Bidjans Vergangenheit (Das Erbe der Götter)

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LaBerg
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Das Erbe der Götter: Bidjan, Arkaan, Tian, Koman
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Bidjans Vergangenheit (Das Erbe der Götter)

Beitrag von LaBerg »

In dem Spiel Das Erbe der Götter, kommt es immer wieder vor, dass ich mir über die Vergangenheit von Bidjan genauere Gedanken gemacht habe. Aus den Überlegungen heraus, ist die Lust entstanden einen Teil seiner Vergangenheit etwas ausführlicher niederzuschreiben.
Daraus ist jetzt diese Geschichte entstanden, die ich euch nicht vorenthalten möchte. ;)
Viele Grüße
LaBerg
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LaBerg
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Re: Bidjans Vergangenheit (Das Erbe der Götter)

Beitrag von LaBerg »

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Mai 54 vor der Bannung


Die Sonne schien mit roten Strahlen durch das kleine Fenster unter dem der Tisch von Bidjan stand. An jenem Tisch, saß der Bewohner des Zimmers über etliche Pergamente gebeugt. Das morgendliche Licht, welches durch das Fenster drang war hell genug, so dass auf der Kerze, die auf dem Tisch stand, keine Flamme loderte um den kleinen Raum zusätzlich zu erhellen.
Der Raum war nicht besonders groß. Außer dem Tisch unter dem Fenster befanden sich in dem Raum noch ein großer hölzerner Schrank, sowie ein Bett. In einer kleinen Nische vor der sich ein Vorhang befand, war eine Wanne zum Waschen zu finden.
Bei den Pergamenten, die vor Bidjan säuberlich ausgebreiten auf dem Tisch lagen, handelte es sich um Karten, die kunstvoll von Kartenzeichnern gemalt worden waren. Außerdem waren Papyrusstücke und ein Tintenfass sowie eine Schreibfeder auf dem Tisch zu finden. Mit der Schreibfeder machte sich Bidjan eifrig Notizen auf den unbeschriebenen Papyrusblättern als es plötzlich an der Türe klopfte. Erschrocken wurde Bidjan aus der Konzentration gerissen und blickte zur Tür, wobei er gar nicht bemerkte, wie ein großer Tropfen Tinte auf das Papyrus vor ihm tropfte. „Herein!“
Die Türe wurde geöffnet und ein großer kräftiger Mann betrat den kleinen Raum. Der Mann trug feine Seidengewänder, was deutlich machte, dass er wahrscheinlich ursprünglich aus einen adligen Familie stammte. Aber hier in den Tempeln Eths zählte Adel nicht. Es zählten nur die Leistungen, die man für seinen Gott erbrachte. „Guten Morgen Bidjan!“ Der Mann sprach in geschäftlich neutralem, aber bestimmten und tiefen Ton. „Guten Morgen Chadli!“
Das Gesichtsausdruck Bidjans konnte man wohl am besten als überrascht und irritiert bezeichnen. Es kam schließlich nicht alltäglich vor, dass einer der mächtigsten Fens einem Mann, der sich noch bewähren musste einen Besuch abstattete. Normalerweise arbeitete ein solch altgedienter Fen, wie Chadli es war nur mit den besten Leuten zusammen. Bidjan musterte aufmerksam die Gesichtszüge des Fens. Soweit er wusste diente Chadli mehrere Jahrhunderte in dem Tempel, wobei sein Gesicht, wenn man von ein paar Narben absah, dem eines Mannes glich der vielleicht höchstens Mitte oder Ende dreißig war und sich somit auf dem Höhepunkt seines Lebens befand.
Diesen Mann konnte man sich guten Gewissens als Vorbild nehmen. „Eth schickt mich zu Dir. Dein Auftrag führt in dieselbe Gegend wie der meinige. Außerdem sind momentan keine altgedienten Fens im Tempel und zur Erfüllung meines Auftrags benötige ich Unterstützung“, sagte Chadli, wobei deutlich zu spüren war, dass es dem altgedienten Fen überhaupt nicht passte, dass er für die Erfüllung eines wichtigen Auftrags die Unterstützung von einem Jungspund wie Bidjan, der noch nicht einmal ein Fen war, in Anspruch nehmen musste. Ungläubig schaute Bidjan zu dem Fen, dessen Körperbau sicher schon dem ein oder anderen Gegner Furcht einflößte vor allem, wenn er dann noch eine Rüstung trug.
„Wie kann ich dir helfen? Mein Auftrag führt mich nach Neath. Ich soll einen kleinen Trupp zusammenstellen der die Gegend um die Stadt auskundschaftet. Die Stadt ist unter der Herrschaft von Althar und angeblich will Keltor die Stadt mit einer größeren Armee angreifen und einnehmen. So zumindest lautete die Anweisung von Eth, die ich gestern Abend bekommen habe. Ich bin gerade dabei die Leute und die Route der Erkundung zu planen.“ „Wie hast Du vor dort hin zu kommen? Alle Teleportmagier sind momentan unterwegs und wenn Du dort noch vor den Truppen Keltors ankommen willst, dann musst Du spätestens in vier Tagen dort sein. Wenn die Vermutung von Eth stimmt, befinden sich die Truppen gerade im Kuslusgebirge und erreichen Neath in spätestens einer Woche.“ Bidjan ließ seinen Blick kurz auf die Karte vor sich schweifen und dann wieder zurück zu Chadli. „Soweit ich weiß ist Layana da. Ihr Mentor ist gerade unterwegs. Sie befindet sich zwar noch in der Ausbildung und war noch nie bei einem Einsatz dabei, aber sie sollte in der Lage sein eine kleine Gruppe in die Nähe von Neath zu bringen.“
Als hätte Bidjan irgendetwas falsches gesagt, schüttelte Chadli den Kopf. „Du willst tatsächlich eine Schülerin ohne jegliche praktische Erfahrung eine ganze Gruppe von Leuten mitten in ein Kriegsgebiet bringen lassen?“
„Eine Alternative dazu gibt es nicht.“
„Ich soll ins Kuslusgebirge und diese Armeen aufspüren. Keine Ahnung wie Eth sich das vorstellt, wenn es hier keinen einzigen vollständig ausgebildeten Teleportmagier gibt. Plane Deinen Auftrag so, dass Du Layana nur für die Reise in die Nähe von Neath brauchst. Danach benötige ich sie, denn eine andere Wahl habe ich wohl nicht. Und das ist ein Befehl!“ Ohne eine weitere Verabschiedung, drehte sich Chadli um und verließ die Räumlichkeiten von Bidjan, wobei er wütend die Türe hinter sich zu schlug. „Ja wohl, Sir!“, murmelte Bidjan noch.
Im Innenhof der Tempelanlage war es noch dunkel, weshalb die an jeder Säule angebrachten Fackeln den Hof in ein flackerndes Licht tauchten. Bidjan war aufgeregt. Er hatte den gestrigen Tag vollständig mit Planung verbracht. Es sollte seine erste Mission werden, wo er eine solch große Gruppe an Leuten so tief in Feindesland führen sollte. Kleinere Gruppen hatte er schon ein paar Mal geführt, aber noch nie eine solch große Gruppe. Außerdem war da noch der Fen Chadli, der die Teleportzauberin Layana benötigen würde, sobald sie Bidjan und seine Leute abgeliefert hatte.
Chadli stand neben Bidjan während dieser die Vollständigkeit seiner Begleiter prüfte.
