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Black Letters (6/7) - HP-FF

Verfasst: Di 24. Nov 2009, 18:12
von Tjeika
Titel: Black Letters
Autor: Ria

Rechtshinweis: Ein Großteil der hier verwendeten Figuren entstammt der Harry Potter Reihe von Joanne K. Rowling. Ich verdiene keinen einzigen Pfund mit dieser FF.

Altersbeschränkung: FSK 14
Genre:
Mystery, Drama, Romanze
Hauptcharaktere: Sirius Black, Giennah Black (OC)
Nebencharaktere: die üblichen Verdächtigen - James, Lily, Peter, Remus...

Inhaltsangabe: Sirius Black hat gerade das 5. Schuljahr abgeschlossen, als er den ersten von Giennah Blacks Briefen erhält. Doch bald stellt sich heraus, dass die Briefe nicht nur mysteriös klingen, sondern auch unter mysteriösen Umständen zu ihm gelangen. Ist es möglich, Briefe aus einer anderen, längst vergangenen Zeit zu erhalten? Ist es möglich Briefe zweihundert Jahre in die Vergangenheit zu schicken? Und kann es sein, dass Sirius Black doch geheiratet hat - zu einem sehr viel früherem Zeitpunkt?

Anmerkung: Wieder einmal eine fixe Idee von mir, die einfach nicht aus meinem Kopf verschwinden will. Diese FF besteht, abgesehen vom Epilog, nur aus Briefen und umfasst den Zeitraum nach dem 5. Schuljahr der Marauder und Lily bis kurz nach Band 5.
Ich versuche die Sprache ihrerseits möglichst alt klingen zu lassen, aber da ich selbst nicht in der Zeit gelebt habe, kann ich es eben nur versuchen.
Jedes Kapitel wird 5 Briefe umfassen. Da ich die Geschichte schon fertig geschrieben habe, kann ich so oft posten, wie gewünscht.

Kapitel:
Kapitel 1 - Das erste Jahr I
Kapitel 2 - Das erste Jahr II
Kapitel 3 - Das zweite Jahr
Kapitel 4 - Das dritte Jahr
Kapitel 5 - Das vierte Jahr
Kapitel 6 - Das fünfte Jahr
Kapitel 7 - Epilog

Kapitel 1 - Das erste Jahr I

An S. Black
Grimmauldplace 12, London


Werte Mutter,

Euer Brief traf erst nach den Heiligen Fest ein, doch die Freude meinerseits ist unermesslich. Seit meiner Vermählung vermisse ich Euch und unsere Familie, doch Antares will jeglichen Kontakt zu Euch erst gestatten, ehe ich ihm einen Erben geschenkt habe. Diese Lettern entstanden heimlich, im Kerzenlicht zur Geisterstunde. Mein Gemahl schlummert so friedlich, doch dieser Friede ist trügerisch. Der Wunsch Vaters, meinen Vetter zu ehelichen war eindeutig. Mein Dank gilt Euch, Mutter, Euch, die Ihr es vermeiden wolltet. Wusstet Ihr um seine Triebe? An gewissen Tagen ist es unvermeidlich einen Arzt aufzusuchen, doch ich scheue es, wo ich kann. Noch reden die Leute nicht, doch lange ist es nicht mehr hin. Mein Vertrauen ruht in Euch, Mutter. Ihr habt eine Gabe, die Menschen zu verändern. Sprecht mit Vater, auch wenn die Hoffnung wohl vergebens ist, bin ich doch schon vermählt.
Auch nach zwei Sommern Ehe ist ein Erbe noch immer nicht in Sicht. Antares macht mich dafür verantwortlich. Was, wenn er damit richtig liegt? Bin ich der Grund, warum das Schicksal mir die Mutterfreuden versagt? Meinen Schwestern ist dieses Schicksal erspart geblieben, durften sie doch schon im ersten Ehejahr einen Erben erwarten. Nicht einmal ein Mädchen ist mir vergönnt. Und mein Gemahl wird von Tag zu Tag, an denen keine Anzeichen einer Empfängnis zu erkennen sind, ungeduldiger, gibt sich dem Feuerwhiskey hin und den Huren dieser Stadt. Seine Geduld ist am Ende und meine Kraft folgt dieser allmählich. Antares' Worte verletzen mich schon lange nicht mehr, doch wie oft lag ich schon blutend am Boden unserer Bibliothek, wo kein Hauself, kein Bediensteter je den Weg hin findet.
Ich erbitte Eure Hilfe, Mutter. Ich sprach mit dem Abt des Frauenklosters, doch eine Aufnahme bleibt mir auf Grund meines Ehestandes verwehrt. Ich wünschte noch niemandem je den Tod, doch bei Antares wächst jener Wunsch unablässlich.
Ist das das Schicksal einer Black?
Ich hoffe, Euer Befinden ist großartig und richte meine hochachtungsvollen Grüße an Vater,

Eure Tochter,
Giennah Black,
Godrics Hollow, West Country, 13. Juli 1776.


***


An Giennah Black
Godrics Hollow, West Country


Werte Unbekannte,

Ich fürchte, Sie haben sich in der Adresse geirrt. In diesem Haus wohnt keine Frau, die eine Tochter mit Ihrem Namen hat. Erst recht keine, deren Namen mit 'S' beginnt. Des Weiteren haben Sie sich wohl verschrieben, denn statt 1976 schrieben Sie 1776. Aber das kann jedem Mal passieren. Haben Sie sich vielleicht im Nachnamen geirrt? Denn eigentlich ist mir die gesamte Familie Black, zu der ich leider auch gehöre, bekannt. Eine Frau mit Ihrem Namen ist mir jedoch gänzlich unbekannt. Vielleicht ist das aber auch nur ein schlechter Scherz einer meiner Freunde, die mich aufzumuntern versuchen? Wenn dem so ist, dann war die Recherche gut, denn auch in meiner Familie tragen nahezu alle einen Sternennamen. Sollte dies kein Scherz sein, dann ist der Zufall wirklich erstaunlich, werte Unbekannte. Nicht nur der Name ist es, auch Ihr Schicksal. Wie Sie auch, lebe ich in einem goldenen Käfig, wie bei Ihnen auch, reden die Leute schon. Doch bei Ihnen scheint das Schicksal es wirklich nicht gut gemeint zu haben und so lege ich Ihnen ans Herz, die Scheidung einzureichen. Brechen Sie lieber mit Ihrer Familie, als sich Ihrem Ehemann weiter auszusetzen. Noch haben Sie keine Kinder, denen gegenüber Sie sich verantwortlich fühlen müssten. Es tut mir leid, wenn Sie nun das Gefühl haben, ich mischte mich in Ihre Angelegenheiten ein, denn das ist mitnichten meine Absicht. Verstehen Sie es als guten Ratschlag. Vielleicht sollte ich auf meine eigenen Ratschläge hören und endlich einen Ausweg suchen.
Ich jedenfalls werde stillschweigen über das bewahren, was ich durch Zufall in Ihrem Brief gelesen habe, darauf können Sie sich verlassen. Mir ist es nur allzu gut bekannt, wie es ist, von seiner Familie unter Druck gesetzt zu werden und ich möchte Sie nicht noch der unnötigen Gewalt ihres Gatten aussetzen, wenn sie den Brief in aller Stille verfasst haben. Doch bitte ich auch Sie, von dem, was sie hier gelesen haben, nichts preiszugeben. Meine Familie wäre sicherlich nicht erfreut.
Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Kraft, das alles durchzustehen,

