Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

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Cassiopeia
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von Cassiopeia »

Ui, die Once upon a time-Reihe 8)
schön, dass dir auch diese gefällt, ich weiß sogar noch ganz genau, wie und wo wir das geplant haben :kugel:
ja, wir kommen zu dem Teil, den auch Kathy und ich dann wirklich mögen :D
Danke für dein Review - und überhaupt dein Lob zu meinen Bildern *strahl*
Du willst mehr? Du kriegst mehr *g*

:knuff:
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vojka
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von vojka »

Kapitel 18

Once upon a time II

Harry nickte ihnen entschlossen zu. „Das werden wir“, sagte er mit Nachdruck und pickte etwas in seinem Essen herum, ehe er fragte: „Gibt es noch mehr, was du mir über deine Eltern erzählen kannst, etwas besonderes oder typisches vielleicht?“

Lily überlegte kurz, schüttelte dann aber den Kopf. „Nein, ich denke nicht, das Wichtigste weißt du. Oder möchtest du etwas Bestimmtes wissen?“

Harry runzelte die Stirn. „Eigentlich nicht. Mhh, dann frag ich jetzt dich, Dad, wie deine Eltern so sind?“, grinste er James an, welcher sich bemühte, sein Goulasch zu zerkauen und runter zu schlucken.

„Tja, was kann ich über meine Eltern denn erzählen?“, überlegte er, während er seine Gabel in den Fingern drehte. „Mein Dad, Liam, ist Auror.“

„Dem Mann würde ich alleine nicht im Dunkeln begegnen wollen, wenn ich zu der falschen Seite gehörte“, murmelte Sirius und fügte rasch hinzu: „Nicht, dass du jetzt Angst bekommst, Harry, Liam ist ein klasse Typ. Er nahm mich in seiner Familie auf, ohne groß Fragen zu stellen und ist mehr ein Dad für mich, als meiner es je war.“

James lachte. „Wenn er gewusst hätte, worauf er sich da einlässt, hätte er es sich wohl anders überlegt.“

Sirius schmollte. „Nein, hätte er nicht, Liam ist einfach ein herzensguter Mensch, genau wie Claire. Sie sahen mich nie als einen Black an, sondern einfach als den besten Freund ihres Sohnes, sie behandeln mich als gehöre ich wirklich zur Familie, als wäre ich ihr Kind“, sagte er und blickte zu James. „Als wäre ich dein Bruder.“

James' Blick wurde weich, als er antwortete: „Pad, du bist mein Bruder! Und niemand wird daran je etwas ändern.“ Er streckte Sirius die Hand zu, in die dieser einschlug und zog ihn in eine kurze, brüderliche Umarmung.

Sirius fuhr sich theatralisch über die Augen und wischte sich imaginäre Tränen fort. „Prongs, jetzt bin ich aber ehrlich gerührt“, schniefte er, was ihm einen Armstupser von James einbrachte und kurz darauf ein geklautes Stück Goulasch.

Als Beccy das sah, fing sie an zu lachen. „Black, bei dir hat die Kinderstube wohl auch versagt? Und ich dachte immer, Blacks wären gut erzogen... obwohl, bei dir habe ich die Hoffnung auf Manieren eigentlich schon vor Jahren aufgegeben.“

„Na vielen Dank auch, O'Conner, wenn ich dich daran erinnern dürfte, was wir vor zwei Sekunden besprochen haben: ich - bin - kein - Black!“ In seinen Augen blitzte es wütend auf, er hasste seine Familie und seinen Namen.

„Gut, dann bist du eben ein Potter - haben die Potters keine Manieren?“ Ein schelmisches Grinsen legte sich auf ihre Lippen und James musste Sirius am Unterarm zurück halten, den Spaß nicht als Ernst zu verstehen.

„Sehe ich etwa so aus, als hätte ich Manieren?“, wollte er von der Irin wissen und warf einen warnenden Blick zu Sirius, von dem er wusste, dass er nichts und niemanden gegen seine wahre Familie kommen ließ.

„Apropos Familie“, unterbrach Harry den kleinen Disput und sah seinen Vater offen an.

„Dad, du wolltest mir doch eigentlich von deinen Eltern erzählen?“

„Gut, wo war ich?“, grübelte James, während er den Rest seines Essens verschlang. „Achja, von Dad habe ich dir erzählt. Mum ist aber eine nicht minder gutherzige Person, liebenswürdig, lebensbejahend und von Zeit zu Zeit etwas anstrengend.“

„Etwas?“, fragte Sirius und blickte belustigt drein. „Das ist ja wohl mehr als untertrieben, Prongs! Du weißt, ich liebe Claire, aber sie ist eine Glucke, wie sie im Buche steht.“

Ginny ließ überrascht ihre Gabel fallen. „Oh nein, eine zweite Mum!“, stöhnte sie und rollte mit den Augen, Harry lachte.

„Was hast du denn, ich mag deine Mum. Okay, sie übertreibt ab und an mit ihrer Fürsorge, aber so ist doch nun mal eine Mutter, oder?“, entgegnete er und blickte entschuldigend zu Lily. „Molly hat mich wie einen eigenen Sohn behandelt, sie ist für mich wie eine Mutter.“

Ginny sah ihn warm an. „Und du bist für sie wie ein Sohn, das weißt du.“

„Auch, wenn sie gluckenhaft sein mag, würde ich diese Frau liebend gerne später kennen lernen. Harry und auch wir haben ihr so viel zu verdanken, sie muss ein wunderbarer Mensch sein“, sagte Lily leise und schien in Gedanken versunken.

„Das werdet ihr“, erwiderte Harry. „Denn auch in der hoffentlich veränderten Zukunft wird Ginny meine Freundin sein, ich bin sicher, dass ihr zwei euch mit Arthur und Molly gut verstehen werdet.“

„Also, ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich könnte noch gut eine Portion Nachtisch vertragen“, unterbrach Sirius die Vier, denen er bis eben interessiert zugehört hatte. Er winkte Madame Rosmerta, die sogleich kam, die Teller abdeckte und ihnen freundlich die Nachtischkarte reichte. Sie wählten jeder etwas aus, was keine fünf Minuten später vor ihnen stand.

Harry aß genüsslich seine Siruptorte und überlegte. „Dad, was macht Claire eigentlich? Dass Liam Auror ist, weiß ich ja jetzt.“

James hielt mit seinem Löffel Eis auf halben Wege inne und sagte kurz entschlossen: „Kindergärtnerin“ und schob sich den überfüllten Löffel in den Mund.

Harry sah ihn verblüfft an. „Moment - sie arbeitet in einem Muggelberuf? Ich dachte immer, deine Mum sei - “

James' Augen wurden groß. „Muggelberuf? Wo denkst du hin? Meine Mum ist Hexe und arbeitet in einem magischen Kindergarten und Grundschule in Holyhead. Dort können Kinder von Hexen und Zauberern ungefährdet spielen und sich auf Hogwarts vorbereiten, sprich lesen, schreiben, rechnen und alles weitere, ohne Angst haben zu müssen, von der Muggelwelt entdeckt zu werden.“

Harry nickte anerkennend und wandte sich seiner Freundin zu. „Warst du in so etwas auch, Gin?“

Ginny schüttelte den Kopf. „Du kennst doch Mum, sie hätte uns nie aus dem Haus gegeben, schon Hogwarts ist bei jedem Kind beinahe zu viel für sie. Außerdem sind solche Kindergärten meistens nur etwas für Familien, die etwas mehr Geld haben als wir.“

Ein überraschter Einwurf seitens Peters lenkte ihre Blicke auf die andere Tischseite. „Moment - bei jedem Kind? Wie viele Geschwister hast du denn, wenn ich fragen darf?“

Ginnys Blick nahm einen leicht genervten Ausdruck an. „Sechs ältere Brüder.“

Sirius lachte und murmelte in seinen nicht vorhandenen Bart: „Haben deine Eltern auch noch ein anderes Hobby?“

„Klar, Kindererziehung oder warum meinst du, haben sie sogleich sieben von uns bekommen?“, antwortete Ginny und funkelte ihn böse an.

Harry blickte alarmiert auf. „Ist ja gut Gin, er hat es nicht so gemeint, du kennst doch Sirius.“

„Das gibt ihm aber noch lange nicht das Recht, so etwas über meine Eltern zu loszulassen“, fauchte sie und konnte sich nur mühsam beruhigen, als Harry ihren Kopf behutsam in seine Hände nahm und zu sich drehte, um ihren Blick von Sirius abzuwenden.

Etwas zerknirscht ließ sich Sirius' Stimme vernehmen. „Vielleicht sollte ich erst denken und dann sprechen, sorry, Ginny. Ich kann manchmal nicht anders. Da ist meine Zunge schneller als mein Hirn.“

Ginny schaute skeptisch zu ihm herüber. „Tut mir Leid, Sirius, ich hätte ja die Hoffnung, dass es sich die nächsten zwanzig Jahre ändert, wenn ich es nicht besser wüsste.“

„Vielleicht“, murmelte Remus, „Wenn wir schon dabei sind, die Zukunft zu ändern, schaffen wir es eventuell auch, Pad zu ändern“, grinste er, was ungläubiges Gelächter hervor rief.

„Und wovon träumst du nachts?“, fragte Beccy neckend.

Sirius schmollte. „Jaja, macht euch nur alle über mich lustig. Lieber bleibe ich ein ewiger Kindskopf als ein langweiliger Spießer, mit Kind, Haus und Hund.“

James sah ihn provozierend an. „Wieso, fehlt mir nur noch ein Haus... ein Kind habe ich“, er warf einen warmes Lächeln zu Harry, „und einen Hund habe ich auch, oder Pad?“, sagte er mit einem frechen Grinsen in Richtung Sirius.

„Solange ich nicht den Dosenfraß kriege, übernehme ich den Job doch gerne“, gab Sirius ebenso grinsend zurück.

Leise hörte man Peters Stimme: „Das würde dir doch sicher nichts ausmachen, du bist doch unser Müllschlucker“, woraufhin er knallrot anlief, als die anderen in Gelächter ausbrachen.

Sirius warf Peter einen verblüfften und irritierten Blick zu. „Das gibt morgen Schlagzeilen im Tagespropheten: Peter Pettigrew hat einen Witz gemacht!“, grölte Sirius und klopfte ihm freundschaftlich auf die Schulter, während der Rest des Tisches noch eine Spur herzlicher lachte.

Peter grinste. „Ich lerne nur von den Besten.“

Sirius sah ihn erstaunt an. „Mensch Pete, schlagfertig bist du auch noch! Wir lernen ja ganz neue Seiten an dir kennen.“

Peters Gesichtsfarbe vertiefte sich um einige Nuancen und er vergrub sich so tief wie möglich in seinem Eisbecher, dessen Kugeln munter ihre Farben wechselten. „Ihr habt mich eben die letzten sechs Jahre unterschätzt“, murmelte er gegen seinen Löffel.

Betreten sahen die anderen Rumtreiber sich an.
James schließlich richtete seinen Blick auf Peter. „Ohman Pete, den Fehler der letzten sechs Jahre werden wir die nächsten Hundert nicht mehr begehen, das versprechen wir dir“, sagte er in verlegenem, aber freundschaftlichem Ton, Sirius und Remus nickten ihm beipflichtend zu.

Peinlich berührt flüsterte Peter beinahe: „Könnten wir vielleicht wieder auf das eigentliche Thema zurück kommen?“

Ginny sah auf. „Wenn du uns sagst, wo wir stehen geblieben waren, gerne“, lachte sie und sah fragend in die Runde.

Peter überlegte eine Weile, ehe er antwortete. Obwohl es ihm unangenehm war, war es gleichzeitig auch ein schönes Gefühl gewesen. Es hatte ihn Mut gekostet, den Satz auszusprechen, doch die Reaktion seiner Freunde bestärkte ihn darin, wirklich einer von ihnen zu sein. Ein Rumtreiber, der anerkannt war und nicht nur ein Mitläufer, der eines Tages seine Freunde verraten würde. Nein, für die Menschen, die hier am Tisch saßen, würde er die Hand ins Feuer legen, das wurde ihm nun bewusst wie noch nie.

Er warf einen versteckten, aber dankbaren Blick auf Harry, welcher mit seinem Auftauchen zwar einiges aufgewirbelt, doch auch verändert hatte und Peter hoffte, dass es noch weitere dieser positiven Veränderungen geben würde.

Ein sorgenvoller Blick seitens Remus traf Peter. „Alles okay bei dir?“, wollte der Werwolf wissen und sah seinen Freund fragend an.

Peter schreckte aus seinen Gedanken auf. „Was, wie? Oh, Remus, ja, ist es. Ich kann nur sagen, dass ich unendlich dankbar bin, dass Harry hier in unsere Zeit versetzt wurde, durch welchen Zufall auch immer. Und dass ich durch ihn die Chance habe, ein normales Leben zu führen und nicht das einer hirnlosen Marionette von Ihr-wisst-schon-wem.“

„Angst vor einem Namen macht nur noch mehr Angst vor der Sache selbst“, nuschelte Harry vor sich hin, was ihm einen leicht erstaunten Blick von Ginny einbrachte.

„Den Satz kenne ich“, meinte sie und lächelte, als sie Harrys leicht verlegene Miene sah. Eine Weile blieben ihre Augen an dem Gesicht ihres Freundes hängen, auf welchem sich so unglaublich viel ablesen ließ, wie sie wieder einmal erstaunt feststellte.

Es war Dumbledore gewesen, der diesen Satz damals zu ihm gesagt hatte und bei der Erinnerung an den alten Mann bekam Harry stets einen weichen, aber auch nachdenklichen Gesichtsausdruck, wenn er an den Professor dachte, der so voller Rätsel steckte und ihm in all den Jahren doch näher gewesen war wie kaum ein anderer.

Doch nach ein paar Sekunden wurde seine Miene düster, als wäre ihm gerade wieder eingefallen, auf wen dieser Satz bezogen war.

Seine Hände verkrampften sich unter dem Tisch, seine Haltung war angespannt. Der Blick traurig, als er an seine Freunde dachte, die selbst Jahre gebraucht hatten, um den Namen Voldemorts in den Mund zu nehmen. Hermine und Ron, die nun in einer unerreichbar anderen Zeit lebten... .

„Sie werden den Namen niemals aussprechen müssen“, wisperte Ginny leise und berührte ihren Freund sanft am Oberarm.

Verwirrt sah Harry sie an, konnte sie Gedanken lesen? Ohne es zu merken, stellte er die Frage laut.

„Nein, aber dein Gesicht, deine Augen, verraten dich, Harry. Und ich glaube, dich inzwischen gut genug zu kennen, dass ich weiß, woran du denkst.“

Harry schlug die Augen nieder und lehnte sich mit der Stirn an Ginnys Schulter. Mit der Hand, die eben noch verkrampft auf seinem Knie gelegen hatte, griff er nach der ihren und verflocht ihre Finger miteinander. Vergaß für einen Moment, dass sechs Augenpaare auf sie gerichtet waren, da alles, was für ihn zählte, sein rothaariger Engel neben ihm war.

Er hob seinen Kopf von ihrer Schulter, sah in ihre wunderschönen braunen Augen und zum wiederholten Male fragte er sich, wie er so dumm sein konnte, sich von ihr zu trennen. Er war froh, dass sie ihm verziehen hatte und dass sie jetzt in dieser Zeit eine neue Chance bekamen. Er schloss seine Augen und bewegte seinen Kopf langsam auf ihren zu, ihre Münder näherten sich einander Stückchen für Stückchen, bis ihre Lippen zu einem berauschenden Kuss verschmolzen. Seine eine Hand ließ er in ihren Nacken gleiten und zog sie so noch näher an sich heran, die andere legte er ihr auf den Rücken, um auch ihren Körper näher an den seinem zu spüren. Der Kuss wurde von Sekunde zu Sekunde leidenschaftlicher, bis sie ein dezentes Räuspern unterbrach. Sie hatten alles um sich herum vergessen, die sechs, die mit ihnen am Tisch saßen, wo sie sich befanden, einfach alles, wieder zählte nur der jeweils andere.

Erschreckt fuhren sie auseinander und sahen ertappt auf. Synchron liefen sie dunkelrot an und mussten gleichzeitig lachen, immerhin knutschen sie hier direkt vor Harrys Eltern!

Harry murmelte ein beschämtes „Sorry“ und versuchte, einen so normalen Gesichtsausdruck wie möglich aufzusetzen, was ihm aber Dank Ginnys Nähe, der er sich überdeutlich bewusst war, mehr als nur misslang.

„Wollen wir langsam weiter machen?“, fragte Beccy mit einem amüsierten Schmunzeln und sah Harry und Ginny erwartungsvoll an.

„Dann kann ich ja meine Frage von vorhin wiederholen“, entgegnete Ginny. „Weiß jemand noch, wovon wir zuletzt gesprochen haben?“

„Ja, ich“, ließ Peter verlauten „Ich glaube, als Letztes sprachen wir über James' Mutter Claire und ihre Arbeit im magischen Kindergarten.“

„Du hast Recht, wir waren bei Mum. Möchtest du noch irgendetwas von mir wissen, Harry?“, fragte James und sah seinen Sohn liebevoll an.

„Ja möchte ich, wie habt ihr euch kennen gelernt? Also ihr vier Rumtreiber und auch du und Beccy, Mum? Wie habt ihr eure Kindheit verbracht? Ich möchte alles ganz genau wissen“, sprudelte es wie ein Wasserfall aus Harry heraus.

„Sprich, du möchtest alles wissen“, schmunzelte James und fuhr fort: „Also, geboren wurde ich am siebenundzwanzigsten März neunzehnhundertsechzig um drei Uhr neununddreißig als James Liam Potter. Meine Eltern ernannten Onkel Alexander zum Paten, den Bruder meines Dads - “

„Stopp, Dad, SO genau wollte ich es nun auch nicht wissen, ich wollte jeden Pups von dir wissen, der in deinen Windeln gelandet ist“, lachte Harry und auch der Rest des Tisches prustete los, wobei Sirius seinen Schluck Butterbier quer über den Tisch spuckte und Remus einen mittleren Erstickungsanfall mit seinem Plumpudding erlitt.

„Da musst du schon genauer fragen“, grinste James und sah Harry herausfordernd an.

„Okay“, meinte Harry, „Was war dein erstes Wort, das du gesprochen hast?“

James lachte auf. „Mein erstes Wort? Das ist nicht wirklich schwer zu erraten.“

„Quidditch?“, wollte Ginny wissen, doch James schüttelte den Kopf.

„Fast. Es war liechen“, strahlte er und setzte sein typisches Potter-Grinsen auf.

Erstaunt sahen seine Freunde ihn an. „Liechen? Was soll das denn sein?“, fragte Remus und murmelte das Wort ein paar Mal vor sich hin, als könne er dadurch seiner wahren Bedeutung auf die Spur kommen.

„Onkel Alex war stolz, als er es das erste Mal gehört hat, er hat mich sofort verstanden“, schmollte James und tat beleidigt.

„Würden der Herr uns vielleicht aufklären, was sein erstes Wort in unserer Sprache heißt und nicht in potterisch?“, wollte Sirius wissen, der sich gerade fragte, was eigentlich sein erstes Wort war. Er wusste es nicht, über so etwas sprachen die Blacks nicht. Traurig stellte er fest, dass ihm wieder ein Stückchen Kindheit fehlte, welches James' Familie ausfüllen musste.

James feixte. „Klar, ist doch ganz einfach: Liechen ist gleich fliegen. Wie ich es bei Onkel Alex, der im Nationalteam spielte, schon so oft gesehen hatte. Und bereits selbst in der Luft schwebte, da er mir zu meinem ersten Geburtstag einen Besen schenkte.“

Lily sah zu Sirius, der überlegend und zugleich wissend grinste.

„Ich warne dich, Black, wenn du das tust, was ich denke, das du vorhast, dann wirst du nie Pate meines Kindes werden“, fauchte Lily und sah den besten Freund ihres zukünftigen Ehemannes streng an.

Harry blickte interessiert zwischen seinem Paten und seiner Mutter hin und her. Seine Augen glitzerten, als er sagte: „Tut mir leid Mum, da muss ich dich enttäuschen, denn Sirius wird mir zu meinem ersten Geburtstag einen Besen schenken - und du findest es gar nicht schlimm, im Gegenteil, in deinen Augen war es richtig süß.“

Lily sah ihn verwirrt an. „Wie? Woher weißt du das, Harry?“, wollte sie wissen und schien sich ihren Sohn als Baby auf einem Besen vorzustellen. Man sah ihr an, dass ihr diese Vorstellung gar nicht behagte.

„Ich fand einen Brief, in dem es um den Besen ging, den Sirius mir zum ersten Geburtstag schenkte. Ich habe damals wohl beinahe die Katze umgebracht“, murmelte er leise und blickte entschuldigend drein. James lachte, während Lily mit offenen Augen, welche sie kurz darauf krampfhaft schloss, da saß und ihren Kopf immer wieder leicht schüttelte.

„Wir kommen schon wieder vom Thema ab“, murmelte Ginny leicht genervt und rollte mit den Augen. „Wir waren bei James Kindheit und seinem ersten Wort“, erinnerte sie die anderen, die sie nur stumm ansahen, dann aber nickten.

„Mein erstes Wort war Klala, ja, ich bin genauso Quidditch verrückt wie James, denn es bedeutet Klatscher. Nun dürfte klar sein, warum ich Treiberin bin“, grinste Beccy in die Runde.

„Mein kleiner süßer Quidditch Star“, nuschelte Remus, beugte sich zu ihr rüber und gab ihr einen Kuss. Nachdem er wieder gerade auf seinem Stuhl saß, erzählte auch er sein erstes Wort. „Meins war Eule.“

„Wieso Eule?", fragte Ginny neugierig und sah ihren späteren Professor an. „Dass du so schlau bist wie eine, das wissen wir alle hier, aber es ist doch trotzdem ungewöhnlich oder nicht?“

„Ganz einfach, Ginny“, sagte Remus und schenkte ihr ein mildes Lächeln, „Meine Eltern haben eine Farm und wir züchten unter anderem Eulen. Dort habe ich mich, sobald ich laufen konnte, am liebsten aufgehalten, ihr Schuhun hatte auf mich schon immer eine beruhigende Wirkung.“

„Ihr habt alle so tolle erste Wörter“, sagte Peter leicht bedrückt. „Meines ist super langweilig. Ich hab einfach Mum als erstes gesagt.“

„Wenigstens ein normaler Mensch in der Runde, würde ich sagen. Können ja nicht alle so durchgedreht sein wie die anderen hier am Tisch. Meines war auch normal, denn meines war Tunia, da ich den Namen meiner Schwester damals noch nicht aussprechen konnte“, erklärte Lily. „Zu der Zeit haben wir uns nämlich noch verstanden“, fügte sie noch traurig hinzu. James nahm sie in den Arm, er wusste, dass sie unter dem Verhältnis, welches sie zu ihrer älteren Schwester hatte, litt.

