Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

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vojka
in memoriam
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von vojka »

Kapitel 14

Memories Rehearsed

Im ersten Moment waren alle ein wenig überrascht, beinahe ängstlich, was sie dieses Mal an schrecklichen Nachrichten erwarten würde.

Dumbledore lächelte allen ermunternd zu und zwinkerte aufbauend zu Harry hinüber.
„Harry und ich haben noch einige Informationen für euch, die uns auf der Suche nach den Horkruxen weiter helfen werden.“ Er stellte das irdene Gefäß auf den Tisch nahe am Fenster und winkte den Anderen näher zu treten.

„Die Informationen sind Erinnerungen?“ James' Skepsis war greifbar und auch auf Sirius' Gesicht spiegelte sich etwas Ähnliches wieder.

„Ja es sind Erinnerungen.“ Der Schulleiter nickte und fuhr fort: „Erinnerungen jener, die mit Lord Voldemort zu tun hatten.“ Ein Schaudern lief durch sämtliche Anwesenden. Auch Harry fühlte ein unwolliges Kribbeln in sich - er wollte diese Dinge nicht noch einmal sehen! Das wurde ihm auf einmal wie ein Hammerschlag bewusst und er stolperte kopfschütteln nach hinten.

„Ich kann nicht.“ Er erschrak selbst über das Krächzen, in das sich seine Stimme verwandelt hatte. „Ich will das nicht sehen.“

„Musst du nicht“, wisperte Lily leise und zog ihn an sich. Dann sah sie Dumbledore an.

„Muss er doch nicht, oder?“ Dumbledores Blick war bedauernd.

„Ich fürchte ja.“ Harry hörte es nur durch Watte und er spürte völlig gleichgültig, wie sein Körper von einem Schütteln erfasst wurde.

Das einzige, was zählte war, dass er diesem Denkarium nie wieder zu nahe kommen wollte.

„Harry! Hey!“ Auch James' Stimme war wie gedämpft. Noch ein Zittern raste durch seinen Körper und seine Knie begannen nachzugeben.

„Harry.“ Ginnys Flüstern drang, als einziges Geräusch, fast stechend und beinahe störend aus dem Meer undeutlicher Geräusche hervor.

Er schlug die Augen auf - er konnte sich nicht erinnern sie geschlossen zu haben - und fand sich liegend auf einem der Sofas wieder. Neben ihm knieten Ginny und Lily, den gleichen besorgten Ausdruck auf dem Gesicht.

„Geht es wieder?“ Lilys Stimme zeugte ebenfalls von der Angst, die sie um ihren Sohn ausgestanden hatte.

„Was…was ist passiert?“ Immer noch klang seine Stimme rau und er wischte sich Schweiß von der Stirn. Schweiß? Ihm war kalt und nicht heiß…

„Du bist einfach zusammen gebrochen.“ Ein Schauder der Angst ließ Ginnys zierlichen Körper erbeben.

„Das tut mir Leid…ich will das nicht noch einmal sehen.“ Ein Murren ließ ihn aufblicken. James sah den Schulleiter beinahe finster an.

„Das können Sie doch nicht erst meinen.“ Er deute mit einem besorgten Blick auf Harry, der immer noch schwach und zitterig auf dem Sofa lag. „Wollen Sie ihn den extra quälen?“

„Nein, James, aber es ist wichtig, dass er sie sieht.“ Als James protestieren wollte, hob der Schulleiter milde lächelnd die Hand. „Ich weiß, ich weiß, du machst dir Sorgen - aber lass mich erklären.“ James' Miene war zwar immer noch düster, aber er nickte.

„Er kennt sich am besten mit all dem aus - er ist so zusagen der Experte - auch wenn die Umstände, in denen er es geworden ist, grausam sind.“ James blickte immer noch finster vor sich hin, aber nun mischte sich auch Verstehen in seine Miene.

Harry hatte sich aufgerichtet und dachte über die Worte seines Schulleiters nach. War er wirklich so wichtig für diese Mission? Waren alle anderen ohne ihn aufgeschmissen? Ja, entschied er und richte sich entschlossen auf.

„Harry?“ Lilys Stimme war unsicher. „Bist du sicher, dass du das tun willst?“ Er sah seine Mutter aus ernsten Augen an.

„Ja, denn Professor Dumbledore hat recht. Ich kenne als Einziger die Zukunft und weiß, was wir tun müssen.“ Zwar war der besorgte Ausdruck noch immer nicht von Lilys Gesicht gewichen, aber sie nickte.

„Ja, du hast wahrscheinlich Recht.“ Auch Dumbledore nickte und zwinkerte Harry aufmunternd zu, als die acht Freunde sich um das Denkarium platzierten, um in die Erinnerungen, an den schwärzesten aller Magier einzutauchen.

Harry landete genau da, wo er auch beim letzten Mal, als er in diese Erinnerung eingedrungen war, gelandet war: Auf einem staubigen Weltweg unter einem blauen Himmel. Nur diesmal gab es einen entscheidenden Unterschied - seine Eltern standen an seiner Seite und Ginny war ebenfalls bei ihm.

Wieder folgten sie Ogden, wobei sich die Marauder über die bizarre Kleidung des Ministeriumsbeamten ausließen.

„Ha! Wie blöd muss man sei, um so was anzuziehen?“, lachte James und deutete auf den gestreiften Badeanzug von Ogden.

„Hey. Lass ihn in Ruhe - vielleicht war der noch nicht so oft in der Muggelwelt unterwegs.“ Lily sah James ein wenig böse an, sie konnte es einfach nicht leiden, wenn James sich abfällig über andere Leute äußerte.

„Aber er kann uns doch gar nicht hören“, rechtfertigte sich James - nicht seine beste Idee.

„Noch schlimmer.“ James murmelte irgendetwas vor sich hin und Remus schüttelte schwach lächelnd den Kopf.

„So ist das immer zwischen den Beiden“, erklärte er Harry leise flüsternd, als er sah, dass dieser zweifelnd seine Eltern musterte. „James hat zwar damit aufgehört andere zu verfluchen, zieht aber gerne über sie her.“ Harry musste leise kichern. Wieso nur hatte er gewusst, dass James sich um sein eigenes Versprechen drum rum schummeln würde?

„Was gibt's denn da hinten zu kichern?“ Lily drehte sich zu Harry, Ginny und Remus um, die etwas zurück gefallen waren.

„Och, nichts.“ Immer noch war auf Harrys Gesicht ein breites Grinsen auszumachen.

„Ah ja, hoch interessant, wie lustig doch ?nichts' sein kann.“ Aber Lily schien wirklich nicht böse, sondern tatsächlich amüsiert.

„Ach du weißt doch Lils, Geheimnise sind nur Geheimnise, wenn du sie nicht teilst.“ Remus grinste leicht und Lily schüttelte nur den Kopf.

Dann standen sie auf dem Hügelkamm und sahen auf das Dorf „Little Hangleton“.

„Also die Aussicht ist schon mal schön“, murmelte Sirius und hörte sich an wie ein Wandertourist. Beccy verdrehte die Augen.

„Wir sind bestimmt nicht wegen der Aussicht hier, Sirius.“ Dieser schien ein wenig zu schmollen.

„Dann eben nicht.“ Harry warf nur einen kurzen Blick auf die Ansammlung der Häuser und Tal und richte seinen Blick dann auf das kleine Wäldchen vor ihnen - sie würden bald da sein.

In diesem Moment blieb Dumbledore stehen und drehte sich der kleinen Gruppe um.

„Wir werden gleich da sein - allerdings gibt es da noch eine Sache dir ihr vorher wissen solltet.“ Er nickte Harry zu und diesem fiel siedend heiß ein, dass die Marauder, Beccy und Lily ja noch gar nichts von seiner gehassten und ungewollten Begabung wussten, Pasel zu sprechen.

„Ja, also…“ Er räusperte sich nervös. „Als Voldemort mir in der Nacht von Halloween die Nabe verpasste, übertrug er mir auch einige seiner eigenen Fähigkeiten.“ Er hasste es davon erzählen zu müssen. Es führte ihm immer wieder vor Augen, dass er mit Voldemort viel mehr gemein hatte, als ihm lieb war.

„Welche Fähigkeiten?“ Da war sie, die verhasste Frage - auch noch von seinem eigenen Vater.

„Ich kann Pasel“, ließ er es in einer atemberaubenden Geschwindigkeit aus ihm heraus.

Für einen Moment hielten alle den Atem an, um dann plötzlich quer durcheinander zu reden. Erst ein durchgreifendes „RUHE!“ des Schulleiters brachte die aufgebrachten Stimmen zum verstummen.

„Können wir jetzt bitte ruhig Mr. Ogden folgen? Sonst hätten wir gar nicht erst in die Erinnerung eintauchen brauchen“, wandte sich Dumbledore noch einmal ruhig aber bestimmt an die Acht. Man merkte, dass mit ihm im Augenblick nicht zu Spaßen war. „Dies gilt im Übrigen auch für alle anderen Erinnerungen, die wir noch aufsuchen werden. Wir können gerne, wenn wir wieder im Schulsprecherraum sind, alles besprechen und alle fragen beantworten, aber nun konzentriert euch bitte, denn jede Kleinigkeit kann uns helfen, die Horkruxe zu finden, die in unserer Zeit einen anderen Platz haben als in Harrys.“

Die versammelte Mannschaft nickte geknickt und schien drei Zentimeter kleiner zu sein.
„Dann lasst uns jetzt das letzte Stückchen hinter uns bringen.“ Dumbledores Stimme war wieder ruhig und kontrolliert, aber das gütige Funkeln war noch nicht wieder in seine blauen Augen zurückgekehrt.

Schließlich erreichten sie das dunkle Waldstück und wieder mussten sich Harrys Augen an die plötzliche Düsternis gewöhnen.

„Das ist grusselig hier.“ Harry hörte die Furcht in der Stimme seiner Mutter und hasste Voldemort nur noch mehr.

Dann kam das kleine verwohnte Häuschen in Sicht und Sirius, der ganz vorne ging, blieb abrupt stehen.

„Wie kann man nur hier leben?“ Harry, der sich das auch immer wieder gefragt hatte, murmelte sarkastisch: „Das würde ich nicht als ?leben' bezeichnen.“ Sirius nickte düster und wollte schon weiter gehen, als Ogden stoppte und sich wieder Morfin Gaunt gegenüber sah, der vom nahe gelegenem Baum gesprungen war und forderte ihn wütend zischend und mit Messer und Zauberstab fuchtelnd auf wieder zu gehen.

„Ich versteh kein Wort“, murmelte James und drehte sich zu Harry um. „Was sagt er?“ Harry war überrascht, dass sein Vater so schnell darauf gekommen war, dass Morfin Parsel sprach und übersetzte mechanisch: „Er will, dass Ogden wieder geht.“

„Oh“, machte Beccy. „Auf Parsel hört sich das gefährlicher an.“ Harry nickte - er hatte schon öfters gehört, dass sich die nettesten Dinge in der Schlagensprache unglaublich aggressiv und bedrohend anhörten.

„Das ist in der Tat so, Miss O'Conner“, pflichtete Dumbledore der schwarzhaarigen Schülerin bei. „Gut beobachtet.“ Beccy lief bei dem Lob des Schulleiters leicht rosa an und besah sich den Boden zu ihren Füßen.

In der Zwischenzeit hatte der Streit zwischen Ogden und Morfin, Vorlost Gaunt auf den Plan gerufen und der Alte rief seinen Sohn streng zur Ordnung.

„Morfin!“ Alle zuckten zusammen.

„Moment!“, rief auf einmal James und Harry drehte sich überrascht um. „Sind das vielleicht die Gaunts?“ Harry musste bei dem überraschten Gesicht des Schulleiters beinahe kichern.

„Du weißt wer die Gaunts sind, James?“ Das offensichtliche Erstaunen in Dumbledores Stimme schien den Schulsprecher zu kränken.

„Ja, weiß ich.“ James' Antwort war kurz und knapp und dem Schulleiter schien erst jetzt aufzufallen, dass er James scheinbar gekränkt hatte. Allerdings war Lily schneller, als Dumbledore.

„James. So hat Professor Dumbledore, dass bestimmt nicht gemeint.“

„In der Tat nicht.“ James' Blick huschte zwischen Lily und Dumbledore hin und her und schließlich seufzte er geschlagen.

„Ich kenne die Gaunts auch nur, weil sie angeblich - wie die Potters auch - von den
Peverells abstammen sollen und auch von Sly-“ Doch Ginny unterbrach ihn hastig.

„Von den Peverells? Denen von dem Märchen der drei Brüder?“ James nickte und wollte wieder ansetzten, als sich Lily einmischte.

„Peverells? Märchen der drei Brüder?“ Da fiel Harry ein, dass seine Mutter ja auch keine Ahnung von magischen Märchen hatte - wie er selbst. Dumbledore blickte zwischen den aufgeregten Schülern hin und her und entschied: „Es ist besser, wenn wir die Erinnerung hier abbrechen und erst einmal die Geschichte der Peverells erzählen - wir werden sie noch brauchen.“ Harry nickte hastig - er würde um diese verhasste Erinnerung herumkommen!
Dumbledores Blick traf ganz unverhofft den seinen und der Schulleiter nickte ihm zu und schon versank er wieder in dem Strudel von Farben und befand sich auf dem Weg zurück in den Raum der Schulsprecher.

Als alle wieder festen Boden unter den Füßen hatten blickte sich Harry um und sah verwunderte, verschreckte, aber auch neugierige Mienen.

„Was haben denn die Peverells mit diesem Widerling zu tun?“ Peter schien ein wenig verwirrt.

„Erst mal wer sind die Peverells eigentlich?“ Lily sah James und Dumbledore gleichermaßen wütend an. „Bin ich eigentlich die Einzige, die nichts von diesen Peverells weiß?“

„Ich weiß das auch nicht“, gab Beccy unverblümt zu.

„Wie?“ Sirius schien es nicht glauben zu wollen. „Du kennst die nicht? Jeder der in England lebt, kennt die.“ Beccy funkelte ihn wütend an.

„Kennst du Cú Chulainn?“

„Wen?“ Beccy kicherte.

„Siehst du?“ Sirius und Beccy fingen wie auf Kommando an zu lachen und steckten alle damit an. Harry wischte sich die Lachtränen aus den Augen und fühlte sich ein wenig leichter. Die dunklen Schatten der Erinnerung schienen weit weg und er freute sich schon auf das Märchen. Wer es wohl erzählen würde?

„Nun denn.“ Dumbledore nickte allen zu. „Wer möchte erzählen?“

„Ich!“ Alle sahen James überrascht an. Dieser lief rosa an und murmelte: „Ich wollte meinem Sohn schon immer mal Märchen erzählen.“

Nach einander ließen sie sich wieder auf die Sofas und Sessel fallen und warteten gespannt auf das, was James ihnen erzählen würde.

„Was haltet ihr von ein paar Snacks, während James uns die Geschichte erzählt?“, sagte Dumbledore, die anderen nickten zustimmend.

Ein paar Augenblicke später hatten Crossy und Sally ihnen allerlei Kleinigkeiten auf den Couchtisch gestellt, Sirius und Harry griffen sofort begeistert zu.

Diejenigen, die die Geschichte bereits kannten, lehnten sich nun entspannt zurück, während Beccy und Lily aufmerksam in die Runde blickten.

Harry musste beinahe grinsen, als sein Blick auf den Tarnumhang fiel, dazu hatte er den Stein der Auferstehung noch in der Tasche.

„Soll ich anfangen?“, fragte James und grinste ebenfalls, wobei er Harry glich wie sein Zwillingsbruder.

„Ja!“, sagten Lily und Beccy gleichzeitig, James grinste noch mehr. Sein Blick traf Harry, der ihm zunickte, ebenso wie Dumbledore.

Er lehnte sich auf der Couch zurück und genoss den Moment, Lily und Beccy vor sich zu haben, die begierig darauf warteten, dass er endlich anfing.

„Jaaaames“, quengelte die Rothaarige, James lachte und räusperte sich kurz.

„Also gut, wollt ihr die lange oder die kurze Version hören?“

„Jetzt fang schon an!“, maulte Beccy, die endlich wissen wollte, worum es hier eigentlich ging. Es war ihr unangenehm, dass anscheinend nur Lily und sie hier nichts wussten, was alle anderen köstlich zu amüsieren schien.

„Also“, begann James und überlegte, wie er anfangen sollte. „Die Peverells waren drei Brüder, Antioch, Cadmus und Ignotus. Sie waren auf Reisen und eines Tages trafen sie - auf den Tod. Dieser stellte ihnen eine List, er würde ihnen das geben, was sie von ihm verlangten.“
Er machte eine kurze Pause und Beccy fragte irritiert: „Wo ist da die List?“

„Kommt, warte ab“, sagte Remus und lächelte, vorsichtig lächelte Beccy zurück und wandte sich wieder James zu.

„So erhielten sie drei Gegenstände von ihm - der älteste der Brüder erhielt einen Zauberstab, mit dem er alle Duelle gewinnen konnte und welcher ihn unverwundbar machen sollte. Doch eines Nachts wurde beraubt und mit seinem eigenen Stab getötet - der Tod hatte ihn überlistet.“

„Hmpf“, machte Lily nur, während Beccy ziemlich ungläubig drein schaute. Als keiner mehr etwas sagte, sprach James weiter.

