Tränen der Nacht [HP] 8/21

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Cassiopeia
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Re: Tränen der Nacht [HP] 5/21

Beitrag von Cassiopeia »

Hey ihr Beiden! :knuff:

Lieben Dank für eure Reviews, es geht auch sofort weiter *g*

@Ria: Der ursprüngliche Titel der Geschichte war "Geistergeschichten" - warum, wird gerade hier deutlich, da ich eben auch die Geisterebene beschreibe, sprich Harrys Sicht aus dem Reich der Toten^^. Dass Harry erst nach zwei Tagen zu sich kommt, hängt mit dem Avada zusammen und damit, dass dieser von Voldemort geprochen wurde.

@Süße: Oh, lieben Dank, dass dir Ginnys (unterschiedlicher) Schmerz so gefallen hat (obwohl das Wort hier irgendwie falsch klingt...). Das nächste Kapitel war in der Tat etwas seltsam *lach* Aber nun erfährst du gleich, wie es weiter geht.

Hier nun ein Kapitel, welches sehr kurz ist und dazu ohne Namen auskommt... lest selbst^^ (kleine Erinnerung an die Pairings zu Anfang...)

Liebste Grüße,
Cas :knuddel:



4. Allein

Kein Weg zurück
das weiße Licht kommt näher
Stück für Stück
will mich ergeben.
Muss ich denn sterben
um zu leben?


Out of the Dark - Falco
Langsam öffnete er die Augen und sah in einen kristallblauen Himmel. Ihm war, als blicke er in die Unendlichkeit. Nichts, was seinen Blick trübte, nicht einmal ein Insekt, das in sein Blickfeld geriet. Er sah ungehindert in das weite Blau über ihm, fühlte sich, als würde er schweben. Er glaubte, die Hand ausstrecken zu können und er sei am Ende der Welt, fort von all den Sorgen und Problemen. Er versuchte, den Arm zu heben, doch es gelang ihm nicht.

Seine Finger spürte er schon lange nicht mehr, genau so wenig seine Beine. Sein Blick schien wie gefesselt von diesem wunderschönen Blau, er schaffte es nicht, die Augen zu bewegen, geschweige denn, den Kopf.

Da wusste er es: er würde sterben.

Der Gedanke hatte etwas ungeheuer erlösendes an sich. Endlich frei sein von all dem Schmerz, der in seiner Brust wohnte. Endlich keine Schuldgefühle mehr haben. Sich selbst nicht mehr verachten zu müssen. Nicht mehr diese Angst zu verspüren, die ihm beinahe den Atem nahm, die ihn untergrub und das Loch, in welches er fiel, immer größer werden ließ. Endlich der Leere in seinem Inneren entkommen, nicht mehr diesen Eisklotz in sich spüren zu müssen.

Schon lange vermisste er die Wärme in seinem Inneren, die ihm sagte, dass er noch am leben war. Er lebte sein Leben scheinbar ohne Veränderung weiter, doch innerlich war er schon lange tot.

All dem ein Ende setzten - wie sehr er sich doch danach sehnte. Er wollte leben, und wenn er dafür sterben musste!
Leben... wehmütige Gedanken kamen in seinen Kopf, überfluteten seine Sinne.

Diese Augen, die immer wieder in seinem Geist auftauchten. Ja, wenn er in diese Augen geblickt hatte, hatte er sich lebendig gefühlt, lebendiger als jemals vorher. Doch war es schon so unendlich lange her, dass er diese Augen zuletzt erblicken durfte.

Die Winzigkeit von Wärme, die ihn für einige Sekunden durchflutet hatte, verschwand sofort wieder.

Er versuchte, sich an die Gedanken zu klammern, an diese Augen, diese Wärme, die sie in ihm auslösten. Doch scheinbar arbeitete sein Gehirn nicht mehr so, wie es sollte, es schien wie aus Gummi zu sein. Schließlich gab er es auf und wurde wieder von der grauen Trostlosigkeit umhüllt.

Nein, er würde nicht weinen. Keine Träne der Welt konnte den Schmerz ausdrücken, den er fühlte. Seine Kehle wurde von trockenen Schluchzern gequält, sie seinen ganzen Körper schüttelten.

Und wieder einmal überkamen ihn Schuldgefühle. Er war an allem Schuld. Er hätte es niemals soweit kommen lassen dürfen, hätte eingreifen müssen.

Doch hätte es was geändert?

Dann wäre er jedenfalls noch am Leben.

Wie oft schon war er diesen Gedankengang gegangen. Doch die Zeit ließ sich nicht zurückdrehen.

Er hatte versagt, hatte mit angesehen, wie der Lord ihn getötet hatte. Und er? Er hatte nur daneben gestanden, hilflos seinen Zauberstab umklammert. Als er sah, dass der Dunkle Lord ebenfalls in den Tod gerissen worden war, war er auf der Stelle disappariert. Dort war er zusammengebrochen, kaum hatte er sein Zimmer erreicht.
Er ging weiterhin ein und aus, doch die Eiseskälte ließ sich einfach nicht vertreiben.

Die Tage verbrachte er damit, draußen spazieren zu gehen, die schneebedeckte Landschaft zu betrachten und versuchte, mit seinen Gedanken und Gefühlen fertig zu werden. Doch je mehr er darüber nachdachte, je schlimmer wurde es, riss ihn mit in einen Strudel aus Emotionen und Schuldgefühlen, der sich immer schneller drehte.

Wie lange er hier schon lag, wusste er nicht. Es kam ihm wie eine Ewigkeit vor. Er merkte, wie er immer schwächer wurde, wie das Leben ihn verließ.

