Auf See, 12.04.1530

Die Geschichte
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Tjeika
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Re: Auf See, 12.04.1530

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Kara
An Bord der India, eine Seemeile vor Kristiansand
Früher Morgen
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Langsam stellte sich Karas Sicht wieder ein. Noch immer ruhte ihre eine Hand am Steuer und dort würde sie auch bleiben. Doch nun, da ihre Augen wieder so funktionierten, wie sie sollten, schweifte ihr Blick über das Deck. Die Piratenjäger waren an Bord der India gekommen. Und Kara blieb nicht viel, außer zu beten - zu wem auch immer, es spielte keine Rolle. Sie musste beten. Ihre nun frei gewordene Hand wanderte zu ihrem Degen. Sie zog ihn, bereit gegen jeden zu kämpfen, der sich ihr in den Weg stellte, gegen jeden zu kämpfen, der ihr das Steuer aus der Hand nehmen wollte, gegen jeden der Piratenjäger, der ihr auch nur einen Millimeter zu Nahe kam.
Und dann sah sie Jens leblos zu Boden sacken. Ein Mann, der eine schwarze Maske auf seinem Gesicht trug, kam an Bug des Schiffes. Kara vermutete, dass er es gewesen war, der Jens getötet hatte. Kara hob ihren Degen. Sie ahnte wer es war... Misson. Und er wollte ihren Vater, dessen war sich Kara sicher.
Wut sammelte sich in ihrem Bauch. Vor nicht allzu langer Zeit hatte er die Hälfte ihrer Männer getötet und das würde er hier und heute büßen müssen!

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Linnea
An Bord der Frihet, zwei Seemeilen vor Kristiansand
Früher Morgen
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Es war wahrlich ein merkwürdiges Schauspiel. Einerseits wünschte sich Linnea, sie würde mehr davon erkennen können, denn es war spannend, es war fesselnd. Doch andererseits wünschte sie sich nicht sehnlilcher, als ganz weit weg zu kommen. So sehr hatte sie Angst davor, dass auch dieses Schiff in diesen Zwist mit hineingezogen werden könnte, dass sie gar nicht bemerkte, wie sie am gesamten Leib zitterte.
"Frau Gyldenstierne, bleiben sie doch ruhig. Hier geschieht ihnen doch nichts. Sie sehen doch, dass die Piratenjäger alles unter Kontrolle haben", sagte der Kapitän, so dass Linnea ihren Blick von dem Schauspiel abwandt und dem Kapitän - wenn sie sich doch nur an den namen erinnern könnte - zuwandt.
Dann nickte sie, was blieb ihr auch anderes übrig und blickte kurz zu Boden, ehe sie sich wieder dem Schauspiel draußen auf See zuwandt.
Nur einmal in ihrem gesamten Leben hatte sie solche Angst verspürt. Und nun, da sie wieder daran dachte, zog sich ihr Herz zusammen. Es war auf dem Schiff gewesen, es war kurz vor Rostock gewesen. Es war mit Humbert gewesen.
Linnea seufzte, wenn er doch nur hier wäre...
"Hören Sie, Sir, folgendes... Es geht um meinen Teppich, der das Zimmer erst richtig gemütlich gemacht hat..."

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Siria
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Re: Auf See, 12.04.1530

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An Bord der India, eine Seemeile vor Kristiansand
Früher Morgen

Jens sackte neben Nekele zu boden. Sie konnte es nicht fassen, konnte aber auch nicht ausmachen, wer derjenige war. Sie konnte sich nicht weiter auf Jens konzentrieren, aber sie wollte ihn rächen. Voller Wut stieß sie ihr Entermesser in den Bauch des nächsten Angreifers, diesmal brach dieser zusammen. Schon kam der nächste auf sie zu. Sie erhob ihr Messer, als sie stockte. Das konnte nicht sein! Sie hatte mit Sicherheit eine Halluzination. Jedoch stockte auch ihr Gegenüber.
"Lauryn" hauchte sie. Er war doch tot! Was tat er hier? Was tat er auf einem Piratenjägerschiff? Er gehörte doch zur anderen Seite.
"Nekele. Was machst du hier? Wo ist unser Kind?" Unser Kind?
Reisen ist die Sehnsucht nach dem Leben. Kurt Tucholsky
Greyback

