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Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Verfasst: Do 10. Dez 2009, 03:38
von vojka
Ich hoffe es auch, dass ich es bald hinter mir habe.

Also ich verrate dir jetzt schon einmal, dass es noch welche erfahren werden, dass sie aus der Zukunft kommen, aber es werden nicht mehr allzu viele.
So bevor du mit dem Stahlträger zu wedeln anfängst und mich vielleicht auch noch triffst, werde ich dir mal schnell ein neues Kapitel geben. :knuff:
Achja nun wirst du wieder einen großen Ball ertragen müssen *lach*

Kapitel 27

Neujahrsball Teil I

„Diese Augen“, murmelte Claire auch noch die nächsten Sekunden immer wieder, bevor sie kreidebleich im Gesicht wurde und nach hinten kippte, direkt in die Arme des Oberhauptes des Phoenix Orden.

Professor Dumbledore fing sie geschickt auf, hob sie mit einer Leichtigkeit, die man einem Mann in seinem Alter kaum zutraute, hoch und trug sie in den Salon, um sie dort auf einem Canapée niederzulegen.

„Tiny“, rief er und kaum war die kleine Elfe erschienen, bat er sie auch schon ein Fläschchen mit Riechsalz zu holen.

Nach ein paar Minuten, in denen James' Mutter an dem kleinen Gefäß riechen musste, erwachte Claire wieder. Sie sah sich hektisch im Raum um und als sie Harry erblickte, schreckte sie hoch, zeigte mit dem Finger auf ihn und schrie beinahe hysterisch: „Wer bist du? Was für ein krankes Spiel spielst du hier? In Australien kennt dich keiner, weder das Zaubereiministerium, noch die dortige Zaubererschule, von welcher du ja angeblich kommst. Und als wäre das alles noch nicht genug, gleichst du meinem Sohn auch noch fast aufs Haar, nur dass du Lilys Augen hast. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dass so einmal meine Enkelkinder aussehen werden.“

Harry sah Hilfe suchend zu seinem Mentor. Wie sollte er aus dieser Situation wieder herauskommen, ohne, dass er noch mehr Menschen in sein und Ginnys Geheimnis einweihen musste? Denn eines war klar, je weniger ein Geheimnis kennen, desto weniger können es auch ausplaudern. Er traute es seiner Großmutter zwar nicht zu - Moment mal Großmutter? Harry war erstaunt, klar hatte er gewusst, dass Claire dies für ihn war, aber so bewusst daran gedacht hatte er bisher noch nicht - doch er wollte vorsichtig sein. Dumbledore schien zu überlegen, was nun am besten zu tun wäre.

„Claire, meine Liebe, könnten wir das morgen Nachmittag in Ruhe besprechen? Ich würde die acht dann abholen und per Portschlüssel wieder mit nehmen, vorher könnten wir alles besprechen. Aber da dies nicht für die Ohren aller bestimmt ist und hier jeden Moment der gesamte Orden erscheint, wäre es mir so lieber?“, fragte Dumbledore und beobachtete erwartungsvoll, wie sie auf die Bitte, oder eher diese versteckte Anweisung von ihm, reagieren würde.
Nach einem Moment des Überlegens nickte sie schließlich ergeben. Sie wusste, dass eine Diskussion mit Dumbledore in diesem Augenblick nichts bringen würde. Wenn er erst einmal einen Entschluss gefasst hatte, dann war er davon auch nicht mehr abzubringen.

„Ich weiß meine Liebe, dies ist schwer zu verstehen, gerade weil das alles so verworren ist. Aber du kannst mir glauben, Harry ist kein Todesser und hat nichts mit Tom zu tun. Er kämpft auf unserer Seite und ist vollkommen ungefährlich. Wenn ich mir dessen nicht sicher gewesen wäre, hätte ich ihn nicht eingeladen“, fügte der Direktor von Hogwarts noch hinzu, als er den skeptischen und auch leicht ängstlichen Blick von James' Mutter sah.

„Harry, ich glaube, du gehst am Besten zur Treppe zurück und erwartest mit James und Remus eure Herzdamen. Ich würde behaupten, sie dürften jeden Moment die Stufen herunter schreiten“, wandte sich Albus Dumbledore an seinen Schützling.

Harry nickte und ging wieder in die Eingangshalle, um dort auf seine Freundin zu warten. James und Remus, die schon sehnsüchtig die Treppe hinaufstarrten, wo sie hofften, ihre Liebsten zu erblicken, liefen aufgeregt vor der ersten Stufe auf und ab. Harry stellte sich einfach zu ihnen.

„Harry, alles in Ordnung bei dir? Du bist so bleich“, fragte ihn James, der kurz in seinem Laufen innegehalten hatte.

„Deine Mum, sie ist eben ohnmächtig zusammen gebrochen“, murmelte Harry in Gedanken. „Keine Angst es geht ihr gut“, fügte er noch schnell hinzu, als er den erschreckten Gesichtsausdruck seines Vaters sah.

„Aber wenn es ihr gut geht, warum bist du dann so bleich und siehst so aus, als trägst du die Last der ganzen Welt auf deinen Schultern?“, hakte James vorsichtig nach.

„Na ja sie weiß, beziehungsweise ahnt, wer ich bin und Dumbledore möchte sie morgen komplett einweihen. Ich verstehe nicht, warum das sein muss, wieder ein Mensch -“

„Nein Harry, zwei“, unterbrach James ihn. „Du glaubst doch nicht, dass meine Mum meinem Dad etwas und schon gar nicht so etwas verheimlicht? Vergiss es, entweder beide oder keiner.“

„Noch schlimmer, nun sind es schon zwei Menschen mehr, die ich durch meine Anwesenheit und mein Wissen in Gefahr bringe. Mir gefällt das alles nicht. Ihr hättet es schon nie erfahren sollen. Dumbledore ja, aber er ist auch der einzige, den Riddle fürchtet.“

Seine Stimme war immer leiser geworden, sein Gesicht immer blasser und er war immer mehr in sich zusammen gesackt. Nun stand ein zitternder Harry vor ihnen, der irgendwie gar nicht so recht in den herausgeputzten Anzug mit der Fliege passen wollte und äußerst deplatziert wirkte.
Er wollte nur noch nach Hause, den Kopf unter ein Kissen stecken und nie wieder etwas hören oder sehen, bis alle Welt vergessen haben würde, dass es jemals einen Mann namens Tom Riddle gegeben hatte… .
Plötzlich riss er die Augen auf - zu Hause. Er kannte so etwas nicht, hatte es nie gekannt. War es der Schrank unter der Treppe bei den Dursleys gewesen? Oder das dunkle Haus der Blacks, in dessen Atmosphäre er sich nie so wirklich wohl gefühlt hatte und welches seit Sirius' Tod nie wieder betreten hatte?
Auch nun hatte er kein Zuhause, er war Gast im Hause seiner Großeltern und alles, was er sich erhoffen konnte, würde vielleicht mal ein Zuhause sein… Wenn, ja wenn sie Tom Riddle besiegen würden, wenn sie alle das unbeschadet überstehen würden… .

„Stopp Harry“, unterbrach Remus den immer panischeren Harry, „Denk daran, du bist nicht in deiner Zeit, Riddle weiß nicht, wer du bist und was du für eine Gefahr für ihn darstellen kannst, oder eher noch wirst. Er kennt dich nicht und er wird dich nur einmal kennenlernen, nämlich an dem Tag, wo du ihn vernichtest. Außerdem wissen wir alle, die dein Geheimnis schon kennen und auch die, die heute Abend dieses Haus betreten, die Gefahr. Wir sind trotzdem im Orden des Phoenix, einfach weil wir das, was Voldemort tut nicht einfach so hinnehmen wollen, sondern wir kämpfen für ein besseres Leben. Überleg doch mal, was für ein Leben hast du im Moment? Überall lauert die Gefahr von ihm erwischt zu werden. Keiner ist mehr sicher. Aber durch dich haben wir die Chance, ihn in der nächsten Zeit ein für alle Mal zu vernichten, ihn für immer los zu werden und vor allem ein glückliches und angstfreies Leben zu führen. Du gibst uns diese Möglichkeit und nichts, was in der nächsten Zeit passiert, ist deine Schuld.“

Als sie hörten, wie oben eine Tür geöffnet wurde und die drei Mädchen leise kichernd in ihre Richtung kamen, hielten sie überrascht inne. James, Harry und Remus blickten erwartungsvoll in die Richtung der Stimmen und hofften, endlich erlöst zu werden und sie nicht noch weitere Stunden, zumindest kam es ihnen so vor, warten müssten. Alles, was man dann von den drei jungen Männern hörte, war ein kollektives „WOW“.
Beccy schritt als erste die Treppe hinab und kam lächelnd und leicht rötlich um die Ohren auf ihren Freund zu. Remus verschlug es bei ihrem Anblick beinahe die Sprache. Sie trug ein bodenlanges, schulterfreies Ballkleid. Die Korsage war vorne in der Mitte mit dezenten Stickereien und einzelnen, kleinen, weißen Perlen verziert, ansonsten war es in einem dunklen bordeauxrot gehalten. Die selbe Farbe hatte sich auch Remus für seine Weste und seine Krawatte ausgesucht. Er hatte mit seiner Vermutung also richtig gelegen. Denn er wusste schon von früheren Festen auf Hogwarts, das Beccy gerne rot und besonders so ein dunkles rot trug.

„Gefalle ich dir?“, fragte sie fast schüchtern, während sie sich vor ihrem Freund langsam drehte. Dabei fiel Remus erst auf, das ihr Kleid hinten geschnürt war, was erklärte, warum ihre Oberweite so gut zur Geltung kam, dazu hatte es eine kleine Schleppe. Sie trug lange schwarze Handschuhe und eine Stola in derselben Farbe lag sanft auf ihren Schultern.

„Du siehst einfach umwerfend aus“, hauchte Remus schon fast, da ihm immer noch der Atem fehlte. Beccy trug normalerweise kein Make-up, aber heute hatte sie sich ganz dezent geschminkt, wodurch Remus das Gefühl hatte, ihre blauen Augen, die er so schon liebte, würden noch mehr strahlen. Ihre Haare hatte sie heute zu sanften Locken aufgedreht. Sie trug eine Hochsteckfrisur, die Haare waren in mehreren Strähnen locker am Hinterkopf befestigt und einzelne lange Strähnen fielen sanft über ihren Rücken. Gelegentlich sah man weiße kleine Perlen, wie sie schon im Kleid zu finden waren. Gekrönt wurde ihr Outfit durch filigrane Halskette mit einem blutroten Rubin in Tropfenform und den dazu passenden Ohrhängern.

Auch Harry war restlos begeistert. Er musterte seine Freundin einmal von oben bis unten und konnte gar nicht fassen, dass dies die gleiche kleine Ginny war, die noch vor knapp sechs Jahren bei seinem Anblick das Weite gesucht hatte.

Genau wie Beccys Kleid war Ginnys schulterfrei. Die Farben bildeten mit dem Weiß und Himmelblau einen starken Kontrast zum dunkelroten Kleid ihrer Freundin.
Harry konnte sich nicht recht entscheiden, ob das Kleid nun mehr weiß oder blau sein sollte. Während das Oberteil, die Handschuhe und der Unterrock in weiß gehalten waren, war der geraffte Oberrock und der lange Seidenschal in blau.
Der geraffte Stoff wurde durch zwei seidene große Rosen gehalten.
Die Rosen wurde in der himmelblauen Kette wieder aufgegriffen, die eng an Ginnys Hals anlag.

Aber es war nicht nur das Kleid, das Harry den Atem raubte. Ginnys tiefroten Haare fielen ihr in leichten, sanften Wellen den Rücken hinunter. Nur die Strähnen im Gesicht wurden mit zwei blassen blauen Spangen daran gehindert, der jungen Frau ins Gesicht zu fallen. An ihren Ohren sah man kleine Ohrstecker mit Diamanten blitzen, welche sie sich von Beccy geliehen hatte.

Ginny hatte ein verschmitztes Lächeln aufgesetzt, als sie die letzen Treppenstufen hinunter schritt und sich mit auffordernder Miene vor Harry positionierte.

„Und?“, grinste sie und freute sich im Stillen über Harry, der vor lauter Staunen kaum den Mund zubekam.

„Grandios“, stammelte Harry ihr entgegen und sie wusste, dass sie ihr Ziel erreicht und ihren Freund sprachlos gemacht hatte.

