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Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: So 30. Mai 2010, 16:53
von Siria
In einem Ort nahe des Dnjepr
09. März 768, Vormittag
Lýsir verstand Inga nicht, aber dem konnte er nun nicht nachgehen.
Als sie vor den Männern standen, blickten sie zunächst verdutzt, doch fingen dann an zu lachen. Lýsir ließ sich davon nicht irritieren. Er würde sein Schwert ohne zögern sprechen lassen.
"Sofort." fügte er hinzu. Doch die Männer taten nicht der Gleichen. Kurz blickte Lýsir zu Thyra, doch diese schien äußerlich, bis auf ein paar Schürfwunden in Ordnung zu sein. Dann stieß er, ohne etwas weiter zu sagen zu. Mitten in den Bauch des Mannes, der auf Thyras linken Seite stand. Er hatte keinerlei Mitleid, mit diesen Menschen. Sein Blick war wie versteinert, Hass kam in ihn wieder auf. Sie hatten kein Recht sich Thyra zu nehmen.
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: So 30. Mai 2010, 16:58
von Tjeika
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In einem Ort nahe des Dnjepr
09. März 768, Vormittag
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Als Lýsir zugestochen hatte, hatte Inga schnell nach der Hand von Thyra gegriffen, die sich gleichzeitig auch aus dem Griff des anderen Mannes gewunden hatte. Schnell zog Inga ihre Freundin beiseite. Den Kampf würde sie Lýsir überlassen. Besorgt war der Blick, den sie ihrer Freundin zuwandt. Doch nicht lange blickte sie zu ihr, denn noch war die Sache nicht überstanden. Und Lýsir kämpfte nun mit dem anderen Mann. Warum hatte sie nur nicht gesagt, wie sehr sie ihn liebte, wie er es auch getan hatte? Was, wenn ihm nun etwas geschah? Sicher, er mochte in ihr nur Aradis sehen, doch das änderte nichts an ihren Gefühlen für ihn... Inga drückte Thyras Hand fester, wollte sie in Sicherheit wissen.
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: So 30. Mai 2010, 17:21
von Siria
Thyra
In einem Ort nahe des Dnjepr
09. März 768, Vormittag
Thyra war so unendlich glücklich, Inga zu sehen. Sie konnte es nicht fassen, dass sie wieder frei war. Endlich durfte sie wieder sie sein, durfte leben. Sie hatte nicht zu träumen gewagt, dass sie wirklich gerettet werden würde. Sie klammerte sich an Ingas Hand, nicht im Stande etwas zu sagen oder zu tun. Sie blickte nur dem Kampf zu. Wer war dieser Mann? Wo waren Thor oder Njal?
Lýsir
In einem Ort nahe des Dnjepr
09. März 768, Vormittag
Der Mann, der noch lebte, war stark und geschickt, doch davon ließ sich Lýsir nicht beeindrucken. Er durfte ihn nicht siegen lassen. Er durfte auch nicht zu lange kämpfen, schließlich würde ein Kampf noch andere Menschen anziehen und dann bestand für die zwei Frauen die Gefahr, erneut gefangen genommen zu werden. Der Mann erwischte seinen rechten Arm, in dem er das Schwert hielt. Kurz wurden Lýsirs Augen größer, doch mehr ließ er sich nicht anmerken, obwohl der Schnitt wie Feuer brannte und das Blut aus der Wunde tropfte.
Einen kurzen Augenblick war der Mann nicht aufmerksam und Lýsir konnte mit seiner letzten Kraft, die er in dem Arm hatte zustechen. Der Mann sackte in sich zusammen. Lýsirs Miene war noch immer wie versteinert, keine Gefühlsregung drang nach außen. Dies war der alte Lýsir, der nichts an sich heran ließ und nichts nach außen gelangen ließ. Er drehte sich zu den Frauen um. "Lauft!" schrie er sie schon fast an. Sie mußten hier weg. Mußten diesen Ort verlassen. Lýsir war außer Atem, doch sie mußten flüchten.
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: So 30. Mai 2010, 17:26
von Tjeika
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In einem Ort nahe des Dnjepr
09. März 768, Vormittag
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Inga wusste nicht, ob sie Thyras Hand hielt, um sie bei sich zu halten, oder um sich selbst festzuhalten, doch als Lýsir ihnen klarmachte, sie müssten von hier verschwinden und das schnell, hatte Inga gezögert. Blickte den Mann noch ein wenig an, an dem ihr Herz so sehr hing. Und dann rannte sie, nicht gewillt, Thyra gehen zu lassen, ohne sie irgendwo hin zu rennen. Sie war ihre Freundin und allmählich drang die Erkenntnis zu ihr durch, dass sie immerhin schon die Hälfte des Weges hinter sich hatten. Sie war frei, jetzt mussten sie es nur noch bleiben. Immer wieder blickte Inga sich zu Lýsir um. Er durfte nicht zurückbleiben, er musste leben. Das Bild wollte nicht aus Ingas Kopf schwinden, als er getroffen wurde. Sorge und Angst durchfluteten Inga. Und endlich, endlich erreichten sie eine stille Seitengasse. Niemand schien sie weiter verfolgt zu haben und wenn es jemand getan hätte, dann hatten sie die Spur verloren. Inga atmete tief durch, als sie sich mit der freien Hand, die nicht gerade die von Thyra hielt, an der Wand abstützte.
