Seite 1 von 1

Der junge Bruder (HP-Songfic)

Verfasst: Di 13. Apr 2010, 01:26
von Tjeika
Titel: Der junge Bruder
Autor: Ria
Rechtshinweis: Die Figuren und Orte der Harry Potter Reihe gehören nicht mir (JK Rowling), genauso wenig, wie "Broderskapets Ring" mir gehört (Dimmu Borgir). Ich verdiene keinen einzigen Sickel mit dieser Songfic.
Altersbeschränkung: FSK 14
Kapitel: Oneshot
Genre: Drama, Songfic
Hauptcharakter: Peter Pettigrew
Musik: Dimmu Borgir – Broderskapets Ring
Inhaltsangabe: Warum ist Peter ein Todesser geworden? Eine von vielen möglichen Antworten möchte ich euch hier geben...
Anmerkung: Diese Songfic ist mir während des Schreibens meiner FF "Libera - Die Geschichte einer Hexe" in den Sinn gekommen. In ähnlicher Form habe ich diesen Text in dieser auch verwendet, bin aber der Meinung, dass es auch alleine stehen kann. Aus diesem Grund habe ich den Text des dazugehörigen Kapitels dahingehend überarbeitet, dass es eine selbstständige, kurze Geschichte für sich ist.
Da ich nicht davon ausgehe, dass hier alle fließend norwegisch sprechen, habe ich den Songtext ins Deutsche übersetzt - in Klammern hinter dem Originaltext zu finden.


