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Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: Fr 19. Feb 2010, 22:53
von Siria
Finnischer Meerbusen, auf See
15. Februar 768, Mittag
"Ich glaube, hier können wir nicht wirklich helfen. Ich hoffe, der Sturm legt sich bald, aber so sah es nicht aus."
Das Schiff bewegte sich von einer Seite zur anderen. Das Wasser schwappte ebenfalls hin und her. Fragend blickte Thyra Inga an.
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: Fr 19. Feb 2010, 23:10
von Tjeika
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Finnischer Meerbusen, auf See
15. Februar 768, Mittag -> Abend
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Inga und die Anderen hatten sich mittlerweile auf den Boden oder auf verschiedene Kisten gesetzt. Sie konnten nicht viel mehr tun, als abzuwarten. Und das Warten zehrte an ihren Nerven. Sekunden wurden zu Minuten, Minuten zu Stunden.
"Ich glaube, es hat aufgehört", sprach Inga leise in die Stille hinein.
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: Fr 19. Feb 2010, 23:17
von Siria
Finnischer Meerbusen, auf See
15. Februar 768, Abend
Thyra hatte sich zwischendurch umgezogen, so hatte sie zumindest halbwegs trockene Kleider am Leib, dennoch fror sie. Erst als Inga sprach, dass es wohl aufgehört hat, bemerkte auch Thyra, dass das Schiff nicht mehr so stark wankte.
"Wir sollten hoch gehen!" sprach Thyra. Sie wollte hier unten raus und sich bewegen. Ihre Glieder waren steif. Als sie an Deck traten schneite es nur noch wenig. Überall an Deck lag Holz, es glich einem Schlachtfeld.
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: Fr 19. Feb 2010, 23:31
von Tjeika
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Finnischer Meerbusen, auf See
15. Februar 768, Abend
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"Thor hat uns eine Prüfung auferlegt und die Nornen stehen uns bei, diese zu bestehen", sprach sie halb betend, halb hoffend und blickte sich das wüste Chaos hier an Bord der Holmgard an.
Es war furchtbar. Und nun, wo es nur noch leicht schneite, konnte sie sehen, dass einige Männer hier an Deck erfroren waren.
Vater!
Dachte sie erschrocken und machte sich zum Steuer auf. Doch was sie vorfand, erschreckte sie zutiefst.
"Möge Hel Eurer Seele Gnädig sein, sollte Odin sich Eurer nicht annehmen", sagte sie, als sie sie die drei Leichen der Kommandierenden erblickte.
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: Fr 19. Feb 2010, 23:39
von Siria
Finnischer Meerbusen, auf See
15. Februar 768, Abend
Geschockt blickte Thyra die drei Leichen an. Sie hatten sie bis zu letzt durch den Sturm gebracht, sonst wären sie nicht am Leben. Diese Reise war noch so jung, und doch zeigte sie sich von seiner grausamsten Seite. Sie legte ihre Hand auf Ingas Schulter.
"Ich gehe es den Männern sagen!"
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: Fr 19. Feb 2010, 23:46
von Tjeika
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Finnischer Meerbusen, auf See
15. Februar 768, Abend
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Inga hockte sich zur Leiche ihres Vaters hinab. Er war so kalt. Und es war alles so furchtbar. Sie waren aufgebrochen, um ein neues Leben zu beginnen, ein besseres Leben aufzufinden und nun hatten diese mutigen Mannen nur den Tod gefunden. Sie hoffte wahrlich, Odin würde ihnen dies anrechnen. Waren sie doch Krieger der Meehre gewesen.
"Vater", murmelte sie, als sie seine eiskalte Hand ergriff.
Und dann weinte Inga stumme Tränen, die nur ihm, ihrem Vater galten.
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: Fr 19. Feb 2010, 23:49
von Siria
Finnischer Meerbusen, auf See
15. Februar 768, Abend
Als Thyra wieder zurückkam, saß Inga neben der Leiche ihres Vaters. Es tat ihr leid, dass sie diesen Verlust hatte. Und die Zeit zu trauern, war eher gering auf so einer Reise.
Vorsichtig trat Thyra an Inga heran und legte ihre Hand auf die Schulter. "Wir sollten sie bestatten Inga!" sprach sie sanft zu der jungen Frau.
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: Fr 19. Feb 2010, 23:56
von Tjeika
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Finnischer Meerbusen, auf See
15. Februar 768, Abend
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Inga nickte, küsste noch einmal liebevoll den Handrücken und ließ ihres Vaters Hand dann los.
"Wenn du nicht an Odins Tafel speisen darfst, dann überquere wenigstens sicher den Fluss Gjöll, grüße Modgudr, auf dass er dich vielleicht, wenn Ragnarök über die Götter hereinbricht, wieder zurückkehren lässt", sprach sie leise.
Es war ihre Art, ihrem Vater Lebewohl zu sagen. Noch eine Sekunde blickte sie ihn an, dann nickte sie.
"Wir sind gestrandet", sagte sie leise, als sie aufgestanden war und sich ein wenig umgesehen hatte.
"Wir können die Körper verbrennen und ihre Asche vergraben. Als Beigabe soll es kleine Schiff geben, so dass sie sicher den Weg nach Asgard oder Hel antreten können."
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: Sa 20. Feb 2010, 18:18
von Siria
Finnischer Meerbusen, auf See
15. Februar 768, Abend
Thyra blickte sorgenvoll auf Inga. Sie wollte ihr so gerne beistehen, wußte allerdings nicht wie.
Auch Thyra blickte sich um, als Inga sagte, dass sie gestrandet waren.
"Ich werde mit ein paar Männern Holz suchen gehen. Hoffen wir, dass wir ein Feuer entfachen können!" nach einer kurzen Pause fügte sie noch hinzu.
"Wenn ich dir irgendwie helfen kann, dann lass es mich wissen!"
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: Sa 20. Feb 2010, 19:06
von Tjeika
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Finnischer Meerbusen, auf See
15. Februar 768, Abend
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Inga nickte.
"Ich danke dir", sprach sie leise, legte Thyra eine Hand auf die Schulter und begann dann mit den Totengebeten, wie es Tradition war.
Einige andere Männer, die nicht mit Holzsuchen gegangen waren, trugen mit ihr die Toten an Land. Es war ein trauriger Anblick. Und es tat Inga in der Seele weh. Sie hatten doch nur ein neues Leben beginnen wollen...