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Re: 3. Bélan-Inseln
Verfasst: Do 16. Apr 2020, 20:49
von Cassiopeia
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Aceio
Bélan-Inseln
Anfang Februar
146. Jahr des Lichts
Mittag
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"Ohne jemals zu hinterfragen, was das Kind, das Wasser oder die Erde beeinflussen kann, Euch getan hat?" Aceio sah Haykim scharf an. "Diese Ausgrenzung ist nicht das Werk dieser magischen Kinder. Ihr handelt mit ihnen genau so wie mit den Bewohnern Bélans gehandelt wurde damals. Beides ist nicht rechtens!"
Er merkte, wie es in ihm brodelte, riss sich aber zusammen.
"Dieses Land verehrt die Totenpriester - mit Recht. Die Sine des Festlandes kennen ebenfalls einen Gott des Todes. Sollte es nicht Sache der Priester sein, über die Magie zu urteilen?"
"Dann müssen wir es ihnen zeigen!", verlangte ein kleines Mädchen mutig und trat vor. Sie machte eine wischende Bewegung mit der Hand in einem großen Halbkreis und dort entstand, mitten im Zimmer, ein Regenbogen aus klarstem, farbigen Licht.
Viele Kinder staunten, dann kicherte ein anderes Mädchen und ein Wind kam auf, der den Regenbogen zerstreute.
"Davor haben sie Angst?", fragte ein Junge, der neben Eza stand, ziemlich ratlos.
Re: 3. Bélan-Inseln
Verfasst: Do 16. Apr 2020, 20:55
von Tjeika
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Eza & Haykim
Bélan-Inseln
Anfang Februar
146. Jahr des Lichts
Mittag
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"Oh, es ist die Sache der Priester", erinnerte Haykim.
"Und sie haben damals entschieden, die Kinder nicht mehr zu töten. Ich finde, das ist ein Fortschritt. Aber ich finde auch, dass ich nicht das Recht habe, über die Urteile der Priester in Frage zu stellen."
Er zuckte mit den Schultern und sah Aceio fest an.
"Wenn Ihr mich dafür richten wollt, dass ich den Worten der Priester folge, dann habt Ihr hier in Bélan eine Menge Arbeit vor Euch."
Eza lächelte warm und eine Träne der Rührung kullerte über ihre Wangen. Wie spielerisch die Kinder mit ihrer Magie umgingen war wunderschön und gefährlich zugleich.
"Ich wünschte, es wäre so einfach", flüsterte sie und trat langsam näher.
"Ich wünschte es wirklich. Und ich verspreche euch, dass ich alles dafür tue, dass ihr eines Tages zurückkehren könnt."
Und Eza gedachte, ihr Versprechen zu halten.
"Solange müsst ihr mir vertrauen und euch mit eurer Magie zurückhalten, bis ihr in Sicherheit seid."
Re: 3. Bélan-Inseln
Verfasst: Do 16. Apr 2020, 21:45
von Cassiopeia
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Aceio
Bélan-Inseln
Anfang Februar
146. Jahr des Lichts
Mittag
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"Oh, es ist nicht an mir, darüber zu richten", sagte Aceio - was der Wahrheit entsprach. Die Totenpriester hatten ihn und Eza getraut, er hatte sich in ihren Dienst gestellt. Wenn sie diese Anweisungen gaben, war Haykim tatsächlich nur ihr Werkzeug und diente ihnen wie jeder andere auch.
"Ich bin weder der Richter noch der Henker. Noch hast du die Chance dem Galgen zu entkommen. Du sagtest, deine Schwester sei schlimmer als Nalahr, würde sie an die Macht kommen. Was würdest du tun, dies zu verhindern?"
Der Punkt interessierte Aceio dann doch.
"Versprochen!", sagte das Mädchen, das hastig ihren Wind eingestellt hatte, ebenso das Mädchen mit dem Regenbogen.
Die Kinder wandten sich nach und nach wieder den Spielsachen zu und verwandelten das Gemach von Eza in ein großes Spielzimmer. Selbst Myra wurde mit eingebunden und vergaß bald, dass sie in großer Gefahr schwebten in einem großen Palast einer unbekannten Königin.
Re: 3. Bélan-Inseln
Verfasst: Do 16. Apr 2020, 21:51
von Tjeika
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Eza & Haykim
Bélan-Inseln
Anfang Februar
146. Jahr des Lichts
Mittag
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Haykim sah Aceio lange an.