mit freundlichen Grüßen,
Sirius Black,
Grimmauldplace 12, London, 15. Juli 1976


***


An Sirius Black
Grimmauldplace 12, London


Werter Fremder,

In der Adresse und beim Namen habe ich mich mitnichten geirrt. Ich sollte meinen Familiennamen doch sehr wohl kennen, meint Ihr nicht? Auch im Jahr ward Ihr es doch wohl eher, der sich geirrt hat. Denn Ihr habt 1976 statt richtigerweise 1776 geschrieben. Ich weiß nicht, wer Ihr seid, genauso wenig, wie Ihr meinen Namen kennt. Es existiert kein Sirius Black in dem alten, noblen Haus der Blacks. Niemals auch würde ich einen Bruch mit der Familie unterstützen, denn der Stolz auf diesen alten, reinen Namen sollte niemals in Vergessenheit geraten. So kann ich auch Eure Entscheidung nicht für Gut befinden, mit dieser traditionsreichen, stolzen Familie zu brechen. Gäbe es einen Stammbaum, Ihr würdet enterbt und verbannt. Doch da Ihr mir vespracht zu schweigen, werde auch ich es tun. So wenig ich Eure Entscheidung nachvollziehen kann. Wenn ich wählen könnte, würde ich in den Schoß meiner Familie zurückkehren, wenn auch Antares von unserem Blut ist. Doch wohl wird es so sein, dass wir von verschiedenen Familien sprechen, auch wenn der Ort, an dem Ihr euch befindet, den gleichen Namen trägt, wie der Sitz meiner Familie. Auch Euer Name, ein Stern, wie meiner auch, ist sehr auffällig.
Was Euren Vorschlag einer Scheidung anbelangt, so kann ich meiner Familie diese Schande nicht bereiten. Ich werde mich wohl oder übel mit meinem Schicksal abfinden müssen, auch wenn noch immer kein Erbe in Sicht ist.
Wie dem auch sei, die Nacht neigt sich dem Ende zu und mein Gemahl sollte mich nicht mit Pergament und Feder erblicken.
Ich wünsche Euch, Fremder, genug Kraft Euren eigenen Weg zu gehen und dennoch hoffe ich, der Bruch mit Eurer Familie wird nicht wirklich nötig.

Hochachtungsvoll,
Giennah Black,
Godrics Hollow, West Country, 24. Juli 1776


***


An Giennah Black
Godrics Hollow, West Country


Sehr geehrte Mrs Giennah Black,

leider war es mir in den letzten Wochen nicht möglich, Ihren Brief zu beantworten, auch wenn mich Ihre Worte sehr erschreckt haben. Sind Sie sich wirklich sicher, dass Sie das Jahr 1776 meinen? Denn ich bin mir sehr sicher, dass wir das Jahr 1976 schreiben. Ich habe in den letzten Wochen sehr viel über Ihre Worte nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass wir beide von der selben Familie sprechen. So groß kann der Zufall nicht sein, dass unsere beiden Familien Wert auf Sternennamen legen, am selben Ort ihren Sitz haben und sehr viel Wert auf Traditionen und reines Blut legen, was mich allerdings ausschließt. Ich wohne nicht länger am Grimmauldplace. Denn, auch wenn Sie es nicht gerne lesen werden, habe ich mit meiner Familie gebrochen. Ich halte nicht viel von diesem ganzen Renblüterfanatismus. So habe ich mich dazu entschlossen, dieser Familie den Rücken zu kehren, die mir ihre Meinung aufzwängen wollen und bei meinem besten Freund James Potter zu wohnen. Im Übrigen hat die Familie Black sehr wohl einen Stammbaum, aus dem mein Name nun wohl herausgebrannt sein wird. Leider reicht dieser Stammbaum nur bis ins Jahr 1845 zurück, so dass ich Ihren Namen darauf nicht finden konnte, auch wenn ich es gewollt hätte. Mittlerweile befinde ich mich wieder in Hogwarts, um mein vorletztes Schuljahr anzutreten. Ich gehe davon aus, dass Sie die Schule kennen, wenn Sie sie nicht auch besucht haben.
Es ist sicher sehr nobel von Ihnen gedacht, erst an das Wohl ihrer Familie zu denken, dass Sie eine Scheidung ausschließen. Allerdings werden Sie irgendwann daran zu Grunde gehen, wenn Sie niemals an sich und ihr eigenes Glück denken. Ihre Familie wird es überstehen, wenn Sie die Scheidung einreichen, doch ob Sie es überstehen werden, wenn Sie es nicht tun, daran hege ich große Zweifel.
Ich wünsche Ihnen Glück und Gesundheit,

mit freundlichen Grüßen,
Sirius Black,
Hogwarts - Schule für Hexerei und Zauberei, 17. September 1976


***


An Sirius Black,
Hogwarts - Schule für Hexerei und Zauberei


Werter Fremder,

denn das seid Ihr mir noch immer. Ihr habt Eurer Familie also tatsächlich die Schande bereitet und habt sie verlassen. Ich habe nicht das Recht noch die Pflicht, Euch dafür zu verurteilen, dennoch möchte ich mein Unbehagen dahingehend ausdrücken. Immerhin haben sie richtige und noble Ansichten, was die Reinheit des Blutes anbelangt. Nur reines Blut kann doch große magische Fähigkeiten hervorbringen. Doch ich bin gerne bereit, mich auch Euren Argumente zu widmen, gleichwohl ich bezweifle, dass Ihr mich jemals überzeugend könntet.
Ihr müsst noch sehr jung sein, wenn ihr nun Euer viertes Jahr in Hogwarts antretet. Einst besuchte auch ich die Schule für Hexerei und Zauberei in Schottland, doch als ich in den Stand der Ehe trat, verbot mir mein Gemahl, das letzte, fünfte Schuljahr anzutreten, so dass ich nun keinen Abschluss vorweisen kann. Nicht jede Dame kann den Mut einer Dilys Derwent aufbringen, die kurz vor meiner Zeit diese großartige Schule leitete. Mein Gemahl wird sich sicher etwas dabei gedacht haben, so dass ich nun seiner Willkür unterstehe.
Was Eure Vermutungen bezüglich unserer Familien betrifft, so denke ich mittlerweile, ihr seid im Recht, was man nicht von jeder Eurer Ansichten behaupten kann. Schon Euer erster Brief zeugte von einer äußerst merkwürdigen Sprache, von den anderen Zufällen ganz zu schweigen. Doch nun steht die Frage im Raum, wie es denn möglich sei, über zwei Jahrhunderte hinweg Kontakt zu pflegen. Andererseits, ist es Zufall?
Ihr spracht von einem gewissen James Potter. Auch mir ist die Familie Potter sehr bekannt, gehört sie doch zu den einflussreichsten von ganz Britannien. James Potter ist auch der Name meines Großonkels, doch ich hege große Zweifel daran, dass es sich um jenen James Potter handelt, den Ihr als euren besten Freund bezeichnet.
Auch Euch wünsche ich beste Gesundheit,