„Hmm, mein erstes Wort“, überlegte Ginny, die nicht wollte, dass Lily noch weiter grübelte und womöglich noch trauriger wurde. „Ich glaube, es war Flordge. Die Zwillinge waren für mich damals immer nur eine Person. Es hat lange gedauert, bis ihre Namen getrennt habe. Ich glaube da war ich schon 7 oder so.“

Alle am Tisch fingen an zu lachen nur zwei nicht. Harry und Sirius saßen mit traurigen Mienen da und hielten die Köpfe gesenkt. Alle hatten so eine schöne Kindheit gehabt, nur die Beiden durften so etwas nie erleben.

„Harry was ist los?“, fragte Lily, die bemerkte, dass die Laune ihres Sohnes rapide gesunken war.

„Ihr hattet alle so eine schöne Kindheit, wie es sich anhört. Ich weiß nicht einmal mein erstes Wort, oder wann ich die ersten Schritte gemacht habe. Onkel Vernon und Tante Petunia haben mir das alles verschwiegen und wenn ich es mal gewagt habe etwas zu fragen, wurde ich in meine Kammer unter die Treppe geschickt.“

„Auch ich weiß meines nicht“, warf Sirius traurig ein. Diese Geschichten hier am Tisch erinnerten ihn zu sehr daran, wie sein Leben noch vor knapp zwei Jahre gewesen war. „Alles, was meine ach so tollen Eltern kannten, war wie erziehe ich meine Söhne am besten zu einem Todesser. Osiris und Walpurga Black kennen interessiert einzig und allein ihr Geld, wie es schnellst möglich mehr wird und wie man seinen Kindern Manieren bei bringt, sei es auch unter dem Einsatz von den Unverzeihlichen Flüchen. Toujours pur ist alles, was für die Beiden zählt.“

Nach dieser Eröffnung war Stille am Tisch, die anderen drei Rumtreiber kannten zwar Sirius' Geschichte und wie es bei ihm zu Hause gewesen war, aber auch sie waren immer wieder geschockt, wenn ihr Freund darüber redete. Still wurden die Reste der Nachtische verspeist, keiner wusste, was er darauf sagen sollte. Nachdem auch der letzte Bissen verzehrt war, wollte Harry die Bedrückte Stimmung am Tisch heben.

„Beccy, magst du mir etwas von deinen Eltern und deiner Kindheit erzählen?“ Er hoffte, damit nicht wieder ein Wespennest zu treffen und hatte auch Glück, denn ihre Augen begannen zu strahlen.

„Was möchtest du denn wissen?“, fragte Beccy und richtete sich auf ihrem Stuhl auf um Harry ansehen zu können.

„Wie wäre es, wenn du anfängst mir etwas über deine Eltern zu erzählen? Wie heißen sie, was machen sie beruflich?“

„Mein Dad, Patrick, ist der Partner von James Dad und somit auch Auror. Er ist eigentlich typischer Ire, spielt leidenschaftlich fiddle, raucht Pfeife und hat mir früher zum Einschlafen immer irische Sagen und Legenden erzählt. Wenn du magst erzähle ich sie dir mal bei Gelegenheit.“

„Sind das die, die du mir mal erzählt hast, Beccy? Die von diesem Hund?“, fragte Lily und sah zu ihrer Freundin hinüber. Diese nickte lächelnd. Ihre Gedanken schweiften ab zu den Abenden vor dem Kamin, als sie noch klein war und auf dem Schoss ihres Vaters saß. Er hatte stets seine Pfeife im Mundwinkel und erzählte ihr die alten Legenden, bis sie regelmäßig auf seinem Schoss eingeschlafen war. Manchmal sehnte sie sich auch heute noch nach dieser Zeit zurück. Sie seufzte in seliger Erinnerung auf.

„Beccy, ist alles in Ordnung?“, holte Lily sie in die Gegenwart zurück. Beccys Augen klärten sich wieder, sie schüttelte kurz den Kopf.

„Ähm, was hast du gesagt? Sorry, ich war gerade wo anders mit meinen Gedanken“, murmelte Beccy und sah die anderen entschuldigend an.

„Ich fragte, ob das die Legenden sind, die du mir mal erzählt hast, die mit dem Hund“, schmunzelte Lily, sie verstand ihre Freundin, es war jedes Mal so, wenn sie von zu Hause redete. Wenn sie von Irland redete. Sie war einfach mit Haut und Haaren Irin und daran würde sich nie etwas ändern, dass wusste sie.

„Ja, das ist eine davon. Es gibt noch eine Menge mehr, aber die, wo sich Cù Chulainn in einen Hund verwandelt, ist meine Lieblingsgeschichte“, stimmte sie ihrer besten Freundin Kopf nickend zu.

„Jemand, der sich in einen Hund verwandelt? Etwa ein Animagus wie ich?“, fragte Sirius interessiert und grinste breit.

„Nein, Black“, zischte Beccy ihn an. Wenn es um ihre Legenden ging, war sie unberechenbar, dann ließ sie keine Witze und Späße zu, die waren ihr heilig. „Im Gegensatz zu dir, war Cù Chulainn ein Held. Er ist ein Nationalheld, alle Iren lieben ihn und dich lieben wir nicht“, fügte sie noch schmunzelnd hinzu.

„Das musst du dann aber erklären. Wenn er nicht wie ich ein Animagus war, wie war hat er sich dann in einen Hund verwandelt?“, fragte James skeptisch und sah quer über den Tisch zur einzigen Irin in der Runde.

„OK wenn ihr sie hören wollt, ich erzähle sie euch gerne.“ Beccy schloss einen Moment die Augen und überlegte, wie sie am besten anfangen sollte.
Glück ist das einzige, was wir anderen geben können, ohne es selbst zu haben.
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von Tjeika »

Oh, wieder so ein feines Kapitel. Einfach nur schön, wenn auch mit ein paar Bitterkeiten gewürzt. Da fällt mir doch glatt auf, dass ich meine Ma mal fragen müsste, was mein erstes Wort war, ich bin mir da nämlich gar nicht so sicher...
Es war sehr interessant zu lesen, was die Eltern von unseren Helden so treiben und die Kindheiten generell. Und das habt ihr geschafft, ohne, dass die Geschichte dadurch langweilig wurde oder so. Wirklich klasse.
Ich freue mich nun auf die irische Sage :D
:knuff:
"Hören Sie, Sir, folgendes... Es geht um meinen Teppich, der das Zimmer erst richtig gemütlich gemacht hat..."

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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von vojka »

Es ist schön, dass dir diese Reihe so gefällt. Zwei Teile haben wir davon noch *grins* Und einen bekommst du jetzt.
Eigentlich sollte das nie so lang werden, es sollte eines sein. Wir hatten angefangen zu schreiben und waren irgendwann über 10 Seiten und dachten so hmm, wir sollten Schluss machen, aber dann kam noch etwas und noch etwas, und irgendwann sagten wir, dass wir einfach schreiben und hinterher trennen, naja letztendlich waren es über 30 Seiten *lach*


Kapitel 19

Once upon a time III

„Es ist wichtig zu wissen“, begann sie schließlich und öffnete die Augen wieder. „Das wir Iren immer noch sehr stark an all die Legenden, oder Mythen glauben.“

„Wie? Kobolde gibt's für euch echt?“, grinste Sirius. Beccy knurrte gefährlich leise und war ihrem Freund auf einmal erschreckend ähnlich.

„Nein, Black. Wir vergessen unser Kulturerbe nur nicht, so wir ihr Engländer es zu tun pflegt, oder geben anderes als unseres aus.“ Remus legte Beccy beruhigend die Hand auf den Arm.
„Nimm ihn einfach nicht ernst - seine Kommentare sind typisch für ihn.“

„Ich lass es aber nicht zu, dass jemand unsere Legenden verschandelt.“ Immer noch war die Treiberin des Gryffindor-Quidditchteams gereizt und funkelt Sirius böse an.

„Wir werden ihm schon das Maul stopfen“, versicherte Ginny und grinste Sirius frech an, als der ein empörtes Gesicht machte und die Arme verschränkte.

„Leute, bitte, keinen Streit“, bat Lily. James sah Lily besorgt an. So ängstlich hatte sie den ganzen Abend lang noch nicht geklungen und er nahm beschützend ihre Hand.
Beccy hingegen atmete tief durch und wandte den Blick von Sirius ab.

„Cú Chulainn hieß vor seinen Heldentaten Setanta, den Namen Cú Chulainn musste er sich hart erkämpfen.“

„Au man“, murrte James. „Mir schwirrt ja jetzt schon der Kopf.“

Beccy sah ihn perplex an. „Ich hab doch grade mal angefangen…“

„Ja, schon“, murmelte Harry, „aber die Namen kann man sich kaum merken, geschweige denn aussprechen.“

Beccy lachte. „Das stimmt schon irgendwie, dabei wisst ihr ja nicht mal, wie sie geschrieben werden.“

„Ich glaub' ich verzichte.“ Alle lachten und Sirius war erleichtert, dass Beccy ihm diesen Zwischenruf nicht übel nahm.

„Also gut“, schmunzelte Beccy. „Dann hört mal gut zu, wenn ihr es schon nicht lesen wollt.“ Sie lehnte sich zurück, kuschelte sich an Remus und räusperte sich nochmals.

„Klein-Setante“, sie kicherte kurz, „wurde als Sohn Deichtine und dem Gott Lugh geboren.“

„Wie, Gott?“ James war mehr als nur verwirrt. „Ich dachte, ihr Iren glaubt nur an den da oben.“ Er ruckte mit dem Kopf zur Decke. Beccy seufze, verdrehte leicht die Augen und erklärte: „Ja eigentlich. Aber das war lang vor St. Patrick.“

„Wem?“ Alle außer Lily, an der sieben Jahre Freundschaft mit Beccy nicht spurlos vorbeigegangen war, blickten ratlos die schwarzhaarige Irin an. Beccy stieß einen leise gemurmelten Fluch aus.

„Ich wollte da keine Geschichtsstunde draus machen.“

„Och bitte, Beccy!“

Diese seufze und grummelte: „Mensch Sirius, den Hundebettelblick hast du Ginny gut beigebracht.“

„Tja, kannst mal sehen“, grinste Sirius zurück und alle pusteten los.

„Also gut. St. Patrick also….“ Einen Moment verstummte Beccy und sammelte ihre Gedanken. Es war schwer eine klare Linie zwischen dem zu ziehen, was der Mönch Patrick wirklich getan hat und was ihm angedichtet wurde.

„Also sicher ist, dass Patrick als Mönch aus Frankreich kam.“

„Frankreich?“ Remus tat es zwar Leid seine Freundin zu unterbrechen, aber das erschien ihm doch sehr unlogisch.

„Ja, er ist als Sklave von Frankreich nach Irland gekommen.“

„Meine Güte, der hatte ja was hinter sich.“ Harry schüttelte traurig den Kopf. Waren er und Patrick wirklich so ähnlich, wie er dachte, oder reagierte er einfach über? Er wusste es nicht.

„Aber was hat denn nun Patrick mit Cú Chulainn zu tun?“ Lily runzelte die Stirn und versuchte sich zu erinnern.

„Nichts, überhaupt gar nicht.“ Beccy musste schallend lachen. „Das ist ja das Problem.“

„Hä?“ Sirius nahm angesichts dieser schweren gedanklichen Aufgabe lieber schnell noch einen Schluck Butterbier.

„Weil ich dadurch total vom Thema abgekommen bin“, erklärte Beccy augenrollend. Manchmal konnte Sirius bemerkenswert stumpfsinnig sein.

„Macht doch überhaupt nichts“, murmelte Ginny begierig. „Wir lernen in Geschichte doch nur irgendwas über komisch alte Zauberer, die nur Eulenmist im Hirn hatten.“ Schallendes Gelächter erfüllte die Runde. Damit hatte Ginny genau das auf den Punkt gebracht, was alle dachten. Binns' Unterricht war grottenlangweilig und selbst annähernd spannende Dinge, wie die Riesenkriege oder Koboldaufstände, waren bei ihm trocken wie McGonagalls Ingwerkekse.

„Na gut, na gut. Dann halt noch ein bisschen was über Saint Patrick. Patrick war derjenige, der die Iren zum Christentum bekehrte.“ Beccy zog etwas aus einer der Taschen in ihrem Umhang.

„Das ist ein Weißdornkleeblatt“, erklärte sie und das Kerzenlicht brach sich auf einem filigranen Silberanhänger, der an einer dünnen, kurzen und ebenfalls silbernen Kette hing.

„Saint Patrick benutze eben so ein Kleeblatt, um den Iren die Bedeutung der heiligen Dreifaltigkeit zu erklären. Je ein Blatt für den Vater, den Sohn und den heiligen Geist.“ Beccy verstaute das Schmuckstück wieder in ihrer Tasche und hing einen Moment ihren Gedanken nach.

„Also nun aber wirklich zurück zu Cú Chulainn.“ Sie lächelte Ginny entschuldigend an und versicherte: „Keine Angst - du brauchst mich nur fragen und ich erzähl dir noch was.“ Nun grinste die Rothaarige breit und ein gespanntes Funkeln erschien in ihren braunen Augen.
„Nun denn.“ Beccy senkte ihre Stimme zu einem mystischen und dunklem Murmeln. „Setante entschied sich mit fünf Jahren Krieger zu werden und bat seine Mutter darum zu seinem Onkel gehen zu dürfen. A-“

„Moment!“, brach es aus Sirius heraus und Beccy war gezwungen in ihrer Erzählung inne zu halten. „Der wollte mir fünf Krieger werden? Ja alles klar!“ Beccy verdrehte seufzend die Augen.

„Das ist eine Legende Black, nichts wirkliches, nichts richtig Reales.“ Sirius murmelte etwas Unbestimmtes und Beccy konnte fortfahren.

„Also bat er seine Mutter um eine Wegbeschreibung, lehnte ihren Wunsch nicht alleine zu gehen ab und machte sich nur mit seinem Hurlingschläger- und Ball auf zum Königspalast von Erin Macha.“

„Was ist denn bitte Hurling?“, fragte Harry verwirrt. „Meinst du nicht eher Curling?“

„Ähm…nee“, erwiderte Beccy ihrerseits mächtig verwirrt. „Denn ich weiß nicht mal was Curling überhaupt ist und Hurling spielen wir heute noch.“ Harry haute sich innerlich vor die Stirn. Natürlich! Beccy konnte ja gar nicht wissen, dass es in der Muggelwelt einen Sport gab, der so ähnlich klang.

„Schließlich erreichte Setante den Palast“, überwand Beccy ihre Verwirrtheit. „Und sah davor eine Gruppe Jungen in seinem Alter Hurling spielen.“

„Und ich weiß immer noch nicht, wie das eigentlich gespielt wird“, murrte James, da es ihn mächtig wurmte, dass er als Sportler, dies nicht wusste. Beccy lächelte ihren Jäger entschuldigend an.

„Sorry, ich vergess' immer wieder, dass nicht jeder so viel über meine Heimat weiß wie ich. Hurling wird mit einem langen Holzschläger, der am Ende dick und gebogen ist und einem Lederball mit Korkkern gespielt. Das Ziel des Spiels ist es den Ball in das Tor des Gegners zu befördern. Allerdings kommt es auf die Art des Tores an: Bringst du den Ball über die Latte gibt es drei Punkte, triffst du allerdings ?nur' zwischen die Pfosten kriegt die Mannschaft einen Punkt.“

„Mhm…“, murmelte Ginny nachdenklich. „Hört sich ziemlich einfach und harmlos an.“ Beccy lachte leise.

„Naja. Als harmlos würde ich es nicht bezeichnen. Der Ball kann mal gut und gerne hundertdreißig Kilometer pro Stunde schnell werden.“

„Aber hoppla!“, rief Peter erschrocken dazwischen. „Das klingt allerdings alles andere als harmlos.“ Beccy nickte und setze ihre Erzählung schließlich fort.

„Setante wollte so gerne mit ihnen spielen, dass er vergaß, dass er normalerweise erst einmal Erlaubnis, oder auch ?Schutz' bei den Anderen suchen musste.“

„Oh oh“, hörte man Remus leise murmeln. „Das riecht nach Ärger.“

„Den gab es wirklich“, grinste Beccy. „Die Jungs waren natürlich empört - Setante hatte gerade eine der höchsten Regeln verletzt.“

„Ganz schlecht.“ Auch James musste grinsen.

„Jup“, bestätigte die schwarzhaarige Irin. „Um an Setante Rache zu nehmen versuchten sie ihn zu verprügeln, aber keiner war stark genug, um ihn zu verletzten.“

„Hey!“, beschwerte sich Sirius laut. „Wieso ist der mit fünf eigentlich schon so stark?“ Unter Beccys vernichtendem Blick murmelte er rasch: „Ja ich weiß, nichts Reales.“ Beccy für einfach ungerührt fort: „Erst Conchobhar selbst konnte den Streit schlichten und nachdem er in Setante seinen Neffen erkannte nahm er ihn tatsächlich in seinen Dienst.“

„Na mein Onkel hätte sonst was mit mir gemacht“, murmelte Harry düster und wagte es nicht Lily dabei in die Augen zu sehen. Dann blickte er Beccy an und grinste: „Und wie ging's nun weiter?“ Beccy erwiderte sein Lächeln offen und ehrlich.

„Setante blieb bei seinem Onkel und spielte leidenschaftlich mit den anderen Jungen Hurling.“

„Und? Haben die es noch geschafft ihn zu verkloppen?“, wollte Sirius wissen und wurde diesmal von Lily vernichteten angeblickt.

„Wieso war mir klar, dass dich das interessiert? Das ist doch erbärmlich.“

„Hey! Das ist doch nicht fair wie du mich behandelst, nicht wahr Prongs?“ Hilfe suchend wandte sich Sirius an seinen besten Freund, doch dieser hob nur die Hände.

„Lasst mich da aus dem Spiel - ich bin neutral wie die Schweiz.“

„Die Schweiz?“, echoten Lily und Sirius gleichermaßen und ihr Streit war vergessen.

„Ja die Schweiz“, wiederholte James. „Oder anders gesagt: macht das unter euch aus.“

„Ja, okay machen wir“, lachte Lily und küsste James kurz auf die Wange.

„Nein, haben sie nicht“, stellte Beccy die wichtige Frage klar und erzählte dann weiter. „Kurz nach diesem Ereignis lud ein anderer Hochkönig zum Fest und Setante wollte eigentlich auch hingehen, aber vorher musste er unbedingt noch Hurling spielen.“

„Sportler.“ Lily verdrehte spielerisch die Augen und lächelte James dann zärtlich an. James grinste nur zurück und versetzte: „Aber selber mit einem zusammen sein - das sind mir dann die Richtigen.“

„Kommt halt in den besten Familien vor“, foppte Lily ihren Freund weiter, aber dieser ignorierte sie geflissentlich und wandte sich an Beccy: „Und wie ging es dann mit Setante weiter?“ Beccy musste sich ernstlich daran hindern nicht loszupusten, konnte aber schließlich weiter erzählen.

„Nach diesem Spiel schließlich machte sich auch Setante auf zum Palast des befreundeten Königs. Dieser hatte Conchobhar gefragt, ob noch weitere Gäste kommen würden und da der Onkel seinen Neffen vergaß, verneinte er.“

„Na, das hört sich eher nach meinem Onkel an“, grummelte Harry und ermahnte sich dann selber, dass er aufhörte daran zu denken.

„Also wies der König seinen Schmied, Chulainn, an, seinen bärengroßen Hund frei zu lassen.“

„Sicher dass das nicht du warst, Pad?“, grinste Peter breit, aber Sirius warf ihm nur einen gelangweiten Blick zu.

„Was für ein Witz.“ James verpasste ihm einen Rippenstoß und nickte Beccy dann zu.

„Als Setante dann ganz ahnungslos und unschuldig auf den Hof kam, ging der Hund auf ihn los.“

„Ach du je! Ich weiß was kommt, ich weiß was kommt“ Lily saß mit weit aufgerissenen Augen am Tisch und schien beinahe zu sterben vor Spannung, obwohl sie die Geschichte ja kannte. „Erzähl schnell weiter!“

„Ja doch“, beruhigte Beccy ihre aufgekratzte Freundin. „Ich bin ja schon dabei.“ James legte Lily einen Arm um die Schultern und zog sie an sich.

„Aber Setante war ein unerschrockener Krieger und brillanter Hurling-Spieler“, erlöste Beccy ihre beste Freundin. „Und es war sein Glück, dass er den Schläger und den Ball nicht erst zum Palast seines Onkels gebracht hatte. Denn so nahm er Ball und Schläger und haute den Ball mit einer so einer Wucht in das Maul des Hundes, dass diesem das Genick gebrochen wurde.“

„Autsch!“, stieß Sirius aus und zuckte zusammen. „Das tut ja schon vom Zuhören weh.“ Scheinbar ohne es zu merken rieb er sich das Genick.

„Durch das Heulen des Hundes angelockt trat die Festgesellschaft auf den Hof hinaus und als sie den kleinen Setante und den toten Hund sahen waren sie überglücklich und lobten den kleinen Jungen für seinen unendlichen Mut.
Nur der Schmied war untröstlich: Hatte er doch keinen Hund mehr, der den Hof bewachen sollte. Also sprach Setante: ?Ich werde dein Haus bewachen, bis ein neuer Hund mich ersetzt.' Und so wurde aus dem kleinen Setante Cú Chulainn, der Hund des Chulainn, der einmal der größte Krieger Irlands werden sollte“, beendete Beccy die Legende und blieb dann stumm, damit die Legende auch die richtige Wirkung entfalten konnte.

Irgendwann allerdings zog sich die Stille so sehr in die Länge, dass ein gewisser schwarzhaariger Sucher, es nicht mehr aushielt - er wollte doch noch so viel mehr erfahren und wer wusste, wie viel Zeit ihm dazu noch blieb.
.
„Beccy und was macht deine Mum?“, fragte er deshalb neugierig, wie er nun einmal war.