James musste am längsten warten, bis er seine Liebste erblickte, man könnte fast sagen, dass sich Lily hinter ihren beiden Freundinnen fast versteckt hatte. Sie trug einen knöchellangen, hellblauen Traum aus Satin. Auch ihr Kleid war schulterfrei, aber im Gegensatz zu denen ihrer Freundinnen sehr schlicht geschnitten. Das einzige, was dieses Kleid nicht langweilig wirken ließ, waren die feinen roten Streublümchen, welche aufgestickt waren und es so zu etwas Besonderem werden ließen. Es wirkte sehr romantisch und auch leicht verspielt.
Lily hatte ihre Haare ebenfalls hochgesteckt um ihre Locken zu bändigen, ein paar Strähnen umspielten ihr Gesicht. Claire hatte ihr, nachdem sie die Mädels in ihren Kleidern gesehen hatte, ein Diadem der Familie Potter geliehen, welches nun ihren Kopf zierte. Es war aus Weißgold gearbeitet und mit Diamanten und Aquamarinen verziert. Sie hatte von ihrer zukünftigen Schwiegermutter eine passende Kette und Ohrringe bekommen. Die Kette bestand aus einem herzförmigen Diamanten und war von kleinen Aquamarinen eingefasst. Auch die Ohrhänger hatten einen Diamanten in Herzform und der Stecker bestand aus einem Aquamarin.
Es sah aus, als wäre dieser Schmuck einzig und allein für Lily gearbeitet.

„Lily du siehst einfach umwerfend aus“, krächzte James bei diesem Anblick. „Wenn wir nicht erst so kurz zusammen wären und außerdem so jung, würde ich dir sofort einen Heiratsantrag machen. Du siehst einfach atemberaubend aus.“

Lily lächelte ihn glücklich an. „Sei froh, das du nicht fragst, ich weiß nämlich nicht, ob ich ja sagen würde.“ James sah sie leicht entsetzt an, aber als er das spitzbübische Funkeln in ihren Augen sah, beruhigte es ihn.

„Mädels, ich muss sagen, ich bin neidisch auf James, Harry und Remus. Aber ich bin schon gespannt, wie ihr euch mit den Kleidern hinsetzt, ohne das ihr uns zeigt, was ihr drunter tragt“, grinste ein sichtlich amüsierter Sirius, welcher gerade in die Eingangshalle getreten war. Die drei Gryffindorschönheiten trugen nämlich alle Reifröcke unter ihren Kleidern, die eine gewissen Gefahr beim Hinsetzen bedeuteten.

„Danke für das Kompliment Sirius, aber lass dir gesagt sein, Damen haben es im Blut, wie man sich mit diesen Dingern hinsetzen muss“, gab Beccy lachend zurück.

„Damen, da haben wir schon das Problem. Ich sehe hier keine Damen sondern nur drei Mädchen, die denken, sie wären welche. Wetten, ihr schafft das nicht?“, flachste Sirius und hatte Probleme nicht in schallendes Gelächter aus zu brechen, als er die empörten Gesichter von Lily, Ginny und Beccy sah.

Beccy sah zu ihren Freundinnen, welche grimmig nickten. „Wir nehmen die Wette an Mister Black. Wenn wir gewinnen, wirst du einen Tag in Hogwarts, wobei wir drei den Tag aussuchen, als Frau rumlaufen. Mit allem, was dazu gehört. Sprich Kleid oder Rock, Pumps, Make-up und so weiter.“

„Auf diesen Anblick freue ich mich schon“, hörten sie hinter sich jemandem amüsiert glucksen.

„Pro… Professor, das war nur ein Scherz von mir“, versuchte sich der Schwarzhaarige krampfhaft rauszureden. Wenn Dumbledore von dieser Wette wusste und er sie verlieren würde, würde es keinen Ausweg geben und er müsste den Einsatz auf jeden Fall erfüllen, das war ihm klar.

„Diese Suppe hast du dir jetzt selber eingebrockt Sirius, nun musst du da selber wieder raus finden“, war James' einziger Kommentar auf Sirius' bittenden Blick ihm doch zu helfen.

Grummelnd stimmte er der Wette zu. „Aber wenn ich gewinnen sollte, dann werdet ihr dafür bluten müssen. Was ich dann genau möchte, dass lasse ich mir noch einfallen. Aber meine Rache alleine für diese Idee wird grausam sein.“

Nach und nach trudelten alle Gäste, die auch gleichsam alle Mitglieder des Phoenixordens waren, ein. Dieser Ball war jetzt schon seit der Gründung vor fünf Jahren so etwas wie eine liebgewonnene Einrichtung geworden. Beim ersten Mal hatte Dumbledore die McKinnons gebeten ihn auszurichten und seit dem war jeder einmal dran. Er war eigentlich nur eingeführt worden, damit man mal einen erfreulicheren Grund hatte und nicht immer nur an das Böse dachte. Es sollte ein Abend der Entspannung sein, wo gelacht, getanzt und sich unterhalten wurde.
Eigentlich wurde auf diesem traditionellen Ball nicht über Voldemort und seine Todesser geredet und eigentlich auch niemand aufgenommen, aber Dumbledore hatte beschlossen, diesmal eine kleine Ausnahme zu machen und die acht Freunde daran teilnehmen zu lassen. Dieser Ball sollte allen einmal im Jahr zeigen, wofür sie eigentlich kämpften, was Voldemort ihnen versuchte zu nehmen und was diese Kämpfer des Lichts sich nicht nehmen lassen wollten.

„Meine lieben Freunde“, begann Dumbledore wie jedes Jahr wieder seine kleine Ansprache, nachdem auch der Letzte eingetroffen war. Schließlich waren alle da, alle bis auf Aberforth Dumbledore, den Wirt des Eberkopfes in Hogsmeade, der dank seines mitunter zwielichtigen Publikums immer gut an Informationen heran kam, die er sogleich an seinen Bruder weiter gab. „Ich freue mich, dass ihr dieses Jahr alle hier seid, euch, Liam und Claire, danke ich ganz besonders, dass ihr euch dieses Jahr so gut um die Vorbereitungen für den Ball gekümmert habt und ihn ausrichtet. Damit ihr nicht allzu viel spekulieren müsst, was die acht jungen Menschen hier suchen, sage ich es euch gleich, und bitte lasst mich ausreden.
Ich weiß, normalerweise bin ich dagegen, Schüler und im Fall von Miss Wright auch noch eine Minderjährige, in den Orden aufzunehmen, aber diese Acht sind etwas Besonderes. Sie werden heute in den Orden aufgenommen.
Was und wie sie für den Orden arbeiten, kann ich euch nicht sagen, denn das wissen nur wir neun, aber ich verspreche euch, ihr werdet es eines Tages erfahren und dann auch verstehen. Ich hoffe, ihr vertraut mir in dieser Hinsicht einfach.“

Ein Murmeln und Raunen ging durch die Anwesenden, sie musterten immer wieder James und die anderen und sahen sich überrascht an. Es gab nicht viele Regeln im Orden, aber eine der höchsten war, keine Schüler und schon gar keine Kinder in Gefahr zu bringen und genau das tat Dumbledore jetzt?
Unverständnis sah man in den meisten Gesichtern der Ordensmitglieder, aber auch grimmige Zustimmung seitens Liam und Claire Potter und Patrick und Leyah O'Conner.

„Meine Freunde, ich würde vorschlagen, dass wir uns nun erst einmal zu Tisch begeben. Claire und ihre kleinen Helfer haben sicherlich ein vorzügliches Mahl für uns vorbereitet und wir wollen doch nicht, dass die vielen Köstlichkeiten durch uns verdorben werden“, fügte Dumbledore nach einer Weile schmunzelnd hinzu.

Langsam setzten sich alle in Bewegung und gingen in Richtung Speisezimmer, wo sie sich auf den, für sie vorgegebenen Plätzen niederließen.

Patrick saß zwischen seiner Frau, welche sich zu seiner linken niedergelassen hatte und Dädalus Diggle zu seiner rechten. Mit ihm unterhielt er sich gerade über die Ungerechtigkeit, dass weder hier in Holyhead, wo die Potters lebten noch Thurles in Irland, wo er selbst lebte, so viel Schnee fiel.

„Dädalus, du musst zugeben, dass es nicht mit rechten Dingen zu geht, dass unsere Kinder in Hogwarts soviel Schnee haben, aber wir anderen nie welchen abbekommen“, meckerte der Ire über das Wetter. Dies war schon immer eines seiner Lieblingsthemen gewesen, wie es so typisch für die Bewohner der grünen Insel war.

Ein paar Plätze weiter saßen Frank und Alice Longbottom, die vor knapp zwei Jahren ihren Abschluss auf Hogwarts gemacht hatten. Sie hatten vor zwei Monaten geheiratet und waren erst vor drei Wochen in den Orden eingetreten waren und saßen noch ein wenig eingeschüchtert mit am Tisch. Neben ihnen saßen James und Lily, die mehr mit sich beschäftigt waren, als mit dem, was um sie herum passierte.

„Muss Liebe schön sein“, sagte Alice zu ihrem Mann, als ihr Blick auf die beiden Verliebten fiel.

„Bist du neidisch Alice?“, wandte sich James grinsend an die Braunhaarige zu seiner Rechten.

„Warum sollte ich neidisch sein? Ich habe den besten Mann vor zwei Monaten geheiratet“, erwiderte sie lächelnd.

„Herzlichen Glückwunsch euch beiden“, mischte sich nun auch Lily in das Gespräch mit ein.

„Danke. Das kann ich eigentlich nur zurück geben, wurde ja auch Zeit, dass du merkst, dass James es erstens mit dir ernst meint und zweitens, dass du eigentlich schon lange in ihn verliebt bist“, neckte Frank Lily, die nach dieser Aussage leicht rot um die Ohren wurde.

James konnte auf diesen Kommentar hin nicht anders und grinste noch breiter. „Dazu kann ich nur eines sagen: Es lebe Dumbledore und seine Feste!“

„Das ist nett von Ihnen Mister Potter, dann werden Sie sicherlich auch Freude daran haben, den nächsten Ball mit Ihren Freunden wieder zu organisieren“, schallte es amüsiert quer über den Tisch.

Am anderen Ende des Tisches saß Alastor Moody, dessen Teller und auch Kelch wie immer leer waren. Der alte, leicht paranoide und ständig überall eine Verschwörung sehende Auror sah sich am Tisch um. Sein magisches Auge rotierte gerade zu in seiner Augenhöhle. Sein Blick fiel dabei immer wieder auf seinen Sitznachbarn und seinen linken Arm.

„Ein Black im Orden, das ist ja, als hätten wir Voldemort persönlich eine Einladung geschickt. Warum muss Dumbledore in jedem das Gute sehen - auch dort wo der Name schon Beweis genug für das Gegenteil ist. Was hat Black ihm nur gegeben, dass er ihm vertraut“, grummelte Mad-Eye leise vor sich hin. Aber scheinbar nicht leise genug, denn Sirius, der neben ihm saß, zog sich plötzlich sein Jackett aus und krempelte seinen linken Hemdsärmel hoch.

„Ich muss Sie enttäuschen Mister Moody, Sie werden nicht finden, was Sie suchen. Ich bin nicht wie der Rest meiner Familie, mit der ich nie etwas zu tun haben wollte und zu der ich seit zwei Jahren keinen Kontakt mehr habe. Toujours pur zählt für mich nicht - Ich habe mir mit Liebe, Vertrauen und Freundschaft mein eigenes Familiencredo geschaffen. Ich kämpfe für meine Freiheit! Deshalb bin ich im Orden, deshalb bin ich hier“, konterte Sirius mit fester Stimme und sah Moody dabei direkt in die Augen.

Dieser musterte den Schwarzhaarigen noch einige Sekunden und nickte dann anerkennend. Er musste Wohl oder Übel zugeben, dass der junge Black ihn mit seinen Worten ein wenig beeindruckt hatte, trotzdem beschloss er im Stillen, ihn im Auge zu behalten. Er sollte sich erst noch beweisen, um das Vertrauen des alten Aurors zu gewinnen.

Ein paar Plätze weiter saßen Harry und Ginny und neben ihnen saßen ausgerechnet ihre zukünftigen Onkel, die sie leider nie kennenlernen durfte. Sie kannte sie nur aus den unzähligen Erzählungen ihrer Eltern. Molly war nie ganz über den Tod der Beiden hinweg gekommen und hatte sich unberechtigter Weise all die Jahre lang Vorwürfe gemacht. Sie dachte, die hätte sie im Stich gelassen, sie bei ihrem Engagement für die Orden nicht genug unterstützt, lieber bekam sie stattdessen Kinder, war Hausfrau und Mutter und ging in dieser Rolle vollkommen auf.

„Wo in Australien habt ihr gelebt?“, fragte Gideon, der ältere der beiden Prewetts Brüder, interessiert. Harry und Ginny sahen sich leicht entsetzt an, sie kannten das Land und die Leute nicht, sie waren nie da gewesen.

Leicht stotternd antwortete Harry dann für beide. „Wir leben in Sydney.“ Dies war eine der wenigen Städte, die er vom Namen her kannte, auch wenn er nichts darüber wusste.