„Der zweite Bruder verlangte einen Stein, mit welchem er jene, die von ihm gegangen waren, zurück holen konnte. Er bekam den Stein er Auferstehung, doch auch hier war der Tod nicht ehrlich gewesen - denn jene, die aus dem Reich der Toten zurück kehrten, waren nicht wirklich aus Fleisch und Blut, sondern kalt, wie durch einen Schleier. Unglücklich, seine einstige Geliebte zwar bei sich, jedoch zugleich unerreichbar bei sich zu haben, nahm sich der zweite der Brüder das Leben - der Tod hatte auch hier gewonnen.“

Wieder entstand eine Pause und jetzt waren es nicht nur Beccy und Lily, die gebannt den Worten James' lauschten. Es war mucksmäuschenstill im Raum, eine gewisse Spannung war entstanden. Immer wieder streiften einzelne Blicke Harry, welcher sich langsam, unbehaglich fühlte, eben jene Relikte bei sich zu tragen, die einst so grausames Unheil angerichtet hatten.

„Der dritte Bruder, welcher gleichzeitig der Jüngste war, misstraute dem Tod. Er verlangte etwas, womit dieser ihn niemals würde finden können - und erhielt den einzig wahren Unsichtbarkeitsumhang.“

Lily keuchte, ein Verdacht keimte in ihr auf. Gewiss, sie hatten bereits über die Heiligtümer des Todes gesprochen, ebenso um den Umhang, aber die eigentliche Geschichte dazu zu hören, rief am ganzen Körper eine Gänsehaut hervor und sie wusste, dass es nicht nur ihr so ging.

Auch Sirius und Remus hatten sich aufrechter hingesetzt. Zwar kannten sie das Märchen aus Kindertagen, doch das hier war ein ganz anderer Zusammenhang.

„Was wurde aus ihm?“, fragte Lily atemlos, die die Spannung kaum noch aushielt.

„Der Tod fand ihn nicht“, meinte James und warf einen Blick zwischen seinen Freund und Harry hin und her, in deren Augen er allesamt dasselbe lesen konnte: und jetzt haben wir diesen Umhang! „Erst, als er bereits steinalt war, nahm er den Unsichtbarkeitsumhang ab gab ihn an seinen Sohn weiter.“

Er endete und war selbst gebannt. Nie hatte er direkt darüber nachgedacht, woher dieser Umhang, den er von seinem Dad bekommen hatte, eigentlich stammte.

„Moment…“, sagte er zögernd und blickte Harry und Dumbledore an.

„Ganz genau“, sagte Harry, überrascht flogen die Blicke zu ihm. „Dads Umhang ist eben dieser, Generationen lang weiter vererbt bis heute.“ Damit legte er den Umhang auf den Tisch, daneben den Stein der Auferstehung.

„Ja, aber….“, fing Peter an, doch dann schien seine eigenen Gedanken ihm Angst ein zujagen und er beendete seinen Satz nicht.

„Ja, aber, was?“, wollte Sirius interessiert wissen. Peter blickte scheu in die Runde.

„Naja…“ Er räusperte sich und knetete nervös seine Hände, als er weiter sprach. „Es kann doch sein, dass James' Tarnumhang ein Heiligtum ist, oder?“

„Wenn es die überhaupt gibt“, warf Remus kritisch ein. „Das eben war nicht mehr, als eine einfach Gutenachtgeschichte für kleine Kinder.“

„Aber in jedem Märchen, oder jeder Legende steckt ein Fünkchen Wahrheit!“, entgegnete Beccy aufgebracht. „Denn soviel Märchen und Legenden wie es gibt kann man sich gar nicht ausdenken.“ Dumbledore nickte schwer und zwinkerte Beccy zu.

„Das ist schon die zweite sehr aufschlussreiche Bemerkung von Ihnen, Miss O'Conner - und nein“, fügte er mit blitzenden Augen hinzu. „Das ist nun kein Grund rot zu werden - sicher nicht.“ Beccy wurde es trotzdem und grinste leicht beschämt vor sich hin.

„Ja, aber mal rein logisch gedacht…“ Lily murmelte etwas halblaut vor sich hin.
„Mal rein logisch gedacht ist es äußerst unwahrscheinlich, dass es sie gibt“, beendete Remus Lilys Gemurmel. „Da gebe ich dir vollkommen Recht.“ James stöhnte auf.

„Wollt ihr die Wahrscheinlichkeit, ob es die nun gibt oder nicht noch irgendwie ausrechen?“, maulte Sirius.

„Bessere Idee?“, fauchte Lily und funkelte Sirius wütend an.

„Allerdings!“, schlug dieser zurück. „Ich wüsste gerne, was das denn bitte mit diesen Horkruxen zu tun hat.“

„Würde mich auch interessieren“, flüsterte Peter leise - scheinbar war er nicht unbedingt erpicht darauf von Lily angeschienen zu werden.

„Die Gaunts stammen nicht nur von den Peverells ab, sondern auch von Salazar Slytherin“, erklärte Dumbledore. „Und es ist immer noch ein Erbstück Slytherins bis zu den Gaunts vererbt worden - ein goldenes Medaillon mit einem großen, schlagenverziertem ?S'.“

„Und dieses Erbstück verwandelte Tom dann in seinen ersten Horkrux.“

„Tom?“ Peter sah den Schulleiter fragend an. Dumbledore schenkte dem Marauder einen verstehenden Blick.

„Lord Voldemort heißt mit bürgerlichem Namen Tom Vorlost Riddle.“

„ Na da hätte ich mir auch nen anderen besorgt.“

„Sirius!“ Beccy war einfach nur entsetzt, dass Sirius darüber lachen konnte. Dieser verdrehte die Augen.

„Oh man“, murmelte er düster. „Wo kommen wir denn hin, wenn man nicht mal mehr 'nen Scherz machen darf?“ Lily warf Sirius einen halb verständnisvollen, halb verärgerten Blick zu.

„Es ist ja nicht, dass du keine machen darfst, aber das Thema. nun ja…“ Sie ließ den Satz einfach ausklingen.

„Wenn wir heute zumindest noch einen Teil der Erinnerungen von Harry über Tom sehen wollen, sollten wir nicht über den Humor von Mr. Black diskutieren, sondern ins Denkarium eintauchen“, ging Dumbledore dazwischen, bevor Sirius etwas erwidern konnte und es womöglich in einem Streit geendet hätte.

Die Jugendlichen sahen erst sich und dann Dumbledore an und nickten schließlich. Sie traten an den Tisch, auf welchem das Denkarium stand und beugten sich über das Gefäß und tauchten in die Erinnerung hinein. Nach ungefähr zwanzig Minuten landeten sie wieder im Zimmer der Schulsprecher.

„Was passierte danach mit Ogden und Merope? Sind sie dort Beide wieder heil heraus gekommen?“, fragte Ginny, kaum das sie wieder den Boden unter ihren Füssen spürte Harry und sah ihn dabei ängstlich fragend an.

Sie hatten Dumbledore versprochen während der Erinnerungen selbst nicht zu reden, sondern aufmerksam zu beobachten, da alles helfen könnte die Horkruxe zu finden, die in dieser Zeit an einem anderen Ort aufbewahrt wurden als in Harrys Zeit. Er hatte gleich nach dem Landen in der Erinnerung gemeint, das sie danach gerne darüber diskutieren könnten aber erst wieder, wenn sie aus dem Denkarium heraus wären.

„Ogden konnte disapperieren und war ein paar Minuten später wieder da und hat sowohl Morphin also auch Vorlost mitgenommen. Beide kamen nach Askaban. Merope hat den Muggel, den ihr kurz durchs Fenster gesehen habt geheiratet. Er hat es nicht freiwillig getan und als er erfahren hat, dass sie eine Hexe ist, ist er wieder nach Hause gekommen. Aber Merope war schon schwanger. Sie ging nach London, hatte aber kein Geld, nachdem ihr Mann abgehauen ist. Sie verkaufte das Medaillon von Slytherin für eine lächerliche Summe an Borgin und Burkes“, sagte Harry, während ihm alle atemlos lauschend folgten.

„Da haben sie ja mal wieder jemanden über den Tisch gezogen das machen sie gerne“, murmelte Sirius vor sich hin. Auf die fragenden Blicke der anderen sagte er lauter: „Meine Eltern machen hin und wieder Geschäfte mit ihnen.“

Darauf sagte keiner etwas, denn alle in dem Raum wussten, dass es ein Thema gab, über das Sirius Black nie in seinem Leben freiwillig redete. Und das waren seine Eltern.

„Was passierte dann“, fragte Peter, um die Aufmerksamkeit, die im Moment bei Sirius war von ihm abzulenken, denn er merkte das sein Freund schon zu viel über seine Eltern gesagt hatte, zumindest nach seinem Geschmack, auf sich. Peter lief leicht rot an, lächelte aber schwach, als er den dankbaren Blick von Sirius sah.

„Ja Harry, wie ging es dann weiter“, fragte nun auch Beccy und sah von Peter zu Harry.

„Merope ging kurz vor der Geburt ihres Kindes in ein Waisenhaus und starb dort bei der Geburt, aber das würde ich euch lieber genauer mit einer Erinnerung zeigen, wenn sie Sir mir erlauben diese zu zeigen, denn die, die sie mir als nächstes zeigten war eine von ihren eigenen“; sagte Harry und blickte seinen Schulleiter und Mentor fragend an.

Dumbledore ging einen Schritt auf das Denkarium zu und sagte: „Harry setze dir erst diese Erinnerung wieder ein und dann werde ich meine Erinnerung hineintun. Ich denke ich weiß, welche du meinst.“

Harry zog seinen Zauberstab, steckte ihn aber wieder weg, nachdem er gesehen hatte, das es der Weißdorn-Stab von Draco war und zog seinen alten, endlich wieder reparierten Zauberstab hervor.

„Du hast zwei Zauberstäbe Harry?“, fragte James und warf seinem Sohn einen verblüfften Blick zu.

„Ähm - ja - aber der eine Stab ist eigentlich nicht meiner“, antwortete Harry und sah betreten zu Boden.

„Harry“, holte Dumbledore ihn mit seiner sanften Stimme aus seinen Gedanken. Harry sah seinen Mentor an und nickte ihm zu und steckte seinen Zauberstab ins Denkarium in seine Erinnerungen und zog sie daran heraus. Er setzte seinen Stab an die Schläfe und die Erinnerungen verschwanden wieder in seinem Kopf.

Dumbledore zog nun seinerseits seinen Zauberstab, setzte ihn an seinen Kopf und zog langsam seinen silber-weiß schimmernden Faden hervor. Er zog einmal kräftig an seinem Stab, der Erinnerungsfaden riss und er ließ ihn ins Denkarium gleiten. Alle stellten sich auf und beugten sich wieder über das steinerne Gefäß und versanken in der Erinnerung. Sie verfolgten schweigen Professor Dumbledore ins Waisenhaus. Eine halbe Stunde später saßen sie wieder im Schulsprecherzimmer auf den Sofas und den Sessel.

„Ohman ich dachte ja, das ich Alkohol vertrage aber diese Direktorin des Waisenhauses schlägt mich um Längen“, murmelte Sirius.

„Ist euch bei der Erinnerung etwas aufgefallen?“, fragte Harry und hoffte, das sie schnell mit den Erinnerung durch kommen würde, denn er wollte sie immer noch nicht sehen. Aber er wusste, dass ihm keine andere Wahl blieb und so wollte er es zumindest so schnell wie möglich hinter sich bringen.

„Was soll uns aufgefallen sein?“, fragte Beccy und guckte fragend in die Gesichter ihrer Freunde.


Alles, was sie als Antwort bekam, waren überraschte Blicke und kollektives Schulterzucken.

Dumbledore sah in die Runde. „Ist Ihnen an dem Verhalten Toms nichts Seltsames aufgefallen?“
Aufmerksam sah er sie an, man konnte in den Gesichtern der Jugendlichen erkennen, dass sie angestrengt über das nachdachten, was sie soeben gesehen hatten.

„Jojo, Silberfingerhut, Mundharmonika…“, murmelte Peter vor sich hin, während er auf Glas blickte, welches in den Händen drehte, die Ellenbogen auf die Knie gestützt.

„Sehr gut, Mister Pettigrew“, sagte Dumbledore und bedachte ihm mit einem gütigen Lächeln, welches für ihn so typisch war. „Das war einer der Punkte, auf die ich hinaus wollte.“

„Wem gehörten die Sachen und warum waren sie in seinem Schrank?“, fragte Peter und sah abwartend zu dem Schulleiter.

Dumbledore nickte leicht, legte seine Fingerspitzen aneinander und blickte ihn über die Ränder seiner Halbmondbrille an. „Was denken Sie? Hat eine oder einer von Ihnen eine Idee?“

Remus blickte nachdenklich in die Flammen. Plötzlich hob er den Kopf und sah aus, als wolle er etwas sagen, öffnete den Mund, schloss ihn aber wieder, ohne etwas gesagt zu haben.

„Mister Lupin, sprechen Sie ruhig“, ermutigte Dumbledore ihn und sah ihn freundlich an.

Remus richtete sich auf. „Es war seine Art, seine Überlegenheit zu demonstrieren, seine Macht, die er damit über andere ausüben konnte. Seine Besitztümer, die aber nicht sein Eigentum waren.“

„Er war erst elf“, murmelte Lily leise und schüttelte leicht ungläubig den Kopf.

„Du erinnerst dich, wie er mit Professor Dumbledore gesprochen hat? Das war nicht der Ton eines gewöhnlichen elfjährigen Waisenkindes, sondern der eines Kindes, das immer erhaben über andere sein wollte. Eines Kindes, das sich von den für ihn gewöhnlichen Menschen abgrenzen und über ihnen stehen wollte“, antwortete der Werwolf und fragte sich, ob die anderen es genauso gehört hatten, oder ob nur er es wegen seiner so kurz nach Vollmond noch geschärften Sinne wahrgenommen hatte.

„Unser Wölfchen hat geheult“, lachte Sirius, bekam aber sofort von den drei Hexen im Raum strafende Blicke zu geworfen, die ihn lieber verstummen ließen.
Er duckte sich, sah zu dem Anführer seines Rudels auf und gab ein leises, entschuldigendes Winseln von sich. Dumbledore gluckste.

Mit nachdenklicher Miene, die Stirn in Falten gelegt und mit großen Augen schaute Lily Remus nachdenklich an. „Er war doch erst elf“, wiederholte sie immer noch skeptisch.

„Bedenken Sie, Miss Evans, wir haben es hier nicht mit einem gewöhnlichen Elfjährigen zu tun. Sie sprechen über den Jungen, der sich später einmal Lord Voldemort nennen wird und das nicht ohne Grund“, erwiderte Dumbledore bestimmt.

Lily blickte bestürzt drein. „Heißt das, Remus hat Recht mit seiner Vermutung, Sir? Sind es wirklich eine Art Trophäen von den Kindern, die er quälte?“

„Das sind sie, leider“, gab Dumbledore zu und nickte betrübt.

„Was haben wir an dem Wissen, dass Er, dessen Name nicht genannt werden darf, anderen Kindern Spielzeug klaut?“, fragte Ginny und sah etwas unbeholfen drein.

Harry sah seine Freundin irritiert von der Seite an. „Es geht nicht um das Spielzeug, Gin“, sagte er eindringlich. „Du übersiehst das Offensichtliche. Er hat es schon damals sehr wohl verstanden, andere zu manipulieren und zu kontrollieren, Macht über sie ausüben zu können. Es geht nicht darum, dass er einen Fingerhut oder ein Jojo geklaut hat, sondern darum, dass diese Gegenstände für diese Kinder einen Wert hatten, eine Bedeutung. Sie waren ihnen wichtig und das war es, was ihn dazu trieb, sie zu stehlen, einzig zu dem Zweck, den anderen Kindern zu schaden.“

„Du siehst doch allein an seinem Namen, dass er absolut großenwahnsinnig ist“, warf Sirius düster ein.

James sah ihn überrascht an. „Was meinst du, Pad?“, fragte er.

„Prongs, du als Reinblüter müsstest das doch eigentlich wissen?“

James' Augen wurden groß. „Wie?“, fragte er und schüttelte den Kopf.

„Pass auf“, erklärte Sirius, „Lord Voldemort ist einerseits an Anagramm seines Namens, Tom Vorlost Riddle. Aber der Name bedeutet zugleich, wenn man ihn zerlegt in Vol - de - Mort, Flug des Todes, oder auch Dieb des Todes. Jener, der dem Tod entfloh und selbst für die rasende Vernichtung steht.“

Erschrockene und entsetzte Gesichter blickten ihn an.

„Dieb des Todes“, murmelte Harry, „Heiligtümer des Todes, Horkruxe… der dem Tod entkam…“

„Hör auf, ich habe jetzt schon eine Gänsehaut“, kam es leise von Beccy, welche leicht zitternd neben Remus auf dem Sofa saß. Dieser rückte etwas an sie heran und legte schüchtern, aber gleichzeitig beschützend, einen Arm um sie. Sie schenkte ihm ein dankbares Lächeln, während James und Sirius sich viel sagende Blicke zuwarfen.

„Deine Gedanken sind bemerkenswert, Harry“, sagte Dumbledore, „man erkennt, dass du dich damit intensiv auseinander setzen musstest. Auch von Ihnen, Mister Black, bin ich beeindruckt. Sie haben Toms Namen richtig analysiert, auch in Beziehung zu den sieben Horkruxen, die er noch während seiner Schulzeit beginnt, zu erstellen.“

„Sir, wieso duzen Sie Harry und Siezen Sie uns?“, fragte James grinsend, Dumbledore sah ihn im ersten Moment verwirrt an und ließ erneut ein belustigtes Glucksen verlauten.

