auf, weil sie die Fragezeichen in den Augen sah. „Und um eure Frage von eben zu beantworten, wir sind uns einig, dass wir sie fragen wollen. Es dürfte um einiges leichter werden, wenn wir Hilfe haben und es nicht auf eigene Faust versuchen, auch wenn wir eine Menge über das Thema gelesen haben. Es kann einfach eine Menge schief gehen, bei diesem Unterfangen. Ich weiß, was ihr sagen wollt“, fügte sie hinzu, als sie sah, das sowohl James als auch Sirius ihren Redeschwall unterbrechen wollten,“ bei euch ist alles gut gegangen, aber das heißt ja nicht, dass dies bei uns auch der Fall sein muss und es wäre einfach schön, wenn jemand ein Auge darauf haben würde. So nun dürft ihr.“ Grinsend schloss sie ihren kleinen Vortrag ab und wandte sich den perplexen Jungs zu.

„Seid ihr euch wirklich sicher?“, fragte James kleinlaut. „Dad wird uns in der Luft zerreißen.“

„Falsch James, Sirius und dich wird er in der Luft zerreißen, weil ihr ihm so etwas verheimlicht habt. Mein Dad ist da anders, wenn ich es ihm richtig erkläre, wird er es verstehen“, sagte Beccy voller Überzeugung.

James hob resignierend die Schultern, nachdem Lily ihm mit einem Blick zu verstehen gegeben hatte, dass auch sie diese Hilfe wünschte. „Ist gut, ihr habt gewonnen. Ich gebe mich geschlagen, aber auch nur, weil vier der fünf, die jetzt Animagi werden wollen, der Meinung sind, sie zu fragen.“

Schweigend beendeten die Acht ihr Frühstück.

„Küss mich Lily, ich habe noch 20 Minuten zu leben, denn dann ist mein Dad hier und ich bin tot, wenn er erfährt, was wir gemacht haben“, sagte James und sah seine Freundin bittend an.

„Nur noch so wenig Zeit? Verdammt!“, rief sie, erhob sich schnell und drückte ihrem Freund nur einen flüchtigen Kuss auf den Mund und war schon aus der Großen Halle, in welcher sie auf die beiden Auroren warten sollten, verschwunden. Keine Minute später kam sie nach Luft japsend wieder am Tisch an. „James kann ich mir deinen Umhang aus dem Schlafsaal holen?“ Der Schwarzhaarige hatte kaum zustimmend genickt, als sie auch schon wieder davon stürmte.

Sie rannte die Gänge des fast leeren Schlosses, denn fast alle Schüler waren entweder noch beim Frühstück, oder schliefen noch seelenruhig in ihren Betten, entlang. Schnaufend und nach Luft ringend kam sie vor der Fetten Dame an, nannte ihr das Passwort und rannte in den Schlafsaal der Jungs aus dem siebten Jahrgang.

„HImmel James, kannst du nicht endlich mal Ordnung in deinen Sachen halten“, murmelte sie vor sich hin, während sie fast den kompletten Inhalt von seinem Koffer auf dem dazugehörigen Bett oder daneben verteilte. „Ha da ist er. Das Chaos kann er nachher selber beseitigen, wenn er ordentlicher wäre, hätte ich nicht alles verteilen müssen!“

Schnell raste sie die Treppe wieder herunter und die Treppe zu ihrem Schlafsaal hinauf, ging an ihren Koffer, mit einem Griff fand sie, was sie suchte. Das Geräusch des Zuklappens ihres Koffers ging im Zuschlagen der Tür komplett unter, denn Lily war schon wieder auf dem Sprung, rannte aus dem Gemeinschaftsraum und wieder die Gänge der Schule entlang. Zwei kurze Gänge vor der Bibliothek, ihr Ziel, verlangsamte sie die Schritte, um wieder etwas zu Atem zu kommen. Als sie nur noch wenige Meter entfernt war, versteckte sie sich hinter einer der Statuen und sah sich um, ob sie auch niemand beobachtete. Niemand war zu sehen, also warf sie sich den Tarnumhang, welchen sie aus James Schlafsaal geholt hatte über und ging leise in den Raum hinein. Zwar konnte der alte Bibliothekar kaum hören und sehen, trotzdem wollte sie nicht riskieren entdeckt zu werden.

Zwei Schritte vor der Verbotenen Abteilung, trat sie auf den Saum des Umhangs und ließ eines der Bücher, welche sie vor ein paar Tagen von hier geholt hatte und nun zurück bringen wollte, fallen. Unglücklicherweise war in dem Moment Mr. Lyalls auf dem Weg in eben jene Abteilung um ein Buch, welches ein Schüler zurück gebracht hatte, an seinen angestammten Platz zu tun. Er hörte das aufschlagen des Buches und sah es auch auf dem Boden liegen.

„Ist da jemand?“, fragte Mr. Lyalls und sah sich suchend um. Lily, welche immer noch unter dem Tarnumhang da stand, rührte sich keinen Zentimeter. Sie wagte es kaum zu atmen, obwohl sie wusste, dass der Bibliothekar fast taub war.

Er legte das Buch, welches er zurück in die Verbotene Abteilung bringen wollte, in ein Regal. Lily stand natürlich genau dort, wo er es ablegen wollte, konnte aber gerade noch rechtzeitig zur Seite springen. Mr. Lyalls bückte sich um das das Buch aufzuheben, was der Rothaarigen runtergefallen war, musterte den Titel und runzelte die Stirn. „Wer hat sich das denn ausgeliehen? Gerade bei solchen Büchern passe ich doch immer auf“, wunderte er sich. Lily nutzte den Moment der Abgelenktheit, um das Buch, welches sie noch in der Hand hielt auf das zu legen, was der Bibliothekar ins Regal gelegt hatte. Leise und nicht weiter bemerkt verschwand sie aus der Bibliothek.

Draußen angekommen, versteckte sie sich wieder hinter einer der Statuen, sah sich um und als sie niemanden entdecken konnte zog sie sich den Tarnumhang vom Kopf und verstaute ihn in ihrer Tasche und rannte den Weg zurück zu den anderen. Gerade als durch die Eingangshalle lief, traten auch Beccys und James' Väter durch das Portal.

„Lily wo willst du so schnell hin, hast du neuerdings Angst vor mir, das du wegläufst?“, fragte ein lachender Patrick O'Conner und ging raschen Schrittes auf die beste Freundin seiner Tochter zu, welche bei den Worten des Aurors stehengeblieben war.

„Nein, Pat. Wieso sollte ich vor dir weglaufen? Nur weil du jetzt mein Lehrer bist? Ich weiß, dass du trotzdem ein Mensch bist“, antwortete Lily mit einem Lächeln im Gesicht und ließ sich kurz umarmen.

„Na ja, das kann man nicht von allen Professoren dieses Schlosses behaupten“, grinste Liam, welcher nun auch zu den beiden getreten war.

Zu Dritt gingen sie in die Große Halle an den Tisch der Gryffindors, wo die anderen sieben Jugendlichen schon warteten. Als Dumbledore die beiden Auroren eintreten sah, erhob er sich von seinem Platz und Schritt auf die Gruppe zu.

„Liam, Patrick, es ist schön, dass ihr hier seid. Ich würde vorschlagen, ihr nehmt das Klassenzimmer für Verwandlung für eure Übungen. Wenn ihr irgendetwas benötigen solltet, Twix und Crossie wissen Bescheid, sie werden euch gerne helfen, falls meine Hilfe benötigt wird, werden die beiden mich benachrichtigen. Und nun wünsche ich euch viel Erfolg“ Damit war der Schulleiter schon wieder verschwunden und ließ die acht Gryffindors und ihre Lehrer alleine.

Einen kurzen Moment sahen sie ihm noch hinterher, dann räusperte sich Liam: „Ich würde vorschlagen, wir verlieren keine Zeit. Je eher wir anfangen, desto eher seid ihr auch wieder entlassen.“

„Ich weiß schon, Dad hat noch eheliche Pflichten zu erfüllen“, lachte James und lief schnell aus der Halle um seinem Dad zu entkomme.

„Der soll mir mal nach Hause kommen, wo er nur immer seine freche Klappe her nimmt“, beschwerte sich Liam und wandte sich auch zu gehen. Die anderen folgten ihm.

„Ich weiß, woher er seine dieses Mundwerk hat“, grinste nun auch Patrick und sah seinen langjährigen Freund und Partner herausfordernd an.

„Man wo bleibt ihr denn? Ich war mal eben so frei und habe den Raum etwas umgestaltet“, empfing ein sichtlich gut gelaunter James die anderen. Zwar wollte er immer noch nicht von seinem Dad unterrichtet werden, aber er wusste, dass widersprechen nichts nützen würde und machte nun einfach das beste daraus. Während die anderen langsam durch die Gänge geschlichen waren, war er den Weg nach oben gerannt und hatte schon einmal alle Tische verschwinden lassen und einen Kreis aus zehn Stühlen in der Mitte positioniert. „Ihr möchtet doch sicherlich erst einmal mit uns reden, bevor wir mit dem Training los legen.“

„Eigentlich nicht, aber wenn du dir schon mal die Mühe gemacht hast mein Sohn, dann werden wir eben erst reden und dann lernen“, antwortete Liam ihm.

