Felicia Theyer
Ort: Felicias Zimmer
Datum: Fr, 03.10.
Zeit: 18:17 Uhr
Als Rachel feststellte, dass Josh ihr nicht egal war, zog sich etwas in Felis Innerem noch mehr zusammen. Ihre Freundin wusste nicht, wie Recht sie damit hatte. Es wäre Feli nicht egal, wenn Rachel mit Josh zusammen wäre, ganz im Gegenteil. Aber wenn es so kommen würde, wäre sie die letzte, die Rachel das kaputt machen würde, also würde sie ihre eigenen Gefühle vergessen müssen.
Ihre eigenen Zweifel wurden immer größer. Was sollte sie Rachel erzählen? Alles in ihr widersetzte sich dagegen, ihre Freundin anzulügen, aber ihr die Wahrheit zu sagen, das brachte sie gerade im Moment auch nicht über sich. Feli wollte nicht, dass Rachel ihretwegen auf Josh verzichten würde und irgendwie musste sie das ihrer Freundin deutlich machen.
„Rachel..ich...du..du verhältst dich ganz bestimmt nicht wie eine...Idiotin. Und zwischen mir und Josh läuft wirklich nichts.“ Sie machte eine kurze Pause, doch dann besann sie sich und begann mit leiser Stimme weiter zu sprechen: „Aber...aber...du hast Recht...er ist mir nicht egal.“ Die letzten Worte flüsterte sie nur noch und hoffte, dass Rachel sie trotzdem verstanden hatte.
Sie bekam einen ganz trockenen Hals und wusste nicht, was sie weiter sagen sollte. Es war ihr noch nie so schwer gefallen über ihre Gefühle zu sprechen wie gerade, besonders jetzt wo sie wusste, was Rachel für Josh empfand.
„Aber das darf dich nicht beeinflussen, Rachel. Nach den Blicken, die Josh dir letztens in der Bibliothek zugeworfen hat, mag er dich und das nicht nur als gute Freundin.“ Felis Stimme war immer noch nicht mehr als ein Flüstern und sie hörte sich ziemlich verzweifelt an, als sie das sagte, aber sie hoffte, dass Rachel es ernst nehmen würde, denn jetzt wo sie wusste, was Rachel fühlte, würde sie selber so oder so nicht mehr guten Gewissens mit Josh zusammen kommen können.
Felicias Zimmer
Re: Felicias Zimmer
Rachel Wreeland
Ort: Felicias Zimmer
Datum: Fr, 3. Oktober
Zeit: 18.21 Uhr
_______________
Es war wirklich schwer, Feli anzusehen, ehrlich mit ihr darüber zu reden. Aber diese Tatsache bestätigte nur Rachels Vermutung, dass es erforderlich war, darüber zu reden. Einerseits wünschte sie sich noch immer, sie hätte gar nicht erst nachgefragt, denn Felis Antwort machte alles noch so viel schwieriger. Andererseits war sie unendlich erleichtert, jetzt endlich Klarheit zu haben. Nie im Leben hätte sie ohne dieses Wissen weitermachen können. Ihr wurde schmerzlich bewusst, dass sie so schon viel zu weit gegangen war. Allein ihre Blicke waren eine Art Verrat an ihrer Freundin. Dann noch das Tanzen auf dem Konzert. Sie hatte es getan, ohne zu wissen, was Feli empfand, aber sie hatte es geahnt - deshalb hätte sie es nicht tun dürfen.
"Oh, bei Merlin ...", hauchte Rachel, "Du ... du bist in ihn verliebt, richtig?"
Feli drehte den Kopf weg und mied Rachels Blick, aber das war ihr Antwort genug. "Oh, Feli ... du ahnst gar nicht, wie leid mir das alles tut.", sagte Rachel und hörte selbst, wie ihre Stimme zu zittern begann. "Wenn ich gewusst hätte -... Nein, eigentlich hätte ich es sehen müssen. Ich hätte nie so weit gehen dürfen, diese ... Gefühle zuzulassen. Vergib mir." Rachel schlug betroffen die Augen nieder. In ihr entwickelte sich langsam ein Anflug von Selbstverachtung. Wie hatte sie nur denken können, dass es normal war, sich in einen guten Freund zu verlieben? Sie beide kannten Josh nun schon so lange. Es war töricht von ihr gewesen. Was auch immer Feli in der Bibliothek bemerkt haben wollte, es war sicher nicht mehr als Rachel bei Feli beobachtet hatte.
"Rachel, ich will dir das nicht kaputtmachen.", sagte Feli leise.
Das machte es nicht besser. Es war so lieb von Felicia, ihr das jetzt noch zuzugestehen, dass Rachel sich noch schäbiger vorkam.
"Bitte hör auf. Es ist so lieb, dass du das sagst, aber so kommen wir nicht weiter. Du stehst mir bestimmt nicht im Weg - ich kann das nicht. Weil ich weiß, was es für dich ... für dich bedeutet." Rachel atmete recht schwer, weil sie Mühe hatte, nicht zu weinen, aber sie konnte es zurückhalten. "Solange wir einander nur immer wieder versprechen, dass wir der anderen nicht die Chancen zerstören wollen, kommen wir nie weiter. Es wird nur immer schlimmer." Rachel kannte das von Bridget. Ihrer Cousine war in der Schule ähnliches passiert.
"Ich möchte nicht, dass du dich gedrängt fühlst, irgendwas zu verändern.", sagte sie mit einem bittenden Ton. "Das könnte ich nicht ertragen. Ebenso wenig kann ich weiter an eine Beziehung mit Josh glauben und dich vergessen." Rachel legte eine Hand auf Felis Unterarm. Irgendwie tat ihr das Ganze furchtbar leid.
"Ich habe einen Vorschlag. Wir werden ganz normal miteinander und mit ihm umgehen, einfach so wie vorher. Und jede darf für sich entscheiden, wie sie weiter vorgehen möchte. Ich für meinen Teil werde versuchen, meine Gefühle zu begraben, wenn es irgendwie geht, denn so ist es auf jeden Fall einfacher, und das weiß mein Herz." Der Unterschied zu dem, was es wollte, musste da außen vor bleiben. "Falls es nicht klappt, so werde ich mich bemühen, mich nie unwissentlich zwischen euch zu drängen. Solltest du dich für dasselbe entscheiden, dann ist das okay, aber lass uns einander versprechen, dass wir die Entscheidungen akzeptieren und vor allem mit Joshs Entscheidung leben können. Denn eigentlich kommt es nur auf ihn an. Es wäre unfair, ihm das abzunehmen. Vielleicht mag er uns beide nur als Freundinnen und wir haben ohnehin keinen Grund zur Eifersucht." Eigentlich kannte Rachel das Gefühl der Eifersucht ziemlich gut, aber in diesem Moment wollte sie einfach nur, dass Feli nicht versuchen würde, ihr Josh einfach zu überlassen. So nobel das auf den ersten Blick scheinen mochte, im Nachhinein machte es alles nur schlimmer. Rachel würde das nicht können und am Ende säßen sie beide da, mit unerwiderten Gefühlen und gezwungen, das "Richtige" tun zu wollen, ohne zu wissen, ob es auch richtig war.