„Sydney ist sehr groß und unpersönlich, genau wie London. Aber hier kennt man sich zumindest in der Winkelgasse, bei euch ist das ganz anders, viel anonymer. Ich mag London lieber“, erzählte Gideon weiter. Er schien die Unsicherheit der beiden nicht wirklich zu bemerken.

„Ihr müsst wissen, Gideon war für einen Monat in Australien, nach seinem Abschluss auf Hogwarts. Er wollte was anders sehen, bevor er seine Ausbildung anfing“, fügte Fabian hinzu, auch ihm fiel das ungewöhnliche Verhalten der beiden „Australier“ nicht auf. Aber drei andere bemerkten das Verhalten der beiden - Albus Dumbledore, Claire Potter und Liam Potter. Die drei beobachteten besonders die beiden. Dumbledore, weil er hoffte, dass die ihre angebliche Lebensgeschichte nicht aufflog und Claire und Liam, weil sie den beiden offen misstrauten.

Patrick O'Conner hingegen hatte es aufgeben über das Wetter zu diskutieren und beobachtete nun argwöhnisch seine Tochter und deren Freund, die ihm genau gegenüber saßen.

„Dad, könntest du bitte aufhören uns anzustarren, als wären wir das achte Weltwunder?“, beschwerte sich Beccy, welche es ungemein störend fand unter der Beobachtung ihres Vaters zu stehen.

„Wer sagt denn, dass ich euch beobachte?“, wollte Patrick von Beccy wissen. Diese verdrehte nur die Augen.

„Wen solltest du denn sonst so finster anstarren? Sicher nicht das Gemälde hinter uns.“ Patrick blinzelte ein paar Mal hintereinander. Ihm war gar nicht bewusst gewesen, dass er so grimmig vor sich hingestarrt hatte.

Beccy wurde das langsam alles zu viel. Sie sah nur eine Möglichkeit, dem Gegaffe ihres Vaters ein Ende zu bereiten. Sie drehte sich demonstrativ zu Remus um, zog ihn zu sich heran und gab ihm einen leidenschaftlichen Kuss mitten vor den Augen ihrer Eltern. Patrick zog scharf die Luft ein. Sein kleines Mädchen, was war nur aus ihr geworden.

„Lass sie, Pat. Sie ist erwachsen, du musst lernen sie los zu lassen. Wenn du es nicht tust, wirst du sie verlieren“, versuchte Leyah ihren Mann zu beruhigen und legte ihm sanft ihre Hand auf seinen Unterarm.

„Aber… aber…“, versuchte er noch einmal einen Protest.

„Nichts aber, mein Lieber. Gönne Beccy ihr Glück“, sagte sie daraufhin nur eindringlich. Patrick ließ seine Schultern hängen und sackte förmlich auf seinem Stuhl zusammen. Krampfhaft versuchte er in eine andere Richtung zu gucken, um nicht sehen zu müssen, wie seine Tochter ihren Freund küsste, aber sein Blick landete immer wieder bei den beiden Verliebten ihm gegenüber.

In die friedliche Stille platze Fawks in einem riesigen roten Feuerball, ließ eine Pergamentrolle auf Dumbledores Schoß fallen und verschwand eben so plötzlich wie er aufgetaucht war.

Der Schulleiter der Hogwarts-Schule griff nach dem Brief und entfaltete ihn langsam. Eine gespenstische Stille hatte sich über das Speisezimmer der Potters gelegt, während alle zu Dumbledore starrten und darauf wateten, dass das Oberhaupt des Ordens das Wort ergriff.

Dieser seufzte nach ein paar Minuten schwer, legte den Brief beiseite und blickte auf.

„Es gab einen Todesserangriff in Ely.“

Nach dieser Aussage herrschte erst einmal Stille im Raum, bis Peter sie mit zittriger Stimme durchbrach: „Meine Eltern, ich muss nach Hause, muss wissen, ob es ihnen gut geht.“

Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Verfasst: Do 10. Dez 2009, 03:44
von Lares
Wenn ich das richtig im Kopf habe, habe ich bis einschliesslich Kap 10 gelesen...
Ihr seid schuld, das ich viel zu spät ins Bett gehe :P

Bis dato eine beeindruckende Geschichte.
Meine Hochachtung, das ihr euch an das Risiko "Wir spielen mit der Zeit" wagt...
Das kann verflixt in die Hose gehen und zeitenweise äusserst paradox werden
Die Vorstellung, ein 17jähriger begegnet seinen gleichaltrigen Eltern ist in der Tat... komisch und birgt immer wieder (ungewollte?) Komik...
Aber mir gefällt die FF - auch wenn ich eigentlich nicht auf Rumtreiber Geschichten abfahre... derzeit kenne ich nur eine einzige FF, die mich derart gefesselt hat.

Respekt.

Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Verfasst: Do 10. Dez 2009, 03:49
von vojka
Wow, was für ein Lob und das mit dem Bett, ähm das sind wir schon "gewohnt" Sprich wir haben es schon öfters zu hören bekommen, aber wir möchten es immer wieder hören *grins* Hoffentlich liest du auch weiter, wenn es in diesem Tempo weiter geht, denn Ria liest einfach sehr schnell und die steht immer mit einem Stahlträger hinter mir und droht mir damit. Naja und ich würde gerne weiter leben, deshalb poste ich lieber immer schnell weiter. *grins* Aber schön, dass du auch hier liest und vorallem weil du keine Rumtreiber FFs magst.

Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Verfasst: Do 10. Dez 2009, 04:08
von Tjeika
Hui, und schon wieder sieht es sehr nach Acion aus...
Aber von Anfang an. Ich erwähnte ja bereits, dass ich Bällen und so Kram nicht sonderlich viel abgewinnen kann, also werde ich mich in diesem Belangen mal ausschweigen... sorry, nicht böse gemeint.
Zum Ende hin wurde es aber wieder sehr spannend. Und mit sehr spannend, meine ich auch sehr spannend :lol:
Dass Liam und Claire misstrauisch sind, gefällt mir, denn das bedeutet, dass sie bald die Wahrheit erfahren werden - und da ich nunmal ein Mensch bin, der sehr viel Wert auf Ehrlichkeit legt, fände ich es besser so. Am liebsten wäre es mir zwar, wenn alle die Wahrheit kennen würden, aber das hast du ja eben schon ausgeschlossen... na gut, ich bin sehr gespannt. Auch bin ich gespannt, was es mit dem Angriff in Ely auf sich hat und ob es Peters Eltern gut geht, was ich ja sehr hoffe. Er ist gerade erst ein wenig aus sich heraus gekommen, ich denke, wenn ihnen was zugestoßen wäre, dann wäre das für seine charakterliche Entwicklung wohl eher suboptimal...

Lares sagte mir gerade, dass die Bilder von Cassio nicht mehr da sind... vielleicht könnt ihr sie nochmal posten?

*auf den Stahlträger deut* :lol:
:knuff: Ria

Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Verfasst: Do 10. Dez 2009, 04:16
von vojka
Ui, nach den Bildern werde ich gleich mal sehen.
Und was es mit dem Angriff auf sich hat, hmm mal sehen ich denke ich werde jetzt ins Bett gehen und dir kein Kapitel da lassen *pfeif* Wie wäre das denn? *pfeif*

Naja ich will mal nicht so sein und dir ein neues Kapitel geben, aber anschließend gehe ich schlafen, auch wenn ich dich dann mit einem kleinen Cliff zurück lasse *lach*
:knuff:


Kapitel 28

Neujahrsball Teil II

Peter sprang auf und wollte schon aus dem Raum verschwinden, aber James reagierte schneller. Er lief ihm hinterher und packte ihn an der Schulter. „Pete das ist verrückt, wenn da noch Todesser rumlaufen! Bleib hier und lass das die erfahreneren Zauberer tun.“

„Mister Pettigrew, Ihr Freund hat Recht. Moody, Pat, Liam, Frank, Benji, Caradoc, Gideon und Fabian, wir werden aufbrechen und sehen, was passiert ist.“ Die Angesprochenen erhoben sich, verabschiedeten sich von ihren Liebsten und verließen den Raum. „Ihr anderen tut uns den Gefallen und feiert weiter. Lasst euch den Abend nicht kaputt machen.“

Nach diesen Worten verschwand Dumbledore. Eine Weile war alles, was man hörte Peter, welcher leise weinte und Angst um seine Eltern hatte und seine Freunde, die versuchten ihn zu beruhigen.

„Tiny, kommst du bitte mal?“, rief Claire in die Stille hinein nach dem kleinen Hauselfen, welcher auch sofort erschien.

„Misses haben gerufen?“, quiekte der kleine Kerl und schlackerte mit seinen Ohren.

„Kannst du mir bitte meinen Vorrat an Beruhigungstränken holen, ich glaube, wir werden sie benötigen“, bat die Herrin des Hauses ihren kleinen Haushaltsgehilfen. Dieser nickte nur und verschwand sofort wieder mit einem leisen Plopp. Ein paar Minuten später erschien er auch schon wieder und stellte mehrere kleine Phiolen auf dem Tisch ab. Eine von ihnen nahm Claire und ging auf die kleine Gruppe Schüler zu.

„Hier Peter, trink das. Es wird dir helfen, dich zu beruhigen.“ Damit hielt sie ihm das kleine Gefäß hin. Er nahm es und trank es widerwillig aus.

Während Claire ihre Beruhigungstränke verteilte, apparierten die neun Ordensmitglieder in die Nähe von Ely. Kaum das sie erschienen waren und ihre Augen öffneten, sahen sie schon die Rauchschwaden, welche aus dem kleinen Dorf aufstiegen. Das dunkle Mal, Lord Voldemorts Zeichen, war am Himmel zu sehen. Immer wieder wand sich die Schlange aus dem Totenkopf. Die Projektion ließ den Rauch leicht grünlich aussehen und gab dem Dorf ein gespenstiges Aussehen.
Liam und Patrick sprachen ein paar Analyse-Zauber um zu sehen, ob noch Todesser anwesend waren und sie deshalb Verstärkung benötigten oder ob sie das Dorf so betreten konnten.

„Die Luft ist rein, es sind nur 10 Zauberer hier anwesend außer uns. Selbst wenn das Todesser sein sollten, werden wir mit ihnen fertig“, wandte sich Liam an seine Mitstreiter.

„Teilt euch in Dreiergruppen auf. Fabian und Benji kommen mit mir mit. Frank du gehst mit Liam und Patrick und Gideon, Moody und Caradoc, ihr geht zusammen. Wir drei apparieren auf die andere Seite und gehen von dort herein. Liam, ihr werdet nach den Pettigrews sehen und Moody, du gehst mit deinen Leuten von dieser Seite herein. Wenn es Probleme gibt, ruft uns.“ Schnell verteilte Dumbledore die Aufgaben und alle nickten bloß zur Bestätigung, schon verschwand die Gruppe um den Schulleiter.

Auch die Gruppe um James' und Beccys Dad disapparierte augenblicklich und tauchte vor einem kleinen Wohnhaus auf. Es herrschte ungemütliche Stille, kein Laut war zu hören, kein Weinen, kein Schreien. Langsam und sich gegenseitig Schutz gebend, gingen sie auf das Haus zu. Es brannte zwar nicht, aber irgendwas sagte ihnen, dass sie noch eine Überraschung erwarten würde.
Liam sprach noch einmal einen Analyse-Zauber und flüsterte: „Es sind 6 Personen im Haus, drei davon sind Zauberer und es sind Schutzzauber auf das Haus gesprochen worden. Portschlüssel und Disapparieren sind nicht möglich. Also seid besonders vorsichtig und nun weiter vorwärts. Die Zauberer sind im ersten Stock auf der linken Seite. Ich weiß, dass dort die Pettigrews wohnen.“

Langsam und darauf achtend, keinen Lärm zu machen, gingen sie vorwärts, immer auf mögliche Geräusche in der Stille hörend. Als sie vor der Wohnungstür ankamen, sprachen sie einen Lausch-Zauber, der es ihnen möglich machte die Gespräche von innen zu verfolgen.

„Du wirst uns helfen, die Flohnetzwerke zu überwachen. Wir werden immer wissen, was wann, wo passiert, wer wo hinfloht und auch was für Gespräche geführt werden. Wenn nicht, werden wir erst deine Frau beseitigen. Wäre ja auch nicht Schade um so einen wertlosen Muggel. Du bist echt eine Schande für die Zaubererwelt“, hörten sie eine unangenehme Stimme auf der anderen Seite der Wohnung.

„Ich… ich… ich werde meinen Job verlieren“, stotterte Jack Pettigrew, Peters Vater. Man hörte die Angst, welche in seiner Stimme mitschwang. Auf diese Aussage hin fingen die beiden Todesser an zu lachen.

„Deinen Job? Was nützt dir dein Job, wenn erst die wertlose Schlampe, mit der du verheiratet bist, stirbt und anschließend dein nutzloser Sohn und zu guter Letzt du?“ Der Todesser schien höhnisch zu grinsen, während er dies alles sagte.