„Na ja“, druckste Harry etwas herum. Er setzte sich gleich neben seinen Vater auf einen der Stühle und blickte etwas ängstlich zu den beiden Auroren auf. „Wir wollten mit euch auf jeden Fall reden. Ich hatte da nämlich so eine Idee, bei der wir gerne eure Hilfe hätten.“

„Und die wäre?“, fragte Patrick und musterte die acht nacheinander eingehend.

„Ich … ich hatte die Idee, ähm“, stotterte Harry herum, so dass Beccy es nicht mehr aushielt und sich an ihren Dad wandte.

„Dad, wir würden gerne Animagi werden.“

„Ihr wollt was?!“, kam es entsetzt von dem Iren.

„Wir fünf“, damit zeigte Beccy auf Lily, Ginny, Remus, Harry und sich, „würden gerne Animagi werden.“

Liam, dem aufgefallen war, das drei bei der Aufzählung fehlten, stutzte. „James? Warum wollt ihr drei keine Animagi werden?“

Jetzt war die Zeit der Wahrheit, so fand James, rausreden brachte nichts. „Also Dad, die Sache ist die, chrm, du weißt schon, ähm“, stotterte er und warf einen Blick in Remus' Richtung, der immer kleiner zu werden schien in seinem Stuhl. „Peter, Sirius und ich sind schon Animagi. Seit zwei Jahren. Bitte verstehe, wir hatten keine andere Wahl, wir wollten nicht, das er es alleine durchstehen muss. Und wir hatten gelesen, das er Tieren nichts tun würde, nur deshalb-“, James brach ab, nun lag die Entscheidung ganz allein bei seinem Dad, was er mit dieser neuen Information anfangen würde.

„Ich verstehe“, sagte er ernst und guckte zwischen den vier Rumtreibern hin und her. „Ich wäre enttäuscht gewesen, wenn du keine Möglichkeit gefunden hättest.“ Dies war eine Antwort, mit der keiner der jungen Gryffindors gerechnet hätte und auch Patricks Miene sagte, dass er seinen Freund nicht verstand.

„Was ist hier los? Irgendetwas verheimlichst du mir doch“, wollte er so gleich von ihm wissen.

Liam warf Remus einen fragenden Blick zu, dieser nickte und senkte dann seinen Blick.

„Eine Kleinigkeit gibt es tatsächlich, die ich dir nie erzählt habe, aber bevor du jetzt wütend auf mich wirst, ich hatte nicht das Recht das zu tun, da es nicht meine Geschichte ist. Du musst wissen, das Remus ein Werwolf ist.

„Ein Werwolf? Meine Tochter ist mit einem Werwolf zusammen? Rebecca Marie O'Conner! Du wirst dich sofort von diesem - diesem Tier trennen, haben wir uns verstanden?!“, schrie er in den Raum.
Glück ist das einzige, was wir anderen geben können, ohne es selbst zu haben.
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von Tjeika »

Na ui... holla... uff...
Aber von vorne.
Seit wann hat Harry einen eigenen Koffer, aus dem er seinen Tarnumhang nehmen kann? Das war etwas verwirrend... aber auch die einzige Unstimmigkeit, die mir aufgefallen ist.
Ansonsten war dies wieder ein sehr sehr feines Kapitel. Daumen hoch, definitiv!
Über das Ende ist mir doch tatsächlich entfallen, was ich noch zu dem Kapitel schreiben wollte... achja. Die Animagisache. Die Idee, ich weiß nicht, ob sie wirklich so gut war, also Liam und Patrick da mit einzuweihen und gar um Hilfe zu bitten... Doch ich muss gestehen, dass ich Liams Reaktion schon irgendwie erwartet hätte. Er kennt halt seine Pappenheimer *lach*
Doch Patrick... holla. Ich hoffe doch, dass Liam da noch ein paar beruhigende Worte spricht. Kann ja wohl nicht wahr sein... ich bin gerade etwas entsetzt, weil ich Patrick eigentlich recht sympathisch fand.
Nun bin ich aber wirklich gespannt, wie es weitergeht!!!

*mit dem Stahlträger wink* ;)
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von vojka »

Sei nicht so streng zum armen Pat, er ist nur ein besorgerter Papa, der sich Sorgen um seine überalles geliebte Tochter und er kennt Rem ja noch nicht so gut.
Und was das mit dem Koffer angeht. Den Tarnumhang hatte Harry ja bei sich, als er in die Vergangenheit ist und einen Koffer haben sie gekauft, als sie einkaufen waren.


Kapitel 33

Zusatztraining I

„Nein!“, rief Beccy aus. „Ich liebe Remus und auch den Wolf in ihm.“

„Du… du… wusstest es vorher schon?“, stotterte Patrick und sah zwischen seiner Tochter und dem Werwolf hin und her. Remus saß immer noch mit gesenktem Kopf da und traute sich nicht, dem Auror ins Gesicht zu sehen.

„Ja, ich wusste, was in ihm steckt. Dadurch ist er aber kein anderer Mensch, nur weil er ein paar Stunden im Monat dem, was in ihm steckt, erliegt“, antwortete sie und nahm Remus' Hand in ihre und drückte sie. Remus sah kurz auf und ein zögerliches Lächeln zauberte sich auf seine Lippen. Beccy lehnte sich zu ihm hinüber und gab ihm demonstrativ vor den Augen ihres Vaters einen langen und zärtlichen Kuss.

„Pat, bleib mal ganz ruhig. Ich kenne Remus jetzt schon seit Jahren und weiß beinahe eben solange, dass er ein Werwolf ist. Ich kann nur sagen, habe ich kaum einen vernünftigeren jungen Mann getroffen und ich hege immer noch die leise Hoffnung, dass ein kleines bisschen davon auf meinen Sohn abfärbt“, sagte Liam und sah dabei schmunzelnd zu James, der nur die Augen verdrehte.

„Wie - ich meine - wann - wurdest du gebissen?“, wollte Patrick nun wissen und sah nicht mehr ganz so böse aus.

Remus senkte wieder seinen Blick. Beccy hielt immer noch seine Hand fest und drückte sie nun sanft, um ihm zu zeigen, dass sie zu ihm stand, dass nichts sie trennen konnte. „Ich war noch sehr klein, als Greyback auf unsere Farm kam“, murmelte er leise und stockte.

„Das heißt… das heißt… du bist schon als Werwolf zur Schule gekommen?“
Patrick stand von seinem Stuhl auf und lief auf und ab. Jeder, der ihn kannte, wusste, dass es in seinem Kopf gerade schwer arbeitete. Er brauchte diese Bewegung um etwas mehr Klarheit zu bekommen. Nach einem Moment der Stille fügte er fast flüsternd hinzu: „Wie konnte Dumbledore das nur zu lassen?“

„Ganz einfach, Pat. Remus ist ein unschuldiges Opfer und sollte nicht für etwas bestraft werden, wofür er nichts kann. Er muss sich an strenge Regeln halten an den Vollmondnächten. Es gab bisher keinerlei Zwischenfälle und das alleine gibt mir Gewissheit, richtig gehandelt zu haben“, kam es von der Tür her, in welcher gerade eben Albus Dumbledore aufgetaucht war und die letzten Worte des Aurors vernommen hatte.

Patrick guckte fast erschrocken in die Richtung aus der die Stimme kam. „Ich wollte deine Entscheidung nicht in Frage stellen Albus, aber -“, versuchte Beccys Vater zu erklären, wurde aber von dem Direktor unterbrochen.

„Ist schon in Ordnung, Patrick. Ich kann mir vorstellen, dass es erst einmal ein Schock ist, vor allem wenn sein einziges Kind sich auch noch in diesen jungen Mann verliebt hat.“ Dumbledore sah wohlwollend zur schwarzhaarigen Iren hinüber, welche immer noch die Hände ihres Freundes hielt.

Liam sah indes zwischen dem Direktor, Remus und Patrick hin und her. Fragend runzelte er die Stirn, als er den Schuleiter anblickte.
„Albus, warst du nicht noch eben unten in der Halle?“

„Doch, das war ich, aber mir kam zu Ohren, dass hier eine Diskussion im Gange ist - und du weißt, einem Wortwechsel kann ich nicht entgehen“, lächelte der Angesprochene und fügte hinzu: „Aber darf ich wissen, wie ihr auf den Werwolf gekommen seid?“

Liam warf noch einen Seitenblick auf seinen Freund und erklärte: „Die Kinder haben uns eben ihre Pläne offenbart - “

„Dad!“, kam es empört von James, der seinen Vater finster anblickte, „ich bin kein Kind mehr, ich bin erwachsen, falls ich dich daran erinnern darf!“

„ - Animagi zu werden“, fuhr Liam fort, als habe es keine Unterbrechung gegeben, James schnaubte nur leise und verschränkte die Arme vor der Brust. „Und dabei gestand mir mein Sohn, dass er und zwei seiner Freunde bereits heimlich zu Animagi wurden, wie ich jetzt weiß, als Solidarität zu Remus, um ihm in den Vollmondnächten beizustehen.“

Dumbledore nickte nur und guckte die Jugendlichen anerkennend an, einschließlich Remus, dem das Unbehagen in dieser Situation sichtlich anzusehen war.