"Sollten wir in eine Situation kommen, in der wir eine Entscheidung treffen müssen, dann ... sollten wir ehrlich mit Josh darüber reden und es ihm beichten. Daran können wir dann immer noch denken." Das alles war nicht halb so leicht, wie es sich vielleicht anhörte, aber es gab keinen anderen Weg. Sie konnten nur weitermachen, ohne die andere auszuspielen, und hoffen, dass sie niemandem das Herz brechen müssten.
Ort: Felicias Zimmer
Datum: Fr, 3. Oktober
Zeit: 18.21 Uhr
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Es war wirklich schwer, Feli anzusehen, ehrlich mit ihr darüber zu reden. Aber diese Tatsache bestätigte nur Rachels Vermutung, dass es erforderlich war, darüber zu reden. Einerseits wünschte sie sich noch immer, sie hätte gar nicht erst nachgefragt, denn Felis Antwort machte alles noch so viel schwieriger. Andererseits war sie unendlich erleichtert, jetzt endlich Klarheit zu haben. Nie im Leben hätte sie ohne dieses Wissen weitermachen können. Ihr wurde schmerzlich bewusst, dass sie so schon viel zu weit gegangen war. Allein ihre Blicke waren eine Art Verrat an ihrer Freundin. Dann noch das Tanzen auf dem Konzert. Sie hatte es getan, ohne zu wissen, was Feli empfand, aber sie hatte es geahnt - deshalb hätte sie es nicht tun dürfen.
"Oh, bei Merlin ...", hauchte Rachel, "Du ... du bist in ihn verliebt, richtig?"
Feli drehte den Kopf weg und mied Rachels Blick, aber das war ihr Antwort genug. "Oh, Feli ... du ahnst gar nicht, wie leid mir das alles tut.", sagte Rachel und hörte selbst, wie ihre Stimme zu zittern begann. "Wenn ich gewusst hätte -... Nein, eigentlich hätte ich es sehen müssen. Ich hätte nie so weit gehen dürfen, diese ... Gefühle zuzulassen. Vergib mir." Rachel schlug betroffen die Augen nieder. In ihr entwickelte sich langsam ein Anflug von Selbstverachtung. Wie hatte sie nur denken können, dass es normal war, sich in einen guten Freund zu verlieben? Sie beide kannten Josh nun schon so lange. Es war töricht von ihr gewesen. Was auch immer Feli in der Bibliothek bemerkt haben wollte, es war sicher nicht mehr als Rachel bei Feli beobachtet hatte.
"Rachel, ich will dir das nicht kaputtmachen.", sagte Feli leise.
Das machte es nicht besser. Es war so lieb von Felicia, ihr das jetzt noch zuzugestehen, dass Rachel sich noch schäbiger vorkam.
"Bitte hör auf. Es ist so lieb, dass du das sagst, aber so kommen wir nicht weiter. Du stehst mir bestimmt nicht im Weg - ich kann das nicht. Weil ich weiß, was es für dich ... für dich bedeutet." Rachel atmete recht schwer, weil sie Mühe hatte, nicht zu weinen, aber sie konnte es zurückhalten. "Solange wir einander nur immer wieder versprechen, dass wir der anderen nicht die Chancen zerstören wollen, kommen wir nie weiter. Es wird nur immer schlimmer." Rachel kannte das von Bridget. Ihrer Cousine war in der Schule ähnliches passiert.
"Ich möchte nicht, dass du dich gedrängt fühlst, irgendwas zu verändern.", sagte sie mit einem bittenden Ton. "Das könnte ich nicht ertragen. Ebenso wenig kann ich weiter an eine Beziehung mit Josh glauben und dich vergessen." Rachel legte eine Hand auf Felis Unterarm. Irgendwie tat ihr das Ganze furchtbar leid.
"Ich habe einen Vorschlag. Wir werden ganz normal miteinander und mit ihm umgehen, einfach so wie vorher. Und jede darf für sich entscheiden, wie sie weiter vorgehen möchte. Ich für meinen Teil werde versuchen, meine Gefühle zu begraben, wenn es irgendwie geht, denn so ist es auf jeden Fall einfacher, und das weiß mein Herz." Der Unterschied zu dem, was es wollte, musste da außen vor bleiben. "Falls es nicht klappt, so werde ich mich bemühen, mich nie unwissentlich zwischen euch zu drängen. Solltest du dich für dasselbe entscheiden, dann ist das okay, aber lass uns einander versprechen, dass wir die Entscheidungen akzeptieren und vor allem mit Joshs Entscheidung leben können. Denn eigentlich kommt es nur auf ihn an. Es wäre unfair, ihm das abzunehmen. Vielleicht mag er uns beide nur als Freundinnen und wir haben ohnehin keinen Grund zur Eifersucht." Eigentlich kannte Rachel das Gefühl der Eifersucht ziemlich gut, aber in diesem Moment wollte sie einfach nur, dass Feli nicht versuchen würde, ihr Josh einfach zu überlassen. So nobel das auf den ersten Blick scheinen mochte, im Nachhinein machte es alles nur schlimmer. Rachel würde das nicht können und am Ende säßen sie beide da, mit unerwiderten Gefühlen und gezwungen, das "Richtige" tun zu wollen, ohne zu wissen, ob es auch richtig war.
"Sollten wir in eine Situation kommen, in der wir eine Entscheidung treffen müssen, dann ... sollten wir ehrlich mit Josh darüber reden und es ihm beichten. Daran können wir dann immer noch denken." Das alles war nicht halb so leicht, wie es sich vielleicht anhörte, aber es gab keinen anderen Weg. Sie konnten nur weitermachen, ohne die andere auszuspielen, und hoffen, dass sie niemandem das Herz brechen müssten.
One day, when I'm 80 years old and sitting in a rocking chair, I'll be reading Harry Potter.
And they will say to me, "After all this time?"
And I will answer: "Always."
And they will say to me, "After all this time?"
And I will answer: "Always."
-
Monalisa
Re: Felicias Zimmer
Felicia Theyer
Ort: Felicias Zimmer
Datum: Fr, 03.10.
Zeit: 18:25 Uhr
Bei Rachels Worten traten Feli Tränen in die Augen und sie versuchte erst gar nicht diese zurückzuhalten. Sie war sich sicher, dass es für Rachel alles andere als leicht war, diese das aber sehr gut verbergen konnte.