Hochachtungsvoll,
Giennah Black,
Godrics Hollow, West Country, 30. September 1776

Re: Black Letters (1/7) - HP-FF

Verfasst: Di 24. Nov 2009, 18:37
von Ayrina
Ach ja, Black Letters. Es ist so lange her, dass ich sie gelesen hatte, dass ich schon wieder ganz vergessen hatte, um was es ging. Dafür war ich gleich wieder gefesselt. Von der Idee, dem Stil und der Sprache. Briefformen sind ihnehin immer toll. Und du schaffst es außerdem noch großartig, dass die Sprachen, der verschiedenen Zeiten auch wirklich unterschiedlich klingen. Wie immer grandios geschrieben, aber das ist man von dir ja nicht anders gewöhnt ;)

Den Charakter der Giennah finde ich sehr faszinierend. Bin sehr gespannt, ob Sirius sie noch überzeugen kann.


Interessanterweise weiß ich nicht mehr, wie es weitergeht und erwarte damit mit Spannung das nächste Kapitel :)

Deine Rini :knuff:

Re: Black Letters (1/7) - HP-FF

Verfasst: Di 24. Nov 2009, 18:42
von vojka
Hey Ria,

auch ich halte meine Versprechen ein *grins*

Ich muss sagen, die Geschichte beginnt interessant und ich bin schon sehr gespannt, darauf, wie es weiter gehen mag. Etwas "komisch" finde ich, dass auch Sirius die ale Sprache benutzt. Aber so ist es nicht so vewirrend, wenn man den nächsten Brief liest, sondern kann in der selben Sprache weiter lesen.
Es fängt wirklich interessant an und es stellen sich schon am Anfang viele Frage. Warum können sie die Briefe über 200 Jahre hinwegschicken (ich weiß warten auf den Epilog). Was ist mit Giennah und ihrem Mann? Ist sie vielleicht mit einem Potter verwand? Immerhin wohnt sie in Godrics Hollow oder begebe ich mich gerade komplett auf den Holzweg.
Inhaltlich kann ich nur sagen, ich finde die Briefe sind echt schön geschrieben auch mit der Sprache klappt es gut, sie klingt nicht zu modern, aber auch nicht so alt, das man nichts mehr versteht (habe ich in einer anderen FF und das ist grausam, wenn Salazars Portrait da redet).
Nun kann ich nur sagen, schnell weiter machen ich möchte mehr wissen *grins*

LG :knuff:

vojka

Re: Black Letters (1/7) - HP-FF

Verfasst: Di 24. Nov 2009, 23:59
von Tjeika
Huhu Rini :knuff:
Hast du Black Letters damals bei HPF eigentlich schon angefangen zu lesen? Ich bin mir da nämlich gar nicht mal so sicher...
Ja, Briefformen sind toll, weil man nicht alles verraten muss ;) Es freut mich, dass es mir gelungen scheint, die jeweilige Ausdrucksweise der beiden auch unterschiedlich zu gestalten!
Du darfst weiter gespannt sein ;)
Ich danke dir vielmals für dein Review! :knuddel:

Hej Kathy,
freut mich wahrlich, dass du hier reingeschaut hast! :knuff:
Ich hatte bei Sirius eigentlich nicht die alte Ausdrucksweise angedacht gehabt, wie bei Giennah, sondern eigentlich eher eine gehobene Sprache, wie es wohl in einem Haus, wie den Blacks üblich ist.
Viele Fragen, in der Tat. Es gibt einiges, was geklärt werden will ;)
Zum Thema Verwandtschaft kommt in den nächsten Kapiteln noch etwas mehr, was die Sache wohl etwas klarer machen wird :D
Ja, ich wollte mit der Ausdrucksweise Giennahs sicherlich nicht der damaligen Zeit nacheifern, man soll einfach nur merken, dass der Brief aus einer anderen Zeit stammt. Auf keinen Fall ist davon auszugehen, dass das so historisch korrekt ist - ist es nämlich nicht :lol:
Auch dir vielen lieben Dank für dein Review :knuddel:

Lg Ria

Re: Black Letters (2/7) - HP-FF

Verfasst: Mi 25. Nov 2009, 00:06
von Tjeika
Kapitel 2 - Das erste Jahr II

An Giennah Black
Godrics Hollow, West Country



Sehr geehrte unbekannte Mrs Giennah Black,

auch wenn Sie mir ebenso unbekannt und fremd sind, so gebot es mir die anerzogene blacksche Höflichkeit, Sie bei Ihrem Namen zu nennen. Doch wenn Sie das von einem Blutsverräter nicht wünschen, dann werde ich das in Zukunft unterlassen. Trotzdem bitte ich Sie um Verzeihung, dass Sie so lange Zeit auf eine Antwort von mir warten mussten.
Was meine Familie betrifft, so gehe ich davon aus, dass sie sich letztlich glücklich schätzen, dass mein Name nicht länger ihren heißgeliebten Stammbaum ziert. Sie betrachteten mich schon seit Jahren als mißraten, wo ich doch nicht ihre Ansichten teile. Doch eigentlich begann das alles, als ich nach Gryffindor kam, und nicht, wie es Familientradition ist, in Slytherin. Aber ich gehe nicht davon aus, dass Sie dieses Problem kennen, denn Sie besuchten sicher auch das Haus Slytherin. Das war eine Schande für die Familie. Dazu kam später, dass ich mich offen gegen ihre Ansichten stellte, die wohl auch die Ihren sind, werte Mrs Black.
Ich teile nicht Ihre Meinung, dass nur reines Blut große Zauberer hervorbringen kann. Immerhin sind einige meiner Freunde muggelstämmig und nicht ansatzweise weniger magisch talentiert, als die anderen. Genauso wenig halte ich von den typischen Ansichten meiner ehemaligen Familie - ich bin ja nun verstoßen - gegenüber Werwölfen, zählt doch einer meiner engsten Freunde, Remus Lupin, auch zu ihnen. Und dazu ist seine Mutter auch noch eine Muggel. Ich kann an ihm aber nichts gefährliches erkennen, die Zeit um Vollmond einmal ausgeschlossen. Er wurde sogar für dieses Schuljahr zum Vertrauensschüler ernannt und mit ihm eine sehr begabte, aber auch ebenso anstrengende muggelstämmige Hexe, auf die mein Freund James Potter - Sie erinnern sich, er stammt aus einer sehr angesehenen, reinblütigen Familie - ein Auge geworfen hat und mir damit schlaflose Nächte bereitet. Und all diese Ansichten harmonieren schwerlich mit denen, die meine Familie mir aufzwängen wollte.
Entgegen Ihrer Behauptung, bin ich nun nicht erst im vierten, sondern im sechsten Schuljahr, dem vorletzten. Doch wenn Sie sagten, dass Sie Ihr letztes Schuljahr, das Fünfte, nicht besuchen konnten, dann gehe ich davon aus, dass sich die Anzahl der Schuljahre in den letzten zwei Jahrhunderten erhöht hat. Gehe ich richtig in der Annahme, dass Sie dann im Alter von fünfzehn Jahren verheiratet wurden? Das ist sehr jung, wie ich finde.
Wenn Ihr Mann es Ihnen verboten hat, Ihren Abschluss zu machen, dann wäre das doch eigentlich ein weiterer Grund, ihn zu verlassen. Ich verstehe nicht so recht, warum Sie zögern? Sie sprachen davon, dass es Ihnen nicht einmal vergönnt sei, ein Mädchen zu bekommen, doch wünschen Sie sich wirklich Kinder von so einem Mann? Es kann doch nicht wirklich Ihr Ernst sein, dass es wirklich nur wegen Ihrer Familie ist, dass Sie ihn nicht verlassen wollen. So herzlos kann doch keine Familie sein - nein, stopp, wir reden hier immerhin von der Familie Black. Diese Familie wird sich nicht um Sie kümmern. Denken Sie ernsthaft, Ihre Mutter kann Ihnen aus dieser Situation heraushelfen, wenn sie schon nicht die Hochzeit verhindern konnte? Nehmen Sie sich ein Beispiel an Dilys Derwent. Die Frau hat Großartiges geleistet. Ohje, ich klinge schon, wie ein Frauenrechtler und ich denke, dafür bin ich definitiv die falsche Person.
Sie sind es im Übrigen, die eine seltsame Sprache an den Tag legt, doch wenn es tatsächlich wahr ist, wovon ich mittlerweile felsenfest überzeugt bin, dass zwischen uns zwei Jahrhunderte liegen, dann ist es gleich weniger merkwürdig. An Zufälle glaube ich im Übrigen nicht, ich denke, es hat schon einen Sinn, dass wir beide in Kontakt geraten sind, auch wenn ich mir immer noch über das "Wie?" Gedanken mache.
Ich wünsche Ihnen alles Gute,

mit freundlichen Grüßen,
Sirius Black,
Hogwarts - Schule für Hexerei und Zauberei, 17. Oktober 1976


***


An Sirius Black,
Hogwarts - Schule für Hexerei und Zauberei


Werter Mr Sirius Black,

wo Ihr mir nun so Vieles aus Eurem Leben anvertraut habt, denke ich, dass Nichts mehr dagegen spricht, uns beim Namen zu nennen. Doch kann ich nicht behaupten, Euch zu trauen. Eure Ansichten sind noch immer nicht die Meinen. Sicherlich spricht es schon für sich und für Eure Zeiten, dass ein Werwolf, dessen Mutter dazu noch eine Muggel ist, Vertrauensschüler an der ehrenvollen Schule für Hexerei und Zauberei geworden ist, doch meine Zeiten, und in denen muss ich immerhin leben, sprechen eine andere Sprache, so dass ich es mir nicht einmal leisten kann, Euren Argumenten Glauben zu schenken, ohne einer gefährlichen und äußerst unangenehmen Zukunft entgegenzublicken.
Auch ich muss mich bei Euch für die enorme Verzögerung meiner Antwort entschuldigen, doch konnte ich mich gewissen familiären Verpflichtungen nicht entziehen. Das Thema Reinblütigkeit scheint nicht nur Euch und Eure Zeiten zu beschäftigen. Meine Schwester Lucida, die erst vor einem Jahr der Familie Black einen Erben geschenkt hatte, kann ich nicht länger meine Schwester nennen. Und das, wo sie doch erst vor einem Monat ihre kleine Tochter gebar. Sie wurde gesehen, wie sie mit einem muggelstämmigen Zauberer sprach und das ist zumindest in meiner Zeit schon ein Grund sie aus der Familie Black zu verbannen. Es gibt zudem unangenehme Gerüchte, sie hätte sich mit ihm eingelassen. Ich hoffe für sie, dass diese nicht der Wahrheit entsprechen, denn das könnte ihr Todesurteil sein. Das Thema Ehre ist ein sehr empfindliches und wenn mein Bruder Rigel diesem Gerüchten Glauben schenkt, dann möchte ich beileibe nicht in der Haut der armen Lucida stecken. Ihr solltet wissen, dass mich Eure Worte durchaus zum Nachdenken anregten, sonst würde ich nun kein Mitleid für meine Schwester empfinden. Ich würde sie wohl nicht einmal mehr Schwester nennen. Ich sorge mich sehr um sie. Seit über zwei Wochen habe ich nun kein einziges Lebenszeichen von ihr erhalten, auch wenn ich ihr heimlich anbot, ihr zu Hilfe zu kommen, wenn sie es denn wünschte. Wenn das Antares wüsste, ich wünsche mir gar nicht auszumalen, was dann mit mir geschähe. Vielleicht versteht Ihr nun, warum eine Scheidung unmöglich ist. Von meiner Mutter kann ich, wie Ihr es vorher gesagt habt, keine Hilfe erwarten. Das ist mir nach diesen Vorfällen bewusst geworden.
Eurem Freund wünsche ich viel Glück, auf dass er das Herz dieses Mädchens irgendwann eroberte. Ihr schätzt ihn sehr, was ein echter Beweis von treuer Freundschaft ist.
Doch darf ich fragen, weshalb Ihr Euch nicht dazu in der Lage sehr, für die Rechte der Damenwelt zu sprechen?
Im Übrigen liegt Ihr richtig in der Annahme, dass ich einst das Haus Slytherin besuchte. Ich fühlte mich damals sehr wohl in den Kellern, auch wenn mir heute das Licht des Tages um einiges lieber ist. Ihr müsst in der Tat der erste Black sein, der nach Gryffindor eingeteilt wurde. Seid Ihr denn sicher, dass der Hut diese Entscheidung richtig fällte?
Es ist interessant zu erfahren, dass sich das Wissen der Zaubererwelt in den nächsten zweihundert Jahren so sehr vermehren wird, dass zwei weitere Schuljahre notwendig sind. Eine wirklich interessante Vorstellung.
Ich zähle nun siebzehn Lenze und Ihr habt richtig gerechnet, ich wurde erst sehr spät verheiratet, mit fünfzehn, wie es Eure Annahme war. Ihr sagtet, es wäre früh. Ist es denn in Euren Zeiten unüblich mit etwa dreizehn Jahren verheiratet zu werden, wie es in meinen Zeiten üblich ist?
Auch ich wünsche Euch alles Gute und viel Erfolg in der Schule,