"Endlich", dachte er, bis er mit einem Lächeln in die Dunkelheit fiel.
Zuletzt geändert von Cassiopeia am Mi 16. Dez 2009, 00:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Tränen der Nacht [HP] 4/21

Beitrag von Tjeika »

Huhu Große,

ein sehr sehr düsteres Kapitel, welches du da abgeliefert hast. Aber ein Kapitel, welches durchaus zu gefallen weiß, auch wenn ich nun nicht gerade der größte Draco-Fan bin, im Gegenteil.
Interessant war auf alle Fälle, dass er dachte zu sterben, doch wenn ich die Inhaltsangabe noch recht im Kopf habe, sollte dies eigentlich nicht der Fall sein. Abwarten, was uns da noch erwartet.
Viel interessanter jedoch waren die Gefühle, die er Harry gegenüber hegt... wahrlich interessant und da interessieren nun vor allen Dingen auch die Beweggründe.

Ich bin gespannt, wie es nun weitergeht!
:knuff: Ria
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5. Das Leben geht weiter

Beitrag von Cassiopeia »

Ui, Ria im Lesefieber :D Lieben Dank für dein Review auch an dieser Stelle! *lach* Immer diese Leute,die Draco nicht mögen *g* Kathy mochte ihn auch nicht, bis sie Just as good as you las... aber das gehört nicht hier her *hust*
Was seine Gefühle zu Harry angeht, da gibt es in der Tat einen Hintergrund... aber Geduld^^


5. Das Leben geht weiter

Es klopfte an der Tür, die sich kurz darauf einen Spalt breit öffnete. Zum Vorschein kam ein roter Strubbelkopf mit zwei hellblauen Augen, die sich vorsichtig umsahen.

„George!“, rief Ginny begeistert und setzte sich ein wenig auf. Ihr Bruder trat in den Raum und an ihr Bett.

„Hey, Schwesterherz!“, sagte er um umarmte sie herzlich. „Tut mir leid, dass ich erst jetzt komme, aber ich musste einiges im Laden regeln…“In seine Augen trat ein trauriger Ausdruck.

Er hatte trug nun die alleinige Verantwortung für ihren Laden, da Fred ebenfalls gefallen war in jenem grausamen Krieg, der ihr aller Leben auseinander gerissen hatte. Um nicht in Trauer und Schmerz unterzugehen, vergrub er sich in Arbeit.

„Schon gut, dafür bist du ja jetzt da“, sagte Ginny und sah ihn strahlend an. „Es tut so gut, dich wieder zu sehen!“ Sie merkte, wie die Leere, die sie immer mehr innerlich ausfüllte, ein wenig zurück gedrängt wurde.
„Das kann ich nur zurückgeben.“ George versuchte es mit einem Lächeln.

„Mum war eben da, ihr habt euch um 10 Minuten verpasst“, fuhr Ginny fort.

„Oh, schade, ich hätte sie gern noch Mal gesehen. Na ja, ich kann ja später bei ihr vorbei schauen, was meinst du?“

„Sie wird sich riesig freuen, glaub mir. Seit Dad weg ist, ist sie so einsam…“ Ihr Vater war vor einigen Monaten unter mysteriösen Umständen Verschwunden und seither nicht wieder aufgetaucht. Was mit ihm geschehen war, wusste keiner, doch man nahm allgemein an, dass er nicht mehr am Leben war.
In dem Augenblick wurde erneut die Tür geöffnet und eine Krankenschwester trat herein.

„Hey, da ist ja mein Sonnenschein!“, sagte Ginny und nahm ihr Kind entgegen.

„Frisch gewickelt und gebadet, Ms. Weasley“, grinste die junge Frau sie an.
„Ich danke Ihnen“, sagte Ginny und die Schwester zog sich zurück. „Darf ich vorstellen: Cathryn Lily Weasley“ sagte sie an ihren Bruder gewandt.

„Du - du hast sie nach Großmutter benannt?“, fragte George ganz gerührt.

„Ich finde, ihr steht diese Ehre zu“, sagte Ginny. „Ich hätte sie auch nach Mum benennen können, aber das wäre irgendwie nicht passend gewesen, schließlich lebt sie ja noch! Und ich finde den Namen Cathryn schön... der zweite Name war Harrys Wunsch, dass wir, sollte es eine Tochter werden, sie Lily nennen.“

„Oh ja, die beiden haben es verdient, dass ihre Namen weiter getragen werden“, sagte George leise, während er verzückt seine Nichte betrachtete.

„Willst du sie mal halten?“
Ihr Bruder schaute sie erstaunt an. „Darf ich?“

„Na hör mal! Du bist mein Bruder! Schließlich wirst du noch oft genug Babysitter spielen dürfen“, lachte Ginny und reichte Cathryn vorsichtig an George weiter. Schmunzelnd beobachtete sie seine Unsicherheit.

„Sie ist wunderschön“, brachte dieser endlich hervor, als das ergreifende Gefühl der Rührung etwas nachgelassen hatte und er wieder halbwegs sprechen konnte.

Harry wäre stolz auf dich, fügte er in Gedanken hinzu, doch er traute sich nicht, es laut auszusprechen. Das Thema Harry war ein sehr empfindliches Thema, gerade was Ginny betraf. Er bewunderte sie für ihr Stärke.

„Ja, das ist sie.“

„Sie hat Harrys Augen“, sagte er, biss sich allerdings sofort auf die Lippen. Er hatte doch nicht über Harry reden wollen!

„Ja“, sagte Ginny nur. „Und wahrscheinlich kriegt sie auch genau so schwarze, verstrubbelte Haare.“ Bei den Gedanken an Harrys stets unbändige Haare musste sie traurig lächeln.

George schaute seine Schwester an. Sie sah müde aus, traurig. Und doch hatte er nicht erwartet, sie so munter vorzufinden. Vielmehr hatte er gedacht, sie wäre kurz vor dem Zusammenbruch, doch wenn er in ihre Augen blickte, sah er neben der Trauer und dem Schmerz auch Liebe und Hoffnung auf die Zukunft.

