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Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: Mo 24. Mai 2010, 19:44
von Siria
Dnjepr, auf der Holmgard
07. März 768, Abend
Lýsir verstand diese Menschen hier nicht ganz. Njal mit seiner Reaktion und nun bedankte sich Inga. Wofür? Was hatte ihn nur auf dieses Schiff gebracht?
Aber ändern konnte er es nun auch nicht.
Njal murmelte etwas unverständliches.
"Ich werde mich zusammenreißen" sprach Njal in Richtung Thor.
Lýsir nickte zustimmend. Er würde Njal weiterhin aus dem Weg gehen. "Ich werde mich zurückhalten." sagte Lýsir ruhig zu Thor, dann blickte er Inga an. "Wofür euer Dank?"
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: Mo 24. Mai 2010, 19:47
von Tjeika
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Dnjepr, auf der Holmgard
07. März 768, Abend
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Inga schüttelte kurz über sich selbst den Kopf. Denn nicht einmal sie selbst wusste so recht eine Antwort auf die von Lýsir gestellte Frage.
"Dafür, dass ihr versucht habt zu helfen", sagte sie etwas neben der Spur und blickte dann schnell von Lýsir zu Njal.
Aus irgendeinem Grund verwirrte sie dieser Mann. Irgendwie... nicht einmal das konnte sie genauer benennen.
"Ich freue mich zu hören, dass du um Thyras Willen ein wenig mehr auf dein Verhalten Acht geben wirst", sagte sie und es war gleichzeitig eine Warnung.
Sie konnte eigentlich nur hoffen, dass Njal sich zusammenreißen würde...
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: Mo 24. Mai 2010, 19:53
von Siria
Dnjepr, auf der Holmgard
07. März 768, Abend
Njal nickte nur.
Ihm schien das ganze wirklich sehr nahe zu gehen. Aber wem ging so eine Entführung auf dem eigenen Schiff nicht nahe.
Lýsir lächelte Inga aufmunternd an. Er sah Menschen nicht gerne leiden. Dann blickte er zu Thor. Ob es jetzt noch irgendwelche Konsequenzen geben würde?
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: Mo 24. Mai 2010, 20:01
von Tjeika
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Dnjepr, auf der Holmgard
07. März 768, Abend
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"Gut, wenn es dann nichts weiter zu klären gibt - und ich hoffe um euretwillen, dass diese Angelegenheit nun aus der Welt geschafft ist - dann denke ich, dass wir die Männer in ihren wohlverdienten Feierabend schicken können", sagte Thor und stand auf.
Inga tat es ihm schnell nach. Irgendwie war diese Enge hier in der Kapitänskajüte auf einmal sehr erdrückend. Sie sehnte sich nach der frischen Luft oben an Deck.
"Lýsir, du bist heute und morgen Nacht mit der Nachtwache dran, Njal, du die beiden darauf folgenden Tage. Wenn so etwas noch einmal vorkommt, fallen die Konsequenzen eures Handelns ungleich schwerer aus", erklärte Thor dann, als er die Tür öffnete.
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: Mo 24. Mai 2010, 20:08
von Siria
Dnjepr, auf der Holmgard
07. März 768, Abend
"Natürlich" beeilte sich Lýsir zu sagen. Und war Thor sehr dankbar, dass er ihn nicht von Bord warf. "Und danke." schob er noch hinten dran. "Gute Nacht." sprach er zu Inga und Thor.
Er verließ die Kajüte, ohne sich noch ein mal umzublicken.
Die Luft war frisch hier draußen, aber sie tat gut. Im Augenwinkel sah er Njal unter Deck gehen. Lýsir schnappte sich einen Eimer und holte sich etwas Flusswasser.
Er zog sein Hemd aus und begutachtete seine blauen Flecken. Es waren nicht wenige, aber er hatte wenigstens keine schlimmeren Verletzungen. Eine seiner Rippen schmerzten, aber auch dies würde vergehen.
Er wusch sich sein Gesicht und Oberkörper. Das kühle Wasser auf seiner Haut tat gut und ließ seine Angespanntheit etwas vergehen.
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: Mo 24. Mai 2010, 20:15
von Tjeika
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Dnjepr, auf der Holmgard
07. März 768, Abend
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Auch Inga war wieder an Deck gegangen. Noch vor Lýsir. Eigentlich hatte sie nicht zu ihm treten wollen. Eigentlich hatte sie nur ein wenig frische Luft schnappen wollen. Doch dann hatte er begonnen, seine Wunden zu reinigen, zu versorgen. Inga schluckte kurz. Dies hier war definitiv der falsche Ort für sie, nun zu sein. Immerhin war sie eine Frau und er hier halb entblöst. Doch andererseits konnte sie ihm vielleicht so ihre Dankbarkeit zeigen, für die Hilfe, die er ihr gegenüber erwiesen hatte.