„Aber Rachel, wo ist denn der Unterschied wer von uns beiden auf Josh verzichten muss? Du bist doch genauso in...in ihn verliebt. Warum solltest du diese Gefühle nicht zulassen dürfen?“
Sie wusste nicht mehr, was sie sagen sollte, wie sie reagieren sollte, nur in einem war sie sich sicher: Sie würde ihre Freundschaft zu Rachel nicht wegen Josh aufgeben. Da würde sie eher auf ihn verzichten, auch wenn es ihr wohl das Herz brechen würde.
Was Josh wohl denken würde, wenn er uns jetzt hier sehen und hören könnte? Ob er sich wohl überhaupt für eine von uns interessiert?
Nachdenklich seufzte Feli, es war wirklich am sinnvollsten, wenn sie Josh die Entscheidung überließen, auch wenn es unweigerlich mindestens einer von ihnen beiden das Herz brechen würde.
„Ich...ich denke letztlich ist es wirklich Josh, der die Entscheidung treffen muss, denn was... seine Gefühle angeht haben ja weder du noch ich die Gewissheit.Aber ich will nicht, dass du deine Gefühle für ihn begräbst, Rachel. Ich möchte, dass wir beide die gleichen Chancen haben und wenn er sich für dich entscheidet werde ich damit leben können, oder eher gesagt müssen.“ Aber ich hoffe, er entscheidet sich für mich. Noch während Feli diesen Gedanken dachte, erschrak sie über sich selber, denn sie würde es Rachel genauso gönnen und sie würde nie auf die Idee kommen, sich zwischen die beiden zu stellen, egal was ihr Herz wollte, denn dafür war ihr die Freundschaft zu wichtig.
Bittend sah sie ihre Freundin an. „Glaub mir, wenn ihr beide zusammenkommt, dann freu ich mich für dich so wie du es hoffentlich auch für mich tun würdest.“ Bei ihren letzten, nur noch geflüsterten, Worten brach Felis schlechtes Gewissen über ihr herein, denn sie wollte Rachel nicht die Chance nehmen, endlich mit einem Jungen zusammenzukommen, den sie wirklich liebte und endlich einmal Glück in der Liebe zu haben. Auch wenn sie Rachel dies nicht sagen würde, da sie damit nicht einverstanden wäre, nahm sie sich vor, dass sie alles tun würde, damit Rachel mit Josh zusammenkommen konnte, egal wie weh es ihr selber tat, denn hatte sie selber wirklich das Recht, glücklich zu sein, wenn Rachel es nicht war?
Ein weiterer Seufzer entwich ihren Lippen. Es war einfach eine ausweglose Situation, in der sie waren und sie konnten nur hoffen, dass Josh seine Entscheidung schnell fällen würde, damit sie wenigstens die Gewissheit hätten, was seine Gefühle betrifft.
„Du hast Recht...wir sollten wirklich so weiter machen wie bisher, nur dass wir mehr Rücksicht auf unsere Gefühle gegenseitig nehmen, okay? So ist es wohl für uns beide am...einfachsten. Einfach wird diese Situation nie werden, aber wir machen das Beste daraus.“
Einen kurzen Moment lang dachte sie an den Tag, wo sie alle drei in der Bibliothek gewesen waren, doch dann fiel ihr noch etwas ein, was ihr wichtiger war als alles andere.
„Ach, und Rachel, bitte lass uns uns gegenseitig versprechen, dass sich nichts an unserer Freundschaft ändert, egal was in den nächsten Wochen passiert. Ich möchte dich auf keinen Fall als Freundin verlieren.“ Bei den letzten Worten wurde Felis Stimme etwas leiser und sie legte ihre Hand vorsichtig auf Rachels. Sie hoffte, dass ihre Freundin genauso dachte, auch wenn sie eigentlich nichts anderes erwartete.
Ort: Felicias Zimmer
Datum: Fr, 03.10.
Zeit: 18:25 Uhr
Bei Rachels Worten traten Feli Tränen in die Augen und sie versuchte erst gar nicht diese zurückzuhalten. Sie war sich sicher, dass es für Rachel alles andere als leicht war, diese das aber sehr gut verbergen konnte.
„Aber Rachel, wo ist denn der Unterschied wer von uns beiden auf Josh verzichten muss? Du bist doch genauso in...in ihn verliebt. Warum solltest du diese Gefühle nicht zulassen dürfen?“
Sie wusste nicht mehr, was sie sagen sollte, wie sie reagieren sollte, nur in einem war sie sich sicher: Sie würde ihre Freundschaft zu Rachel nicht wegen Josh aufgeben. Da würde sie eher auf ihn verzichten, auch wenn es ihr wohl das Herz brechen würde.
Was Josh wohl denken würde, wenn er uns jetzt hier sehen und hören könnte? Ob er sich wohl überhaupt für eine von uns interessiert?
Nachdenklich seufzte Feli, es war wirklich am sinnvollsten, wenn sie Josh die Entscheidung überließen, auch wenn es unweigerlich mindestens einer von ihnen beiden das Herz brechen würde.
„Ich...ich denke letztlich ist es wirklich Josh, der die Entscheidung treffen muss, denn was... seine Gefühle angeht haben ja weder du noch ich die Gewissheit.Aber ich will nicht, dass du deine Gefühle für ihn begräbst, Rachel. Ich möchte, dass wir beide die gleichen Chancen haben und wenn er sich für dich entscheidet werde ich damit leben können, oder eher gesagt müssen.“ Aber ich hoffe, er entscheidet sich für mich. Noch während Feli diesen Gedanken dachte, erschrak sie über sich selber, denn sie würde es Rachel genauso gönnen und sie würde nie auf die Idee kommen, sich zwischen die beiden zu stellen, egal was ihr Herz wollte, denn dafür war ihr die Freundschaft zu wichtig.
Bittend sah sie ihre Freundin an. „Glaub mir, wenn ihr beide zusammenkommt, dann freu ich mich für dich so wie du es hoffentlich auch für mich tun würdest.“ Bei ihren letzten, nur noch geflüsterten, Worten brach Felis schlechtes Gewissen über ihr herein, denn sie wollte Rachel nicht die Chance nehmen, endlich mit einem Jungen zusammenzukommen, den sie wirklich liebte und endlich einmal Glück in der Liebe zu haben. Auch wenn sie Rachel dies nicht sagen würde, da sie damit nicht einverstanden wäre, nahm sie sich vor, dass sie alles tun würde, damit Rachel mit Josh zusammenkommen konnte, egal wie weh es ihr selber tat, denn hatte sie selber wirklich das Recht, glücklich zu sein, wenn Rachel es nicht war?
Ein weiterer Seufzer entwich ihren Lippen. Es war einfach eine ausweglose Situation, in der sie waren und sie konnten nur hoffen, dass Josh seine Entscheidung schnell fällen würde, damit sie wenigstens die Gewissheit hätten, was seine Gefühle betrifft.
