Ui, Ria im Lesefieber

Lieben Dank für dein Review auch an dieser Stelle! *lach* Immer diese Leute,die Draco nicht mögen *g* Kathy mochte ihn auch nicht, bis sie Just as good as you las... aber das gehört nicht hier her *hust*
Was seine Gefühle zu Harry angeht, da gibt es in der Tat einen Hintergrund... aber Geduld^^
5. Das Leben geht weiter
Es klopfte an der Tür, die sich kurz darauf einen Spalt breit öffnete. Zum Vorschein kam ein roter Strubbelkopf mit zwei hellblauen Augen, die sich vorsichtig umsahen.
„George!“, rief Ginny begeistert und setzte sich ein wenig auf. Ihr Bruder trat in den Raum und an ihr Bett.
„Hey, Schwesterherz!“, sagte er um umarmte sie herzlich. „Tut mir leid, dass ich erst jetzt komme, aber ich musste einiges im Laden regeln…“In seine Augen trat ein trauriger Ausdruck.
Er hatte trug nun die alleinige Verantwortung für ihren Laden, da Fred ebenfalls gefallen war in jenem grausamen Krieg, der ihr aller Leben auseinander gerissen hatte. Um nicht in Trauer und Schmerz unterzugehen, vergrub er sich in Arbeit.
„Schon gut, dafür bist du ja jetzt da“, sagte Ginny und sah ihn strahlend an. „Es tut so gut, dich wieder zu sehen!“ Sie merkte, wie die Leere, die sie immer mehr innerlich ausfüllte, ein wenig zurück gedrängt wurde.
„Das kann ich nur zurückgeben.“ George versuchte es mit einem Lächeln.
„Mum war eben da, ihr habt euch um 10 Minuten verpasst“, fuhr Ginny fort.
„Oh, schade, ich hätte sie gern noch Mal gesehen. Na ja, ich kann ja später bei ihr vorbei schauen, was meinst du?“
„Sie wird sich riesig freuen, glaub mir. Seit Dad weg ist, ist sie so einsam…“ Ihr Vater war vor einigen Monaten unter mysteriösen Umständen Verschwunden und seither nicht wieder aufgetaucht. Was mit ihm geschehen war, wusste keiner, doch man nahm allgemein an, dass er nicht mehr am Leben war.
In dem Augenblick wurde erneut die Tür geöffnet und eine Krankenschwester trat herein.
„Hey, da ist ja mein Sonnenschein!“, sagte Ginny und nahm ihr Kind entgegen.
„Frisch gewickelt und gebadet, Ms. Weasley“, grinste die junge Frau sie an.
„Ich danke Ihnen“, sagte Ginny und die Schwester zog sich zurück. „Darf ich vorstellen: Cathryn Lily Weasley“ sagte sie an ihren Bruder gewandt.
„Du - du hast sie nach Großmutter benannt?“, fragte George ganz gerührt.
„Ich finde, ihr steht diese Ehre zu“, sagte Ginny. „Ich hätte sie auch nach Mum benennen können, aber das wäre irgendwie nicht passend gewesen, schließlich lebt sie ja noch! Und ich finde den Namen Cathryn schön... der zweite Name war Harrys Wunsch, dass wir, sollte es eine Tochter werden, sie Lily nennen.“
„Oh ja, die beiden haben es verdient, dass ihre Namen weiter getragen werden“, sagte George leise, während er verzückt seine Nichte betrachtete.
„Willst du sie mal halten?“
Ihr Bruder schaute sie erstaunt an. „Darf ich?“
„Na hör mal! Du bist mein Bruder! Schließlich wirst du noch oft genug Babysitter spielen dürfen“, lachte Ginny und reichte Cathryn vorsichtig an George weiter. Schmunzelnd beobachtete sie seine Unsicherheit.
„Sie ist wunderschön“, brachte dieser endlich hervor, als das ergreifende Gefühl der Rührung etwas nachgelassen hatte und er wieder halbwegs sprechen konnte.
Harry wäre stolz auf dich, fügte er in Gedanken hinzu, doch er traute sich nicht, es laut auszusprechen. Das Thema Harry war ein sehr empfindliches Thema, gerade was Ginny betraf. Er bewunderte sie für ihr Stärke.