„Ginny?“, hob er fragend an. „Ich bewundere dich, wie du mit alldem klar kommst. Ehrlich gesagt hatte ich schon ein wenig Angst, wie ich dich vorfinden würde. Ich bin unsagbar erleichtert, dass du nun so hier vor mir sitzt und sogar das ein oder andere Lächeln zustande bringst.“

Ginny sah ihn traurig an. „Noch, George, noch. Die Kleine trägt einen großen Teil dazu bei, dass ich noch nicht untergegangen bin. Aber es ist gerade mal zwei Tage her. Es stimmt, ich kann noch lächeln, kann sogar über ihn reden, aber nur, weil ich es noch nicht begriffen habe. Ich schiebe es von mir weg, lasse es nicht an mich heran, genau so wenig wie das mit Ron. Der Schmerz wäre unerträglich. Ich - ich hab Angst, George. Angst, was wird, wenn ich hier raus komme, in unsere Wohnung und er ist nicht mehr da. Angst vor der Erkenntnis, dem Begreifen, das sich langsam anbahnt und droht mich zu ersticken.“

„Hey“, sagte ihr Bruder etwas unbeholfen. „Ich kann verstehen, dass du Angst hast, mir geht es nicht anders. Also wenn du willst, dann kannst du wenn du hier raus kommst zu mir ziehen. Ich könnte auch ein wenig Gesellschaft gebrauchen nach den letzten Tagen und ein Zimmer hätte ich auch frei.“

„Oh George, das wäre wunderbar! Echt, danke!“ Ginny gab ihn einen Schmatzer auf die Wange.

„Weißt du, wann ihr zwei dieses wunderschöne Gebäude verlassen dürft?“, fragte George scherzhaft.

„Wenn alles gut geht, schon Ende der Woche!“ Ginny strahlte ihn dankbar an.

„Sehr gut, je eher, desto besser!“

„Oh, Georgi - Schatz?“So nannte Ginny ihren Bruder, wenn sie ihn um etwas bat. „Könntest du bitte eben zu uns nach Haus apparieren? Ich bräuchte noch ein paar Sachen.. der Aufbruch war doch etwas plötzlich und ich wollte das Mum nicht zumuten. Geht das?“

„Klar geht das! Sag mir einfach, was du brauchst und ich bin in ein paar Minuten wieder da!“

Ginny schrieb ihm die benötigten Dinge auf und ihr Bruder verabschiedete sich, um vor dem Krankenhaus zu dem Haus von Harry und Ginny zu apparieren. Was er jedoch dort sah, verschlug ihm glatt die Sprache.

Das ganze Haus war umzingelt von Journalisten, er herrschte ein wahres Blitzlichtgewitter. George fand das ein wenig seltsam, schließlich wohnte zur Zeit niemand in diesem Haus. Als er näher trat, wurden einige der Reporter auf ihn aufmerksam. Es waren nicht nur Zauberer, auch einige Muggel befanden sich unter den Anwesenden, wie er erstaunt feststellte.

„Können Sie mir erklären, was Sie hier tun?“, fragte er laut in die Runde.

„Das fragen Sie noch?“, antwortete einer der Reporter, ein Zauberer, entgeistert. „Das ist das Haus von Harry Potter, falls Sie es noch nicht wissen!“
Das schien dem Mann Antwort genug zu sein, den er sprach nicht weiter.

„Ich weiß“, sagte George. „Aber Harry Potter ist tot. Ich wäre Ihnen allen sehr verbunden, wenn Sie seinen Tod respektieren und sein Haus nicht belagern würden, als könne er dort jeden Moment zur Tür heraus kommen.“

„Aber - “

„Kein 'aber', Mister! Das hier ist lediglich das Haus von Harry Potter, der sein Leben gelassen hat um dem Schrecken ein Ende zu setzten. Finden Sie es wirklich angemessen, das Anwesen eines Helden so zu belagern?“

„Nein, wir wollten nur -“

„Es ist mir egal, was Sie wollten, ich möchte, dass Sie von hier verschwinden und Ihren Kollegen sagen, dass sie sich gar nicht erst die Mühe machen sollen, hier aufzukreuzen! Haben Sie verstanden?“

Von den Angesprochenen kam nur betretenes Schweigen, einige machten sich doch bereits auf, den Platz des Geschehens zu verlassen.

„Ich gehe jetzt dort hinein und wenn ich wieder draußen bin, möchte hier keinen einzigen Fotoapparat mehr sehen, ist das klar?“ George funkelte wütend in die Runde. Vereinzelt wurden Entschuldigungen gemurmelt, die Menge zerstreute sich.
Plötzlich riss er ungläubig die Augen auf und ging schnurstracks auf die Eingangstür zu. "Scheiße, was soll das denn?!

Aus der Tür waren einige Reporter getreten mit persönlichen Gegenständen von Harry und Ginny unter den Armen.

„ICH GLAUB ES NICHT! WAS GLAUBEN SIE DENN, WER SIE SIND? LEGEN SIE DIE SACHEN SOFORT WIEDER ZURÜCK ODER ICH WERDE SEHR UNGEMÜTLICH!“
George hatte inzwischen seinen Zauberstab rausgeholt. Wie dreist konnten die Leute eigentlich sein?

Erschrocken stolperten die Angesprochenen wieder zurück.
Plötzlich hörte er eine Stimme hinter sich. „Moment mal, Mister. Was befugt Sie dazu, hier Befehle zu erteilen?“

„Was mich dazu befugt?“, George hatte große Schwierigkeiten, seine Fassung zu bewahren. „Was mich dazu befugt? Guter Herr, ich bin der Bruder seiner Freundin und ein sehr guter Freund Harrys gewesen und ich lasse nicht zu, dass so mit seinem Tod umgegangen wird!“

„Seiner Freundin?“ Er klang wie ein Bluthund, der die Fährte aufgenommen hatte.

„Ja, seiner Freundin! Und jetzt lassen Sie mich bitte durch! Nein, ich werde Ihnen keine Namen nennen und wenn Sie mich nicht sofort dort hinein lassen, hat Ihr Chef einen Reporter weniger. Also?“

Widerwillig wichen die letzten Journalisten zurück und gaben den Weg frei. Auch die, die sich noch im Haus befunden hatten, waren inzwischen hinausgekommen und hatten sich verdünnisiert.