„Das ist eine berechtigte Frage, Mister Potter“, antwortete er und schien ernsthaft zu überlegen. „Ich muss gestehen, ich weiß darauf selbst keine Antwort. Aber wenn es Ihnen Recht ist, werde ich Sie, wenn wir unter uns sind, alle per Du ansprechen, das macht das Ganze einfacher.“

„Das ist eine gute Idee, Sir“, sagte Lily und erntete zustimmendes Nicken.

„Das wäre doch ein guter Abschluss des heutigen Tages“, erklang Dumbledores Stimme und der Schulleiter erhob sich aus seinem Sessel. „Ich schlage vor, wir alle gehen jetzt in die Große Halle und werden gemütlich zu Abend essen. Ich wünsche euch allen einen regen Appetit und einen unterhaltsamen Abend. Wollen wir uns morgen nach dem Frühstück gegen zehn Uhr wieder hier treffen?“

„Sir“, unterbrach Beccy den Direktor zurückhaltend, „könnten wir das Treffen eventuell auf morgen Nachmittag verlegen? Ich hatte für morgen zehn Uhr Quidditch Training angesetzt.“

„Natürlich“, antwortete Dumbledore, „dann werden wir uns nach dem Mittagessen gegen zwei Uhr hier einfinden.“

„Ich danke Ihnen, Sir, dass Sie sich die Zeit genommen haben, um uns zu helfen“, sagte Harry und blickte seinen Mentor dankbar an.

„Es war mir eine Freude, Harry. Wir haben doch alle dasselbe Ziel. Eine friedliche, magische und nicht-magische Welt.“
Glück ist das einzige, was wir anderen geben können, ohne es selbst zu haben.
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von Tjeika »

Na, das war vielleicht mal ein Unfall... zum Glück waren es nur Reviews. Zwar schade, aber immerhin, es geht weiter :D

Hier nun mein gespeichertes Review:

Huhu, da bin ich wieder. Mich werdet ihr so bald nicht wieder los :lol:
Wieder einmal ein äußerst aufschlussreiches Kapitel, welches ihr hier geliefert hat. Ich habe wohl bei den letzten Kapiteln vergessen zu erwähnen, dass sie mir auch stilistisch sehr gut gefallen. Rechtschreibfehler sind mir nur sehr wenige aufgefallen, die sowieso kaum auffielen. Aber das nur am Rande als Info.
Ich fand bei diesem Kapitel eigentlich die Gespräche am Rande am schönsten. Es war immer wieder so, dass sich einem ein Schmunzeln auf das Gesicht schlich. Vor allen Dumbledores Art, die anderen darauf hinzuweisen, doch beim Thema zu bleiben. Sehr schön.
Was wohl nicht nur mich wunderte war ebenfalls der Fakt, dass Dumbledore Harry als einzigen gedutzt hatte. Steckt da noch mehr dahinter? Würde mich ja wahrlich mal interessieren.

Und sowieso interessiert es mich, wie es weitergeht.
Ich bin abhängig... *lach*

:knuff: Ria
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Cassiopeia
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von Cassiopeia »

Na, das wollen wir doch hoffen, dass wir dich nicht so schnell wieder los werden *g* super, dass es dir noch immer gefällt, trotz der vielen Erklärungen^^.
Mh, dass Harry als einziger gedutzt wird, hatte glaube ich, keine besondere Bewandnis. Aber nun werden ja alle gedutzt, das macht das ganze einfacher *lach*
Danke für den Lob wegen dem Stil! *tanz* Wir geben uns Mühe :D


viel Spaß weiterhin :knuff:
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vojka
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von vojka »

Naja Dämlichkeit muss bestraft werden und so sind deine Kommis weg *seufz*


Kapitel 15

15. Quddich, Animagi und Bücher


„Harry, du musst mir nachher unbedingt den Wronsky-Bluff zeigen“, schmatzte James beim Frühstück, als er in eine Pastete biss. Sie saßen zu acht am Gryffindortisch zum Frühstück in der großen Halle, James und Beccy in Quidditchroben und die Besen neben ihnen an die Bank gelehnt.

„Klar, Dad, mach ich“, grinste Harry und sah freudig auf James' Besen, auf dem er zu gerne wieder eine Runde drehen würde. Ginnys Blick wurde ebenfalls leicht neidisch, als sie den Jäger und die Treiberin in ihren Roben musterte.

„James, wenn du so weiter futterst, überlistest du nachher die Schwerkraft im umgedrehten Sinne“, meckerte Beccy, die zum Aufbruch drängte. Grummelnd und augenrollend verschlang James den Rest seiner Paste und stand umständlich von der Bank auf, während er sich den Besen über die Schulter schwang. Er gab Lily noch einen Kuss und folgte der Kapitänin Richtung Ausgang zum Quidditchfeld.

Begeistert schnappte Harry sich zwei belegte Brote und sprang ebenfalls von der Bank auf. „Ich - Training - später“, konnte man nur verstehen und schon war er mit ausgreifenden Schritten hinter James und Beccy hergeeilt.

„Nicht mal Zeit für einen Abschiedskuss“, murmelte Ginny schmollend, Lily lachte.

„Von mir hat er das nicht“, grinste sie und schenkte sich Tee nach.

Ginny trank ihren letzten Schluck Kürbissaft und erhob sich ebenfalls. „Ich glaub, ich werde auch mal zugucken gehen“, sagte sie und grinste.

„Mach das“, entgegnete Lily und nickte ihr freundlich zu. „Ich werde die Jungs hoffentlich dazu bringen, mit mir einen Blick in die Bücher zu werfen, ich hab mich nicht umsonst mit dem Umhang in die Bibliothek geschlichen um Bücher zu klauen, die wir dann doch nicht lesen.“

Sirius sah entsetzt von seinen Cornflakes auf. „Ich, Bücher? Das ist nicht dein Ernst!“

Lily rollte nun ihrerseits die Augen. „Du weißt schon, Black - Wörter, schwarze Buchstaben auf weißem Grund, man nennt es Sätze. Da wirst auch du nicht drum herum kommen.“

„Wie nennt man nervige Besserwisser mit Gryffindorabzeichen - Schulsprecher!“, gab Sirius bissig zurück.

„Eben jene Besserwisserin verpasst dir gleich ne Strafarbeit, Black“, antwortete Lily nur, Sirius tat beleidigt.

Ein paar Meter weiter, außerhalb der Halle, stiegen Ginny und Harry gerade die Stufen zu den Quidditchtribünen hinauf. Sie setzten sich auf etwa halber Höhe in zwei Sitze und beobachteten gespannt das Training des Gryffindorteams. Beccy scheuchte ihre Jungs gehörig durch die Luft und wieder einmal Mehr musste Harry an Oliver Wood denken.
Die Klatscher sausten von einem Schlagholz zum nächsten und als Beccy mit großem Schwung ausholte, pfefferte dieser genau auf den Sucher Ian Miller zu. Er versuchte auszuweichen, prallte dabei jedoch gegen den mittleren der Torringe und fiel unsanft zu Boden.

Beccy kreischte erschreckt und war im nächsten Moment neben ihrem Sucher. Sie befahl zwei der drei Jägern, Miller zur Krankenstation zu begleiten und so schnell wie möglich zurück zu kehren, um ja nicht das Training zu verpassen.
Kaum hatten die drei das Feld verlassen, waren Ginny und Harry auf die Truppe am Boden gestoßen und hörten Beccy wütend fluchen.

„Wie blöd kann man sein? Nur noch drei Wochen bis zum nächsten Spiel, das wird die Blamage des Jahrhunderts! McGonnagal wird mich vierteilen! Mann Miller, wie blind kann man sein, hat der schon einmal etwas von Orientierungssinn gehört?“

Während Beccy ihrer Wut Luft machte, schnappte sich Harry den Besen von seinem Dad und schwang sich in die Lüfte. Er hatte bei einer der Tribünen etwas goldenes blitzen sehen und wollte, bevor der Schnatz wieder verschwand fangen, denn er wusste als Kapitän, dass die Mannschaften selbst für ihre Bälle verantwortlich waren und dass wenn einer verloren ging dies der Kapitän zu tragen hatte. Gerade, als er beim Schnatz angekommen war, änderte dieser seine Richtung. Es sah aus, als wollte dieser kleine goldene Ball fangen mit dem Jungen auf dem Besen spielen.
Beccy, die kurz Luft geholt hatte bei ihrem Ausbruch, sah Harry und folgte seinen Flugmanövern atemlos. Sie sah, das Harry dem Schnatz Stückchen für Stückchen näher kam und plötzlich schoss sich seine Hand um ihn. Sie sah von Harry zu James und wieder zurück.

„Er fliegt wie du, man könnte euch, wenn ihr beide in der Luft seid kaum unterscheiden“, meinte sie immer noch staunend über Harrys Geschicklichkeit auf dem Besen.

„Er ist ja auch mein Sohn“, sagte James stolz. „Ein Potter kann halt einfach fliegen.“

Harry flog langsam auf die kleine Gruppe am Boden zu, aber bevor er zur Landung ansetzte stieg er noch einmal nach oben und riss dann den Besen herum. Er legte sich flach auf sein Fluggerät und drückte die Spitze gen Boden und sauste auf diesen zu. Beccy und auch der Hüter und der zweite Treiber der Mannschaft sahen entsetzt zu und der Hüter murmelte: „Ohman, ist der verrückt? Der kracht gleich auf den Boden!“

„Tut er nicht“, murmelte James, der mit Ginny zusammen dem Flugmanöver seines Sohnes relativ gelassen zu sah.

Kurz bevor Harry auf den Boden aufschlug, riss er den Besen wieder in die Waagerechte und landete sanft vor den Füssen der anderen.

„Harry, willst du Sucher in unserer Mannschaft sein?“, fragte Beccy immer noch beeindruckt von dem eben gesehenen.

Mit einem breiten Grinsen im Gesicht nickte Harry und schrie beinahe seine Antwort: „Ja, klar will ich. Ich liebe Quiddich.“

Beccy war noch dabei, Harry das Angebot zu machen, als Ginny sich den Besen schnappte und Richtung Hüter stampfte.

„Würdest du meine Bälle halten? Ich würde gerne mal wieder ein paar Quaffels auf die Ringe werfen“, fragte sie und schnappte sich diesen aus der Ballkiste, welches zu den Füssen des Hüters stand.

„Klar warum nicht“ antwortete dieser und stieg auf seinen Besen.

Auch Ginny stieg in die Luft und flog auf die Ringe zu. Sie täuschte links an und der Hüter fiel auf prompt darauf rein und Ginny traf in den mittleren der Torringe. Sie schnappte sich wieder den Quaffel und flog zum Freiwurfpunkt. Dieses mal hatte der Hüter mehr Glück, er schaffte es gerade dem Ball mit der äußersten Spitze seiner Finger von der Flugbahn abzulenken, so dass dieser nicht durch den Ring flog. Ginny warf immer wieder und fast alle ihre Bälle fanden auch ihr Ziel. Brad O'Brain der zweite Treiber der Mannschaft, sah den Beiden begeistert zu.

„Wow, die Kleine ist ja fast so gut wie du James“, meinte er und deutete auf Ginny, welche immer noch auf die Ringe Thomas Parker warf.

Auch Beccy wurde nun auf die Beiden in der Luft aufmerksam und konnte ihrem Treiber nur zustimmen.

„Du hast recht Brad. Sie ist wirklich so gut wie James und besser als wir zwei oder was meinst du. Dany“, fragte Shawn, seinen Treiberkollegen, welche gerade von der Krankenstation wieder kamen.

Dany konnte nur zustimmend nicken.

„Beccy? Ich glaube, du solltest die Mannschaft umstellen“, sagte Dany und holte sich ein stummes Einverständnis von seinem besten Freund Shawn, welcher auch sofort nickte.

„Aber kampflos wird keiner von uns Beiden das Feld räumen. Wir wollen ein Auswahlspiel“, meinten Beiden wie aus einem Mund.

Beccy überlegte kurz, dann leuchteten ihre Augen auf.
„Gut. Ab mit euch in die Luft!“

„Jetzt?“, kam es ziemlich überrascht von den Beiden zurück. Beccy verdrehte die Augen.

„Nee… Nächstes Jahr - klar jetzt!“
Die Beiden duckten sich unisono und waren im nächsten Moment schon in den Lüften.

„Naja…“ James blickte den beiden Jägern hinterher und grinste.

„Und ich darf die wieder auf aufbauen, wenn sie verlieren - danke aber auch.“
Beccy ließ sich nicht ärgern und grinste zurück: „Ja klar - zu irgendwas musst du ja gut sein.“ James drehte ihr den Rücken zu, streckte die Nase in die Luft und machte nur „Pöh“, aber das Schmunzeln in seiner Stimme war nicht zu überhören.
Beccy aber ignorierte ihren letzten Jäger einfach und schwang sich ebenfalls in die Luft, um Anweisungen für das Spiel zu geben.

Zuerst war Dany Midnight an der Reihe. Er schnappte sich den Quaffel, flog eine Schleife und traf, Thomas Parker hatte keine Chance. Den zweiten jedoch hielt er, ebenso den dritten Wurf. Den vierten und fünften verpasste er nur knapp, beide trafen den rechten Ring.
Sean Davids war zunächst etwas nervös und verpasste die ersten zwei Würfe, der dritte jedoch traf in den mittleren Ring. Ebenso der vierte Wurf, den fünften jedoch hielt Parker souverän.
Nun hielt Ginny den Quaffel in der Hand, sie musste grinsen, als sie an ihr letztes Auswahlspiel für die Gryffindormannschaft dachte. McLaggen, der sich als Hüter versucht hatte und Harrys Eifersucht, die sie damals noch nicht hatte deuten können, obwohl sie kurz danach im Himmel zu schweben schien, als sie aufgenommen wurde.
Sie blickte zu ihrem Freund und grinste, als sie sah, dass Harry sie beinahe anstrahlte. Selbstsicher griff sie fest nach dem Ball, täuschte an und traf. Parker war komplett in die falsche Richtung geflogen, grummelnd nahm er wieder Stellung vor den drei Ringen.
Diesmal flog sie blitzschnell eine Kurve und warf in den linken Ring, Thomas blickte ihr überrascht nach und konnte nur zusehen, wie der Ball durch den Ring sauste. Beim dritten Ball jedoch verschätzte sie sich, Thomas wehrte ihn mit seinem Besen ab und schleuderte ihn auf das Feld zurück.
Ginny suchte wieder den Blick Harrys und fand ihn, grüne Augen sahen sie liebevoll an, sie nickte und straffte die Schultern. Nahm den Ball und verwandelte.
Als auch der fünfte Treffer durch die Ringe war, jubelte Harry lauthals, Dany Midnight und Sean Davids ließen die Köpfe hängen, gratulierten dann aber aufrichtig und herzlich.

„Dany, darf ich dir deine neue Partnerin vorstellen? Ginny Whright, ab sofort Mitglied des Gryffindor-Quidditchteams“, meinte Beccy kurz entschlossen.

Ginny landete freudestrahlend und rannte enthusiastisch auf Harry zu, der sie mit einem begeisterten Kuss empfing.
„Ich bin stolz auf dich“, murmelte er und zog sie in eine feste Umarmung.

„Und ich auf dich“, entgegnete sie leise und küsste ihn erneut, für den Moment gab es nur sie beide.


Zu eben jener Zeit saßen Remus, Sirius, Peter und Lily im Gryffindor-Gemeinschaftsraum und hockten Pärchenweise über je einem Buch. Lily und Peter hatten sich Que animagus ero auf den Tisch gelegt und blätterten durch das Inhaltsverzeichnis der Kapitel, schlugen hier und da ein paar Seiten auf und lasen ein Stückchen. Remus saß über dem Exemplar von und studierte es eingehend, während Sirius das Buch aus größtmöglicher Entfernung ansah, als wäre es eines von Hagrids mordlüsternen Monstern.

Angestrengt fuhr Remus das Inhaltsverzeichnis mit dem Finger auf und ab und murmelte unablässig: „Es muss doch etwas über Werwölfe hier drin stehen.“

Sirius blickte auf. „Wie heißt das Buch noch mal, Moony?“

Remus klappte den Deckel und zu las vor: „Omne quod scire de alqua re animagi debebant.“

„Und auf Englisch?“, wollte Sirius mit rollenden Augen wissen.

Remus dachte kurz nach und übersetzte dann: „Alles, was Sie schon immer über Animagi wissen wollten, wenn ich es richtig im Kopf habe.“

Sirius blickte auf und riss Remus beinahe das Buch unter den Händen weg. „Das kenne ich!“, rief er begeistert und blätterte aufgeregt durch das Buch, als suche er nach etwas Bestimmtem.