Die drei Auroren vor der Tür der Wohnung sahen sich an und auf ein Zeichen Pats stürmten sie mit gezogenen Zauberstäben in das Zuhause der Pettigrews. Sofort überblickten die Drei die Situation, Frank schockte den einen Todesser sofort, der andere aber sprang aus dem Weg, so dass ihn der Schockzauber von Liam knapp verfehlte. Im Flug schickte er noch einen Todesfluch in Liams Richtung, welcher sich aber einfach duckte, so dass der Fluch über ihn hinweg sauste und an der Wand hinter ihnen einschlug. So konnte der Todesser aber nicht darauf achten, wo er landete und schlug mit seinem Kopf auf der Tischkante des Wohnzimmertisches auf. Man hörte nur ein lautes Knacken und dann lag der Todesser regungslos neben dem Tisch. Währenddessen hatte Frank den geschockten Todesser gefesselt und hatte einen Identitäts-Zauber über ihn gesprochen. Denselben Zauber sprach er nun auch über den Toten.

„Dies ist Henry Avery Senior und der geschockte ist Shawn Blair. Ich werde beide ins Ministerium bringen und den Bericht schreiben, wenn es euch recht ist?“, fragte Frank an seine beiden Vorgesetzten gewandt.

„Warte noch einen Moment, dann kannst du die Aussagen von den Pettigrews gleich mitnehmen“, erwiderte Patrick und wandte sich nun an das immer noch zitternde Ehepaar, welches in eine Ecke gedrückt stand.

„Setzt euch doch“, sprach Liam sie freundlich an. „Könnt ihr uns berichten, was passiert ist?“

„Danke, danke das ihr uns gerettet habt. Wir wissen es nicht genau, vor einer Weile kamen die beiden hier herein entwaffneten mich und bedrohten mich und meine Familie, sie wollten, dass ich für sie die Netzwerke überprüfe und drohten, wenn ich es nicht tue meine Familie zu töten. Wisst ihr, wie es Peter geht? Ist er in Hogwarts in Sicherheit?“

„Nein, Peter ist nicht in Hogwarts. Er ist mit James und seinen anderen Freunden heute bei uns. Wir veranstalten eigentlich einen Ball, wie man sieht. Ich denke, den Rest können wir auch morgen noch erledigen, wir werden nun diese beiden Gestalten hier entfernen und eurem Sohn Entwarnung geben, dass es euch beiden gut geht. Ihr solltet euch zur Sicherheit aber noch einmal durchchecken lassen“, erwiderte Patrick und lächelte beide freundlich an. An Frank gewand setzte er noch hinzu: „Schnapp die diese Subjekte und verschwinde mit ihnen. Schreibe den Bericht erst nur in Stichpunkten und komme dann zurück zum Ball, vielleicht schenkt dir deine bezaubernde Frau ja noch einen Tanz.“

„Wird erledigt Chef, ich denke, ich werde euch in spätestens einer Stunde folgen“, grinste er, hob die Antiapparier- und Antiportschlüsselzauber auf und verschwand mit den beiden Todessern und einem lauten Plopp.

„Kommt ihr bitte beide übermorgen zu uns ins Büro? Für den endgültigen Bericht benötigen wir noch eure ausführlichen Aussagen.“ Das Ehepaar Pettigrew nickte, man merkte, dass sie sich langsam wieder entspannten. Nun verschwanden auch die beiden anderen Auroren. Sie landeten genau bei Dumbledore, welcher mittlerweile in der Mitte des Dorfes stand. Beide Gruppen hatten sich dort getroffen. Bei ihrem Gang durch Ely hatten sie nur festgestellt, dass niemand, der nicht hier her gehörte mehr anwesend war.

„Wo ist Frank?“, fragte Dumbledore alarmiert, als er sah, das er nicht bei den beiden Leitern der Auroren Abteilung war.

„Im Ministerium, den Papierkram erledigen“, grinste Pat. „Den Pettigrews geht es bis auf einen kleinen Schock gut. Zwei Todesser waren bei ihnen, aber die haben wir überwältigt. Frank hat sie mitgenommen.“

„Ich würde sagen, lasst uns von hier verschwinden, unsere Frauen warten auf uns und ich glaube, da war auch noch Nachtisch“, grinste Benji und verschwand mit einem leisen Plopp Richtung Potter Manor.

Kurz nacheinander tauchten die acht Ordensmitglieder vor dem Anwesen der Potters auf. Eilig stapften sie die lange Auffahrt zum Haus hinauf, um nicht komplett vom Schneeregen durchweicht zu werden.

„Ich freue mich schon auf ein schönes Glas Feuerwhiskey“, sagte Caradoc als sie die Eingangstür öffneten, wo ihnen von zwei Hauselfen die nassen Umhänge abgenommen wurden.

Kaum das sie den Salon, wo die Gäste des Balles sich mittlerweile aufhielten, betraten, wurden sie auch schon mit Fragen bestürmt.

„Was ist passiert? Wurde jemand verletzt oder gar getötet? Konntet ihr etwas ausrichten?“, schallte es viel stimmig von allen Seiten. Nur zwei waren verdächtig ruhig und sahen nur ängstlich in die Runde. Die Frau löste sich als erste aus ihrer Starre und ging geradewegs auf Liam und Patrick zu.

„Wo ist Frank?“, hauchte sie fast tonlos.

Sofort kehrte wieder Stille in dem Raum ein. Keiner hatte bisher bemerkt, dass einer ihrer Kämpfer fehlte.

„Keine Angst Alice, es geht ihm gut. Er ist im Ministerium, den Papierkram erledigen. In spätestens einer dreiviertel Stunde ist er wieder hier. Er bringt nur die beiden Todesser, welche wir bei der Familie Pettigrew - “ Hier wurde er sofort unterbrochen, denn auch die Starre des jungen Mannes löste sich bei der Nennung dieses Namens langsam. Er ging wie schon zuvor Alice auf die kleine Gruppe zu.

„Was ist mit meinen Eltern? Geht es ihnen gut?“, fragte Peter und zitterte leicht, da er Angst vor der Antwort des Aurors hatte. Seine Freunde, die ihm langsam gefolgt waren standen hinter ihm und stärkten ihm den Rücken. James und Remus hatten ihm Kraft gebend ihre Hände auf seine Schultern gelegt und drückten nun sanft zu, um ihm zu zeigen, dass sie für ihn da waren.

„Ja, sie sind vollkommen in Ordnung, bis auf den kleinen Schock. Wir waren rechtzeitig da, um Schlimmeres zu verhindern. Wenn du möchtest, kann ich dich morgen nach dem Frühstück zu ihnen bringen, damit du dich selbst davon überzeugen kannst“, antwortete Patrick und blickte den braunhaarigen Jungen freundlich lächelnd an.

Peter nickte begeistert auf diese Aussage hin.

„Lasst uns jetzt das eben Passierte vergessen für die nächsten Stunden, ich glaube, wir wollten einen Ball feiern. Ist noch etwas Nachtisch da? Ich glaube Caradoc wollte noch etwas davon probieren“, unterbrach Dumbledore die leicht bedrückte Stille. Zwar war alles gut ausgegangen, aber man hatte wieder gemerkt, dass Krieg herrschte in der Zaubererwelt. Es konnte dieses Mal noch verhindert werden, dass ein geliebter Mensch aus ihrer Mitte gerissen wurde, aber und das wussten alle in diesem Raum, es konnte nicht immer so gut ausgehen.

„Darf ich bitten, Claire?“, wandte sich Liam an seine Frau und hielt ihr seinen Arm hin, um sie zur Tanzfläche zu führen. Vorher zückte er noch seinen Zauberstab und ließ den Raum von leiser Tanzmusik durchfluten.

Er wirbelte sie über das Parkett und nach und nach folgten ihnen die verschiedenen Paare. Patrick schnappte sich seine Frau Leyah, Remus forderte unter den wachsamen Augen von Beccys Dad seine Freundin auf und James bat Lily um den Tanz.

„Ginny?“, erklang es schüchtern neben der Rothaarigen.

„Ja, Harry?“, erwiderte sie und wandte ihren Blick wieder sehnsüchtig den Tanzenden zu. Sie wusste, dass Harry nicht gerne tanzte und würde nie auf die Idee kommen, ihn zu fragen. Sie war schon glücklich, dass sie wieder mit ihm zusammen war und seine Nähe genießen konnte.

„Würdest du mit mir tanzen?“, erklang es zaghaft neben ihr. Ginny wirbelte zu ihm herum und sah ihn erstaunt an.

„Du willst tanzen? Ich dachte, der Tanz beim Weihnachtsball wäre dir für die nächsten Jahre genug gewesen. Woher kommt plötzlich dieser Sinneswandel?“, wollte sie von ihrem Freund wissen. Sie war erstaunt, eben hatte sie sich nicht sehnlicher gewünscht, sich aber nicht getraut in darauf anzusprechen und nun kam dieses Angebot von ihm?

„Du musst auch nicht mit mir tanzen, wenn du nicht willst“, sagte er leicht enttäuscht. Er verstand ihr Erstaunen falsch, dachte sie wollte nicht, als hätte sie Angst um ihre Füße.

„Natürlich möchte ich, sehr gerne sogar. Ich war nur überrascht. Dachte ich doch bis eben noch, dass du es hasst zu tanzen.“ Sie lächelte ihn glücklich und verliebt an. Harry bot ihr seinen Arm und betrat mit ihr die Tanzfläche.

Wie war das noch, entspannen, auf die Musik hören und nicht auf die Schritte achten? Ohman, wie soll ich nicht darauf achten wenn ich ihr nicht wieder laufend auf die Füße treten möchte? Dad ich glaube, du wirst in der Zukunft viel damit zu tun haben, mir das Tanzen beizubringen, damit das mal so flüssig und leicht aussieht wie bei dir und Mum, dachte Harry. So und jetzt locker, linke Hand auf ihre Hüfte und mit der Rechten ihre Linke ergreifen. Merlin stehe mir bei.

„Harry? Hast du heimlich geübt?“, fragte Ginny nach einer Weile. Harry wirkte zwar immer noch leicht verspannt, aber er war ihr nicht einmal auf die Füße getreten.

„Ja“, gestand er und strahlte sie an. Er war froh, dass es ihr aufgefallen war und die Mühen vom Nachmittag nicht umsonst gewesen waren. „Ich habe mit Da… ähm James“, beinahe hätte er sich hier auf der vollen Tanzfläche verplappert, wo sie vom fast vollzähligen Phoenixorden um geben waren, „hat mir vorhin ein bisschen was gezeigt. Ich wollte dir eine kleine Freude bereiten.“

„Das hast du auch geschafft“, erwiderte sie lächelnd und gab ihm einen Kuss.

Während Harry seine Freundin zum Tanzen aufforderte, trat Dumbledore an die allein am Rand der Tanzfläche stehende Alice Longbottom zu. Ihr Blick war wie der Ginnys vorhin sehnsuchtsvoll auf die sich zur Musik bewegenden Paare gerichtet.

„Darf ein so alter Mann wie ich dich zum Tanzen auffordern? Ich finde, so eine hübsche, junge Dame sollte nicht alleine da stehen.“ Mit diesen Worten trat der Schulleiter der Hogwarts Schule für Hexerei und Zauberei an die braunhaarige Frau heran.

„Wo ist hier ein alter Mann? Ich sehe nur einen reiferen Herren mit viel Lebenserfahrung“, erwiderte sie schmeichelnd und brachte Dumbledore zum glucksen. Lächelnd nahm sie den ihr angebotenen Arm und ließ sich von ihrem ehemaligen Direktor auf das Parkett führen.

„Harry sieht heute endlich mal entspannt und glücklich aus, findest du nicht?“ flüsterte Lily James zu, welche ihren Kopf an seine Brust gelehnt hatte und den neben ihr tanzenden Harry aus den Augenwinkeln heraus beobachtete. James drehte seinen Kopf in die Richtung seines Sohnes. Er musste bei dem Anblick lächeln.

„Du hast recht Schatz. Er sieht glücklich aus, aber entspannt? Seine Miene ist doch total verkrampft. Scheinbar hat er sich meine Tipps doch nicht so sehr zu Herzen genommen“ antwortete er ihr leise.

„Du hast ihm tanzen beigebracht? Wann das denn?“ fragte Lily erstaunt und sah hoch, um James in die Augen blicken zu können.

„Während ihr drei Schönheiten euch für den Ball fertig gemacht habt. Er hat mich nach dem Mittagessen gefragt, ob ich ihm ein wenig helfen könnte“, antwortete James seiner Liebsten, beobachtete dabei aber immer noch Harry.

In dem Moment sah Harry seine Eltern bewusst an und lächelte etwas gequält, aber wer in seine Augen blickte, sah etwas ganz anderes. Er sah Liebe und Zuneigung für das Mädchen, welches er liebevoll in seinen Armen hielt und wenn man dies sah, glaubte ihm keiner mehr, dass er nicht gerne tanzte.