Hochachtungsvoll,
Giennah Black
Godrics Hollow, West Country, 1. November 1776


***


An Giennah Black
Godrics Hollow, West Country


Sehr geehrte Mrs Giennah Black,

ich denke, nun besser zu verstehen, warum Sie nicht aus diesem goldenen Käfig ausbrechen können. Ihre Schwester tut mir wirklich sehr leid. Ich hoffe, sie wird nicht der Rachsucht Ihres Bruders zum Opfer fallen. Ich habe ein wenig in der Bibliothek von Hogwarts nachgesehen, in den Büchern der Zaubereigeschichte und es scheint bei Ihnen durchaus unüblich zu sein, dass die Hochzeit erst nach der Volljährigkeit stattfindet. Ebenso, dass alteingesessene Familien, wie eben auch die Familie Black, Kontakt mit muggelstämmigen Familien hegen. Und wenn ich ehrlich bin, dann muss ich gestehen, erleichtert zu sein, nicht in diesen Zeiten leben zu müssen.
Und ja, ich bin mir sehr sicher, dass der Hut damals die richtige Entscheidung gefällt hat, auch wenn ich es in den ersten Wochen danach sicher anders gesehen habe. Nun weiß ich, dass es nicht wichtig ist, woher ein Mensch stammt, wichtig ist das Herz und die Seele. Mein guter Freund Remus hat mir mal ein Buch empfohlen, welches allerdings erst nach ihrer Zeit geschrieben wurde. Auch wenn ich vielleicht gegen irgendwelche universellen Gesetze verstoße, habe ich beschlossen, Ihnen das Werk mitzusenden. Es heißt "Der kleine Prinz" und ist von einem Muggel verfasst worden. Wenn sie danach immer noch sagen, dass reines Blut mehr wert ist, als alles andere, dann sehe ich keine Grundlage für eine weitere Diskussion über dieses Thema.
James raubt mir noch den letzten Nerv mit seinem Gerede von Lily. Und sie will partout nicht mit ihm ausgehen. Wenn ich es mir recht überlege, dann würde ich es auch nicht wollen, denn immerhin hat er den gleichen Ruf, wie ich auch. Wo wir auch schon zu Ihrer Frage kommen würden. Warum bin ich die falsche Person, um sich für die Rechte der Frauen einzusetzen? Nun, ich denke, wenn Sie nun weiterlesen, werden Sie jeglichen weiteren Kontakt mit mir vermeiden wollen. Ich habe es nicht immer ernst mit den Frauen gemeint und sie meist schon nach wenigen Wochen wieder fallen gelassen und trotzdem lassen sie sich immer wieder auf mich ein, was mich herzlich wenig stört. Ich bin mir dessen durchaus bewusst, dass es alles andere als fair ist, doch andererseits bin ich jung und möchte mein Leben genießen. In Zeiten, wie diesen, weiß man nie, wie lange ein Leben währt. Sie müssen wissen, dass in den jetzigen Zeiten der reinste Terror herrscht. Ein Mann, der sich Lord Voldemort nennt, scharrt immer mehr Anhänger um sich. Sie nennen sich Todesser und haben zum Ziel, allen muggelstämmigen Zauberer und anderen magischen Wesen ihren Rechten zu berauben, auf dass nur noch reinblütige herrschen. Diese Ziele versuchen sie mit Gewalt umzusetzen. Und sie haben immer mehr Erfolg damit.
Ich wünsche Ihnen, dass sie bald von Ihrer Schwester hören,

mit freundlichen Grüßen,
Sirius Black,
Hogwarts - Schule für Hexerei und Zauberei, 19. November 1976


***


An Sirius Black,
Hogwarts - Schule für Hexerei und Zauberei


Werter Mr Sirius Black,

ich hoffte wirklich, unserer beiden Hoffnungen nicht enttäuschen zu müssen, doch gestern war es soweit. Keines meiner Gebete zu Merlin wurden erhört. Man fand den fahlen Körper meiner Schwester Lucida Black in der Themse Londons. Es war am hellichten Tage, als die Nachricht mich ereilte, doch meine Trauer durfte ich nicht zeigen, im Gegenteil. Es wurde sogar eine Feier zu ihrem Ableben veranstaltet. Man bekundetete froh zu sein, dass dieses erbärmliche Leben nun endlich einen würdigen Abschluss finden konnte. Jeder wusste es, doch keiner sprach es aus, mein Bruder Rigel war der Übeltäter. Stille Tränen weine ich nur des Nachts und auch nur, wenn ich sicher sein kann, dass mein Gemahl in einem tiefen Schlaf verweilt.
Das Buch, welches ihr mir schicktet, habe ich gelesen und damit es niemanden in die Hände fällt in das Grab meiner Schwester gelegt, auf dass sie wenigstens im Tode Frieden finden würde. Ihre Kinder wurden enterbt, ihr Gatte hat sich öffentlich von ihr distanziert. Eure Briefe verbrenne ich nachdem ich Euch eine Antwort geschrieben habe, so dass niemand auch mir etwas unterstellen möge. Ich hoffe, Ihr werdet den Verlust des Buches verkraften können. Doch ich muss sagen, dass die Worte, die ich lesen durfte, die ehrlichsten waren, die ich jemals zu Gesicht bekommen habe. Ich danke Euch vielmals, dass Ihr mir Literatur der Zukunft zukommen ließet.
Ich wünsche Eurem Land und Eurer Zeit Frieden und ein Leben ohne diesen Lord Voldemort,

Hochachtungsvoll,
Giennah Black
Godrics Hollow, West Country, 19. Dezember 1776


***


An Giennah Black
Godrics Hollow, West Country


Werte Mrs Giennah Black,

ich möchte Ihnen mein allerherzlichstes Beileid zum Verlust Ihrer Schwester aussprechen. Das, was Ihr Bruder getan hat, ist unverzeihlich und ich hoffe, er wird irgendwann eine gerechte Strafe dafür erhalten. Grauenvoll, was geschehen ist. Als ich Ihre Worte las, schnürte es mir die Kehle zu, so kalt, wie Ihre Familie das alles hingenommen hat. Ich hoffe, sie erkalten nicht auch noch in diesem Umfeld und können ihre innere Stärke, die Sie durchaus besitzen zum Verarbeiten dieses schweren Verlustes verwenden. Es tut mir wirklich aufrichtig leid.
Dass Sie das Buch in ihr Grab legten, war eine wirklich schöne Geste und ich nehme Ihnen das keinesfalls übel. Es wäre ja nicht das erste Mal, dass ich ein Buch verlegt hätte, so dass es da auch keinerlei Probleme gab.
Leider sieht es in meiner Zeit weniger nach Frieden aus, denn die Anschläge auf muggelstämmige Zauberer und ihre Familien haben zugenommen. Jetzt hat es die Eltern von Lily Evans, dem Mädchen, welches James so gerne ausführen würde, getroffen. Sie wurden am hellichen Tag ermordet. Furchtbar ist es, vor allem, wenn man das Gefühl hat, dass einem die Hände gebunden sind.
Ich wünsche Ihnen ein ruhigeres neues Jahr und viel Kraft,

mit freundlichen Grüßen,
Sirius Black,
Hogwarts - Schule für Hexerei und Zauberei, 30. Dezember 1976