Zum einen war da das Mädchen Layana, die gerade einem 16 Jahre alt war, lange braune Haare hatte und deren Gesicht noch sehr jungendlich wirkte. Ihr würde mit dem Teleport eine der wichtigsten Aufgaben zukommen. Eine weitere sehr junge Begleiterin war Kanifa. Sie war die Heilerin der Gruppe. Im Gegensatz zu Layana, war ihre Ausbildung abgeschlossen und dieser Auftrag sollte ihr erster werden. Eigentlich hätte ihr Mentor mitkommen sollen, aber selbiger wurde in der Nacht von Eth zu einem anderen Ort geschickt.
Georg, Bade, Ababacar und Turab waren alles vier junge kräftigte Männer Ende Zwanzig. Sie trugen Plattenrüstung, Helm, Schild und mindestens zwei Schwerter. Mit diesen wussten die jungen Männer durchaus umzugehen. Im Gegensatz zu den beiden Mädchen waren die vier Männer schon bei einigen Einsätzen dabei gewesen und besaßen einiges an Kampferfahrung und auch Erfahrung im Umgang mit ihrer Magie.
Seref, Nisar und Latif waren eher schlanke und dafür hochgewachsene Männer. Als Rüstung trugen sie wie Bidjan nur ein Kettenhemd. Auf ihrem Rücken hing wie bei Bidjan ein Bogen, sowie Köcher mit Pfeilen. Für den Nahkampf hatten sie noch ein Schwert bei sich. Auch diese drei Männer besaßen mit ihren Mitte Zwanzig schon einiges an Kampferfahrung.
„Layana wird uns in die Nähe von Neath bringen von wo aus wir die Umgebung erkunden werden. Die genauen Anweisungen dazu gibt es vor Ort. Sobald wir dort sind, werden uns Chadli und Layana verlassen. Wir werden also im Laufe unseres weiteren Auftrags keine Teleportzauberer zur Verfügung haben, was bedeutet, dass eine schnelle Fluch nicht möglich ist“, verkündete Bidjan das grobe Vorgehen. „Layana bereitest du bitte den Teleportzauber vor.“ Bidjan hatte dem Mädchen schon gestern erklärt, wo sie genau hin mussten, so dass sie sich für diese Aufgabe entsprechend vorbereiten konnte.
Erst als Layana mit der Vorbereitung ihres Teleportzaubers begann fiel Bidjan auf, dass Chadli noch eine junge Frau mitgebracht hatte. Sie war vielleicht dreißig Jahre alt und trug einen Lederharnisch. Auf den Rücken hatte sie eine Armbrust gehängt und Bidjan konnte mehrere Dolche und Rapiere bei ihr erkennen. Wahrscheinlich trug sie verborgen noch weitere kleine Waffen.
Besonders glücklich schien Chadli mit seiner Begleitung nicht zu sein, aber wahrscheinlich war sie für seine Zwecke das Beste was er hatte finden können. Raja hieß die Frau und hatte ihm gestern deutlich gemacht, dass sie einen anderen Auftrag hatte. Jetzt war Bidjan auch klar, was für ein Auftrag dies war.
Zusätzlich zu den zwölf Personen, die sie insgesamt waren, waren auch noch zwölf Pferde in den Innenhof der Tempelanlage gebracht worden. „Tretet in den Kreis und führt auch die Pferde in den Kreis“, war die zarte Stimme von Layana zu vernehmen. „In den Kreis!“, übersetzte Bidjan in militärischen Befehlston. „Ja wohl! Sir!“
Alle Anwesenden betraten den leuchtenden Kreis, welchen Layana erschaffen hatte. Nachdem sich alle im Kreis befanden, hüllte sich die Welt in ein absolut undurchdringliches Schwarz, welches einen auch jeglicher Bewegung hinderte und worin man auch jedes Gefühl für Zeit verlor.
Langsam verschwand das schwarz und gab den noch dunklen Morgenhimmel sowie ein Grasland frei. Im Osten leuchtete der Himmel in feurigem Rot und verkündete den baldigen Sonnenaufgang. Seit das Schwarz Bidjan umschlossen hatte, waren höchstens ein paar Minuten vergangen und jetzt befanden sie sich mitten im Kriegsgebiet. „Raja, Layana Beeilung, wir müssen direkt weiter!“, befahl Chadli in rauem Ton. Ein Blick zu Layana verriet Bidjan, dass das Mädchen schon jetzt mit ihren Kräften kämpfte. Eine weitere Teleportation, wenn auch kürzer und mit weniger Leuten würde sie nicht hinbekommen, wenn sie nicht zumindest etwas Pause bekäme. „Ich glaube nicht, dass Layana in ihrem jetzigen Zustand in der Lage ist dich sicher an dein Ziel zu bringen.“ Chadli funkelte Bidjan wegen dieser Aussage böse an. Besann sich dann aber nach einem Prüfenden Blick zu Layana, dass Bidjan wohl recht hatte. „Gut, aber nur ein paar Minuten!“
„So Männer! Wir befinden uns westlich von Neath. Sobald es etwas heller ist und wir nach Westen schauen, können wir in einiger Entfernung den See sehen. Wir werden in Richtung Nordosten reiten und die Stadt so umkreisen. Unsere Aufgabe ist es nach Truppen ausschau zu halten. Das gilt sowohl für die Truppen von Althar als auch für die von Keltor. Wobei letztere von besonderem Interesse sind. Wir selbst sollen möglichst im Verborgenen halten. Wenn wir entdeckt werden ist unser Auftrag quasi gescheitert“, erklärte Bidjan mit fester Stimme den Auftrag, der ihnen bevorstand. Im Augenwinkel sah er wie Ababacar Layana irgendetwas reichte und auch etwas zu ihr sagte. Was es war konnte er aus der Entfernung nicht erkennen, aber das Mädchen schien durchaus dankbar dafür zu sein.
„Wir brechen dann auf!“, befahl Bidjan und stieg auf sein Pferd. Die anderen, außer Raja, Layana und der Fen Chadli, bestiegen ebenfalls ihre Pferde um dann Richtung Nordosten aufzubrechen, wo man die aufgehende Sonne gut im Blick hatte, wie sie immer weiter über den Horizont stieg.
„Seref, Deine Zauber sollten es uns ermöglichen weit über den normalen Blick hinaus den Feind zu erspähen. Ich möchte, dass Du immer wenn die Sonne eine Handbreit weiter nach oben gestiegen ist deine Zauber ausführst, um die Umgebung zu erkunden. Wenn Du etwas entdeckst sag bescheid.“ „Ich werde direkt damit beginnen!“, antworte Seref und ließ sich etwas von der Gruppe zurückfallen.
„Wir schlagen hier unser Nachtlager auf!“, befahl Bidjan. Sie waren mit Ausnahme von kleinen Pausen den ganzen Tag durchgeritten. Entdecken hatte die Gruppe jedoch nichts. Nachdem nun bereits die Dämmerung hereinbrach und eine kleine Quelle frisches Wasser zum Trinken bot, war dies eine geeignete Stelle um das Nachtquartier zu errichten. Bidjan stieg von seinem Pferd. „Georg du kümmerst dich um das Feuer. Und Nisar du kümmerst dich um das Abendessen. Hier sollte etwas zu erlegen sein. Der Rest kümmert sich um das Lager.“
Während Turab mit seiner Magie einen Erdwall um das Lager entstehen ließ, bauten die anderen die Zelte für die Nacht auf. Auch wenn die Gruppe in dieser Konstellation noch nie zusammen war, wusste doch jeder was für das erstellen eines Lagers notwendig war.
