Miklagard - Ein warägisches Abenteuer

Für kleinere, in sich abgeschlossene Geschichten
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Siria
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Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer

Beitrag von Siria »

Dnjepr, auf der Holmgard
08. März 768, Morgen

Er wollte nicht gehen, wollte sie nicht alleine lassen. Doch er mußte gehen. Er nickte abwesend und beeilte sich zu Thor zu kommen. Zusammen mit ihm und Njal trat er wieder an Deck.
Das Unwetter schickte bereits seine Vorboten. Der Wind hatte zugenommen und die ersten Regentropfen fielen.
Lýsir blieb in der Nähe von Inga stehen. Er würde sie nicht aus den Augen lassen, würde in ihrer Nähe bleiben.
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Tjeika
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Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer

Beitrag von Tjeika »

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Dnjepr, auf der Holmgard
08. März 768, Morgen
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Kaum war Lýsir gemeinsam mit Thor und Njal an Deck gekommen, ging alles reichlich schnell von statten. Der Wind wurde immer heftiger, erste Regentropfen peitschten in ihre Gesichter. Und die Holmgard auf Kurs zu halten wurde auch nicht gerade leichter. Thor brüllte Befehle an die Männer, die sich um die Segel kümmern sollten, während er sich zu Inga an das Steuer stellte, um es gemeinsam mit ihr zu halten. Ingas Blick hingegen glitt immer wieder zwischen dem Ruder, dem Sturm, der sie nun beinahe erreicht hatte und wilde Wellen gegen die Bordwand jagte und Lýsir hin und her. Da war etwas in seinem Blick, was sie nicht deuten konnte. Erste Wellen überragten die Bordwand, peitschten an Deck und ließen einige Männer das Gleichgewicht verlieren.
"Hören Sie, Sir, folgendes... Es geht um meinen Teppich, der das Zimmer erst richtig gemütlich gemacht hat..."

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Siria
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Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer

Beitrag von Siria »

Dnjepr, auf der Holmgard
08. März 768, Morgen

Das konnte nicht gut gehen. Der Wind war zu heftig, würde die nächte Flußbiegung kommen, wäre das Schiff wie ein Spielball.
"Laßt uns anlanden!" rief er Thor zu, auch wenn er vielleicht kein Recht dazu hatte. Es war wahnsinn, dass Schiff hier auf Kurs zu halten. Instinktiv suchte Lýsir seine Taschen ab, aber er hatte alles wichtige bei sich. Vielleicht sollte er den Männern helfen, doch es hielt ihn bei Inga. Er konnte sie nicht alleine lassen.
Das erste Segel riss, der Fluß war nicht wiederzuerkennen. Wellen so hoch wie auf dem Meer fegten über das Deck.
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Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer

Beitrag von Tjeika »

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Dnjepr, auf der Holmgard
08. März 768, Morgen
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"Das war der Plan", rief Thor zur Antwort auf Lýsirs Frage und Inga nickte leicht, während sie ihren Blick von dem Seemann ab- und dem Steuer zuwandt.
Doch weit und breit war die Küste felsig, hier konnten sie nirgends anlanden und dann geschah das, was nicht hätte geschehen sollen. Die nächste Flussbiegung kam immer näher. Ingas Atem ging immer schneller und immer schwerer war es, das Ruder zu halten, wobei sich Inga nicht mehr so sicher war, ob sie das Ruder hielt oder oder ob sie sich am Steuer festhielt. Und als sie die Flussbiegung erreichten, schloss sie die Augen, instinktiv.
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Siria
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Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer

Beitrag von Siria »

Dnjepr, auf der Holmgard
08. März 768, Morgen

Lýsir blickte auf die Felsen der Flussbiegung. Es konnte nicht gut gehen. Er griff mit Thor zusammen ans Steuer, doch es brachte nichts. Die Holmgard war bereits ein Spielball des Windes und der Wellen. Es ging schnell, viel zu schnell. Die ersten Planken barsten an den Felsklippen. Lýsir griff nach Inga, hielt sie fest an sich, er würde sie nicht loslassen. Noch bevor, die Felswand zu nahe kam, sprang er mit ihr über Bord, um nicht an der Felswand zu zerbersten.
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Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer

Beitrag von Tjeika »