„Meine Mum Leyah war Profi Quddichspielerin, sie hat übrigens deine Position gespielt, Harry“, antwortete sie schmunzelnd. „Heute trainiert sie eine kleine Irische Manschaft. Hmm was gibt es noch von ihr zu erzählen? Oh ja, eines fällt mir noch ein. Meine Mum gehört zu den wenigen, die eine Banshee, das ist die irische Bezeichnung für eine Todesfee, gesehen hat und das überlebte.“

„Sie hat eine Todesfee gesehen und lebt noch?“, fragte Sirius ungläubig.

„Ja Black, ob du es glaubst oder nicht. Die Banshees warnen ja eigentlich nur vor dem Tod, nur viele wissen das nicht, da sie sich mit solchen Mythen und Legenden nicht befassen. Aber mein Dad liebt solche Geschichten ja und deshalb kennen meine Mum und ich sie auch, da er sie bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit erzählt. Was aber keinen stört, denn wie ich schon sagte, ich liebe es, wenn er mir die Legenden erzählt. Meine Mum hat seitdem besonders aufgepasst und lebt immer noch, immerhin ist das ganze schon zwölf Jahre her. Ich war damals gerade sechs geworden.“

„Wisst ihr, was passiert wäre?“, fragte Ginny atemlos.

„Nicht sicher, da das Ereignis ja nicht eingetreten ist, aber wir vermuten, dass es ein Quidditchunfall gewesen wäre. Sie ist, nachdem sie die Banshee gesehen hatte, lange nicht auf einen Besen gestiegen und bei dem nächsten Spiel ihrer Mannschaft musste die Ersatzsucherin spielen“, Beccys Blick verschleierte sich. „Sie hat das Spiel nicht überlebt.“

Erschreckt sah Harry Beccy an. Plötzlich musste er an das Trimagische Turnier denken, was, wenn es ihn an Cedrics Stelle erwischt hätte? Wenn er dort mit weit aufgerissenen Augen mit einem Avada Kedavra von Peter -
Er presste kurz die Augen zusammen, nein, das war vorbei, ein für alle Mal vorbei. Er traute sich kaum, Peter anzusehen, doch als er den Jungen mit den hellbraunen Haaren ansah, ging ihm auf, dass dieser bisher noch kaum etwas gesagt hatte.

„Peter?“, fragte er ihn deshalb nun direkt und sah ihn offen an. „Magst du mir auch etwas von deinen Eltern und dir erzählen? Ich würde gerne auch von dir mehr erfahren?“

Peter lief rot an, er hatte nicht erwartet, dass man auch von ihm etwas erfahren wollte. „Du möchtest auch etwas von mir erfahren? Warum? Ich meine, ich habe dein Leben zerstört, habe dir alles genommen, warum bist du so nett und freundlich zu mir?“, platze es aus ihm heraus. Diese Fragen stellte er sich schon, seit er seine Zukunft kannte, warum war Harry so nett zu ihm? Gut, er selbst hatte gesagt, dass er das nicht wolle und das er vor hatte, sich zu ändern. Aber warum konnte er so einfach vergessen?

„Peter, ja, du hast mein Leben in gewissen Maße kaputt gemacht, aber zerstört hast du es nicht, dass war nur einer und er wird es nicht wieder schaffen. Dadurch, dass Ginny und ich hier gelandet sind, haben wir alle die Chance uns die Zukunft zu schaffen, die wir uns alle wünschen. Mum und Dad werden leben, Sirius wird nie nach Askaban kommen und Remus, Remus wird nie bei der großen Schlacht in ca. zwanzig Jahren ums Leben kommen“, zählte Harry auf, als er von Beccy unterbrochen wurde.

„Harry? Was mir gerade wieder auffällt, du hast von jedem hier am Tisch etwas über die Zukunft gesagt, nur mir hast du nichts von meiner gesagt. Was ist mit mir?“, fragte die Schwarzhaarige zögerlich, ihr brannte diese Frage schon länger auf der Zunge, aber erst jetzt fand sie den Mut, diese auch zu stellen.

Harry schloss die Augen und atmete einmal tief ein. Vor dieser Frage hatte er sich gefürchtet. „Es tut mir leid Beccy, über dich weiß ich nichts. Ich wusste nichts über Freundinnen meiner Mutter, da Sirius und Remus mir in der Zukunft nichts erzählt haben. Aber wenn ich raten sollte, würde ich sagen, sie haben nichts erzählt, weil besonders Remus die Erinnerung weh tat, denn sonst hätte es keinen Grund gegeben.“ Beccy sah niedergeschlagen zu Boden. Remus rückte ein Stückchen näher an sie heran und nahm sie in den Arm. Kaum hatte er sie in den Arm genommen, quollen dicke, große Tränen aus ihren blauen Augen hervor.

„Sssscht, hey Süße, egal was mit dir passiert ist, es wird nicht passieren, denn ich werde es verhindern. Ich werde nicht zulassen, dass dir jemand weh tut, hörst du?“, flüsterte der Werwolf seiner Freundin ins Ohr und streichelte ihr sanft übers Haar. Nachdem sie sich beruhigt hatte, küsste er ihre Tränen weg.

„'Tschuldigung“, nuschelte sie immer noch mit belegter Stimme.

„Kein Problem Beccy, mir tut es leid, dass ich nicht schon früher etwas gesagt habe, aber da ich nicht weiß, was mit dir geschehen ist, wollte ich lieber schweigen. Ich hoffe, du bist mir nicht böse“, entgegnete Harry und sah sie treuherzig an.

„Nein ich bin dir nicht böse, wer könnte auch schon diesem Blick widerstehen“, antwortete sie und lächelte zaghaft.

„Hey du hast einen Freund, lass deine Finger von meinem“, warf Ginny gespielt entrüstet ein und nahm Harry Besitz ergreifend in die Arme.

„Keine Sorge Ginny“, lachte sie, „mich erinnert der Blick nur an jemanden, dem ich auch nie böse sein kann, wenn sie mich so anguckt mit bettelnden, traurigen und entschuldigenden grünen Augen, denn diesen Blick hat Harry eindeutig von seiner Mum.“

„Könnten wir dann auf das eigentliche Thema zurück kommen?“, lenkte James das Thema wieder um. „Pete du wolltest etwas von dir erzählen.“

„Über meine Eltern gibt es nicht so viel zu sagen, mein Dad arbeitet im Ministerium in der Flohnetzwerkregulierungsbehörde. Total langweilig, aber einer muss es ja machen. Hmm typisch für meinen Dad sind eigentlich zwei Dinge, er hat immer seine goldene Taschenuhr, die er schon seit vielen Generationen in unserer Familie ist, dabei und er trinkt keinen Kaffee, sondern nur Tee und das Morgens, Mittags und Abends, ach ja und zwischen durch“, lachte Peter, als er an seinen Dad dachte, der fast immer eine Teetasse in der Hand hatte.

„Klingt doch nach einem netten Menschen“, lächelte Ginny ihm aufmunternd zu.

„Nett ist er ja, aber auch schrecklich langweilig. Meine Mum ist das genaue Gegenteil von meinem Dad, sie ist total durchgeknallt. Sie steht so auf Naturkosmetik und züchtet dafür ein paar Flubberwürmer und macht aus ihnen Kosmetik, frag mich aber nicht wie, ich find das nur ekelig, aber auch sonst steht sie auf Naturprodukte und macht aus allem möglichem anderen noch Kosmetik.“ Man merkte, dass es ihm peinlich war darüber zu reden, denn er sprach mehr mit der Tischkante, als mit den anderen um ihn herum.

„Möchte noch jemand etwas trinken?“, fragte Lily, um Peter aus dieser Situation heraus zu helfen. Einstimmiges zustimmendes Gemurmel war die Antwort auf ihre Frage und so gab sie Madam Rosmerta ein Zeichen, dass sie gerne noch eine Runde Butterbier hätten, welches nur einen kleinen Moment später auch schon an ihren Tisch gebracht wurde.

Nachdem alle einen Schluck getrunken hatten, wanderte Beccys Blick zu ihrem Freund zu ihrer linken. „Jeder hat nun von seinen Eltern und ein bisschen was von sich erzählt, nun fehlst nur noch, du Remus.“

„Ach, von meinen Eltern und mir gibt es nicht so viel zu erzählen. Meine Eltern haben eine Farm in Whitehaven an der Irischen See. Mein Dad John ist ein magischer Farmer. Wir züchten eine Menge verschiedener Tiere. Meine Mum Laura -“, sagte Remus, bis er von Ginny unterbrochen wurde.

„Was für Tiere habt ihr denn? Du hast uns in der Zukunft nämlich auch davon nichts erzählt. Aber das erklärt, warum du so viel über die magischen Tiere wusstest, als du uns unterrichtet hast.“

„Oh wir züchten eine Menge verschiede Tiere. Wie schon gesagt, Eulen, aber auch Hinkepanks, Rotkappen, Grindelohs, Saurüden und Hippogreife“, wieder wurde Remus unterbrochen, diesmal aber von Harry.

„Vielleicht hat Hagrid Seidenschnabel und Fang ja von Remus' Eltern bekommen“, sagte Harry und warf Ginny einen Blick zu.

„Fang? Seidenschnabel?“, fragte Remus verständnislos.

„Naja, der Hagrid in unserer Zeit hat einen Saurüden namens Fang als Haustier und mehrere Hippogreife, wobei Seidenschnabel sein Liebling ist. Dieser Hippogreif rettete Sirius das Leben“, antwortete Harry und fügte auf Sirius' fragenden Blick noch hinzu: „In meinem dritten Jahr, ich habe dir doch davon erzählt. Da solltest du den Kuss des Dementors bekommen und Hermine und ich haben dich mit Seidenschnabels Hilfe befreit. Wir sind mit ihm zu dem Fenster des Raumes geflogen, wo du gefangen gehalten wurdest und du konntest auf Seidenschnabel entkommen.“

Sirius' Augen begannen zu leuchten. „Wow, ein Flug auf einem Hippogreif, das muss der Wahnsinn sein!“

Harry lächelte. „Es ist schon ein irres Gefühl und weitaus angenehmer als auf einem Thestral, das kann ich euch sagen!“

Ungläubig und entsetzt blickten die anderen ihn an. Ginny war bei der Erinnerung an den Flug zum Ministerium auf dem für sie unsichtbaren Wesen leicht blass geworden. „Oh ja, aber im Gegensatz zu dir konnte ich das Tier nicht einmal sehen!“

„Moment“, sagte James entsetzt und beinahe streng, als hätte Harry etwas Verbotenes getan. „Ihr wollt uns tatsächlich erzählen, ihr wäret auf Thestralen geritten?! Diese Tiere sind böse und - halt, langsam! Was hast du damit gemeint Ginny, dass Harry sie sehen kann? Ich habe zwar von ihnen gehört, aber…“

Ein beklemmendes Schweigen herrschte plötzlich am Tisch. Harry hätte sich am liebsten auf die Zunge gebissen, dass er den Satz überhaupt ausgesprochen hatte. Doch nun musste er erzählen.
„Ihr erinnert euch an den Kampf in meinem fünften Jahr im Ministerium, von dem wir erzählten? In der Mysteriumsabteilung, wo Sirius - “, hastig unterbrach er sich, er wollte den Satz nicht zu Ende führen. „Jedenfalls standen wir damals vor der Frage, wie wir auf dem schnellsten Wege nach London kommen sollten und Luna hatte die Idee - Thestrale. Leider waren nur sie, Neville und ich in der Lage, sie zu sehen, was es für die anderen unserer Gruppe etwas schwierig machte. Aber wir haben es geschafft und kamen alle heil an unserem Ziel an…“

Seine Stimme war immer leiser geworden, er wollte sich nicht an den Tag zurück erinnern, als Sirius hinter den Vorhang gefallen war, für immer… .

„Aber“, unterbrach ihn Lily, „wie kam es, dass du sie sehen konntest?“

Harry holte tief Luft und presste die Kiefer aufeinander. Er wollte nicht darüber reden, den Friedhof, den Kampf, Cedric… .

Zu seiner Überraschung ergriff Ginny das Wort. „Der Kampf gegen Voldemort beim Finale des Trimagischen Turniers hatte Ende des vierten Schuljahres statt gefunden. Dort hatte Harry mit ansehen müssen, wie Cedric Diggory getötet wurde - und Thestrale können nur von Menschen gesehen werden, die jemand anderen haben sterben sehen.“

„Oh mein Gott“, entfuhr es Beccy, auch die anderen starrten betroffen vor sich hin. Wieder einmal wurde ihnen das grausame Schicksal, das den Zweien widerfahren war, die hier nun in ihrer Runde saßen, mehr als bewusst vor Augen geführt.

„Aber wer bitte fliegt freiwillig auf so einem Monster?“, wollte James angewidert wissen, sein Blick lag noch immer ungläubig auf seinem Sohn, der leicht verstört in seinem Stuhl zusammen gesackt war.

„Hör auf, Dad“, murmelte Harry leise. „Es sind keine Monster, sondern sehr treue Tiere, wenn sie auch Fleischfresser sind. Vor allem die Tiere hier in Hogwarts sind sehr friedliebend, da sie Hagrids Befehl unterstehen und ihn als ihren Führer akzeptieren. Sie würden niemandem etwas tun.“

James schnaubte. „Tut mir leid, aber die Vorstellung, dass jemand auf so etwas fliegen kann, ist irgendwie… absurd.“

Harry seufzte leise. „Hättet ihr etwas dagegen, wenn wir wieder auf das eigentliche Thema zurück kämen? Ich mag die Gedanken an den Tag nicht besonders…“

„Das halte ich für eine gute Idee“, entgegnete Remus, dem die Anspannung nicht entgangen war. „Also, wo war ich? Ach ja, mein Dad. Meine Mum Laura arbeitet heute ebenfalls auf der Farm um Dad zu unterstützen, auch, wenn sie sich mit den magischen Tieren etwas schwer tut. Sie ist Muggel, müsst ihr wissen und hat früher als Buchbinderin gearbeitet.“

Verblüfft sah Sirius ihn an. „Buchbinderin? Solch einen Beruf gibt es? Schon komisch, was sich die Muggel alles einfallen lassen - “

„Muggel kennen zwar keine Magie, aber sie wissen genau, mit welchen Mitteln sie was erreichen können. Sollen sie vielleicht von losen Pergamenten ablesen, wie wir es hier in Hogwarts noch heute tun? Also, wenn ich ganz ehrlich bin, kommt mir diese Welt, auch wenn sie magisch ist, manchmal um einiges weniger fortschrittlich vor als die Welt der Muggel“, sagte Harry gerade so laut, dass ihn alle verstehen konnten. Erstaunt sahen sie ihn an, Harry und Lily waren in der Runde die einzigen, die einen direkten Vergleich hatten zwischen der Welt, in der sie aufgewachsen waren und der, in welcher sie nun lebten.

„Wie meinst du das, Harry?“, wollte Beccy wissen und sah ihn interessiert an, ohne jeden Ausdruck des Zweifels in ihren Augen. Sie alle wussten, wenn sich jemand ein Urteil darüber erlauben konnte, waren es Harry und Lily.

„Naja“, begann Harry und überlegte kurz. „Nehmt doch nur das Pergament und die Schreibfedern, die Art der Fotoapparate… Feder und Tintenfass gibt es bei den Muggeln seit hundert Jahren nicht mehr, Pergamente erst recht nicht. Man schreibt mit allerlei Arten Stiften, Füller, Kugelschreiber, Bleistiften oder was weiß ich, aber gewiss nicht mit einem Federkiel, so was steht heute in Museen. Genau, wie die Pergamentrollen, wir benutzen Schreiblöcke, deren Papier meist gebleicht ist… die Fotoapparate, die ich aus der magischen Welt kenne, ähneln jenen Anfang des 20. Jahrhunderts, heut zu Tage ist so was alles technisiert. Ja, wenn man so sagen kann, ist die Technik die Magie der Muggel.“

Ginny lachte. „Oh ja, wenn ich da an Dad denke, wie entzückt er immer über die Erfindungen der Muggel ist. Ich erinnere mich nur zu gut daran, wie er mit dir U-Bahn gefahren ist, das hätte ich zu gern gesehen!“

Harry grinste. „Allerdings, das war schon ein Abendteuer. Ein Wunder, dass wir überhaupt an unserem Ziel angekommen sind.“

„Magst du uns etwas mehr über deine Eltern erzählen, Ginny? Ich meine, über unsere wisst ihr jetzt fast alles, aber über deine wissen wir nicht so viel, gibt es noch etwas, was typisch für sie ist?”, fragte Lily freundlich die Freundin ihres Sohnes.

„Dad ist ein muggelliebender Chaot“, erklärte Ginny, Harry prustete los und nickte. „Er liebt alles, was mit Muggeln zu tun hat, stellt die peinlichsten Fragen und das, wo er früher von Berufswegen her eigentlich direkt mit der Muggelwelt zu tun hatte. Er arbeitet im Ministerium und beschäftigt sich dort mit Muggelartefakten. Aber er wurde befördert zum Abteilungsleiter gegen gefälschte Schutzartefakte. Mum platzte fast vor Stolz, Dad hingegen war noch mehr auf der Arbeit als sonst…“ Ein etwas trauriger Ausdruck war in ihre Augen getreten.

„Vergiss nicht, das war die Zeit, in der alles wieder los ging“, sagte Harry leise. „Angriffe hier, ziemlich üble Scherze da, er hatte alle Hände voll zu tun. Und war trotzdem immer für seine Familie da, wenn sie ihn brauchte. Genau wie Molly, die zwar, wie du so schön sagtest, eine Glucke ist, aber eine liebevolle, ständig um ihre Kinder besorgte Glucke, die nur das Beste für ihre Familie will und stets alles tut, damit es jedem von euch gut geht. Inklusive mir. Als ich die Weasleys damals am Bahnhof traf und Ginnys Brüder ihrer Mutter erklärt hatten, wer ich war, verbot sie Ginny, in den Zug zu steigen und mich anzustarren, sondern sagte, ich sei ein ganz normaler Junge, der auch so behandelt werden sollte…“

„Harry“, unterbrach Sirius ihn, „Du bist ein ganz normaler Junge, vergiss das nicht.“

„Für euch, ja. Für die Menschen meiner Zeit war ich nur der Junge, der überlebte, der Junge mit der Narbe. Molly und Arthur hingegen sahen mich wie ihren Sohn an und dafür bin ich ihnen mehr als dankbar.“

Ginny war nach Harrys Erwähnung ihres ersten ?Treffens' in Gedanken versunken, sie blickte unfokussiert in den Raum. Plötzlich jedoch kam ihm ein Gedanke. „Woher weißt du das?“, brachte sie mühevoll hervor, Harrys Blick wanderte Richtung Tischkante.

„Ich habe damals aus dem Fenster geguckt, da ich wissen wollte, wo Ron blieb, der ja auch nach Hogwarts fahren sollte, wie Molly gesagt hatte und da habe ich gelauscht“, gestand er leise, Ginny kicherte.

„Man merkt, dass du dich schon damals in ihn verliebt hast”, schmunzelte James und dachte mit einem Lächeln an das Gespräch in der Bibliothek zurück.

„So lange liebst du mich schon?” Harry sah seine Freundin erstaunt an. Er wusste ja, dass sie schon ihn schon länger mochte, vielleicht auch mehr, aber so lange?

Ginny lief knall rot an, ihr war das Ganze peinlich, wie sie sich damals verhalten hatte. Wie sie Harry angeschmachtet hatte, wie sie aus dem Raum geflüchtet war, bloß, weil er am Küchentisch gesessen hatte. Doch als sie ihrem Freund nun beinahe schüchtern in die Augen blickte, sah sie nichts mehr von der Verwunderung, mit der er auf ihr Verhalten reagiert hatte. Alles, was ihr jetzt aus den grünen Augen entgegen strahlte waren Verständnis und Wärme.

„Ich liebe dich“, hauchte er und gab ihr einen hingabevollen Kuss. „Wenn auch leider noch nicht seit jenem Moment, ich hätte viel früher erkennen müssen, was du für mich empfindest, wenn ich nicht so blind gewesen wäre...”

„Ssscht”, macht Ginny und legte ihren Zeigerfinger auf seinen Mund, „du hast es erkannt und das ist alles, was zählt. Ich hoffe nur, dass ich in der neuen Zukunft nicht wieder so lange warten muss. Lily, bitte stoße ihn in die richtige Richtung, noch einmal halte ich das glaube ich nicht aus”, lachte sie und Harrys Mum nickte.

„Wobei dieses Verhalten in der Familie liegt. Ich war ja genauso blind wie Harry”, murmelte sie und schenkte James einen verliebten Blick.

„Nicht schon wieder“, stöhnte Sirius genervt auf. „Beccy, Moony wollt ihr euch nicht auch noch eure unsterbliche Liebe gestehen? Aber bitte nur, wenn dann für heute Schluss ist, mehr ertrage ich nicht!“

„Bist ja nur eifersüchtig Black, dass es keine Frau länger als eine Woche mit dir aushält“, lachte Beccy und gab Remus einen alles verzehrenden Kuss.

„Wieso die Frauen mit mir? Mir wird nach einer Woche mit der selben Frau langweilig!“, grinste Sirius frech zurück.

„Oh Black, ich bin gespannt, wie lange du die These noch vertrittst. Obwohl, bei der Einstellung tut es mir um jedes Mädchen leid, das glaubt, Chancen bei dir zu haben, ganz ehrlich“, gab Beccy zurück und in ihren Worten hatte sich eine gewisse Kälte geschlichen. Ihre Neckereien mit Sirius waren eine Sache, aber seine Art mit Frauen umzugehen machte sie beinahe wütend.

„O'Conner, eine Frau gäbe es ja, die mein Verhalten ändern würde“, sagte er und schenkte ihr eines seiner, wie er meinte, unwiderstehlichen-Sirius-Black-Grinsen, „aber dieses Mädchen ist leider mit einem meiner besten Freunde zusammen und das sind die einzigen, die für mich tabu sind.“

„Da bin ich ja beruhigt“, hörte man Remus halblaut murmeln, Beccy lachte, warf aber einen leicht unsicheren Blick auf Sirius. Er machte doch nur einen Witz, oder?

„Die beiden, beziehungsweise jetzt drei süßesten Mädchen von Hogwarts sind leider mit meinen beiden besten Freunden, bzw. meinem Patensohn zusammen", grinste Sirius honigsüß und zuckte unschuldig mit den Schultern.

„Sirius, wenn du doch nur eher etwas gesagt hättest! James ist ja ganz nett, aber du, hach du bist der Traum meiner schlaflosen Nächte!“, säuselte Lily und klimperte mit den Augenlidern, Beccy grölte vor Lachen.