Nach einigen Minuten, in denen Remus ihm verblüfft zugesehen hatte, fragte er stirnrunzelnd: „Pad, suchst du etwas?“

Sirius sah jedoch nicht von dem Buch auf und murmelte geistesabwesend: „Irgendwo müssen sie doch sein, ich weiß, dass ich sie gemacht habe!“

Remus blickte noch verwirrter drein und zog die Augenbrauen hoch. „Was hast du gemacht?“

Sirius klemmte den Zeigefinger zwischen zwei Seiten und sah kurz zu ihm auf. „Das Buch haben wir uns letztes Mal ausgeliehen, als wir drei für uns recherchiert haben, um dich begleiten zu können. Damals habe ich hier einige Markierungen angebracht, die ich jetzt suche.“

Remus machte nur ein leises „Ah“ und ließ seinen Freund weiter suchen.
„Moment“, sagte er nach einer Weile. „Du vergisst da etwas, und zwar, dass keiner von euch, der sich verwandeln wollte, ein Werwolf war.“

Sirius hielt inne. „Das ist an sich richtig, Moony, aber ich suchte damals auch nach Informationen, wie und ob auch Werwölfe Animagi werden können. Ich muss es nur wieder finden.“

Remus lehnte sich erstaunt zurück und musterte seinen Freund, der in der Regel Büchern nicht näher kam, als er unbedingt musste und auch dann immer den maximalen Sicherheitsabstand einhielt. Dass sich dieser nun so eingehend mit dem Buch beschäftigt hatte, verwunderte ihn, erfreute ihn aber auch gleichzeitig.
Sirius grinste, als er Remus' Blick sah und sagte: „Ja, auch ein Sirius Black kann Bücher interessant finden!“
Remus lachte nur und ließ seinen Freund machen.

Ein paar Minuten hörte man nur das gemeinsame Blättern der Buchseiten, bis wie auf Kommando Sirius und Lily riefen: „Ha, ich hab was!“

Remus und Peter sahen überrascht auf. „Und was?“, fragte sie wie aus einem Munde.

Zeitgleich fingen sie an wie ein Wasserfall zu reden.
„Mediation - “
„Sonnenwende -“
„Seelentier -“


Remus unterbrach sie grinsend. „Langsam, Leute. Einer nach dem anderen, sonst verstehen wir kein Wort. Also Pad, was hast du gefunden?“

„Das Wichtigste vorweg“, begann Sirius. „Rem, wenn dein Geist stark genug ist, kannst du es schaffen.“
Remus sah ihn aufmerksam an.
„Du wirst nur sehr viel mehr arbeiten müssen als die anderen.“

Remus' Blick verdüsterte sich kurz, doch in seinen Augen stand feste Entschlossenheit geschrieben. „Das werde ich, da sei dir ganz sicher, Pad“, sagte er begeistert und seine Augen leuchteten auf.

„Hast du sonst noch etwas gefunden?“, wollte er weiter wissen, Sirius schüttelte den Kopf.

„Das ist alles, Black? Da war unsere Suche ergiebiger“, entgegnete Lily und rückte ihr Buch zurecht. Remus sah sie aufmerksam an und Peter begann zu erklären: „Die Verwandlung kann nur an einem der Lichtfeste stattfinden, sprich Sommer- beziehungsweise Wintersonnenwende, Imbloc beziehungsweise Lichtmess. Der nächste Lichtmess wäre am 25. Februar, bis dahin müsst ihr euch leider gedulden, denn nur an einem dieser Feste könnt ihr heraus finden, was euer Seelentier ist.“

Remus und Lily nickten und bedeuteten Peter, weiter zu sprechen.

„Bis zu dem Tag solltet ihr euch in Entspannungen und Meditationen üben, sodass eure Menschliche Seele sich mit euren Tierischen Part vereinigen kann.“

„Und genau darin besteht bei dir das Problem, Remus“, unterbrach Sirius die Erklärungen seines Freundes. „Du teilst dir deine Seele ja bereits mit einem anderen Tier. Aber du kriegst das hin, da bin ich mir sicher.“

Lily runzelte die Stirn. „Was sind das für Übungen?“

In der Sekunde schwang das Portrait der Fetten Dame auf und Beccy, James, Ginny und Harry platzen in den Gemeinschaftsraum.

„WIR SIND IM TEAM!“, schrieen Harry und Ginny gleichzeitig und hüpften begeistert durch den Raum. Die vier sahen von ihren Büchern auf und blickten die Ankömmlinge belustigt an.

„Lily, jetzt braucht unser Sohn erst einmal einen neuen Besen!“, verkündete James mit unüberhörbarem Stolz in der Stimme.

„Für so was ist der Pate zuständig!“, rief Sirius und sprang auf.

„Den ersten Besen kriegt mein Sohn von mir!“, entgegnete James entrüstet.

Harry unterbrach seinen Vater lachend: „Dad, ich muss dich enttäuschen, meinen ersten Besen hab ich von Sirius bekommen, als ich ein Jahr alt war. Aber bevor ihr weiter diskutiert, habe ich euch einen Vorschlag zu machen, weil nicht nur ich einen neuen Besen brauche, sondern meine Freundin ebenfalls.“

Ginny lief dunkelrot an und war mit einem Mal mehr als verlegen. „Harry, lass das“, murmelte sie leise. „Du weißt dass ich das nicht möchte.“

Harry sah sie liebevoll an. „Lass mich und meine Familie ein Stückchen von dem, was du und deine Familie für mich getan habt, zurück geben.“

„Aber“, stammelte Ginny und traute sich noch immer nicht, auf zu sehen, die Situation war ihr mehr als unangenehm.

Lily stand auf und ging auf Ginny und Harry zu. „Das, was du und deine Familie für meinen Sohn getan habt, können wir mit nichts auf der Welt aufwiegen. Lass uns dir zumindest den Besen schenken als Zeichen unseren aufrichtigen Dankes.“

Ginny sah Lily gerührt an und nahm ihre Schwiegermutter in spe in den Arm.

„Ich danke euch“, flüstere Ginny und strich Lily über den Rücken, welche sie überrascht ansah.

„Wofür?“

„Dass ihr mich so lieb aufgenommen habt. Ich meine, Harry ist euer Sohn, Sirius' Patensohn, aber ich habe hier niemanden, der meine Familie ist und nun habe ich das Gefühl, neue Freunde gefunden zu haben, ganz besondere Freunde.“

„Wir sind nicht nur Freunde, wir sind eine Familie“, entgegnete Lily sanft. „Du bist Harrys Freundin und wir hoffen in vielleicht 20 Jahren unsere Schwiegertochter“, fuhrt sie fort und sah James dabei liebevoll an. James nickte grinsend und seine Augen leuchteten warm auf, als er Harry und Ginny betrachtete.

„Das will ich doch hoffen“, lacht er, gab Lily einen Kuss auf die Schläfe und wandte sich Sirius zu.

„Jetzt, wo das geklärt ist“, meckerte der Animagus und wedelte wichtigtuerisch mit dem Buch. „Könnten wir vielleicht ja wieder auf unser Thema zurück kommen, wir haben hier nämlich gearbeitet und geforscht!“

„Black, du erstaunst mich immer wieder - du kannst ja lesen!“, spottete Beccy amüsiert.

„Ja, O'Conner, ich beherrsche auch die intellektuelle Gabe des Schreibens.“

Beccy schaute etwas irritiert und wusste nicht recht, was sie mit dieser Antwort anfangen sollte. James hingegen warf einen hoch interessierten Blick zwischen Sirius und seiner Kapitätin hin und her und prustete dann los vor Lachen, in welches die anderen lauthals einstimmten.

Sirius hörte erst auf mit Lachen, als er merkte, dass er das Buch nicht mehr in den Händen hielt und sah sich überrascht um.
„Harry, das ist meins!“, meckerte er und sah seinen Patensohn beleidigt an.

Harry hob eine Augenbraue hoch, klappte den Buchdeckel um und besah sich den Stempel auf der Innenseite. „Das wüsste ich aber, Padfoot. Und ich war doch glatt davon ausgegangen, dass es der Bücherei von Hogwarts gehört. Außerdem während du lachst, kann ich weiter lesen.“

Sirius schmollte und verschränkte die Arme vor der Brust, doch seine Augen glitzerten belustigt.

„Ist unser kleines Sirileinchen traurig, dass man ihm das Spielzeug weg genommen hat?“, witzelte Beccy und grinste breit.

Erbost drehte Sirius sich zu Beccy um und tat sein Möglichstes, sie mit seinen Blicken zu erdolchen. „Sag - das - nie - wieder!“, presste er zwischen den Lippen hervor.

„Ist ja gut Black, krieg dich wieder ein, das war ein Joke!“, verteidigte sich Beccy und hob abwehrend die Hände.

„Könnt ihr Streithähne das vielleicht später fortsetzen und uns endlich mal erklären, was ihr eigentlich raus gefunden habt?“, fragte Ginny in die Runde und blickt leicht genervt drein.

Sirius und Beccy nickten sich unmerklich zu und der Schwarzhaarige hielt Ausschau nach „seinem“ Buch, welches Harry noch immer in den Händen hielt.

„Das Wichtigste vorweg: Remus kann ein Animagus werden!“, platzte Peter ungeduldig hervor, er wollte wissen, wie die anderen diese Neuigkeit aufnahmen.

„Dann steht unserem Vorhaben ja nichts mehr im Wege“, freute sich Harry und strahlte. Die Gesichter der anderen drei, die ebenfalls lieber Quiddich gespielt hatten als sich Informationen zu suchen, hellten sich vor Freude auf.

Remus jedoch warf Harry einen unsicheren Blick zu.

Beccy sah Remus aufmerksam an und fragte ihn: „Alles in Ordnung? Du guckst plötzlich so ernst, Remus.“

Remus' Gesicht verschloss sich noch mehr und er schaute scheinbar krampfhaft in eine andere Richtung, um Beccy nicht ansehen zu müssen. Sein Herz klopfte wie wild, als sie auf ihn zukam und sich neben ihn setzte. Unbewusst rückte er auf äußerste Kante seines Stuhles und fixierte die Tischkante.
Beccy nahm seine Hand und drehte seinen Kopf langsam zu sich herum, zwang ihn so, ihr in die Augen zu sehen. Als ihre Blicke sich trafen, vergaßen sie für den Moment alles um sich herum.
„Was ist los? Rede mit mir“, meinte sie leise und streichelte ihm mit dem Daumen beruhigend über den Handrücken.
Remus schlug verlegen die Augen nieder, er konnte diesen stahlblauen Seelenfenstern nicht standhalten, ohne sich darin zu verlieren.
„Remus, bitte“, sagte sie sanft und drückte seine Hand.

„Was ist, wenn ich es nicht schaffe“, flüsterte er beinahe und seine Hand verkrampfte sich in der ihren. „Was, wenn ich den Wolf nicht zurück halten kann? Wenn meine Seele sich nicht mit ihm vereinigen kann?“ Er begann leicht zu zittern und saß angespannt auf seinem Platz, den Blick auf die Knie geheftet und bemüht, nicht vollkommen in seinen Zweifeln zu versinken.

„Wie meinst du das?“, wollte sie wissen und sah ihn abwartend, aber ruhig, an. Remus merkte, wie er sich langsam entspannte und atmete kurz tief ein.

„Ich kann Animagus werden, das stimmt, aber normalerweise ist es so, dass sich die menschliche Seele mit dem Seelentier verbindet. Ich aber teile mir meine Seele schon mit dem Werwolf in mir. Wie kann ich mir sicher sein, dass es mir gelingen wird, ihn soweit zurück zu drängen, dass ich den menschlichen Part mit dem Seelentier verbinden kann, ohne, dass er dazwischen funkt?“, murmelte er niedergeschlagen.

Beccy sah ihn aufmunternd an. „Remus, ich sitze hier einem Menschen gegenüber und nicht einem Wolf. Sieh dir Greyback an, der ist mehr Werwolf als Mensch, du aber wirst nur eine Nacht im Monat zu Moony, ansonsten bist du Remus John Lupin, ein liebenswerter Mensch, den ich sehr in mein Herz geschlossen habe.“

Remus' Kopf schoss nach oben, aus großen Augen sah er sie an und merkte peinlich berührt, wie er rot wurde.
Beccys Wangen zierte ebenfalls eine leichte Röte und sie sagte mit kratziger Stimme: „Ich hab nur mein Herz sprechen lassen.“

Remus begann zu strahlen und sein Herz machte einen freudigen Hüpfer. In Ermangelung an Worten nahm er einfach ihre Hand, die noch immer locker in der seinen lag und legte sie auf seine linke Brusthälfte.
„Es schlägt für dich“, hauchte er atemlos, unbewusst kamen sich ihre Gesichter immer näher. Alles, was sprach, waren ihre Augen, die fest auf die des Gegenübers gerichtet waren, als läge in ihnen die Antwort auf alle ihre Fragen. Nur noch Zentimeter trennten sie von einander, als Beccy ihre Lider schloss und den Kopf leicht neigte.
In Remus kribbelte alles, es fühlte sich unglaublich schön, neu und richtig an. In der nächsten Sekunde jedoch fühlte er gar nichts mehr und alles auf einmal, als er Beccys Lippen ganz sachte auf den seinen fühlte. Beinahe fragte er sich, ob es vielleicht nur eine Einbildung, Wunschdenken gewesen war und wollte schon die Augen wieder öffnen um zu erkennen, dass es nur einer seiner unzählige Träume war, als er Sirius laut grölen hörte.

Erschreckt fuhren sie aus einander und sahen sie irritiert auf, sie hatten ganz vergessen, dass die restlichen Marauder, Harry, Ginny und Lily um sie herum standen.

„Habt ihr es endlich geschafft?!“, rief er begeistert und warf Remus einen hab-ich-es-dir-nicht-gesagt-sie-steht-doch-auf-dich - Blick zu.
Die anderen sahen sie ebenfalls lächelnd an.

„Ich freu mich für euch“, sagte Lily und erntete zustimmendes Nicken. Remus und Beccy saßen noch immer ertappt und etwas peinlich berührt auf ihren Plätzen, doch ihr Strahlen sprach mehr als Worte sagen können.
Wie von selbst fanden sich ihre Finger unter dem Tisch und verhakten sich in einander. Kurz drückte Remus ihre Hand und sie drückte als Antwort zurück und sie wussten, dass so und nicht anders sein sollte.

Als sein Blick auf die Uhr fiel, sah er überrascht auf. „Wenn wir vor dem Treffen mit Dumbledore noch etwas essen wollen, sollten wir uns beeilen.“

„Okay, dann mal los“, entgegnete James und klatschte in die Hände, fröhlich, erhoben sie sich und kletterten nach und nach durch das Portraitloch.

„Gut abgelenkt, Moony“, grinste James seinen Freund an und klopfte ihm lachend auf die Schulter.
Remus grinste zurück und sagte: „Ich habe nur von dem Besten gelernt, Prongs.“

Als Gruppe bahnten sie ihren Weg durch schwatzende Schülerscharen und erzählten den Unwissenden alles, was sie in den letzten Stunden herausgefunden hatten.
Glück ist das einzige, was wir anderen geben können, ohne es selbst zu haben.
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von Tjeika »

Hihihihi,

wie überaus... würzig!!! Soooo süß... Beccy und Moony also. Schnuffig, aber wer wusste es nicht? Es war zumindest... ahnbar! Find ich fein! Prima!
Aber... was ist mit Oliver Wood? So, wie ich es verstanden habe, ist Beccy seine Mutter. Es sieht zumindest stark danach aus. Wenn sie jetzt aber mit Remus... ahh... ich hasse Zeitparadoxien... verwirrend. So verwirrend, dass ich schon wieder ganz vergessen habe, was ich schreiben wollte.
Lob war es, soviel weiß ich noch :D

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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von Cassiopeia »

kuckuck :D

Jaa, Remus und Beccy, stimmt, es war zu erahnen aber die beiden sind einfach zu süß zusammen und Beccy ist genau die richtige, Remus aus seinem Schneckenhaus zu holen *grins*

Ähm nein, Beccy ist NICHT Oliver Woods Mutter... auch, wenn die beiden sich ähnlich sind *g*. Aber viel mehr auch nicht, das ist reiner Zufall :D


So, wir dachten uns, es ist hier vielleicht ganz passend, die dazugehörigen Arts, sprich Zeichnungen meinerseits, zu posten :D .
Die erste Szene habe ich leider verpasst, aber die zweite gehört zu dem vorherigen Kapitel, die Kussszene zwischen Remus und Beccy^^
Hoffe, es gefällt :knuff:



(1) Entstand aus folgender Trailerszene, wurde dann aber stilistisch etwas umgewandelt:

Ein sichtlich fertiger Harry sitzt weinend an der Wand und eine beunruhigte Ginny versucht ihr bestes, ihn zu trösten.„Was, wenn ich das nicht schaffe?“, hört man ihn schwach murmeln.

Bild



(2) Hier habe ich die Folgeszene gezeichnet:

Remus sitzt neben einem schwarzhaarigen Mädchen und beginnt zu strahlen. In Ermangelung an Worten nimmt er einfach ihre Hand, die locker in der seinen liegt und legt sie auf seine linke Brusthälfte. „Es schlägt für dich“, haucht er atemlos, unbewusst kommen sich ihre Gesichter immer näher.

Bild
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von vojka »

Kapitel 16

Back Again

Als die Acht fertig mit dem Mittagessen waren, blickten sie abwartend hinauf zum Lehrertisch, von wo aus Professor Dumbledore ihnen freundlich zunickte. Daraufhin erhoben sie sich alle Neun synchron und verließen die Halle durch verschiedene Ausgänge.
Die Gryffindors nahmen den kürzesten Weg zum Schulsprecherraum durch sämtliche Abkürzungen und Geheimgänge, die die Rumtreiber kannten. Als Dumbledore 10 Minuten nach ihnen eintraf, sagte er glucksend: „Wohl wahr, es gibt anscheinend wirklich Schüler, die das Schloss besser kennen als der eigene Direktor.“

Die vier Angesprochenen grinsten nur, betraten nach einander den ihnen nun schon so bekannten Raum und ließen sich auf ihre angestammten Plätze fallen.