„Wollen wir die Partner tauschen?“, fragte Lily ihren Liebsten und sah ihm nun bittend in die Augen.

„Du würdest gerne mal mit unserem Sohn tanzen oder?“, erwiderte James leise mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht. Sie nickte bloß als Antwort und James ließ sie los, ging auf seinen Sohn zu und klopfte ihm auf die Schulter.

„Darf ich abklatschen?“, fragte er, wartete aber gar nicht erst auf eine Antwort, sondern schnappte sich seine zukünftige Schwiegertochter und wirbelte mit ihr auch schon davon. Lily ging au Harry zu und schaute ihm in die Augen.

„Würdest du mit mir tanzen? Nutze die Chance du wirst nie wieder die Chance haben mit deiner so jungen Mutter zu tanzen. In zwanzig Jahren werde ich schon alt und verschrumpelt sein, wenn wir vielleicht wieder mal so hier stehen.“ Lily sah ihm mit einem spitzbübischen Funkeln aus ihren Augen heraus an.

„Es ist mir jetzt und es wird mir auch in zwanzig Jahren ein Vergnügen sein dich über das Tanzparkett zu führen. Ich glaube sogar, dass es mir dann noch ein größeres Vergnügen sein wird, denn dann kann ich vielleicht auch tanzen“, erwiderte er grinsend und fasste vorsichtig an Lilys Hüfte.

Ein paar Paare weiter hielt gerade Patrick seine Tochter in den Armen und fragte leise: „Bist du glücklich mit diesem, wie heißt er noch? Remus?“

„Ja Dad, er heißt Remus und ja, ich bin glücklich, sehr glücklich sogar, denn du musst wissen, ich liebe ihn schon länger, nur weder er, noch ich haben uns getraut darüber zu reden. Befreundet waren wir schon, aber kein Paar. Dad, er ist etwas ganz Besonderes und ich weiß, dass er mir nie weh tun wird.“ Beccy sprach mit einer Leidenschaft und Liebe in ihrer Stimme, die ihren Vater schmunzeln ließ.

„Das freut mich, dass du glücklich bist, auch wenn ich noch lange Zeit brauchen werde, um zu akzeptieren, dass mein kleines Mädchen scheinbar erwachsen wird und ich nicht mehr der einzige Mann in ihrem Leben bin. Oh Gott, der Tag, vor dem ich mich seit deiner Geburt gefürchtet habe ist nun eingetroffen“, sagte Pat und man seine eine Spur Wehmut in seinen Augen aufblitzen.

„Dad du wirst immer eine sehr wichtige Rolle in meinem Leben spielen. Sieh es doch lieber so, du verlierst keine Tochter, sondern gewinnst einen Sohn dazu.“ Beccy sah ihrem Dad tief in die Augen und man sah in diesem Moment nur zwei Dinge in ihren Augen Liebe und Glück.

Keiner der acht jungen Leute saß an diesem Abend lange auf ein und dem selben Platz. Jeder von ihnen tanzte die Nacht durch, selbst Sirius und Peter, die ja die einzigen in der Gruppe der Jugendlichen waren, die keine feste Freundin hatten und somit ohne Begleitung auf diesem Ball waren, fanden immer wieder verschiedene weibliche Ordendsmitglieder, welche mit ihnen tanzten. Irgendwann mitten in der Nacht, es muss so gegen vier Uhr gewesen sein, streikten die Füße und sie gingen alle total fertig und hundemüde in ihre Betten, wo, sobald die Köpfe die Kissen berührt hatten, nur noch gleichmäßige Atemzüge zu hören waren.

Es wurde lange geschlafen. Gegen 10 Uhr regten sich die ersten beiden Personen, aber auch nur, weil sie verabredet waren. Sonst hätte man auch sie nicht aus den Betten bekommen. Patrick und Peter wollten zusammen nach Ely apparieren zu Jack und Helen Pettigrew.

„Mum! Dad! Geht es euch gut? Ist euch wirklich nichts passiert?“, fragte Peter, nachdem er die Wohnung betreten hatte und seinen Eltern um den Hals gefallen war.

„Pete, was machst du hier? Du solltest in Hogwarts sein? Und was war das gestern mit diesem Ball?“, wollte Helen von ihrem Sohn wissen und musterte ihn eingehend.

„Das haben wir dir doch gestern schon erzählt. Die Potters haben einen Neujahrsball veranstaltet und dazu waren auch James' Freunde eingeladen, also auch Peter“, versuchte Patrick dem Gryffindor zu helfen. Auch war sich der Auror nicht sicher, ob Peter sich nicht zufällig bei seinen Eltern verquatschen würde und etwas vom Orden des Phoenix preisgab.

Die Vier sprachen noch eine Weile miteinander, bis Patrick meinte, sie müssten langsam aufbrechen, denn schließlich würden seine Freunde in Potter Manor warten, wo es gleich Mittagessen geben würde und von wo aus sie danach wieder nach Hogwarts aufbrechen würden. So verabschiedete sich die Familie Pettigrew von einander und Peter fasste Patrick am Arm, da er noch nicht apparieren durfte. Er war bei seiner ersten Prüfung ende August durchgefallen und musste nun warten, bis die diesjährigen Sechstklässler ihre Prüfungen ablegten.

Ein paar Minuten später betraten beide das Speisezimmer der Potters, wo eine ziemliche Anspannung herrschte. Nur einer saß lächelnd am Tisch, Albus Dumbledore.

„Albus bitte, kannst du es uns nicht jetzt schon sagen, Pat ist jetzt wieder da, also zieht diese Ausrede nicht mehr“, wandte sich Liam an das Oberhaupt des Phoenixordens. Sein Blick glitt immer wieder zwischen dem Schwarzhaarigen Scheinaustralier und dem Schulleiter hin und her. Der Auror in ihm rebellierte, er wollte wissen, welches Geheimnis dieser junge Mann, den es scheinbar gar nicht gab, hatte.

„Gehe ich recht in der Annahme, dass ich dieses vorzügliche Mahl solange nicht in Ruhe genießen kann, bis ich dir gesagt habe, wer er ist?“, fragte Dumbledore immer noch lächelnd.

Liam sah den Älteren aus zusammengekniffenen Augen an. Sein Gesicht schien aus einer Maske zu bestehen, keine Gefühlsregung war zu sehen, kein Wimpernschlag.

„Albus, du solltest es ihm sagen, er wird keine Ruhe geben, da kann ich deiner Vermutung nur zustimmen“, erwiderte Pat von der Tür her und betrag den Raum nur vollständig und setzte sich auf den Platz neben seiner Frau. Er wusste zwar selbst nicht wirklich, worum es ging, doch er kannte seinen Partner gut genug um dessen Reaktion zu kennen, wenn man ihm etwas vorenthielt.

Dumbledore sah in die Runde, man sah, dass er eigentlich bis nach dem Essen warten wollte, da er wusste, dass dann lange nicht an Essen zu denken war. Die Stille im Raum wurde immer bedrückender. Jeder, der nicht wusste, wer der junge Mann war, sah abwechselnd zwischen Harry, Ginny und Dumbledore hin und her, keiner sprach ein Wort. Harry starrte schon seit Minuten auf den Teller, welcher vor ihm stand. Ginny saß neben ihm und hielt seine Hand. Sanft strich sie mit ihrem Daumen über seinen Handrücken. James war der einzige, von denen, die die Geschichte kannten, der auch zwischen den Dreien hin und her blickte.

„Harry ist Lilys und mein Sohn“, flüsterte er kaum hörbar in die Stille hinein.

Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Verfasst: Do 10. Dez 2009, 04:33
von Tjeika
Ui... ui...

Ich frage mich gerade, wie oft ich dieses Wort schon in Zusammenhang mit eurer wundervollen FF genutzt habe :grübel:
Wie dem auch sei... ihr habt mal wieder ein Wow verdient ;) Und das dürft ihr euch auch gerne an die Wand hängen. Ach, ihr seid ja zu zweit. Dann gibt es gleich noch ein weiteres Wow, einfach, damit ihr jeder ein eigenes habt :kugel:
Ok, ähm... ich drifte vom Thema ab. Dieses Kapitel hat mir sehr gut gefallen. Die Idee der Todesser, das Flohnetzwerk zu überwachen war dummerweise nicht doof. Dämlich, dass die Bösen meist auch noch Verstand haben. Glücklicherweise ist es dieses Mal noch gut ausgegangen. Da kann man nur hoffen, dass Peter's Eltern nun erst einmal Ruhe haben vor den dunklen Gestalten...
Und nun wieder solch ein böser Cliffhanger, bei dem ich auch noch bis Morgen warten muss... ich bin nun wahrlich auf die Reaktion gespannt, gehe nun aber ebenfalls ins Bett und wünsche, wenn auch wohl etwas zu spät, eine gute Nacht :knuff:

Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Verfasst: Do 10. Dez 2009, 11:47
von Cassiopeia
Uiui :kugel:

Eigentlich wollte ich nur schnell etwas für die Uni nach schauen, wo ich gleich hin muss, aber dann bin ich hier hängen geblieben :red:
Wow, so weit seid ihr schon?? Da habe ich ja einiges verpasst, aber meinem Kopf tat es besser...
Wow, Neujahrsball auch überstanden, das ist doch mal etwas *g*. Damit sind wir im Jahre 1978, yay! :D
Und super daran ist, dass wir Euch, Ria und Lares, so begeistern konnten, das tut total gut *freu*
Können wir nur hoffen, dass Ria den Entzug über Nacht überlebt hat... ^^
Vielen dank :knuff:


*in die uni zisch*

Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Verfasst: Do 10. Dez 2009, 12:05
von vojka
Kapitel 29

13 gegen Voldemort

„Euer Sohn?“

Die Frage, wer auch immer sie gestellt hatte, hing einen Moment lang einfach in der Luft, bis Liam Potter in schallendes Gelächter ausbrach.

„James, das ist absurd. Selbst wenn du und Lily einen Sohn habt, dann wäre er niemals in eurem Alter - das ist einfach nicht möglich.“

„So unmöglich es auch scheinen mag, mein lieber Liam, James sagt die Wahrheit“, half Dumbledore seinem Schüler aus der Zwickmühle, in die er sich selbst gebracht hatte.

„Aber…?“ Patrick fehlten die Worte, was bei dem wortgewandten und schlagfertigen Iren schon etwas zu bedeuten hatte. Hilflos sah er sich zu seiner Frau um, die auch nur stumm den Kopf schütteln konnte und Dumbledore mit fassungslosem Blick ansah.

„Vielleicht sollten wir ganz von vorne anfangen“, schlug Lily leise vor, als sie das Entsetzten in den Augen der Erwachsenen sah. „Mit der Prophezeiung und so.“ Dumbledore schloss einen Moment die Augen und schien gründlich über Lilys Vorschlag nach zudenken.

„Ja, du hast sicherlich recht, Lily“, murmelte er schließlich, öffnete die Augen wieder und nickte der rothaarigen Schülerin zu. „Sonst wird das alles hier nur in einem Chaos enden.“ Nun sah das Oberhaupt des Ordens die vier, die das Geheimnis erfahren sollten, streng an.

„Um eins muss ich euch bitten: Unterbrecht Harry bitte nicht - wir werden uns bemühen alle Fragen, die sicherlich aufkommen werden, zu klären, wenn er mit seine Geschichte geendet hat.“ Leyah und Claire nickten einfach - Dumbledore würde schon seine Gründe für diese Bitte haben. Bei Patrick und Liam, die darauf geschult worden waren jedem erst einmal mit Misstrauen gegenüber zu treten, sah das ein wenig anders aus.

„Fragen, die sicher aufkommen werden?“, wiederholte James' Vater Stirn runzelnd . „So schwer wird das schon nicht zu verstehen sein.“ Ihm, der es gewohnt war selber die Fragen zu stellen, gefiel die Sache immer weniger.

„Es ist schwer zu verstehen, glaube mir Liam“, murmelte Sirius und erinnerte sich an die Verwirrung und das Chaos, was Harrys Geschichte bei ihm und seinen Freunden ausgelöst hatte.

„Dann sollten wir vielleicht lieber anfangen, damit wir hier nicht noch übermorgen sitzen“, fügte sich Pat murrend als erster seinem Schicksal. Nun sah auch der andere Auror ein, dass es wohl wenig brachte, weiter auf seinem Standpunkt zu verharren und nickte Harry grimmig zu.
Dieser ließ den Blick noch einmal über seine Freunde schweifen, die alle versammelt bei ihm waren, atmete tief durch und begann.

„Um die ganze Sache erklären zu können, muss ich Dinge erzählen, die sich noch vor meiner Geburt ereigneten und von denen ich selbst erst vor zwei Jahren erfahren habe.“

„Ja schon gut, fang halt an.“

„Patrick!“, wurde der Ire von Dumbledore zurecht gewissen. Dieser hob als stumme Entschuldigung nur die Hände.