„Du hast Recht...wir sollten wirklich so weiter machen wie bisher, nur dass wir mehr Rücksicht auf unsere Gefühle gegenseitig nehmen, okay? So ist es wohl für uns beide am...einfachsten. Einfach wird diese Situation nie werden, aber wir machen das Beste daraus.“
Einen kurzen Moment lang dachte sie an den Tag, wo sie alle drei in der Bibliothek gewesen waren, doch dann fiel ihr noch etwas ein, was ihr wichtiger war als alles andere.
„Ach, und Rachel, bitte lass uns uns gegenseitig versprechen, dass sich nichts an unserer Freundschaft ändert, egal was in den nächsten Wochen passiert. Ich möchte dich auf keinen Fall als Freundin verlieren.“ Bei den letzten Worten wurde Felis Stimme etwas leiser und sie legte ihre Hand vorsichtig auf Rachels. Sie hoffte, dass ihre Freundin genauso dachte, auch wenn sie eigentlich nichts anderes erwartete.
Re: Felicias Zimmer
Rachel Wreeland
Ort: Felicias Zimmer
Datum: Fr, 3. Oktober
Zeit: 18.29 Uhr
_______________
Der größte Teil Rachels wusste, dass Feli recht hatte. Eigentlich machte es keinen Unterschied, welche von beiden am Ende verletzt wäre. Aber was Rachel anging, so hatte sie schon immer daran festgehalten, dass sie lieber selbst enttäuscht wurde als ein Grund für die Enttäuschung anderer zu sein. Damit kam sie wirklich besser klar. Dennoch war es auch deutlich, dass es Felicia irgendwie genauso ging, also zählte das Argument nicht. Keine von ihnen wollte die andere verletzen, und das war ein schönes Gefühl, wenn es auch sehr kompliziert war.
Felicias Bitte, ihre Gefühle für Josh nicht zu begraben, versetzte Rachel einen Stich, denn sie wollte das ebensowenig von Feli. Es fiel ihr wirklich schwer, diese Bitte abzuschlagen, denn ihr Herz wollte diese Gefühle ja gar nicht begraben. Trotzdem, sie musste standhaft bleiben, denn sie wollte nicht Schuld sein am Unglück ihrer Freundin. Also nahm sie sich in Gedanken vor, dass sie es eben doch versuchen würde, egal was Feli sagte. Es würde ein Kampf sein, den sie mit sich selbst ausfocht und Feli würde nichts davon bemerken, solange sie sich weiterhin einigermaßen normal verhielt. Sie musste es wenigstens versuchen.
Andererseits war Felis Vorschlag nur fair. Sie hatte ihn selbst schon gemacht - weitermachen, als wäre nichts, damit niemand sonst etwas von diesem Chaos mitbekam, aber sich immer der anderen bewusst sein. - Als könnte Rachel je vergessen, dass da auch noch Feli war, deren Gefühle ihr alles andere als egal waren.
Felis letzte Worte aber trieben auch Rachel unweigerlich die zurückgehaltenen Tränen in die Augen, denn es tat ihr schrecklich leid, ihrer Freundin überhaupt so etwas antun zu müssen. Es wäre leichter gewesen, so viel einfacher, hätte sie sich einfach zurückgehalten und abgewartet, bis Josh sich für Feli entschied. Allein die Vorstellung nährte die Tränen, aber in ihren Augen verdiente sie selbst es einfach nicht mehr als Feli, im Gegenteil. Lieber wollte sie, dass Felicia glücklich war, auch wenn das für sie selbst eine schwere Zeit bedeutete. Konnte sie überhaupt Glück empfinden, wenn Josh mit ihr zusammenkäme, sie aber wusste, dass Feli das mit ansehen musste? Die Gedanken kreisten und bereiteten ihr Kopfschmerzen, also zwang sie sich, diese erstmal in den entlegensten Winkel ihres Gehirns zu verbannen.
"Natürlich, Feli.", entgegnete Rachel mit gebrochener Stimme und sie musste sich kurz räuspern. "Ich will genauso wenig wie du vergessen, wie viel mir Freundschaft bedeutet. Auf keinen Fall möchte ich unsere aufs Spiel setzen."
Es war merkwürdig, so mit Feli zu reden, denn bisher hatten sie keine ergreifenen Gespräche geführt. Sie waren schon lange befreundet, aber in diesem Moment spürte sie, wie ernst es ihr mit dieser Freundschaft doch war. Es war gut zu wissen, dass Feli es genauso sah.
"Selbstlosigkeit ist doch ein Fluch", witzelte Rachel und ließ ein tränenersticktes Lachen vernehmen, dann wurde sie wieder ernst. "Es tut mir leid, dass es so weit kommen musste. Aber nun ist es nicht mehr zu ändern. Gefühle lassen sich nicht einfach ausradieren. Wir kriegen das schon irgendwie hin - wir müssen ja."
Ort: Felicias Zimmer
Datum: Fr, 3. Oktober
Zeit: 18.29 Uhr
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Der größte Teil Rachels wusste, dass Feli recht hatte. Eigentlich machte es keinen Unterschied, welche von beiden am Ende verletzt wäre. Aber was Rachel anging, so hatte sie schon immer daran festgehalten, dass sie lieber selbst enttäuscht wurde als ein Grund für die Enttäuschung anderer zu sein. Damit kam sie wirklich besser klar. Dennoch war es auch deutlich, dass es Felicia irgendwie genauso ging, also zählte das Argument nicht. Keine von ihnen wollte die andere verletzen, und das war ein schönes Gefühl, wenn es auch sehr kompliziert war.
Felicias Bitte, ihre Gefühle für Josh nicht zu begraben, versetzte Rachel einen Stich, denn sie wollte das ebensowenig von Feli. Es fiel ihr wirklich schwer, diese Bitte abzuschlagen, denn ihr Herz wollte diese Gefühle ja gar nicht begraben. Trotzdem, sie musste standhaft bleiben, denn sie wollte nicht Schuld sein am Unglück ihrer Freundin. Also nahm sie sich in Gedanken vor, dass sie es eben doch versuchen würde, egal was Feli sagte. Es würde ein Kampf sein, den sie mit sich selbst ausfocht und Feli würde nichts davon bemerken, solange sie sich weiterhin einigermaßen normal verhielt. Sie musste es wenigstens versuchen.
Andererseits war Felis Vorschlag nur fair. Sie hatte ihn selbst schon gemacht - weitermachen, als wäre nichts, damit niemand sonst etwas von diesem Chaos mitbekam, aber sich immer der anderen bewusst sein. - Als könnte Rachel je vergessen, dass da auch noch Feli war, deren Gefühle ihr alles andere als egal waren.