„Und was gedenkt ihr jetzt zu tun?“, wollte er nur freundlich von Patrick und Liam wissen, immerhin erfuhr man so etwas nicht jeden Tag, dass sein eigenes Kind ein unangemeldeter Animagus war und Monat für Monat einem Werwolf Gesellschaft leistete. Doch Albus war sich sicher, dass Liam in diesem Fall einen beruhigenden Einfluss auf seinen Partner haben würde.

„Stolz auf meinen Sohn sein und ihn bitten, sein Wissen an diejenigen aus dieser Gruppe, die es noch lernen wollen, weiter zu geben so gut er kann“, entgegnete Liam und sah Patrick eindringlich an, welcher kurz darauf nickte.

„Gut, dann können wir ja jetzt mit dem Training beginnen?“, sagte Sirius aufgeregt und strahlte in die Runde.
Genau das waren diese kleinen Momente, in denen er sich der Bedeutung einer Familie wieder einmal sehr bewusst wurde. Ein Vater, der stolz auf seine Kinder war, obwohl sie etwas an und für sich Illegales getan hatten, war für ihn in diesem Moment das größte Glück der Welt.

Liam sah Sirius an und musste gerührt lächeln, als er das Glitzern in dessen Augen sah, welches einfach nur Glück und Liebe für ihn wieder spiegelten, dass er sich fragte, ob er nicht doch noch einen zweiten Sohn hatte - nein, in diesen Momenten wusste er es.

„Sicher können wir das“, pflichtete Patrick ihm bei, straffte die Schultern und versuchte mit seinem Gesichtsausdruck seine ehemalige Hauslehrerin zu imitieren.

Dumbledore wandte sich wieder dem Ausgang zu. „In Ordnung, dann lasse ich euch mal in Ruhe arbeiten“, zwinkerte er ihnen zu und verließ kurz darauf den Raum.

„Dad, McGonagall steht dir nicht“, lachte Beccy und grinste ihren Vater an.

Die acht Jugendlichen jedoch sahen Liam und Patrick nun mit gespannten Mienen an und fragten sich, was nun kommen würde.

„Verteidigung und auch Angriff kann man nun einmal am Besten in Duellen trainieren“, begann Patrick, woraufhin Ginny und Harry sich kurz anblickten. Auch in der DA hatten sie durch Duelle die verschiedenen Zauber und Flüche geübt.
Ginny gab ihrem Freund einen Kuss auf die Wange, die Diskussion um Cho war vergessen.

James und Sirius waren sofort zueinander gerückt, als wollten sie zeigen „Wir wollen unbedingt zusammen trainieren!“, doch Liam schüttelte den Kopf.

„Nein Jungs, denn um es fair zu halten, werdet ihre euren Duellpartner jedes Mal neu auslosen.“

Nun übernahm Liam das Wort. „Es gibt aber auch einige Regeln, auf die ihr achten müsst.“

Ein kollektives Stöhnen ging durch die Gruppe, doch die beiden Auroren ließen sich nicht aus dem Konzept bringen.

„Es duelliert sich immer ein Paar zur Zeit. Die anderen werden aus sicherer Entfernung zuschauen und gut aufpassen, denn hinterher werden wir jedes Duell genau analysieren. Was war gut, was vielleicht weniger gut, wo liegen die Stärken und wo die Schwächen eines jeden einzelnen von euch. Die Duelle sind zwar zeitlich begrenzt, doch auch, wenn ein Gegner kampfunfähig ist, oder ohne Zauberstab wehrlos dasteht, ist der Kampf beendet. Es ist alles erlaubt, außer schwarzmagischen Flüchen, doch Tricks und Ablenkungsmanövern steht nichts im Wege.“

Patrick zückte seinen Zauberstab und verwandelte eine alte Vase in einen knittrigen Hut. Gerade, als er die Lose zaubern wollte, schritt Beccy jedoch ein. „Oh nein, Dad, die schreibe ich per Hand, wer weiß, was ihr euch sonst ausgedacht habt, um die Partner schlussendlich doch selbst zu bestimmen.“

Und schon war sie über einen der Tische gebeugt und kritzelte acht Namen auf einen Bogen Pergament, welchen sie danach per Zauberstab in Briefchen zerschnitt, diese zusammen faltete und in den Hut schweben ließ.

Liam nahm Patrick den Hut ab und ging, zur Überraschung aller, auf Peter zu, welcher bisher ziemlich stumm in einer Ecke gestanden hatte.

„Peter, magst du vielleicht die Duellpartner für heute ziehen?“, bat dieser und sah den schüchternen Jungen freundlich an.

Peter blinzelte aufgeregt, als der Auror nun direkt vor ihm stand und hob die Hand, welche leicht zitterte und zog das erste Briefchen aus dem Hut.

„Ginny“, piepste er und als seine Hand das nächste Mal raschelte und ein weiters Stück Pergament in den Fingern hielt, stand dort „Lily“ als Gegenpart.

„Sehr gut, das erste Pärchen hätten wir“, nickte Patrick und nahm Peter die Zettel ab, welche er per Zauber nebeneinander an die Wand heftete.

„Die nächsten sind Remus und… oh“, kam es leise von Peter, als er seinen eigenen Namen erkannte, gab die beiden Zettel jedoch kommentarlos an Patrick weiter.

Harry und James bildeten das nächste Pärchen, woraufhin sich James' Augen entsetzt weiteten. „Aber… Harry? Ich soll… ich meine, wir… das geht doch nicht“, stammelte er, doch Harry grinste nur.

„Das wird sicher lustig, Dad“, sagte er und spielte begeistert mit seinem Zauberstab in den Händen.

Peters Hand zog die letzten zwei Briefchen aus dem Hut. „Sirius und Beccy“, las er laut vor, woraufhin beide auf den Beinen waren und sich anfunkelten.

„Na warte, O'Connor, dich mach ich fertig“, knurrte Sirius, woraufhin Beccys Blick sich schlagartig verdunkelte und sie ihm ein giftiges „Träum weiter, Black“, entgegen zischte.

„Irgendwelche Freiwilligen?“, fragte Patrick in die Runde, als er die Namen der letzten beiden Duellpartner an die Wand geheftet hatte.

Remus sah zu Beccy und Sirius und meinte: „Vielleicht sollten wir ihnen den Vortritt lassen, sonst könnte es noch zu einem außerplanmäßigen Duell kommen, wenn unsere beiden Hitzköpfe hier unbeobachtet sind.“

„Na gut Black, jetzt werde ich dir zeigen, was es heißt, sich mit einer hitzköpfigen Irin anzulegen“, sagte Beccy entschlossen und nahm die Herausforderung an.

Wie auf ein Signal sprangen die anderen förmlich zur Seite und machten sich bereit, das nun kommende Duell nicht aus den Augen zu lassen. Beccy und Sirius würden sich nichts schenken, so viel war sicher.

Irgendjemand hatte eine Art Steg gezaubert, der dem, welchen Harry aus seinem zweiten Schuljahr her kannte, erschreckend ähnlich sah. Sirius und Beccy stellten sich jeweils an einem Ende auf, die Zauberstäbe erhoben und den Blick fest in den des anderen gebohrt.

„So, nun tretet ihr vor und verbeugt euch voreinander“, wies Liam sie an und Harry musste beinahe lachen, als er sich an den Duellunterricht mit Professor Lockhard erinnerte.
Ginny hingegen war blass geworden. Sicher, James würde Harry nie etwas antun, doch das hier waren etwas andere Duelle als welche sie damals zwischen Harry und Malfoy beobachtet hatte.

Mit einem grimmigen Gesichtsausdruck traten die beiden Kontrahenten auf einander zu und verbeugten sich respektvoll, dann machten sie sich wieder auf den Weg auf ihre Seite, um genügend Abstand zwischen sich zu bringen.

Lily ließ Remus nicht aus den Augen. Dessen Gesichtszüge waren angespannt und sie war froh, dass in zwei Tagen Neumond war, so war der Werwolf zur Zeit sehr zurück gezogen und somit auch seine Instinkte.

„Bei Drei werdet ihr beginnen“, sprach Liam in die Stille und zählte. Kaum hatte er „Drei“ gesagt, richtete Beccy ihren Stab auf Sirius und rief: „Expelliarmus.“ Sirius, der nicht damit gerechnet hatte, dass Beccy keinen Moment zögern würde, hechtete gerade noch zur Seite. Er saß noch auf dem Boden, als die Schwarzhaarige ihm auch schon den nächsten Fluch entgegen schleuderte. Diesmal sprang Sirius nicht zur Seite, sondern beschwor ein mächtiges Schutzschild herauf, an dem der Fluch abprallte. Gleich darauf rief auch Sirius seinen ersten Angriffszauber. Der Schockzauber, welchen er auf Beccy abgeschossen hatte, verfehlte sie aber um ein paar Zentimeter.