Der junge Bruder

Peter lief wieder einmal alleine durch die Straßen. Die Dunkelheit hatte sich schon über die Stadt gelegt. Er wusste, wo er hin wollte und dieses Mal würde er keinen Rückzieher machen. Dieses Mal würde er zu ihnen hin gehen und ihnen sagen, was er schon seit Ewigkeiten sagen wollte. Dieses Mal würde er sich vor sie stellen und ihnen beweisen, dass er würdig war. Dieses eine Mal sollte alles anders werden, als es sonst in seinem Leben immer war. Er war kein Versager, er war kein Mitläufer. Er wusste das, doch heute würde er ihnen zeigen, dass er damit recht hatte. Er würde ihnen zeigen, dass er zu mehr fähig war. Und sie würden sich schon noch wundern, zu was er alles fähig war. Er war kein Feigling.
Kom unge bror (Komm junger Bruder)
Skjenk oss din rene ungdom (Schenk' uns deine reine Jugend)
Legg ditt liv i våre hender (Leg' dein Leben in unsere Hände)
Kjemp vår krig med oss (Kämpf' unseren Krieg mit uns)
Die Gassen waren kalt und dunkel, doch das interessierte Peter nicht. Unbeirrt lief er tiefer in das Straßenlabyrinth Londons. Vor einer muffig anmutenden Kellerkneipe blieb er stehen und blickte sich suchend zu beiden Seiten um - doch es war weit und breit niemand zu sehen. Mit einem Lächeln auf dem Gesicht stieg er die Treppen hinab. Der Schankraum war beinahe leer und so setzte er sich an einen der Tische. Schnell wurde ihm ein Whiskey gebracht, ohne dass er bestellt hatte. Mit einem Plan wartete er, dass sie, wie verabredet, zu ihm kommen würden.
Und sie kamen. Peter hätte nicht erwartet, dass sie pünktlich sein würden, doch anscheinend war er doch nicht so unwichtig, wie die anderen es immer von ihm dachten.
Die schwarzen Gestalten näherten sich, doch Peter hatte keine Angst, die er zeigen könnte. Er war sich noch nie so sicher bei einer Sache, die er angegangen war, wie er es heute war.
Seine sogenannten Freunde würden sich schon noch wundern, wie sehr sie sich in ihm geirrt hatten. Sie würden schon noch sehen, was sie davon hatten, ihn immer und immer wieder zu unterschätzen, was sie davon hatten, ihm immer und immer wieder zu verstehen gegeben zu haben, dass er zu nichts taugte. Sie würden schon noch sehen, dass er zu etwas taugte, dass er nicht dumm war. Und dass er sehr wohl verstand, was in der Welt vor sich ging. Und er würde zu den Siegern gehören, dessen war er sich sicher.
La vare sorger formørke ditt sinn (Lass unser Leid deinen Geist verdunkeln)
La din sjel slites (Lass deine Seele zerbersten)
Føl natten som omfavner deg (Fühl' die Nacht, die dich umarmt)
Glem all kjærlighet (Vergiss all' die Liebe)
Drei der schwarzen Gestalten, dessen Gesichter er in dem fahlen Kerzenschein kaum erkennen konnten, blieben in der Tür stehen, während zwei von ihnen sich zu ihm setzten. Diese beiden waren weitaus größer als Peter und trotzdem verspürte er noch immer nicht den geringsten Anflug von Angst. Ja, er war sich absolut sicher, dass er wertvoll war. Und er wusste, was er wollte. Peter war sich sicher, dass sie ihm eines Tages noch dankbar sein würden, dass er sich ihnen angeschlossen hatte. Er wusste, wie wichtig er für sie war.
Ingen tårer skal fylle dine netter (Keine Tränen sollen deine Nächte füllen)
Tre inn i broderskapets ring (Trete ein in den Kreis der Bruderschaft)
Ingen svakhet skal du finne i din sjel (Keine Schwäche sollst du in deiner Seele finden)
Styrken skal vandre ved din side (Stärke soll an deiner Seite wandeln)
„Guten Abend. Du wolltest uns sprechen?“, sagte eine der Gestalten. Peter konnte die Gesichter der beiden, die vor ihm standen nicht erkennen, auch wenn er sich alle Mühe gab, diesen Zustand zu ändern. Ihre tief sitzenden Kapuzen verhinderten es. Er wollte zu gerne wissen, mit wem er das Vergnügen hatte. Der Klang der Stimme, die soeben verklungen war, war eisig und er spürte, dass diese Person, die ihn soeben angesprochen hatte, wohl kaum mehr dazu in der Lage war, auch nur irgendeine Emotion, außer Hass, zu spüren. Doch es war ihm egal. Es war ihm egal, dass dies wohl auch sein Schicksal sein würde. Das Einzige, was er wollte, war Macht und diese konnte er mit dem, was er gleich tun würde, was er gleich sagen würde, mit Sicherheit erlangen. Auch wenn der Weg dahin noch sehr weit und steinig sein würde.
„Ich habe Informationen, die für euch von großer Bedeutung sein könnten“, sprach Peter. Die Sicherheit in seiner Stimme war unverkennbar und stünde nun einer seiner angeblichen Freunde neben ihm, hätte dieser ihn wohl nicht erkannt. Zu selten vernahm man eine solche Sicherheit in Peters Stimme.
„Warum sollten wir dir glauben? Du könntest doch genauso gut durch uns an Informationen kommen wollen“, der Ton des unbekannten, verhüllten Mannes war ebenso sicher, wie es Peters kurz zuvor gewesen war.
„Um dann wieder in der Bedeutungslosigkeit zu versinken?“, sagte Peter. Sarkasmus schwang in seiner Stimme mit.
Er vernahm Gemurmel von den drei Personen, die noch immer an der Tür verweilten und auch die beiden fast schon vermummten Personen vor ihm warfen sich bedeutungsschwere Blicke zu, die Peter allerings nicht zu deuten vermochte.
„Du bist also gewillt, dich dem dunklen Lord anzuschließen?“, sprach nun die zweite Person vor ihm. Die Stimme gehörte unverkennbar einer Frau. Und auch in ihrer Stimme schien jegliche Emotion verbannt, als wäre auch sie nicht fähig auch nur zu irgendwem, außer ihrem Herren und Meister, Sympathien zu entwickeln.
„Deshalb bin ich hier“, sprach Peter. Allmählich wunderte es ihn, dass er noch immer nicht den leisesten Anflug von Angst verspürte, doch das sollte ihm nur mehr als Recht sein. Das erste Mal in seinem Leben, dessen war er sich vollends bewusst, war er wichtig, hatte er die Möglichkeit eine entscheidende Rolle zu spielen. Und er hatte nicht vor, diese Chance zu vertun.
Er sah, wie alle fünf ihm immer noch unbekannten Personen leicht anfingen, sich gegenseitig zu zu nicken. Und von diesem Moment an, hatte Peter seine Seele verkauft.
Kom (Komm)
Del ditt hat med oss (Teile deinen Hass mit uns)
Forlat ditt svake legeme (Verlasse deinen schwachen Körper)
La deg ei forvirres av vakre ord (Lass dich nicht von den zauberhaften Worten beirren)
I Døden finnes all makt (Im Tod findet sich alle Macht)