Felis letzte Worte aber trieben auch Rachel unweigerlich die zurückgehaltenen Tränen in die Augen, denn es tat ihr schrecklich leid, ihrer Freundin überhaupt so etwas antun zu müssen. Es wäre leichter gewesen, so viel einfacher, hätte sie sich einfach zurückgehalten und abgewartet, bis Josh sich für Feli entschied. Allein die Vorstellung nährte die Tränen, aber in ihren Augen verdiente sie selbst es einfach nicht mehr als Feli, im Gegenteil. Lieber wollte sie, dass Felicia glücklich war, auch wenn das für sie selbst eine schwere Zeit bedeutete. Konnte sie überhaupt Glück empfinden, wenn Josh mit ihr zusammenkäme, sie aber wusste, dass Feli das mit ansehen musste? Die Gedanken kreisten und bereiteten ihr Kopfschmerzen, also zwang sie sich, diese erstmal in den entlegensten Winkel ihres Gehirns zu verbannen.
"Natürlich, Feli.", entgegnete Rachel mit gebrochener Stimme und sie musste sich kurz räuspern. "Ich will genauso wenig wie du vergessen, wie viel mir Freundschaft bedeutet. Auf keinen Fall möchte ich unsere aufs Spiel setzen."
Es war merkwürdig, so mit Feli zu reden, denn bisher hatten sie keine ergreifenen Gespräche geführt. Sie waren schon lange befreundet, aber in diesem Moment spürte sie, wie ernst es ihr mit dieser Freundschaft doch war. Es war gut zu wissen, dass Feli es genauso sah.
"Selbstlosigkeit ist doch ein Fluch", witzelte Rachel und ließ ein tränenersticktes Lachen vernehmen, dann wurde sie wieder ernst. "Es tut mir leid, dass es so weit kommen musste. Aber nun ist es nicht mehr zu ändern. Gefühle lassen sich nicht einfach ausradieren. Wir kriegen das schon irgendwie hin - wir müssen ja."
One day, when I'm 80 years old and sitting in a rocking chair, I'll be reading Harry Potter.
And they will say to me, "After all this time?"
And I will answer: "Always."
And they will say to me, "After all this time?"
And I will answer: "Always."
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Monalisa
Re: Felicias Zimmer
Felicia Theyer
Ort: Felicias Zimmer
Datum: Fr, 03.10.
Zeit: 18:33 Uhr
Sobald Feli sah, dass Rachel Tränen in die Augen stiegen, bekam sie Mitleid mit ihrer Freundin. Endlich hatte diese gefunden, was sie immer gesucht hatte, nämlich einen Jungen, den sie liebte, und jetzt kam sie, Feli, und machte ihr das kaputt, nur weil sie sich in den gleichen Jungen verliebt hatte.
Als Rachel feststellte, dass Selbstlosigkeit ein Fluch sei, musste Feli auch lachen, auch wenn es ein sehr trauriges Lachen war, da ihr immer noch die Tränen in den Augen standen. Es stimmt schon was sie sagt. Wir können es nicht ändern oder gar unsere Gefühle abschalten, also müssen wir uns damit abfinden und die beste Lösung finden. Lautlos seufzte Feli, denn sie würde im Moment gerne so viel ausradieren und neu zeichnen, wie Rachel es so schön beschrieben hatte, aber das hier war das Leben und nicht eine Geschichte, die sie selber schrieb.
Zum wiederholten Male fragte sie sich, warum genau sie und Rachel sich gleichzeitig in Josh verlieben mussten. Es war schon unangenehm genug, dass er Danys Exfreund war, auch wenn die ehemalige Hufflepuff damit wohl kein Problem hatte, aber dass Rachel die gleichen Gefühle für ihn hatte wie Feli, das war ein Hindernis für sie, das sie nicht missachten konnte. Was wenn sie sich trotzdem als Freundinnen verlieren würden, trotz ihres Versprechens? Es würde nicht gerade einfach werden, für keine von ihnen und was wenn diese Situation zu viel für ihre Freundschaft sein würde? Wie viel könnten sie beiden aushalten, bevor sie auseinander brachen?
Trotz ihrer Gedanken, die dafür sorgten, dass die Tränen wieder stärker über ihre Wangen flossen, lächelte Feli Rachel an und sagte: „Du hast Recht. Wir schaffen das schon.“ Dann nahm sie Rachel vorsichtig in den Arm und drückte sie kurz. Sie war sich nicht sicher, ob das der ehemaligen Gryffindor recht war, aber sie konnte ihre Gefühle im Moment nicht anders ausdrücken.
Eine kurze Zeit lang unterhielten sie sich noch über weniger aufregende Themen, dann beschloss Rachel, dass es an der Zeit sei, mal wieder in ihr Zimmer zu gehen und auch Feli wusste, dass sie noch viel zu tun hatte.
Sie standen auf und Feli brachte Rachel noch an die Tür. Noch einmal umarmte sie ihre Freundin und murmelte: „Danke, dass du mit mir geredet hast.“ Rachel lächelte sie an. „Wir schaffen das, Feli.“ Dann ging sie die Treppe hoch in ihr Zimmer und auch Feli schloss ihre Zimmertür.
Unschlüssig setzte sie sich auf ihr Bett und mit einem Mal kamen die Tränen. Sie wollte nicht weinen, aber das Gespräch mit Rachel gerade hatte ziemlich an ihren Nerven gezerrt und sie wünschte sich einfach nur, dass das alles nur ein Traum war und sie jetzt gleich aufwachen würde und nichts mehr so kompliziert war. Auch wenn es furchtbar wehtat würde sie ihre Gefühle für Josh am liebsten abstellen, damit Rachel glücklich sein konnte und sie ihr nicht im Weg stand.
Ort: Felicias Zimmer
Datum: Fr, 03.10.
Zeit: 18:33 Uhr
Sobald Feli sah, dass Rachel Tränen in die Augen stiegen, bekam sie Mitleid mit ihrer Freundin. Endlich hatte diese gefunden, was sie immer gesucht hatte, nämlich einen Jungen, den sie liebte, und jetzt kam sie, Feli, und machte ihr das kaputt, nur weil sie sich in den gleichen Jungen verliebt hatte.
Als Rachel feststellte, dass Selbstlosigkeit ein Fluch sei, musste Feli auch lachen, auch wenn es ein sehr trauriges Lachen war, da ihr immer noch die Tränen in den Augen standen. Es stimmt schon was sie sagt. Wir können es nicht ändern oder gar unsere Gefühle abschalten, also müssen wir uns damit abfinden und die beste Lösung finden. Lautlos seufzte Feli, denn sie würde im Moment gerne so viel ausradieren und neu zeichnen, wie Rachel es so schön beschrieben hatte, aber das hier war das Leben und nicht eine Geschichte, die sie selber schrieb.