„Na, kein Zielwasser getrunken, Black?“, fragte sie fast höhnisch, bevor sie einen Imperdimenta auf den Weg schickte. Auch dieser schoss an seinem Ziel vorbei.

„Du wohl auch nicht O'Conner, oder?“, antwortete Sirius und stand jetzt wieder auf seinen Beinen. Abwartend musterten sich die beiden. Immer darauf lauernd, was der andere als nächstes für einen Schritt tun würde.

„Na los Sirius zeig ihr, was du kannst!“, rief die Stimme von James aus den Reihen der Zuschauer und bekam dafür von Lily einen Schlag auf den Unterarm und von Remus einen bösen Blick.

„Schatz, zeig dem Angeber, was du drauf hast, mach ihn fertig, verschnür ihn zu einem kleinen Päckchen“, feuerte nun Remus seine Freundin an. Er bemerkte es nicht, aber Patrick beobachtete ihn die ganze Zeit und sein Blick war nicht wirklich auf das Duell seiner Tochter gerichtet.

Wieso unbedingt er? Warum ein Werwolf? Jemand, dem praktisch keine Chance gegeben wird, in der Gesellschaft Fuß zu fassen, der keine Arbeitsstelle bekommen wird und immer unter Ministeriumsaufsicht steht, sobald er Hogwarts verlassen hat. Was ist, wenn ich das nicht will? Werden sie je ein normales Leben führen können, selbst, wenn es diesen Krieg nicht gäbe? Heiraten und Kinder bekommen? Aber in einem Punkt hat Liam recht. Er ist immer noch der selbe junge Mann wie vorher, nur, dass ich sein Geheimnis nun kenne und Liam kennt ihn schon länger, kann ihn besser einschätzen. Verdammt, Beccy, warum tust du mir das an? Musst du unbedingt einen Freund haben? Ich werde das zu Hause mit Leyah besprechen, aber sie wird mir nur sagen, ich soll mich nicht einmischen und ihm eine Chance geben.

Das Duell der beiden dauerte mittlerweile schon fünfzehn Minuten und damit war die Zeit fast abgelaufen. „Sieht nach einem Unentschieden aus“, flüsterte Liam seinem Partner zu.

„Wie? Was hast du gesagt? Ich war in Gedanken“, schreckte Patrick auf.

Liam konnte nur verständnislos mit dem Kopf schütteln. „Pat du musst aufpassen, nicht nur, dass sich gerade deine Tochter duelliert, nein. Wie sollen wir Fehler ausmerzen, wenn du nicht aufpasst? Ich mach nicht die ganze Arbeit alleine“, grummelte James' Vater und sah seinen Freund prüfend an.

„Incarzerus“, hörten die beiden Auroren und gleich darauf ein lautes Gejubel. „Ich hab gewonnen! Ich hab gewonnen! Und Black, wie fühlt man sich so am Boden?“, fragte Beccy und blickte auf ihn hinunter, bevor sie ihn von den Seilen befreite und ihm die Hand hinhielt. „War wirklich ein klasse Duell, danke dafür.“

Sirius sah geknickt aus, aber aus irgendeinem Grund auch wütend. „Das war nicht fair. Du hast nicht fair gewonnen“, maulte er, während er vom Boden aufstand und sich den Staub vom Umhang klopfte.

„Wieso?“, fragte Beccy und sah ihn aus großen Unschuldsaugen an. Dann brach sie in Gelächter aus. „Nimm es nicht so schwer Sirius, harke es unter weiblicher List ab. Und Liam und Dad hatten gesagt, es sei alles außer schwarzer Magie erlaubt.“

„Aber das nächste Mal falle ich nicht darauf rein, da gewinne ich“, sagte Sirius nun mit einem gewissen Stolz in der Stimme und lächelte jetzt auch schon wieder, als er mit Beccy zu den anderen ging.

„Du warst fantastisch, meine Süße“, lobte Remus seine Freundin und zog sie in eine Umarmung. „Auch, wenn ich deine letzte Aktion nicht so toll fand.“

„Ach Schatz -“, versuchte Beccy zu sagen, wurde aber von Liam unterbrochen.

„Das können wir jetzt alles erörtern. Setzt euch mal alle wieder hin. Also, mit wem fangen wir an?“, fragte der Auror und blickte abwartend in die Runde, in der Hoffnung, einer würde den Anfang machen.

„Ich finde das war ein sehr ausgeglichenes Duell“, fing Harry an, da sich scheinbar kein anderer dazu erbarmen konnte. „Sirius hat eigentlich nur verloren, weil er sich hat ablenken lassen, sonst wäre es ein Unentschieden geworden. Beccy war sehr gerissen, denn sie kennt Sirius' größte Schwäche und die hat sie gnadenlos ausgenutzt.“

„Hey, wärst du nicht schwach geworden?“, fragte ein erboster Sirius seinen Patensohn.

„Bei Beccy? Nein, denn ich liebe nur Ginny und außerdem, falls ich dich daran erinnern darf, ist sie die Freundin eines deiner besten Freunde“, antwortete Harry seelenruhig und erntete dafür einen Kuss von seiner Liebsten.

„Richtig Harry, Beccy hat für dieses Duell die richtige Taktik gewählt, auch wenn ich kaum glaube, dass es dir gegen Todesser hilft zu flirten und ihnen unmoralische Angebote zu machen“, schmunzelte Liam und sah dabei die Irin an, welche schmollend erwiderte: „Bei diesen Widerlingen würde ich es auch nicht machen, aber Sirius' Schwäche sind nun mal die Frauen und Dad hat mir immer gesagt, dass man die Schwächen der Gegner ausnutzen soll.“

„Also wir wissen nun, was Beccy getan hat, um das Duell zu gewinnen und was Sirius hätte besser machen können. Gibt es aber einen Punkt, den sie vielleicht hätte besser machen können?“, fragte Liam die sechs Gryffindors, die das Duell verfolgt hatten. Von Patrick konnte er für die Analyse dieses Duells keine Hilfe erwarten, hatte er doch während der gesamten Zeit seinen Gedanken nach gehangen.

Ginny meldete sich schüchtern, was aber von Liam unterbunden wurde. „Wir sind hier nicht im Unterricht, du kannst einfach drauf los plappern, wenn du etwas sagen möchtest.“

Ginny lächelte ihn dankbar an. „Sie hätte mehr auf ihre Deckung achten können. Sie hat bis auf einmal nur Angriffszauber benutzt, ansonsten ist sie den Flüchen nur ausgewichen.“

„Gut beobachtet, Ginny“, sagte Liam anerkennend, „Also ihr beiden: Sirius, du solltest deine Konzentration mehr beim Kampf halten und dich nicht vom Gegner irritieren lassen. Und Beccy, du solltest mehr an deiner Verteidigung arbeiten und nicht nur auf Angriffsstrategien setzen.“

„Also, wer will als nächster? Peter, Remus, ihr vielleicht?“, schlug Patrick vor, die beiden Angesprochenen nickten und machten sich auf den Weg zum Podest.
Nachdenklich folgte der Auror dem Werwolf mit den Augen. Was würde das wohl geben? Wie würde Remus sich schlagen, was für Zauber würde er anwenden, wie würde er sich verteidigen?
Patrick musste zu geben, dass er dem Freund seiner Tochter noch immer nicht ganz vorurteilsfrei gegenüber treten konnte.

Abwartend sah er zu, wie Remus und Peter sich voreinander verbeugten und dann jeder an das jeweilige Ende des kleinen Steges gingen, um sich kampfbereit zu machen.

Peter spürte, wie seine Knie weich wurden. Er wusste, dass er ein miserabler Kämpfer war - und nun guckten auch noch zwei gestandene Auroren zu, ganz abgesehen von seinen Freunden, vor denen er sich lieber nicht blamieren wollte.

„Ihr dürft anfangen“, sagte Liam, die anderen gruppierten sich, ebenso wie bei dem vorherigen Duell, um die beiden Kontrahenten herum, um auf beide einen guten Blick zu haben.

„Na los Pete, zeig mir, was du kannst“, versuchte Remus seinen Freund zu ermuntern, woraufhin ein relativ leise und sehr schüchtern gesprochener „Expelliarmus“ seitens Peter auf Remus losgeschickt wurde.

Ohne große Schwierigkeiten beschwor Remus mit einem „Protego“ einen Schutzschild herauf und konnte Peters Fluch abwehren und schickte seinerseits einen „Stupor“ hinterher, wenige Sekunden später lag Peter geschockt und wehrlos auf den Brettern.

Remus ging sofort auf seinen Freund zu, erlöste ihn und half ihm auf. Kurz darauf saßen alle erneut im Kreis beisammen und sprachen über das eben geführte Duell.

„Erst einmal möchte ich mich bei Remus bedanken, dass er seinem Freund so gut zugesprochen hat“, meinte Liam, doch kurz darauf wurde seine Miene ernst. „Aber wehe, du machst das, wenn du wirklich einem Todesser gegenüber stehst. Ehe du den ermuntern kannst, dich anzugreifen, hat bereits dein letztes Stündchen geschlagen.“

Remus sah etwas betreten ein, doch er musste dem Auror Recht geben. Allerdings würde er bei einem Todesser auch nie auf die Idee kommen, ihn zu einem Angriff zu ermutigen.