George stand noch einige Minuten fassungslos vor der Haustür, bevor er einmal tief durchatmete und das Haus betrat. Ginny würde er vorerst kein Wort sagen. Er hoffte, dass er in dem Durcheinander die gewünschten Sachen überhaupt finden würde.

Ohne groß auf die zerwühlte Einrichtung zu gucken, ging er geradewegs in den ersten Stock in Harrys und Ginny Schlafzimmer. Er kam sich vor wie ein Einbrecher. Etwas unsicher blickte er um sich und fing an, alles einzupacken, was Ginny ihm aufgetragen hatte. Er würde die nächsten Tage wiederkommen und das Haus aufräumen, beschloss er. Und er würde irgendwie dafür sorgen, dass keine ungewünschten Personen es mehr betreten konnten, am besten war es wohl, das Haus zu verstecken, wie es einst Grimmauldplatz 12 gewesen war.

Schließlich fiel sein Blick auf ein kleines Büchlein auf dem Nachttisch an Harrys Bettseite. Zögerlich nahm er es in die Hand. Vorsichtig, als könne es ihn beißen, öffnete er es und seine Augen wurden groß.
Es war Harrys Tagebuch.
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Re: Tränen der Nacht [HP] 4/21

Beitrag von Tjeika »

Huhu Große,

auch hier nun noch ein Review, bevor ich mich an das neue Kapitel von Journey wage ;)
Auch dieses Kapitel war wieder sehr schön und es war auch sehr aufschlussreich. Ich fand es sehr schön, dass es aus der Sicht von George geschrieben war, seine Gedanken waren doch sehr interessant.
Gut fand ich, dass Ginny so dargestellt wurde, dass sie den Verlust von Harry noch nicht so ganz mitgeschnitten hat, denn sowas ist nach wenigen Tagen vollkommen normal - und es wird so leider viel zu selten beschrieben.
Dreist war ja wohl mal das Auftreten der Reporter. Ich meine, dass sie vor dem Haus waren, war ja noch irgendwie verständlich, aus der Sicht eines Reporters, aber dass sie einfach in das Haus eingedrungen sind und sich an den persönlichen Dingen Harrys zu schaffen gemacht haben... einfach nur unmöglich und ich verstehe Georges Wut da nur zu gut.

Nun bin ich aber sehr gespannt, wie es weitergeht und ob wir erfahren, was so spannendes in Harrys Tagebuch steht ;)
:knuddel: Ria
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Re: Tränen der Nacht [HP] 4/21

Beitrag von Cassiopeia »

Huhu :knuff: Nun geht es hier schon jetzt weiter, lieben Dank für dein Review! Dass die Georges Sicht gefallen hat, freut mich sehr, er ist im Moment der einzige Halt, den Ginny hat... . Dass Ginny Harrys Tod nicht an sich heran lässt, ist nur natürlich. Es ist der Schock, der sie davor bewahrt und die Geburt Cathryns... danke, dass du das angesprochen hast :knuddel:
Hier geht es nun weiter, viel Spaß *g*

6. Das Buch


Harry wich nicht von Ginnys Seite. Tag für Tag war er bei ihr, sprach zu ihr, obschon er wusste, dass sie ihn nicht hören würde. Er folge ihr, wohin auch immer sie ging. Blickte immer wieder voller Verwunderung und Traurigkeit sein Kind an. Manchmal hatte er den Eindruck, es könne ihn sehen, aber dafür war es wohl noch zu klein, um das mit Sicherheit sagen zu können.

Seit dem Verlassen des Krankenhauses waren nun knapp 4 Wochen vorbei.

Harry hatte sich in der Welt der Geister einigermaßen "eingelebt". Er hatte heraus gefunden, dass er noch immer apparieren konnte, jedoch nicht mehr zaubern.
Am Anfang war er beinahe verzweifelt, weil er durch alles und jeden hindurch geflogen oder gefasst hatte, aber inzwischen hatte er gelernt, sich zu "festigen", wie Ron es ausdrückte und konnte, wenn er wollte, Dinge vom Boden aufheben oder berühren, anstatt durch sie hindurch zu fahren.

So konnte er zum Beispiel durch Ginnys Haare streichen, wenn sie schlief.
Er selbst brauchte keinen Schlaf mehr. Doch langweilig wurde ihm nicht, er konnte Stunden damit zubringen, Ginny zu beobachten.
Doch es war nicht immer leicht, er sah, wie sehr sie sich quälte. Immer noch weinte sie sich nicht selten in den Schlaf. Inzwischen waren alle Toten der Schlacht identifiziert und somit wusste sie, dass auch Ron tot war.

Harry war froh, dass sie jetzt bei George wohnte. Die beiden brauchten einander, wie Bruder und Schwester einander brauchen. Sein Tod war einen Monat her und doch sah er, wie sehr Ginny darum bemüht war, die Gedanken nicht um ihn kreisen zu lassen.
Doch leider war auch das eine Eigenschaft der Geister: die Gedanken anderer Menschen zu hören. Und so hörte er, dass es in Ginnys Kopf nur zwei Namen gab: Harry und Ron.

Plötzlich kam George ins Zimmer. Ron folge ihm, er versuchte genau wie Harry, seinen Geschwistern nah zu sein. Doch er und Hermine hatten sich endlich gefunden und verbrachten viel Zeit gemeinsam.
Ironie des Schicksals, dachte Harry.

George sah ein wenig blass aus, aber das war er in letzter Zeit immer. Seine Augen waren ein wenig rot umrandet, anscheinend hatte er geweint.
„Ginny?“ Er räusperte sich kurz, offensichtlich fiel es ihm nicht leicht zu sprechen. Ginny sah ihn an. Sie hatte am Fenster gestanden und hinausgeblickt, in Gedanken versunken an den Tag vor zwei Jahren, als Harry und sie erneut zusammen gekommen waren. Sie versuchte, das Zittern in ihrer Stimme zu verscheuchen und wischte sich kurz über die Augen.