Re: Black Letters (2/7) - HP-FF

Verfasst: Mi 25. Nov 2009, 00:35
von vojka
Ohman. *tiefdurchatme* *schnief*

Hey ersteinmal,

wow das war, das war, keine Ahnung, mir fehlen die Worte, ich stehe einfach noch zu sehr im Bann der geschriebenen Briefe. Es ist zum Teil ziemlich heftig, was geschrieben wird. Die vergleiche zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit, sind richtig gut getroffen. Es macht das ganze noch etwas realistischer. Ich bin immer noch so gefangen. Es ist total traurig war mit ihrer Schwester passiert ist und das es auch noch ihr Bruder war, der es getan hat. Aber genauso schlimm, oder fast noch schlimmer ist es, dass die Kinder nun auch gleich mitverstoßen wurden, die armen Geschöpfe können doch gar nichts dafür. Auch das du den Tod von Lilys Eltern mit eingebracht hast, fand ich gut, wenn auch traurig.
Ich bin super gespannt, wie es weiter geht und freue mich schon auf die nächsten Briefe

Knuff

Re: Black Letters (2/7) - HP-FF

Verfasst: Do 26. Nov 2009, 09:12
von Ayrina
Wow, wow, wow... (darfst du alle behalten ;))

Einfach großartig geschrieben. Es ist unglaublich schwierig, nur in Briefform zu schreiben. Ohne wörtliche Rede und Aktionen der Beteiligten. Doch du schaffst es, das so fesselnd zu schreiben, dass ich jedes Mal am Bildschirm klebe, wenn ich anfange zu lesen. Wirklich fantastisch! Du baust hier eine große Konkurrenz zu Libera auf! Sprachlich absolut top. Ich hab nichts auszusetzen. Es ist interessant zu lesen, wie sich Giennahs Ansichten langsam ändern und du hast gut rübergebracht, wie jede Zeit mit ihren eigenen Schattenseiten zu kämpfen hat.

Und dass Giennah Sirius dazu gebracht hat, Nachforschungen in der Bibliothek anzustellen, ist schon bemerkenswert. :D

Auf die Verwandschaftsverhältnisse bin ich auch sehr gespannt. Ich hoffe, es geht sehr bald weiter ;)

(Ja, ich hatte es schon bei HP gelesen, aber irgendwie das meiste wieder vergessen. Und ich glaube, auch nicht bis zum Schluss. Von daher ist es wirklich spannend^^)

Re: Black Letters (2/7) - HP-FF

Verfasst: Mi 9. Dez 2009, 00:49
von Tjeika
Huhu vojka,

also, dafür, dass dir die Worte fehlen, hast du aber eine ganze Menge geschrieben :lol: Ich freue mich *gg*
Ja, die Zeiten waren heftig, ich wollte ja auch kein Märchen schreiben... also nicht wirklich *lach* Ich wollte es möglichst "realistisch" belassen, auch wenn das in Zusammenhang mit einer FF über die Harry Potter Reihe an sich schon recht schwierig ist. Jedenfalls finde ich es wichtig, dass nicht alles Friede Freude Eierkuchen ist, denn ich kann mir schwer vorstellen, dass es das in diesen Zeiten war.
Es ist in der Tat recht traurig und heftig, was mit Giennahs Schwester geschehen ist. Ich meine, ich hatte damals beim Schreiben schon einen Kloß im Hals. Das ich mich daran noch erinnere, verwirrt mich gerade :grübel:
Natürlich sind Kinder unschuldig, aber in solchen Zeiten war es nunmal leider Gang und Gebe, dass sie ebenfalls die Strafe ertragen mussten, wenn die Eltern Mist gebaut haben. Wobei Mist hier wohl wahrlich Interpretationssache ist...
Der Tod von Lilys Eltern wird für meinen Geschmack viel zu selten in vielen FFs erwähnt oder mit eingebunden... oder generell ihre Eltern, was mit ihnen geschehen ist. Ich fand es wichtig, es zu erwähnen und es freut mich, dass es dir gefallen hat.
Vielen lieben Dank für dein Review :knuff:


Huhu Rini!

Soviele Wows, die ich auch noch behalten darf. Das find ich ja fein :D Ich mag Wows *gg*
Es ist in der Tat recht schwierig nur in Briefform zu schreiben, allerdings hat es auch seine Vorteile. Wenn ich diese Geschichte so geschrieben hätte, wie es für gewöhnlich der Fall ist, dann wäre daraus wohl eine 200 Kapitel umfassende FF geworden... dennoch, diese FF funktioniert so am Besten. Finde ich zumindest...
Du klebst am Bildschirm, wenn du das hier liest? *abkratz* Besser? :lol:
Ich hoffe doch stark, dass das Niveau dieser FF dem von Libera sehr nahe kommt... wobei es natürlich gänzlich unterschiedliche Geschichten sind, die man schwer miteinander vergleichen kann... denke ich zumindest...
Es freut mich sehr, dass man den langsamen aber stetigen Gesinnungswandel von Giennah durchaus bemerkt. War gar nicht so einfach, das mit einzubinden!
*lach* Ja, eine Frau, die es schafft, dass ein Sirius Black in der Bibliothek liest, ist schon eine sehr bemerkenswerte Frau :lool:
Verwandtschaftsverhältnisse... ich denke, da musst du nicht mehr allzu lange warten ;)
Auch dir vielen lieben Dank für dein Review :knuff:

So, Nachschub folgt auf dem Fuße.