„Was deine Abwehr angeht, war sie schnell und präzise, viel mehr kann ich dazu leider nicht sagen“, fuhr Liam fort und warf dann einen Blick auf Peter, welcher ziemlich zusammen gesunken auf seinem Platz saß.

„Peter, was du brauchst ist eindeutig mehr Selbstvertrauen“, meinte James, ehe Patrick oder Liam etwas sagen konnten.

„Aber… ich kann so etwas doch nicht, ich meine, jemanden angreifen… und dann auch noch Remus…“, nuschelte der völlig verunsicherte Junge und blickte stur auf den Boden vor sich.

„Was hättest du getan, wenn ein Todesser vor dir gestanden hätte?“, wollte Lily wissen, Peter sah etwas ratlos drein, wusste aber nichts zu sagen.

„Peter, wir veranstalten diese Duelle nicht, damit wir jemanden vorführen wollen, weder im guten noch im schlechten Sinne. Dass Remus dich eben so schnell entwaffnet hat, hat gar nichts zu bedeuten. Wer sagt, dass du kein guter Kämpfer bist? Ich kann verstehen, dass es dir schwer fällt, ausgerechnet gegen deine Freunde zu kämpfen und dann auch noch vor so wachsamen Augen wie Patrick und meinen“, sagte Liam mitfühlend und sah Peter nun genau an.

Verlegen hob der Gryffindor den Kopf.

„Wir bilden euch in diesem Zusatztraining aus, damit ihr, wenn ihr diese Schule hier verlasst und euch eurer ganz speziellen Aufgabe widmet, welche Kräfte erfordert, die sich viele eurer Mitschüler noch nicht einmal vorstellen können, mehr könnt als nur den Schulstoff. Ihr sollt euren Gegnern ins Gesicht spucken können und nicht vor ihnen kriechen. Und genau deshalb seid ihr hier. Um das zu lernen - auch du, Peter. Und ich bin mir zu hundert Prozent sicher, dass du dich am Ende genau so gut in einem Duell behaupten wirst wie deine Freunde.“

Peter sah Liam dankbar an, ebenso wie der Rest der Gruppe.

„Ich würde vorschlagen, wir belassen es für heute bei Duellen“, meinte Patrick und bat sie alle, aufzustehen. „Allerdings könnt ihr in euren heutigen Paarungen bleiben, wenn ihr wollt. Ich würde gerne einen Zauber mit euch üben, der unentbehrlich ist, wenn ihr gegen Voldemort in den Krieg zieht - den Expecto Patronum.“

Das war der Moment, indem Harry und Ginny sich strahlend ansahen, das war endlich einmal etwas, was sie ihren Freunden voraus hatten.

Verwundert fragte Patrick, wie er denn diese Reaktion der beiden zu verstehen habe.

„In meinem dritten Schuljahr wurde das Schloss von Dementoren ?bewacht'“, erklärte Harry und sah bei seinem nächsten Satz Remus dankbar an. „Und da Remus zu der Zeit unser Verteidigungslehrer war, brachte er mir den Expecto Patronum bei - und ich brachte ihn schlussendlich Ginny bei.“ Dass das ganze im Rahmen der DA geschehen war, ließ er lieber unerwähnt, das würde zu viele Fragen aufwerfen und die Auroren gaben sich mit der Antwort zufrieden.

„Oh, na dann - ich bin gespannt“, sagte Liam und sah sie auffordernd an.

Zeitgleich zückten Harry und Ginny ihre Zauberstäbe, sahen sich verliebt an und riefen „Expecto Patronum!“.

Ein wunderschöner Hirsch mit einer mächtigen Krone und ein wieherndes Pferd erschienen gleißend hell im Raum, die Augen der anderen wurden groß wie Untertassen.
Glück ist das einzige, was wir anderen geben können, ohne es selbst zu haben.
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von Tjeika »

Na, hui. Und wieder ein sehr sehr interessantes Kapitel!
Ich habe beim letzten Review, wie mir gerade auffiel, übrigens Ginnys Streich vor all der Aufregung vergessen. War schon böse, aber schon auch irgendwie gerechtfertigt. Aber bei den Brüdern auch alles kein Wunder :lol:
Nun aber zum neuen Kapitel!
Ich bin sehr froh, dass Patrick sich wieder etwas beruhigt hat. Wenn er auch immer noch mit Misstrauen zu kämpfen hat. Ich meine, ich kann ihn schon irgendwie verstehen, immerhin geht es um seine Tochter, aber dennoch... naja, ich hoffe, dass er letztlich überzeugt sein wird, dass Remus und seine Tochter sich gegenseitig gut tun ;)
Auch schön zu sehen, dass Harry seinen Eltern mal etwas voraus hat, auch wenn das schon ein wenig paradox ist *lach* Aber das sind Zeitreisen ja wohl immer...

Ich bin schon wieder so unglaublich gespannt, wie es nun weitergeht... herrje... ihr habt mich abhängig gemacht....
:knuff: Ria
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von Cassiopeia »

Hey du! :D
Jaaa, Ginny hat einiges von ihren Brüdern gelernt :kugel: Ich glaube, wenn man mit sechs Brüdern aufwächst und dann noch so twins á la Fred und George dabei sind, MUSS man so sein wie Ginny *lach*
Achja, der gute Pat.. er wird sich wieer einkriegen, aber für den Moemnt will er seine kleine Beccy einfach vor allem beschützen.. seufz.
*lach* Ja, nun kann Harry wirklich einmal zeigen, was Remus (!) ihm beigebracht hat :lol: Die Gesichter hätte ich ja zu gern gesehen *hihi*

Lieben Dank und irgendwie "schön", dass du noch immer abhängig bist :lol:

:knuff:
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von vojka »

Kapitel 34

Ein Spaziergang im Schnee

Nachdem die Patroni verschwunden waren, sagte James fast tonlos: „Meine Animagusform ist dein Patronus?“

Harry nickte nur, er konnte in dem Moment nicht sprechen. Die Erinnerungen an sein drittes Schuljahr strömten auf ihn ein. Wie er am See stand, Sirius retten wollte und kurz dachte, auf der anderen Seeseite seinen Dad stehen zu sehen. Es war das erste Mal gewesen, das sein Patronus eine Gestalt gehabt hatte.

Harrys Grübeleien über seine Vergangenheit, die, wenn es nach allen in diesem Raum ging, nie seine Zukunft werden würden, wurden von Patrick unterbrochen. „Ich würde vorschlagen, da Ginny und Harry diesen Zauber schon können, werden sie den anderen beim Üben helfen. Ich werde mit Beccy und Peter üben, Liam hilft Sirius und Lily und ihr beiden zeigt Remus und James, wie der Zauber funktioniert“, sagte der Ire und alle standen auf und verteilten sich etwas im Raum, damit jeder genug Platz zum Üben hatte.

James und Remus sahen den Schwarzhaarigen abwartend an, dieser aber sah nur betreten zu Boden. Er sollte seinem Vater etwas beibringen? Und dann auch noch Remus, der ihm einst diesen Zauber gezeigt hatte? Ginny holte ihn mit einem kleinen Kuss aus seinen Gedanken. Er musste sich endlich einmal angewöhnen, nicht ständig in zum Teil sinnlose Gedankenspiele zu verfallen und mehr im hier und jetzt sein.

„Ihr müsst an etwas Glückliches denken und dann den Zauberspruch sagen“, versuchte die rothaarige Zeitreisende den gespannten jungen Männern zu erklären.

Sie sahen sich stirnrunzelnd an.

„Grabt in euren Köpfen nach glücklichen Erinnerungen, konzentriert euch auf eine, die euch besonders stark erscheint und sprecht dann die Worte“, fügte Harry noch hinzu und James und Remus verfielen nun ihrerseits in Grübeleien. Remus schien als erstes eine Erinnerung aus den Tiefen seines Gedächtnisses ausgegraben zu haben, denn er hob seinen Zauberstab etwas an und rief „Expecto Patronum“, aber bis auf ein kleines silbernes Wölkchen passierte nichts.

James fing an zu lachen. „Du hast ihm diesen Zauber beigebracht?“

„Mach es erst einmal besser Dad“, kam es verschmitzt von Harry, der sich dann an Remus wandte und James den nächsten Schock versetzte. „Das war für den ersten Versucht schon sehr gut, denke aber noch an etwas Glücklicheres, grabe nach noch wenig in deinem Kopf.“

Ginny beugte sich zu dem Werwolf herüber und flüsterte: „Denk an deine erste Nacht mit Beccy, auch wenn sie noch nicht stattgefunden haben sollte, stell es dir einfach vor.“ Sie grinste breit, als sie sah, wie Remus knallrot wurde und etwas Unverständliches nuschelte, aber dann wurde seine Aufmerksamkeit von James angezogen, der in dem Moment ebenfalls zum ersten Mal den Zauber probierte. Bei ihm passierte allerdings gar nichts und nun lachte nicht mehr er, sondern Remus.