„Es gibt Hase!“, verkündete Nisar stolz als er mit zwei Feldhasen über der Schulter zurückkam und sich zum Feuer begab. Georg hatte es bereits entfacht, so dass es die müden Krieger wärmte und sie die Hasen darüber braten konnten.
„Georg und Nisar halten die erste Wache. Bade und Latif die zweite. Ababacar und ich übernehmen die dritte Wache“, verkündete Bidjan als alle am Feuer saßen und sich der Hase über dem Feuer drehte und somit langsam garte.
Bidjan schürte gerade das Feuer etwas, so dass es nicht ausging als Ababacar von seinem Wachposten zu Bidjan gelaufen kam. „Bidjan, ich muss mit dir reden“, sagte der junge Krieger zögerlich. Bidjan schaute vom Feuer zu seinem Begleiter und musterte diesen. Auch ohne die Plattenrüstung wäre Ababacar ein Mann mit dem Mann sich besser nicht anlegen sollte. Jetzt jedoch stand eben dieser Mann mit eindeutiger Besorgnis im Gesicht bei Bidjan. „Was ist los? Hast du den Feind gesehen?“ „Nein. Es geht um Layana.“ Irritiert schaute Bidjan zu Ababacar auf. „Was ist mit ihr?“
Ababacar nahm seine Hand und schob Bidjan in Richtung seines Wachpostens und damit weg vom Feuer und weg von den anderen Kameraden.
„Ich habe Layana eine verzauberte Kette gegeben mit der sie mich rufen kann. Das hat sie getan und mir gesagt, dass sie den Fußspuren zu folge einer sehr großen Armee folgen. Chadli setzt wohl alles daran diese Armee zu finden. Jedoch hat er wohl auch verlauten lassen, dass er gegebenenfalls mehr Leute benötigen wird um sicher agieren zu können.“
Wie konnte Bidjan nur vergessen eine Kommunikation zwischen seiner Gruppe und der von Chadli zu ermöglichen. Das Ababacar genau an dies gedacht hatte, war wohl die beste Nachricht des Tages. „Du bist mein Held, dass Du daran gedacht hast und eine Kommunikationsmöglichkeit zwischen Chadli und uns zu schaffen.“ Bidjans Worte wahren ehrlich und anerkennend, entsprechend verlegen wirkte Ababacar dabei.
Bidjan hatte sich wieder von Ababacar entfernt um seinen Wachposten einzunehmen. Träge lungerte er auf seinem Schwert oder aber ging immer wieder den geschaffenen Wall auf und ab. Plötzlich erregten Bewegungen in der Ferne seine Aufmerksamkeit.
Bidjan starrte zu der Stelle, wo er gemeint hatte in der Dunkelheit eine Bewegung gesehen zu haben. Nein, da ist wirklich etwas. „Ababacar! Da ist jemand! Weck die anderen!“, rief Bidjan zu seinem Kumpanen. „Aufstehen!“, schallte die Stimme von Ababacar durch das Lager und riss damit die anderen Mitstreiter aus dem Schlaf.
Die beiden Schattengestalten kamen immer deutlicher näher. Bidjan nahm seinen Bogen und zielte in Richtung der Gestalten, während sich hinter ihm, nach den Anweisungen von Ababacar, die weiteren Verteidiger formierten.
Die Schattengestallten waren jetzt in Schussdistanz, was Bidjan dazu veranlasste seinen Bogen mit einem Pfeil geladen zu spannen. Bidjan hörte, wie auch Seref, Nisar und Latif ihre Bögen spannten.
„Nicht schießen!“, rief Ababacar plötzlich panisch, jedoch auch gerade noch rechtzeitig. Bidjan senkte seinen Bogen und entspannte die Sehne. „Was soll das?“ In Bidjans Stimme klang Wut. Sie waren in einer guten Position, warum also sollten sie diese nicht nutzen. „Das sind Chadli und Layana! Sie hat es mir gerade gesagt!“ „Warum sagst du das nicht gleich? Und was soll der Blödsinn sich mitten in der Nacht hier her zu schleichen?“ Bidjan war wütend, wobei er gar nicht so genau wusste auf wen genau. Ababacar hatte die Mitteilung ja eben erst erhalten. Und Layana hatte wahrscheinlich nicht die Möglichkeit gehabt früher zu informieren. Aber Ababacar hatte ihr verraten wo sie sich befanden.
„Brecht das Lager zusammen! Ihr steht jetzt alle unter meinem Befehl!“, befahl Chadli energisch als er das Lager erreichte. „Was fällt dir ein einfach meinen Auftrag hier zu sabotieren“, schrie Bidjan den Fen fassungslos an. „Das ist eine Anweisung von Eth! Deine Mission ist hiermit beendet! Und damit auch ein Befehl für dich! An die Arbeit jetzt!“
Bidjan wäre Chadli am liebsten an die Gurgel gesprungen. Aber der Fen war höher gestellt als er und mit seiner Rüstung wirkte der Fen noch massiger und furchteinflößender als er es ohne selbige tat. Widerwillig fügte sich Bidjan seinem Schicksal und half den anderen beim Abbau des Lagers. Was für eine bescheuerte Idee das sichere Lager mitten in der Nacht aufzugeben. Das Abbauen der Zelte gab Bidjan genug Zeit zum Nachdenken, wobei ihm auffiel, dass Raja nicht bei Layana und Chadli gewesen war.
Noch während Bidjan und die anderen das Lager abschlugen, bereitete Layana den Teleportzauber vor, so dass die Gruppe sofort, nachdem die letzte Plane in den Satteltaschen der Pferde verstaut war, aufbrechen konnte.
An die Stelle an die Layana die Gruppe gebracht hatte, war es deutlich dunkler als auf dem offenen Feld, wo sie zuvor campiert hatten. Bidjan ließ seinen Blick schweifen und erkannte schnell die Ursache für die Dunkelheit. Sie befanden sich in einem Engen Tal, welches von hohen Bergen des Kuslusgebirges gebildet wurde. Nicht all zu fern war Raja zu sehen, die vor dem Eingang einer Höhle stand. „Beeilung. Kommt in die Höhle“, verkündete die Frau. „Ihr habt gehört was sie gesagt hat. Beeilung!“ Dies war die befehlende Stimme von Chadli, die keinen Widerspruch duldete
„Bidjan hilf mir bitte mit Layana“, sagte Ababacar in dessen Armen Layana ruhte und sich nicht mehr rührte. Das Mädchen war vor Überanstrengung durch den Zauber in Ohnmacht gefallen. Was dachte sich der Fen nur dabei das Mädchen so zu überfordern. Bidjan schluckte die Wut auf Chadli herunter und trat zu Ababacar, um diesen dabei zu unterstützen Layana in die Höhle zu bringen.
„In dieser Höhle sind wir einigermaßen sicher. Raja hat dafür gesorgt, dass sie nach außen hin mit bloßem Auge nicht zu sehen ist. Die Illusionszauberer unseres Feindes sind aber durchaus in der Lage die von uns gewobene Illusion zu erkennen“, verkündete Chadli. „Eth wollte eigentlich auf Basis der Mission von Bidjan entscheiden, welche Seite wir unterstützen sollen. Die Erkenntnis von meiner Mission, dass Bahaadur die Truppen von Keltor anführt, macht es unmöglich auf dessen Seite zu kämpfen.“ Ein Raunen ging durch die Anwesenden Personen. Bahaadur war wohl der gefürchtetste Fen den Keltor aufbieten konnte. Außerdem würde dieser Fen nie eine Packt mit Eths Leuten eingehen, dazu hatte ihn ein Hinterhalt zu sehr gedemütigt. Bahaadur, würde also eher sterben bevor einen Bund mit der Gruppe von Eths Leuten einging.