Re: Auf See, 12.04.1530

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Charles
An Bord der India, eine Seemeile vor Kristiansand
Früher Morgen
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Charles erblickte Kara, das nichtsnutzige Gör einer Hure und eines Piraten - er kannte ihre Familiengeschichte recht gut. Wenn Kharecha sah, dass er dessen Tochter in die Mangel nahm, würde er sicher rasch zu ihnen stoßen - und das wohl übereifrig. Er steckte das Entermesser wieder ein, trat einem älteren Mann, der sich ihm in den Weg stellte mit seinen schweren Stiefeln in die Knie und zog sein langes Rapier.
"Bist du bereit, deine Mutter wiederzusehen?", fauchte er laut, als er sich auf Kara stürzte. Inzwischen waren auch alle Männer von den Fischerbooten an Bord und mischten munter mit.
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Tjeika
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Re: Auf See, 12.04.1530

Beitrag von Tjeika »

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Kara
An Bord der India, eine Seemeile vor Kristiansand
Früher Morgen
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"Du kannst sie gerne von mir grüßen", zischte Kara und ließ notgedrungen das Ruder los. Sie wusste, dass ihr Vater sich sicherlich gleich einmischen würde. Sie wusste es einfach. Doch so gerne sie dies auch verhindern wollte, sie wusste ebenso, dass das ein Ding der Unmöglichkeit war.
Mit kampfeslustigem Blick wandt sie sich Misson zu. Ihren Degen zum Kampf erhoben. Und ebendieser Kampf ließ auch nicht lange auf sich warten. Sicher, er war ein Mann und er war kräftiger als sie, doch sie war geschickt im Umgang mit dem Degen. Das machte einiges wieder wett.
Doch kaum hatte der Kampf begonnen, bemerkte sie, dass Kharecha neben sie getreten war, bereit, die Ehre von sich und seiner Tochter zu verteidigen. Er war bereit, den Tod von der Hälfte seiner Mannschaft und den von Jens zu rächen. Und Kara würde alles tun, nur nicht ihren Vater von seiner verdienten Rache abhalten.

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Linnea
An Bord der Frihet, zwei Seemeilen vor Kristiansand
Früher Morgen
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Der Kampf auf dem Piratenschiff wollte und wollte einfach nicht aufhören. Und Linnea fand ihn auch einfach zu spannend mit anzusehen, als dass sie sich einfach davon würde abwenden können. Der Mannschaft der Frihet schien es nicht sonderlich anders zu ergehen. Die meisten Arbeiten, die, die nicht sonderlich wichtig waren, die, die warten konnte, bis das Spektabel vorüber war, ruhten nun. Ein Großteil der Mannschaft stand bei ihnen an der Reling. Selbst der Kapitän schien unglaublich fasziniert von dem, was sich auf dem Piratenschiff abspielte. Und doch war Linnea unglaublich froh darüber, dass sie nicht so viel erkennen konnten. Zunächst einmal war ihr klar, dass dort drüben Blut floss, und so wirklich erpicht darauf, Blut zu sehen war die Adlige nun wahrlich nicht. Außerdem waren sie so weit genug von der Szenerie weg, um nicht hineinzugeraten.
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Siria
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Re: Auf See, 12.04.1530

Beitrag von Siria »

An Bord der India, eine Seemeile vor Kristiansand
Früher Morgen

Lauryn zog Nekele etwas aus dem Getümmel, so weit dies möglich war. Es war, als würde alles in ihr zerbrechen. Sie hatte diesen Mann geliebt, hatte Abschied nehmen müssen und nun stand er vor ihr, lebendig und kämpfte gegen seines Gleichen.
"Was tust du hier?" fragte sie erneut, ohne auf seine Frage einzugehen.
"Für das Richtige kämpfen! Schließ dich mir an. Schließ dich uns an. Wir kämpfen für das Richtige, für Gerechtigkeit und du wirst leben! Wirst mein Weib sein."
"Du machst mir Angst! Was ist das für ein Gelaber! Die Trauer um dich, hat unser Kind getötet." schrie sie ihn an. Sie kannte ihn zu gut, um nicht zu sehen, dass er wütend wurde. "Du Miststück! Kannst du nicht eine Sache richtig machen? Nur eine? Ein Kind austragen? Hast dir wohl an Land einen anderen genommen und das Kind war hinderlich? Du hast es umgebracht!"
Nekele stand wie unter Schock, sie konnte nicht fassen, was ihr vorgeworfen wurde. Was war aus ihrem Lauryn geworden? War er schon immer so gewesen?
"Red nicht so!" sagte sie mit versagender Stimme "mein Kind ist gestorben, weil ich es nicht verkraftet hatte, dass du tot bist. Ich habe dich geliebt!"
Lauryn lachte: "Was weißt du schon von Liebe! Nimm dies, als Strafe für die Tötung meines Kindes!" Sie merkte einen Stich in ihrem Bauch. Entsetzt blickte sie ihn an, er hatte ein Lachen auf seinem Gesicht, dass sie schon lange nicht mehr hörte. Er schlug sie ins Gesicht, worauf sie zu Boden fiel.
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Greyback