Zum wiederholten Male fragte sie sich, warum genau sie und Rachel sich gleichzeitig in Josh verlieben mussten. Es war schon unangenehm genug, dass er Danys Exfreund war, auch wenn die ehemalige Hufflepuff damit wohl kein Problem hatte, aber dass Rachel die gleichen Gefühle für ihn hatte wie Feli, das war ein Hindernis für sie, das sie nicht missachten konnte. Was wenn sie sich trotzdem als Freundinnen verlieren würden, trotz ihres Versprechens? Es würde nicht gerade einfach werden, für keine von ihnen und was wenn diese Situation zu viel für ihre Freundschaft sein würde? Wie viel könnten sie beiden aushalten, bevor sie auseinander brachen?
Trotz ihrer Gedanken, die dafür sorgten, dass die Tränen wieder stärker über ihre Wangen flossen, lächelte Feli Rachel an und sagte: „Du hast Recht. Wir schaffen das schon.“ Dann nahm sie Rachel vorsichtig in den Arm und drückte sie kurz. Sie war sich nicht sicher, ob das der ehemaligen Gryffindor recht war, aber sie konnte ihre Gefühle im Moment nicht anders ausdrücken.
Eine kurze Zeit lang unterhielten sie sich noch über weniger aufregende Themen, dann beschloss Rachel, dass es an der Zeit sei, mal wieder in ihr Zimmer zu gehen und auch Feli wusste, dass sie noch viel zu tun hatte.
Sie standen auf und Feli brachte Rachel noch an die Tür. Noch einmal umarmte sie ihre Freundin und murmelte: „Danke, dass du mit mir geredet hast.“ Rachel lächelte sie an. „Wir schaffen das, Feli.“ Dann ging sie die Treppe hoch in ihr Zimmer und auch Feli schloss ihre Zimmertür.
Unschlüssig setzte sie sich auf ihr Bett und mit einem Mal kamen die Tränen. Sie wollte nicht weinen, aber das Gespräch mit Rachel gerade hatte ziemlich an ihren Nerven gezerrt und sie wünschte sich einfach nur, dass das alles nur ein Traum war und sie jetzt gleich aufwachen würde und nichts mehr so kompliziert war. Auch wenn es furchtbar wehtat würde sie ihre Gefühle für Josh am liebsten abstellen, damit Rachel glücklich sein konnte und sie ihr nicht im Weg stand.
Re: Felicias Zimmer
Rachel Wreeland
Ort: Flur
Datum: Fr, 24. Oktober
Zeit: 16.43 Uhr
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Rachel konnte nicht anders, als auf dem Weg zu Felis Zimmer immer wieder stehen zu bleiben und zu überlegen, ob sie nicht doch umkehren sollte, doch sie kämpfte gegen den Sog in ihr an und arbeitete sich weiter vor, wobei sie ihre Finger an den Brief krallte, den sie mitgenommen hatte.
Ms Mayer, Rachels Chefin, hatte ihre Angestellte heute eher aus der Arbeit entlassen, nachdem sie bemerkt hatte, wie blass Rachel aussah. "Gehen Sie nach Hause und ruhen Sie sich aus, bevor Sie sich noch etwas Ernstes einfangen.", hatte sie gefordert und Rachel mütterlich aus ihrem Büro dirigiert. Sie konnte ja nicht wissen, dass es Rachel in der Villa keineswegs besser gehen würde, denn dort hatte sie nicht einmal mehr Ablenkung.
So war Rachel nichts anderes übriggeblieben, als endlich das zu tun, was sie Feli schuldig war. Der Knoten in ihrem Hals erschwerte es ihr zunehmend, den Brief zu verfassen, und nicht nur einmal war Rachel kurz davor gewesen, einfach alles liegenzulassen und die Probleme sich selbst zu überlassen. Doch ihr war klar, dass es diese auf keinen Fall lösen würde, und sie würden sie wohl ewig verfolgen, wenn sie jetzt nicht klärte, was zu klären unvermeidbar war.
Ein Zittern ergriff Besitz von Rachels Händen und ihr fiel auf, dass sie den Brief knitterte. Hastig zwang sie sich zur Ruhe. Sie war vor Felis Zimmertür angekommen und ging in die Knie, um den Brief unter dem Türspalt hindurchzuschieben. Sie wusste, dass das albern war, doch sie wollte vermeiden, Feli persönlich zu begegnen. Zum Einen deshalb, weil sie dann sicher keinen Ton mehr herausgebracht hätte, und zum Anderen, weil sie Feli die Möglichkeit lassen wollte, Rachel in aller Ruhe zu hassen. Rachel jedenfalls wäre lieber allein gewesen, wenn an Felis Stelle gewesen wäre - wenn Felicia mit ihr reden wollte, konnte sie selbst entscheiden, wann sie dazu bereit war.
Hoffentlich würde Feli nicht noch wütender sein, weil Rachel ihr fürs Erste nur einen Brief geschrieben hatte.
Liebe Feli,
ich weiß, dass es albern und feige ist, dir nur einen Brief zu schreiben, doch ich weiß einfach nicht, wie ich dir gegenübertreten soll. Ich fühle mich so schrecklich, dass ich mich am liebsten sofort einschließen würde, doch ich bin es dir schuldig, dir eine Erklärung zu geben.
Ich hatte mir geschworen, meine Gefühle zu begraben und euch die Gelegenheit zu geben, endlich zusammenzufinden. Denn in meinen Augen warst immer du es, die an Joshs Seite gehörte, allein schon wegen eurer gemeinsam verbrachten Zeit. Ich war diejenige, die sich eingemischt hat, was ich immer noch bereue. Hätte ich einfach noch etwas gewartet, dann wäre es vielleicht nie soweit gekommen und ihr wärt jetzt glücklich.
Gestern Abend hat Josh mich vom Tagespropheten abgeholt, und ich glaube, ich war so überrumpelt, dass ich nicht mehr klar denken konnte. Zum ersten Mal seit langem waren wir allein, und ich hätte eigentlich auf die Alarmglocken in meinem Kopf hören und so schnell wie möglich nach Hause apparieren sollen, doch in dem Moment war ich absolut unfähig, Josh ohne eine Erklärung stehen zu lassen.
Oh, Feli, du ahnst nicht, wie leid es mir tut!
Ich hoffe wirklich, dass mein Verschwinden schließlich doch dazu geführt hat, dass Josh gemerkt hat, was er an dir hat, und dass ich mich geirrt habe, was seine Absichten angeht. Ich habe ihm versprochen, mit ihm zu reden und ihm alles zu erklären, doch ich weiß nicht, wie ich das bewerkstelligen soll. Denn irgendetwas Naives in mir hofft noch immer, dass es irgendwie gut enden wird. Hätte ich geahnt, dass es so schwierig wird, dann hätte ich das alles nie zugelassen.
Ich verstehe dich vollkommen, wenn du mich jetzt verabscheust, und ich werde nicht erwarten, dass du meine Entschuldigung annimmst. Es ist meine Schuld, dass ich mich jetzt so furchtbar fühle. Ich wünsche mir einfach für dich, dass am Ende du glücklich sein wirst, denn du verdienst es.