James jedoch fand das ganze weniger lustig. „Pad, wenn du so weiter redest, werde ich noch eifersüchtig“, grummelte er, Sirius hob abwehrend die Hände.

„Schon gut Prongs, krieg dich wieder ein. Du weißt, wie ich das meine“, gab er abwehrend zurück, ein eifersüchtiger James war nicht gut, gar nicht gut.

James schickte einen giftigen Blick zu seiner Rechten. „Schon gut Pad, aber du weißt, wenn es um Lily geht, verstehe ich keinen Spaß, du weißt, dass sie meine Traumfrau, meine große Liebe, die einzige Frau ist, die ich je und vor allem immer lieben werde.“ Nach diesen Worten lief er rot an, über seine Gefühle redete er nicht gerne, schon gar nicht in einem vollbesetzten Pub, wo jeder zuhören konnte.

„Also, so viel habe ich die letzten sieben Jahre dann schon mitbekommen", lachte Sirius und grinste, langsam schien James sich wieder etwas zu entspannen. Innerlich atmete Sirius auf, es hatte ein Witz sein sollen, unbedachte Worte, dabei wusste er, wie Besitz ergreifend sein bester Freund war, wenn es um seine Angebetete ging. Da kannte er weder Freund noch Feind.

Harry räusperte sich. „Also, wie du und Dad euch kennen gelernt habt, weiß ich ja, aber wie seid ihr schlussendlich so gute Freunde geworden?“, warf er ein, da er nicht wollte, dass es zu einem Streit zwischen seinem Vater und seinem Paten kam.

„Soultwins“, hörte man Beccy leise murmeln, verwundert sahen die anderen sie an.

„Was bitte?“, wollte Remus wissen und sah seine Freundin fragend an. Beccy wurde etwas rötlich um die Wangen, ihr war gar nicht bewusst gewesen, dass sie laut gesprochen hatte.

„Naja“, begann sie und setzte sich etwas auf. „In Irland gibt es eine Art Legende, die von Seelenzwillingen erzählt. Sie besagt, dass jeder Mensch auf der Welt solch einen Zwilling hat, einen Gegenpart, der einen vervollständigt, einem das Gefühl verschafft, ganz zu sein. Es ist schwer zu beschreiben, man muss es fühlen. Nur wenige Menschen haben das Glück, auf ihren Soultwin zu treffen und lange nicht alle glauben überhaupt daran. Aber wenn, dann sind James und Sirius es. Sie verstehen sich ohne Worte, ich bin sicher, ihr wisst genau, was der andere in gewissen Situationen fühlt, ohne, dass ihr direkt bei ihm seid, euch verbindet ein gewisses Band, das mit Worten nicht erklärbar ist.“

Beeindrucktes Schweigen folgte auf diese Erklärung hin.

„Das ist mir irgendwie unheimlich, aber genau so ist es“, sagte Sirius halblaut und warf einen etwas unsicheren Blick auf James, in dessen Augen es warm aufleuchtete.

„Absolut“, kam es etwas gedämpft von ihm. „Kein Wunder, dass wir einander anzogen, wie die Motten das Licht. Vom ersten Augenblick an, als wir uns im Hogwarts-Express trafen, lagen wir irgendwie auf einer Wellenlänge, hatten denselben Blödsinn im Kopf. Sogar ziemlich denselben Blödsinn, nicht selten exakt dieselben Gedanken, wenn ich es mir recht überlege…“

„Es war immer so, dass wir sogar oft zu selben Zeit dieselben Streiche im Kopf hatten“, meinte Sirius grinsend, James nickte zustimmend.

„Und wie kamen Peter und Remus dazu?“, wollte Ginny wissen und blickte die vier Rumtreiber nach einander an.

„Naja, Peter fiel uns das erste Mal nach der Auswahl des Hutes auf. Er war gestolpert und hatte sich fast inmitten der Großen Halle auf die Nase gelegt, und ich habe ihn aufgefangen“, kicherte Sirius bei der Erinnerung an seinen ersten Abend in Hogwarts. „Remus nahmen wir das erste Mal bewusst im Schlafsaal wahr. Er hatte sich sofort ins Bett gepackt, er war so blass und hatte eine verbundene Hand. Damals wussten wir noch nicht, was es bedeutete, erst im dritten Jahr verstanden haben wir es und ab dem fünften konnten wir ihm dann aktiv helfen.“

„Remus?”, fragte Harry schüchtern und sah den Werwolf bittend an. „Ich kann mir vorstellen, wie schwer dir das fällt -”

„Aber dich würde interessieren, wie ich das Monster geworden bin, welches ich heute bin“,
unterbrach Remus ihn und seufzte, er hatte gehofft, diese Frage nicht beantworten zu müssen.
Aber andererseits, wieso sollte er nicht drüber reden?
Harry war so mutig gewesen und hatte sein Leben geschildert, in dem so viel schief gelaufen war, in dem so viel passiert war… wenn er das schafft, dann schaffe ich es auch, sagte er sich und holte tief Luft.
Glück ist das einzige, was wir anderen geben können, ohne es selbst zu haben.
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von Tjeika »

Hui, hier reihen sich aber Perlen aneinander. Ihr solltet die Geschichte in Perlenkette umbenennen :P Wirklich sehr gelungen. Ich fand die Legende sehr schön erzählt. Gefallen hat mir dabei auch, dass es immer mal wieder Unterbrechungen gab. Wie es eben bei einem realen Gespräch auch so ist - manchmal fehlt mir das bei anderen Geschichten, so unendliche Monologe oder so...
Das mit den Soultwins, ja, dass ich da gleich an euch beide denken musste :lol: liegt auf der Hand, oder ;)
Mehr? War toll! Sucht!!!

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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von vojka »

Ja mit den Soultwins hast du nicht so unrecht *lach* Wir bemühen uns, dass die Geschichte immer besser wird und ab dieser Stelle haben wir wirklich (zwei kleine Szenen ausgenommen) auch wirklich alleine geschrieben, vorher waren wir ja zu dritt *seufz*
Aber umbenennen, nääääääääääääääh... Immerhin haben Teil 2 und 3 auch schon einen Namen und die sollen ja weiter zusammen passen *grins*


Kapitel 20

Once upon a time IV

„Stopp“, sagte Beccy streng und sah ihren Freund beinahe strafend an. „Remus, sage bitte nie wieder, du seiest ein Monster! Du bist einer der wunderbarsten Menschen, die ich kenne. Das Monster beherrscht dich nur für wenige Stunden einmal im Monat, ansonsten bist du Remus John Lupin, bitte, rede nicht so über dich.“ Ihre Augen waren traurig, es tat weh, ihn so reden zu hören, voller Selbsthass und Zweifel.

„Moony, deine Freundin hat Recht. Du bist kein Monster. Ja, in Ordnung, du hast ein kleines, pelziges Problem“, bei den Worten musste sogar Remus schmunzeln, James drückte es immer so aus, als wäre er ein Kaninchen und kein blutrünstiger Werwolf, „aber das bist du nur einmal für ein paar Stunden, wie Beccy ja schon sagte. Sonst bist du einer der liebsten und treusten Freunde, die man sich nur wünschen kann.“

Remus grummelte. „Also, Greyback war damals alles andere als klein und pelzig.“ Sein Blick war leicht abwesend, die Arme schützend um den Körper geschlungen.
Es war plötzlich sehr still am Tisch geworden.

„Remus?“, fragte Harry leise. „Möchtest du davon erzählen? Du musst nicht, aber ich würde gerne wissen, wie… naja, wie es passierte und wie die ersten Jahre hier für dich verliefen und natürlich auch danach, als die Jungs es wussten...“

Unsicher hob Remus den Blick und sah seine Freunde an. Sie alle sahen aufmunternd zurück, signalisierten ihm, dass sie hinter ihm standen und nickten. Es war alles gut. Er war nicht Greyback, er war Remus John Lupin, der die besten Freunde der Welt hatte.

Er räusperte sich kurz, ehe er anfing zu sprechen.

„Es war kurz vor meinem sechsten Geburtstag, als ein schäbig aussehender Mann zu uns auf die Farm kam. Ich spielte gerade vor dem Haus mit den Saurüdenwelpen, die erst ein paar Wochen alt waren. Er kam auf mich zu und er stank, als hätte er sich seit Wochen oder länger nicht mehr gewaschen. Turbo, unser Zuchtrüde, lief auch frei auf dem Hof herum und kam zu mir gelaufen, als er den Mann sah. Er wollte mich beschützen.“ Remus stockte, es war schwer das alles zu erzählen. Klar James, Sirius und Peter hatte er es erzählt, als sie es herausgefunden hatten, aber es hier noch einmal zu erzählen, vor allem vor der Frau, die er liebte, war viel schwerer.

„Turbo stellte sich vor mich und knurrte den Fremden an. Doch alles, was er tat, war zurück zu knurren. So schnell habe ich Turbo noch nie laufen sehen. Ich kannte den Saurüden nur als äußerst mutig, aber hier klemmte er sich seinen Schwanz zwischen die Beine und lief wie vom Blitz getroffen davon.

„Greyback“, murmelte Beccy neben ihm und nahm seine Hand in ihre. Remus konnte nur nicken, er atmete noch einmal tief durch und erzählte weiter.

„Er schnappte sich einen von den Welpen und ... und -“ Wieder stockte Remus und schüttelte sich angeekelt, als er an damals dachte. „Er biss Sunny einfach die Kehle durch, ohne mit der Wimper zu zucken. Dann sagte er mir, wenn mit mir nicht das selbe passieren sollte, solle ich schnellstmöglich meinen Dad holen, was ich natürlich sofort tat.“

„Er hat ihm einfach so die Kehle durchgebissen?“, fragte Lily entsetzt und hielt sich die Hand vor dem Mund.

Remus überging Lilys Bemerkung, wenn er jetzt nicht weiter reden würde, dann würde er es nie schaffen, so glaubte er. „Ich bin so schnell ich konnte zu meinem Dad gelaufen. Zu dieser Zeit war er immer bei den Grindelohs, das wusste ich, also bin ich zu unserem See und hatte Glück, er kam gerade von einem Tauchgang wieder. Ich erzählte ihm vom dem komischen Mann. Mein Dad erbleichte und schrie mich an, ich solle sofort ins Haus rennen und es nicht wieder verlassen, bis er mir es erlaubte. So kannte ich meinen Dad gar nicht, er schrie mich nie an, er war immer ruhig und besonnen, aber da war er total aufgelöst, hatte keinerlei Farbe mehr im Gesicht. Heute weiß ich, dass es Greyback war, aber was er von meinem Dad wollte“, Remus schüttelte den Kopf, „das weiß ich nicht und ich traue mich auch nicht zu fragen, denn ich weiß, dass er sich auch noch heute Vorwürfe macht. Er gibt sich die Schuld an dem, was passiert ist.
Aber ihn trifft keine Schuld. Am Abend hat mich mein Dad ins Bett gebracht, was eigentlich ungewöhnlich war, denn normalerweise tat es meine Mum immer. Er sagte mir, dass ich nie wieder alleine vor die Tür dürfte, sobald die Sonne unterzugehen begann.“

Eine Weile schwieg Remus, er hatte den Kopf gesenkt und angefangen zu zittern. Wenn ich Greyback eines Tages in die Finger bekomme, wird er dafür büßen, schwor er sich in diesem Moment bestimmt schon zum tausendsten Male.
Beccy rutschte, sofern es ging, noch näher an ihren Freund heran und nahm ihn in den Arm.

„Wie kannst du mich eigentlich lieben, ich bin doch nichts wert, ich werde dir nie etwas bieten können. Ich werde nie normal arbeiten dürfen, nicht heiraten, geschweige denn Kinder bekommen und trotzdem willst du mit mir zusammen sein?“, fragte Remus sie ungläubig.

„Ja Remus, ich will mit dir zusammen sein, weil du einer der liebsten, verständnisvollsten, einfühlsamsten und schlausten Menschen bist, die ich je kennen gelernt habe. Ich liebe dich schon länger, habe mich aber nie getraut, etwas zu sagen. Nicht, weil ich Angst vor dem Werwolf gehabt hätte, nein, weil ich Angst hatte, dass du mich zurück stößt. Lieber wollte ich nur eine gute Freundin von dir sein, als überhaupt keine Rolle in deinem Leben zu spielen.“

Remus' Blick wurde weich, als er seine Freundin ansah. „Du spielst eine Rolle in meinem Leben, Beccy, eine sehr große sogar. Hätte ich das damals gewusst, hätte ich mich vielleicht verbissener gewehrt...“ Seine Stimme war abermals leise geworden, er fixierte die traurig tanzende Flamme des Kerzenstummels.

„Es war zwei Tage später, wie ich heute weiß, eine Vollmondnacht. Ich wusste um das Verbot meines Dads, das Haus nach Sonnenuntergang nicht zu verlassen, aber etwas hatte mich aufgeschreckt. Kurz danach saß ich kerzengerade im Bett, als ein lautres Geschrei aus dem Eulenhaus zu hören war, alle Vögel schienen in heller Aufregung, beinahe panisch. So leise es ging, stand ich auf und lief, nur im Schlafanzug bekleidet, zur Eulerei hinüber. Ich war so dumm.. Ich hätte es wissen müssen, dass er einen Trick gebraucht hatte, um...“ Mit zitternder Stimme brach er ab, sein Gesicht zuckte schmerzhaft in der Erinnerung an jene Nacht.
„Er stand dort, um ihn herum tote Vögel, es war grauenhaft. Da es dunkel war, sah ich ihn kaum, aber ich wusste, dass er es war, wenn er auch kein bisschen Ähnlichkeit mehr mit dem Mann hatte, den ich zwei Tage zuvor gesehen hatte. Denn nun stand ein ausgewachsener Werwolf vor mir, mit messerscharfen Krallen und blutigen Zähnen...“
Er schloss die Augen und zitterte stärker. Dass er sich dabei fest an Beccys Hand klammerte, spürte er nicht. Plötzlich war er wieder in dem dunklen Raum, es war kalt... überall Vögel, die panisch umher flatterten, tote Tiere am Boden… und dann ER...

„Remus, du musst das nicht-“, setzte Harry an, der seinen zukünftigen Professor erschreckt musterte. Doch Remus schloss nur kurz die Augen, schluckte hart und schüttelte unmerklich den Kopf.

„Schon gut, Harry, ich möchte es aber. Auch, wenn es... nicht leicht ist. Aber es hilft... irgendwie...“

Er spürte Beccys Handdruck und erwiderte die Geste, ein minimales Lächeln zeigte sich auf seinen Lippen. Es war alles gut, seine Freunde waren bei ihm, er war in Sicherheit.
„In der nächsten Sekunde stand er vor mir, beinahe über mir... ich wollte rennen, schreien, IRGENDETWAS tun… aber ich hatte solche Angst, dass ich mich nicht bewegen konnte, als wäre ich eine Statue, vollkommen gelähmt und innerlich leer… ich weiß noch, dass ich mich gewundert habe, wieso ich ihn so intensiv riechen konnte, er stank wirklich bestialisch, und warum auf einmal die Tür hinter mir aufflog, wie war Dad so schnell hier her gekommen? und dann... dann weiß ich nichts mehr, es war alles schwarz...“

Seine Augen hatten sich während er gesprochen hatte, nicht einmal von der Kerzenflamme gelöst. Als hätte er all ihre Kraft verbraucht, erlosch sie in diesem Moment und verglimmte, bis nur noch ein dünner Rauchfaden empor stieg.
Lautlos stießen die Anwesend die angehaltene Luft aus den Lungen.

„Hilfe Remus, ich... ich hatte ja keine Ahnung...“, stammelte Lily beinahe, sie sah etwas ratlos drein, als wüsste sie nicht, wie sie auf die Offenbarung ihres Freundes reagieren sollte.

„Wie konntest du“, murmelte Remus und sah Lily mit einem etwas gequältem Lächeln an. „Die Jungs hatten mir hoch und heilig versprochen, niemals auch nur ein Wort darüber verlauten zu lassen und ihnen vertraue ich mein Leben an.“

„Außerdem“, warf James ein, „ist das etwas, was nur du erzählen kannst und sollst. Es ist deine Geschichte, Moony und es liegt an dir, wem du sie anvertraust. Wir haben nicht das Recht, dein Vertrauen zu missbrauchen und irgendwem weiter zu erzählen, dann würden wir alles verraten, wofür wir einstehen…“

Sirius und Peter nickten zustimmend. „James hat Recht, was ein Rumtreiber einem Rumtreiber erzählt hat, bleibt unter den Rumtreibern, man ist das eine Rumtreiberei“, sagte Sirius anfangs noch ernst, brach dann aber mit James in schallendes Gelächter aus, auch die anderen beiden Rumtreiber stimmten mit ein.

„Sollten wir uns da irgendwie ausgeschlossen fühlen?“, fragte Lily ihre beste Freundin. „Ich meine, man kann doch von seinem Freund oder zukünftigen Ehemann erwarten, dass er einem alles erzählen würde, oder?“

„Lily? Würdest du denn irgendwas, was ich dir erzähle, James weitersagen?“, fragte Beccy kichernd.

„Nein“, antwortete sie mit todernster Miene, „aber das ist auch etwas ganz anderes.“

„Ach ist es das, Evans?“, fragte James beleidigt und verschränkte die Arme vor seiner Brust.

„Potter, das kann man gar nicht miteinander vergleichen“, entgegnete Lily und funkelte ihn böse an.

Remus beobachte seine Freunde schmunzelnd. Ja, diese Sieben waren wahre Freunde, ihnen machte es nichts aus, was er war. Sie akzeptierten ihn so, wie er war, bei ihnen konnte er ganz er selbst sein, vor ihnen musste er nicht verstecken, dass der Wolf in ihm war und manchmal die Oberhand gewann, ihn manchmal Dinge tun ließ, die er nicht wollte. Seinen Freunden konnte er alles erzählen, alles was nach dem Biss war. Er räusperte sich. „Ich würde euch gerne erzählen, was nach dem Überfall von Greyback passierte.“

„Gerne“, sagte Ginny und sah ihn interessiert, aber freundlich an. Remus hatte indes aufgehört zu zittern und saß wieder etwas aufrechter auf seinem Stuhl. Schnell trank er noch einen Schluck heißen Met, wischte sich mit einer Hand über den Mund und fuhr fort.

„Als ich am nächsten Tag erwachte, fühlte ich mich sauelend. Ich lag im St. Mungos, meine Mutter saß mit rotverweinten Augen an meinem Bett und mein Dad... naja, er lag ein paar Zimmer weiter...“

Erschreckt sog Beccy die Luft ein. „Oh nein, was ist mit ihm passiert?“

„Keine Sorge, es geht ihm heute gut“, beruhigte er sie und lächelte kurz. „Er hat es irgendwie geschafft, mich da raus zu holen und Greyback in die Flucht zu schlagen, wie, das weiß ich bis heute nicht. Kurz danach ist er allerdings zusammengebrochen, so fand meine Mum ihn. Sie brachte uns zwei auf dem schnellsten Wege ins Krankenhaus, er hatte einige Kratzer abbekommen, seine Hauptschlagader am Hals war nur knapp verfehlt worden...“
Er machte eine kurze Pause um seinen Freunden Gelegenheit zu geben, wieder Atem holen zu können
Schließlich stützte er sich mit den Ellenbogen am Tisch ab. „Die nächsten Jahre waren die einsamsten meines Lebens. Die Tiere wurden meine Freunde, gaben mir Trost und Halt, etwas, das meine Eltern mir nicht gegen konnte. Zwar versuchten, ja, aber ich hatte Angst vor ihnen, Angst, kein Mensch mehr zu sein… Angst, nicht mehr ihr Sohn zu sein... . Nur ganz langsam gewannen sie mein Vertrauen zurück, doch auch Jahre später weigerte ich mich, auch nur einen Schritt in die Eulerei zu setzen.“

Gespannt lauschten sie den Erzählungen Moonys, er schien auf einmal wie gelöst, kaum etwas war von der konzentrierten Anspannung des Werwolfes übrig geblieben. Er wusste, er war in Sicherheit, bei seinen Freunden, die ihn liebten und ihm Kraft und halt gaben und das war es, was ihm Stärke verlieh.
.
„Und weiter?“, wollte Beccy wissen. „Wie war es, als du nach Hogwarts kamst?“

Remus schenkte ihr einen langen Blick, er hatte sie schon damals bemerkt, in ihrem ersten Jahr. Spontan beugte er sich zu ihr und küsste sie auf die Lippen, ehe er weiter sprach.

„Es war... komisch“, sagte er und in seine Augen war wieder ein seltsam entrückter Ausdruck getreten. „Ich war überwältigt, dass ich als Werwolf dieselben Chancen haben sollte wie normale Kinder, 'echte Zauberer', wie ich sie insgeheim nannte. Alle waren so nett zu mir, besonders die drei Jungs aus meinem Schlafsaal, zu denen ich zögerlich so etwas wie Freundschaft aufbaute... jederzeit bereit, einen Schritt zurück zu machen, Freundschaft war etwas, das mir unheimlich war.. ich muss gestehen, ich habe lange, sehr lange gebraucht, um mich an die Nähe, räumlich, als auch die freundschaftliche zu gewöhnen und sie zulassen zu können. Ich fühlte mich immer schlechter, da ich sie Monat für Monat anlog, um mich in der heulenden Hütte zu verwandeln... hin und her gerissen, ihnen die Wahrheit zu
sagen und der Angst, dass sie mich dann verstießen. Das hätte ich nicht ertragen.“

Sirius sah auf. „Remus, das hätten wir niemals getan, das weißt du hoffentlich“, sagte er beinahe ernst und sah seinem Freund in die Augen. „Wir hätten dich niemals, wirklich niemals, verstoßen, wir sind - “

Remus unterbrach ihn. „Ich weiß, ihr seid für mich Animagi geworden und spätestens da war mir klar, was für besondere Freunde ich gewonnen habe. Aber die Angst war nun einmal da und manchmal, ganz leise, ist sie es noch immer.“ Betreten sah er auf seine Hände, es war ihm beinahe peinlich, den Satz auszusprechen. Er wusste, dass seine Freunde alles für ihn tun würden, aber tief, ganz tief in ihm drin, nagte der Zweifel und ließ sich nie ganz vertreiben.