"Jedenfalls nicht sie umbringen oder sie hintergehen. Denn, wenn sie von solcherlei Plänen erführe, wäre jeder der Verschwörer und selbst ich als ihr eigener Bruder des Todes."
Er meinte jedes einzelne Wort, das er sagte.
"Aber... sollte es abseits davon eine Möglichkeit geben, sie in ihrem Handeln zu beschneiden oder gleich ihre Macht und ihren Einfluss... ich zögerte nicht."
Er sprach bewusst im Konjunktiv.
Eza betrachtete die Kinder noch einen Augenblick lächelnd, dann bat sie die Wachen niemanden außer Tenya, Aceio und sie selbst in diese Gemächer zu lassen und die Kinder mit Süßem und Wasser zu versorgen.
Mit einem warmen Lächeln auf den Lippen trat sie hinaus auf den Gang. Doch das schwand, als sie den Weg hinab in die Kerker antrat.
Es dauerte eine kleine Weile, dann erreichte sie die Zelle, die besonders gut bewacht war.
"Öffnet die Zelle", wies sie die Wachen an und das so laut, dass Aceio und auch Haykim sie hören würden.
Sie wollte wenigstens Aceio vorwarnen, dass sie Besuch bekamen.
Re: 3. Bélan-Inseln
Verfasst: Fr 17. Apr 2020, 21:37
von Cassiopeia
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Aceio
Bélan-Inseln
Anfang Februar
146. Jahr des Lichts
Mittag
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Aceio wollte gerade etwas erwidern, als er Ezas Stimme an der Tür hörte, die den Befehl zum Aufschließen gab.
"Fassen wir zusammen", sagte er, sodass Eza mitbekam, was inzwischen besprochen worden war, "du warst nicht an dem Schwefelwasser-Anschlag in den Gemächern der Ersten Herrin beteiligt. Semra und Torjan sowie Dinya nannten deinen Namen um dich mit hinein zu ziehen und dich aus dem Weg zu räumen. Sie werden sterben und ihr Tod bedeutet dir nichts. Thorija will auf den Thron, was du verhindern willst, ein Komplott gegen sie scheint aber selbst dir zu gefährlich; einen anderen Weg ihre Macht einzudämmen hast du noch nicht gefunden. An der Entführung der Kinder warst du beteiligt, es geschieht auf Befehl der Totenpriester hin, die die Magie der Kinder als Gefahr für Bélan sehen und die Kinder daher fortbringen lassen. Du warst einer derjenigen, die den Dienst ausführten und ihn nicht in Frage stellen."
Er sah zu Haykim, dessen Gesicht noch immer von Nase bis Kinn voller Blut war, und erst dann zu Eza, deren Anwesenheit er bisher wissentlich nicht honoriert hatte.
"Majestät", grüßte er sie nun und wies auf den gefesselten Haykim, "Euer Gefangener."
Re: 3. Bélan-Inseln
Verfasst: Fr 17. Apr 2020, 21:41
von Tjeika
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Eza & Haykim
Bélan-Inseln
Anfang Februar
146. Jahr des Lichts
Mittag
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Eza trat in die Zelle und blickte auf den sehr eigenwilligen Stuhl, der dort wie eingewachsen im Boden wirkte. Dann auf den Mann, der darauf gefesselt war. Und Aceios Zusammenfassung war äußerst interessant. Jedenfalls blinzelte sie an der einen oder anderen Stelle.
Dass Aceio sie erst danach begrüßte, unterstrich, dass er dies nur gesagt hatte, um sie auf den neuesten Stand zu bringen.
Und der hatte es in sich. Eza jedenfalls schwieg einen Augenblick und brauchte einen Moment, um das alles sacken zu lassen.
"Und... glaubt Ihr ihm, Aceio?", stellte sie die relevanteste Frage in offiziellem Tonfall und sah bewusst zu ihrem Mann und von Haykim weg, der sie hingegen gar nicht honorierte, wie es eigentlich üblich wäre.
Vermutlich war er etwas angefressen. Jedenfalls sah Eza bewusst darüber hinweg.
Re: 3. Bélan-Inseln
Verfasst: Fr 17. Apr 2020, 21:50
von Cassiopeia
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Aceio
Bélan-Inseln
Anfang Februar
146. Jahr des Lichts
Mittag
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Aceio sah wieder zurück zu Haykim und nickte leicht.