„Ja?"

„Wie geht es dir?“, fragte George besorgt und trat auf sie zu. Ginny war in letzter Zeit sehr schweigsam und nachdenklich geworden, manchmal sprach sie tagelang kein Wort.
Ginny zuckte nur unbeholfen mit den Schultern. Schließlich hielt sie es nicht mehr aus und warf sich ihrem Bruder in die Arme.

„Es tut so weh“, flüsterte sie nur. Jetzt konnte sie die Tränen nicht mehr zurück halten, es war, als wäre ein Damm in ihr gebrochen.

„Ich weiß“, sagte ihr Bruder nur und drückte sie fest an sich. Auch ihm entwichen ein paar Tränen.

Harry war wie gelähmt. Was würde er geben, um wieder unter den Lebenden sein zu können. Aber er war tot, ein Geist. Wieder machte sich Verzweiflung und Wut in ihm breit. Wut auf Lord Voldemort, der alle, die er liebte, zerstört hatte. Es würde lange dauern, wenn es überhaupt jemals geschehen sollte, dass diese Wunden verheilen würden. Er selbst kannte das Gefühl nur zu gut. Aber unter dem Mantel der Gefahr hatten sie es geschafft, die Gefühle, die Trauer zu unterbinden, sie nicht an die Oberfläche kommen zu lassen.
Doch die Gefahr war gebannt, die Gefühle und der Schmerz bahnten sich unaufhaltsam ihren Weg nach oben.

„Es ist jetzt zwei Jahre her“, hörte er Ginny nach einer Ewigkeit murmeln und wurde aus seinen Gedanken gerissen. Die zwei hatten sich auf das Bett gesetzt und hielten sich gegenseitig in den Armen.

„Ich weiß und ich.. möchte dir etwas geben“, sagte George leise.
Vorsichtig zog er das Tagebuch hervor.
"
„Was ist das, George?“ Ginny nahm ihm das Büchlein aus der Hand und besah es sich genauer.
„Merlin! Das ist Harrys Tagebuch!“

Auch Harry starrte wie gebannt auf das Buch, welches Ginny in ihren zitternden Händen hielt. Sie hatten es gefunden… er hatte nicht gewusst, ob der Zauber funktioniert hatte, den er darüber gesprochen hatte, aber anscheinend hatte es gewirkt. Denn als Ginny es aufschlug, konnte er seine eigene, krakelige Schrift erkennen.


Auf der ersten Seite fand sich folgende Notiz:


Liebste Ginny,

Wenn du das hier lesen kannst, bin ich nicht mehr unter den Lebenden. Ich hoffe dennoch, dass mein Tod nicht umsonst war.
Was du hier in den Händen hältst ist mein Tagebuch. Ich weiß, ich habe dir nie davon erzählt. Aber nun, da ich tot bin, möchte ich, dass du meine wahre Geschichte erfährst.
Dieses Tagebuch ist so verzaubert, dass nur du es lesen kannst, sobald es jemand anderes in die Hände nimmt, ist es nur ein unscheinbares Notizbuch. Ich hoffe, du bist mir nicht böse, das ich so etwas vor dir geheim gehalten habe.. es betrifft meine Vergangenheit, mit der ich abgeschlossen habe. Es ist deine Entscheidung, ob du es lesen möchtest oder nicht, aber ich hoffe doch, dass du mich dann im Nachhinein besser verstehen kannst.

Vergiss nie, ich liebe dich!!

Dein Harry


Mit Tränen in den Augen blickte Ginny auf. „Wo.... hast du.. ?“, fragte sie mit bebender Stimme.

„Ich hab es damals beim Zusammensuchen eurer Sachen gefunden. Ich weiß, ich hätte es dir eher geben können, aber du schienst mir damals so, als wolltest du nichts mit Harrys Tod zu tun haben, ihn von dir weisen. Aber ich denke, jetzt bist du bereit dafür, was auch immer darin stehen mag.“

„Danke“, konnte Ginny nur flüstern und umarme ihren Bruder wieder. „Danke für alles.“

„Hey, wozu sind Brüder da? Ich lass dich jetzt wohl lieber allein. Falls du Hunger hast, ich mach nachher Nudeln mit Tomatensoße. Ok?“

„Gut“, gab Ginny lächelnd zurück. Als George das Zimmer verlassen hatte, setzt sie sich wieder zurück auf das Bett. Sie hörte ein leiser Quengeln aus der Wiege und nahm Cathryn auf den Arm.
„Hey, meine Kleine. Na, da hat dein Daddy uns aber eine ganz schöne Überraschung hinterlassen, wie?“

Harry stellte sich so, das er seiner Tochter genau in die Augen blicken konnte. Plötzlich streckte sie die Hand aus. Sie konnte noch nicht sprechen, aber sie starrte ihn eindeutig an. Harry war perplex. Wie konnte es sein, dass seine Tochter ihn sehen konnte? Er war kein sichtbarer Geist, sonst könnte Ginny ihn auch sehen, und das war eindeutig nicht der Fall. Doch konnten kleine Kinder Tote sehen?

Ein Glücksgefühl durchströmte ihn. Seine Tochter konnte ihn sehen! Auch, wenn er nicht wusste, wie lang dies noch der Fall sein würde… .

Nach einer Weile ging Ginny mit Cathryn nach unten in die Küche, um ihrem Bruder Gesellschaft zu leisten. Harry blieb oben und schaute aus dem Fenster.

Der Schnee bedeckte nur noch spärlich die Landschaft, bald würde es Frühling werden.

Er wollte sich gerade abwenden, als er eine Person auf das Haus zukommen sah. Eine Person, mit der er nie und nimmer gerechnet hatte. Eine Person, von der er gedacht hatte, sie sei tot.