„Wir lassen dich nicht alleine, Remus, vergiss es“, entgegnete James. „Niemals, außer, du selbst willst es so. Aber so schnell wirst du uns nicht los.“

Beinahe erschreckt sah Remus ihn an. „Ich, es wollen? Bist du verrückt?! Ihr seid der Grund, warum ich überhaupt noch am Leben bin und nicht schon längst aufgegeben habe, James. Als ich nach Hogwarts kam, war alles so.. so...erschreckend. Ich fühlte mich einfach nur klein, unbedeutend und schmutzig. All die Menschen um mich herum verwirrten mich, machten mir Angst, ohne, dass sie etwas dafür konnten. In meinen Augen hatte ich es nicht verdient, unter so vielen netten Menschen zu leben, die gar nicht wussten, dass Mitten unter ihnen ein Tier war... und dann wart ihr da und gabt mir das Gefühl, einfach jemand ganz normales zu sein, keine Bestie, sondern ein ganz normaler Junge, der in Hogwarts zum Zauberer ausgebildet wurde. Dies hat mir Kraft gegeben und nach und nach traute ich mich, eure Freundschaft anzunehmen, ohne zu ahnen, dass ihr im dritten Jahr wusstet, wer oder was ich war. Ihr könnt euch mein fassungsloses Glück nicht vorstellen, als ihr im fünften Jahr plötzlich in der Hütte auftauchtet und mir erklärtet, was ihr die letzten zwei Jahre heimlich getan hattet - mir zuliebe! Es war - ist - immer noch ein kleines Wunder für mich und ich kann euch mit keinen Worten der Welt sagen, was es mir bedeutet... so viel...“

„Und wir würden es jeder Zeit wieder tun“, sagte Peter leise, aber durchaus ernst, James und Sirius nickten zustimmen.

„Auf jeden Fall!“

„Und nichts - rein gar nichts - kann uns daran hindern“, ergänzte Sirius seinen Freund und grinste, Remus und Lily lachten beide beinahe synchron auf.

„Oh nein, schon gar nicht so etwas lächerliches wie Gesetze“, lachte Lily, Sirius gluckste.

„Gesetze sind dazu da, um gebrochen zu werden, ganz einfach, Lils“, erklärte James seiner Freundin, als sei damit alles Weitere geklärt.

Lily hingegen schnaubte nur und rollte mit den Augen, sie hieß diese Einstellung nicht gut und das wusste James. Aber was die Animagi-Verwandlungen betraf, hätte sie wohl dasselbe getan. Grinsend dachte sie daran, dass bald alle in dieser Runde Animagi sein würden, einschließlich Remus. Das Dumbledore das ganze 'überwachte', war im Grunde Nebensache, der Plan war beschlossene Sache, Schulleiter hin oder her.

„Also in dem Fall bin ich mehr als froh, dass ihr sie gebrochen habt“, schmunzelte Beccy und sah die Rumtreiber dankbar an. „Ich kam mir irgendwie hilflos vor, so konnte ich nichts anderes tun, als mit Lily Monat für Monat darauf zu warten, dass ihr zurück kehrt...“
Sirius seufzte leise.

„Ohman, ich will lieber nicht an die Zeit denken, als ihr noch nicht da wart Mädels, das nächtliche Zusammentreffen hat doch etwas für sich... so können wir uns Poppys strengen Augen und unangenehmen Fragen entziehen...“

„Moment“, unterbrach sie Harry. „Was meint ihr mit nächtlichen Zusammentreffen? Seit wann wartet ihr denn auf die Jungs, Beccy und Mum?“

Lily lächelte, während Beccy beinahe verlegen drein schaute. „Naja“, begann Erstere, „Es war Anfang dieses Schuljahres und Vollmond, die vier Jungs waren Mal wieder wie vom Erdboden verschluckt. Beccy und ich lagen noch lange wach, da Wochenende war und redeten über alles mögliche -“
Von Beccy war ein Husten zu hören, was verdächtig nach "James" klang, Lily wurde rot, sprach aber weiter.

„Irgendwann bekamen wir Hunger und wollten uns in die Küche schleichen - ja, nicht nur ihr kennt den Weg dorthin -“, erwiderte sie auf Sirius verwunderten Blick, „ - und trafen auf drei abgekämpft und ziemlich übel aussehende Jungs. Ich weiß nicht mehr den genauen Wortlaut, aber jemand sagte, dass es ein Glück wäre, dass Vollmond auf einen Samstag fiele, so hätte Moony noch einen Tag mehr, sich auszukurieren. Wir wussten, wen sie mit 'Moony' meinten und auf einen Schlag war die Situation klar. Ein paar Tage später erzählte Remus uns dann selbst, dass er ein Werwolf sei, ich weiß noch, dass er ziemlich schüchtern und leise gesprochen hatte, er konnte keinem von uns in die Augen sehen.“

Beccys Blick wurde traurig, als sie an den Abend zurück dachte. Nur zu genau erinnerte sie sich an Remus' Verhalten, die Angst davor, zurück gewiesen zu werden, hatte ihr beinahe körperlich Schmerzen bereitet und sie hatte alles versucht, ihm begreiflich zu machen, dass sie ihn niemals im Stich lasen würde. Noch hatte sie nicht gewusst, was sie für ihn empfand, doch je deutlicher es ihr wurde, je stärker wurde ihr Drang, ihn zu beschützen und nie wieder los zu lassen.

„Obwohl“, meinte sie plötzlich und sah Lily grinsend an. „Ich erinnre mich an unsere erste Zugfahrt, als wir uns trafen hast du genau so eingeschüchtert geguckt, Lily. Und große Augen gemacht, als ich dir im Schlafsaal meine Süßigkeiten anbot.“ Sie lachte, Lily hingegen war das ganze mehr als peinlich.

Nervös knetete sie ihre Hände. „Ich hatte doch keine Ahnung von der Zaubererwelt, wusste nur, dass ich als muggelgeboren galt und du als reinblütig, was mir einen gehörigen Respekt eingeflösst hatte. Aber aus dem geschwätzigen Mädchen aus dem Zugabteil wurde innerhalb weniger Tage so ziemlich die einzige Zimmergenossin, mit der ich mich verstand und schließlich die beste Freundin, die man sich wünschen kann.“

Beccy lächelte warm. „Das kann ich nur zurück geben. mir hat Blutstatus nie etwas ausgemacht, das weißt du. Du hättest auch ein gewöhnlicher Muggel sein können, wenn du nur halb so nett und liebenswürdig gewesen wärst, wie ich dich kenne.“

„Lily und liebenswürdig? Davon hab ich in den letzten sechs Jahren nicht so viel mitbekommen“, lachte James und bekam für seine freche Antwort einen giftigen Blick von Beccy und einen Schlag auf den Oberschenkel von Lily.

„Wenn du mich nicht mindestens drei Mal am Tag nach einem Date gefragt hättest, und ich dich dann mit einer Anderen knutschend in irgendeiner Ecke des Schlosses gesehen hätte, wäre ich vielleicht etwas netter zu dir gewesen. Du musstest ja aber unbedingt allen zeigen, dass du jede haben kannst und ich dachte, ich solle auch nur eine von den vielen sein. Wenn du schon eher so wie dieses Jahr gewesen wärst, wäre ich schon viel früher mit dir ausgegangen und nicht erst jetzt“, entgegnete Lily und sah James wütend an.

„Leute“, seufzte Sirius und rollte mit den Augen. „Wäret ihr so liebenswürdig und würdet das Gespräch auf später verschieben? Ja? Dann könnte ich nämlich jetzt der netten Madam Rosmerta ihr Geld geben, ehe sie den Laden schließt und uns rauswerfen muss.“

Erschrocken sahen die anderen auf die Uhr. „Ohja, schon so spät!“, seufzte Peter und blickte mit einem Mal traurig drein. Sirius winkte die Gastwirtin zu sich, bezahlte, ohne auch nur irgendwen wissen zu lassen, wie viel, und erhob sich dann. „Los, lasst uns auf den Rückweg machen, wir können ja im Gemeinschaftsraum weiter reden, was meint ihr?“

Zustimmendes Nicken erfolgte, Stühle wurden über den Boden geschoben, Umhänge angelegt und wenige Minuten später standen sie wieder im eisigen Wind der Winternacht.

„Moment, wartet mal kurz, ich hab was vergessen“, rief James ihnen zu, als sich alle langsam in Bewegung setzten um wieder hoch zum Schloss zu gehen. James drehte sich um und lief durch die Tür zurück in die Gaststube, aus der sie gerade gekommen waren. Fünf Minuten später stand er wieder bei seinen Freunden.

„Was hast du gemacht“, fragte Sirius ihn und sah seinen Freund durchdringend an. James aber
schüttelte nur mit dem Kopf und warf ihm einen bedeutenden Blick zu. „Ah, ich verstehe schon“, grinste Pad breit und setzte sich nun auch in Bewegung.

„Darf man erfahren, was ihr da gerade nonverbal besprochen habt? Oder ist das eines eurer Rumtreibergeheimnisse?“, fragte Lily und sah ihren Freund skeptisch an.

James zog seinen Umhang fester um sich, als wolle er etwas verstecken. „Später, Schatz. Ich
verspreche, ich werde das 'Geheimnis' heute noch lüften.“ Er legte seinen Arm um sie und sie lies ihren Kopf grummelnd an seine Schulter sinken und betrachtete die Sterne.

„Merlin, ist das kalt“, zischte Beccy und mummelte sich in ihren Umhang, während sie ein paar Schritte auf der Stelle trippelte. Remus nahm sie von hinten in den Arm, Beccy schloss genießerisch die Augen.

Remus atmete tief ein, die frische, wenn auch kalte Luft, war regelrecht wohltuend nach der abgestandenen Luft im Pub. Er legte sein Kinn vorsichtig auf ihrer Schulter ab und schlang seine Arme fester um sie, verflocht ihre Hände mit einander.

„Auch, wenn es kalt ist, die Nacht ist wunderschön“, hauchte Beccy und sah hinauf zu den Sternen und dem noch fast vollen Mond, ehe sie ihren Blick Remus zuwandte. Dieser vermied es, in den Nachthimmel zu schauen und verlor sich eher an der durch den Mond erhellten Szenerie einer wie in Watte eingepackten Landschaft. Er gab ein zustimmendes Brummen von sich, was Beccy ein Lächeln entlockte. Eine wohltuende Wärme stieg in ihr auf, sie hätte ewig hier stehen können und den Moment genießen, Remus genießen. Sie liebte es, wenn er so war, ganz frei von Ängsten und Zweifeln, sondern mit sich und der Welt im Reinen, glücklich. Sie lehnte ihren Kopf gegen seinen, sagte aber nichts. Viel zu schön war das Gefühl, ihm nicht nur als Freund nahe zu sein, sondern als Partner, ihm mit Herz und Seele verbunden zu sein, eins zu sein.

„Süß, die Beiden“, wisperte Lily an James' Ohr.

Er nickte und lächelte. „Ich freu mich wirklich, er verdient es, endlich glücklich zu sein. Da ist Beccy genau die Richtige, ihn aus seinem selbst erbauten Panzer zu locken. So gelöst wie heute, vor allem bei dem Gespräch von eben, habe ich ihn nur selten erlebt…“

Lily seufzte. „Ich hoffe, dass wir zwei nicht die einzigen sein werden, die später heiraten und ein Kind bekommen werden…“

James lachte. „Lily, sie sind gerade mal ein paar Stunden zusammen. Obwohl ich schon länger vermutet habe, wer die Frau seiner schlaflosen Nächte ist…. Ich würde es ihnen wünschen, sehr sogar. Aber Harry sagte, er wisse in der Zukunft nichts von einer Beccy…“

„James“, unterbrach sie ihn, „das ist die Zukunft und genau die versuchen wir zu ändern. Wir können nicht sagen, was zwischen Beccy und Remus passiert, aber wir können hoffen, dass die neue Zukunft auch ihre Zukunft sein wird.“

James runzelte die Stirn, man merkte, dass er angestrengt nachdachte über die Worte seiner Freundin. „Du hast Recht, wir können nur hoffen, dass wir es schaffen, aber irgendwie macht mir das ganze auch Angst. Ich meine, was ist wenn wir die Zukunft so verändern, dass Harry nie geboren wird? Wenn einer von uns beiden vor dem besagten Halloweenfest stirbt?“

Er ließ seinen Blick in die Ferne schweifen und blieb an dem schwarzhaarigen Jungen hängen, der ihm so verdammt ähnlich sah, der ein Abbild von ihm sein könnte, oder jemand, der Vielsafttrank mit seinen Haaren genommen hätte. Ja wenn, wenn die Augen von Lily nicht gewesen wären. Seine Augen senkten sich und vertieften sich in die Augen, die später einmal sein Sohn haben würde, in die Augen, die er so sehr liebte.

„Wir werden es schaffen, wir werden auf einander Acht geben, gerade wir beide sehen doch im Moment täglich, wofür wir kämpfen, wofür wir das alles tun. Ich liebe ihn jetzt schon so sehr und ich freue mich darauf, ihn aufwachsen zu sehen, ihm eine normale Kindheit zu schenken.“ Lily sah James tief in die Augen, aus ihnen sprach der pure Kampfeswille, der Mut, der sie ins Hause Gryffindors gebracht hatte.
Er sah all das in ihnen, was ihm für einen kurzen Moment abhanden gekommen schien.

Er nahm sie fester in den Arm, legte seine Lippen auf die ihren und murmelte: „Du hast Recht Lils, wir werden es schaffen, wir werden kämpfen und Voldemort besiegen.“ Nach diesen Worten verschloss er ihre Lippen endgültig und gab ihr einen liebevollen und zärtlichen Kuss.

„Meinst du, es war richtig, ihm nichts von Tonks und Teddy zu sagen? Ich meine, wenn Beccy jetzt überlebt, was ich hoffe und sie zusammenbleiben, werden Remus und Tonks nie heiraten können. Ich mag Beccy und sie tut Remus in dieser Zeit genauso gut, wie Tonks es in der Zukunft tut. Aber ist es fair?“, fragte ein betrübter Harry, der mit Ginny etwas Abstand zu den anderen hatte.
Er bemerkte den Blick seines Vaters, der ihn in diesem Moment aber wieder abwandte und seiner Mum einen Kuss gab. Auch Harry sah jetzt wieder zu seiner Freundin, tief in ihre wunderschönen braunen Augen.

„Was ist schon fair, Harry. Aber du kannst es Remus nicht erzählen, nicht nur, dass du ihn in eine ziemliche Zwickmühle bringen würdest, nein auch Beccy würdest du in eine bringen und ich glaube, du würdest beiden sehr weh tun, weil sie sich dann das Leben nur unnötig schwer machen würden. Und wer sagt schon, dass Tonks und Remus in einer geänderten Zukunft überhaupt zueinander finden? Ich meine, sie haben sich durch den Orden kennen gelernt und den Orden wird es in der Zukunft nicht mehr geben, da der Grund für ihn nicht mehr existiert. Voldemort wird sterben, und zwar bevor du überhaupt geboren wirst, du wirst diese verdammte Prophezeiung erfüllen, bevor sie überhaupt gemacht wird. Warum willst du Remus und Beccy wegen einer möglichen späteren Beziehung ihr Glück im Hier und Jetzt kaputt machen?“ Ginny sah ihm tief in die Augen, in denen er eine einzelne Träne glitzern sah.

Hastig wischte Harry sie weg. „Du hast Recht, Gin, aber ich habe trotzdem ein schlechtes Gewissen. Immerhin ist Teddy mein Patenkind und sollte ich für ihn nicht nur das Beste wollen?“, fragte er zweifelnd und ließ seinen Blick zu dem Werwolf und seiner Freundin gleiten.

„Schatz, meinst du nicht es wäre das Beste, wenn sein Dad glücklich ist? Denn wer weiß, ob Teddy überhaupt geboren werden würde, das sagte ich doch eben schon.“

Harry seufzte, ja sie hatte Recht, aber das komische Gefühl blieb. „Vielleicht sollte ich noch einmal mit Dumbledore reden. Nicht, dass du mir nicht geholfen hättest“, fügte er schnell noch hinzu, als er den bösen Blick seiner Freundin bemerkte, „aber Dumbledore hat einfach mehr Lebenserfahrung, ich will einfach noch eine zweite Meinung wissen, sei mir nicht böse“, bat er sie sanft und gab ihr einen hingebungsvollen Kuss.

„Pete lass uns schon vorgehen, unsere Turteltauben brauchen noch etwas länger“, sagte Sirius genervt, als er die drei verliebten Pärchen beobachtete und sich sichtlich unwohl fühlte. „Wir können dann noch in die Küche gehen und etwas zu knabbern holen.“

„Hast du noch nicht genug gegessen, Pad? Wir haben doch gerade erst zu Abend gegessen. Du bist ein elender Vielfraß“, antworte der Rumtreiber grinsend und nahm dann seine Beine in die Hand, da Sirius nur rief: „Wir gehen schon mal vor, ich muss Pete aber vorher erst einmal Manieren beibringen!“

„Sirius nein, das ist unfair, Pad ist viel schneller als ich - Piep fiep“, war dann das einzige, was man noch hörte, neben einem Bellen. Sirius und Peter liefen in ihren Animagigestalten Richtung Schloss.

Nur die sechs Verliebten bekamen nichts von dem mit, was die beiden Chaoten veranstalteten, denn sie waren viel zu sehr mit ihrem Partner beschäftigt, als das sie überhaupt irgendetwas mitbekommen hätten.

Völlig in einander versunken standen sie unter dem Sternenhimmel. Lauschten der Stille der Nacht, eng an ihren Partner geschmiegt, für den Moment vollkommen glücklich. Keine Gedanken an die Vergangenheit oder die vage Zukunft, es gab nur das Hier und Jetzt. Es war der Augenblick, der zählte, nicht das, was war oder sein würde.

Ein Bellen durchbrach die Stille. Peter und Sirius rannten über das Schlossgelände Richtung Eingangsportal. Peter als Ratte vorweg, er versuchte dem großen, schwarzem Hund, welcher Sirius war zu entkommen. Immer wieder stieß er der Hund seine Schnauze in den Schnee, in der Hoffnung das kleine graue Nagetier zu erwischen, welches einer seiner besten Freunde war.
Immer wieder war die Nase mit Schnee bedeckt, die er einfach abschüttelte und von neuem auf die Jagd ging. Die kleine Ratte versuchte indes irgendwie zu entkommen, wusste aber eigentlich, dass sie keine Chance hatte, weil der Hund einfach größer war und dadurch auch schneller.

Plötzlich gefror dem Nager das Blut in den Adern.

Was war das gewesen, war das ein Miauen? Was hatte Thor hier draußen zu suchen? Warum war sie nicht im Schloss und suchte nach herumstreunenden Schülern?
Daran, sich zurück zu verwandeln dachte der kleinste der Animagi nicht. Plötzlich hörte er ein Fauchen, was direkt neben ihm erklang. Er zitterte und versuchte sich im Schnee zu verstecken. Plötzlich war heißer Atem über ihm und was war das? Da lief irgendetwas an seinem Rücken hinunter. Da wurde er auch schon hoch gehoben, ein komischer Geruch umgab ihn und dann wurde er weggetragen. Vor dem Eingangsportal wurde er sanft wieder abgesetzt.

„Mensch Pete, warum hast du dich nicht einfach zurück verwandelt?“, fragte Sirius, dem der Schrecken nach seiner Rückverwandlung immer noch anzusehen war.

„Danke Pad, da hast du mich gerade noch rechtzeitig zu fassen bekommen“, er schluckte, „ich habe einfach nicht daran gedacht mich zurück zu verwandeln, du weißt doch, dass ich dafür Ruhe brauche und ich war in dem Moment nicht wirklich ruhig. Aber du solltest dir vielleicht mal wieder die Zähne putzen, du hast Mundgeruch.“

Sirius verzog kurz das Gesicht und grinste daraufhin dreckig. „Wenn Pad deine Zahnbürste benutzen darf?“

Peter blickte seinen Freund entsetzt an. „Bäh Pad, du bist eklig! Aber wenn wir, wie du vorgeschlagen hast, noch einen Abstecher in die Küche machen wollen, schlage ich vor, wir machen uns auf den Weg - und nein, du bekommst nachher NICHT meine Zahnbürste.“

Sirius lachte und beeilte sich, Peter auf den Eingangsstufen einzuholen. Als die beiden einige Minuten später die Küche verließen, traten sie mit voll beladenen Armen durch das Eingangsportrait des Gryffindor Gemeinschaftsraumes. Von den drei Pärchen fehlte noch jede Spur.
Sirius ließ sich auf ein Sofa vor dem Kamin plumpsen, nahm sich eine Schale mit Keksen und mampfte fröhlich vor sich hin. Peter setzte sich in einen Sessel daneben, legte seinen Kopf zurück und schloss einen Moment die Augen.

„Man Pad kannst du auch noch was anderes als essen?“, fragte James seinen besten Freund, als er ein paar Minuten später ebenfalls den fast leeren Raum betrat.

„Klar Prongs kann ich“, grinste er breit, „trinken, gibst du mir ein Butterbier?“

„War es das, was du in den Drei Besten vergessen hattest?“, schimpfte Lily auf diese Aussage hin sofort los. „Wenn du jetzt noch einen Feuerwiskey gekauft hast, muss ich mich bei Harry entschuldigen, aber vor allem bei Ginny.“

„Wieso musst du dich dann bei ihnen entschuldigen?“, fragte James verständnislos und sah seine Freundin neugierig an.

„Weil Harry dann vielleicht nie geboren wird. Könnt ihr Jungs nicht mal einen gemütlichen Abend ohne Alkohol haben?“ Lily schüttelte verständnislos den Kopf und setzte sich auch in einen der Sessel am Kamin. Sie streckte ihre Hände gegen die ausgehenden Flammen und hoffte, dass es kein allzu langer Abend mehr werden würde, denn wenn das Feuer erst aus gegangen war, würde es sehr schnell kalt in dem Raum werden.

Einen Augenblick später schwang das Portrait der Fetten Dame erneut nach Innen auf, erwartungsvoll blickten vier Augenpaare Richung Eingang und grinsten breit, denn alles, was sie sahen, waren rote und schwarze Haare, beinahe ineinander verfangen.

„Nehmt euch ein Zimmer“, rief Sirius ihnen entgegen, was Harry und Ginny abrupt auseinander fahren liess.
Während Harry dunkelrot anlief, grinste Ginny nur ebenso breit zurück und sagte frech: „Wenn ihr die nächsten Stunden hier unten bleibt?“

Harry machte den Eindruck, als würde er am liebsten im Erdboden versinken und murmelte: „Die Zwillinge hatten eindeutig einen schlechten Einfluss auf dich.“

„Wer hatte einen schlechten Einfluss auf wen?“, wollte Remus irritiert wissen, als er mit Beccy zusammen hinter Harry und Ginny den Gemeinschaftsraum betrat.