„Ja, das ist sie.“
„Sie hat Harrys Augen“, sagte er, biss sich allerdings sofort auf die Lippen. Er hatte doch nicht über Harry reden wollen!
„Ja“, sagte Ginny nur. „Und wahrscheinlich kriegt sie auch genau so schwarze, verstrubbelte Haare.“ Bei den Gedanken an Harrys stets unbändige Haare musste sie traurig lächeln.
George schaute seine Schwester an. Sie sah müde aus, traurig. Und doch hatte er nicht erwartet, sie so munter vorzufinden. Vielmehr hatte er gedacht, sie wäre kurz vor dem Zusammenbruch, doch wenn er in ihre Augen blickte, sah er neben der Trauer und dem Schmerz auch Liebe und Hoffnung auf die Zukunft.
„Ginny?“, hob er fragend an. „Ich bewundere dich, wie du mit alldem klar kommst. Ehrlich gesagt hatte ich schon ein wenig Angst, wie ich dich vorfinden würde. Ich bin unsagbar erleichtert, dass du nun so hier vor mir sitzt und sogar das ein oder andere Lächeln zustande bringst.“
Ginny sah ihn traurig an. „Noch, George, noch. Die Kleine trägt einen großen Teil dazu bei, dass ich noch nicht untergegangen bin. Aber es ist gerade mal zwei Tage her. Es stimmt, ich kann noch lächeln, kann sogar über ihn reden, aber nur, weil ich es noch nicht begriffen habe. Ich schiebe es von mir weg, lasse es nicht an mich heran, genau so wenig wie das mit Ron. Der Schmerz wäre unerträglich. Ich - ich hab Angst, George. Angst, was wird, wenn ich hier raus komme, in unsere Wohnung und er ist nicht mehr da. Angst vor der Erkenntnis, dem Begreifen, das sich langsam anbahnt und droht mich zu ersticken.“
„Hey“, sagte ihr Bruder etwas unbeholfen. „Ich kann verstehen, dass du Angst hast, mir geht es nicht anders. Also wenn du willst, dann kannst du wenn du hier raus kommst zu mir ziehen. Ich könnte auch ein wenig Gesellschaft gebrauchen nach den letzten Tagen und ein Zimmer hätte ich auch frei.“
„Oh George, das wäre wunderbar! Echt, danke!“ Ginny gab ihn einen Schmatzer auf die Wange.
„Weißt du, wann ihr zwei dieses wunderschöne Gebäude verlassen dürft?“, fragte George scherzhaft.
„Wenn alles gut geht, schon Ende der Woche!“ Ginny strahlte ihn dankbar an.
„Sehr gut, je eher, desto besser!“
„Oh, Georgi - Schatz?“So nannte Ginny ihren Bruder, wenn sie ihn um etwas bat. „Könntest du bitte eben zu uns nach Haus apparieren? Ich bräuchte noch ein paar Sachen.. der Aufbruch war doch etwas plötzlich und ich wollte das Mum nicht zumuten. Geht das?“
„Klar geht das! Sag mir einfach, was du brauchst und ich bin in ein paar Minuten wieder da!“
Ginny schrieb ihm die benötigten Dinge auf und ihr Bruder verabschiedete sich, um vor dem Krankenhaus zu dem Haus von Harry und Ginny zu apparieren. Was er jedoch dort sah, verschlug ihm glatt die Sprache.
Das ganze Haus war umzingelt von Journalisten, er herrschte ein wahres Blitzlichtgewitter. George fand das ein wenig seltsam, schließlich wohnte zur Zeit niemand in diesem Haus. Als er näher trat, wurden einige der Reporter auf ihn aufmerksam. Es waren nicht nur Zauberer, auch einige Muggel befanden sich unter den Anwesenden, wie er erstaunt feststellte.
„Können Sie mir erklären, was Sie hier tun?“, fragte er laut in die Runde.
„Das fragen Sie noch?“, antwortete einer der Reporter, ein Zauberer, entgeistert. „Das ist das Haus von Harry Potter, falls Sie es noch nicht wissen!“
Das schien dem Mann Antwort genug zu sein, den er sprach nicht weiter.