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: So 30. Mai 2010, 17:41
von Siria
In einem Ort nahe des Dnjepr
09. März 768, Vormittag
Außer Atem blieben Inga und Thyra in einer Seitengasse stehen. Alles um sie herum war ruhig, nur ihr Atem war zu hören. Doch wirklich sicher waren sie hier nicht. Zwar waren Morde hier nicht gerade selten, doch sie sollten diesen Ort so schnell wie möglich verlassen.
"Seid ihr in Ordnung?" fragte er die Frauen besorgt, doch recht distanziert. "Wir sind hier nicht wirklich sicher. Wir brauchen andere Kleidung und wir sollten diesen Ort so schnell wie möglich verlassen." Sein Blick lag mehr bei Inga, denn bei Thyra, doch nun blickte er diese an.
"Ich bin in Ordnung." sprach diese leicht weinerlich und zittrig.
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: So 30. Mai 2010, 17:46
von Tjeika
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In einem Ort nahe des Dnjepr
09. März 768, Vormittag
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Ingas Blick ruhte besorgt auf Thyra. Mit dem Daumen strich sie beruhigend über ihren Handrücken. So viele Sorgen hatte sie sich gemacht. Und immerhin war sie länger als einen Tag in Gefangenschaft gewesen, sie konnte ihr die offensichtliche Angst wahrlich nicht verübeln. Und Inga fragte sich, was in der Zeit ihrer Gefangenschaft mit ihr geschehen war? Was hatte man ihr angetan? Es war, als würde man einen Dolch in Ingas Herz stoßen bei diesen Gedanken.
"Geht es dir wirklich gut?", fragte sie noch einmal.
Kurz glitt ihr Blick zu Lýsir, während sie ihre andere Hand nun auf Thyras Schulter legte.
"Wohin sollen wir gehen?", fragte sie leise, unsicher.
Was würde nun kommen? Die Angelegenheit, die zwischen ihr und Lýsir stand, die spielte momentan eher eine untergeordnete Rolle. Zunächst zählte, was nun aus ihnen allen werden würde, wie es nun weitergehen würde. Und so verbannte sie jegliche Gefühle aus ihrem Blick, mit dem sie Lýsir nun bedachte. Ein wenig Abstand konnte nicht schaden, sonst würde sie daran zerbrechen. War es gar Distanziertheit?
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: So 30. Mai 2010, 17:59
von Siria
In einem Ort nahe des Dnjepr
09. März 768, Vormittag
Lýsir durfte jetzt nicht weiter darüber nachdenken, was plötzlich zwischen ihm und Inga stand. Er blickte sich erneut um.
"Wir müssen diesen Ort verlassen. Thyras Gesicht ist bei einigen gefährlichen Männern zu bekannt. Wir sollten euch irgendwie verhüllen. Allerdings wäre es wohl besser, wenn wir erst am Abend flüchtend, damit uns die Nacht schützt. Und ich glaube, ein wenig Ruhe könnte Thyra gut tun. Nur wo?"
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: So 30. Mai 2010, 18:01
von Tjeika
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In einem Ort nahe des Dnjepr
09. März 768, Vormittag
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"Ob es hier in der Nähe irgendwo Höhlen gibt, die uns Unterschlupf bis in die Nacht gewähren könnten?", überlegte Inga laut.
Schnell hatte sie ihren Blick wieder von Lýsir abgewandt, um sorgenvoll zu Thyra zu blicken. Lýsir hatte Recht, sie mussten im Schutze der Nacht reisen, alles andere wäre einfach zu gefährlich.
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: So 30. Mai 2010, 18:15
von Siria
In einem Ort nahe des Dnjepr
09. März 768, Vormittag
Plötzlich ging eine Tür neben ihnen auf. Instinktiv legte Lýsir seine Hand auf sein Schwert. Eine alte Frau blickte aus der Tür heraus.
Lýsir nahm seine Hand wieder vom Schwert. Sie mußten hier wirklich weg.
"Könnte schon möglich sein. Es wäre zumindest eine gute Möglichkeit, jedoch müssen wir erstmal welche finden. Wollen wir los?" er blickte zwischen den Frauen hin und her. Die alte Frau stand noch immer in der Tür und beobachtete sie.
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: So 30. Mai 2010, 18:16
von Tjeika
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In einem Ort nahe des Dnjepr
09. März 768, Vormittag
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"Ihr Blick gefällt mir nicht", murmelte Inga leise, sich dessen sehr wohl bewusst, dass die Alte sie wohl nicht verstand.
Sie verstärkte unbewusst ihren Griff um Thyras Hand. Dann nickte sie letztlich und wandt ihren Blick von der Alten ab.
"Gehen wir", sagte sie dann und schlug den Weg hinaus aus der Stadt ein.