„Wir wissen nicht, wie groß die Armee ist, die Bahaadur durch das Gebirge in den Kampf führt, denn die Illusionszauberer halten die Truppen gut versteckt und Raja ist nicht in der Lage die Illusion aufzuheben. Was wir jedoch wissen ist, dass es unweit von hier einen große Ebene im Tal gibt und die Armee dort ihr Nachtlager aufgeschlagen hat. Unsere Aufgabe ist es nun Bahaadur auszuschalten und der Armee möglichst viel Schaden zuzufügen. Das wichtigste Ziel ist aber wirklich das Eleminieren von Bahaadur und der anderen Zauberer, die die Armee begleiten.“ Das war wohl die wahnwitzigste Idee, die Bidjan gehört hatte. Sie waren gerade mal ein dutzend Leute und sollte damit einer ganzen Armee entgegentreten. Gut die Magie gab einen Vorteil gegenüber den angeheuerten Kämpfern. Aber sie wussten nicht wie viele Magier sich zusätzlich zu Bahaadur bei den Truppen befanden.
„Latif, Seref und Raja Eure Aufgabe ist es den Schutz der Nacht zu nutzen und möglichst viel über das Lager unseres Feindes in Erfahrung zu bringen. Ich selbst kundschafte zusammen mit Bade die geografischen Bedingungen aus. Ababacar Du bereitest für jeden von uns Gegenstände vor mit denen wir mit dir kommunizieren können. Der Rest kann die Zeit nutzen sich auszuruhen.“ Chadli ließ seinen Blick über die Leute schweifen, um zu sehen ob es noch fragen gab. Sein Gesichtsausdruck machte jedoch deutlich, dass er keinen Widerspruch bei seinen Anweisungen duldete.
Bidjans Blick fiel zu Layana, die nun regunslos an eine der Höhlenwände gelehnt lag und schwach atmete. „Kümmerst du dich bitte um Layana“, sagte Bidjan leise zu Kanifa, während sich die anderen für den Aufbruch vorbereiteten. „Ja, sie hat sich völlig verausgabt. Sie hat mehr Magie gewirkt als gut für sie war...“, sagte Kanifa und beugte sich über Layana, um dem Mädchen zu helfen.
Bidjan indes beschloss die Zeit zu nutzen und sich etwas auszuruhen, so lehnte er sich gegen die Höhlenwand, um etwas zu dösen.
„Fertig machen zum Aufbruch!“, schallte die tiefe Stimme von Chadli durch die Höhle und ließ Bidjan aus dem Schlaf aufschrecken. Er war tatsächlich etwas eingenickt gewesen. Wie viel Zeit war vergangen, seit sie diese Höhle erreicht hatten? Sein Blick fiel in Richtung des Höhleneingangs. Doch von draußen drang noch immer kein Tageslicht in die Höhle ein. Bidjan ließ seinen Blick weiter über die Anwesenden schweifen. Nicht nur Bade und Chadli waren wieder zurückgekehrt, sondern auch die Gruppe aus Latif, Seref und Raja waren wieder in der Höhle. Raja unterhielt sich leise mit Chadli. Wahrscheinlich berichtete sie ihm gerade, was sie herausgefunden hatten.
Bidjans Blick wanderte weiter zu Layana. Das Mädchen war wieder wach, aber wirkte weiterhin sehr schwach. Dem besorgten Blick von Kanifa nach zu urteilen, lag Bidjan mit dieser Einschätzung nicht so falsch. Chadlis Befehle schienen erbarmungslos, doch seit der Fen Bidjan das Kommando entzogen hatte und die beiden Missionen unter seiner Führung vereinigt hatte, stand es Bidjan nicht zu sich den Anweisungen des Fens zu widersetzen oder gar selbst irgendwelche Anweisungen zu geben.
Seufzend erhob sich Bidjan von seinem Platz an der Höhlenwand und packte die wenigen Sachen, die er ausgepackt hatte zusammen.
„Wir hatten nicht viel Zeit die Zusammensetzung der Armee Bahaadurs und die Umgebung auszukundschaften. Außerdem sind wir Zahlenmäßig deutlich unterlegen. Wir müssen den Schutz der Dunkelheit und das Gelände zu unserem Vorteil nutzen. Der Lagerplatz unseres Feindes hat nur zwei Ausgänge. Der eine führt in das große Tal, welches nur unweit von unserem aktuellen Standort entfernt ist. Der andere in die Gegenrichtung. Außerdem haben wir einen schmalen Pfad ausfindig gemacht, der es uns ermöglicht die Berge um das Lager zu besetzten. So wie es aussieht, sind die meisten Leute die Bahaadur anführt einfache Söldner ohne magische Begabung. Außerdem wird er von mindestens vier Illusionszauberern begleitet, die die Armeen verstecken. Ob es noch weitere Zauberer gibt wissen wir nicht“, erläuterte Chadlis tiefe Stimme die Sachlage.
„Layana wird Goerg und Bidjan zu dem Zugang auf der anderen Seite bringen“ Entsetzt von dieser Anweisung starrte Bidjan erst zu Chadli und dann zu der noch immer sehr schwach wirkenden Layana. Bei ihrem Anblick war Bidjan nicht sicher, ob sie dies schaffen würde. Es war auf jeden Fall klar, dass sie im Kampf keine große Hilfe sein würde.
„Seref, Nisar, Latif und Turab werden sich einen Weg auf die Höhen der Berge suchen. Turabs Magie ist in einem solch gebirgigen Gelände wertvoller als seine Fähigkeiten im Nahkampf, daher begleitet er die Bogenschützen.“ Latif würde die Gruppe an kritischen Punkten im Schutz der Dunkelheit gut im Schatten verbergen können. Das war keine schlechte Zusammenstellung, die Chadli da getroffen hatte.
„Der Rest wird von unserer Seite angreifen. Wobei der Zugang die Aufgabe von Raja und Bade sein wird. Ich werde mir zusammen mit Kanifa und Ababacar eine Weg zu Bahaadur bahnen um direkt gegen ihn zu kämpfen.“ Ganz sicher war sich Bidjan nicht, ob es ein gute Idee war, die Heilerin direkt mit in den Kampf zu ziehen. Auf der anderen Seite konnte die junge Frau ihn so direkt heilen, wenn er verletzt würde. Chadli war der einzige der mächtig genug und gleichzeitig erfahren genug war, um es mit dem Kampfmagier Bahaadur aufzunehmen. „Jeder erhält einen Gegenstand mit dem er mit Ababacar in Kontakt treten kann. Primäres Ziel sind die Magier unseres Gegners. Das Sekundäre Ziel sind die Söldnertruppen. Gibt es noch fragen?“
Es gab tausende Fragen, die Bidjan durch den Kopf geisterten. Das was Chadli hier anführte war ein Selbstmordkommando. Aber wenn sie Chadli und damit Eth nicht verärgern wollten, musste getan werden, was befohlen worden war. Daher zog es Bidjan vor einfach zu schweigen.