„Was wir wohl als nächstes erfahren werden?“, flüsterte Peter zu Sirius und warf einen gespannten Blick zu Harry und Dumbledore.

Sirius brummte nur zur Antwort etwas Unverständliches und folgte Peters Blick durch den Raum. Remus und Beccy saßen einträchtig auf dem Sofa und hatten nur Augen für einander, Lily und James erging es nicht anders, während sie ab und an zu Harry sahen. Ginny redete leise auf ihren wieder etwas blassen Freund ein, während Dumbledore in seinem Sessel saß und die Szenerie interessiert zu beobachten schien.

„Ohman, Leute“, setzte Sirius an und rollte mit den Augen. „Könnt ihr euer Geturtel nicht auf später verschieben? Ich würde jetzt gerne erfahren, wie es damals weiter ging, damit wir Voldemort endlich in den Arsch treten können.“

Harry schrak aus seinen Gedanken auf, als er Sirius' Stimme hörte: „Ja, du hast Recht, wir sollten weitermachen“, murmelte er, räusperte sich, drückte Ginnys Hand, die in seiner lag und setzte sich gerader hin. Er blickte in die Runde und überlegte, wie er am Besten weiter machen konnte. Noch einmal tief durchgeatmet fing er an zu erklären: „Ich glaube, es reicht, wenn ich euch die nächsten beiden Erinnerungen nur erzähle. Es gibt dort keine versteckten Hinweise, die uns bei der Suche nach den Horkruxen helfen könnten, deren Verstecke ich nicht kenne.“

„Also vorerst keinen kleinen Ausflug“, sagte Sirius gespielt niedergeschlagen, wurde aber gleich wieder ernst, als Harry sich räusperte, da dies für ihn ein Zeichen war, dass sein Patensohn gleich mit seinen Ausführungen anfangen würde.

„Die nächste Erinnerung, welche Professor Dumbledore aus meiner Zeit mir zeigte, sah ich in zwei Versionen, wenn man so will. Die erste, direkt von Ihnen, Professor, war eine getrübte Erinnerung, die ich erst später im wahrsten Sinne des Wortes mit Glück in der richtigen Fassung sehen konnte.“

Die Worte riefen erstaunte und verwunderte Blicke der Anwesenden hervor.
„Was meinst du mit einer getrübten Erinnerung, Harry?“, fragte der Schulleiter und sah ihn interessiert an. „Und wieso im wahrsten Sinne des Wortes Glück?“

Harry grinste in sich hinein. „Ich konnte in meinem Zaubertrankunterricht im sechsten Jahr eine Flasche Felix Felicis gewinnen. Einen kleinen Schluck davon gebrauchte um an die echte Erinnerung heran zu kommen. Denn die, die ich in Ihrem Denkarium sah, war bewusst verändert, da der betreffenden Person der Inhalt unangenehm und peinlich war.“

Lily lachte hell auf und sagte begeistert: „Ha, siehst du James! Er hat also auch eine Eigenschaft von mir geerbt.“

James grinste breit. „Irgendetwas muss er ja von dir haben, wenn ich ihm bereits mein Quidditchtalent, mein gutes Aussehen und meine Abenteuerlust weiter gegeben habe.“

„James Liam Potter!“, sagte sie gespielt empört und knuffte ihn liebevoll in die Seite.

„Ja?“, flötete James und klimperte mit den Wimpern.

Harry beobachtete das Ganze amüsiert, entschied sich dann aber doch, seine Eltern zu unterbrechen.
„Ich will euch nicht stören, aber wenn ihr wissen wollt, worum es in der Erinnerung ging, würde ich gerne weiter erzählen.“

Lily und James liefen leicht rosa an, wandten ihre Blicke von einander ab und nickten ihrem Sohn synchron zu.

Harry sah seine Eltern glücklich an und fuhr fort: „Die Person, von der diese Erinnerung stammt, wurde von Tom zu seiner Meinung gefragt, sieben Horkruxe zu erstellen. Sein eigentlicher Wunsch war es, den Zauber zu erfahren, wie man Horkruxe anfertigt, doch er bekam keine Antwort. Stattdessen fragte er, ob man seine Seele nicht nur einmal teilen könne, sondern mehrmals. Er führte hier bereits die höchste magische Zahl sieben an, und fragte, ob es die Seele nicht kräftgen würde, wenn er sie in eben diese Teile spalten wollte, was er später auch tat.“

Beccy keuchte auf. Obwohl sie wusste, dass Voldemort seine Seele in sieben Teile gesplittet hatte, war es immer wieder erschreckend, es erneut zu hören. Remus drückte liebevoll ihre Hand, er wusste, dass dieses Thema der Seelenspaltung sie immer sehr aufwühlte.

„Die Person, der diese Erinnerung gehörte, wollte zu Anfang nicht über das Thema sprechen, da er wusste, dass dies auf Hogwarts ein verbotenes Thema war“, sagte Harry. „Dieses Wissen über sehr, sehr Dunkle Magie wollte er nicht an seinen Schüler weiter geben. Doch Tom verstand es, ihn zu manipulieren und entlockte ihm die nötigen Informationen. Somit wurde seine Idee, seine Seele sieben Mal zu spalten, immer konkreter. Obwohl es sein Informant es für puren Wahnsinn hielt, auch nur einen Menschen vorsätzlich zu töten. Das war leider alles, was man dieser Erinnerung entnehmen konnte.“

Im Raum herrschte eine bedrückte Stimmung. Die Gedanken an die vielen Morde, die Voldemort verübt hatte, erfüllten sie alle mit Grauen und führte ihnen noch einmal deutlicher ihr gemeinsames Ziel vor Augen.

Dumbledore nutzte diese kurze Pause und fragte an Harry gewandt: „Darf ich erfahren, wer dieser Informant war?“

Harry schluckte und erinnerte sich, dass eben jener Lehrer auch jetzt gerade an dieser Schule unterrichtete und antwortete nach einigem Überlegen nur: „Es war der damalige Hauslehrer Toms.“

In Dumbledores Augen blitzte Erkennen auf und er nicke bedächtig, blieb aber stumm.

„Dürfen wir auch erfahren, wer diese Person war?“, wollte Sirius neugierig wissen.

„Es ist für unsere Mission nicht wichtig, Sirius“, entgegnete Dumbledore. „Du wirst eine Antwort bekommen, aber nicht hier und heute. Erst, wenn Toms Schreckensherrschaft beendet ist. Hast du dann noch Interesse an der Information, kannst du mich gerne erneut fragen und ich verspreche dir, du wirst zu diesem Zeitpunkt eine offene und ehrliche Antwort erhalten.“

„Aber…“, kam es kleinlaut von Sirius, der etwas enttäuscht dreinblickte, dass ihm dies vorenthalten wurde.

Dumbledore sah ihn streng durch seine Brillengläser an. „Darüber diskutiere ich nicht. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, musst du dich etwas gedulden, fürchte ich. Ich bin sicher, das wird auch einem Sirius Black gelingen.“ Bei den letzten Worten schmunzelte der Direktor und sah schon wieder sehr viel freundlicher in die Runde.
Kurz darauf klatschte er in die Hände und Sally erschien im Raum.

„Sir, Dumbledore hat mich gerufen, Sir? Was kann Sally für den Schulleiter tun?“, quiekte sie, während sie sich so tief verbeugte, dass ihre Nasenspitze beinahe den Boden berührte.

„Sally, wärst du so lieb und würdest uns ein paar Getränke und eventuell Knabbereien bereit stellen? Obwohl wir gerade erst Mittag gegessen haben, bin ich sicher, dass Mister Potter und Mister Black nicht nein sagen würden“, sprach Dumbledore und zwinkerte den Angesprochenen lächelnd zu.
Sirius und James grinsten nur breit und nickten begeistert.

„Danke, Sir“, sagte Harry an seinen Mentor gewandt.

Dumbledore sah ihn freundlich an. „Reden macht durstig und du sahst so aus, als könntest du einen Schluck vertragen.“
Harry nickte zustimmend und griff dankbar nach einem großen Glas Kürbissaft, welches in diesem Moment von Sally gebracht wurde.

„Hat Meister Dumbledore noch einen Wunsch, Sir? Kann Sally einem der Sirs oder Misses noch etwas bringen?“

Dumbledore sah sie gütig an. „Danke Sally, das war sehr liebenswürdig von dir. Wenn wir noch etwas brauchen, werde ich dich rufen.“ Sally verbeugte sich noch ein Mal tief und verschwand mit einem leisen Plopp.

Dumbledore nahm sich eine Tasse Tee, trank einen Schluck und sagte: „Jetzt, wo unsere Kehlen wieder befeuchtet sind, würde ich Harry bitten, zur nächsten Erinnerung über zu gehen.“

Harry nickte und sah sich im Raum um, wie um sicher zu gehen, dass die Anwesenden ihm seine Aufmerksamkeit schenkten.

„Die nächste Erinnerung spielt ein paar Monate vor der, die ich eben erzählte. Tom begab sich auf die Suche nach der Herkunft seines Namens und suchte das Haus der Gaunts auf, traf dort aber anstatt auf seinen Großvater Vorlost nur auf dessen Sohn, Morfin. Er überwältigte diesen und nahm ihm den Zauberstab und den Ring mit dem Wappen der Peverells ab, der in der Familie der Gaunts seit Generationen weiter vererbt worden war. Danach machte er sich auf den Weg zu den Riddles und tötete seinen Muggelvater und dessen Eltern mit Morfins Zauberstab. Anschließend veränderte er Morfins Gedächtnis so, dass dieser den Mord für seinen eigenen ausgab und den Rest seines Lebens in Askaban verbrachte für eine Tat, die er nie begangen hatte. Tom jedoch kehrte nach Hogwarts zurück, nun im Besitz des wertvollsten Erbstückes der Familie Gaunt“, rasselte er wie auswendig gelernt und emotionslos herunter.

Während Harry sprach, fixierte er einen Punkt an der gegenüberliegenden Wand. In seinen Händen drehte er halb vergessen das Glas Kürbissaft, aus dem er jetzt wieder einen Schluck trank.

„Harry, bis du okay?“, fragte Lily mit einem besorgten Gesichtsausdruck und sah ihn abwartend an.

Harry schreckte hoch, als wäre er tief in Gedanken gewesen und sah sie etwas irritiert an, ehe er begriff, was sie ihn soeben gefragt hatte.
„Sicher, Mum. Es ist alles okay, ich möchte es nur so schnell wie möglich hinter mich bringen. Ich hab das alles schon erlebt und das hier ein zweites Mal zu erzählen ist ziemlich... zermürbend“, murmelte Harry und versuchte ein Lächeln, welches etwas gequält wirkte.

„Los, Pad, jetzt ist es Zeit für deinen Ausflug“, feixte Remus und grinste Sirius schelmisch an.
Dieser blickte etwas verwirrt drein und runzelte die Stirn.

„Ausflug?“, murmelte er und schien angestrengt zu überlegen, wovon der Werwolf sprach.

Remus lachte über das verdutzte Gesicht seines Freundes und erklärte: „Wenn du deinem Patensohn besser zu gehört hättest, wüsstest du, dass er nur zwei Erinnerungen erzählen wollte, danach tauchen wir wieder ins Denkarium ein. Das eben war die zweite Erinnerung.“

Sirius' Gesicht erhellte sich, begeistert sprang er auf. „Worauf warten wir dann noch?“ Aufgeregt hibbelnd sah er mit großen Augen in die Runde.

Nach und nach erhoben sie sich alle, auch Harry stand auf und trat an den Rande des Denkariums. Er setzte seinen Zauberstab an die Schläfe, bereit die Erinnerung in das Becken fließen zu lassen, hielt jedoch kurz inne.

Besorgt sah Peter ihn an und fragte leise: „Harry, was ist los? Warum zögerst du?“

Harry blickte auf. „Ich frage mich nur gerade, wie wir alle in dieses Wohnzimmer passen sollen“, murmelte er in Gedanken und bemerkte nicht die ratlosen Blicke der Umstehenden.

„In wessen Wohnzimmer, bitte?“, wollte Beccy wissen, Harry blinzelte, als ihm bewusst wurde, dass er so eben laut gedacht hatte.

„Das Wohnzimmer der Dame, die wir jetzt besuchen werden, ist so dermaßen voll gestellt, dass ich mich das letzte Mal schon gefragt habe, wie man sich dort gefahrlos bewegen kann“, erklärte Harry, zog mit einem kleinen Ruck auch diese Erinnerung aus seinem Kopf und legte sie behutsam im Becken nieder.

Nach einander beugten sie sich über das Becken und fielen durch die Schwärze, um schließlich einer nach dem anderen in dem engen, voll gestopften Wohnzimmer von Hepzibah Smith aufzutauchen.

Sie sahen die dicke, in rosa gekleidete Dame, die Tom Riddle als Besucher empfangen würde und sich gerade von ihrer Hauselfe Hokey zurecht machen ließ.
„Bin ich schön?“, fragte Hepzibah und Sirius und James fingen an zu grölen.

„So schön wie ein explodierendes Erdbeereis“, prustete Sirius, James wieherte los vor Lachen.
„Oder ein aufgeblasenes Baisertörtchen“, japste er und schlug sich vor Lachen auf die Schenkel.

Lily rollte mit den Augen, musste aber trotzdem schmunzeln.

„Leute, wenn ihr euch wieder eingekriegt habt, wäre es nett, wenn ihr eure Aufmerksamkeit wieder dem Geschehen zuwenden würdet, denn jetzt wird es wichtig“, unterbrach Harry die beiden Spaßvögel, welche sich mühsam zusammen rissen und angestrengt versuchten, nicht wieder los zu lachen, als sie das Quietschen von Hepzibahs Korsettstangen hörten.

Schnell traten auch sie, ebenso wie die anderen, einen Schritt vor und versuchten einen Blick auf das zu werfen, was zwischen Tom Riddle und der Nachfahrin Helga Hufflepuffs auf dem kleinen Tisch stand. Einmal lag dort das Medaillon Slytherins aufgebahrt in einer kostbaren Schmuckschatulle und zum anderen der Becher mit dem eingravierten Dachs als Symbol eines der Hogwartsgründer.

Eindringlich erklang Harrys Stimme: „Bei dem Medaillon wissen wir, wo es sich befindet. Den Becher allerdings müsst ihr euch gut einprägen, denn den werden wir suchen müssen.“

Als Antwort erhielt er nur ein stummes Nicken der Umstehenden, welche angestrengt dem Gespräch lauschten und sich den Becher Hufflepuffs genau ins Gedächtnis brannten. Gleichzeitig beobachteten sie Tom Riddle, dessen Augen beim Anblick des Medaillons rot aufleuchteten, seine Gier, diese Gegenstände zu besitzen, war nicht zu leugnen.

Als Harry diese Augen sah, drehte er sich schnell weg. „Das war's“, sagte er nüchtern und bedeutete ihnen, sich auf den Rückweg in den Schulsprecherraum des Schlosses zu machen.
Dort angekommen versuchte er angestrengt, das Bild aus seinem Kopf los zu werden, doch die rot glühenden Augen, dieser gierige Blick, der zugleich Tod und Schmerz bedeutete - keuchend ließ er sich auf das nächste Sofa fallen und trank hastig sein Glas Kürbissaft in einem Zug leer.

„Harry, alles in Ordnung?“, wollte Lily besorgt von ihrem Sohn wissen und setzte sich behutsam neben ihn.

„Diese Augen“, wisperte Harry nur und es schüttelte ihn, als ihm ein Schauer über den Rücken lief. „Seine Augen…“

Lily nahm ihn beschützend in den Arm. „Ist ja gut, wir sind bei dir.“

„Ich weiß, danke, Mum“, murmelte Harry, genoss ein paar Minuten die Umarmung seiner Mutter und setzte sich dann wieder gerade hin.
Der Rest der kleinen Gruppe hatte geduldig die Szene zwischen den beiden beobachtet.

„Bei der nächsten Erinnerung bin ich mir nicht wirklich sicher, ob sie wichtig ist“, begann Harry vorsichtig und sah stattdessen den Schulleiter erwartungsvoll an.

Dumbeldore musterte ihn interessiert. „Wovon handelt denn die Erinnerung, Harry? Vielleicht kann ich helfen?“

„Das können Sie in der Tat, Sir, da die letzte Erinnerung, die Sie mir zeigten, von Ihnen war. Tom Riddle besuchte Sie in Ihrem Büro und bat Sie, ihn als Lehrer einzustellen.“

Aufgeregtes Gemurmel entstand im Raum unter den Schülern.
„Voldemort wollte Lehrer werden?“, ereiferte sich Sirius, Peter, der neben ihm saß, zuckte bei der Nennung des Namens zusammen.

„Tut mir leid, Pete, aber die Vorstellung, dass Voldemort Lehrer werden wollte, ist einfach absurd!“

Dumbledore sah ihn ungläubig an. „Sirius, du glaubst doch nicht wirklich, dass es Toms Absicht war, Lehrer an Hogwarts zu werden?“

Irritiert blickte Sirius den Schulleiter an. „Wie meinen Sie das, Sir? Harry sagte doch, er habe sich bei Ihnen um eine Stelle beworben?“

„Glaubst du wirklich, sein Ziel war es, zu unterrichten?“, entgegnete Dumbledore und bemerkte schmunzelnd, wie ihn sieben fragende Augenpaare anblickten.
Nur Harry blickte wissend in die Runde, verkniff sie aber die Antwort.

Ginnys braune Augen erhellten sich. „Was haben die Horkruxe alle gemeinsam?“, fragte sie und sah sich erwartungsvoll um.
Verständnislose Blicke waren die Antwort, bis auf zwei lächelnde und zustimmende Augenpaare von Harry und Dumbledore.