Draco Malfoy.
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Loneha

Re: Tränen der Nacht [HP] 6/21

Beitrag von Loneha »

Hallo Cassiopeia,

deine Geschichte hat nun noch eine Leserin, mich hat der Titel und vor allem die Einführung gefesselt und jetzt will ich sie auch mal lesen. Ich werde versuchen, dir zu jedem Kapitel ein kleines Review zu hinterlassen, wobei ich sie hier in den einen Post stecken werde. Hoffentlich postest du nicht zu schnell weiter, sonst komm ich nicht hinterher :)

Kapitel 1
Wow, was für ein Einstieg! Du wirfst den Leser mitten hinein ins Geschehen und das ist super. Ich liebe solche Geschichtenanfänge. Wobei die Menge der Toten wirklich heftig ist. Der letzte Satz jedoch ist unglaublich, den finde ich ganz, ganz toll.

Kapitel 2
Ich finde es total schön, dass Luna Ginny in dieser Stunde beisteht – und auch ihre Gedanken sind wirklich toll beschrieben. Das nimmt einen sehr für sie ein. Sie scheint in deiner Welt etwas erwachsener geworden zu sein und weniger versponnen, das finde ich wirklich schön.
Auch dieses Gefühl von Ginny – du bringst das unheimlich toll rüber, man kann richtig mit den Protagonisten mitfühlen. Sie tut mir unendlich leid.

Kapitel 3
Du hast ein Talent für tolle Schlusssätze, ich find den hier schon wieder unglaublich toll.
Die Toten sind also allesamt Geister geworden. Wenn es danach geht, hat Harry Ginny ja gar nicht ganz allein gelassen, denn er ist ja immer noch da – irgendwie …
Ich bin gespannt, was du noch mit ihnen vorhast, denn normalerweise entstehen Geister ja nicht so einfach, vor allem nicht in den rauen Mengen.
Ich finde es übrigens etwas unschön, dass Harry, noch bevor er sich richtig mit der Situation auseinander setzen konnte, von allen überfallen wird. Aber genauso würde es wohl ablaufen, so erging es ihm ja immer wieder. Armer Kerl

Kapitel 4
Hm. Klingt schwer nach Draco. Aber warum stirbt der auch? Ich bin mir gerade nicht sicher, ob ich das Kapitel richtig deute. Es gefällt mir allerdings wirklich gut, du bringst die Gefühle und Gedanken mal wieder unheimlich toll rüber. Ich habe selbst dieses Gefühl der Distanz, mit der der Protagonist alles beobachtet, fühlen können. Und der letzte Absatz ist wieder allererste Sahne. :)

Kapitel 5
Ein schönes Kapitel. Obwohl man es ja in zwei Teile teilen muss. Der erste Teil im Krankenhaus ist toll. Ich finde es schön, wie sehr der Familienzusammenhalt bei den geschrumpften Weasleys noch vorhanden ist und auch, dass George sofort sein Haus anbietet, damit Ginny nicht in das leere Haus zurück muss. Sie ist trotz allem Abstreitens unheimlich stark. Dieses Verdrängen kostet schließlich auch viel Kraft. Aber sie hat ja jemanden, der etwas Licht in ihr persönliches Dunkel bringt.

Das Haus … heftig. Aber ziemlich realistisch. Reporter sind in den meisten Fällen leider eine richtige Seuche. Aber George händelt das wirklich großartig. Was mich etwas überrascht ist, dass niemand weiß, dass er mit Ginny zusammen war. Wurde sein Leben nicht permanent durchleuchtet?
Ich bin wirklich gespannt auf das nächste Kapitel

Kapitel 6
Das Kapitel aus Harrys Sicht zu schreiben ist ungewöhnlich, genauso, wie er kein gewöhnlicher Geist zu seien scheint. Dass Cathryn ihn sehen kann ist auf eine Art ziemlich gruslig, auf andere Art aber auch schön, so hat Harry wenigstens noch ein wenig Kontakt zur Welt der Lebenden.
George kümmert sich ja wirklich rührend um seine Schwester, wunderbar. Ich ahne ja bereits flüchtig, was in dem Tagebuch stehen könnte. Was mich jetzt interessiert ist, wie Draco seinem erwarteten Tod entkommen ist.

Ganz allgemein: Ich mag deinen Stil, du hast eine tolle Art, Gefühle und Gedanken so zu transportieren, dass jeder mitfühlen kann. Ich freue mich schon auf die restlichen Kapitel.

Loni :knuff:
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Re: Tränen der Nacht [HP] 6/21

Beitrag von Cassiopeia »

Hey Loni! :knuff:

Öhm, wow! Lieben lieben Dank! Du hast dir sogar die Mühe für jedes Kapitel gemacht *__* Danke!
Erst Recht Danke für dein Lob, was meinen Schreibstil und Beschreibungen der Gedanken und Gefühle betrifft *strahl* Das ist mir enorm wichtig, gerade Letzteres. Ich möchte, dass man die Charaktere versteht in dem, was sie tun, warum sie etwas tun, wie sie denken und fühlen. Nicht einfach nur Handeln. Sondern hinter die Fassade blicken.
Dass die Toten alle zu Geistern werden, hat den Grund, dass ich damals nicht wusste, wie man zu einem Geist wird. Die Geschichte habe ich 2005 angefangen, da war das noch ein großes Mysterium^^. Daher ist die Story wohl auch AU, da sie nach Band fünf ( :grübel: ) geschrieben wurde und die restlichen Bände somit außen vor blieben...
Auf jeden Fall lieben, lieben Dank für dein Review und dein Lob - und keine Angst, soo schnell poste ich nicht, ich musste vojka versprechen, immer auf sie zu warten *g*

:knuff:
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Tjeika
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Re: Tränen der Nacht [HP] 6/21

Beitrag von Tjeika »

Huhu Große :knuff:

Wieder ein sehr sehr schönes Kapitel. Auch wenn ich niemals erwartet hätte, dies von einer solchen Geschichte zu behaupten - wir erinnern uns, für gewöhnlich lese ich lieber Maraudergeschichten ;)
Interessant ist, dass Cathryn Harry sehen kann, obwohl er ein Geist ist und ich habe mir im ersten Moment die gleiche Theorie zurechtgelegt, wie Harry auch. Kleine Kinder können nur Geister sehen und kein anderer? Das wäre ja mal interessant zu wissen. Jedenfalls kann es sicher noch zu interessanten Situationen kommen, wenn die Kleine ihren Vater sehen kann, Ginny aber nicht... könnte noch lustig werden.
Warum nun allerdings Draco - wie auch immer er seinen vermeintlichen Tod überlebt hat - zu ihr und George geht, das frage ich mich nun aber auch :grübel:

Ich bin sehr neugierig darauf, wie es weitergeht!
:knuddel: Ria
"Hören Sie, Sir, folgendes... Es geht um meinen Teppich, der das Zimmer erst richtig gemütlich gemacht hat..."

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Re: Tränen der Nacht [HP] 6/21

Beitrag von Cassiopeia »

So, nach einer kleinen Pause (Sorry dafür) geht es nun weiter, ich hoffe, es gefällt :knuff:

7. Besuch

Langsam drehte er sich um. Er sah auf den Wecker, der neben seinem Bett stand. 4:30. Na toll. Wieder einmal hatte er sich die ganze Nacht von einer auf die andere Seite geworfen. Gedanken in seinem Kopf gewälzt.
Einen Monat war der Fall des Dunklen Lord nun her und Draco Malfoy fand noch immer keine Ruhe. Er war nun allein auf Malfoy Manor, seine Eltern hatten den Kampf nicht überlebt. Und zu Dracos Entsetzten fehlten sie ihm nicht einmal sehr.
Wie konnte das sein? Es ging schließlich um seine Eltern! Aber so tief er auch in sich grub, er konnte nichts finden, nicht die kleinste Regung Gefühle für sie oder Trauer um ihren Tod.

Genauso, wie sie es mir immer anerzogen haben. Ein Malfoy hat keine Gefühle.

Und doch, er hatte Gefühle, war voll von ihnen, auch, wenn sie nicht seine Eltern betrafen. Er hatte das Glück erfahren, was es heißt geliebt zu werden, ein Gefühl, dessen Namen seine Eltern wahrscheinlich nicht einmal gekannt hatten. Und er hatte geliebt, hatte mit Freuden gegeben, was ihm gegeben wurde.

Schon sehr früh hatte er gelernt, seinen Geist vor fremden Eindringlingen zu verschließen, so kam keiner seiner Eltern oder Verwandten hinter sein 'Geheimnis'. Auch, wenn es nicht immer leicht war, all seine Gefühle und Emotionen zu verstecken, was jene Person betraf. Doch anscheinend saß seine Maske immer perfekt, ansonsten würde er jetzt wahrscheinlich dem Dunklen Lord Gesellschaft leisten.

4:45. In drei Stunden ging der Wecker an. Er hatte angefangen, in den frühen Morgenstunden Sport zu treiben, das regte den Geist an und hielt ihn von dunklen Gedanken fern. So etwas wie vor einem Monat wollte ihm nicht noch einmal passieren.
Ihm wurde immer noch ganz kalt, wenn er daran dachte. All der Schnee.. hätte man ihn doch nur dort liegen lassen... aber nein, ihm was das peinlichste passiert, was einem Malfoy passieren konnte - er war von seinem Hauself gerettet worden. Seinem Hauself! Es war Draco immer noch ein Rätsel, wie dieser es geschafft hatte, aber bekanntlich verfügten Hauselfen über so manch verborgene Kräfte. Das erste, was er getan hatte, sobald er wieder das Bett verlassen konnte, war, seinem Hauselfen Kleidung zu geben. Dieser hatte zwar gebettelt und gezetert, aber er hatte sich dem Willen seines Herren beugen müssen - und das war ihn zu verlassen.
Der Nachteil war, dass Draco jetzt ohne Elfen dastand. Er hatte keine große Lust, sich einen neuen anzuschaffen, aber irgendwie war es manchmal schon ein wenig lästig, alles selbst machen zu müssen.. er dankte Gott dafür, dass er kein gewöhnlicher Muggel war.

Vielleicht sollte er heute einfach mal ausschlafen? Dann den Vormittag im Bett verbringen und den Tag gemütlich auf dem Sofa ausklingen lassen... das hatte etwas verlockendes an sich, dass musste selbst Draco zu geben. Und da ja nun kein Hauself mehr da war, der ihn nerven konnte... und Besuch würde er auch keinen kriegen... er langte nach seinem Wecker und stellte ihn aus. Leise seufzend rollte er sich wieder auf die Seite. Doch bevor er den letzten Gedanken zu Ende gedacht hatte, war er erstaunlicherweise eingeschlafen.

- -- -- -

Tock. Tock. Tock.

Draco grummelte etwas Unverständliches im Schlaf und mummelte sich wieder in die Kissen.

TOCK! TOCK! TOCK!

Er fuhr hoch. Was war das? Warum klopfte da jemand an seine Tür? Er sah auf die Uhr. 10:05. Na toll, gerade mal 5 Stunden Schlaf. Er wollte sich gerade wieder umdrehen, als es wieder pochte, sodass er angst hatte, die Tür würde bersten. Doch diesmal vernahm er eine Stimme.

Nein! Das war Bellatrix! Was wollte die denn hier?!
Panisch sprang er aus dem Bett... ok.. ganz ruhig jetzt Draco.. es ist nur deine Tante.. konzentrier dich.... was tust du jetzt? Anziehen! Anziehen ist gut! Er stürzte zum Schrank und suchte sich übereilt Klamotten heraus von denen er hoffte, dass Bellatrix ihn nicht gleich zurück schickte um sich um zu ziehen.