Harry musste sich bei dem dämlichen Gesicht, was sein Vater machte, zusammen reißen, um nicht laut los zu lachen, dann besann er sich aber eines Besseren und wandte sich an ihn. „Das Erlebnis sollte noch viel, viel stärker sein. Wie war das, als Mum dir endlich gesagt hat, dass sie mit dir ausgeht?“

James nickte, rief sich genau dies ins Gedächtnis, sah noch einmal zu seiner Freundin, die gerade ebenfalls in seine Richtung sah, laut rief er die Beschwörungsformel es schoss etwas aus seinem Zauberstab und formte sich zu etwas, was man aber noch nicht genau erkennen konnte. Man erkannte nur, dass es etwas Großes war, es sah irgendwie majestätisch aus, aber bevor es seine endgültige Form eingenommen hatte, löste es sich auch schon in Luft auf.

„Wow“, sagte James, aber nicht nur er.

Liam kam auf ihn zu und grinste ihn an. An Harry gewandt sagte er: „Willst du nicht alle weiter unterrichten, du scheinst ein Naturtalent zum unterrichten zu haben.“

Harry lief bei den Worten seines Großvaters fast dunkelrot an.
Eine Weile übten alle noch ihren Zauber, aber mehr als weißer Rauch kam aus keinem der Zauberstäbe. Jeder hatte zumindest einmal ein bisschen weißen Nebel hinbekommen und sie waren mächtig stolz auf sich.

„Morgen werden wir ihn weiter üben, überlegt euch bis dahin alle glücklichen Momente in eurem Leben und speichert sie tief in euch. Nun werden wir sehen, ob wir euch irgendwie helfen können, damit euer Wunsch, Animagi zu werden, in Erfüllung geht. Ihr habt doch bestimmt schon etwas darüber gelesen und unsere drei Spezialisten hier haben euch doch bestimmt auch schon etwas darüber erzählt. Also, wobei wollt ihr unsere Hilfe?“, fragte Liam und sah einem nach dem anderen an. Auch Patrick musterte die acht Freunde der Reihe nach und wartete auf eine Antwort, aber scheinbar wusste niemand die richtigen Worte. Schließlich fasste Beccy sich ein Herz.

„In den Büchern stand, dass man erst sein Tier in seinem Innerem finden muss. Dass man es mit Meditation erreichen kann und in Remus' Fall“, sie sah beinahe mitleidig zu ihrem Freund, „nur durch starke Willenskraft. Wir möchten fragen, ob ihr uns ein paar Techniken zeigen könnt, Tipps geben könnt und vor allem, möchten wir, dass ihr aufpasst, dass wir keinen Fehler machen, dass niemandem etwas passiert“, führte Beccy ihre und die Ideen der anderen aus und hoffte, dass die beiden Auroren ihnen helfen konnten.

Danach war erst einmal Stille. Die beiden Auroren sahen sich an und man sah, dass ihre Gehirne auf Hochtouren arbeiteten. Nur das Atmen der zehn in diesem Raum war zu hören. Lily und James schienen sich stumm zu unterhalten, so intensiv sahen sie sich in die Augen, nickten von Zeit zu Zeit, oder schüttelten den Kopf. Ginnys Hand lag auf Harrys Oberschenkel und seine lag auf ihrer. Er streichelte sanft über ihren Handrücken und warf ihr von Zeit zu Zeit einen verliebten Blick zu. Beccy hatte ihren Stuhl näher an den von Remus gerückt und lehnte mit ihrem Kopf an seiner Schulter, was Sirius mit den Augen rollen ließ. Sein Blick sagte eindeutig, was er dachte. Schon wieder lauter verliebte Paare, womit habe ich das nur verdient, sie laufend ertragen zu müssen. Peter schien in seinen Gedanken versunken zu sein, denn sein Blick musterte einen Punkt an der Wand und sonst bekam er um sich herum scheinbar nichts mit.

Ein Räuspern seitens Patrick durchbrach die Stille. „Animagie ist zwar nicht unser Spezialgebiet, aber während der Ausbildung haben wir mal einen Kurs gemacht, erinnerst du dich, Liam?“, fragte er an seinen Kollegen und langjährigen Freund. Dieser nickte lediglich und bedeutete dem Iren fortzufahren.
„Am besten, ihr setzt es gleich um. Setzt euch bitte alle mal auf den Boden“, sagte er, während Liam ein paar Kissen herbeizauberte. Remus, Peter, Lily, Ginny, Beccy und Harry ließen sich auf den Kissen nieder, während Sirius, James und Peter sich in eine der Ecke des Raumes verzogen. Die beiden Schwarzhaarigen wollten dem Rattenanimagus ein bisschen bei seinen Angriffs- und Verteidigungszaubern helfen, während die anderen mit den beiden Auroren übten.

„Sitzt ihr alle bequem?“, fragte Liam, nachdem alle saßen. Ein fünffaches Nicken war Antwort genug, so dass er fort fuhr. „Schließt eure Augen, entspannt euch, lauscht nur der Musik“, sagte er, zog seinen Zauberstab, schnippte einmal und schon waren die sanften Klänge von einem Klavier und Geigen zu hören. Es war ein ruhiges Stück und den zukünftigen Animagi fiel es viel leichter sich zu entspannen.
„Nun konzentriert euch auf euer Innerstes, schaltet eure Gedanken aus, versucht an nichts zu denken. Geht tief in euch, nur ihr seit in diesem Raum sonst niemand, versucht eure Seele zu erfühlen.“

Die fünf Schüler saßen auf den großen Sitzkissen und versuchten sich krampfhaft zu entspannen. Beccy dachte die ganze Zeit nur, dass das alles Blödsinn wäre, wie sollte man sich auf seine Seele konzentrieren? Wie sah sie aus?
Harry dachte an seine Okklumentikstunden bei Snape. Schon damals habe ich es nicht geschafft meinen Geist zu leeren, wie macht man das, verdammt kann mir das nicht endlich mal jemand erklären?, meckerte er in Gedanken vor sich hin.

Plötzlich durchbrach ein zweistimmiges Flüstern die Stille. „Da ist etwas.“
Überrascht öffneten die anderen die Augen.

„Konzentriert euch weiter, versucht es deutlicher werden zu lassen“, sagte Patrick und musterte Remus und Lily, von denen der Ausspruch synchron gekommen war. Nach einem Augenblick öffneten auch die beiden ihre Augen und sahen etwas verwirrt in die Runde.

„Was habt ihr gesehen?“, fragte Liam und musterte die beiden neugierig.

Lily und Remus sahen sich an und der Werwolf bedeutete der Rothaarigen anzufangen. „Ich weiß noch nicht, was für ein Tier es ist, ich weiß nur, es ist groß und weiß.“

„Du wirst bestimmt ein Einhorn“, flüsterte ihr jemand ins Ohr und sie bekam eine Gänsehaut, als James, welcher von hinten an sie herangetreten war, einen Kuss auf ihren Hals hauchte. „Ich mein, so rein wie deine Seele ist!“

Lily drehte ihren Kopf in die Richtung ihres Freundes und lächelte ihn an. Er hatte sich hinter sie gekniet und sie lehnte sich entspannt an ihr. Sie gab ihm noch einen Kuss und wandte sich dann wieder nach vorne, als Remus von seinem Seelentier berichtete.

„Ich hab meins ganz deutlich sehen können“, seufzte er. Es sah so aus, als wäre er damit gar nicht glücklich und hätte sich etwas anderes gewünscht, aber leider war das hier ja kein Wunschkonzert. „Ich bin wohl oder übel dazu verdonnert, auf ewig ein Wolf zu bleiben.“

Beccy rückte näher an ihn heran und zog ihn in eine Umarmung. „Ich liebe dich Remus, egal, was du bist, oder in was du dich verwandeln kannst und Wölfe sind doch schöne Tiere“, versuchte sie ihn aufzumuntern. Er lächelte sie verliebt an und erwiderte nur ein „Ich liebe dich auch.“

„Ich würde sagen, wir machen dann Schluss für heute. Das Mittagessen hat vor einer halben Stunde angefangen. Versucht nachher noch einmal euch zu entspannen, vielleicht habt ihr ja Glück und findet euer Seelentier“, sagte Liam und ließ die Musik verstummen, aber die Anordnung der Möbel würde bis morgen bleiben.

Wild durcheinander redend verließen die Jugendlichen den Raum und machten sich auf den Weg in die Große Halle. Dort wartete ein reichhaltiges Mittagessen auf sie und nachdem alle satt waren und in den Gemeinschaftsraum zurück gekehrt, schnappten sich Remus und Beccy ihre warmen Jacken, verabschiedeten sich von den anderen und verließen die Schlossmauern, um einen Spaziergang auf den Ländereien Hogwarts' zu unternehmen.

Wie selbstverständlich nahm Beccy Remus' Hand, welcher sie anstrahlte. Es fühlte sich so richtig an, als sei es nie anders gewesen.
Tief atmete er die klare, aber auch sehr kalte, Januarluft ein.