„Sie sind alle ein Seelenteil Voldemorts?“, fragte Beccy und wusste zur selben Zeit, dass das nicht die gesuchte Antwort war.

„Das auch“, antwortete Harry. Er musste grinsen, als er merkte, wie seine Freundin neben ihm immer aufgeregter wurde.

„Ich weiß es!“, schrie Ginny beinahe begeistert. „Es sind alles Dinge, die auf irgendeine Art und Weise mit Hogwarts und seiner Geschichte zusammen hängen oder einen großen, magischen Wert besitzen - Dinge, die Voldemort als erhaben genug betrachtete, seine Seele in sich tragen zu dürfen.“

Stolz sah Harry sie an, küsste sie zärtlich und warf ihr einen verliebten Blick zu.

„Das hat er ihr bestimmt schon gesagt - das weiß sie nicht erst seit heute“, murmelte Sirius leise und verschränkte schmollend die Arme vor seiner Brust.

Remus lachte. Ginny jedoch funkelte ihn aus wütenden Augen an und stemmte ihre Hände in die Hüften. „Was finden Sie daran so lustig, Mister Lupin?“

Sirius zog die Beine an den Körper und gleichzeitig den Kopf zwischen die Schultern und flüsterte so leise wie möglich: „Ich war's nicht, ich war's nicht!“, wobei er angestrengt versuchte, Ginny nicht anzusehen.

Dieser blieb die Reaktion natürlich nicht verborgen, verwirrt sah sie Sirius an und vergaß darüber ganz, Remus weiterhin einen bösen Blick zuzuwerfen.
„Black, was hast du gemacht?“, fragte sie betont langsam und sah ihn streng an.

Harry schmunzelte in sich hinein, sie bewies gerade das, was er schon immer geahnt hatte: Ginny hatte eindeutig das Temperament ihrer Mutter geerbt.

Sirius fiepte unbeholfen, als Ginny nun direkt vor ihm stand.

„Also? Ich höre?“ Ihr Ton war kein Stück nachgiebiger geworden, etwas hilflos sah Sirius zu seinem Patensohn, der ihm nur einen Da-musst-du-jetzt-durch-Blick schenkte.

„Ich hab… aber hey, ich hab es nicht so gemeint, ja?“, sagte er kleinlaut, Ginnys Blick wurde ein Spur dunkler und hastig fügte er hinzu: „Ich dachte doch nur, dass er es dir schon gesagt hätte und du einen… na ja, eine Art Vorsprung hattest, das ist alles.“

Bestimmt sah sie auf den zusammen gekauerten Sirius hinunter. „Drei Dinge, Black. Erstens, bat der Professor Dumbledore aus unserer Zeit Harry, das, was er aus den Erinnerungen erfuhr, niemandem außer Ron und Hermine anzuvertrauen. Zweitens kamen wir gegen Ende Harrys sechsten Jahres zusammen, als er all dies bereits wusste und drittens waren wir das ganze letzte Jahr über getrennt und trafen uns erst bei der Schlacht wieder. Wann also, in Merlins Namen, hätte er mir das erzählen sollen?“

Sirius guckte ziemlich bedröppelt und brachte erstickt ein kleinlautes „Sorry“, hervor. Ein paar Sekunden war es still, dann brach Ginny in schallendes Gelächter aus, in welches Harry, der sich nur mühevoll hatte zurück halten können, herzhaft einfiel.

James rollte beinahe am Boden vor Lachen. „Ohman Pad, wenn du schon unter den Pantoffeln der Freundin deines Patensohnes stehst, wie soll das erst werden, wenn du mal eine eigene Freundin hast?“

Sirius grinste breit. „Ich weiß schon wie, ich kann mir ja an dir ein Beispiel nehmen.“

Jetzt war es Lily, die Sirius einen spöttischen Blick zuwarf. „Das gehört sich schließlich so, was meinst du Ginny?“

Ginny lachte und nickte zustimmend. „Oh ja, was denn sonst?“

Doch ehe noch jemand etwas dazu sagen konnte, erklang aus einem fast vergessenen Sessel ein leises Räuspern.

„Meine Damen und Herren, eure Diskussion ist zwar sehr aufschlussreich, aber ich würde es begrüßen, wenn wir wieder zu unserem eigentlichen Thema zurück kehrten. Die Erinnerungen sind abgeschlossen, nun möchte ich gerne das weitere Vorgehen besprechen. Aber nicht heute. Ich schlage vor, wir lassen uns das, was wir die letzten Tage erfahren haben, gründlich durch den Kopf gehen und treffen uns morgen nach dem Frühstück wieder hier, sofern Rebecca kein Quidditchtraining angesetzt hat“, sprach der Schulleiter mit ruhiger Miene, bedächtiges Nicken der Anwesenden war die Antwort.

„Nein, Sir, ich habe kein Training angesetzt, erst im Neuen Jahr wird weiter trainiert, dem Treffen steht also nichts im Wege“, erklärte Beccy leise und wurde rot, war das letzte Treffen doch schon wegen ihr verschoben worden.

„Professor, Sir?“, erklang Harrys Stimme, freundlich blickte Dumbledore ihn an.

„Was gibt es, Harry?“

„Ich wollte fragen, ob Sie uns die Erlaubnis erteilen, nach Hogsmeade in die Drei Besen zu gehen? Es ist noch recht früh am Tage und dort überlegt es sich bei einem Butterbier entspannter als oben im Gemeinschaftsraum mit den anderen Schülern“ , wollte Harry wissen und bemerkte grinsend das entsetzte Gesicht seines Paten.

Dumbledore lächelte und nickte. „Das ist eine gute Idee, Harry. In letzter Zeit gab es nur wenig Todesseraktivitäten und Hogsmeade ist sehr gut geschützt. Ihr habt also meine Zustimmung, euren freien Nachmittag und den Abend im Dorf zu verbringen. Denkt aber bitte daran, beide Tarnumhänge mitzunehmen und falls es Probleme geben sollte, schickt mir einen Patronus und lasst euch auf keinen Fall auf einen Kampf ein.“
Eindringlich sah er in die Runde der Schüler, wie um sich zu vergewissern, dass auch jeder seine Worte aufgenommen hatte und sie befolgen würde.

„Natürlich, Sir, das werden wir tun, vielen Dank für Ihr Vertrauen“, antwortete Lily und stieß James leicht in die Rippen, welcher mit rollenden Augen und etwas angesäuerter Miene neben ihr stand, als hätte Harry etwas Verbotenes gefragt.

„Dann ab mit euch“, sagte Dumbledore und öffnete das Portrait. Einer nach dem anderen verabschiedeten sie sich, bis zum Schluss nur noch Ginny und Harry im Raum zusammen mit dem Direktor waren.

„Sir, ich hätte ebenfalls eine Frage an Sie“, begann Ginny zögernd und knetete ihre Hände.

„Bitte Ginny, ich bin ganz Ohr“, entgegnete Dumbledore und sah sie aus freundlichen Augen an.

Ginny holte tief Luft, ehe sie sprach. „Ich… ich wollte fragen, ob ich nicht in die siebte Klasse wechseln könnte, Sir. Denn mein sechstes Schuljahr habe ich ja bereits abgeschlossen und läge so nur ein paar Monate hinter den anderen. Doch ich bin mir sicher, dass ich das mit Hilfe meiner hier neu gewonnenen Freunde schnell aufhole…“

„Sie schläft doch bereits im Schlafsaal mit Lily zusammen und Ginny wird es in der siebten Klasse ganz bestimmt schaffen, da bin ich sicher, Sir. Alle Freunde, einschließlich mir, die sie in dieser Zeit gefunden hat, sind in der siebten Klasse, in der sechsten dagegen wäre sie ganz allein und auf sich gestellt…“

Ginny warf ihm einen dankbaren Blick zu und drückte liebevoll seine Hand. Dumbledore beobachtete die kleine Geste schmunzelnd und antwortete lächelnd: „Daran hatte ich ehrlich gesagt auch schon gedacht. Wie wäre es, wenn du, Ginny, nach dem Jahreswechsel einen Leistungstest bei Professor McGonnagal ablegst, damit wir bestimmen können, auf welchem Wissensstand du stehst und darauf deinen Lehrplan aufbauen können?“

Ginny und Harry nickten begeistert. „Das wäre wirklich großartig, Sir, vielen Dank!“

Dumbledore zwinkerte ihnen aus freundlichen Augen zu und sagte besonnen: „Und nun geht und lasst eure Freunde nicht noch länger warten.“

Ginny und Harry haspelten eine Verabschiedung und stolperten beinahe durch das Portrait. Draußen zog Harry sie in seine Arme und küsste sie stürmisch.

„Ich liebe dich, Ginny“, flüsterte Harry gegen die Lippen seiner Freundin und sah ihr verliebt in ihre braunen Augen, bevor sie seinen Mund mit dem ihren verschloss.

„Ich liebe dich auch, Harry“, hauchte Ginny leise zurück.

Ein Räuspern unterbrach die beiden und sie fuhren erschrocken auseinander.

„Ich wollte euch nicht stören, aber wolltet ihr nicht mit euren Freunden einen gemütlichen Abend in Hogsmeade verbringen? Ich glaube, ihr werdet schon sehnsüchtig von ihnen erwartet“, gluckste der Schulleiter, während er das Portrait zu den Räumen der Schulsprecher schloss. Ginny und Harry nickten, nahmen sich an der Hand und liefen den Gang Richtung Gryffindorturm entlang, wo sie ihre Freunde treffen wollten.

Als sie um die letzte Ecke bogen, wären die beiden beinahe in James hineingelaufen, welcher ihnen mit der Karte der Rumtreiber entgegen kam.

„Da seid ihr ja, was habt ihr denn noch so lange gemacht? Wir warten schon auf euch! Nun aber schnell, holt eure Winterumhänge und dann lasst uns verschwinden“, sagte er und trieb sie zur Eile an. Ginny und Harry stürmten an den anderen vorbei gleich weiter in ihre Schlafsäle und standen keine Minute später fertig angezogen wieder im Gemeinschaftsraum, wo der Rest der Gruppe auf sie wartete.

„Ach Harry, bevor ich es vergesse, so wirst du nie ein waschechter Rumtreiber“, sprach Sirius seinen Patensohn gespielt vorwurfsvoll an.

„Wie? Was meinst du, Sirius?“, fragte Harry verwirrt und warf einen hilfesuchenden Blick zu seinem Vater. Dieser grinste allerdings nur.

„Wie kannst du Dumbledore fragen, ob wir nach Hogsmeade dürfen? Ein echter Rumtreiber fragt nicht, sondern geht einfach“, antwortete Sirius und sah ihn entgeistert an.

Harry lachte nur und schüttelte den Kopf.
„Ich bin ja auch kein Rumtreiber! Ich bin nur der Sohn eines, also kann ich auch fragen. Aber nein, Mal im Ernst. In diesen Zeiten sollte man immer jemandem sagen, wo man sich befindet, denn man weiß nie, was passiert. Außerdem wären wir auch nach Hogsmeade gegangen, wenn Dumbledore nein gesagt hätte.“

„Puh, also ist doch noch nicht Hopfen und Malz bei dir verloren, Harry. Du kannst doch noch ein waschechter Rumtreiber werden“, grinste James erleichtert.

Sirius drängte quengelnd zum Aufbruch. „Wenn wir heute noch in Hogsmeade ankommen wollen, sollten wir uns langsam in Bewegung setzen, ich habe Durst!“

„Black, du benimmst dich gerade wie ein fünfjähriges Kleinkind, dem man sein Spielzeug weggenommen hat“, erwiderte Beccy, die sich nur sehr langsam und widerwillig von Remus' Schoß erhob. „Aber Recht hast du, lass uns gehen.“ Auch die anderen erhoben sich aus ihren Sesseln und folgten ihnen.

Im Gänsemarsch kletterten sie durch das Portrait und verließen den Gemeinschaftsraum.
„Gehen wir den normalen oder den Rumtreiberweg?“, fragte Peter neugierig und blickte seine Freunde an.

„Wenn wir schon einmal die Erlaubnis haben, sollten wir ganz normal durchs Schlossportal gehen“, entgegnete James und Sirius nickte ebenfalls zustimmend.

Gerade, als sie das Schloss verlassen wollten, hörten sie eine Stimme hinter sich keifen: „Was haben Sie vor, Sie wissen, dass Sie das Schloss nach Einbruch der Dunkelheit nur an den Hogsmeadewochenenden verlassen dürfen. Ich werde Sie dem Schulleiter melden!“

„Mr. Filch, es dürfte Sie interessieren, dass wir das Schloss mit der Zustimmung dessen verlassen, dem Sie uns melden wollen, also gehen Sie und putzen die Gänge oder jagen Sie Peeves, aber lassen Sie uns in Ruhe“, erwiderte James ruhig, drehte sich wieder um und verließ gefolgt von den anderen das Schloss, einen nach Luft japsenden Hausmeister im Eingangsbereich stehen lassend.

Es war früher Abend, die Sonne war bereits unter gegangen und an ihrer Statt stand nun ein noch beinahe voller Mond am Himmel, der die schneebedeckte Landschaft in ein silbernes Licht tauchte, welches beinahe unnatürlich friedlich anmutete.

Der frisch gefallene Schnee knirschte unter ihren Schritten, alle Geräusche, die sie vernahmen waren gedämpft, als wolle der frühe Abend sich seine Stille bewahren.

Lily hatte sich in James' Arm gekuschelt, Remus hatte beinahe schüchtern Beccys Hand ergriffen und Harry und Ginny gingen ein paar Schritte hinter ihnen, die Arme jeweils im Rücken des anderen liegend.

Eine Weile sagte niemand etwas, viel zu sehr genossen sie die Nähe des anderen und den stillen Moment der Zweisamkeit.

Plötzlich erklang ein überraschter Laut seitens Peter, der von Sirius überschwänglich in eine Umarmung gezogen wurde. Sirius grinste und klimperte mit den Wimpern und verschränkte seine und Peters Arme ebenso, wie Harry und Ginny es ein paar Schritte vor ihnen taten.

Peter guckte ziemlich verschreckt, hatte aber keine Chance, sich Sirius' Klammergriff zu entziehen und musste Wohl oder Übel mitspielen, was auch immer sein Freund vor hatte.

Gerade, als er einen weiteren Fluchtversuch starten wollte, zog Sirius ihn noch eine Spur näher zu sich heran und säuselte mit lieblicher Stimme: „Guck doch Pete, die vielen Sterne! Und der helle Mond, eine wunderschöne Nacht, findest du nicht auch? Dazu der glitzernde Schnee, so romantisch!“ Er seufzte theatralisch und fügte hinzu: „Ist das nicht einfach himmlisch?!“

Peter begann prustend zu lachen und sagte nur: „Pad, du hast 'nen Knall!“, duckte sich blitzschnell unter dessen Armen hindurch und damit weg von den heransausenden Schneebällen, die die restlichen Sechs auf sie warfen.

Sirius landete im Schnee, was James, Remus und Harry ausnutzten, den Animagus gehörig einzuseifen. Er brüllte und kreischte und wehrte sich nach Leibeskräften, merkte aber nach einigen Minuten, dass er allein gegen drei keine Chance hatte.

„Peter-Schatz, hilf mir! Du kannst mich doch nicht so schändlich im Stich lassen!“, quiekte Sirius, woraufhin Peter nur noch mehr lachte und sich den Bauch hielt.

„Das hast du dir selbst eingebrockt, Schatz“, kicherte Peter, stemmte sich umständlich aus dem Schnee auf und gesellte sich zu den drei Hexen, die dem Ganzen kopfschüttelnd zusahen.

Lily rollte jedoch nur mit den Augen und sagte etwas lauter als notwendig gewesen wäre: „Lasst euch ruhig Zeit, aber wir gehen dann schon einmal vor, uns in den Besen aufwärmen und etwas trinken. Wenn ihr fertig seid, könnt ihr gerne nachkommen.“

„Trinken?!“, kam es halb erstickt von Sirius aus dem Schneehaufen. „Ich will auch etwas trinken, ich habe Durst! Ich ergebe mich!“ Lachen ließen Remus, James und Harry von ihrem Freund ab, der erstaunlich schnell wieder auf den Beinen war und zügig seinen Weg in Richtung Hogsmeade fortsetzte, als wären sie nie unterbrochen worden.

„Ohman Pad, das Butterbier läuft dir doch nicht weg, oder hast du solche Sehnsucht nach Madame Rosmerta, dass du es kaum erwarten kannst? Willst du mich einfach durch sie ersetzen?“, fragte Peter gespielt beleidigt und warf Sirius einen scheinbar bösen Blick zu.

„Ach Pete, du weißt doch, du wirst immer meine große Liebe sein, aber im Vergleich mit Madame Rosmertas heißem, in Eichenfass gereiften Met kannst leider auch du nicht bestehen“, antwortete Sirius schmachtend und floh mit weit ausholenden Schritten, diesmal vor Peter, der ihm mit einer Ladung Schnee hinter her hechtete.