Lg Ria

Re: Black Letters (2/7) - HP-FF

Verfasst: Mi 9. Dez 2009, 00:50
von Tjeika
Kapitel 3 - Das zweite Jahr

An Sirius Black,
Hogwarts - Schule für Hexerei und Zauberei


Sehr geehrter Mr Sirius Black,

ich bin eine moderne Frau und das ist der Grund, warum ich diese in meinen Zeiten nicht bekannte Anrede Euch gegenüber nun nutze. Verzeiht, dass ich nun wieder nicht allzu schnell eine Antwort an Euch verfassen konnte, doch es hat sich einiges in den letzten sechs Monaten in meinem Leben getan.
Zunächst einmal möchte ich Euch herzlich für Eure Anteilnahme danken. Das hat mir sehr viel bedeutet, war es doch die einzige Beileidsbekundung. Auch ich hoffe, dass Rigel irgendwann seiner gerechten Strafe zugeführt wird, doch das wird wohl auf Ewig Wunschdenken bleiben. Ich schwöre Euch hiermit bei meinem Leben, dass ich es niemals so weit kommen lassen werde, mich genauso, wie unsere Familie zu verhalten. Es ist ein herzloses Verhalten, welches keines Lebens würdig ist. Ich muss Euch wegen so Vielem Dank schulden, denn Ihr wart es, der mir die Augen geöffnet hat. Bei meinem letzten Brief habe ich vor lauter Trauer keine vernünftige Antwort schreiben können und da ich die Briefe noch immer verbrenne, kann ich nur zu den Dingen etwas schreiben, die mir noch im Kopf verblieben sind. Ihr seid also nicht immer freundlich und zuvorkommend zu den Damen gewesen? Doch, wenn Ihr es schon einseht, warum ändert Ihr Euer Verhalten dann nicht?
Ich möchte nun auch meinerseits Beileid aussprechen, zu dem Tod der Eltern dieses Mädchens. Ich hoffe, sie hat es gut verkraftet, sind doch nun immerhin schon über sechs Monate ins Land gezogen. Ich wünsche ihr viel Kraft und vielleicht schafft es Euer Freund nun doch noch, ihr Herz zu erobern, so dass Ihr keine schlaflosen Nächte mehr fürchten müsst. Und vielleicht schafft Ihr oder Eure Freunde es, diese furchtbare Person mitsamt seiner Taten zu stoppen. Ich bete zu Merlin dafür.
Doch auch ich muss nun wieder mit schlechten Nachrichten aufwarten. So sagte mir der Arzt vor fünf Monaten, dass ich keine Kinder bekommen könne. Als Vorfahrin Eurerseits komme ich demnach nicht mehr in Frage. In meiner Zeit kommt solch eine Nachricht einer Hiobsbotschaft gleich. Antares war alles andere als glücklich, doch auch er kann es sich nicht leisten, Schande durch eine Scheidung über die Familie zu bringen. Wir sind überein gekommen, unsere Ehe bestehe nur noch auf dem Papier und für die Öffentlichkeit. Darüber bin ich alles andere als unglücklich. Soll er doch der Hurerei höhnen, solange ich meinen Frieden habe. Die Familie wird nichts erfahren, was mir womöglich das Leben rettet. Nur wie wir es erklären sollen, dass einfach kein Erben geboren werden wird, das wissen wir nicht.
Nun wünsche ich nur noch, dass es in Eurer Zeit wieder gute Nachrichten zu vermelden gibt und verbleibe

Hochachtungsvoll,
Giennah Black,
Godrics Hollow, West Country, 7. Juni 1777


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An Giennah Black
Godrics Hollow, West Country


Sehr geehrte Mrs Giennah Black,

das sind in der Tat schlechte Nachrichten. Ich hoffe, Sie kommen mit dieser Nachricht zurecht. Ich wünsche es Ihnen wirklich von ganzem Herzen. Doch sehen Sie es doch einmal so. Es wird nie dazu kommen, dass Sie von Ihrem Ehemann, der nun nicht gerade meine Sympathien trägt, ein Kind zur Welt bringen müssen. Dass Sie nicht als Vorfahrin meineseits in Frage kommen, beruhigt mich auf eine seltsame Art und Weise, die ich Ihnen nicht erklären kann, auch wenn ich es gerne würde. Ich hatte nun schon seit sieben Monaten keine weiblichen Bekanntschaften mehr. Ob es wohl damit zusammenhängt?
Auch ich hoffe, dass Lord Voldemort irgendwann gestoppt wird. Es muss bald geschehen, denn es wurden die Eltern von James Potter ermordet. Ein tragischer Verlust, denn sie nahmen mich auf, wie einen eigenen Sohn. James und ich sind daraufhin ausgezogen und haben uns nun eine eigene Bleibe gesucht. Nun sind wir wieder zurück in Hogwarts, um unseren Abschluss zu machen. Es wird unser letztes Jahr sein, was die Stimmung nicht sonderlich hebt. Der Abstand zu dem Haus der Potters tut James, wie auch mir, gut. Sie wurden ermordet, weil sie sich offen gegen die Ansichten der Todesser gestellt hatten - so, wie meine Freunde und ich es auch tun, und so viele andere Menschen. Sie alle, wir alle sind womöglich die nächsten Opfer, doch wir werden uns wehren, wenn wir untergehen, dann im Kampf gegen ihn. Vielleicht hängt es auch damit zusammen, dass ich solange keine Freundin mehr hatte.
Dass James, der Kapitän der Gryffindormannschaft, den Quidditchpokal dieses Jahr geholt hat und mit seinen dadurch erlangten Punkten den Hauspokal sicherte, ging unter diesen Nachrichten leider unter. Wie sollte es auch anders sein.
Leider kann ich nicht mit guten Nachrichten aufwarten, doch ich hoffe, Sie können es,

mit freundlichen Grüßen,
Sirius Black,
Hogwarts - Schule für Hexerei und Zauberei, 2. September 1977


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An Sirius Black,
Hogwarts - Schule für Hexerei und Zauberei


Werter Sirius,

ich darf Euch doch beim Vornamen nennen?
Das sind beileibe wirklich schlimme Neuigkeiten, die mir Euer Brief zutrug. Ich hoffe, ihr verkraftet den Verlust. Ich frage mich, ob es jemals wieder einen Brief von einem von uns beiden geben wird, der ausschließlich gute Nachrichten enthält.
Ich habe ein wenig in der Bibliothek meines Gemahls gesucht, doch leider nichts gefunden, was erklären würde, warum es möglich ist, Briefe durch die Zeit zu senden. Es ist mir noch immer ein Rätsel und ich wüsste es gerne gelöst.
Ich hoffe, ihr werdet Euch selbst gerecht und werdet einen guten Abschluss in Hogwarts erreichen. Hätte ich ein letztes Jahr dort verbringen dürfen, wäre mein Herz wohl auch voller Wehmut. Doch seht es einmal so, Ihr könnt nach Eurem Abschluss gegen diese Todesser kämpfen. Es wird doch sicher eine Möglichkeit geben, die Ihr ergreifen könnt.
Auch ich muss gestehen, dass ich auf eine seltsame Art und Weise erleichtert bin, nicht eine Eurer Vorfahrinnen zu sein. Doch erklären kann auch ich es mir nicht.
Euer Verhalten gegenüber den Damen hat sich gebessert und das halte ich für eine gute Neuigkeit, behauptet also nicht, es gäbe davon keine.
Leider habe ich momentan nichts zu berichten, was von Belang wäre. Doch, wenn es nur Schlimmes gibt, was von Belang ist, dann lege ich darauf auch keinen Wert.
Ich wünsche Euch alles Gute für Euren Abschluss und wundervolle Halloween-Festlichkeiten,