„Sagt bescheid, wenn ihr eure Positionen bezogen habt. Angriff erst, wenn alle ihre Positionen bezogen haben“, wies Chadli an als Bidjan mit seinen beiden Begleitern die Höhle verließ. Bidjan quittierte es nur mit einem Nicken.
„Hast du genug Kraft, um uns auf die andere Seite zu bringen?“, fragte Bidjan leise zu Layana gewandt. Das Mädchen wirkte sehr schwach und es war offensichtlich, dass die Aufgabe sie überforderte. „Ich werde es irgendwie schaffen, aber ich werde dann zu schwach zum Kämpfen zu sein... Könnt ihr mich irgendwie in Sicherheit bringen, wenn wir auf der anderen Seite sind?“ In Layanas Stimme schwang Hilflosigkeit und Angst mit. Und man konnte es der jungen Frau, die noch mehr von einem Mädchen als einer Frau hatte, ihre Hilflosigkeit nicht übelnehmen.
„Wir werden es versuchen. Die Bogenschützen werden eine Weile benötigen bis sie ihre Stellungen bezogen haben.“ Bidjan hoffte, dass Georg ihn dabei unterstützen würde. Als er zu ihm blickte nickte dieser leicht.
Die Umgebung hatte sich geändert, Bidjan, Georg und Layana befanden sich jetzt in einem etwas größeren Tal. Wobei größer übertrieben war. Eine Armee konnte hier vielleicht mit drei oder vier Mann in einer Reihe nebeneinander marschieren. Bidjan ließ seinen Blick in der Umgebung schweifen. Es war nur eine Biegung des Tals, welche die Gruppe um Bidjan von den Armeen Bahaadurs trennte. Sie befanden sich auf der Innenseite der Biegung, so dass die Wachen der Armee sie nicht sehen konnten.
Nun fiel Bidjans Blick zu seinen beiden Mitstreitern. Georg hatte sich bereits neben Layana auf den Boden gekniet. Bidjan tat es ihm gleich und versuchte den Puls des Mädchens zu ertasten. Ganz schwach konnte er ihn fühlen. Die Anstrengung der vielen Zauber hintereinander hatte dem jungen Mädchen sämtliche Kraft geraubt und nun lag sie schutzlos und ohnmächtig am Boden. „Wir müssen sie irgendwie in Sicherheit bringen.“ Georg nickte und deutete auf eine Einbuchtung ganz in der Nähe. „Lass uns sie dorthin bringen und verstecken. Bidjan folgte der Hand von seinem Mitstreiter. Erst erkannte er gar nicht, wo sein Mitstreiter meinte ein Versteck gesehen zu haben, dann jedoch bemerkte er die Felsformation, die ein vortreffliches Versteck bildet. „Das ist gut, da können wir uns auch verstecken bis die anderen so weit sind. Wer weiß, ob die nicht ab und zu Wachen auf Patrouille hier in das Tal schicken. Wenn du aufpasst, dann lasse ich Layana zu dem Versteck schweben.“ „Ich passe auf.“ Georg trat etwas hinter Bidjan, so dass er Bidjan und Layana vor einem herannahenden Angreifer schützen konnte. Bidjan indes konzentrierte sich auf den Körper von Layana und ließ das Mädchen vorsichtig in Richtung des Verstecks schweben.
Der Platz hinter den Felsen war zwar sehr beengt, aber solange Layana auf dem Boden lag, würden die Felsen sie vor Blicken aus dem Tal schützen. George tränkte ein Tuch mit etwas Wasser aus seinem Trinkschlauch und legte es Layana auf die Stirn.
Schweren Herzens nahm Bidjan den Kommunikationsstein und meldete, dass sie sich versteckt hätten und auf das Signal zum Angriff warten würden. Er hoffte, dass es zumindest gelingen würde, Layana wieder wach zu bekommen bis sie angreifen müssten. Kämpfen würde sie nicht können, aber es war immer besser, wenn man sich zumindest aktiv selbst verstecken konnte und nicht nur leblos auf dem Boden lag.
Die morgendliche Sonne begann bereits das Gebirgstal mit ihren Strahlen zu erhellen als das Signal kam, dass sich alle in Angriffsposition begeben sollten. Bidjan warf einen letzten Blick zu Layana. Sie war kurz wach gewesen, dann jedoch sofort wieder eingeschlafen.
Georg und Bidjan waren bis zu der Biegung gelaufen und wagen sogar einen flüchtigen Blick in die Richtung des Lagers ihres Feindes. Wenn er nicht wüßte, dass dort eine Illusion herrschte, hätte Bidjan gesagt, dass dies einfach eine große freie Ebene umgeben von Bergen war. Ein unbedarfter Wanderer würde mitten in die freie Fläche hineinspazieren und sich dann plötzlich mitten in einem Lager aus Soldaten wiederfinden. „Angriffsbereit!“, meldete Bidjan über den Kommunikationsstein. Ababacar der sich bei Chadli befand, würde die Meldungen immer sofort an den Fen weitergeben. Irgendwie war es ein seltsames Gefühl gegen ein unsichtbares Lager mit vielen Soldaten kämpfen zu müssen. Sobald die Illusionen irgendwo zusammenbrachen, würden sie die Illusionszauberer ausfindig machen müssen, um sie auszuschalten.
Angriff!, lautete die von Ababacar über den Kommunikationsstein übermittelte Botschaft. Sofort erschuf Georg eine mächtige Feuerwand vor ihnen und ließ sie langsam in Richtung der Ebene wandern. In nicht all zu großer Entfernung war ein heftiges rumpeln und donnern zu hören, während sich in der Luft eine dichte Staubwolke bildete. Auf der anderen Seite der Ebene konnte man das Getöse hören, welches herumfliegende Zelte, Menschen, Waffen und Steine verursachten. Blitze begannen die Umgebung in gleißend helles Licht zu tauchen. Selbst in der Entfernung in der Bidjan sich von den donnernden Einschlägen der Blitze befand spürte man die elektrische Ladung in der Luft. Sie ließ die Haare am ganzen Körper knistern.
Bidjan sah wie die Umgebung hinter der Feuerwand zu flackern begann. Die Angriffe hatten die Illusion zusammenbrechen lassen. Die Illusionisten würden eine Weile brauchen bis sie die Illusion wieder herstellen konnten. Das war die Chance sie außer Gefecht zu setzen.
Der größte Teil des Lagers bestand aus einfachen Söldnern. Armbrustschützen, Bogenschützen, Infanterie und Kavallerie. Bidjan suchte nach Personen, die aus der Masse herausstachen. Die nicht die Rüstung und Kleidung der Soldaten trugen, das waren Keltors Leute. Fen und solche die es werden wollten. Das Feuer von Georg bot Deckung und stiftet gleichzeitig bei den Soldaten Unruhe. Außerdem konnte Bidjan sehen, dass sich von dem Zugang auf der anderen Seite eine Riesige Armee in die Ebene bewegte. Bidjan schmunzelte. Das war eine Illusion von Raja und die Söldner würden es erst bemerken, wenn sie den Illusionen gegenüberstehen würden.
Ein sehr koordiniert herum eilender junger Mann fiel Bidjan ins Auge. Das musste einer der Zauberer sein. Bidjan spannte seinen Bogen und konzentrierte sich auf den Pfeil. Durch Magie geleitet bohrte sich der Pfeil zielgenau durch den Kopf des jungen Mannes und ließ ihn auf den Boden Sacken. Sofort flog eine ganz Salve an Pfeilen in die Richtung von Bidjan und Georg. Bidjan stellte sich dicht neben Georg. Die Feuerwalze des selbigen wurde immer größer und drang immer weiter in das Lager ein. Bidjan hatte nun alle Hände voll zu tun, die herannahenden Pfeile mit seiner Magie von sich und Georg abzulenken.