Sie jagten sich bis vor die Türen der Drei Besen, erst dort fand ihre Zwei-Mann-Schneeballschlacht ein Ende, als sie völlig durchnässt den Pub betraten.
Ein paar Minuten später traf auch der Rest der Gruppe ein. Sie fanden Sirius und Peter immer noch vor Lachen schüttelnd im hinteren Teil des Raumes, zogen sich einen zweiten Tisch heran und setzten sich zu ihnen. Kurze Zeit später hatte jeder ein dampfendes, heißes Getränk vor sich stehen, das ihre kalten Körper wieder aufwärmen sollte.
Glück ist das einzige, was wir anderen geben können, ohne es selbst zu haben.
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von Tjeika »

Huhu ihr zwei Beiden :D

Da habt ihr aber wieder mal was feines abgeliefert. Sehr sehr gelungen. Ich finde es hier sehr schön bei der Geschichte, dass die relevanten Details und Vorkommnisse noch einmal erklärt werden. Das macht es nicht nur den Figuren aus der Vergangenheit leichter, sondern auch dem geneigten Leser ;)
Peter ist schlagfertiger bei euch, was mir sehr wohl gefällt. Aber an Sirius' Stelle... ich meine, Met ist schon was Feines :kugel:

Ich freue mich auf mehr!
:knuff:
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von vojka »

Hey Rialein,

liest du dir eigentlich die Antworten durch, die wir zu deinen Kommis schreiben oder hast du keine Meinung zu Cassios wunderschönen Bildern *grins*

Hier geht es jetzt direkt weiter mit einer kleinen Serie von Kapiteln, die uns sehr viel bedeuten *grins*


Kapitel 17

Once upon a time I

Eine zeitlang saßen alle einträchtig um den Tisch herum, die Hände um die wärmenden Tassen geschlungen.

Ginny ließ ihren Blick durch den Raum schweifen und murmelte in Gedanken: „In den nächsten zwanzig Jahren wird sich hier auch nicht viel verändern.“

Beccy lächelte und nickte. „Warum sollte es auch? Gemütlich ist gemütlich.“

„Oh ja“, sagte Harry zustimmend und musterte den Laden seinerseits. Die dunkle Einrichtung aus Eiche, die kleinen, runden Tische, auf denen Kerzen standen, an welchen gemächlich das Wachs herunter tropfte; dazu die gemütlichen Stühle und die Öllampen an den Wänden, die den Pub in ein schummriges und zugleich behagliches Licht tauchten.

Ein Lachen von Sirius holte ihn aus seinen Betrachtungen, sein Blick fokussierte sich wieder auf seine Freunde.

Remus und Lily hatten bereits eine kleine Diskussion über die heutigen Erinnerungen begonnen, als Harry sie unterbrach: „Ich weiß, wir sollten über die Horkruxe und die Erinnerungen reden, aber wenn ich ehrlich bin, würde ich viel lieber etwas über euch erfahren. Zwei Jahre Horkruxe sind genug, da brauch ich mal einen Tag Pause.“

Sirius, James, Lily und Remus sahen ihn überrascht an.
„Über uns? Ich dachte... wieso hast du nie die Menschen, die du trafst gefragt, was war? Sirius oder auch Remus?“, wollte Lily wissen und blickte zwischen Harry und Ginny hin und her. Sie hatte sich nie wirklich darüber Gedanken gemacht, wie viel die zwei von ihnen wussten. Dass Harry jetzt so direkt nachfragte, ließ den Schluss zu, dass es nicht sehr viel sein konnte.

Harry sah etwas bedrückt drein. „Ich wollte die Vergangenheit ruhen lassen. Ihr zwei wart tot und Remus und Sirius empfanden zu großen Schmerz dabei, wenn wir über euch sprachen. Daher weiß ich nicht sehr viel. Hätte ich Petunia fragen sollen? Oder Onkel Vernon? Die beiden sprachen von euch, als hättet ihr die Pest und ließen mich in dem Glauben, ihr wäret bei einem Autounfall ums Leben gekommen.“

Lily und James warfen sich erschreckte Blicke zu.
„Also gut, fangen wir anders herum an - was weißt du?“, fragte James und musterte seinen Sohn gespannt.

„Ähm“, begann Harry zögernd und warf einen Blick zu Ginny, er hatte bisher mit keinem darüber gesprochen. „In meinem fünften Jahr gab mir Snape Extrastunden in Okklumentik, da es eine Verbindung zwischen Voldemort und mir über die Narbe gibt. Vor jeder Stunde legte er ein paar Erinnerungen in einem Denkarium ab. Eines Tages, gerade, als wir beginnen wollten, wurde er von einem Schüler gerufen, und somit war ich allein, konnte der Versuchung nicht widerstehen und tauchte ein. Ich sah eine Erinnerung aus eurem fünften Jahr bei den ZAG-Prüfungen, in der Snape von dir, Dad, über Kopf gehalten wurde und Mum, die ihm helfen wollte, mit Schlammblut betitelte - “

James unterbrach ihn wütend und schnaubte: „Dieser Schleimbeutel! Diese kleine, miese Kanalratte!“ Er warf einen entschuldigenden Blick zu Peter, „Sorry Pete, nichts gegen dich, aber dieser Kerl ist einfach widerlich.“

Lily legte beruhigend ihre Hand auf den Unterarm ihres Freundes. „Ist ja gut, James, wir haben alle unsere Fehler.“

„Falsch Lily, der Kerl IST ein einziger Fehler.“

Lilys Blick wurde wütend. „Denke dran, du redest hier von meinem ehemaligen besten Freund.“

„Was ist los, Harry?“, fragte Remus, als seine Augen von dem Disput Lilys und James' zu ihm wanderten.

„Ich war traurig und enttäuscht, nach dem, was ich im Denkarium gesehen hatte. Snape hat immer behauptet, mein Dad wäre arrogant durch die Schule stolziert und hätte andere verhext, einfach nur weil er es konnte. Als ich diese Szene aus seinen Gedanken sah, dachte und befürchtete ich, dass er mit seinen Aussagen Recht hätte. Ich war bis zu dem Zeitpunkt immer so stolz, wenn ich mit dir verglichen wurde, Dad.“

Bei den Worten sah Harry wieder auf und blickte seinem Dad in seine Augen. „Aber nach der Erinnerung, war ich mir nicht mehr sicher, ob ich mich freuen sollte, wenn mir gesagt wurde, ich sei wie du, denn ich wollte so nicht sein.“ Er senkte seinen Blick wieder.
James sah betreten zu seinem Sohn und seufzte.
„Ich hab mich sogar gefragt, ob du Mum nicht vielleicht gezwungen hast mit dir auszugehen, dass du sie verhext hättest, damit sie dich heiratet. Diese Wut und Ablehnung in ihren Augen...“

James und Lily sahen ihn entsetzt an. „Harry, wie kannst du so etwas nur denken?“, fragte Lily erschreckt.

„Ich habe zwar viel Blödsinn im Kopf, aber auf solche Ideen würde selbst ich niemals kommen!“

Harry schaute etwas betreten drein. „Ich fragte Sirius und Remus danach, doch alles, was ich als Antwort erhielt, war, dass ihr seit diesem Schuljahr mit einander ausgeht, nicht viel mehr. Was meine Zweifel nicht wirklich ausräumen konnte.“

James warf Lily einen verliebten Blick zu. „Ich glaube, wir können seine Ängste nur beseitigen, wenn wir ihm erzählen, wie ich es schlussendlich doch noch geschafft habe, dich von meinen Qualitäten zu überzeugen.“ Dabei sah er höchst selbstgefällig drein und grinste.

„Ich frage mich nur gerade, welche Qualitäten, Potter? Flubberwürmer zählen zu können?“, erwiderte Lily spitz und sah ihren Freund herausfordernd an.

„Was denn, so habe ich immerhin zählen gelernt, Evans“, entgegnete James breit grinsend. Die Umsetzenden brachen in schallendes Gelächter aus und Harry japste nur: „Aufhören! Keine Luft - Geschichte hören!“

„Na gut“, sagte James, „Dann erzählen wir dir unsere Geschichte, aber wo sollen wir anfangen?“

„Am Anfang vielleicht, Prongs?“, schlug Sirius feixend vor und sah seinen Freund amüsiert von der Seite an.

„Darauf wäre ich jetzt nie gekommen, Pad!“, lachte James und schüttelte den Kopf, während er überlegte, wie er beginnen sollte.

„Fang im Zug an“, schlug Ginny vor, woraufhin Harry sie verwirrt von der Seite anschaute und Peter seinerseits James einen geknickten Blick zuwarf.

„Warum weiß sie davon und wir nicht, Prongs?“, fragte er und sah auf Unterstützung hoffend, zwischen Remus und Sirius hin und her.

„Also ich für meinen Teil weiß davon, aber auch nur weil ich dabei war“, fügte Sirius rasch an, als er sah, dass Peter nur noch enttäuschter aussah.

„Pete wie wär's denn damit, dass wir jetzt alle still sind und Prongs endlich erzählen kann“, schlug Remus vor, da er nicht unbedingt erpicht auf einen Streit zwischen den Freunden war.

„Da gibt es nicht viel zu erzählen“, murmelte James leicht beschämt vor sich hin. „Ich saß halt mit Pad im Hogwarts-Express und Lily und Snape“, er warf Lily einen entschuldigenden Blick zu, „kamen halt auch dazu.“

„Ja und?“ Peter schien ungeduldig und trommelte mit den Fingern an seinem Butterbierkrug.

„Bin ja dabei, bin ja dabei“, beeilte sich James zu sagen. „Und jedenfalls war mir Snape sofort unsympathisch und ich war halt nicht besonders nett zu ihm…“ Seine Stimme wurde immer leiser und er wurde ein wenig rot.

„Nicht nett?“, murmelte Lily. „Das ist ja beinahe eine Untertreibung.“

„Na ja, jedenfalls hat sie mich mächtig angeschrienen und seit dem liebe ich sie.“ Nach diesem Satz war James Gesicht eben so rot wie Lilys Haare und er interessierte sich brennend für das tropfende Kerzenwachs.

„Und wie ging's dann weiter“, verlangte Harry aufgeregt zu wissen und rutschte auf seinem Stuhl ein Stück vor, damit er sicher gehen konnte, nichts zu verpassen.

„Da ist aber einer ganz besonders neugierig“, grinste Beccy, konnte Harry auf der anderen Seite aber auch gut verstehen.

„Ist doch irgendwie logisch, dass ich alles wissen will, oder? Außerdem bekommst du auch noch die Chance deine Geschichte zu erzählen.“

„Da war eigentlich nicht viel mit ?wie geht's weiter'“, bremste James seinen etwas übereifrigen Sohn. „Denn bis auf die Tatsache, dass sie mich angeschrieen hat, haben wir nicht viel mit einander zu tun gehabt.“

„Ja und ab wann hattet ihr dann was mit einander zu tun?“ James hatte mit seiner kargen Antwort Harry nur noch neugieriger gemacht.

„Angefangen hat es alles damit, dass Dumbledore mich und Lily zum Schulsprecherpaar gemacht hat.

„Wobei ich es bis heute nicht verstehe wie du es geschafft hast Schulsprecher zu werden“, gab Lily unverblümt zu.

Beccy fing an zu lachen. „DAS habe ich mich übrigens auch schon immer gefragt! Potter, der Chaot der Schule, wird Schulsprecher? Sollten wir uns etwa alle ein Beispiel an dir nehmen?“

Remus stimmte in ihr Lachen ein. „Mich ernannte er doch damals zum Vertrauensschüler in der Hoffnung, ich würde euch Chaotenbande etwas eindämmen können. Nachdem das jedoch nicht recht glückte, dachte er wohl, nun den direkten Weg zu gehen und einen von euch, sprich James oder Sirius, zum Schulsprecher zu machen, würde vielleicht zum erwünschten Erfolg führen. Ich für meinen Teil bin froh, dass er James genommen hat - stellt euch Sirius als Schulsprecher vor! Nichts gegen dich, Pad - du weißt, wie ich das meine.“

Alle am Tisch prusteten los bei den letzten Sätzen, nur Sirius warf seinem Freund einen gespielt bösen Blick zu, grinste dann aber mit. „Ein wahrer Rumtreiber ist weder Schulsprecher noch Vertrauensschüler!“, verkündete er stolz und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Willst du damit etwa sagen, ich sein kein Rumtreiber?!“, fragte James aufgebracht und sah Sirius beinahe wütend an.

„Ich? Das wäre das Letzte, was ich über dich sagen würde, Bruderherz“, sagte Sirius honigsüß grinsend und wich einer Kopfnuss seitens James aus.

„Das will ich aber auch hoffen“, grummelte dieser und tat beleidigt, doch gerade so lange, wie Sirius brauchte, um sein Butterbierglas zu heben und mit ihm anzustoßen.

„Wollten Lily und James nicht eigentlich ihre Geschichte erzählen?“, warf Ginny ein und sah Sirius rügend an. James schien eine Weile zu brauchen, bis er sich erinnerte, was das eigentliche Thema ihrer Unterhaltung gewesen war und sah sie entschuldigend an.

Plötzlich erschien ein breites Grinsen auf seinem Gesicht und an Lily gewandt sagte er: „Ach ja Lily, warst du nicht dabei zu erzählen, wie du dich in mich verliebtest?“
Lily wurde auf seine Worte hin puterrot und sah verlegen auf ihre Hände.

„Denke dran, Lily“, meinte Beccy, „er will nicht wissen, wann du es dir selbst gegenüber eingestanden hast, sondern, wann sich deine Gefühle für ihn gedreht haben, noch ehe du es selbst wirklich wusstest.“

Lily warf ihrer Freundin einen missmutigen Blick zu, dass sie ihr so in den Rücken gefallen war. Sie schnaufte kurz und überlegte etwas.
„Das muss Ende des sechsten Schuljahres gewesen sein. Es gab eine kleine Begegnung auf dem Flur. Ich trug einen ziemlich großen Stapel Bücher mit mir herum und das Oberste rutschte herunter und fiel direkt vor seine Füße-“

„Seit dem Moment schon?“, fragte James verblüfft und sah Lily aus erstaunten Augen an.

„Ja, seit dem Moment und wenn ich weiter erzählen dürfte, erfährst du auch, wie es weiter ging“, antwortete Lily etwas patzig und sah James streng an.
Dieser hob abwehrend die Hände und lehnte sich zurück, während Lily fort fuhr.
„James hingegen, ganz der Gentleman, hob es auf und reichte es mir - und als ich ihm in dem Moment in die Augen sah, hatte ich mit einem Mal das Gefühl der Sicherheit, Geborgenheit, inneren Verbundenheit. Es ist schwer zu beschreiben, aber etwas war anders von dem Augenblick an. Was genau es war, war mir damals nicht bewusst, erst, als wir uns nach den Ferien wieder sahen und zu Schulsprechern ernannt worden waren, konnte ich die kommenden Wochen und Monate das immer stärkere Kribbeln im Bauch nicht mehr ignorieren.“

James strahlte sie an. „Und ab wann hast du es zugegeben?“, wollte er neugierig wissen und rutschte hibbelig auf seinem Stuhl hin und her.

Lilys Gesichtsfarbe nahm einen noch tieferen Rotton an. „Bei der Organisation des Weihnachtsballes, wenn ehrlich bin. Du gabst dich auf einmal so gar nicht Rumtreiber-mäßig, sondern warst engagiert und begeistert bei der Sache, konntest jedoch zu meiner Überraschung auch einmal ernst und rücksichtsvoll sein, was mir, zugegeben, ziemlich imponierte. Du erinnerst dich an unsere stundenlangen Abenddiskussionen, aus denen nach einigen Wochen Abendgespräche wurden? Ich fing an, deine Gesellschaft zu genießen, was mich zunächst verwirrte, ich wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte.“

Beccy grinste. „Aber eingestehen wolltest du es dir noch immer nicht. Ich erinnere mich an unsere stundenlangen Nachtdiskussionen über einen gewissen James Liam Potter und ich versuchte mein Bestes, dich in die richtige Richtung zu stupsen und endlich die Augen auf zu machen.“

„Ich weiß, ich muss sehr anstrengend in dieser Zeit gewesen sein“, gab Lily zu und sah entschuldigend zu ihrer besten Freundin, als Sirius einwarf: „Noch anstrengender als sieben Jahre verliebter Prongs? Glaub mir, das schafft so schnell niemand, auch nicht eine Lily Evans. Obwohl, ich erinnere mich, auch James war in diesen Wochen anders, irgendwie aufgekratzter, wenn er von euren Treffen zurückkam. Er strahlte und grinste jedes Mal wie ein Pferdegrinsekuchen.“

Lily, Harry und Remus brachen in schallendes Gelächter aus.

„Was denn?!“, wollte Sirius verwirrt wissen, „Nicht nur ihr kennt Muggel-Ausdrücke!“

„Ohman Pad“, japste Remus und versuchte krampfhaft, zwischen den Lachanfällen Luft zu bekommen. „Pferdegrinsekuchen, ich werd nicht mehr! Es heißt Honigkuchenpferd.“

„Wenn du schon Begriffe von mir aufschnappst, solltest du sie auch richtig aussprechen“, lachte Lily, Sirius guckte zunächst etwas verwirrt, fiel dann jedoch in das Lachen seiner Freunde mit ein.

James' Bauchgrummeln jedoch unterbrach seinen Lachanfall. „Ich glaube, mein Magen hat das mit dem Honigkuchendings gehört - ich hab Hunger! Dumbledore sagte doch, wir dürfen hier essen, oder?“ Fragend sah er in die Runde und sah begierig auf den Nebentisch, an dem ein etwas älterer Herr gerade einen großen Teller Goulasch serviert bekam.

„Ohman, bist du verfressen, übernimmt dein Magen mal wieder das Denken?“, fragte Peter grinsend, als er James sah, der den Mann am Nebentisch beinahe ansabberte.