„Tut das gut“, sagte Beccy und schloss die Augen, reckte ihr Gesicht in die kaum wärmenden Sonnenstrahlen, welche ihr dennoch ein Lächeln auf die Lippen zauberten.

Remus trat hinter sie und umarmte sie, sodass sie sich an ihn lehnen konnte. Eine ganze Weile standen sie einfach nur da, Beccys Kopf an der Schulter ihres Freundes, welcher wiederum sein Kinn leicht auf ihren Scheitel stützte. Seine Arme umfassten ihre Taille und sie hatte ihre Hände wärmend in seine Jackenärmel geschoben. Am Horizont stand eine neblige Sonne, die schwach ihre Strahlen zur Erde sandte, wie um den Menschen zeigen zu wollen, dass die Dunkelheit noch nicht gesiegt hatte.

„Könnte es nicht immer so sein?“, murmelte sie, die Augen noch immer geschlossen. Remus seufzte, der Gedanke kam ihm bekannt vor.

„Bald, bald ist es vorbei“, sagte er leise und hoffte, dass seine Worte Recht behielten. Dass es wirklich ein anderes - und besseres - Ende nehmen würde als Harry es ihnen beschrieben hatte.

Er dachte an den jungen Mann, der einem gewissen Rumtreiber wie aus dem Gesicht geschnitten war und wurde sein Herz schwer.
Was würde aus ihm werden?
Diese Frage hatte er sich schon öfter gestellt, war es doch die Angst, die er täglich in Lilys und auch James' Augen sehen konnte. Wenn sie es wirklich schafften Voldemort zu besiegen - was würde dann aus Harry und Ginny werden?
Würden sie sterben?
Oder bei ihnen weiter leben, sodass es am Ende zwei Harrys und zwei Ginnys geben würde?
Oder einfach mit einem Knall verschwinden?

Er wusste es nicht und niemand würde es ihnen sagen können.

„Meist du wirklich, wir schaffen das?“, flüsterte Beccy ängstlich. Seit Harry und Ginny da waren, spätestens durch das Extratraining von ihrem Vater und Liam heute jedoch, war ihr die Bedeutung des Krieges, der dort draußen und um sie herum wütete, erst richtig bewusst geworden.

Remus schwieg eine Weile, ehe er antwortete. „Ich weiß es nicht.“ Es war eine ehrliche Antwort gewesen, doch er wünschte, er hätte ihr irgendwie Mut machen können.

„Dieses Training ist ein Anfang, damit wir es schaffen“, sagte er schließlich und fragte sich, wie um Himmels Willen er es je schaffen sollte, ein Wolf zu werden. Doch wenn er so darüber nach dachte, wunderte es ihn gar nicht mehr so sehr, dass er sein Seelentier als erster gefunden hatte. Der Werwolf in ihm war eben ständig präsent, selbst jetzt so kurz vor Neumond. Er war ein Teil von ihm und daher war es nicht verwunderlich, dass seine Seele sich in der Gestalt des Wolfes zeigte.

Was Beccy wohl werden würde? Zärtlich hauchte er einen Kuss in den Nacken seiner Freundin, ehe er sie bei der Hand nahm und mit sich zog, er wollte nicht länger auf einer Stelle stehen, es war empfindlich kalt hier draußen.
Vor allem aber wollte er sich nicht den Kopf über den Wolf in seinem Inneren zerbrechen, nicht jetzt, wenn er mit Beccy ein paar friedliche, ungestörte Momente haben konnte.

Er sah sie von der Seite an und erkannte, dass sie über irgendetwas nachgrübelte. „Woran denkst du?“, fragte er, Beccy schloss kurz die Augen.

„An Harry“, antwortete sie leise, fragend sah Remus sie an.

„Ich hab ihn die letzten Tage etwas beobachtet“, sprach Beccy weiter und sah dabei zu, wie ihre Schuhe im knirschenden Schnee einsanken. „Seit dem Neujahrsball wirkt er ziemlich angespannt. Noch jemand, der weiß, wer er wirklich ist. Heißt es nicht immer, wenn man mit der Zeit spielt, hat das Folgen, die niemand vorhersehen kann? Was, wenn dadurch, dass wir hier die Zukunft verändern, alles anders kommt?“

Sie sah ihn an und als sie keine Antwort erhielt, klammerte sie sich regelrecht an Remus' Arm und lehnte ihren Kopf beim Gehen an seine Schulter, so gut es ging.
Nun war es Remus, der in Gedanken versunken war.

Sein Blick fiel auf die Peitschende Weide, die sich in weiter Entfernung sachte hin und her wiegte. „Ich kann es dir leider nicht sagen, Beccy“, murmelte er, ohne den Blick von dem Baum abzuwenden.
Dieser Baum verband alles, was sein Leben - und vielleicht auch seine Zukunft - ausmachte.
Die Peitschende Weide war nicht einfach nur ein Baum. Sie hatte ungeahnte Kräfte in sich und wenn man sie reizte, schlug sie erbarmungslos zurück. Zugleich barg sie ein Geheimnis, welches nur der erkunden konnte, der sich ihr näherte, ohne sie anzugreifen und der wusste, wie er den Baum beruhigen konnte.
Verhielt es sich mit dem Wolf in ihm nicht genau so?
Eigentlich doch mit ihnen allen. Sie alle trugen bisher noch nicht entdeckte Kräfte in sich, welche noch an die Oberfläche treten mussten; sie alle hatten ein Geheimnis, dass es galt zu lüften und sie alle waren fest entschlossen, zurück zu schlagen.
Doch was werden würde, wenn sie Erfolg haben würden, wenn all das hier wirklich vorbei sein sollte, das wusste auch er nicht.

Auch Beccys Augen lagen nun auf dem magischen Baum. Dann drehte sie sich zu Remus um, gab ihm einen Kuss und sagte: „Eines Tages werde ich dich dort hin begleiten.“

Es dauerte ein paar Sekunden, bis Remus genau verstanden hatte, was seine Freundin dort so eben gesagt hatte - dann jedoch strahlte er sie aus verliebten Augen an und erwiderte den Kuss ebenso verliebt, schon beinahe hungrig.
„Das wäre schön“, hauchte er gegen ihre Lippen und seine Worte hingen noch kurze Zeit als nebliger Dunst zwischen ihnen.

„Dank Liam und Dad sind wir heute ja immerhin ein ganzes Stück weiter gekommen, was das Animagustraining betrifft“, grinste sie und warf ihm einen triumphierenden Blick zu.

Remus' Augen jedoch verdunkelten sich leicht, verwundert sah Beccy ihren Freund genauer an.

„Rem, was hast du? Ist es wegen der Sache mit dem Wolf?“, wollte sie wissen, doch er schüttelte den Kopf und wandte sich ab.

Im Grunde war es ihm peinlich, so zu reagieren, doch andererseits auch wieder nicht.

Er warf noch einen Blick auf den Baum, unter welchem er und seine Freunde Monat für Monat an Vollmond verschwanden und drehte sich in Richtung See, den er von hier aus jedoch nicht sehen konnte.

„Irgendwas hast du“, hakte Beccy nach und fasste Remus am Arm. Die Veränderung in seinem Verhalten war ihr beinahe unheimlich.

„Du wolltest nicht wirklich mit ihm flirten, oder?“, fragte er leise und traute sich nicht einmal, ihr dabei in die Augen zu sehen.

Für einen Moment war Beccy wie vor den Kopf gestoßen. Wie bitte kam er nur auf einen solchen Gedanken, sie hätte ihre Andeutungen gegenüber Sirius bei dem Duell ernst gemeint?

„Nein!“, sagte sie energisch und sah ihn leicht verletzt an. „Denkst du das wirklich von mir?!“

Remus hob den Kopf und nun sah er sie an, seine Augen wirkten dunkler und trauriger als sonst, irgendwie unsicher.

„Ich weiß es doch nicht, Beccy! Ich… nein, eigentlich denke ich es nicht, ich schäme mich bei dem Gedanken, dir so etwas zu zutrauen und doch…“ Seine Stimme war immer leise geworden, er hatte die Hände in die Taschen gesteckt und zu Fäusten geballt.

Etwas hilflos stand Beccy neben ihrem Freund und wusste nicht, wie sie nun reagieren sollte. Wütend? Verletzt? Verständnisvoll?
Zähneknirschend musste sie sich eingestehen, dass sie von allem etwas empfand. Sicher, ihre Andeutungen gegenüber Sirius waren nicht harmlos gewesen - und doch müsste Remus doch klar sein, dass sie das niemals ernst gemeint hatte!

Vertraute er ihr so wenig?

Traurig trat sie einen Schritt zurück und brachte so etwas Abstand zwischen sie. Remus bemerkte dies und sah sie aus traurigen aber auch zweifelnden Augen an.

„Natürlich vertraue ich dir“, sagte er mit etwas belegter Stimme, erstaunt wurde Beccy bewusst, dass sie ihre Gedanken soeben laut ausgesprochen hatte.

„Aber?“, fragte sie zurück, nur ein Wort und in Remus' Augen brach ein wahrer Gefühlssturm los, dass er sich abwenden musste.