„Ich meine eine Prophezeiung, die über Voldemort und ein Kind gemacht wurde“, fuhr Harry fort, löste den Blick von seinem Teller und sah die Eltern seiner Freunde beinahe herausfordernd an.

„Was für eine Prophezeiung?“, setzte Claire an, erinnerte sich dann aber an Dumbledores Worte und verstummte wieder.

„Eine Prophezeiung, die besagt, dass dieses Kind eine Macht besitzen würde, die der dunkle Lord nicht kennt und somit in der Lage sein würde ihn zu besiegen.“

„Vielleicht solltest du erklären, wie Voldemort wissen konnte welches Kind gemeint war“, half Remus ein wenig nach, als er sah, dass Harry mit seiner Erzählung ins Stocken geriet. Der Schwarzhaarige nickte dankbar.

„In der Prophezeiung heißt es, jenes Kind wird Ende Juli geboren und die Eltern standen Voldemort drei Mal gegenüber und überlebten drei Mal. Und es hieß, dass Voldemort denjenigen, der ihm ebenbürtig war, kennzeichnen würde.“ Dort stoppte Harry in seiner Erzählung und strich sich die Haare aus der Stirn.

„Aber das heißt ja…“ Erschrocken schnappte Beccys Mutter nach Luft.

„Dass ich ihm ebenbürtig bin, richtig.“ Liam und Claire Potter warfen sich einen entsetzten Blick zu.

„Und das heißt, dass Lily und James ihm drei Mal gegenüber stehen werden“, schlussfolgerte Liam. Harry nickte nur.

„Aber Moment mal…“ Patrick war da etwas aufgefallen, das so nicht stimmen konnte. „Heißt das etwa, dass du, Albus, uns Informationen vorenthalten hast?“ Harry hätte beinahe angefangen zu lachen. Die Miene des Aurors war zutiefst beleidigt und ein leichtes Schmollen war aus seiner Stimme nicht wegzureden.

„Diese Prophezeiung wird im Juni 1980 gemacht werden. Also in zwei Jahren“, erklärte Dumbledore.

„Stopp, langsam, halt!“ Das ging Liam Potter nun doch etwas zu weit. „Wie bitte kann Harry über Dinge bescheid wissen, die in der Zukunft passieren. Es sei denn…. Aber nein, dass ist lächerlich…“

„Es sei denn er kommt aus der Zukunft“, führte Claire den Gedanken ihres Mannes zu Ende.

„Das ist völlig absurd und ausgeschlossen!“ Für Patrick stand diese Möglichkeit gar nicht zur Auswahl.

„Aber Claire hat Recht, Dad, er kommt aus der Zukunft“, bestätigte Beccy Claires Vermutung.

„Und gleich erzählst du mir es gibt den Weihnachtsmann doch…“ Es war ein Versuch das Ganze ins Lächerliche zu ziehen - denn das war es in Patricks Augen auch. Einfach lächerlich.

„Dad, weißt du was? Es gibt den Weihnachtsmann doch.“
Er strafte seine Tochter mit einem vernichtenden Blick.

„Aber wenn du aus der Zukunft kommst, was machst du dann hier und wie bist du hergekommen?“ Leyahs Kopf arbeitete auf Hochtouren und sie hatte das Gefühl, wenn sie alle Fragen stellen wollte, die ihr einfielen, müsse sie drei auf einmal stellen.

„Das wird dauern…“ Peter setzte sich etwas gemütlicher hin und verschränkte die Arme.

„So lang ist die Geschichte jetzt auch wieder nicht“, widersprach Ginny schmunzelnd.

„Ja klar, weiß ich, nur mit den ganzen Bemerkungen dazwischen…“ Peter grinste breit und die Anspannung, die immer noch im Raum geherrscht hatte, löste sich, als alle schallend lachten.

„Tut mir leid, Peter, aber man erfährt halt nur einmal, dass man seinem Enkel aus der Zukunft gegenüber sitzt“, grinste Liam und der größte Argwohn war aus seinen Augen gewichen.

„Um das zu erklären ist es wichtig zu wissen, dass dreizehn Jahre Frieden in der Zauberwelt herrschte.“ Er schluckte - nein er konnte Liam und Claire nicht erzählen, dass Lily und James sterben würden. Er konnte es einfach nicht. „Aber Voldemort schaffte es in meinem vierten Schuljahr, mit Hilfe eines Todessers zurück zu kommen.“ Er sah, wie Peter zusammen zuckte und schwor sich ein weiteres Mal ihn zu retten - hatte er ihn doch inzwischen fast genauso lieb gewonnen, wie Beccy und den Rest der Rumtreiber.

„Also ging alles von Vorne los.“ Leyah erschauderte kurz und nun sah Harry eindeutig Sorge in den Augen der Irin. Er nickte nur kurz.

„Ja, es ging alles wieder los und ich sagte Voldemort ebenfalls den Kampf an.“

„Na ja mutig bist du ja schon mal.“ Überrascht sah Harry seinen Großvater an - war das eben Respekt in dessen Stimme gewesen? Sein Herz machte einen freudigen Hüpfer. Wie es aussah, hatte er einen Menschen mehr auf seiner Seite.

„Wie gesagt, ich erklärte Voldemort den Kampf und Professor Dumbledore half mir nach Kräften. In meinem sechsten Schuljahr schließlich fanden wir heraus, was Voldemort so mächtig gemacht hatte - er hatte Horkruxe erschaffen.“

„Bitte was?“ Claire hatte dieses Wort noch nie gehört, aber bei einem war sie sich sicher: In Verbindung mit Voldemort konnte das nichts Gutes bedeuten.

„Horkruxe sind Seelenstücke - Tom hat seine Seele gespalten.“ Dumbledores nüchterner Tonfall ließ die Nachricht noch grausamer klingen.

„Heißt das… heißt das etwa - Voldemort ist unsterblich?“ Patrick erschauderte bei dem Gedanken. Nichts war schlimmer als ein unbesiegbarer Gegner.

„In der Tat, Patrick, in der Tat.“

„Das ist ja grausam! Dann ist ja all unsere Arbeit umsonst!“ Leyah wollte das, was sie eben gehört hatte, nicht wahr haben.

„Nein ist es nicht.“ Dumbledore legte Beccys Mutter eine Hand auf den Arm. „Harry ist es in der Zukunft gelungen, die Seelensplitter zu zerstören.“

„Das nenne ich mal eine Leistung.“ Patrick stand wahrhaftig auf und verneigte sich vor Harry, der gar nicht wusste, wo er hingucken sollte.

„Nun, Harry“, wandte sich Dumbledore an seinen Schüler. „Möchtest du den Rest erzählen?“

Harry nickte.
„Um die Horkruxe zu zerstören, reisten ich und meine besten Freunde durchs Land. Dumbledore hatte meiner besten Freundin ein Buch mit alten Märchen gegeben. An einem Abend fanden wir heraus, dass die Geschichte der drei Brüder wahr ist.“

„Halt!“ Liam schüttelte den Kopf. „Was heißt hier wahr? Bedeutet das etwa, dass es den Elderstab und den Stein und den…“ Er erbleichte. „Und den Umhang wirklich gibt?“ Harry nickte.

„Der Umhang, der in der Familie Potter von Generation zu Generation vererbt wird, ist der Umhang des jüngsten Bruders.“

„Unglaublich!“ James' Vater war kurz davor aufzuspringen.

„Liam, bitte, beruhig dich ein bisschen und lass ihn zu Ende erzählen“, bat Claire den aufgebrachten Auror. Dieser schnaufte einmal schwer und blickte dann wieder Harry an.

„Wir fanden auch die anderen Gegenstände. Den Stab und den Stein…“ Seine Stimme drohte ihm zu versagen und nur Ginnys Nähe und das Wissen, dass jeder seiner Freunde zu ihm halten würde, gab ihm die Kraft weiter zu reden. „Ich hatte alle Horkruxe zerstört und war auf dem Weg mich Voldemort zu stellen, als ich den Stein fand.“ Claire und Leyah schnappten nach Luft, während Liam den Tisch umklammerte und Patrick einfach nur erstarrte.

„Ich hatte allerdings nicht bemerkt, dass Ginny mir gefolgt war und sie lief mich in dem Moment um, als ich den Stein drehte. Aber er funktionierte nicht ganz so wie er sollte. Statt seine im Märchen beschrieben Kräfte zu entfalten, katapultierte er mich und Ginny geradewegs in das Jahr 1977 - und hier sind wir“, schloss Harry und fühlte sich so erschöpft, als sei er gerade einmal um den Schwarzen See von Hogwarts gerannt.

Für einen Moment herrschte angespanntes Schweigen im Raum, ungläubige und etwas ratlose, beinahe überforderte Blicke trafen Harry, Ginny und Dumbledore. Doch auch Lily und James begannen, sich mehr und mehr unwohl zu fühlen, bis Patrick schließlich schnaufte und hervor brachte: „Und jetzt?“

Daraufhin erhob sich lautstarkes Stimmengewirr, welches erst durch Dumbledore unterbrochen werden konnte.

„Zum einen muss ich euch bitten, dass das hier Besprochene in diesen vier Wänden bleibt -“

Liam lachte trocken auf. „Was bleibt uns auch anderes übrig, wir können ja wohl kaum auf die Straße gehen und laut verkünden: Hallo Freunde, das hier ist unser Enkel und seine Freundin, welche aus der Zukunft kommen und uns helfen, Voldemort zu vernichten, oder?“

Dumbledore schüttelte den Kopf. „Nein, in der Tat, das können wir nicht. Was wir aber tun können ist, dafür zu sorgen, dass die Zukunft, die Harry und Ginny erleben werden, niemals wahr wird. Wir haben einen entschiedenen Vorteil: Die Prophezeiung, nach welcher Voldemort trachtete, ist noch nicht gesprochen worden und Harry ist hier ein Unbekannter. Dank ihm jedoch verfügen wir über Informationen, von denen Tom selbst noch nicht einmal etwas ahnt - und das können wir gegen ihn verwenden.“

Sein Blick ruhte auf der kleinen Gruppe vor ihm, nach seinen letzten Worten wirkten die vier nicht mehr ganz so vor den Kopf gestoßen. Man sah, dass es in den beiden Aurorenköpfen förmlich rauchte, bis Liam sich zu Wort meldete.

„Du hast Recht, Albus. Auch, wenn ich das Gefühl nicht los werde, dass das noch nicht alles ist, kann ich nicht leugnen, dass uns dieser - ich nenne es Mal Zufall - einen nicht zu unterschätzenden Vorteil verschafft. Wir müssen nur entscheiden, wie wir ihn nutzen und wie wir jetzt genauer vorgehen?“

„Das erste Ziel ist doch klar“, meldete sich nun Ginny zu Wort. „Wir müssen die Horkruxe finden und zerstören.“

Harry wollte gerade ansetzen zu erläutern, was sie alles bereits über die einzelnen Gegenstände wussten, als Claire, welche dicht bei Leyah saß, sagte: „Langsam, solltet ihr nicht erst eure Schulausbildung beenden?“

„Ja“, stimmte Claire ihr zu, „ihr habt noch sechs Monate vor euch, es wäre schade, wenn ihr die verbliebene Zeit nur noch in die Vernichtung Voldemorts steckt und gar nicht an die Zeit danach, denn dann werdet ihr einen Abschluss brauchen.“

„Aber Mum - “, wollte James widersprechen, doch Dumbledore hob die Hand.

„Deine Mutter hat Recht, James. Es steht dem sicherlich nichts im Wege, wenn ihr während dieser Zeit das vereinbarte Zusatztraining absolviert und euch so gut es geht auf das Kommende vorbereitet. Jedoch stimme ich Leyah und Claire vollkommen zu, dass euer Hauptziel die Abschlussprüfungen sein sollten. Wenn ihr die hinter euch habt, könnt ihr euch voll und ganz auf Tom Riddle konzentrieren.“

Die acht Jugendlichen sahen etwas geknickt drein, erkannten aber, dass es wenig Sinn haben würde, dem zu widersprechen.

„Moment“, warf Sirius ein und sah seinen Direktor fragend und etwas empört an. „Was für ein Zusatztraining, Sir?“

Nun hoben auch die anderen die Köpfe, als ihnen bewusst wurde, was genau der Schulleiter eben gesagt hatte.

„Ja, Angekündigtes Zusatztraining, wie meinen Sie das? Wir wissen von nichts“, beschwerte sich nun auch Beccy, in deren Stimme Neugier und Skepsis zugleich mitschwangen.

Auch Claire und Leyah sahen überrascht drein, nur Liam und Patrick blickten sich etwas schuldbewusst an, hatten sie doch ebenfalls den anderen vorenthalten, was sie mit dem Schuleiter besprochen hatten.