"Erstaunlicherweise... tue ich das, Hoheit", antwortete er ehrlich. "Es steckt Ehrlichkeit in ihm und obwohl er Euch nicht respektiert, traue ich ihm einen Mordversuch auf diesem Wege nicht zu. Er hat andere Motive als Euch mit geheiligtem Wasser zu töten, was für ihn einen klaren Akt der Blasphemie darstellt und ein Hintergehen der Totenpriester. Haykim ist ihnen gegenüber sehr loyal, wie mir scheint."
Das hieß, dass er für keines der angeklagten Verbrechen - den Wasser-Anschlag und die Entführung der Kinder - wirklich zur Verantwortung gezogen werden konnte. Dies war Aceio schon eine ganze Weile klar. Ihnen blieb als einzige Möglichkeit, Haykim an sich zu binden und für sie arbeiten zu lassen - gemeinsam mit ihm gegen Thorija. Aber wie, dazu wollte ihm noch keine Strategie einfallen.
Re: 3. Bélan-Inseln
Verfasst: Fr 17. Apr 2020, 21:55
von Tjeika
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Eza & Haykim
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Anfang Februar
146. Jahr des Lichts
Mittag
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Haykim hob seine Braue unter den dunklen Haarsträhnen und sah, ohne seinen Kopf zu heben, von Eza zu Aceio.
Eza nickte Aceio mit einem dezenten Lächeln zu, dann wandte sie sich ihrem bald-nicht-mehr-Gefangenen zu, wobei sie ihre beiden Hände vor ihrem Bauch miteinander verschränkte.
"Ihr seid ein freier Mann", sagte sie kurz angebunden, "die Krone entschuldigt sich für die falschen Anschuldigungen und Ihr werdet für... Eure Nase entschädigt."
Sie kam um ein Schmunzeln bei dem Anblick und dem, was sie sagte, nicht herum.
"Ich würde mich ja bedanken, aber... Ihr versteht das sicher."
Jetzt konnte Eza nicht anders, als leise zu lachen.
"Treibt es nicht zu weit", meinte sie, wobei sie es nicht drohend, sondern tatsächlich amüsiert meinte.
Sie winkte die Wachen hinein, damit sie die Fesseln von Haykim lösten.
"Womöglich... könnten wir einen gemeinsamen Weg finden", sprach sie langsam weiter.
"Mit einer Verräterin gemeinsame Sache machen?", spie es da doch aus Haykim heraus.
"Vorsicht!", dieses Mal war ihr Tonfall hingegen sehr wohl drohend.
Re: 3. Bélan-Inseln
Verfasst: So 19. Apr 2020, 17:58
von Cassiopeia
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Aceio
Bélan-Inseln
Anfang Februar
146. Jahr des Lichts
Mittag
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"Ihr habt Euch als glaubwürdig erwiesen", sagte Aceio und ging ebenfalls wieder vom >Du< zum >Ihr< über. "Ein gemeinsamer Weg, Thojira aufzuhalten wäre vielleicht ein Anfang. Es wäre hilfreich, in der Hinsicht miteinander und nicht gegeneinander zu arbeiten."
Nicht bei dem was auf dem Spiel stand.
Er überlegte, was sie Haykim anbieten konnten, was ihn zur Mitarbeit motivieren mochte. Geld? Eine angesehene Stellung? Eine aussichtsreiche Heirat? Es kam alles auf die Verhandlungen an."
"Welche Forderungen habt Ihr im Gegenzug?" Er war Händler - auf Angebote und Verhandlungen verstand er sich. Vielleicht konnten sie Haykim so für ihre Sache gewinnen.
Re: 3. Bélan-Inseln
Verfasst: So 19. Apr 2020, 18:06
von Tjeika
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Eza & Haykim
Bélan-Inseln
Anfang Februar
146. Jahr des Lichts
Mittag
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Eza beobachtete Aceio und beschloss, sich hierbei zurückzuhalten. In solchen Dingen war Aceio weit talentierter als Eza es war. Zumal sie es gut fand, dass er sich so einbrachte. Sie waren eben gemeinsam besser, wie sie schon so oft festgestellt hatte.
"Der Feind meines Feindes... ich verstehe schon", meinte Haykim ergeben, legte den Kopf in den Nacken und schloss die Augen.
"Also schön", seufzte er da ein wenig widerwillig, aber auch er sah den Sinn dieses Zweckbündnisses.
"Eine gute Verbindung", erklärte Haykim wie aus der Pistole geschossen, dann öffnete er die Augen wieder und beugte sich vor.
"Die zweite Herrin ist noch nicht vergeben, so hörte ich."
Ezas Augen wurden groß und größer.