Da war er wieder, dieser verhasste Selbstzweifel, ob er wirklich gut genug für sie war. Dass Sirius gut aussah und charmant war, war kein Geheimnis. Dass er und Beccy sich des Öfteren, wenn auch meist Spaßeshalber, in den Haaren hatten, auch nicht.
Und dass du überall Gespenster siehst, auch nicht, dachte er bitter und bereute seinen Vorwurf zutiefst.

Zögernd sah er sie wieder an und ging einen Schritt auf sie zu. „Nein, keiner Aber. Tut mir leid, was ich gesagt habe. Es war nicht fair, ich wollte dich nicht verletzten. Ich bin es nur einfach nicht gewohnt, dass man… dass man mich mag“, flüsterte er und sofort wurde Beccys Herz weich.

„Und als du so offen mit Sirius flirtetest, da war mit einem Mal wieder diese Unsicherheit da, dass du es doch nicht ernst meinst.“

Behutsam trat die Irin nun auf den Werwolf zu und nahm sein Gesicht in ihre Hände. „Hey, würde ich sonst hier stehen und dir sagen, das sich dich liebe, wenn ich doch den ach so tollen und wunderbaren Sirius Black haben könnte?“, sagte sie verschmitzt, ein zaghaftes Lächeln breitete sich auf Remus' Gesicht aus.
„Nein. Sirius ist ein prima Kumpel, aber kein Typ, in den ich mich verlieben würde“, erklärte sie ihm und gab ihm einen Kuss. „Er ist mir einfach zu… oberflächlich.“

Nun musste auch Remus grinsen und erleichtert und sich einen Narren schimpfend erwiderte er ihren Kuss hingabevoll.

„Dann hab ich ja Glück gehabt“, murmelte er und nahm sich fest vor, beim nächsten Mal seine Eifersucht besser im Griff zu haben. Während des Duells hatte er sich nur schwer davon abhalten können, dazwischen zu gehen oder Beccy einfach stehen zu lassen.

Hand in Hand gingen sie zurück zum Schloss, es war eindeutig zu kalt für lange Spaziergänge und sie wollten sich am Kaminfeuer etwas aufwärmen. Doch gerade solche Momente hatten sie vermisst. Nicht immer mit den anderen zusammen zu sein, sondern einfach nur etwas Zeit zu zweit zu verbringen.

Über die Animagusformen der anderen spekulierend machten sie sich auf den Weg zum Hauptportal, bis Beccy Remus plötzlich am Arm zog.
„Guck mal, da“, sagte sich grinsend und deutete mit dem Kopf in eine Nische.

Da musste auch Remus sich ein Lachen verkneifen, als sie Sirius, zusammen mit einem Mädchen aus Ravenclaw, höchst beschäftigt in einer Ecke knutschen sahen.

„Tja ja Black, erst mit der Freundin deines Freundes flirten und dann gleich das nächste Mädchen schnappen, das haben wir gerne“, rief Beccy laut und ging dann schnell in Deckung, ehe Sirius' abgeschickter Schockzauber sie treffen konnte.

Lachend rannten Remus und Beccy, noch immer Hand in Hand, durch das Schloss bis zu ihrem Gemeinschaftsraum.
„Winterzauber“, nannte sie das Passwort, dass zum neuen Jahr hin geändert worden war und nach einander kletterten sie durch das Portraitloch.

„Hey“, begrüßte Ginny sie, welche neben Harry entspannt auf dem Sofa saß und seine Hand hielt. Harry seinerseits war an Ginnys Schulter eingenickt, während sie selbst ein Buch auf den Knien liegen hatte.

„James und Lily sind… ähm… oben“, informierte Peter sie und wurde daraufhin leicht rot, grinsend nickte Beccy nur und setzte sich mit Remus Ginny und Harry gegenüber.

Kurz darauf kehrte auch Sirius in den Gemeinschaftsraum zurück und warf Beccy einen vernichtenden Blick zu. Doch sie ging nicht weiter darauf ein und fragte stattdessen: „Weiß eigentlich einer von euch, wann das nächste Hogsmeade-Wochenende ist? Wir müssen Sirius noch schicke Klamotten verpassen.“

Entsetzt sah der junge Black sie an, während Remus meinte, dass der nächste Ausflug auf den 28. Januar fest gesetzt sei.

„Gut, dann bleibt uns noch etwas Zeit“, sagte sie und sprang beinahe vom Sofa auf, um mit schnellen Schritten die Treppe zu den Mädchenschlafsälen zu erreichen.

„Okay, entweder, sie flüchtet jetzt vor mir, oder sie räumt schon mal ihren Kleiderschrank aus“, maulte Sirius und warf sich in seinen Lieblingssessel, die Arme vor der Brust verschränkt.

„Wer räumt seinen Kleiderschrank aus?“, fragte James von der Treppe her, er und Lily setzten sich in die gemütliche Sofaecke zu den anderen.

„Beccy“, sagte Ginny trocken und lachte. „Sie will gucken, ob Sirius einige ihre Klamotten passen.“

Durch die vielen Stimmen aufgeweckt, gab Harry ein herzhaftes Gähnen von sich, blinzelte und sah verschlafen in die Runde.
„Wo kommt ihr denn alle her?“, wollte er wissen und setzte sich gerade hin.

Liebevoll gab Ginny ihm einen Kuss auf den Mund und strich ihm durch die zerzausten Haare. „Hey, meine Schlafmütze“, sagte sie leise und Harry wurde rot.

Doch ehe noch jemand etwas sagen konnte, ertönte ein begeistertes „Tadaaa!“, von der Treppe zu den Mädchenschlafsälen her.

Beccy hielt etwas in der Hand, was ganz sicher keine Klamotten waren. „Guckt mal, das hat Dad mir nach dem Training in die Hand gedrückt“, strahlte sie und quetschte sich neben ihren Freund auf das Sofa.
Glück ist das einzige, was wir anderen geben können, ohne es selbst zu haben.
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Lares
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von Lares »

sChrAiP sCHnÄÄäääLlL wAiTeR!!!!!!EineMillioneneinhundertelftausendeinhundertundelf....

:undweg:

:skeptisch:

:D

Gott, wie schaffen die Kids das nur, so zu schreiben? o.O :umfall:



So, nun mal anständig :D
Ich hab jetzt gelesen bis einschliesslich Kapitel 17. Nun auch etwas mehr Review, welches ALLE gelesenen Kapitel bislang einschliessen soll. :)
„Ganz einfach, Sirius: Stück abschneiden, Mund auf, Stück rein, kauen, schlucken und das ganze wieder von vorne“, entgegnete Ginny mit einem breiten Grinsen im Gesicht.
Da musste ich lachen - genau sowas hab ich auch schon gebracht :D Was mir damals in der Klasse endgültig den "Klugscheisser" einbrachte :D

Ich mag eure Schreibweise, wenn ich auch die Passagen der Erzählungen Harrys ein wenig anstrengend finde... aber vielleicht hab ich die Bücher zu sehr "mit Löffeln gefressen" - ich denke mir einfach dabei, das könnte man in indirekter Rede auch "schneller" erzählen, aber gut, das tut der Qualität der Handlung keinen Abbruch.
Wie ich hörte, hat Ria euch schon gesagt, das "Lord Voldemort" KEIN Anagramm zu Tom Vorlost Riddle ist ^^
(Im Englischen Original lautet es "Tom Marvolo Riddle - I Am Lord Voldemort" im dt wiederum "Tom Vorlost Riddle - Ist Lord Voldemort". Nur in diesem Zusammenhang sind es Anagrammsätze. ^^)
Ich hätte mir einzig gewünscht, das die Zeit nicht ganz so langsam eilt, in den Kapiteln. Oder besser gesagt, eher, das dies Versteckspiel noch etwas anhalten würde. Lilys Skepsis, Argwohn. Dort wirkten die anfänglichen Erklärungen zu... einfach... Oder auch James (ist der 2. Name Liam eigtl Authentisch?) Eifersucht, nachdem er Harry und Lily ertappte... das hätte man noch "herauszögern", weiterführen können... Auch könnte man vielleicht öfters etwas betonen, das Harry, Ginny und die Maurauder so ziemlich in einer Altersklasse sind... wenn ich ihn "Mum" oder "Dad" sagen höre hab ich immer einen "tatsächlichen" Sohn mit Generationsunterschied im Kopf...
Kann aber auch an mir liegen ^^
Nichtsdestotrotz (ist das wirklich ein Wort? Das sieht so komisch aus... egal) ist eine wunderbare Geschichte, die vor allem sehr viel Charme besitzt, zwar manchmal etwas arg von Kitsch zeugt, aber gerade das macht sie so... charmant ^^
Von der gesamtidee braucht man gar nicht erst zu sprechen, wie beim letzten "Review" lautet auch hier mein Schlusswort:

Respekt!
...Lykanthropie...
...ist der Glaubem sich in ein Raubtier, speziell in einen Wolf zu verwandeln...
...der Legende nach trug der Werwolf, wenn er als Mensch in Erscheinung trat, seine Wolfshaut innen...
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