„Oh“, sagte Dumbledore nur und sah sie entschuldigend an. „Verzeihung, das vergaß ich zu erwähnen. Eigentlich solltet ihr es erst erfahren, wenn ihr wieder in Hogwarts seid“, wandte er sich an die acht Schüler, „Doch nun denke ich, sollten wir unser Vorhaben gleich hier erläutern.“

Dabei sah er Liam und Patrick herausfordernd an. Die beiden wurden unter den vorwurfsvollen Blicken ihrer Ehefrauen immer kleiner, während James' und Beccys Augen immer größer wurden.

„Dad, was habt ihr damit zu tun? Heißt das etwa - “, setzte Beccy an und man wusste nicht, ob es ein Lachen vor Freude oder Ärger war, als sie ihren Vater nicken sah.

„Genau, das heißt es, Beccy“, antwortete Liam, „ Patrick und ich werden ab Schulbeginn ein Extratraining leiten, an welchem nur ihr acht teilnehmt. Dort werden wir euch verschiedene Zauber, Banne und Flüche beibringen, die über den Schulstoff hinaus gehen. Aber wir sind der Meinung, dass ihr bei dem, was euch bevor steht, besonders vorbereitet sein solltet. Es wird kein gewöhnlicher Kampf werden, ihr müsst euch sehr gut verteidigen können und auf Situationen vorbereitet sein, die man, so leid es mir tut, in Hogwarts nicht lernt.“

„Wow, das ist cool!“, brach es begeistert aus Sirius heraus und auch Peters Augen begannen zu strahlen.

„Das sagst du nur, weil es nicht dein Dad ist, der uns unterrichtet“, murrte James, dem der Gedanke, Liam als Lehrer zu haben, gar nicht gefiel.

Sirius' Miene versteinerte sich. „Das willst du nicht wissen, wie das wäre, Krone“, sagte er dunkel und James taten seine Worte sofort leid.

„Sorry Tatze, war nicht so gemeint. Aber Dad - wehe, du redest mich mit Mister Potter an, dann leg ich meine Pflichten als Erstgeborener nieder.“

Liam lachte und grinste. „Natürlich nicht, Mister Potter, wie könnte ich? Es sei den, Sie reden mich mit Professor Potter an.“

„Na warte Dad, das gibt Rache“, schwor James, während Sirius laut los prustete und Lily mit den Augen rollte. Beccy hingegen sah genau so missmutig drein wie James.

„Na toll“, murrte sie nur, doch insgeheim war sie nicht ganz so genervt davon wie James. Ihr Verhältnis zu ihrem Dad war auch kein typisches Vater - Tochter - Verhältnis, es war eher wie Freunde, nur selten ließ Patrick den Vater herraushängen.

Und noch jemand war von dem Plan, dass Liam und Patrick von nun an Sonderunterricht geben sollten, nicht gerade begeistert - Leyah und Claire.

Empört wandte sich Letztere an ihren Ehemann. „Hast du nicht schon genug zu tun? Oder reicht dir der Job als Auror nicht? Nicht, dass ich es unseren Kindern nicht wünsche, aber meinst du nicht, dass es etwas zu Viel des Guten ist?“

„Claire, klar heißt es, dass wir in nächster Zeit am Wochenende weniger Zeit für einander haben, aber glaube mir, ich werde meinen ehelichen Pflichten auch weiterhin zu deiner Zufriedenheit erfüllen“, grinste Liam schalkhaft, wobei seine Frau bei dieser Aussage rot um die Nase wurde.

„Nun weiß ich, woher du deine freche Zunge hast“, meinte Lily und sah ihren Freund liebevoll an.

„Wie heißt es so schön? Wie der Vater so der Sohn, oder auch der Apfel fällt nicht weit von Stamm“, gluckste Dumbledore, welcher sich an die Schulzeit des Aurors erinnerte.

„Albus, bitte keine Storys jetzt, sonst werden uns unsere Kinder den Rest unseres Lebens zur Hölle mache“, flehte Patrick gespielt ängstlich, auch er erinnerte sich gerade an seine Schulzeit mit Liam zusammen.

„Nein, ich werde heute keine Geschichten erzählen, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, fügte er noch schnell hinzu, als er die enttäuschten Gesichter der acht Jugendlichen sah. „Wir müssen langsam los, denn wir haben den ganzen Nachmittag verquatsch und zum Abendessen solltet wir wieder in Hogwarts sein.“

Enttäuscht erhoben sich alle, jetzt, wo endlich Harrys Geheimnis raus war, hatte sich die Situation sichtlich entspannt. Keiner sah Harry mehr mit skeptischen Blicken an, keiner war ihm mehr feindlich gesinnt, keiner war mehr misstrauisch. Harry hoffte aber, dass er seine Großeltern bald näher und vor allem besser kennenlernen konnte. Langsam standen sie von Stühlen auf. Beccy ging zu ihren Eltern und ließ sich fest umarmen.

„Wir sind stolz auf dich, meine Kleine“, murmelte Patrick in ihr Haar, während er sie im Arm hielt.

Auch James ging zu seinen Eltern, während seine Mutter auch ihn fest in den Arm nahm, klopfte Liam ihm nur auf die Schulter. „Wir sehen uns nächste Woche in Hogwarts. Dann wollen wir mal sehen, ob du dein Ohnegleichen in Verteidigung auch verdient hast.“

Auch Sirius verabschiedete sich von seinen, wie er sie heimlich nannte, richtigen Eltern. Er wurde genau wie James vor ihm liebevoll in den Arm genommen. Als Claire sich von den beiden gelöst hatte, sah sie sich suchend um. Die restlichen fünf standen an der Tür zum Esszimmer und warteten, bis alle so weit waren und sie aufbrechen konnten.

Claire ging auf die kleine Gruppe zu und fragte gespielt vorwurfsvoll: „Wollen sich meine zukünftige Schwiegertochter und mein Enkelsohn denn nicht von mir verabschieden?“

Während Lily sich lächelnd in den Arm nehmen ließ, sah Harry betreten zu Boden. Er war es einfach nicht gewohnt eine Familie zu haben, die sich auch noch um einen sorgte und vor allem, eine, die einen mochte, ja sogar liebte und das obwohl er ihr komplettes Leben so mir nichts dir nichts auf den Kopf stellte. Letztendlich ließ auch er sich umarmen und genoss dieses Gefühl. Er prägte sich diese Situation ganz fest in seinem Kopf ein, denn auch dies war wieder ein Grund, warum er kämpfte, warum er nicht aufgab und sich nun schon zum zweiten Mal auf die langwierige Suche nach den Horkruxen und nach Voldemort machte. Warum er die Strapazen ein weiteres Mal auf sich nahm und er nicht aufgab.

Lächelnd trat Dumbledore mit James, Beccy und Sirius zu ihnen. In der Hand hielt er eine alte zerschlissene Zeitung. „Hier, unser Portschlüssel, er wird uns direkt in mein Büro bringen, von wo aus wir uns dann in die Große Halle zum Abendessen begeben können.“

Die acht nickten und fassten jeder einen Teil der Zeitung an. Kaum war dies geschehen, tippte der Schulleiter den Portschlüssel mit seinem Zauberstab an und zählte von drei rückwärts. Er sagte gerade eins, als alle dieses bekannte Ziehen hinter dem Bauchnabel spürten.

**

Nach dem Abendessen gingen alle in den Gemeinschaftsraum. Sie waren sich einig, dass es ein ruhiger Abend werden sollte. Sie wollten einen der letzten Abende genießen, bevor die anderen Schüler aus den Weihnachtsferien wiederkamen, dann würde es hier nicht so ruhig zu gehen. Denn bis auf die restliche Quidditch-Mannschaft waren sie die einzigen im Gryffindorturm.

James und Harry saßen auf einem Sofa vor dem Kamin und hatten ihren Besen auf dem Schoß und ein Besenpflegeset zwischen ihnen stehen. Stillschweigend hantierten sie an ihren Fluggeräten und lauschten den Gesprächen um sich herum. Genau wie Sirius und Remus, die vor einem Schachspiel saßen und versuchten sich gegenseitig fertig zu machen. Peter saß in einem Sessel neben ihnen und war beim Zusehen eingedöst. Die Mädchen saßen Harry und James gegenüber und unterhielten sich über die vergangenen Tage. Besonders über das, was heute passiert war.

„Pah, ich glaube es immer noch nicht, Sondertraining bei meinem Dad“, schnaufte Beccy ungehalten.

„Tu nicht so. Du freust dich doch, wenn du ihn öfters zu Gesicht bekommst“, versuchte Lily ihre Freundin zu beruhigen.

„Ja schon irgendwie, aber warum müssen wir unbedingt bei den beiden trainieren?“, seufzte sie theatralisch auf.

„Ich kann es auch nicht glauben. Aber wir sollten es positiv sehen“, mischte sich nun auch Sirius in das Gespräch mit ein.

„Was soll daran positiv sein Tatze“, fragte James genervt.

„Na ja, ganz einfach Krone, wir lernen von den besten Auroren unserer Zeit, zumindest sind die beiden die Besten, bis wir mit unserer Ausbildung fertig sind“, grinste Sirius breit.

„Ich freue mich auf diese Unterrichtsstunde“, meldete sich nun auch Harry zu Wort. „Vielleicht kann ich so Liam besser kennenlernen, schließlich kenne ich ihn nicht.“

Kurz herrschte betretenes Schweigen im Raum, bevor sich Peter zu Wort meldete, der bei James' Worten wieder erwacht war. „Vielleicht können die beiden uns ja bei der Animagussache helfen. Ich meine, wir drei haben fast zwei Jahre gebraucht. Diese Zeit haben wir jetzt aber leider nicht.“

„Ob das so eine gute Idee ist?“, antwortete James zweifelnd. Immerhin wussten seine Eltern nicht, dass er ein Animagus war und eigentlich sollte es auch so bleiben.

„Ich würde vorschlagen, wir alle denken darüber in Ruhe nach, wir müssen es ja nicht heute Abend entscheiden. Immerhin haben wir noch eine gute Woche Zeit, bis zum Training“, antwortete der ewig vernünftige Remus. „Ich gehe ins Bett, kommt ihr mit, Jungs?“

Alle stimmten dem Vorschlag des Werwolfes zu und sie erhoben sich, packten ihre Sachen zusammen und verließen den Gemeinschaftsraum in Richtung ihrer Schlafsäle.

Als die Jungs schon im Bett lagen, hörte man noch mal die Stimme von Harry, welcher im Halbschlaf murmelte: „Dreizehn soll also eine Unglückszahl sein, ah.“

„Wie Unglückszahl?“, fragte Sirius, welcher nicht verstand, worauf sein Patensohn hinaus wollte.

„Bei den Muggeln heißt es, die Dreizehn sei eine Unglückzahl, für uns ist es wohl eher eine Glückszahl“, antwortete er und beendete seinen Satz mit einem lauten Gähnen.

„Wieso ist es für uns eine Glückzahl?“ Sirius verstand immer noch nicht, was Harry ihm sagen wollte.

„Nun ja, jetzt heißt es Dreizehn gegen Voldemort!“

Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Verfasst: Do 10. Dez 2009, 15:53
von Tjeika
Hui, wieder was Feines und endlich Nachschub :lol:
Eine ganze Nacht warten kann ganz schön lang sein, wenn man in eine Abhängigkeit geraten ist.
Aber nun zum Wesentlichen, ich will dir deinen Schlaf ja gönnen.
Das Kapitel hat mir sehr gut gefallen, auch wenn sich einiges wiederholt hatte, was man vielleicht hätte zusammenfassen können, gerade, weil man diese Fakten als Leser schon kannte. Aber so war es auch in Ordnung, weil es eben nicht so ausgiebig war, wie bei den ersten Malen.
Alles in Allem ein sehr schönes Kapitel.
Kann ja noch ganz witzig werden, so mit Liam und Patrick als Lehrer *lach* Manche Verhaltensweisen liegen wohl echt in den Genen. Sie sind mir sehr sympathisch, ebenfalls Becky's und James' Mütter.
Nun bin ich sehr gespannt, wie es weitergeht...
:knuff: Ria

Re: Journey of destiny - Grenzen der Zeit (HP-FF)

Verfasst: Do 10. Dez 2009, 16:01
von vojka
Hach ja die Sucht *lach* Freut uns, dass dir die Kapitel immer noch so gefallen.

Nun gehts auch gleich weiter, damit du deine Sucht befriedigen kannst.

Kapitel 30

Die Schule beginnt

Die nächsten zwei Tage verbrachten die acht Freunde sehr ruhig, es galt nichts zu planen, keine neuen Geschichten zu enthüllen und auch keine Feste zu feiern. Das einzig Aufregende in diesen zwei Tagen war Ginnys Leistungstest. Sie kam am Nachmittag des vierten Januar ganz aufgeregt in den Gemeinschaftsraum gelaufen und warf sich in Harrys Arme.