Rachel
Mit einem hoffnungslosen Seufzen drehte Rachel um und ging zurück nach oben in ihr Zimmer. Feli würde den Brief finden, wenn sie zurück nach Hause kam. Bis dahin musste Rachel wohl oder übel akzeptieren, dass sie ihren Gedanken ausgeliefert war.
Sie war gerade an ihrer Zimmertür angekommen, als ihr etwas einfiel. Ich bin morgen mit Aidan verabredet. Rachels Herz begann zu rasen; das hatte sie ganz vergessen. Das würde es ihr nicht wirklich einfacher machen. Andererseits ... wenn Josh tatsächlich nie in Erwägung gezogen hatte, dass Rachel mehr als eine Freundin war, dann würde Feli vielleicht doch nicht leiden müssen. Auch wenn es Rachel das Herz brechen würde, denn der Abend hätte perfekt werden können.
Doch dafür war es jetzt wohl zu spät.
Ort: Flur
Datum: Fr, 24. Oktober
Zeit: 16.43 Uhr
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Rachel konnte nicht anders, als auf dem Weg zu Felis Zimmer immer wieder stehen zu bleiben und zu überlegen, ob sie nicht doch umkehren sollte, doch sie kämpfte gegen den Sog in ihr an und arbeitete sich weiter vor, wobei sie ihre Finger an den Brief krallte, den sie mitgenommen hatte.
Ms Mayer, Rachels Chefin, hatte ihre Angestellte heute eher aus der Arbeit entlassen, nachdem sie bemerkt hatte, wie blass Rachel aussah. "Gehen Sie nach Hause und ruhen Sie sich aus, bevor Sie sich noch etwas Ernstes einfangen.", hatte sie gefordert und Rachel mütterlich aus ihrem Büro dirigiert. Sie konnte ja nicht wissen, dass es Rachel in der Villa keineswegs besser gehen würde, denn dort hatte sie nicht einmal mehr Ablenkung.
So war Rachel nichts anderes übriggeblieben, als endlich das zu tun, was sie Feli schuldig war. Der Knoten in ihrem Hals erschwerte es ihr zunehmend, den Brief zu verfassen, und nicht nur einmal war Rachel kurz davor gewesen, einfach alles liegenzulassen und die Probleme sich selbst zu überlassen. Doch ihr war klar, dass es diese auf keinen Fall lösen würde, und sie würden sie wohl ewig verfolgen, wenn sie jetzt nicht klärte, was zu klären unvermeidbar war.
Ein Zittern ergriff Besitz von Rachels Händen und ihr fiel auf, dass sie den Brief knitterte. Hastig zwang sie sich zur Ruhe. Sie war vor Felis Zimmertür angekommen und ging in die Knie, um den Brief unter dem Türspalt hindurchzuschieben. Sie wusste, dass das albern war, doch sie wollte vermeiden, Feli persönlich zu begegnen. Zum Einen deshalb, weil sie dann sicher keinen Ton mehr herausgebracht hätte, und zum Anderen, weil sie Feli die Möglichkeit lassen wollte, Rachel in aller Ruhe zu hassen. Rachel jedenfalls wäre lieber allein gewesen, wenn an Felis Stelle gewesen wäre - wenn Felicia mit ihr reden wollte, konnte sie selbst entscheiden, wann sie dazu bereit war.
Hoffentlich würde Feli nicht noch wütender sein, weil Rachel ihr fürs Erste nur einen Brief geschrieben hatte.
Liebe Feli,
ich weiß, dass es albern und feige ist, dir nur einen Brief zu schreiben, doch ich weiß einfach nicht, wie ich dir gegenübertreten soll. Ich fühle mich so schrecklich, dass ich mich am liebsten sofort einschließen würde, doch ich bin es dir schuldig, dir eine Erklärung zu geben.
Ich hatte mir geschworen, meine Gefühle zu begraben und euch die Gelegenheit zu geben, endlich zusammenzufinden. Denn in meinen Augen warst immer du es, die an Joshs Seite gehörte, allein schon wegen eurer gemeinsam verbrachten Zeit. Ich war diejenige, die sich eingemischt hat, was ich immer noch bereue. Hätte ich einfach noch etwas gewartet, dann wäre es vielleicht nie soweit gekommen und ihr wärt jetzt glücklich.
Gestern Abend hat Josh mich vom Tagespropheten abgeholt, und ich glaube, ich war so überrumpelt, dass ich nicht mehr klar denken konnte. Zum ersten Mal seit langem waren wir allein, und ich hätte eigentlich auf die Alarmglocken in meinem Kopf hören und so schnell wie möglich nach Hause apparieren sollen, doch in dem Moment war ich absolut unfähig, Josh ohne eine Erklärung stehen zu lassen.
Oh, Feli, du ahnst nicht, wie leid es mir tut!
Ich hoffe wirklich, dass mein Verschwinden schließlich doch dazu geführt hat, dass Josh gemerkt hat, was er an dir hat, und dass ich mich geirrt habe, was seine Absichten angeht. Ich habe ihm versprochen, mit ihm zu reden und ihm alles zu erklären, doch ich weiß nicht, wie ich das bewerkstelligen soll. Denn irgendetwas Naives in mir hofft noch immer, dass es irgendwie gut enden wird. Hätte ich geahnt, dass es so schwierig wird, dann hätte ich das alles nie zugelassen.
Ich verstehe dich vollkommen, wenn du mich jetzt verabscheust, und ich werde nicht erwarten, dass du meine Entschuldigung annimmst. Es ist meine Schuld, dass ich mich jetzt so furchtbar fühle. Ich wünsche mir einfach für dich, dass am Ende du glücklich sein wirst, denn du verdienst es.
Rachel
Mit einem hoffnungslosen Seufzen drehte Rachel um und ging zurück nach oben in ihr Zimmer. Feli würde den Brief finden, wenn sie zurück nach Hause kam. Bis dahin musste Rachel wohl oder übel akzeptieren, dass sie ihren Gedanken ausgeliefert war.
Sie war gerade an ihrer Zimmertür angekommen, als ihr etwas einfiel. Ich bin morgen mit Aidan verabredet. Rachels Herz begann zu rasen; das hatte sie ganz vergessen. Das würde es ihr nicht wirklich einfacher machen. Andererseits ... wenn Josh tatsächlich nie in Erwägung gezogen hatte, dass Rachel mehr als eine Freundin war, dann würde Feli vielleicht doch nicht leiden müssen. Auch wenn es Rachel das Herz brechen würde, denn der Abend hätte perfekt werden können.
Doch dafür war es jetzt wohl zu spät.
One day, when I'm 80 years old and sitting in a rocking chair, I'll be reading Harry Potter.