Re: Auf See, 12.04.1530

Beitrag von Greyback »

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Charles
An Bord der India, eine Seemeile vor Kristiansand
Früher Morgen
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"Du solltest dich um deinesgleichen kümmern, sie könnten es gebrauchen.", meinte er mit einem schmierigem Lächeln an Kara gewandt. "Dies hier ist eine Angelegenheit unter Erwachsenen. Verabschiede dich von deinem Vater, bevor du gehst."
Er bemerkte, dass sie Mannschaft der Piraten angesichts der zahlenmäßigen Überlegenheit sich erstaunlich lange zu wehren wusste, doch auch dies war ihm gleich. Er würde jetzt sein Skalp bekommen oder bei dem Versuch sterben.
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Tjeika
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Re: Auf See, 12.04.1530

Beitrag von Tjeika »

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Kara
An Bord der India, eine Seemeile vor Kristiansand
Morgen
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Knurrend wandt sie sich von Misson ab und überließ ihn ihrem Vater. Er war es, der die Rache ausführen musste. Es waren seine Männer gewesen, die dieser widerliche Piratenjäger auf dem Gewissen hatte. Also war es seine Angelegenheit. Doch dies würde Misson noch lange nicht von ihrer Rache freisprechen, sollte er dieses Duell hier überleben.
Kara stemmte das Stück Holz zwischen Ruder und Boden, während sie aus den Augenwinkeln wahrnahm, dass der Kampf zwischen Misson und ihrem Vater begonnen hatte. Doch sie konnte es nicht mit ansehen, konnte einfach nicht.
So rannte sie vom Bug des Schiffes in die Mitte des Decks. Dann erblickte sie Nekele. Sie schien sich mit einem der Piratenjäger zu streiten. Und dann nahm sie die Worte unter all dem Geschrei des Kampfes wahr, die der Piratenjäger an sie wandte. Doch bevor Kara etwas dagegen tun konnte, hatte er Nekele auch schon verletzt. Und nun war Kara wütend. Sehr wütend. Ohne länger darüber nachzudenken, rammte sie ihren Degen zwischen die Rippen des Mannes, der offensichtlich der Vater des verstorbenen Kindes von Nekele war. Und ohne noch einmal darüber nachzudenken, rammte sie ihren Dolch wieder und wieder zwischen seine Rippen, solange, bis sie sich absolut sicher war, dass er nie wieder aufstehen würde. Und dann kniete sie sich neben Nekele, nahm sie in den Arm, hielt ihre Hand über die blutende Wunde. Sie mussten hier weg und das schnell.

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Linnea
An Bord der Frihet, zwei Seemeilen vor Kristiansand
Morgen
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So lange schon tobte der Kampf auf dem Piratenschiff, dass Linnea gar nicht mehr wusste, ob nun Stunden oder nur Minuten vergangen waren. An Bord der Frihet war es ungewöhnlich still geworden. Nicht, dass nur die unwichtigen Arbeiten ruhten und die Männer an der Reling stehend das Spektakel beobachteten. Nein, sie taten dies schweigend, als wäre es etwas, was sie noch nie zuvor gesehen hatten. Linnea hatte so etwas noch nie zuvor gesehen und sie war sich sicher, dass das auch auf einen Großteil der Mannschaft hier an Bord zutraf. Und wenn sie ehrlich zu sich selbst war, dann wollte sie solch ein Gemetzel auch nie wieder sehen. Sie hatte genug gesehen, sie konnte es nicht mehr ertragen. Soviel Grausamkeit auf einmal ertrug sie einfach nicht.
Sie bemerkte nicht, wie sich eine Träne aus ihren Wimpern löste, als sie sich von dem Anblick, der sich ihnen allen darbot, abwandt. Das erste Mal seit Tagen blickte sie nicht stur auf die See. Das erste Mal seit dem Tod von Humbert...
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Siria
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Re: Auf See, 12.04.1530