Hochachtungsvoll,
Giennah Black,
Godrics Hollow, West Country, 29. Oktober 1777


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An Giennah Black
Godrics Hollow, West Country


Werte Giennah,

natürlich dürfen Sie mich beim Vornamen nennen. Ich biete Ihnen auch das "Du" an, solange, wie wir uns nun schon kennen. Ich wünschte, ich könnte Sie einmal von Angesicht zu Angesicht sehen, doch ich weiß, dass das niemals geschehen wird.
Momentan drängen die Professoren sehr darauf, dass wir uns in unserem letzten Jahr besonders anstrengen müssen. Sie brauchen mich nicht auch noch darauf aufmerksam machen, auch wenn ich Ihre Wünsche sehr zu schätzen weiß.
Der Tod der Potters macht James und mir noch immer sehr zu schaffen, doch der Schulalltag lenkt uns alle sehr ab. James lenkt auch eine gewisse junge Dame ab, deren Herz er nun doch erobert zu haben scheint.
Schlaflose Nächte habe ich dennoch, denn ich muss immerzu an die Potters denken. NIemals hat ein Mensch zuvor sich so um mich gekümmert. Sie haben sich um mich gesorgt, als wäre ich ihr eigener Sohn. Ich vermisse sie mindestens ebenso sehr, wie James. Doch ich fürchte, das wird erst in den Ferien besonders schwer werden. Vielleicht bleiben wir auch, wie letztes Jahr auch schon, im Schloss.
Auch ich habe in der Bibliothek von Hogwarts ein wenig gesucht. Und auch ich blieb erfolglos. Ich kann es leider auch nicht erklären, wie das mit den Briefen möglich ist. Jemanden einweihen möchte ich nicht, denn es sind private Briefe, die niemanden etwas angehen. Nicht einmal James weiß davon.
Ich wünsche Ihnen alles Gute,

Ihr Sirius,
Hogwarts - Schule für Hexerei und Zauberei, 15. November 1977


***


An Sirius Black,
Hogwarts - Schule für Hexerei und Zauberei


Werter Sirius,

wieder bin ich lange Zeit nicht dazu gekommen, Dir zu schreiben. Mein Gatte scheint Verlustängste zu verspüren, denn er lässt mich kaum noch aus den Augen, was sehr verwunderlich ist, haben wir uns doch eigentlich getrennt.
Auch ich biete Dir an, mich Du zu nennen. Es wäre töricht nach all der Zeit, noch immer auf die Höflichkeiten zu bestehen, liest doch außer uns keiner diese Zeilen. Auch ich wünschte ein Treffen mit dir. Vielleicht irgendwo, wo uns keiner kennt, in einem irischen Pub. Doch das bleibt wohl wirklich auf Ewig Wunschdenken.
Ich wünsche Dir sehr viel Kraft. Die Potters hätten sicher nicht gewünscht, dass jemand, den sie so sehr mochten, wie Du es sagst, so sehr leidet.
Leider kann ich nicht länger schreiben, denn wer weiß, wann mein Gatte heimkehrt.
Ich versuche, den nächsten Brief wieder etwas länger zu halten, doch versprechen kann ich Dir nichts. Ich hoffe nur, Antares wird sich wieder beruhigen.
Ich hoffe, du hattest ein ruhiges Heiliges Fest und wünsche dir ein schönes neues Jahr,

Deine Giennah
Godrics Hollow, West Country, 28. Dezember 1777

Re: Black Letters (3/7) - HP-FF

Verfasst: Mi 9. Dez 2009, 02:57
von vojka
Hey Rialein,

Ich hab mich eben mal daran gemacht die nächsten Briefchen der beiden zu lesen und hab zu jedem einen kleinen Kommentar geschrieben, ich hoffe du freust dich darüber.

1. Brief
Wow da hat Giennah wirklich lange nicht geschrieben. Leider sagst du nicht genau, warum nicht, denn es kann nicht nur mit ihrer Trauer um ihre Schwester zu tun haben, auch nicht damit, dass sie keine Kinder bekommen kann, denn wenn ich das Richtig verstanden habe, ist die Untersuchung noch nicht so lange her. Das sie Sirius so ins Gewissen redet, wegen der Frauen ist irgendwie süß. Schade finde ich irgendwie dass sie keine Ururururururgroßmutter von Sirius ist, wäre irgendwie süß gewesen. *grins*

2. Brief
Auch dieser Brief ist sehr schön. Ich find es irgendwie lustig, wie du es schaffst die Geschehnisse von mehr als einem halben Jahr in so wenig Text zu packen, das würde ich nie und nimmer schaffen *lach* Irgendwie brauche ich dafür immer wesentlich mehr Worte.
Was ich mich frage, hat Sirius so lange kein Date mehr, da ihn ihr Schicksal so trifft, oder hat es einen anderen Hintergrund?

3. Brief
Ui, dieser Brief war wirklich sehr, sehr kurz, aber trotzdem sehr schön und auch ein Stückchen aufschlussreich, denn auch sie freut sich darüber, dass Sirius die holde Weiblichkeit in Hogwarts besser behandelt, ist das nur die Freude daran, dass ihre Geschlechtsgenossinnen besser behandelt werden oder ist da auch etwas anderes? Hmm da werde ich wohl die nächsten Briefe abwarten müssen oder auch das Ende der Story *grins*

4. Brief
Diesen Brief mag ich irgendwie total. Er zeugt davon, dass Sirius und James noch trauern um den Tot der Potters, aber er gibt auch etwas Hoffnung, denn James und Lily sind nun zusammen. Meine Vermutung, dass da Mehr zwischen Sirius und Giennah ist, wird immer größer *lach* denn sie benehmen sich doch sehr auffällig.
Das beide nichts in den Bibliotheken finden, ist schade, denn ich bin doch so neugierig, wie das ganze Möglich ist. Aber du sagtest ja schon, dass ich da bis zum Epilog warten muss, na ja ich werde es hoffentlich überleben, zumindest wenn du schnell updatest *grins*
Auch dieser Brief war sehr, sehr kurz, aber dadurch hab ich noch einen sehr kurzen zu lesen *grins*

5. Brief
Ui, ahnt Antares etwas? Oder warum bewacht er Giennah so sehr? Nun ist es fast deutlich, dass da etwas zwischen den beiden ist, es ist nicht mehr zu überlesen und ich bin wirklich neugierig, wie sich die ganze Geschichte noch entwickelt. Ich hoffe du datest bald ab.

So und nun noch einmal zum Abschlusskommentar. Es ist irgendwie süß zu lesen, wie Sirius und Giennah sich langsam annähern und ich denke dass da wirklich irgendwann mehr zwischen ihnen ist, bzw. sie es sich mehr oder minder eingestehen. Die Frage ist nur, ist es ihnen in deiner FF möglich sich zu treffen oder nicht? Darauf bin ich echt schon gespannt und freue mich darauf mehr zu lesen.

:knuff:

vojka