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Dnjepr
08. März 768, Morgen
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Das Wasser war eiskalt, in das sie sprangen. Und Lýsir und Inga waren nicht die einzigen Personen gewesen, die von der Holmgard gesprungen waren. Doch kaum tauchte Inga wieder aus dem Wasser auf, atmete einmal tief ein und wieder aus, sah sie die stolze Holmgard auch schon an den Felsen zerbersten. Schrecken stand ihr in den Augen geschrieben und dann war es für einige Sekunden sehr still. Kurz nur, denn die ersten Schreie der Angst, des Schreckens, des Schocks und der Schmerzen drangen viel zu bald schon an ihre Ohren. Der Sturm tobte schon immer. Hektisch begann Inga sich umzusehen. Wo war Lýsir? Wo Thor und all die anderen?
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Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer

Beitrag von Siria »

Dnjepr
08. März 768, Morgen

Das Wasser war kalt, zu kalt, sie mußten hier raus und das so schnell wie möglich. Beim Aufprall auf das Wasser, hatte es Lýsir die Luft genommen. Die Rippe, die gestern durch den Kampf in Mitleidenschaft gezogen worden war, hatte einen unglaublichen Schmerz hervorgerufen. Er hatte Inga loslassen müssen. Als er wieder aufgetaucht war, blickte er sich panisch um. Er konnte sie doch nicht verloren haben. Genau aus diesem Grunde, wollte er doch seine Mauer aufrecht erhalten lassen. Holz der Holmgard trieb an ihm vorbei. Er schnappte es sich, um sich aufzustützen. Er blickte sich um, hörte Schreie, doch Inga konnte er in den hohen Wellen nicht sehen. Alles drehte sich nur noch um sie.
"Inga?" schrie er schließlich.
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Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer

Beitrag von Tjeika »

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Dnjepr
08. März 768, Morgen
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Inga merkte, wie die Kälte allmählich in ihre Glieder kroch. Sie merkte, wie die Kraft sie allmählich verließ. Dennoch hörte sie nicht auf, sich nach Lýsir umzublicken. Warum auch immer es sie danach sehnte, dass er noch lebte, alles in ihr schrie danach. Es musste ihm gut gehen. Ihre Zehen und Finger spürte sie schon längst nicht mehr, als ihr der Atem gefror. Njals lebloser, blasser Körper trieb wie Treibholz an ihr vorbei und beinahe hätte Inga das Strampeln vergessen, dass sie nicht unterging, was sie erst bemerkte, als ihr Wasser in die Nase kam. Sie hustete und plötzlich meinte sie, ihren Namen gehört zu haben. Jemand schrie nach ihr? Sie war sich nicht sicher und lauschte genauer, blickte sich weiter um. Merkte allmählich ihre Lippen nicht mehr.
"Lýsir?", rief sie mit zitternder, aber durchaus lauter Stimme.
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Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer

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Dnjepr
08. März 768, Morgen

"Inga." sprach er leise zu sich selber. Er hatte sie gehört. Wo war sie? Wo?
Er blickte sich um. Es war dunkel wie in der Nacht. Viele Männer waren tot, aber Inga, er wußte, sie lebte. Mit dem Holz fing er an zu schwimmen, seine Glieder waren kalt, wie lange würde er es noch aushalten? Wie lang war er noch bei Kräften?
Dann sah er sie. Überhastet schwamm er auf sie zu und legte seinen Arm um sie. "Inga!" hauchte er. Sie mußte leben, es war unendlich wichtig für ihn.
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Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer

Beitrag von Tjeika »

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Dnjepr
08. März 768, Morgen
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Plötzlich fühlte sie, wie jemand einen Arm um sie legte und als sie ihren Kopf ein wenig hob, konnte sie erkennen, dass es Lýsir war. Unendlich erleichtert war sie, legte nun ihrerseits ihre Arme um seinen Nacken und wusste nicht recht ob sie sich oder ihn festhielt. Es war auch nicht weiter wichtig.
"Den Göttern sein Dank", murmelte sie leise, erleichtert und spürte, wie ihr die Tränen in die Augen stiegen.
Doch dann wurden die Schreie um sie herum lauter, erschrocken blickte sie sich um und erkannte, dass das zweite Schiff nun einige Männer unter sich begrub, während es direkt auf den Felsen zusteuerte.
"Thor, warum strafst du uns so sehr?", flüsterte sie leise, verzweifelt, während sie vor Entsetzen gar nicht wegschauen konnte.
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