"Ich komme gleich!", rief er noch schnell, raste ins Bad, spülte den Mund aus, für Zähneputzen war jetzt keine Zeit, schnell ein wenig Wasser ins Haar - fertig! So schnell er konnte, raste er zur Tür. Je näher er kam, desto langsamer wurde er jedoch. Was wollte Bellatrix hier? Bevor er öffnete, atmete er noch einmal kurz durch, um dann den Zauber von der Eingangstür zu nehmen.

"Bellatrix", grüßte er nüchtern. Er nannte sie stets bei ihrem vollen Namen. Bella fand er schrecklich, wie auch den Rest der Person.

"Draco." Ohne ein weiteres Wort drängte sie sich an ihm vorbei in die Eingangshalle. "Warum hat das so lange gedauert? Und warum machst du selbst die Tür auf? Für so etwas gibt es Personal! Oder schafft euch endlich einen Kamin an!"

"Es tut mir leid, Bellatrix, ich war gerade sehr beschäftigt. Und was mein Personal angeht - das habe ich entlassen."

"Du hast was?", kreischte sie. "Wie kannst du es wagen? Kaum sind deine Eltern einen Monat tot, lässt du hier alles verkommen? Hast du denn gar keine Ehre?"

Draco musste sich sehr zurückhalten, nicht laut zu werden.
"Es geht immer noch um Malfoy Manor und da ich jetzt Herr dieses Hauses bin ist es meine Sache, wie ich mit meinem Personal oder sonstigem Eigentum verfüge, klar?" Er blickte seine Tante aus eisgrauen Augen an.

Bellatrix schwieg.

"Also: was verschafft mir die Ehre deines Besuches?", fragte er so ruhig und höflich wie möglich.

"Es geht um Potter."

Draco glaubte sich verhört zu haben. Harry war tot, was wollte sie von ihm? Er versuchte, den Stich in seinem Herzen zu ignorieren und fragte statt dessen: "Wie meinst du das?"

"Es geht um sein Vermögen, bzw. das seiner Eltern. Soweit ich weiß, waren sie mehr als wohlhabend. Mich würde brennend interessieren, woher die das Geld bekommen haben. Und ich erhebe Anspruch darauf, denn soweit ich weiß, hat Potter keine lebenden Verwandten mehr, nachdem auch diese dämliche Muggelfamilie, bei der er gelebt hat, das Zeitliche gesegnet hat."

Nette Umschreibung für einen Mord, dachte Draco und wunderte sich, dass er sich Gedanken um die Dursleys machte, die schon vor einigen Jahren von der Hand einiger Todesser auf der Suche nach Harry umgebracht worden waren.

"Und sein Pate, dieser Blutsverräter von Black ist auch nicht mehr - also gehört das Geld uns, denn wir sind schließlich - leider - mit dem Blutsverräter verwandt gewesen."

Draco fand das eine sehr bei den Haaren herbei gezogene Rechtfertigung für den Anspruch auf das Geld Harrys, aber er sagte nichts. So, wie er seine Tante kannte, hatte sie mit Sicherheit schon einen Plan und er war mal wieder der Stiefelknecht.

"Draco, du weißt, dass es äußerst gefährlich für mich ist, mich in der Öffentlichkeit sehen zu lassen, also möchte ich, dass du mir dabei hilfst, an das Geld der Potters zu kommen. Du kennst doch seine Freundin, dieses Weasley - Mädchen? Versuche, etwas aus ihr heraus zu bekommen, aber ohne, dass sie Verdacht schöpft, hörst du? Wenn es nötig ist, mit Gewalt, aber ich will Informationen! Hast du mich verstanden?"

Draco schluckte. Er sollte zu Ginny gehen? Aber er wusste, seine Tante würde nicht nach geben, bis sie hatte, was sie wollte. Da er nicht die geringste Lust auf den ein oder anderen Fluch ihrerseits verspürte, beeilte er sich, mit dem Kopf zu nicken.

"Und wehe, du enttäuschst mich, Draco Lucius Malfoy. Das Erbe der Potters gehört mir! Hast du das verstanden?", knurrte sie ihn an.

Mit bauschendem Umhang drehte sie sich um und verließ stolzen Hauptes die Halle. Die Tür flog donnernd ins Schloss.

Draco stand eine ganze Zeit wie gelähmt mitten im Raum und rührte sich nicht. Versuchte zu begreifen, was dort eben geschehen war.

Ballatrix Lestrange erhob Anspruch auf das Erbe der Potters? Aber warum? Nur des Geldes wegen? Davon hatte sie weiß Gott genug. Es musste noch einen anderen Grund geben, etwas, wovon sie wusste, das Harry es hatte, was sie unbedingt besitzen wollte. Oder war es einfach nur das Streben nach Macht? Harry Potter hatte Voldemort besiegt, wollte sie deshalb nach seinem Tod über ihn, bzw. seinen Nachlass gebieten?

Draco musste zugeben, dass er absolut keine Ahnung hatte, was seine Tante zu diesem Vorhaben bewegte. Nur eines wusste er: er musste Ginny warnen.
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Re: Tränen der Nacht [HP] 7/21

Beitrag von Tjeika »

Huhu,

ich mag Draco irgendwie immer noch nicht. Das mal vorweg. Aber der Morgen, wie du ihn beschrieben hast. Ich musste mir wirklich ein Schmunzeln verkneifen. Leicht amüsant. Irgendwie, auf eine verquere Art und Weise... wenn du verstehst, was ich meine. Jetzt habe ich mich selbst verwirrt.
Nun würde mich aber auch mal interessieren, was Bella eigentlich mit Harry Erbe anfangen möchte? Ist da was dabei, was wertvoll für sie ist oder ist es wirklich nur eine reine Prestige- oder Rachefrage? Sehr mysteriös.
Jetzt bin ich mal gespannt, was bei Dracos Besuch bei Ginny herauskommt. Könnte lustig werden, oder so... :grübel:

:knuddel: Ria
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