James sagte mit gespielt strenger Miene: „Ich habe meinen Sohn und seine Freundin gerade knutschend vor dem Gemeinschaftsraum erwischt.“

Lily lachte. „Da musst du ja wahnsinnig stolz auf ihn sein, immerhin haben uns unsere Freunde schon des Öfteren in dieser Situation ertappt.“

„Moment“, wunderte sich Beccy, „Ihr wart doch ein ganzes Stück vor uns, wir kommt es, dass ihr jetzt erst hier seid?“

Harrys Gesicht hatte die Farbe einer überreifen Tomate angenommen, Ginnys Grinsen war indessen noch breiter geworden. Als Beccys Blick auf die leicht geröteten Lippen der beiden fiel, grinste sie ebenfalls und nickte verstehend mit dem Kopf.

„Ah, dann ist alles klar“, lachte sie und schlenderte zu einem freien Platz neben Lily, wo sie sich auf das Sofa fallen ließ.

Sirius sah seinen besten Freund hoffnungsvoll an. „Und? Was machen wir jetzt mit dem angebrochenen Abend?“ James wich seinem Blick jedoch aus und sah hinüber zu Harry; die Drohung Lilys nahmer durchaus ernst.

„Vielleicht sollten wir ins Bett gehen, wir haben morgen noch viel vor“, murmelte er und erntete einen beinahe beeindruckten Blick von seiner Freundin, Sirius dagegen sah ihn entsetzt an.

„Ins Bett? Und was ist mit -“

„Pad, wir sollten jetzt wirklich nach oben gehen“, sagte James nachdrücklich und warf seinem Freund einen eindringlichen Blick zu. Es dauerte eine Weile, dann blinzelte Sirius, er hatte verstanden und erhob sich als erster.

„Ich bin im Bett, bis Morgen, Leute“, rief er in die Runde, verbeugte sich leicht, grinste breit und sprintete beinahe die Treppen in Richtung Schlafsaal empor.

Beccy sah ihm verständnislos nach. „Was ist denn in den gefahren? Black geht doch sonst nicht freiwillig ins Bett?“
Scheinbar ratlos zuckte Peter mit den Schultern und murmelte: „Ich werde aber auch nach oben gehen, ich bin müde. Wir sehen uns morgen bei Dumbledore.“

„Nacht, Pete“, sagte Lily und wandte sich fragend ihrem Freund zu.

Lily sah ihren Freund beinahe fragend an, James'Augen waren ebenfalls Richtung Schlafsaal gerichtet. In ihnen blitzte etwas auf, dass ihr gar nicht gefiel.

„Ich werde dann auch verschwinden“, verkündete er und warf einen langen Blick auf Remus, der nickte und sich dann von Beccy verabschiedete.

Kurz darauf waren die drei Hexen allein im Gemeinschaftsraum. Ginny schüttelte ungläubig den Kopf.
„Seit wann gehen die Jungs freiwillig ins Bett? Und dann auch noch so schnell nach einander?“

Lily grummelte leise in sich hinein. „Da stimmt etwas nicht, wenn die Rumtreiber alle auf einmal ins Bett gehen, geht da etwas nicht mit rechten Dingen zu.“

„Lass uns doch nachsehen“, schlug Beccy vor und erhob sich bereits halb von ihrem Platz. „Wozu können wir schliesslich in die Schlafräume der Jungs, sie aber nicht in unsere?“
Lily und Ginny nickten zustimmend und leise, um kein auffälliges Geräusch zu verursachen, schlichen sie sich die Treppe hinauf zum Raum der Rumtreiber.

Lily presste ein Ohr an die Tür, konnte jedoch nichts verdächtiges ausmachen. Kein Lärm, kein Grölen... im Gegenteil, es war ruhig, beinahe zu ruhig.

Als auch Ginny nichts hören konnte, zog sie die Stirn in Falten. „Muffliato“, mumelte sie und zog ihren Zauberstab, um kurz darauf mit einem „Finite Incantatem“ den Zauber aufzuheben.
Sofort erklang genau das, was sie erwartet hatten: lautes Lachen, das Klirren von Bierflaschen, die aneinander gestoßen wurden und fröhliche Musik.

Auf drei stießen sie beinahe die Tür auf und platzen mitten ins Zimmer. Sirius saß mit einem Glas Feuerwhisky in der Hand auf seinem Bett, Peter dagegen hatte eine Bierflasche neben sich stehen, genau wie Remus, welches gerade einen Schluck aus seinem Butterbier nahm, an welchem er sich beinahe verschluckte. James stand ziemlich ertappt mitten im Raum und ließ beinahe die Whiskyflasche fallen, als er dem bösen Blick seiner Freundin begegnete.

Beccy hingegen sah beinahe beleidigt aus. „Jungs, wenn ihr schon eine Party feiert, dann sagt wenigstens Bescheid, damit wir mitfeiern können!“

Lily jedoch sah mit vor Wut funkelnden Augen in die Runde. „Ich glaub es nicht, ich glaube es echt nicht. James Liam Potter, ich hatte dir doch gerade ausdrücklich erklärt, was passiert, wenn du Feuerwhisky dabei hast, oder?“

Beccy sah ihre beste Freundin leicht vorwurfsvoll an. „Lily komm schon, sei nicht immer so eine Spaßbremse. Heute haben wir uns so etwas verdient, meinst du nicht auch?“

„Aber -“, setzte Lily an, wurde jedoch von Beccy und Ginny energisch in den Raum gedrückt.

„Kein Aber, Lily, der heutige Abend gehört uns, das wird gefeiert.“ Ginny angelte nach einer Butterbierflasche und drückte sie ihrer Freundin in die Hand. Geschlagen ließ sich Lily auf Remus' Bett fallen.

Beccy tat es Ginny gleich, schnappte sich eine Flasche Butterbier und liess sich neben der Schulsprecherin nieder. „Lily, wir müssen doch noch darauf anstoßen, dass du Mutter bist, ich mit Remus zusammen und Harry und Ginny bekommen so endlich ihre angemessene Begrüßungsfeier.“

Lily rollte mit den Augen und seufzte leise. „Ist ja schon gut, ich sage auch nichts mehr“, sagte sie genervt und trank demonstrativ einen Schluck aus ihrer Fasche.

Harry erhob seine Butterberflasche und sagte laut und deutlich in die Runde: „Auf eine bessere Zukunft!“

Einstimmig wurden ebenfalls Gläser und Flaschen erhoben. „Auf die Zukunft“, sprachen sie wie aus einem Munde und stießen gemeinsam an. Es war, als hätten sie sich gerade ein Versprechen gegeben.
Glück ist das einzige, was wir anderen geben können, ohne es selbst zu haben.
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Tjeika
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von Tjeika »

Und wieder so ein feines Kapitel. Kann es sein, dass die Kapitel immer länger werden oder kommt mir das nur so vor? :grübel: Macht aber nichts, im Gegenteil :D
Remus' Geschichte ist wirklich hart, ich musste erstmal schlucken, als ich das gelesen habe.
Und Lily wieder mit ihrer Strenge... ein wenig spießig ist die Gute ja schon. Aber die Anderen haben recht, es gab eindeutig genügend Gründe, mal ausgiebig zu feiern.
Mir fällt auf, dass nach so vielen Kapiteln erstaunlich wenig Zeit vergangen ist... wow... und dabei wurde es nichtmal zwischendrin langweilig. Beeindruckend.
Mehr? Sucht? Entzug? *gg*
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"Hören Sie, Sir, folgendes... Es geht um meinen Teppich, der das Zimmer erst richtig gemütlich gemacht hat..."

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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von vojka »

Lol, du kannst froh sein, dass ich noch nicht müde bin, so kann ich deine Sucht beglücken.

Nein, die Kapitel werden nicht länger, sie sind alle im Schnitt um die 8 Seiten lang.
Und nein, viel Zeit ist nicht vergangen, wir haben es geschafft eine Woche in 50 Kapitel zu packen *pfeif*
So Once upon time hast du überstanden nun geht es anders weiter *grins*


Kapitel 21

Die Planungen beginnen oder Voldemort wir kommen

Als die Sonne durch die beschlagenen Fenster schien, kitzelte sie Remus' Nase empfindlich. Der Werwolf drehte sich schlaftrunken auf die Seite und wunderte sich, was so schwer auf seinem Oberarm lag. Er erkannte schwarzes Haar und spürte einen leisen Atem an seinem Hals. Als er sich bewusst wurde, wer da neben ihm lag, war er mit einem Schlag hellwach. Er sah sich verwirrt um und erkannte, dass sowohl James auch Harry nicht allein im Bett lagen. Sirius dagegen lag quer auf seinem Bett, den Kopf eingezogen und die Beine von der Bettkante hängend. Von Peter sah man nur die Füße, die auf die Kopfkissen lagen.
Sein Blick fiel auf die große Uhr, die über der Zimmertür hing und er erschrak. 9:47.

Schnell weckte er Beccy, die sich verschlafen die Augen rieb und sprang auf der anderen Seite aus dem Bett, um im Nebenbett Harry und Ginny zu wecken. Leider übersah er die am Boden liegende Butterbierflasche, rutschte aus und landete somit der Länge nach quer mitten auf ihnen.

Harry saß sofort senkrecht im Bett, während Ginny schlaftrunken grummelnd versuchte, ihre Beine von dem plötzlichen Gewicht zu befreien. Als dies jedoch nicht möglich war, öffnete sie blinzelnd ein Auge und musste gegen ihren Willen lachen, als sie sah, dass Remus peinlich berührt versuchte, von ihnen herunter zu krabbeln.

„Guten Morgen, Remus“, grinste sie munter und fügte hinzu: „das nächste Mal sag bitte Bescheid, wenn du vor hast, mit uns zu kuscheln, wir machen gerne Platz.“

Remus schaffte es schließlich, wieder neben ihrem Bett zum Stehen zu kommen und murmelte hastig eine Entschuldigung. „Eigentlich wollte ich euch nur wecken, wir treffen uns gleich mit Dumbledore.“

Erschrocken riss Ginny die Augen auf, doch ehe sie etwas antworten konnte, hörte man von der anderen Seite des Raumes einen dumpfen Plumps. Verwundert drehten sie ihre Köpfe und sahen einen schwarzen Haarschopf, der der gerade über die Bettkante hinweg ragte. James hielt sich den Bauch vor Lachen und japste: „Remus, seit wann stehst du auf flotte Dreier und das ohne deine Freundin?“

Beccy kugelte sich lachend im Bett, während Remus rot wurde und murmelte: „Von jetzt an kann es nur noch besser werden.“

Lily setzte sich auf und sagte zu James, der inzwischen seine Brille vom Nachttisch gefischt hatte: „James, du versuchst, deinen Freund wach zu kriegen. Remus, versuch du dein Glück bei Peter. Beccy, Ginny und ich gehen schnell hinüber in unseren Schlafsaal, ziehen uns etwas Frisches an und in zwei Minuten treffen wir uns unten.“

Als sich alle im Gemeinschaftsraum eingefunden hatten, öffnete Peter sogleich das Portrait. Harry jedoch blieb stehen und meinte: „Geht schon vor, ich komme in fünf Minuten nach, versprochen.“ Ginny warf ihm einen fragenden Blick zu, Harry nickte. „Gut, dann sagt Dumbledore bitte, dass wir zwei etwas später kommen.“

Sirius maulte. „Harry, wenn du ein heißes Date mit deiner Freundin haben willst, solltest du dir schon mehr als fünf Minuten Zeit nehmen.“

Harry lachte, schüttelte aber den Kopf. „Keine Angst Pad, mit einem Date hat das wenig zu tun und jetzt ab mit euch. Ihr werdet erwartet.“

Die sechs Freunde machten sich auf den Weg zum Schulsprecherraum. Als sie die Tür öffneten, schien dieser verlassen.

„Puh, ein Glück ist Dumbledore noch nicht da“, meinte Beccy und erstarrte im nächste Moment, als ihr Blick auf den Sessel fiel, der hinter der Tür in einer Ecke gestanden hatte. Dort saß gut gelaunt kein geringerer als der Schuldirektor und sah sie aus freundlichen Augen an.

„Ihr scheint eine lange Nacht hinter euch zu haben. Aber nun setzt euch bitte, wir wollen anfangen, wenn alle das sind. Wo sind Harry und Ginny?“

Beccy zog Remus neben sich auf eines der Sofas und erklärte an Dumbledore gewandt: „Wir sollen Ihnen ausrichten, dass die zwei etwas später kommen. Sie wollen in fünf Minuten nach kommen, sagte Harry.“

Kaum hatten alle ihre Plätze gefunden, ging das Portrait der Mönche erneut auf und Ginny und Harry betraten grinsend den Schulsprecherraum.

Lily sah sich etwas betreten im Raum um und wandte sich an ihren Professor: „Sir, wir haben es leider nicht geschafft zum Frühstück zu gehen. Könnten Sie einen der Hauselfen bitten uns etwas hier her zu bringen?“

James und Sirius nickten wild mit dem Kopf und sahen begeistert zwischen Lily und Dumbledore hin und her.

„Wir wissen doch, ohne etwas zu Essen im Magen sind die beiden nicht zu ertragen“, sagte Lily und lachte, als sie die Gesichter der beiden Freunde sah.

Der Mentor lächelte verstehend und klatschte kurz in die Hände, woraufhin Sally erschien, die Nase wie immer beinahe am Boden klebend. „Meister Dumbledore, was kann Sally für den ehrenwerten Schulleiter der Hogwartsschule tun, Sir?“

Der Schulleiter sah die Hauselfe freundlich an. „Unsere Freunde hier haben es gestern Abend mit dem Umtrunk etwas zu genau genommen und in ihrem Eifer das Frühstück versäumt. Es wäre nett, wenn du eine nahrhafte Kleinigkeit für uns bereit stellen könntest.“

Sally verbeugte sich abermals, piepste ein: „Natürlich Sir, sofort, Sir“ und verschwand mit einem leisen Plopp.

Eine erwartungsvolle Stille legte sich über den Raum, als das Portrait der Mönche aufschwang und Harry und Ginny lachend und prustend in den Raum gestolpert kamen.

„Dürfen wir erfahren, wo ihr gewesen seid? Oder wolltet ihr einfach ein paar Minuten für euch haben?“, zwinkerte Dumbledore ihnen über die Ränder seiner Halbmondbrille zu.

Harry grinste. „Natürlich werden Sie es erfahren, Sir, keine Sorge. Aber nicht jetzt sofort - und danke ja, ein paar Minuten mit Ginny verbringe ich, wann immer ich kann.“

Bevor einer der Anwesenden antworten konnte, erschienen Sally und Crossy und mit ihnen keine Kleinigkeit, sondern ein komplettes Frühstück für neun Personen. Es gab Kaffee, Tee und Kürbissaft, Brötchen, Toast und Croissants, Rührei, Speck und Marmelade, kurz, alles was das Herz begehrt. Sirius und James bekamen bei dem Anblick dieses reichhaltigen Frühstücks regelrechte Stielaugen.

„Das nennst du eine Kleinigkeit Sally?“, fragte Beccy verblüfft und auch ihr lief bei dem was ihre Augen sahen das Wasser im Munde zusammen.

„Verzeihung, Miss“, sagte Sally geknickt und an Dumbledore gewandt fügte sie hinzu, „Sally wird gleich in Küche gehen und sich für den Ungehorsam bestrafen, den sie begangen hat.“

Noch ehe jemand anderes das Wort ergreifen konnte, ging Harry einen Schritt auf die kleine Hauselfe zu und kniete sich zu ihr herunter. „Nein Sally, bestrafe dich nicht, Beccy war nur erstaunt. Wir freuen uns doch über dieses lecker aussehende Frühstück, was du uns bereitet hast und wir danken dir dafür ganz herzlich.“

Die Ohren, welche eben noch betrübt auf den Schultern gehangen hatten, richteten sich nun wieder auf, eine einzelne Träne lief Sally aus den Augen: „Sir, Sally hat soviel Güte und Liebenswürdigkeit gar nicht verdient. Sally hat nicht auf ihren Meister gehört und muss sich deshalb bestrafen. Aber -„

„Nichts aber, Sally“, mischte sich nun auch Dumbledore ein. „D wirst dich nicht bestrafen, wir ihr alle wisst, mag ich es nicht, wenn ihr es tut. Geh einfach wieder in die Küche und mache mit dem weiter, wovon ich dich mit meinem Ruf abgehalten habe.“

Die kleine Elfe verbeugte sich tief, noch tiefer als sie es sonst tat und piepste: „Wie der Meister wünschen.“ Und schon waren sowohl Sally als auch Crossy verschwunden.

Harry blickte immer noch auf die Stelle, wo das Geschöpf eben verschwunden war. Seine Gedanken schweiften in die Zukunft zu einem anderen Hauselfen. Was wird aus Dobby werden, wenn wir die Zukunft ändern, schoss es Harry in den Kopf.

Ginny, die Harrys gedankenverlorenen Blick sah, ging zu ihm und kniete sich neben ihn. „Du denkst an Dobby oder?“, fragte sie einfühlsam. Alles, was Harry tun konnte war nicken. Die anderen sahen den beiden Zeitreisenden zu und fragten sich, wer dieser Dobby war.

„Was wird aus ihm? Wenn wir alles ändern, was wird aus ihm?“, flüsterte Harry schon fast verzweifelt bei dem Gedanken an seinen kleinen Freund, der ihm in seinem zweiten Jahr so vehement versucht hatte das Leben zu retten und ihn dadurch eigentlich nur in Gefahr gebracht hatte. „Wenn Dobby meine Bitte, mir nie wieder das Leben retten zu wollen, erfüllt hätte, wären Hermine, Ron und ich gestorben. Er hat sein Leben geopfert, damit wir weiter leben und die Welt retten können. Ich kann ihn doch jetzt nicht ihm Stich lassen.“

„Irgendwie werden wir es schaffen ihn zu befreien und dann wird er schon 20 Jahre früher ein freier Elf sein, so wie er es sich immer gewünscht hat. Er wird hier in Hogwarts ein schönes neues zu Hause bekommen, und schon jetzt Lohn und Urlaub bekommen oder er findet eine nette Zaubererfamilie, wo er sich um einen kleinen schwarzhaarigen Jungen mit grünen Augen und vielleicht auch seinen Geschwistern kümmern kann“, zwinkerte Ginny und schaute grinsend zu ihren zukünftigen Schwiegereltern, die diesen Blick verstanden und kräftig nickten, obwohl sie von dem Gespräch nur die Hälfte verstanden hatten.

Harry sah Ginny liebevoll an, sie schaffte es immer wieder, nicht nur seine Gedanken zu lesen, sondern auch noch ihn wieder aufzubauen, wenn er gerade am verzweifeln war. Wenn er jemals Zweifel gehabt hatte, ob Ginny die Richtige für ihn war, so verflogen sie spätestens jetzt. „Ich liebe dich Gin, du bist das Beste, was mir in meinem Leben passieren konnte, nie wieder will ich dich missen müssen. Es gibt keine Worte für das, was ich für dich empfinde, aber ich weiß, dass ich nur glücklich sein kann, wenn du bei mir bist.“

Ginny schaute Harry tief in seine smaragdgrünen Augen, die soviel Wärme und unendlich viel Liebe ausstrahlten. Sie wusste, dass Harry sie liebte, aber es noch einmal in so schöne Worte gekleidet zu hören...
„Ich liebe dich auch, Harry. Ich werde immer da sein, denn ich liebe dich mit jeder Faser meines Herzens und auch jeden Tag ein Stückchen mehr. Ich will mein Leben mit dir verbringen, Ich will es, seit ich dich das erste Mal sah, seit du gefragt hast, wie man zum Gleis 9 ¾ kommt.“

Harrys Blick verlor sich, als er seine Freundin ansah, noch immer knieten sie auf dem Fußboden im Schulsprecherraum. Die übrigen Anwesenden warfen hin und wieder Blicke zu den Verliebten und aßen nebenbei die köstlichen Speisen, die die Hauselfen ihnen gebracht hatten. Als der anfänglich noch zärtliche, beinahe vorsichtige und schüchterne Kuss der beiden an Leidenschaft gewann, räusperte sich Sirius: „Könnt ihr das nicht später machen? Ihr verderbt mir meinen Appetit.“

„Seit wann kann man dir den Appetit verderben? Ich dachte eigentlich, du kannst immer und überall essen?“, fragte Ginny, nachdem sie sich von Harry gelöst hatte. Dieser stand nun auf und reichte seiner Freundin die Hand um ihr aufzuhelfen. Sie setzten sich auf das Sofa, auf welchem sie auch schon die letzten Tage immer gesessen hatten und fingen nun auch an zu frühstücken.

Still war es nun in dem Raum, nur das Klappern von Besteck und das gelegentliche Schmatzen von einem der Jungs war zu hören. Dumbledore beobachtete die Gryffindors und erfreute sich an ihrem Appetit, den sie trotz der Informationen, welche sie die letzten Tage bekommen hatten nicht verloren zu haben schienen. Als alle fertig waren, klatschte er in die Hände und Sally erschien wieder. Er gab ihr den Auftrag, den Tisch abzuräumen und lediglich die Getränke stehen zu lassen. Sie verbeugte sich tief und schon war der Tisch abgedeckt und sowohl frischer Tee als auch Kaffee standen dampfend vor ihnen; auch der Krug mit Kürbissaft war wieder bis zum Rand gefüllt.