Immer wieder durchzogen donnernde Staubwolken das feindliche Lager. Turab schien ganze Berge in die Tiefe schießen zu lassen. Auf der anderen Seite wurden Blitze von Stürmen in der Luft zerrissen oder es gab Explosionen, die ohrenbetäubenden Lärm verursachten. Bahaadur schien nun im direkten Duell mit Chadli zu kämpfen.
In Stellung bringen, Schießen, zurück zu Georg eilen, den folgenden Pfeilhagel abwehren und wieder in Stellung bringen... Ein ziemlich zermürbendes und anstrengendes Vorgehen. Aber die Anstrengung die Georg aufbringen musste, um die Feuerwalze am Leben zu halten, war sicher nicht geringer. Wie lange kämpften sie jetzt schon? Bidjan merkte wie seine Konzentration zu schwinden begann und er unkonzentrierter wurde. Ein Pfeil streifte seinen Arm und blieb in der Rüstung stecken ein weiterer tat dies in Georgs Beinschutz. Auch die Flammenwand vor ihnen schien immer schwächer zu werden und es waren noch immer reichlich Gegner vorhanden, aber immerhin schienen die meisten Zauberer des Feindes getötet worden zu sein.
Plötzlich war ein besonders lauter Donnerschlag aus der Richtung zu hören, wo Chadli und Bahaadur gekämpft hatten. Erschrocken blickte Bidjan in die Richtung. Die Unachtsamkeit wurde sofort bestraft ein Armbrustbolzen bohrte sich in seinen linken Arm und ließ ihn aufschreien.
Aber es kam noch schlimmer Blitze und Kraftschläge aus reiner Magie rauschten mit lautem Getöse gegen die Berggipfel, die von ihren Mitstreitern besetzt waren. Im nächsten Augenblick schlug ein Donnerschlag unweit von Bidjan und Georg ein. Die Druckwelle schleuderte die beiden rückwärts gegen eine Wand. Beim Aufprall wurde Bidjan schwarz vor Augen. Es war mehr ein Wunder, dass er überhaupt noch lebte, aber den Schmerzen nach zu urteilen, hatte er sich mehr als eine Rippe gebrochen. Pfeile schossen herbei. Wenn Bidjan jemand fragen würde, wie er es schaffte dafür zu sorgen, dass die Pfeile nur die Arme und Beine von ihm und Goerg trafen. Er könnte es nicht sagen. Die Schmerzen durch die gebrochenen Rippen ließen nicht zu, dass Bidjan sich irgendwie bewegen konnte. Vielmehr musste er sämtlichen Willen aufbringen nicht in Ohnmacht zu fallen. Wieder schlug irgendwo einer der Angriffe von Bahaadur ein. Die Angriffe waren so erbarmungslos, was wohl bedeutete, dass Chadli und seine Begleiter besiegt waren.
Bidjans Blick war durch die Schmerzen leicht getrübt, aber irgendwie meinte er Latif auf einem der der Berggipfel erkennen zu können. Er musste sich darauf konzentrieren den Schattenmagier irgendwie herzuholen. Mit seinem Schutz würden sie vielleicht fliehen können. Die Bewegungslosigkeit von Bidjan und Georg sorgte immerhin dafür, dass die Pfeilangriffe eingestellt wurden. Bidjan konzentrierte sich auf die Umrisse von Latif. Er musste ihn einfach sicher auf den Boden schweben lassen. Es war die letzte Hoffnung. Bidjan gelang es tatsächlich den Mann mit seiner Magie zu fassen zu bekommen und trotz dessen panischem Gestrampel und der Tatsache, dass er immer wieder kurz in den Schatten unsichtbar wurde, konnte er ihn auf den Boden bringen.
Bidjan sah noch, dass Latifs Rüstung ziemlich zerstört war und er auch etliche Verletzung davon getragen hatte, aber er schien noch einigermaßen fit zu sein. „Bring uns irgendwie in Sicherheit...“, stöhnte Bidjan. Der Zauber hatte seine letzte Kraft genommen und sein Bewusstsein glitt ihm davon.
Die kraftvolle Berührung einer Hand an seiner Schulter und ein Schmerz der seinen ganzen Körper durchzog ließ Bidjans Geist kurz in die reale Welt zurückkehren. Verschwommen sah er, dass er sich in einer Höhle befinden musste. Er erkannte, dass ein ihm fremder älterer Mann neben ihm stand, dann glitt sein Bewusstsein wieder ins Jenseits davon. Lange würde es wohl nicht mehr dauern bis er von den Schmerzen der Welt erlöst sein würde.
Wieder durchzog ein heftiger Schmerz seinen ganzen Körper. Knochen wurden verschoben, wurden wieder in die richtige Position gebracht und er merkte, wie die Schmerzen, die jeden Atemzug zur Qual machten plötzlich weniger wurden. Vorsichtig öffnete er wieder die Augen, der alte Mann berührte noch immer seine Schultern. Wer war dieser Mann der ihn gerade davor bewahrte den Frieden im Tot zu finden?
Bidjan schaute seinen Körper entlang. Die Wunden und Verletzungen des Kampfes schienen verschwunden zu sein. Dieser Mann, wer auch immer er war, hatte ihn soeben geheilt. Doch warum ließ der Mann ihn nicht los? Die Hände des alten Mannes hielten noch immer seinen Schultern und der Körper versperrten den Blick auf die Höhle, wo sich hoffentlich noch weitere seiner Mitstreiter befanden. Irgendjemand musste ihn hier hergebracht haben. Oder war dies ebenfalls der alte Mann gewesen?
Ein leichtes Brennen durchzog die Schultern von Bidjan, als würde der Mann dort eine kleine Wunde erzeugen. Warum heilte ihn der Mann, um ihn hinterher wieder mit neuen Wunden zu quälen? „Was tun Sie da?“, fragte Bidjan leise. Doch statt einer Antwort, spürte er nur wie durch die Wunde etwas in ihn hineinzuströmen schien. Das war nichts natürliches, es war reine Magie, die hier in ihn hineinströmte.
Der Mann löste seine Hände von Bidjans Schultern und augenblicklich verschwand das Brennen. Bis du das Eth? Bidjan musterte den alten Mann der etwas von ihm wegtrat genau. Ja, ich bin es und du trägst jetzt einen Teil meiner Macht in dir. Sie wird dich auf ewig mit mir verbinden.
Bidjan wusste nicht was er dazu sagen sollte. „Danke“, stammelte er verlegen. Es war unglaublich, dass Eth persönlich in dieser Höhle erschien und ihn gerade zu einem Fen gemacht hatte. „Du weißt, was dieses Geschenk bedeutet. Du bist mir fortan zu ewiger Treue verpflichtet von der es kein zurück mehr gibt.“ Bidjan hatte es vollkommen die Sprache verschlagen, so dass er nur stumm nickte. Ich schwöre dir immer ein treuer Diener zu sein. Eth würde diesen nur in Gedanken gesprochenen Schwur auch so verstehen. Und das was Bidjan so gesagt hatte, meinte er auch so, denn der Gott hatte ihm schließlich soeben das Leben gerettet. Nickend trat der alte Mann, der in Wahrheit Eth persönlich war zur Seite. Sein Weg führte zu Latif, der etwas neben ihm an der Höhlenwand lehnte.