"Lass...", sagte sie leise und trat aus den Schatten einen Schritt näher, ehe sie sich einmal kurz räusperte.
"Lass mich dir helfen", fragte sie dann eher vorsichtig, als dass es eine Aufforderung war.
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: Mo 24. Mai 2010, 20:36
von Siria
Dnjepr, auf der Holmgard
07. März 768, Abend
"Oh, Inga." Lýsir war überrascht, sie hier zu sehen. Er hatte nicht bemerkt, dass sie an Deck war.
Er fand, dass es sich nicht zierte, so halb nackt vor einer Frau zu stehen. Doch ändern konnte er es nun auch nicht.
Doch es war ihm unangenehm, dass sie diese ganzen blauen Flecken zu sehen bekam und nicht nur diese. Er wollte nicht, dass sie seinen Rücken sah, übersäht mit alten Narben, jede von ihnen hatte eine Geschichte zu erzählen.
Doch er bekam kein Wort heraus, blickte sie nur an. Sie wollte ihm helfen. Warum nur? Noch immer konnte er nichts sagen.
"Ich... ich danke dir. Ich glaube es geht schon." seine Stimme war belegt. Er wollte Inga nicht abweisen, wollte sie aber auch nicht wirklich an sich heran lassen. Er war durcheinander. Gerade, als er ein nasses Tuch auf seine Schulter legen wollte, ließ ihn ein Stich in der Seite zusammenzucken. Die Rippe ließ diese Bewegung nicht zu und er mußte seine Zähne zusammenbeißen, damit er nicht aufschrie.
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: Mo 24. Mai 2010, 20:43
von Tjeika
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Dnjepr, auf der Holmgard
07. März 768, Abend
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Schnell war Inga an Lýsirs Seite geeilt. Er war scheinbar schwerer verletzt, als sie zunächst angenommen hatte. Im Licht der Dämmerung konnte man auch kaum erkennen, was nun blauer Fleck und was die Schatten waren, die von Schiff auf Lýsir geworfen wurden. Doch je näher sie an ihn heran trat, desto mehr konnte sie erkennen, dass beinahe sein gesamter Oberkörper von Narben übersäht war, besonders der Rücken. Die blauen Flecke traten da schnell in den Hintergrund. Den nassen Lappen, den Lýsir zuvor nach einem schmerzhaften Laut fallengelassen hatte, hatte Inga schnell wieder zur Hand genommen.
"Ich denke, es ist besser, wenn ich das mache", murmelte sie etwas abwesend.
Ihr Blick haftete beinahe auf seinen Narben und Inga fragte sich, woher diese stammten, was ihre Geschichte war.
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: Mo 24. Mai 2010, 20:51
von Siria
Dnjepr, auf der Holmgard
07. März 768, Abend
Lýsir drehte sich schnell wieder um, so dass Inga nun wieder vor ihm stand. Seine Augen waren aufgerissen. Nein, das wollte er nicht. Er wollte nicht, dass sie das tat, dass sie das sah. Es war grausam, es war häßlich.
"Nein." sprach er barsch und erschrak über sich selber. Im selben Moment tat es ihm unendlich leid, dass er sie so angefahren hatte. "Nein, es..." seine Stimme wurde wieder sanft.
"Entschuldigt, ich wollte euch nicht angehen. Ich..." er wich ihr rückwärts aus. Er hielt ihre Nähe nicht aus. Das war alles zu nahe.
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: Mo 24. Mai 2010, 20:58
von Tjeika
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Dnjepr, auf der Holmgard
07. März 768, Abend
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Inga war ein wenig zusammengezuckt, als Lýsir sie so angefahren hatte. Den Lappen hatte sie vor Schreck fallen lassen. Als er sich dann bei ihr entschuldigte, wurde ihr Blick sanft und seufzend hob sie den Lappen wieder auf, um dann einen vorsichtigen Schritt in Richtung des Seemannes zu wagen.
"Nur die Schulter", bat Inga beinahe schon fragend.
"Den Rest könnt ihr selbst machen, nur die Schulter", murmelte sie.
Es war irgendwie unangenehm, so abgewiesen zu werden. Sie wollte doch nur helfen und so recht wusste Inga nicht, was sie falsch gemacht hatte. Sie wollte doch lediglich seine Wunden versorgen...