Nachdem Sally verschwunden war, räusperte sich Dumbledore: „Wir wollten heute besprechen, wie wir vorgehen wollen und wo wir die Horkruxe genau finden. Harry, könntest du uns das bitte noch einmal zusammenfassen?“

„Aber natürlich, Sir. Als erstes wäre da Slytherins Medaillon, was in einer Höhle ist, geschützt durch einen Blutzauber, Inferi und eine Schüssel mit Zaubertrank, der einen schwächt. Der zweite Horkruxe ist der Ring der Paverells im Haus von Toms Großvater in Little Hangilton. Wie es genau geschützt ist weiß ich nicht, nur das wir vorsichtig sein müssen, nicht, dass wieder einer seine Hand verliert.“
Harry sah kurz zum Schulleiter, der ihm mit einem Nicken zu verstehen gab, dass er weiter erzählen sollte. „Der Dritte ist Toms Schlange Nagini, die wir erst ganz zum Schluss töten können. Das Tagebuch, dürfte da schon schwieriger sein. Die Frage ist, ob es schon bei den Malfoys ist oder Riddle es noch hat, woanders versteckt oder gar noch bei sich. Der Becher von Huffelpuff wird das größte Hindernis. Wir haben ihn in Gringotts im Verlies der Lestrange gefunden, aber ich glaube nicht, dass er schon da ist, denn Bellatrix sagte etwas davon, dass er erst vor kurzem dahin gebracht wurde. Naja und ich, aber ob ich sterben -“ kollektives Aufkeuchen war zu hören. „Aber ob ich sterben muss, damit Voldemort nie wieder kommt, weiß ich nicht.“

„Harry, nein … du... das meinst du doch nicht ernst?“, fragte Ginny beinahe verzweifelt. Sie sollte vielleicht ihre große Liebe verlieren? Den Mann, mit dem sie ihre Zukunft verbringen wollte? Den Mann, den sie mehr liebte als ihr eigenes Leben? In diesem Moment schwor sie sich, dass es nie soweit kommen würde. Auch die anderen sahen geschockt aus.

Peter runzelte die Stirn und dachte nach. „Moment“, murmelte er immer noch in Gedanken versunken. „Da fehlt doch noch ein Horkrux, was ist mit dem?“

„Sehr aufmerksam Peter“, lobte Dumbledore, Peter lief auch sofort rosa an. Er war es noch nicht wirklich gewöhnt, dass sich nun alle um ihn so bemühten.

„Ja, der“, grinste Harry und wühlte in seinem Eselsfellbeutel, den er immer noch um den Hals trug. „Der ist hier.“
Und mit diesen Worten zog er ein uralt aussehendes und ziemlich angelaufenes Diadem hervor. Es war aus Weißgold gearbeitet und besetzt war es mit blauen Diamanten.

„Wow, das muss mal wunderschön gewesen sein“, flüsterte Lily ehrfürchtig.

James löste sich als erster von dem Anblick des Horkruxes. Er klatschte begeistert in die Hände: „Wie zerstören wir ihn nun?“

„In der Zukunft wurde er mit Dämonenfeuer -“ setzte Harry an, wurde aber von Dumbledore unterbrochen.

„Ihr habt dieses schwarzmagische Feuer heraufbeschworen? Seit ihr des Wahnsinns?! Es ist fast nicht zu kontrollieren, nur wirklich starke und mächtige Zauberer können es ansatzweise beherrschen“, fuhr der Schulleiter ihn an. In Dumbledores Augen spiegelte sich Ärger und Wut, aber auch Besorgnis wieder.

„Nein Sir, Crabbe hat es beschworen. Ich wusste bis dahin nicht einmal, dass es so etwas gibt“, antwortete Harry kleinlaut. Der Blick des Direktors wurde wieder eine Spur weicher.

„Also wie zerstören wir es nun“, wiederholte James seine Frage.

„Es gibt mehrere Möglichkeiten, einen Horkrux zu zerstören. Die Einfachste, die für uns allerdings nicht in Frage kommt ist, wenn der Hersteller seine Tat bereut“, murmelte Sirius, der im Haus seiner Eltern ein Buch über schwarze Magie gelesen hatte, wo auch etwas über Horkruxe drin gestanden hatte. Er hatte sich schon vor Hogwarts mit dieser Art von Magie beschäftigen müssen und genau deshalb war er nun der Sirius Black, der er war. Einer der wenigen Blacks, deren Magie nicht so schwarz war, wie ihr Name.

„Nein, das wird Voldemort bestimmt nicht tun“, sagte Dumbledore und Ginny fügte hinzu: „Sonst hätte er sie ja gar nicht erst hergestellt oder zumindest nach dem ersten aufgehört.“

„Gut, nun wissen wir, wie wir sie nicht zerstören können, aber ich möchte immer noch wissen, wie man Horkruxe zerstören kann“, meinte James leicht genervt. Warum konnten sie nicht einfach seine Frage beantworten, wunderte er sich.

„Es gibt nur vier Möglichkeiten Horkruxe zu zerstören. Die eine, die Sirius uns ja schon genannt hat. Die Zweite wäre die, die Harry erwähnte. Eine Dritte wäre mit dem Gift eines Basilisken. Die letzten Möglichkeit ist, mit einer von Kobolden gearbeiteten Waffe, welche mit Basiliken Blut behandelt wurde“, fasste Dumbledore kurz zusammen und seufzte.

Harry senkte den Blick und nuschelte: „Sir, dass heißt doch, das ich in die Kammer muss und den Basilisken jetzt schon töten muss, denn sonst haben wir kein Basiliskengift und auch das Schwert von Gryffindor ist noch nicht damit in Berührung gekommen und somit unbrauchbar für die Zerstörung.“

„Nein Harry, dass ist viel zu gefährlich, was ist, wenn das Vieh dich erwischt?“, schluchzte Ginny auf und auch Lily liefen Tränen die Wangen hinunter.

„Uns bleibt aber nichts anderes übrig. Man bekommt das Basiliskengift nun mal nicht an jeder Straßenecke und ich bin der einzige von uns, der Parsel spricht“, brauste Harry auf. Er verstand ja, dass sie sich alle Sorgen um ihn machten, aber sie verstanden scheinbar nicht, dass es keine andere Möglichkeit gab.

„Harry“, sagte Dumbledore ruhig und sah den Schwarzhaarigen durchdringend an. „Versprich mir nichts Unüberlegtes zu tun. Ich werde erst versuchen, dieses Gift auf andere Weise zu beschaffen, denn das Dämonenfeuer möchte ich ungern nutzen, auch wenn ich, entschuldigt, dass es mir mal wieder an Bescheidenheit fehlt, es kontrollieren könnte. Ich werde mit Professor Slughorn reden, denn für ein paar Zaubertränke ist Basilikengift erforderlich, vielleicht kann er uns welches beschaffen.“

Harry nickte ergeben. Er hoffte, das Slughorn das Gift bekommen konnte, denn er war nicht wirklich erpicht darauf, diesem Monstrum, welches in den Rohren von Hogwarts, lebte noch einmal zu begegnen. Bei den Gedanken daran, das diese Schlange auch noch die nächsten Tausend Jahre durch das Schloss streifen würde, lief Harry ein Schauer über den Rücken.

„Also warten wir noch mit der Zerstörung des Horkruxes, bis wir das Basiliskengift auf ungefährliche Weise beschafft haben“, fasste Lily zusammen und schien unendlich erleichtert.

„Dann ist noch die Frage, wie wir in der Höhle den Zaubertrank umgehen, denn es gibt nur eine Möglichkeit ihn dort heraus zu holen und das ist trinken. Sonst gibt es kein Durchkommen“, sinnierte Harry und drehte gedankenverloren das Glas Kürbissaft in seinen Händen, aus dem er eben noch einen Schluck getrunken hatte.

„Dafür werden wir eine Lösung finden. Ich glaube, ich hätte da auch schon eine Idee“, grübelte Lily, die nicht umsonst eine der besten Schülerinnen in Zaubertränke war. Geistesabwesend drehte sie eine Strähne ihres roten Haares um ihren Zeigefinger und murmelte nur immer wieder zwischen durch: „Ja - hmm - das könnte gehen - das müsste klappen - einen Versuch wäre es wert.“

„Mum, würdest du uns aufklären, was du für eine Idee hast?“, fragte Harry und sah seine Mutter abwartend an.

„Ja… Moment… gleich…“, nuschelte Lily undeutlich. Plötzlich schrak sie aus ihren Gedanken auf, ihre Augen glitzerten, als hätte sie gerade ein Heilmittel gegen alle Krankheiten der Welt gefunden. „Das müsste doch klappen oder?“, fragte sie in die Runde.

„Schatz, was müsste klappen? Du solltest uns an deinem Geistesblitz teilhaben lassen, denn sonst wird das nichts“, schmunzelte James. Seine Augen funkelten belustigt, aber nicht nur das war in ihnen zu lesen, denn wer genau hinsah, sah eine Spur von Stolz in ihnen aufleuchten.

„Also, einer nimmt ein Gefäß in den Mund und tut dann so, als würde er es trinken, aber eigentlich läuft es nur in dieses Gefäß. Dann verkorken wir es und dann raus aus dem Mund“, verkündete Lily ihre Idee, von der sie selbst nicht hundertprozentig überzeugt war. Sie zog ihre Nase kraus, da noch keiner der anderen etwas zu ihrem Vorschlag gesagt hatte.

„Das könnte wirklich funktionieren“, überlegte Dumbledore laut, legte die Fingerkuppen aneinander, nachdem er in seinen Umhang gegriffen und einen Zitronenbrausebonbon daraus hervorgeholt hatte und sich diesen in den Mund steckte.
Lutschend und in Gedanken versunken schaute er die acht Schüler vor ihm an. Sollte er es tun? Es widerstrebte ihm eigentlich, da zumindest Ginny noch nicht volljährig war. Normalerweise würde er keine Schüler aufnehmen, aber diese Acht waren etwas besonderes, wie sie da so vor ihm saßen und er spürte, dass die Verbindung von ihnen außergewöhnlich war. Jeder würde für den anderen seinen eigenen Tod in Kauf nehmen.

„Professor ist alles in Ordnung mit ihnen? Sie sehen so nachdenklich aus?“, fragte Beccy, die ihren Direktor aufmerksam beobachtete.

„Ja, ja Rebecca -“ bei der Nennung ihres vollen Namen knirschte sie mit ihren Zähnen, sie hasste ihren Namen, „ich war in Gedanken. Ich muss eine Entscheidung treffen, die mir nicht leicht fällt, aber ich denke, ich würde das richtige tun, wenn ich es tue.“

„Können wir ihnen vielleicht helfen?“, fragte Remus, der die Hand von seiner Freundin hielt. Er war zwar erst seit kurzem mit ihr zusammen, aber eines wusste er, wenn er keinen Ärger haben wollte, dürfte er nie ihren Namen aussprechen.

„Das ist eine gute Frage, Remus. Ich werde euch an meinen Gedanken teilhaben lassen. Ich überlege, ob ich euch Acht in den Orden des Phoenix aufnehme oder nicht“, reflektierte Dumbledore seine Gedanken.

„Orden des Phoenix?“, fragten bis auf Ginny und Harry alle wie aus einem Munde.

„Der Orden ist eine Untergrundorganisation, die Widerstand gegen Voldemort leistet. Sie agieren auf der ganzen Welt, haben überall Mitglieder. Sie schützen sich gegenseitig und versuchen auch all ihre Mitmenschen bestmöglich zu schützen“ fasste Harry das zusammen, was er in den letzten drei Jahren mitbekommen hatte. Dumbledore nickte zustimmend.

„Was spricht dagegen, wenn wir beitreten? Wir wollen gegen diesen Mann kämpfen, wir wollen, dass er von dieser Welt verschwindet“, sagte Sirius mit einer Leidenschaft, die man bei ihm sonst nur sah, wenn er mit einer schönen Frau ausgehen wollte.

„Sirius, dass ist nicht das Problem. Bei der Gründung habe ich wenige Grundsätze aufgestellt. Einer davon war, nur volljährige Zauberer und Hexen aufzunehmen, die mit der Schule fertig sind und das seid ihr noch nicht. In Ginnys Fall trifft sogar keiner der beiden Punkte zu“, erwiderte Dumbledore und sah jeden einzelnen durchdringend mit seinen blauen Augen an. „Aber ich glaube, ich kann und sollte in euren Fall eine Ausnahme machen. Harry und Ginny werden im Orden wieder ihre Decknamen Smith und Wright annehmen. Nur Professor McGonagall wird außer uns wird erfahren, wer ihr wirklich seid.“

„Aber Sir, meinen sie nicht, es wäre besser, wenn so wenige wie möglich erfahren, wo Ginny und ich herkommen? Nicht, dass ich Professor McGonagall nicht vertraue, aber je weniger davon wissen, desto weniger können sich verplappern“, warf Harry seine Bedenken in den Raum.

„Ja Harry, in gewisser Weise hast du Recht, aber sie sollte es wissen, denn es könnte sein, dass ihr auch mal außerhalb der erlaubten Ausgangszeiten das Schloss verlassen müsst und dann sollte eure Hauslehrerin bescheid wissen. In drei Tagen findet ein Treffen des Ordens statt, auf dem Neujahrsball bei deinen Eltern, James“, sagte Dumbledore, wurde aber von James unterbrochen.

„Meine Eltern sind im Orden? Und haben nie etwas gesagt?“, ereiferte sich dieser, auch Sirius schüttelte fassungslos den Kopf, das sowohl James als auch ihm dies entgangen war.

„Ja James, deine Eltern sind im Orden und dies seit nunmehr drei Jahren, sie gehören zu den ersten Mitgliedern. Auch deine Eltern, Rebecca, sind Mitglieder bei uns.“ Auch Beccy sah nun fassungslos aus, dass ihr dies nie aufgefallen war, aber wenn sie genauer darüber nachdachte, konnte sie ein paar Ungereimtheiten feststellen.

„Ihr werdet auch zu diesem Ball kommen. Ich würde vorschlagen, dass wir das Treffen nun beenden und ihr euch nach unten in die Große Halle begebt um zu Mittag zu essen. Danach bekommt ihr von mir die Erlaubnis, nach London in die Winkelgasse zu gehen, um euch passende Kleidung für den Ball zu besorgen. Ich werde euch einen Brief mitgeben, den ihr entweder Madam Malkin oder im Twillfitt und Tatting vorzeigen könnt, worin steht, dass die Rechnung für eure Kleider und Anzüge an mich geht. Außerdem möchte ich euch bitten, ein Buch, dass ich bei Flourish und Blotts bestellt hatte abzuholen“, sagte Dumbledore lächelnd, als er die begeisterten Blicke der Gryffindors sah.
Es bereitete ihm immer wieder Freunde, wenn es seinen Schülern gut ging und er ihnen einen Gefallen tun konnte.
Glück ist das einzige, was wir anderen geben können, ohne es selbst zu haben.
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von Tjeika »

Huhu,

so langsam geht es also zur Sache, immerhin planen sie schon.
Ich finde Lilys Idee gar nicht so dumm. Die Frage ist nur, ob man damit auch Magie austricksen kann. Das könnte noch spannend werden.
Nun also der Orden. Fein, fein, aber eigentlich war es abzusehen. Finde ich auch sehr gut so. Und dass James' und Becky's (den Namen würde ich auch nicht mögen *lach*) Eltern da drin sind, habe ich mir beinahe schon denken können.
Ich kann Sirius übrigens sehr gut verstehen, auch mir würde diese ganze Turtelei als einer der wenigen Singles irgendwann auf den Geist gehen *lach* Aber frisch verliebte sehen das natürlich nicht...

Mehr? Intravenös?^^
:knuff: Ria
"Hören Sie, Sir, folgendes... Es geht um meinen Teppich, der das Zimmer erst richtig gemütlich gemacht hat..."

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vojka
in memoriam
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von vojka »

Hey, sag nichts gegen Beccys Namen, den hab ich nämlich bei meiner Nichte geklaut *lach*
Und ja du bekommst mehr. Ich kann dich ja nicht an Entzugserscheinungen leiden lassen. *lach*

Kapitel 22

Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr

Begeistert verließen die Acht den Schulsprecherraum und begaben sich in die Große Halle. Dumbledore rief ihnen noch im Hinausgehen hinterher, dass sie nach dem Essen in sein Büro kommen sollten, um von dort aus mit Flohpulver in den Tropfenden Kessel reisen können. Zusammen mit einem Brief aus seiner Feder, der ihnen das Einkaufen auf seine Rechnung ermöglichte.
Eine Stunde später waren sie sowohl mit dem Essen fertig, als auch umgezogen, denn die Mädchen hatten darauf bestanden, dies noch zu tun.

„Zischende Wispys“, sagte Lily, die als Schulsprecherin immer die aktuellen Passwörter zu Dumbledores Büro bekam. Der Wasserspeier sprang sofort zur Seite, heute ohne seine üblichen Kommentare, die er James ansonsten gerne an den Kopf warf. Sie ließen sich von der Treppe nach oben tragen, klopften an die Tür und betraten auf das freundliche „Herein“ des Direktors das kreisrunde Büro.

Mit einem „Ich wünsche euch viel Spaß und denkt bitte an mein Buch“, übergab Dumbledore ihnen den versprochenen Brief. „Oh, und ich möchte euch in aller Deutlichkeit noch einmal daran erinnern, euch bitte auf keinerlei Konflikte einzulassen. Wenn etwas passiert und ihr Hilfe braucht, schickt ihr einen Patronus zu mir, aber ich warne euch vor allzu großer Selbstüberschätzung.“ Ein scharfer Blick in Richtung Sirius und James folgte, welche sich schuldbewusst, aber auch grinsend ansahen.

Einer nach dem anderen trat an den Kamin und bediente sich an dem Flohpulver, welches in einer alten Zitronendropsdose aufbewahrt wurde. Kurz darauf verschwanden sie in den grünen Flammen um wenige Augenblicke später im Tropfenden Kessel aus dem Kamin zu stolpern. Gegenseitig klopften sie sich den Ruß von den Umhängen, winkten kurz Tom, dem Wirt und traten in den Hinterhof. Sirius tippte mit seinem Zauberstab die entsprechenden Steine in der Mauer an und wartete gespannt darauf, dass das Tor zur Winkelgasse sich öffnete.

„Was machen wir als erstes?“, fragte James mit leuchtenden Augen. „Gehen wir zu Qualität für Quidditch oder zu Freud und Leid?“

„Freud, Qualität, Malkin, Blotts“, kam die vielstimmige Antwort. Keiner hatte ein Wort verstanden und so standen sie im Eingang zur Winkelgasse und brachen in schallendes Gelächter aus.

„Einer nach dem anderen würde ich sagen“, kam es von Harry, welcher sich als erstes beruhigt hatte. „Ich würde gerne zu Qualität für Quidditch, da Ginny und ich ja irgendwie einen guten Besen brauchen, wenn wir beim Training und Spiel mithalten wollen und das ist mit den Schulbesen nicht möglich.“ Beccy, Ginny und James stimmten sofort begeistert zu, auch Sirius schien nichts dagegen zu haben, er war zwar nicht so Quidditch verrückt wie die anderen, aber auch ihm lag viel daran, dass sie im nächsten Spiel die Slytherins schlugen. Lily, Peter und Remus nickten ergeben.

„Aber nur unter einer Bedingung“, fügte Lily noch hinzu, bevor sie loszogen. „Nachher bei Flourish und Blotts lasst ihr Remus und mir auch Zeit zum stöbern.“ Murrend stimmten James, Beccy und Sirius, die Drei in dieser Gruppe, die mit Büchern am wenigsten anfangen konnten, zu.

„Also auf geht's zu den Besen“, frohlockte Harry. Er war gespannt, was es in dieser Zeit für Modelle würde. Sicher war er sich nur bei einem. Keiner von den hier in dieser Zeit angebotenen Besen konnte mit seinem Feuerblitz mithalten. Lachend und schwatzend betraten sie ein paar Minuten später den Quidditchladen.

James packte seinen Sohn und Beccy Ginny und schon waren sie in der hintersten Ecke verschwunden, dorthin, wo sich die Besen befanden.
„Harry schau dir den hier an, das ist der im Moment beste Besen auf dem Markt, der Nimbus 1500. Seine Höchstgeschwindigkeit ist 160 Stundenkilometer. Sein Stil ist aus feinstem Kirschenholz gearbeitet und er ist ideal für dich als Sucher, da seine Lenkung sehr fein reagiert. Er ist gerade erst vor ein paar Monaten auf dem Markt erschienen.“

„Ich kenne ihn Dad, in unserer Zeit ist er einer der besseren Schulbesen, aber noch lange nicht so gut wie mein Feuerblitz“, grinste Harry und nahm den Besen in die Hand um ihn genau zu mustern.

„Ginny schau, der hier ist ideal für euch Jäger, da du mit ihm sehr schnell bremsen kannst. Es ist ein Sauberwisch. Er ist zwar nicht ganz so schnell wie der, welchen James gerade Harry zeigt, aber dafür ist seine Lenkabstimmung noch etwas feiner. Als Sucher brauchst du beides aber als Jäger ist Lenkung doch etwas wichtiger. Sein Stil ist aus Buchenholz und seine Höchstgeschwindigkeit beträgt lediglich 130 Stundenkilometer“, erzählte Beccy aufgeregt. Auch Ginny musterte den Besen, welcher ihr in die Hand gedrückt wurde, genauestens. Als ihr Blick auf den Preis fiel, stockte ihr der Atem. James und Lily hatten zwar gesagt, dass sie ihnen gerne die Besen kaufen würden, aber die Besen in dieser Zeit waren ja fast noch teurer als in der Zukunft! Ihr behagte es immer noch nicht, diese ?Almosen', wie sie es nannte, anzunehmen.

„Also, was sagt ihr zu den Besen? Wollt ihr die oder wollt ihr andere?“, fragte James, nachdem er die Beiden eine Weile beobachtet hatte.

Harry sah seiner Freundin tief in die Augen und sah dort die Zweifel, die sie immer hatte, wenn es um Geld ging. Ihre Familie nagte zwar nie am Hungertod, aber extra Wünsche gab es dort nicht. In der Familie Weasley gab es nur eines im Überfluss und das war das, was Harry in seinem Leben bei den Dursleys immer zu wenig bekommen hatte - Liebe.

„Ja, wir nehmen sie“, sagte Harry bestimmt, er fand, dass Ginny nur das Beste verdient hatte. Er schenkte ihr noch einen entschuldigenden Blick, denn er sah, dass es ihr nicht ganz so gefiel, dass er über ihren Kopf hinweg entschied.

„Gut, damit ist das geklärt.“ James und auch Beccy sahen sehr zufrieden aus, wenn die Beiden nun noch mit ihren Besen gut zurecht kamen, dann konnten sich die Slytherins warm anziehen und sie würden dieses Jahr sicher den Pokal holen. Sie hatten das erste Spiel zwar knapp gewonnen, aber immerhin gewonnen und zum Saisonfinale waren nur noch die schwachen Ravenclaws zu schlagen. Denn die Schüler aus diesem Haus interessierten sich mehr für ihre Bücher als für den Häuserwettkampf im Quidditch.

Etwas verlegen nestelte James an seinem Umhang herum und zischte seinem besten Freund ein „Komm mal mit!“ zu. Er erwischte Sirius am Ärmel und zog ihn in eine andere Ecke des Raumes.

„Pad, du bist doch mein bester Freund, oder?“, fragte James leise und sah Sirius eindringlich an.