„Ich dachte eigentlich immer, nur Hunde betteln am Tisch“, grölte Ginny und warf einen Blick zwischen dem Nebentisch und den beiden schwarzhaarigen Rumtreibern hin und her.

„Ey, das hab ich gehört - und ich müsste auch nicht betteln, wenn das, was der da drüben isst, vor mir stehen würde“, maulte Sirius und hielt sich ebenfalls den Bauch. Er hob die Hand und bedeutete Madam Rosemerta mit einem schmachtenden Blick, ihnen die Speisearten zu bringen.

Harry jedoch sah verlegen zu Boden. „Ich... ähm... ich hab keinen Hunger“, haspelte er schnell und wurde rot. Ginny wurde etwas blass und schüttelte ebenfalls den Kopf.

„Moment“, äußerte James skeptisch und sah seinen Sohn fragend an. „Du hast keinen Hunger und willst mein Sohn sein? Irgendwas stimmt da nicht. Was ist los?“

Harry knetete die Hände nervös in seinem Schoß. „Ähm... wir... wir haben doch gar kein Geld“, flüsterte er beschämt und sah zur Seite. Wie sehr wünschte er sich erneut, sein Verlies in Gringotts würde bereits existieren.

Sirius überlegte nicht lange und sagte frei heraus: „Wisst ihr was? Ich lade euch alle ein! Wir müssen noch meine Erbschaft feiern und welcher Zeitpunkt wäre dafür besser geeignet als heute, wo meine wahre Familie bei mir ist?“

„Aber... aber“, murmelte Harry abwehrend, doch Sirius sagte augenzwinkernd: „Da in Zukunft das, was jetzt meins ist, sowieso deins sein wird, können wir es auch jetzt schon ausgeben.“

„Aber du wirst doch jetzt eine veränderte Zukunft haben, vielleicht eines Tages selbst Familie haben - du brauchst dein Geld“, nuschelte Ginny verlegen und bohrte mit dem Zeigefinger an der Tischkante in einem Brandloch.

„Aber eines wird sich nicht ändern - ich werde hoffentlich auch in der Zukunft einen so wundervollen Patensohn mit einer ebenso wundervollen Freundin haben“, entgegnete Sirius sanft und warf einen leicht fragenden Blick zu James und Lily. Sein bester Freund verstand die unausgesprochene Frage und nickte, als wollte er sagen: natürlich machen wir dich zum Paten, das steht außer Frage.

Laut jedoch sagte er: „Es wird ihn schon nicht umbringen und falls er doch am Hungertuch nagen sollte, werde ich ihn gebührend unterstützen.“

Sirius lachte. „Also, um das Erbe der Blacks auszugeben, braucht es weitaus mehr als ein Abendessen in den Drei Besen mit den Menschen, die mir am Wichtigsten auf der Welt sind“, sagte er und vertiefte sich in seine Speisekarte, da sein Magen schon wieder zu einer nicht zu überhörenden Revolte angesetzt hatte.

Zögerlich griffen auch Ginny und Harry zu ihren Karten, die ganze Situation war ihnen noch immer unangenehm.

„Ich will auch dieses Goulasch!“, ließ James die andern sofort lautstark wissen und auch Sirius nickte kräftig.

„James, guck dem armen Mann nicht jeden Bissen aus seinem Mund heraus“, maßregelte Lily ihren Freund. „Dasselbe gilt auch für dich, Sirius. Mit euch kann man ja nirgends hingehen ohne sich zu blamieren!“

Die beiden Rumtreiber wandten ihren Blick vom Nachbartisch ab.
„Was nehmt ihr denn?“, fragte James und schaute in die Runde, um die Peinlichkeit, von seiner Freundin in die Schranken gewiesen worden zu sein, zu überspielen.

„Ich nehme ein Steak, englisch gebraten, der Vollmond ist noch zu Nahe“, murmelte Remus und vertiefte sich noch ein wenig weiter in seine Speisekarte, um zu verbergen, dass er rot wurde.

„Steak klingt gut“, sagten Beccy und Peter wie aus einem Munde.

„Das Irish Stew klingt lecker, ich glaube ich nehme das“, nuschelte Harry in die Karte vertieft.

„Das ist bestimmt nicht so gut wie von meinem Dad. Irish Stew können nur wir Iren wirklich zubereiten“, erwiderte Beccy und musterte abschätzig Madame Rosmerta, die sich langsam dem Tisch der Acht näherte.

„Die Feiertage sind zwar schon vorbei, aber ich nehme den Truthahn“, meinte Lily, klappte die Karte zu und legte sie auf den Tisch.

„Den nehme ich auch“, stimmte Ginny ihr zu und blätterte in der Karte zur Seite mit den Getränken, um sich auch hier etwas auszuwählen.

„Wie könnt ihr nach den Feiertagen noch Truthahn essen?“ fragte Sirius und sah beinahe entsetzt zu den beiden rothaarigen Hexen. „Mir hängt der Truthahn schon zum Halse heraus, das reicht für die nächsten 12 Monate.“

„Ganz einfach, Sirius: Stück abschneiden, Mund auf, Stück rein, kauen, schlucken und das ganze wieder von vorne“, entgegnete Ginny mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Gerade, als auch der Letzte seine Karte beiseite gelegt hatte, erschien Madame Rosmerta an ihrem Tisch. „Was macht ihr denn hier? Müsstet ihr jetzt eigentlich nicht oben im Schloss beim Abendessen sein?“

„Ob du es glaubst oder nicht Rosmerta, wir haben ausnahmsweise die Erlaubnis von Dumbledore persönlich“, schmunzelte Sirius und versuchte, die Bestellungen aller mitzuteilen. Leider vergaß er aber die Hälfte, sodass jeder seine Bestellung zu selben Zeit loswerden wollte. Aber alles, was man aus dem Gemurmel heraushören konnte, war James' Stimme, die lautstark nach Gulasch verlangte.

„Ja James, du bekommst dein Goulasch“, war die nun etwas gereizte Stimme der Gastwirtin zu vernehmen, um endlich in Ruhe die restlichen Bestellungen aufnehmen zu können.
Ihr magischer Notizblock füllte sich mit den Essenswünschen der Schüler und als alles aufgenommen war, wuselte sie in die Küche um das Gewünschte weiter zu leiten.

Als sie ihre Speisekarten wieder abgegeben hatten, sah Beccy erwartungsvoll in die Runde. „Also, wovon hatten wir zuletzt geredet, ehe James' Magen meinte, uns ans Essen erinnern zu müssen?“

„Honigkuchenpferd“, platzte es aus Sirius heraus und etwas leiser fügte er an: „Heißt doch so, oder?“

Lily lachte. „Ja, so heißt es. Stimmt, wir sprachen von den Gesprächen im Schulsprecherraum zwischen James und mir und wie ich merkte, dass ich schließlich doch in ihn verliebt war.“

Interessiert lehnte Harry sich nach vorn. „Oh ja! Wie ging es dann weiter? Wie seid ihr schlussendlich zusammen gekommen?“

James warf einen verliebten Blick auf seine Freundin und fuhr mit der Erzählung fort.
„Dadurch, dass wir uns bei den Treffen mittlerweile recht gut verstanden, sah ich mich nicht mehr gezwungen, sie dauernd nach einem Date zu fragen. Ich war einfach froh, die Zeit mit ihr genießen zu können, die wir zusammen verbrachten, da war ein Date völlig überflüssig. Bis es zum Halloweenfest kam, da musste ich sie einfach fragen. Einfach als Freunde, als gemeinsame Schulsprecher, nicht mehr, aber auch nicht weniger - und sie sagte Ja. Es war ein wunderschöner Tag, einfach einmal unbeschwert Zeit miteinander verbringen zu können, das, was ich mir immer gewünscht hatte.“

Lily saß inzwischen mit verklärtem Blick neben ihrem Freund. „Ich fand den Tag ebenfalls sehr schön, was mich gleichzeitig verwirrte. Ich wollte einerseits möglichst weit weg von dir und auf der anderen Seite wünschte ich mir, dass der Tag nie zu Ende ginge“, murmelte sie verlegen und spielte mit einer gelockten Haarsträhne, die sie immer wieder um den Finger wickelte.

James fing noch mehr an zu strahlen, als er weiter sprach. „Aber das Schönste von diesem Tag haben wir euch noch gar nicht erzählt.“ Er machte eine Pause und verfiel in Schweigen, während er verträumt seinen Gedanken nachhing.

„Ja?“, wollte Ginny begierig wissen, wurde jedoch von Madame Rosmerta unterbrochen, die die Getränke an den Tisch brachte.

„Lasst euch nicht stören, ihr Lieben“, sagte sie mit süßer Stimme und war kurz darauf wieder verschwunden. James blickte ihr etwas verwirrt hinter her, als er sich wieder daran erinnerte, dass er ja eigentlich etwas erzählen wollte.

„Achja, der Rundgang“, murmelte er, die anderen sahen ihn etwas verständnislos an.
Er räusperte sich kurz und erklärte: „Wie ihr wisst, müssen Schulsprecher Kontrollgänge abhalten und die Schüler abends von den Gängen scheuchen. So auch an jenem Abend nach dem Tag in Hogsmeade. Wir waren, glaube ich, beide recht schweigsam und wussten nicht wirklich, wie wir mit dem unverhofft schönen Tag zu zweit, der beinahe einem Date gleichkam, umgehen sollten. Als wir schließlich wieder den Gemeinschaftsraum erreichten, blieben wir vor der Fetten Dame stehen und ich gab Lily, ohne, dass ich recht wusste, was ich tat, einen Kuss auf die Wange als Dankeschön für den wundervollen Tag. Den anschließenden Blick in die Augen werde ich nie vergessen und erst recht nicht den umwerfenden Kuss, der dem Blick folgte.“
Lilys und James' Gesichter färbten sich synchron rot und sie strahlten sich verliebt an. Ihre Blicke fanden sich und verloren sich im Nirgendwo, als sich ihre Lippen trafen.

Beccys Augen wanderten zu Remus' und als seine Lippen die ihren berührten, durchströmte sie das pure Glück, welches sie bei James und Lily schon so oft gesehen hatte.

Harry sah freudestrahlend zu seinen Eltern, er wusste nun ohne jeden Zweifel, dass die beiden sich liebten und das aus vollster Seele. Seine Hand fand die Ginnys und verflocht ihre Finger mit einander, strich mit dem Daumen über ihren Handrücken und er lächelte nicht minder verliebt als Beccy, Remus, James oder Lily.

Plötzlich war ein genervtes Stöhnen seitens Sirius zu hören. „Ohman Pete, was haben wir uns da nur angetan? Drei verliebte Pärchen an einem Tisch, wie bitte sollen wir den Abend überstehen?“

Peter blickte etwas hilflos, James hingegen grinste breit. „Pad mein Freund, da hilft nur eines: sucht euch eine Freundin.“

Sirius lachte und nickte, während er James zuprostete, Peter hingegen lief knallrot an.

„Pad und eine feste Freundin? Ich fürchte, darauf kannst du ewig warten, Prongs“, gluckste Remus, als er sich von seiner Freundin lösen konnte.

James' Augen wurden groß. „Warten ist überhaupt das Stichwort - wo bleibt das Essen?“ Die anderen fingen an zu lachen und als habe Madam Rosmerta auf eben diesen Satz gewartet, erschien sie mit acht Tellern, die sie mittels Zauberstab vor sich her schweben ließ und auf die Plätze verteilte. „Guten Appetit, ihr Lieben“, wünschte sie und wuselte wieder von dannen.

„Ih, ist das blutig, ich glaube, ich habe dein Steak erwischt, Moony“, stellte Peter leicht angeekelt fest und klaute Remus den Teller, um ihm anschließend seinen eigenen hin zu stellen.

Beccy indes zückte ihre Gabel und spießte sich ein Stück Rindfleisch mit etwas Kohl von Harrys Teller auf, welcher gerade seinerseits eine Gabel des Irish Stew in den Mund geschoben hatte.

„Mhh, dasch isch lecker!“, schmatzte er und auch Beccy nickte anerkennend, als sie von Harrys Teller probiert hatte.
„Stimmt, ich gebe zu, es schmeckt, auch, wenn es nicht so gut ist, wie das von Dad“, sagte sie und widmete sich ihrem eigenen Steak.

Harry schluckte und sagte grinsend: „Jetzt darf ich aber auch Mal“, und schnappte sich mit seiner Gabel das gerade von Beccy abgeschnittene Stück Fleisch.

„Lecker“, war sein einziger Kommentar, während Beccy empört zu Lily und James blickte und sich beschwerte: „Könnt ihr eurem Sohn keine Manieren beibringen?“

James lachte. „Wieso? Du hast doch zu erst geklaut, also beklag dich nicht.“
Eine Weile hörte man nur das Klappern von Besteck, bis Harry erneut das Wort ergriff. „Mum, wie sind eigentlich Grandma und Grandpa so? Wenn ich Petunia und Onkel Vernon fragte, bekam ich nie eine wirklich Antwort darauf.“

Lily lächelte. „Sie sind wirklich super. Obwohl sie mit der magischen Welt nicht wirklich etwas anfangen können, unterstützen sie mich, wo sie nur können und dafür bin ich ihnen mehr als dankbar“, erklärte sie mit leicht ausweichendem Blick, als sie an ihre Schwester dachte, die den Neid auf sie nie überwunden hatte.

„Dave und Samantha sind einfach klasse“, warf Beccy ein, die das nachdenkliche Gesicht ihrer Freundin wohl bemerkt hatte. „Dave ist Geschichtslehrer an einer Privatschule, ich könnte ihm stundenlang zuhören. Geschichte ist seine Welt, wenn er davon erzählt, merkt man, dass er sie lebt und das, was er sagt, wird lebendig, als wäre es gerade erst gestern geschehen.“

„Ohja“, murmelte Lily, die an ihren leicht zerstreuten Vater dachte, der morgens immer völlig überhastet zur Schule gefahren war. „Und Mum mit ihren Instrumenten, manchmal fragte ich mich, mit wem sie mehr verheiratet war, mit ihrem Klavier und ihrer Geige oder mit Dad. Ich liebe es immer noch, ihr beim Spielen zuzuhören. Wenn sie ihre Geige in die Hand nimmt, sehe ich sie immer wieder auf eine der großen Bühnen zusammen mit dem Orchester und ich sitze vorne in der ersten Reihe und tauche einfach ein in die Musik. Wenn sie spielt, kann ich alles um mich herum vergessen.“

Harry schluckte und sah etwas betroffen drein. Das, was Lily dort erzählte, klang nach wundervollen Menschen, wie gerne hätte er sie kennen gelernt. Es schmerzte zu wissen, dass sie bei seiner Geburt nicht mehr leben würden. Oder - waren sie etwa auch ein Opfer Voldemorts geworden und würden in der nun hoffentlich veränderten Zukunft ebenfalls leben?

Lilys fragender Blick holte ihn aus seinen düsteren Gedanken. „Sag Harry, wieso hast du damals nicht bei ihnen gelebt? Du sagtest, ich hätte vor meinem Tod einen alten Blutzauber über dich gelegt und sie waren immerhin meine Eltern, wieso musstest du zu Petunia?“

Harry senkte den Blick, als er leise wisperte: „Petunia und Vernon waren meine letzten noch lebenden Verwandten.“

Lily wurde blass, ebenso wie James, der schnell nach ihrer Hand griff. „Es wird alles gut“, murmelte er leise. „Ihnen wird nichts passieren, nicht, was wir nicht verhindern können.“

„Wie sollen wir es verhindern, wenn wir nicht einmal wissen, was ihnen passieren wird?!“, brauste Lily leicht panisch auf und sah Harry beinahe verzweifelt an.

„Tut mir leid, nein, deine Schwester war nicht sehr auskunftsfreudig, wenn es um ihre Familie ging“, sagte Harry fast tonlos und umklammerte seine Gabel, er hatte doch keine schlechten Nachrichten mehr erzählen wollen!

„Ich weiß nicht wie, aber wir werden es verhindern“, versprach James und küsste seine Freundin kurz auf den Mund. Lily lächelte ihn dankbar an, atmete tief durch und straffte die Schultern.

„Du hast Recht, wir werden die Zukunft ändern und nicht nur wir werden leben, sondern unser beider Familien auch.“
Glück ist das einzige, was wir anderen geben können, ohne es selbst zu haben.
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Tjeika
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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Beitrag von Tjeika »

Huhu ihr Lieben,

ich bin manchmal wahrlich zu zerstreut für diese Welt. Ich habe die Kommentare zu den wirklich feinen Bildern schon im Kopf gehabt, dann das Kapitel gelesen und dann... ich bin zu verwirrt... einfach vergessen, dabei haben es die Bilder doch gar nicht verdient, vergessen zu werden. Ich finde, Cassio, du hast die Szenen sehr gut getroffen. Und du hast Talent!!!

Nun aber zu dem Kapitel hier:
vojka, du hattest nicht unrecht, wenn du sagst, dass es zu den besseren gehört. Wobei Besser im Zusammenhang mit dieser Geschichte eh ein völlig falsch gewähltes Wort ist. Besser als sehr gut ist schwer ;) Aber es hat wahrlich seine Qualitäten und die Geschichte, wie James und Lily zueinander gefunden haben, war wahrlich niedlich.
Ich will mehr davon ;)

Mehr?
:knuff: Ria
"Hören Sie, Sir, folgendes... Es geht um meinen Teppich, der das Zimmer erst richtig gemütlich gemacht hat..."

// The Big Lebowski \\
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