And they will say to me, "After all this time?"
And I will answer: "Always."
And they will say to me, "After all this time?"
And I will answer: "Always."
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Monalisa
Re: Felicias Zimmer
Felicia Theyer
Ort: Felicias Zimmer
Datum: Fr, 24.10.
Zeit: 19:27 Uhr
Müde schlurfte Feli die Treppe hinauf zu ihrem Zimmer. Sie war vollkommen erledigt, nicht nur, dass die Uni im Moment sehr stressig war und ihr kaum noch Zeit für andere Dinge blieb, sie konnte auch seit einigen Tagen nicht mehr richtig schlafen – den Grund dafür kannte sie zur Genüge.
Langsam betrat sie ihr Zimmer und schloss die Tür hinter sich, ihre Tasche landete auf ihrem Sofa, sie wollte bloß ins Bett, auf welches sie nun auch zutrat, doch nach dem ersten Schritt knisterte etwas unter ihren Füßen. Sie sah zu Boden, dort lag ein fein säuberlich gefalteter Zettel. Von wem der wohl war? Stirnrunzelnd hob Feli ihn auf, eine ungute Ahnung beschlich sie, als sie zum Fenster ging und sich erst einmal auf ihrem Sofa nieder ließ.
Zögerlich öffnete sie den Brief und begann zu lesen. Mit jedem Wort, das sie las, sanken ihre Schultern ein Stück mehr herab. Im ersten Moment fragte sie sich, warum Rachel ein schlechtes Gewissen hatte und sich schlecht fühlte, doch ein seltsames Gefühl beschlich sie, dass sie durchaus verstand, was dort offenbar mit Joshua geschehen war.
Eine einsame Träne bahnte sich ihren Weg ihre Wange hinab, schon bald folgte weitere, bis sie den Brief zur Seite legte und das Gesicht in ihren Händen vergrub. Was sollte sie jetzt tun? Mit Rachel reden? Ihr ebenfalls einen Brief schreiben? Nichts tun? Das alles kam ihr falsch vor, so vollkommen falsch, sie kam sich vor wie in einem schlechten Film, nur dass es viel schmerzhafter war, als es dort immer den Anschein hatte.
Minutenlang saß sie so da, stumme Tränen wie Zeugen ihres Kummers, bis sie aufstand und sich, so wie sie war, ins Bett legte, selbst die Schuhe behielt sie an, sie merkte es gar nicht. Angestrengt versuchte sie einzuschlafen, doch je mehr sie es versuchte, umso weniger gelang es ihr und umso wacher schien sie wieder zu werden. Gedanken kreisten in ihrem Kopf wie in einem Karussell, sodass sie immer wieder die gleichen Bilder vor Augen hatte, immer wieder tauchten Joshua und Rachel vor ihrem inneren Auge auf, einander so nah...
Hastig setzte sie sich auf und schüttelte den Kopf, versuchte sich zu beruhigen, schlang die Arme um ihre Knie und schaute ausdruckslos auf ihre Bettdecke. Doch die Unruhe in ihrem Inneren blieb, wurde eher wieder schlimmer, als dass sie sich legte und so stand Feli schließlich wieder auf und trat auf den Flur. Sie musste mit Rachel reden.
Leise durchquerte sie das Treppenhaus und stand dann vor der Tür ihrer Freundin, die Hand erhoben, als wollte sie klopfen, doch sie zögerte. Was sollte sie bloß sagen? Sie wusste es nicht und so drehte sie sich doch wieder um und machte sich leise auf den Weg zurück zu ihrem Zimmer.
Ort: Felicias Zimmer
Datum: Fr, 24.10.
Zeit: 19:27 Uhr
Müde schlurfte Feli die Treppe hinauf zu ihrem Zimmer. Sie war vollkommen erledigt, nicht nur, dass die Uni im Moment sehr stressig war und ihr kaum noch Zeit für andere Dinge blieb, sie konnte auch seit einigen Tagen nicht mehr richtig schlafen – den Grund dafür kannte sie zur Genüge.
Langsam betrat sie ihr Zimmer und schloss die Tür hinter sich, ihre Tasche landete auf ihrem Sofa, sie wollte bloß ins Bett, auf welches sie nun auch zutrat, doch nach dem ersten Schritt knisterte etwas unter ihren Füßen. Sie sah zu Boden, dort lag ein fein säuberlich gefalteter Zettel. Von wem der wohl war? Stirnrunzelnd hob Feli ihn auf, eine ungute Ahnung beschlich sie, als sie zum Fenster ging und sich erst einmal auf ihrem Sofa nieder ließ.
Zögerlich öffnete sie den Brief und begann zu lesen. Mit jedem Wort, das sie las, sanken ihre Schultern ein Stück mehr herab. Im ersten Moment fragte sie sich, warum Rachel ein schlechtes Gewissen hatte und sich schlecht fühlte, doch ein seltsames Gefühl beschlich sie, dass sie durchaus verstand, was dort offenbar mit Joshua geschehen war.
Eine einsame Träne bahnte sich ihren Weg ihre Wange hinab, schon bald folgte weitere, bis sie den Brief zur Seite legte und das Gesicht in ihren Händen vergrub. Was sollte sie jetzt tun? Mit Rachel reden? Ihr ebenfalls einen Brief schreiben? Nichts tun? Das alles kam ihr falsch vor, so vollkommen falsch, sie kam sich vor wie in einem schlechten Film, nur dass es viel schmerzhafter war, als es dort immer den Anschein hatte.
Minutenlang saß sie so da, stumme Tränen wie Zeugen ihres Kummers, bis sie aufstand und sich, so wie sie war, ins Bett legte, selbst die Schuhe behielt sie an, sie merkte es gar nicht. Angestrengt versuchte sie einzuschlafen, doch je mehr sie es versuchte, umso weniger gelang es ihr und umso wacher schien sie wieder zu werden. Gedanken kreisten in ihrem Kopf wie in einem Karussell, sodass sie immer wieder die gleichen Bilder vor Augen hatte, immer wieder tauchten Joshua und Rachel vor ihrem inneren Auge auf, einander so nah...
Hastig setzte sie sich auf und schüttelte den Kopf, versuchte sich zu beruhigen, schlang die Arme um ihre Knie und schaute ausdruckslos auf ihre Bettdecke. Doch die Unruhe in ihrem Inneren blieb, wurde eher wieder schlimmer, als dass sie sich legte und so stand Feli schließlich wieder auf und trat auf den Flur. Sie musste mit Rachel reden.
Leise durchquerte sie das Treppenhaus und stand dann vor der Tür ihrer Freundin, die Hand erhoben, als wollte sie klopfen, doch sie zögerte. Was sollte sie bloß sagen? Sie wusste es nicht und so drehte sie sich doch wieder um und machte sich leise auf den Weg zurück zu ihrem Zimmer.