Verwundert blickte dieser zurück. „Ähm, ja?“

„Mein Bruder?“

„Ja, auch das“, war die etwas lang gezogene Antwort.

„Und du würdest alles für mich tun?“ James' Blick war nun beinahe flehend geworden, Hilfe suchend.

„James, was zum Teufel ist los mir dir?“, wollte Sirius etwas angenervt wissen, James warf einen Blick auf Harry und Ginny und sah dann wieder seinen besten Freund an.

„Ich brauch deine Hilfe!“, jammerte er beinahe und wirkte nun fast verzweifelt.

Sirius, der seinem Blick gefolgt war, runzelte die Stirn. Was wollte James von ihm, ihre Freundschaft musste doch sonst nicht extra betont werden… Moment!
Sirius warf einen kritischen Blick auf seinen Freund und wieder auf Harry und Ginny, die zusammen mit Beccy noch immer bei den Besen standen und mit leuchtenden Augen die verschiedenen Modelle betrachteten.

„Du meinst jetzt nicht das, was ich denke, oder, Prongs?“ begann er und drehte sich wieder zu James um.

Dieser sah verlegen zu seinen Schuhspitzen, die Situation war ihm mehr als unangenehm.

„Lass mich raten“, grinste Sirius, „ich schätze, Klein-Harry wird zu seinem ersten Geburtstag doch seinen Besen von seinem Dad bekommen? Und ich darf mein Erbe heute schon für meinen Patensohn ausgeben?“

James blickte etwas zerknirscht drein. Bei all dem Enthusiasmus über den Besenkauf hatte er doch ganz vergessen, dass er selbst noch lange nicht so viel Geld besaß, wie in Harrys Vergangenheit, einfach aus dem Grunde, da seine Eltern noch lebten und ihm somit seinen Erbanteil noch nicht vermacht hatten. Sollte er etwa zu ihnen gehen und sie nach Geld für seinen Sohn bitten? Das war unmöglich.
Niedergeschlagen musste er zugeben, dass Sirius somit die Diskussion wer zahlt Harrys und Ginnys Besen doch gewonnen hatte.

Er gab sich geschlagen und nickte zustimmend. Das Wichtigste war für ihn, dass sein Sohn glücklich war und Gryffindor im nächsten Spiel Slytherin schlug.

Sirius' Mund verzog sich zu einem triumphierenden Grinsen. „Dann werde ich zusehen, dass ich zu Gringotts komme, dort das Geld aus meinem Verlies von meinem Erbe mitnehmen und damit den Besen deines Sohnes bezahlen werde.“

Immer noch lachend verließ er den Quidditchladen und ging pfeifend die Straße entlang, während James ihm missmutig hinterher blickte und halblaut murmelte: „Und so jemand nennt sich mein bester Freund.“

Lily, die die Szene beobachtet hatte, ging zu ihm herüber und fragte ihn verwundert: „Was war das denn? Wieso guckst du so empört, was hat Pad jetzt wieder gemacht?“

James schmollte. „Pad war gemein, ich wollte doch nur meinem Sohn einen Besen kaufen.“

Lily sah ihn lachend an. „James, das ist doch kindisch, darüber regst du dich auf?“ Doch kurz darauf wurde sie wieder ernst. „Das, was er in seiner Zeit hatte, war Geld und das in solchen Mengen, dass er es niemals hätte ausgeben können. Was er nicht hatte, waren Eltern, Paten, eine eigene Familie, die ihn liebte, für ihn da war und ihn unterstützte.“

Betreten sah James Lily an. „Ja, du hast ja Recht. Wie immer und dafür liebe ich dich. Du bist eben doch die schlaueste Hexe, die ich kenne - klug, einfühlsam - einfach perfekt.“

Lily lief dunkelrot an, doch ihre Augen leuchteten. James trat auf sie zu und nahm sie behutsam in den Arm. „Ich liebe dich, Lils“, murmelte er dicht an ihrem Ohr und ehe Lily noch etwas antworten konnte, spürte sie seine Lippen auf den ihren. Ein zärtlicher, liebevoller Kuss, der jedoch schnell an Leidenschaft zunahm, entbrannte.

„Denkt daran, es sind auch Minderjährige im Laden“, unterbrach sie eine belustigte Stimme. Beccy war ihrer Freundin gefolgt und stand nun grinsend vor James und Lily, welche ertappt drein sahen.

James gewann seine Selbstsicherheit jedoch schnell zurück. „Neidisch?“, wollte er gespielt provozierend von der Irin wissen, welche ihn mit strahlend leuchtenden Augen ansah.

„Danke, James, jetzt nicht mehr. Dafür hab ich ja jetzt meinen Wolf zum kuscheln.“ Sie warf einen verliebten Blick zu Remus, welcher am Eingang des Ladens stand und sich leise mit Peter unterhielt.
Als hätte Remus die Blicke seiner Freundin gespürt, drehte er sich zu ihr um und schenkte ihr ein warmes Lächeln.

Etliche Minuten später, so kam es ihnen vor, betrat Sirius wieder den Laden und sah sich suchend nach seinen Freunden um, welche im Geschäft verteilt die verschiedenen Besen, Ausrüstungen und Fanartikel der Quidditchmannschaften begutachteten.

Harry und Ginny fand er bei dem Regal mit Spielergarnituren für Sucher und Jäger, sie schienen irgendetwas unglaublich witzig zu finden und wischten sich Lachtränen aus den Augen.

„Darf ich mitlachen?“, fragte er und grinste, überrascht drehten die beiden sich zu ihm um.

„Na ja“, brachte Harry mühsam hervor, „wir haben uns nur gerade gefragt, welch ein Spaß es wäre, wenn man Malfoy das Damensucherdress unterjubeln würde, DIE Gesichter würde ich zu gerne sehen!“

„Vor allem das von Snape!“, lachte Ginny, Harry prustete erneut los.

Sirius blickte etwas verwirrt drein, aber die allgemeine Vorstellung, dass man die Spielerklamotten der gegnerischen Mannschaft vertauschen könne, zauberte ihm ein eigentümliches Glitzern in die Augen. Darüber musste er unbedingt mit James reden!

„Also, wo sind eure Besen?“, wollte er neugierig wissen, wie auf Kommando hielten Harry und Ginny ihm ihre auserwählten Stücke hin.

„Aber Pad, ich dachte… ich dachte, Dad - “ Harry sah ihn verwirrt an.

Sirius schüttelte den Kopf. „Dein Dad hat bei seinem Versprechen, eure Besen zu bezahlen, eines vergessen - NOCH hat er das Erbe seiner Eltern nicht und er kann sie ja schlecht um Geld für seinen Sohn bitten. Ich hingegen habe das Geld. Tut mir leid, Harry, deinen ersten Besen wirst du wohl doch von James und nicht von mir bekommen.“

Ginny zog ihren Besen schnell wieder zurück. „Aber, ich kann doch nicht, ich meine, du kannst doch nicht.. nein, das wäre zu viel..“

Sie war gerade dabei, ihren Besen mit einem traurigen Gesicht wieder zurück zu stellen, als Sirius ihr Handgelenk fest hielt.

„Nicht doch, Ginny, nur, weil ich jetzt eure Besen bezahle, musst du nicht verzichten. Ich habe das Geld, mehr als genug und wenn ich anderen eine Freude damit bereiten kann, mache ich es gerne. Denke an das, was Lily dir sagte, sieh es als kleinen Dank an für all das, was du und deine Familie für Harry getan habt. Auch, wenn man Dankbarkeit nicht kaufen kann, ist es doch ein Symbol dafür. Dasselbe gilt nun auch für mich, denn ich bin dir nicht minder dankbar, also bitte, nimm es an.“

Zögerlich ließ Ginny es zu, dass Sirius ihr den Besen aus der Hand nahm, sich Harrys Besen ebenfalls schnappte und damit zur Kasse ging. 170 Galleonen wechselten ihren Besitzer und Sirius bat darum, die Besen nach Hogwarts schicken zu lassen, da sie damit ungern ihre weiteren Einkäufe in der Winkelgasse erledigen wollten.

Beim Hinausgehen hielt James seinen besten Freund etwas zurück. „Danke Mann, du hast was gut bei mir“, raunte er ihm zu.

„Jederzeit“, erwiderte Sirius nur, als er die freudestrahlenden Gesichter Ginnys und Harrys sah. Bei der „Einweihung“ dieser Besen wollte er auf jeden Fall dabei sein!

Als sie draußen in der Kälte standen, hatte es wieder begonnen zu schneien, feine Flocken wirbelten um sie herum.

„Also, wohin jetzt?“, fragte Beccy und wickelte ihren Umhang enger um sich.

„Was haltet ihr von Kleider kaufen, Mädels?“, wollte Lily wissen, Beccys und Ginnys Mienen hellten sich auf.

„Aber klar - geschlechterspezifisches Einkaufen, das wird lustig!“

James runzelte die Stirn. „Wie jetzt, geschlechterspezifisches Einkaufen? Ich meine, wir könnten euch beraten bei der Auswahl, euch… ähm… helfen…“

Lily schüttelte jedoch nur ihre roten Locken. „Nichts da, Schatz. Wir kaufen unsere Ballkleider bei Madam Malkins und ihr könnt euch bei Twillfitt und Tatting in Schale werfen. Aber macht euch keine falschen Hoffnungen, vorher gibt's nichts zu gucken, erst beim Ball.“ Sie grinste schelmisch.

Damit zog sie sowohl Dumbledores Brief als auch ihren Zauberstab aus ihrem Umhang und fertigte mit einem geflüsterten „Dublikate“ eine Kopie davon an, welche sie ihrem Freund reichte. James tat beleidigt.

„Eben, sonst ist doch die ganze Überraschung weg“, grinste Ginny und gluckste, dieser Gedanke schien ihr außerordentlich zu gefallen.

„Also, ab mit euch“, sagte Lily und gab James einen Kuss auf die Wange, ehe sie sich bei Beccy und Ginny unterhakte und mit ihnen in die entgegen gesetzte Richtung stapfte.
Nach wenigen Schritten wurden sie jedoch von Remus und Harry eingeholt. „Nicht so schnell, wer weiß, wann wir euch wieder sehen“, lachte Harry und zog Ginny zu sich, um ihr einen sanften Abschiedskuss zu geben.

Lily lächelte, als auch Beccy und Remus eng umschlungen dastanden und immer wieder kleine Küsse tauschten und sich verliebt ansahen. Beccy schien, seit sie wusste, dass ihre Gefühle erwidert wurden, regelrecht auf zu blühen. Nicht anders als der schüchterne Werwolf, der endlich aus sich heraus kam. Kaum zu glauben, dass es erst 24 Stunden her war, seitdem suchten sie ständig, wenn vielleicht auch unbewusst, die Nähe des anderen. Lily freute sich unendlich für ihre Freundin. Was auch immer in Harrys Zukunft mit ihr geschehen war, sie würden es verhindern, um jeden Preis.

„Hey, ihr Turteltauben, wenn ihr bei den Potters nicht in Schulroben auftauchen wollt, solltet ihr jetzt mitkommen“, rief Sirius Harry und Remus zu und wandte sich mit Peter und James zum Gehen. Zögerlich lösten die beiden Angesprochenen sich von ihren Freundinnen und beeilten sich, die drei Rumtreiber einzuholen.

Ginny, Beccy und Lily derweil waren auf dem Weg zu Madam Malkins, als Beccy an die beiden rothaarigen Hexen gewandt fragte: „Und, habt ihr schon eine Idee von euren Ballkleidern? So etwa wie das, was ihr zum Weihnachtsball getragen habt, oder etwas ganz anderes?“, wollte sie wissen und fragte sich im Stillen, wie ihr eigenes Kleid eigentlich aussehen sollte.

„Auf jeden Fall nichts Hautenges, worin man keine Luft bekommt“ , lachte Lily. „Gerne etwas Weites, worin man sich bewegen kann… aber die helle Farbe gefiel mir, ich glaube nicht, dass mir etwas Dunkles steht..“

„Das letzte Mal habe ich zwar etwas Dunkles getragen, aber ich denke, dieses Mal könnte ich mir auch etwas in helleren Tönen vorstellen“, überlegte Ginny. Und an Beccy gewandt sagte sie: „Und wie stellst du dir dein Kleid vor, ich meine, du hast doch keinen Vergleich zum Weihnachtsball?“

„Wenn ihr zwei etwas Helles nehmt, muss ich ja etwas Dunkles nehmen, oder?“, grinste sie, runzelte aber kurz darauf die Stirn. „Vielleicht etwas in einer kräftigen Farbe, rot oder grün, das passt ganz gut zu schwarzen Haaren, hat man mir gesagt.“

„Das wird ein Spaß“, frohlockte Ginny und ein Strahlen machte sich auf ihrem Gesicht breit. „Wisst ihr eigentlich, was dieser Brief von Dumbledore für uns bedeutet? Ein Freibrief zum Kleiderkaufen, shoppen, bis zum Umfallen und am Ende in unserem Traumkleid unseren Männern gegenüber treten - das wird super!“

Immer noch munter schwatzend betraten sie wenige Augenblicke später den Laden von Madam Malkin. Diesmal jedoch gingen sie nicht, wie zum Schulrobenkauf, direkt ins Ankleidezimmer, sondern betraten interessiert den Hauptraum mit allerlei Kleidungsstücken. Ganz hinten auf einer Stange hing eine kleine Anzahl Ballkleider, doch noch ehe die drei Hexen dort angekommen waren, wuselte eine mit Maßband und anderen Schneiderutensilien beladene Madam Malkin auf sie zu, die sie mit leuchtenden Augen ansah.

„Miss Evans, Miss O'Connor, wie schön, Sie zu sehen! Oh, und wer sind Sie? Willkommen, willkommen! Was darf es heute sein, meine Damen? Für Schulroben ist es noch etwas früh, oder? Oder brauchen Sie neue Winterumhänge? Ich hätte da eine ganz neue Garnitur aus rotem Knieselfell - “

Ginny wurde erst bass und dann rot vor Wut. „Wie können Sie es wagen - Knieselfell, wenn ich das Hermine erzähle, können Sie ihren Laden dicht machen. Und nein - wir wollen keine Winterumhänge, sondern Kleider für einen Neujahrsball, vielen Dank.“

Sichtlich zerstreut blickte Madam Malkin verwirrt zwischen Ginny, Beccy und Lily hin und her. Letztere sah Ginny erstaunt an, auch Beccys Augen waren verblüfft aufgerissen. So kannten sie Ginny ja gar nicht! Aber, wenn sie ehrlich waren, gab es noch viel zu viel an den beiden Zeitreisenden zu entdecken, auch, wenn sie für die Zeit, die die beiden erst hier waren, schon überraschend viel erfahren hatten.

Langsam beruhigte sich Madam Malkin wieder, auch wenn sie immer noch etwas ängstlich in die Richtung von dem ihr unbekannten rothaarigen Mädchen sah. Hoffentlich fährt sie nicht noch einmal so aus der Haut, dachtedie Ladenbesitzerin im stillen.

„Sie möchten also Ballkleider für einen Neujahrsball. Kein Problem, haben Sie schon Ideen oder soll ich etwas vorschlagen?", fragte sie, wartete aber gar nicht erst eine Antwort ab, sondern schob die Mädchen in das Ankleidezimmer, wobei sie Ginny bedeutete, sich direkt auf einen der Hocker zu stellen. Sie tippte ihr Maßband mit ihrem Zauberstab an, sofort entrollte es sich und begann die jüngste der Freundinnen zu vermessen. Noch während das Maßband um Ginny herumwirbelte und eine flotte Schreibefeder die Daten notierte, wuselte Madam Malkin wieder in den Nebenraum, wo sie eben noch gestanden hatten und suchte ein paar Kleider heraus, die ihrer Meinung nach, den Mädchen gefallen mussten.

„Eigentlich wollte ich mir mein Kleid selber aussuchen“, grummelte Lily leise und sah der rundlichen Hexe wütend hinterher.

„Ich weiß Lils, aber du kennst doch Madam Malkin, sie meint, sie kennt ihre Kunden am Besten und weiß, was sie wollen. Lassen wir uns doch einfach mal überraschen“, flüsterte Beccy leise zurück.

Einen kurzen Moment später fegte die Schneiderhexe mit den Armen voller Kleider wieder in den Ankleideraum hinein. „Miss Evans, Miss O'Connor und Miss -“

„We... ähm Whright“, sagte Ginny, der gerade noch einfiel, dass sie ja hier ihren Decknamen benutzen musste.

„Miss Whright, wenn Sie sich bitte in die Umkleiden begeben würden, dann gebe ich Ihnen ein Kleid, welches Sie bitte anziehen und dann stellen Sie sich bitte auf einen der Hocker, ja? Wenn sie Hilfe benötigen, rufen Sie einfach nach mir“, sagte sie und schob die drei energisch in die Kabinen. Die Drei wagten keinen Widerspruch und ergaben sich ihm Schicksal.

Ein paar Minuten später kam ein Mädchen nach dem anderen trat heraus und stellte sich, wie von ihr befohlen worden war, auf einen der Hocker. Mittlerweile hatte Madam Malkin vor jedem der Hocker einen großen Spiegel platziert, in welchem sie sich nun betrachteten.

„Ich glaube, die Frau hat ihren Sinn für Geschmack verloren, wenn ich mir das so ansehe“, nuschelte Beccy, welche in der Mitte stand und somit alle drei in den Spiegeln bewundern konnte. Ihr Blick glitt nach links und betrachtete stirnrunzelnd Ginny.
Diese hatte sie ein dunkelrotes, bodenlanges Kleid im Flamenco Stil verpasst bekommen. Es war an der einen Seite mit Pailletten besetzt, welche in einer Art Blumenmuster angeordnet waren und sich wunderbar mit der Grundfarbe des Kleides bissen.

Lilys Kleid auf der anderen Seite war in einem helleren Rot gehalten und ebenfalls bodenlang, hatte jedoch eine kleine Schleppe und einen Schlitz über dem Oberschenkel, der beinahe bis zur Hüfte verlief. Auf dem Dekolleté waren silberne Strasssteine angebracht, welche sich in einem verdrehten S bis zum Saum zogen.
Auch sie blickte etwas missmutig in den Spiegel und verkniff sich einen giftigen Kommentar. Stattdessen bemühte sie sich, Madam Malkin höflich verstehen zu geben, dass ihr das Kleid ebenso wenig gefiel wie Beccy, welche in einem dunkelblauen Satinkleid auf ihrem Hocker stand. Es war trägerlos und sah aus, als wäre es zum Stehen und nicht zum Laufen gemacht, so eng war es um die Hüfte und die Oberschenkel. Das Oberteil war gerafft und um die Taille rankte sich ein verschlungenes Muster, aus Silberfäden gestickt. Als wolle man bewusst den Ober- und Unterteil auseinander halten, rankte sich auch hier eine pompöse, in silberweiß gehaltene Blumenstickerei einmal rundherum.
Madam Malkin hob besonders den feinen Stoff des Unterkleides hervor, der aus zarter Seidenspitze bestand. Beccy dagegen brach in Gelächter aus und prustete: „So eine Gardine meine Oma im Fenster hängen!“

Beinahe synchron schüttelten die Mädchen den Kopf und sagten einstimmig: „Nächstes Kleid, bitte.“

Während Ginny etliche Minuten später mit ihrem inzwischen fünften Kleid wieder in der Umkleide verschwand (ein Alptraum aus eierschalengelb mit schwarzen, aufgestickten Ranken), stand Beccy vor dem Spiegel und musterte sich kritisch.
Der Rock des Kleides, welches sie trug, war aus dunkelrotem, fast schwarzem Organza, das Korsett hingegen bestand aus schwarzem Satin mit roten Längslinien, bestickt mit rotschwarzen Blümchen und silbernen Pailletten.

Lily, die gerade aus der Umkleide kam, sah ihre Freundin mit großen Augen an. „Wow, du siehst klasse aus!“

Beccy hingegen verzog das Gesicht. „Aber auch nur von vorne.“
Daraufhin drehte sich die schwarzhaarige Irin um und Lily bekam einen mittelschweren Lachkrampf.
„Haben sie dir da ein Knautschkissen hinten drauf gestickt?“, japste sie und rang nach Luft. „Da sieht aus, als hättest du einem Troll seinen Hintern geklaut!“

Während Beccy vor Lachen beinahe vom Stuhl fiel, steckte Ginny ihren Kopf aus dem Umkleideraum.
„Trollhintern? Wo?“, wollte sie wissen und prustete ebenfalls los, als sie die Rückseite von Beccys Kleid sah, deren Hinterteil ein übergroßes, mit Rosen besetztes Kissen zierte.

Beccy, die Madam Malkin soeben in den Nebenraum verschwinden sah, rief ihr mit kläglicher Miene zu: „Kann man dieses Ding nicht weglassen? Das Kleid ist wunderschön, aber dann darf mich leider niemand von hinten sehen, denn mit dem Teil macht man ja jedem Zentauren Konkurrenz.“

Die angesprochene Hexe warf ihr einen pikierten Blick zu.
„Junge Dame, ich bitte Sie! Das ist kostbarster Stoff, reinste Qualität! Das können Sie doch nicht - “

„Es ist mit egal, wie wertvoll dieser Stoff ist, es sieht einfach lächerlich aus, basta! So ziehe ich dieses Kleid jedenfalls nicht an, tut mir leid.“

In dem Moment trat Ginny, in ein weiteres Kleid gehüllt, aus ihrer Kabine. Lily und Beccy hielten im Lachen inne und sahen ihre Freundin mit großen Augen an.

„Ginny, das Kleid nimmst du! Das ist ja - Wahnsinn!“, stammelte Lily und Beccy pflichtete ihr begeistert bei.
„Ohja, und wie! Harry werden die Augen aus dem Kopf fallen, wenn er dich so sieht, einfach wunderschön.“

Beschwingt trat Ginny vor den Spiegel und musste zugeben, dass dieses Kleid nun wirklich perfekt war.

Keine der Drei hatte die Kundin bemerkt, welche nun zögernd den Kopf durch die Tür steckte, wohl auf der Suche nach der Ladeninhaberin. Bei Ginnys Anblick sagte sie staunend: „Welch ein schönes Kleid, das steht Ihnen ausgezeichnet!“

Abrupt drehte Ginny sich zu der Fremden um, diese Stimme kannte sie doch?

Nein, dachte sie und wurde blass, als sie nun auch das Gesicht der Frau sehen konnte.
Glück ist das einzige, was wir anderen geben können, ohne es selbst zu haben.
Antworten

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