„Ich weiß“, sagte George. „Aber Harry Potter ist tot. Ich wäre Ihnen allen sehr verbunden, wenn Sie seinen Tod respektieren und sein Haus nicht belagern würden, als könne er dort jeden Moment zur Tür heraus kommen.“
„Aber - “
„Kein 'aber', Mister! Das hier ist lediglich das Haus von Harry Potter, der sein Leben gelassen hat um dem Schrecken ein Ende zu setzten. Finden Sie es wirklich angemessen, das Anwesen eines Helden so zu belagern?“
„Nein, wir wollten nur -“
„Es ist mir egal, was Sie wollten, ich möchte, dass Sie von hier verschwinden und Ihren Kollegen sagen, dass sie sich gar nicht erst die Mühe machen sollen, hier aufzukreuzen! Haben Sie verstanden?“
Von den Angesprochenen kam nur betretenes Schweigen, einige machten sich doch bereits auf, den Platz des Geschehens zu verlassen.
„Ich gehe jetzt dort hinein und wenn ich wieder draußen bin, möchte hier keinen einzigen Fotoapparat mehr sehen, ist das klar?“ George funkelte wütend in die Runde. Vereinzelt wurden Entschuldigungen gemurmelt, die Menge zerstreute sich.
Plötzlich riss er ungläubig die Augen auf und ging schnurstracks auf die Eingangstür zu. "
Scheiße, was soll das denn?!“
Aus der Tür waren einige Reporter getreten mit persönlichen Gegenständen von Harry und Ginny unter den Armen.
„ICH GLAUB ES NICHT! WAS GLAUBEN SIE DENN, WER SIE SIND? LEGEN SIE DIE SACHEN SOFORT WIEDER ZURÜCK ODER ICH WERDE SEHR UNGEMÜTLICH!“
George hatte inzwischen seinen Zauberstab rausgeholt. Wie dreist konnten die Leute eigentlich sein?
Erschrocken stolperten die Angesprochenen wieder zurück.
Plötzlich hörte er eine Stimme hinter sich. „Moment mal, Mister. Was befugt Sie dazu, hier Befehle zu erteilen?“
„Was mich dazu befugt?“, George hatte große Schwierigkeiten, seine Fassung zu bewahren. „Was mich dazu befugt? Guter Herr, ich bin der Bruder seiner Freundin und ein sehr guter Freund Harrys gewesen und ich lasse nicht zu, dass so mit seinem Tod umgegangen wird!“
„Seiner Freundin?“ Er klang wie ein Bluthund, der die Fährte aufgenommen hatte.
„Ja, seiner Freundin! Und jetzt lassen Sie mich bitte durch! Nein, ich werde Ihnen keine Namen nennen und wenn Sie mich nicht sofort dort hinein lassen, hat Ihr Chef einen Reporter weniger. Also?“
Widerwillig wichen die letzten Journalisten zurück und gaben den Weg frei. Auch die, die sich noch im Haus befunden hatten, waren inzwischen hinausgekommen und hatten sich verdünnisiert.
George stand noch einige Minuten fassungslos vor der Haustür, bevor er einmal tief durchatmete und das Haus betrat. Ginny würde er vorerst kein Wort sagen. Er hoffte, dass er in dem Durcheinander die gewünschten Sachen überhaupt finden würde.
Ohne groß auf die zerwühlte Einrichtung zu gucken, ging er geradewegs in den ersten Stock in Harrys und Ginny Schlafzimmer. Er kam sich vor wie ein Einbrecher. Etwas unsicher blickte er um sich und fing an, alles einzupacken, was Ginny ihm aufgetragen hatte. Er würde die nächsten Tage wiederkommen und das Haus aufräumen, beschloss er. Und er würde irgendwie dafür sorgen, dass keine ungewünschten Personen es mehr betreten konnten, am besten war es wohl, das Haus zu verstecken, wie es einst Grimmauldplatz 12 gewesen war.
Schließlich fiel sein Blick auf ein kleines Büchlein auf dem Nachttisch an Harrys Bettseite. Zögerlich nahm er es in die Hand. Vorsichtig, als könne es ihn beißen, öffnete er es und seine Augen wurden groß.
Es war Harrys Tagebuch.