Jetzt nachdem der alte Mann nicht mehr die Sicht auf die Höhle versperrte und er keine Schmerzen mehr hatte, die seine Sinne raubten hatte Bidjan die Möglichkeit sich einen Überblick zu verschaffen, wer alles überlebt hatte und wie auch immer in diese Höhle gekommen war. Da war zum einen Latif, um den sich der alte Mann gerade kümmerte. Daneben lag Georg, der an Bidjans Seite gekämpft hatte. Weiter entdeckte Bidjan Turab, Seref und Nisar, die es in die Höhle geschafft hatten. Kanifa und Ababacar waren sehr wahrscheinlich zusammen mit Chadli im Kampf gestorben, aber so wie es sich darstellte hatten auch Raja und Bade die Schlacht nicht überlebt. Ansonsten fehlte noch Layana. Wenn die Truppen von Bahaadur sie nicht zufällig entdeckt hatten, bestand die Chance, dass sie noch lebte. Fünf Tote auf ihrer Seite hatte die Schlacht ziemlich sicher gefordert und unter den Toten war ein Fen gewesen. War die Schlacht diesen Preis wert gewesen? Wie viele Tote hatte es auf Seite von Bahaadur und damit in Keltors Reihen gegeben?
Nacheinander ging der alte Mann von einem zum nächsten Verletzten und schenkte jedem die notwendige Heilung und so wie es schien auch einen Teil seiner Macht. Damit beförderte er fünf Anwärter zu Fens.
„Ihr wisst was ihr fortan seid und was eure Aufgabe sein wird. Ihr wisst, was ich euch heute geschenkt habe und was ich dafür verlange. Ihr wisst, dass es euch eine große Ehre sein sollte, dass ich euch persönlich erscheine. Von meinen Dienern denen diese Ehre zu teil wurde, erwarte ich besondere Ergebenheit. Bahaadur hat die Schlacht überlebt. Aber seine Söldnerarmee wurde stark geschwächt außerdem hat er sämtliche Magier verloren, die ihn begleiteten. Verfolgt die Truppen und wenn sich die Gelegenheit bietet dezimiert sie weiter und wenn es euch irgendwie gelingen sollte, schafft mir Bahaadur vom Hals.“ Der alte Mann erwartete nicht die Antwort, sondern seine Gestalt löste sich im Nichts auf.
Einen Moment lang sagte niemand etwas, dann erhob Latif die Stimme: „Das Geschenk, welches Eth uns soeben gemacht hat, ist wunderbar und von unschätzbarem Wert, aber ohne Pferde ist das was er von uns schier unlösbar.“ Ein zustimmende Gemurmel war von allen Seiten zu vernehmen. „Wenn wir Glück haben, dann lebt Layana noch. Georg und ich haben sie nachdem sie uns auf die andere Seite gebracht hatte, versteckt. Außerdem sollten wir unseren Toten die letzte Ehre erweisen“, meinte Bidjan nach einem Moment des Schweigens. Wieder brach zustimmendes Gemurmel bei den anderen aus. „Das wäre unsere Chance, wenn Layana noch lebt. Weiß jemand wie spät es inzwischen ist?“ Dies war Turab gewesen, der diese Frage stellte. „Es müsste inzwischen später Nachmittag sein“, sagte Nisar, der aufgestanden und einen vorsichtigen Blick nach draußen geworfen hatte.
„Dann lasst uns aufbrechen. Latif kann uns alle in den Schatten der Berge verbergen. So können wir Layana suchen gehen und unseren Gefallenen die letzte Ehre erweisen.“
Da niemand etwas gegen den Plan einzuwenden hatte, machten sich die Gruppe aus den verbliebenen Magiern und nun frisch ernannten Fens auf den Weg zu der Ebene, wo vor wenigen Stunden der Kampf getobt hatte.
Es war ein erschreckendes Bild, welches sich auf der Ebene bot. Überall verstreut lagen Leichen. Einige waren völlig verkohlt. Andere waren von Geröll erschlagen worden. In wieder anderen stecken Bolzen oder Pfeile. Es gab auch welche bei denen die Todesursache nicht direkt zu erkennen war, sie waren sicher vom Hieb eines Schwert getötet worden.
So wie es schien hatte Bahaadur nur den gefallenen Magiern die letzte Ehre erweisen lassen, denn die Toten trugen alle die Rüstungen und Kleidung der Söldnertruppe. In mitten dem ganzen Durcheinander entdeckte Bidjan die Leichen von Raja und Bade. Irgendwo würden sicher auch noch die restlichen Toten liegen.
Bidjan wollte sich nicht davor drücken bei der Vorbereitung der letzten Ehre zu helfen, aber nur er und Georg wussten, wo genau sie Layana verborgen hatten. „Ist es ok für dich, wenn ich nach Layana suchen gehe“, fragte Bidjan den Feuermagier. „Ja, ist Ordnung. Ich kümmere mich mit den anderen darum unsere Gefallenen für die letzte Ehre vorzubereiten“, stimmte Georg mit einem Nicken zu.
Während sich Bidjan auf den Weg auf die andere Seite der Ebene machte, machte sich Georg mit den anderen daran die Leichen an einen Ort zu schaffen, so dass sie ihnen gemeinsam noch die letzte Ehre erweisen konnten.
Bidjan war gar nicht bewusst gewesen, wie groß die Ebene und damit das Söldnerlager von Bahaadurs Leuten gewesen war. Jetzt wo er es zu Fuß durchschreiten musste, wurde es ihm richtig bewusste. Überall die Leichen der Söldnertruppen liegen zu sehen, machte das ganze zu einem sehr bedrückenden Erlebnisses. Die Ebene des Todes so konnte man das ganze wohl bezeichnen. Bidjan würde es auf jeden Fall als solches in Erinnerung bleiben.
Endlich hatte Bidjan das Tal auf der anderen Seite der Ebene erreicht und er konnte zu der Stelle gehen, wo sie Layana versteckt hatten. Von weitem war das Mädchen nicht zu sehen. Bidjan hatte schon sorge, dass sie nicht mehr dort war. Er als er ganz nah war, konnte er erkennen wie Layana schluchzend auf dem Boden lag. Auf dem zweiten Blick erkannte er, dass sie die Kette von Ababacar fest umklammert in ihren Händen hielt. „Layana“, sagte Bidjan leise, während er sich vorsichtig dem Mädchen näherte. „Ich bin es Bidjan. Die Schlacht ist vorbei.“
Nur langsam drehte das Mädchen ihre völlig verweintes Gesicht in Richtung von Bidjan. Die Kette von Ababacar hielt sie noch immer in ihren Händen. „Warum musste Aba sterben? Warum musste Chadli ihn mit sich in den Tod führen?“, fragte Layana schluchzend. Bidjan schluckte. War da etwa mehr zwischen Layana und Ababacar gewesen als sie nach außen zeigten. „Es tut mir leid.“ Was besseres fiel Bidjan für den Moment nicht ein. „Es ist nicht deine Schuld... Es ist Chadlis Schuld... Nein es ist Bahaadurs Schuld!“ Layana stockte und blicke in die Augen von Bidjan. Dadurch, dass er den Teil von Eths Magie erst vorher erhalten hatte, leuchten seine Augen auch ohne das Wirken von Magie ganz leicht. „Du bist jetzt ein Fen?“ „Ja, Eth hat alle die überlebt haben geheilt und zu Fens gemacht. Wir wollen den Gefallenen die letzte Ehre erweisen bevor wir Bahaadur weiter folgen. Denn das ist unser neuer Auftrag.“ Layana nickte stumm, wischte sich die Tränen etwas aus dem Gesicht und rappelte sich schließlich vom Boden auf.