Beitrag von Siria »

An Bord der India, eine Seemeile vor Kristiansand
Morgen

Jemand hatte sie in den Arm genommen. Nekele schlug die Augen auf und sah Kara.
Sie selber verspürte keinen Schmerz, keinen körperlichen. Ihr Atem ging schwer, sie sah in Karas Augen, die so anders aussahen als sonst.
"Kara, hilf mir hoch. Wir müssen kämfen. Wir dürfen das Schiff nicht diesen Jägern überlassen. Ich habe keine Schmerzen, es geht mir gut. Wir müssen kämfen, bitte"
Sie sah Karas Blick, der nicht davon überzeugt war. "Die Wunde ist nicht schlimm. Bitte, lass uns kämfen! Wenn, dann sterbe ich im Kampf, aber nicht so. Bitte, erfüll mir diesen Wunsch!"
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Re: Auf See, 12.04.1530

Beitrag von Greyback »

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Charles
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Morgen
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"Es wird Zeit, die Rechnung zu begleichen." murmelte Charles, sodass nur Kharecha es verstand. Dieser antwortete nicht. Sie begannen mit dem Duell. Charles war größer und nicht unwesentlich kräftiger als Kharecha, allerdings war dieser schneller und etwas erfahrener als er im Nahkampf. Charles hate ihn etwas unterschätzt, der Rum nd die kraftzehrende Fahrt hatten ihm nicht so zugesetzt wie er sich erhoffte, immer weiter drängte er ihn zurück. Er musste sich etwas einfallen lassen.
Im richtigen Moment schnappte er sich eine herumliegende Eisenkette und peitsche mit all seiner Kraft auf Kharecha ein. Als sich dieser schützend wegdrehte, rammte er ihm von hinten den Degen in den Rücken.
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Re: Auf See, 12.04.1530

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Kara
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Morgen
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"In Ordnung, in Ordnung", sagte Kara an Nekele gewandt und versuchte vergeblich, die aufsteigende Panik in ihrer Stimme niederzukämpfen.
"Gut, wir kämpfen. Aber tu mir einen Gefallen", damit riss sich die Kapitänstochter ein Stück Stoff vom Ärmel.
"Lass mich das um die Wunde binden", sagte sie und wartete nicht auf die Zustimmung Nekeles ab.
Diese ließ es einfach so über sich ergehen, als wüsste sie, dass Widerspruch zwecklos wäre. Immer wieder glitt Karas Blick zu dem Duell zwischen Misson und Kharecha. Ihr Vater schlug sich gut, doch Misson ebenfalls. Es war ein erbitterter Kampf. Gerade, als ihr Blick wieder einmal dort hin glitt, sah sie ihn fallen - ihr Vater war tot. Sie wusste es, sie spürte es. Ihre Hände begannen zu zittern. Sie bemerkte nicht, dass sie aufstand, sie bemerkte nicht, dass sie immer und immer wieder den Namen ihres Vaters schrie. Alles um sie herum verschwamm zu einer einzigen, sinnlosen Masse.
"Papa", schrie sie wieder und wollte sich mit dem Degen in der Hand auf Misson stürzen, doch jemand hielt sie fest, sprach zu ihr, doch die Worte wollten nicht zu ihr durchdringen. Tränen sammelten sich in ihren Augen. Sie wollte nur noch Rache. Sie sah sprichwörtlich rot, als dieser Misson auch noch etwas aus der Tasche ihres Vaters nahm, von dem Kara nicht erkennen konnte, was es war. Erbittert wehrte sie sich gegen den Griff, der sie an Ort und Stelle hielt. Sie wollte nur noch Missons Tod!

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Linnea
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Linnea schien die Einzige gewesen zu sein, die sich von dem Schauspiel, welches sich auf dem Piratenschiff abspielte, abgewandt hatte. Die Anderen blickten noch immer dort hinüber. In ihren Blicken konnte Linnea eine Faszination erkennen, die sie beinahe anekelte. Wie konnte man sich nur an solch einem blutigen Schauspiel erfreuen? Wie konnte man nur fasziniert davon sein, wenn andere Menschen ihr Leben lassen mussten?
Es war widerlich, einfach nur widerlich und Linnea wurde schlecht. Sie konnte kaum schnell genug reagieren, doch es war schnell genug, auf dass sie sich wenigstens über die Reling erbrach und nicht auf das Deck.
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