Die frisch ernannten Fens hatten die Leichen alle an eine Stelle geschafft und von ihren Rüstungen befreit. Die sonstige Kleidung behielten die Toten an. Die letzte Ehrung auf dem Schlachtfeld, sah es vor dass jeder ein paar letzte Wort zu den Gefallenen sprach, dann wurden die Leichen verbrannt, so dass ihre Asche dem Wind übergeben werden konnte. Auf dass sie ihre Ruhe in Eths magischer Kraft fanden.
So wie die Leichen aussahen, waren Bade und Raja im Kampf gegen einen der Söldner gestorben. Ihre Körper trugen nur die Verletzungen von mechanischen Waffen. Das was von Chadli übrig war, waren nur verkohlte Einzelteile seines Körpers. Einer der Kampfzauber von Bahaadur schien ihn direkt getroffen zu haben und hatte seinen Körper regelrecht zerfetzt. Die Leichen von Kanifa und Ababacar, waren ebenfalls fast bis zur Unkenntlichkeit verkohlt. Einer der Blitze musste sie getroffen haben. Aber immerhin waren sie noch an einem Stück.
Schluchzend hatte sich Layana sofort neben die verkohlte Leiche von Ababacar gekniet. Wieder hielt das Mädchen die Kette in ihren Händen, während sie zu ihrem verstorbenen geliebten leise sprach.
„Ich wusste nicht, dass die beiden mehr für einander empfanden“, meinte Georg leise zu Bidjan. „Ja, sie haben es gut verborgen.“
Bidjan trat neben die Aufgereihten Leichen und begann leise zu sprechen. „Chadli, du warst ein guter Führer, aber die Übermacht von Bahaadur war einfach zu groß gewesen. Du hättest auch gut daran getan etwas auf das Befinden deiner Mitstreiter zu achten. Der Preis für ein Handvoll toter Magier in Keltors Reihen und einer Schwächung der Söldner war sehr groß.
Kanifa es tut mir leid, dass du so jung hast sterben müssen. Hätte ich den Verlauf vorher gekannt, hätte ich dich nicht mitgenommen.
Ababacar, deine Idee mit der Kommunikation zu Layana war genial. Du und Layana. Ihr habt wirklich gut verborgen, was wirklich seid. Dein Tod betrübt mich besonders wegen dem Schmerz den er Layana zuführt.
Bade und Raja ihr beide ward tolle Gefährten und der Verlust betrübt mich sehr.“
Es fiel Bidjan nicht besonders leicht die passenden Worte für jeden der Gefallenen zu finden, aber er hatte sich immerhin bemüht zu jedem etwas zu sagen.
Schweigend und mit gesenktem Kopf standen Georg, Bidjan, Turab, Seref Nisar und Latif um die Toten herum. Was das Zeichen dafür war, dass ihre Abschiedsworte zu ende waren. Nur Layana kniete noch immer weinend neben Ababacar.
Bidjan wollte ihr noch etwas Zeit zum Abschied geben, dann jedoch trat er neben sie und legte seine Hand auf ihren Rücken. „Komm. Es ist Zeit, dass es seinen Frieden bei Eth findet.“ Layana nickte leicht. „Die Kette ermöglichte es uns die Gefühle des anderen zu spüren. In seinen letzten Minuten hat er sich mir vollständig geöffnet. Ich habe seine Liebe gespürt aber auch welche Schmerzen ihm der Zauber von Bahaadur zuführte“, sagte Layana leise immer wieder durch Schluchzen unterbrochen. Aber immerhin erhob sie sich und folgte Bidjan in den Kreis den sie um die Toten gebildet hatten.
Georg sandte etwas von seiner Magie aus, woraufhin die Leichen der Toten sofort zu brennen begannen. Alle blieben sie schweigend mit gesenktem Kopf stehen und warteten darauf, dass die Leichen zu Asche verbrannten.
Die Flammen waren erloschen und die Ebene war nur noch schwach durch die letzten Strahlen der Sonne erhellt. Von den Körpern war nur noch die Asche übrig. Ein plötzlicher Windstoß fegte über die Ebene und nahm sämtliche Asche der Verstorbenen mit nach oben. „Danke Eth“, murmelten alle wie aus einem Mund.
Viele Grüße
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Re: Bidjans Vergangenheit (Das Erbe der Götter)

Beitrag von Cassiopeia »

Puh. Da muss ich nun wirklich erst einmal tief durchatmen, ehe ich die Worte finde, um dieses Werk hier zu würdigen.
Du hast hier im Grunde ja die Schlüsselszene aus Bidjans Vergangenheit beschrieben, der Kampf gegen Bahaadur und die Erlangung der Unsterblichkeit durch Eth. Ich fand es sehr spannend zu verfolgen, wie die einzelnen Magier ihre Kräfte vereint haben und habe den Kampf ziemlich gespannt gelesen. Die Idee der Illusionen war genial und hat es irgendwie zusätzlich spannend gemacht, da man nie genau wusste, wie groß die Armee nun wirklich ist.
Neben der kriegerischen Seite war dort aber auch die Kraft der Gemeinschaft. Bidjans Sorge um Layana, die noch so jung war und eine solche Leistung erbringen musste, war sehr rührend. Auch hier hat mich der Zusammenhalt einmal menschlich und einmal magisch sehr fasziniert. Chadli war zwar unfreundlich, aber er wusste wohl sehr gut, was er tat und wer welcher Aufgabe gewachsen war.
Die kleine, dazu sehr tragische Liebesgeschichte passte überraschend gut, fand ich. Sie gab der ganzen Geschichte noch etwas mehr Dramatik, aber vor allem Tiefe. Es macht deutlich, was sie verloren und riskierten, wass Eth von ihnen forderte und sie wirklich bereit waren, die den Weg für ihn zu gehen.
Und dann die letzte Szene, bei der ich wirklich Gänsehaut hatte. Ich konnte sie tatsächlich vor mir sehen, die letzten Überlebenden, gerade von ihrem Gott geheilt und mit der Unsterblichkeit belohnt, stehen sie auf diesem grausamen Schlachtfeld, wo sich die ganze Brutalität des Kampfes zeigt. Ich finde es gut, dass du hier nichts geschönt hast, es ließ micht wirklich ein paar Zeilen vergessen, wie man atmet.
Der Schlusssatz vermittelte Endgültigkeit und Aufbruch, Ergebenheit Eth gegenüber und den Versuch, die Entschlossenheit, ihn nicht zu enttäuschen.

Ein sehr bewegender Auszug und eine spannender Schilderung dessen, wie Bidjan ein Fen geworden ist.

Danke für diese Einblicke :knuff:
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Re: Bidjans Vergangenheit (Das Erbe der Götter)

Beitrag von LaBerg »

Vielen Dank für das sehr ausführliche Feedback. :knuff:

Freut mich wenn dir der kleine Ausschnitt aus seinem Leben gefallen hat. ;)

Viele Details sind während des Schreibens entstanden. Ich hatte vorallem die Szene wie Bidjan ein Fen wurde und die vorangehende Schlacht im Kopf, als ich angefangen habe zu schreiben. Und fand einfach, dass die im Steckbrief nicht genug gewürdigt wird...
Viele Grüße
LaBerg
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