„Ich hab's geschafft! Ich darf mit euch in die siebte gehen! Allerdings unter der Bedingung, dass ihr mir alle helft und mir Nachhilfe gebt“, lachte sie und schmiegte sich eng an Harrys Brust.

„Gratuliere, mein Engel! Ich werde dir so gut ich kann helfen“, murmelte Harry in ihr Haar und drückte ihr einen Kuss auf den Scheitel.

„Wir natürlich auch, du sollst nicht umsonst mit den vier Jahrgangsbesten befreundet sein“, grinste Sirius, welcher sich ehrlich für Ginny und Harry freute.

Am folgenden Tag sollte die Schule wieder beginnen. Total verschlafen und schlecht gelaunt, weil sie so früh aufstehen mussten, gingen die fünf Jungs in den Gemeinschaftsraum, wo die Mädchen schon auf sie warteten.

„Und da heißt es immer, dass Mädchen so lange im Bad brauchen“, schmunzelte Beccy, denn die Mädchen warteten schon seit einer geschlagenen Viertelstunde auf sie.

Ein kollektives Gähnen der Jungs war die einzige Antwort, welche Beccy bekam.

Harry, James und Remus begrüßten ihre Freundinnen halbherzig mit einem Kuss, bevor sie den Gemeinschaftsraum verließen und sich auf den Weg in die Große Halle machten. Sie setzten sich an eines der Enden des Gryffindortisches und wie schon am vorigen Abend wurden Harry und Ginny von den meisten in der Halle neugierig gemustert. Klar hatten viele von ihnen sie schon am Tag des Balles gesehen, aber da waren sie viel zu aufgeregt gewesen, als das sie auf Neue geachtet hätten. Nun war das Interesse an den beiden Zeitreisenden um so größer. Schließlich war es ungewöhnlich neue Schüler mitten im Schuljahr zu sehen.

„Ohman, das ist ja fast schlimmer als bei uns“, murmelte Harry, welcher zwischen Ginny und Lily saß und versuchte sich möglichst klein zu machen.

„Harry, das ist jetzt vielleicht zwei Tage so, bis alle wissen wer wir sind, aber danach herrscht Ruhe, also Kopf hoch, du hast schon Schlimmeres durchgemacht“, versuchte Ginny ihren Freund ein wenig aufzumuntern.

„Oder auch weniger als zwei Tage“, entgegnete Beccy, welche mit Remus den beiden gegenüber saß und auf Professor Dumbledore deutete, der die vielen Blicke ebenfalls bemerkt hatte und sich gerade erhob.

„Bevor wir das Frühstück beenden, möchte ich euch noch kurz zwei neue Schüler vorstellen, die aus dem fernen Australien zu uns gestoßen sind, um hier ihren Abschluss zu machen - Harry Smith und Ginerva Wright. Ich hoffe, ihr werdet sie freundlich aufnehmen und sie nicht die ganze Zeit mit Fragen bestürmen oder sie anstarren, als wären sie Tiere im Zoo.“

Viele der Blicke senkten sich schuldbewusst. Am Gryffindortisch atmete ein schwarzhaariger Junge mit Brille und smaragdgrünen Augen tief durch. Er hoffte, dass seine Mitschüler in dieser Zeit anders waren als die in seiner, denn dort würden sie ihn nach so einer Ansprache erst recht anstarren und beobachten in der Hoffnung, noch mehr Informationen zu bekommen.

„Was haben wir denn in der ersten Stunde heute?“, fragte James, sah in die Runde und hoffte eine Antwort von Remus zu bekommen, denn wenn Lily -

„James Liam Potter, wann merkst du dir endlich mal den Stundenplan? Jeden Morgen das gleiche Theater - Was haben wir gleich - und nach dem Mittagessen das selbe Spiel noch einmal. Weißt du denn nur deine Freistunden und die Zeiten für das Training vom elenden Quidditch? Denn wann wir unsere Kontrollrundgänge machen müssen, weißt du ja auch nie“, würde genau das passieren, was eben passiert war. Er wusste aus Erfahrung, dass dieser Vortrag noch bis zum Klassenzimmer so weiter gehen würde, aber er ergab sich seinem Schicksal, erhob sich mit seinen schmunzelnden Freunden und machte sich auf den Weg zum Klassenzimmer für Verwandlung, wie er am Weg, welchen sie eingeschlagen hatten, merkte.

Kaum hatten sie den Klassenraum betreten, trat auch schon Professor Minerva McGonagall ein.

„Heute werden wir dort weitermachen, wo wir vor den Ferien aufgehört haben. Kann jemand von Ihnen zusammen fassen, wo wir stehen geblieben waren?“, begann die Professorin den Unterricht und sah sich in der Klasse um. James und Sirius saßen in der letzten Reihe und taten so, als ginge sie der Unterricht nichts an. Remus und Peter saßen am Tisch vor ihnen und während Remus sich meldete, schien sich Peter klein zu machen, damit er nicht dran genommen würde. In der Reihe vor den beiden sah es ähnlich aus, während Lily sich hier meldete, starrte Beccy Löcher in die Luft. Harry und Ginny saßen am Tisch neben den beiden Mädchen und versuchten gar nicht erst zu denken, denn sie konnten ja nicht wissen, was vor den Ferien unterrichtet worden war.

„Mister Potter, hätten Sie die Freundlichkeit meine Frage zu beantworten“, sprach McGonagall nach einem Moment der Stille. Harrys Kopf fuhr hoch, er wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, als eine gelangweilte Stimme aus der letzten Reihe antwortete.

„Aber selbstverständlich, Professor. Vor den Ferien haben wir mit der vollständigen Verwandlung von Menschen in Tiere begonnen. Wir haben die Unterschiede von Animagi und Verwandlung in normale Tiere herausgearbeitet.“ James setzte sich wieder auf die Bank neben seinen besten Freund und beschäftigte sich wieder mit dem Hangman-Spiel, welches er gerade mit Sirius spielte.

„Sehr gut Mr. Potter, fünf Punkte für Gryffindor. Mister Black, können Sie mir die Unterschiede nennen, von denen Ihr Freund eben sprach?“, wandte sie sich nun an den anderen Schwarzhaarigen in der letzten Reihe.

„Es wird mir ein Vergnügen sein, Professor McGonagall. Animagi sind Zauberer, die sich wissentlich und ohne Zauberstab in ein bestimmtes Tier, welches immer die selbe Form hat, verwandeln können. Außerdem ist die Zeit der Verwandlung nicht zeitlich begrenzt wie bei den normalen Verwandlungen, wo man nicht länger als 12 Stunden in der Tiergestalt, welche auch nur mit dem Zauberstab und einer Zauberformel zu erreichen ist, umher wandeln kann.“

Auch Sirius setzte sich wieder hin und widmete sich dem Spiel. Die Professorin seufzte und lächelte dann. „Auch diese Antwort ist richtig, noch einmal fünf Punkte für Gryffindor. Aber trotz Ihrer Antworten würde ich die Herren bitten jetzt dem Unterricht zu folgen und sich nicht mit anderen Dingen zu beschäftigen.“

„Ich hab es gleich“, murmelte James und gleich darauf hörte man ein triumphiereindes „Ha! Stichpimpulibockforzelorum!

„Mister Potter! Was bilden Sie sich ein, fünf Punkte Abzug von Gryffindor und wenn ich noch einmal eine Störung von einem von Ihnen beiden höre, heißt es für beide Nachsitzen, an getrennten Orten. Dann können Sie über Ihr Verhalten in meinem und auch im Unterricht bei meinen Kollegen nachdenken.“

Den Rest der Stunde versuchten sie den Zauber an ihrem Sitznachbarn auszuprobieren. Während manche wie Lily, Remus, James, Sirius aber auch Severus Snape aus Slytherin, Patty Sullivan und Walther Matthew aus Ravenclaw den Zauber ohne Probleme schafften, hatten Ginny und Harry arge Probleme. Ginny schaffte es zwar Harry einen Hasenschwanz und die Hasenohren zu verpassen, aber Harry schaffte nicht die kleinste Verwandlung bei Ginny. Scheinbar fiel es doch auf, dass er in seiner Zeit das Siebte Schuljahr geschwänzt hatte um auf die Suche nach Voldemorts Horkruxen zu gehen.

„Harry was ist los mit dir?“, fragte Ginny am Ende der Stunde, als dieser seine Sachen in seine Tasche schmiss und aus dem Klassenraum rennen wollte.

„Ich bin gefrustet und genervt. Ich bin ein Jahr älter als du, aber ich bekomme diese blöde Verwandlung einfach nicht hin, nicht das kleinste Härchen hattest du im Gesicht. Selbst Peter, von dem mir immer gesagt wurde, er könne nichts, hat es geschafft Remus Schnurrhaare wachsen zu lassen“, grummelte er vor sich hin. Ginny ging zu ihm und nahm ihn in den Arm.

„Harry, du musst bedenken, du hattest letztes Jahr anderes zu tun, als zur Schule zu gehen. Es ist also kein Wunder, das es nicht auf Anhieb klappt, die anderen werden uns heute Abend sicherlich helfen“, redete sie liebevoll auf ihn ein, bis ein „Kommt ihr, wir müssen in die Kerker, Sluggy wartet nicht gerne“, sie unterbrach.

Zwei Stunden später war Harrys Laune, sofern das überhaupt möglich war, noch weiter gesunken. Er hätte nicht gedacht, dass er in den 4 Monaten, die er nicht in Hogwarts war, soviel verpassen würde. Zaubertränke war ja noch nie seine Stärke gewesen, aber die heutige Stunde war die reinste Katastrophe gewesen. Er hatte es zum ersten mal in seinem Leben geschafft, einen Kessel zum Schmelzen zu bringen.

„Ich glaube, ich sollte gleich freiwillig in die Sechste gehen, das kann ja eigentlich nur noch schlimmer werden“, murrte er, als er mit den anderen am Gryffindortisch beim Mittagessen saß. Wie beim Frühstück, saß er wieder zwischen seiner Freundin und seiner Mutter.

„Harry, das wird schon, ich werde mich einfach mit dir heute Abend hinsetzen und dann werden wir den Trank noch einmal brauen und du wirst sehen, es wird klappen und auch die Verwandlung bekommst du hin“, versuchte Lily ihren Sohn aufzuheitern, welcher sie dankbar, aber auch zweifelnd ansah. Er war erleichtert, dass er das alles nicht alleine durchstehen musste, dass seine Eltern und ihre Freunde und natürlich Ginny bei ihm waren. Er wüsste nicht, was er ohne sie machen sollte.

Als nächstes stand Pflege magischer Geschöpfe auf dem Plan. Hier lief es nicht ganz so schlecht für Harry, dank Hagrids Monsterfimmel und seinem Drang, besonders Harrys Klassenstufe andere Tiere als die Normalen und Langweiligen zu zeigen, hatte er die Thestrale, welche sie heute durchnahmen, schon gehabt.

„Wer von Ihnen kann mir etwas über diese Geschöpfe berichten?“, fragte Professor Kesselbrand, welcher vor der Klasse, aber in einigem Abstand zu den Tieren, stand. Bei den Thestralen stand kein geringerer als Hagrid. Harry meldete sich, denn er wollte zumindest einmal zeigen, das er auch etwas konnte und wurde auch sofort dran genommen.

„Thestrale sind Wesen, die nur von einer bestimmten Gruppe Menschen gesehen werden können. Nur, wer einen anderen hat sterben sehen, kann diese Geschöpfe erblicken“, begann Harry und wurde mit jedem Wort selbstsicherer. Das hier war endlich etwas, das er konnte, das er wusste! Den Gedanken daran, wie viele aus seiner Klasse damals diese Tiere hatten sehen können, schob er ganz schnell beiseite. „Es heißt, dass wer sie sehen kann, dem Tod geweiht ist, da sie ein Zeichen des Todes sind. Dies stimmt aber nicht, denn Thestrale sind sehr intelligente Tiere. Sie werden auch geflügelte Pferden genannt, aber durch ihre schwarze lederartige Haut, welche sich direkt über den Knochen spannt und den eher echsenartigen Kopf, sehen sie nicht so aus. Auch ihre Flügel sehen eher wie zu groß geratene Fledermausflügel aus. Thestrale können über weite Strecken Blut riechen und sind anders als ihre Artgenossen Fleisch- und nicht Pflanzenfresser. Sie sind sehr schnelle Flieger und können auch weite Strecke zurück legen, man sagt ihnen einfach, wo man hin möchte und schon geht es los“, zählte Harry auf, was er noch wusste. Er sah dabei jedoch nicht zu seinem jetzigen Lehrer für dieses Fach, sondern zu seinem zukünftigen, welcher ihm ein Lächeln schenkte.

„Das war sehr gut Mister Smith, nehmen sie zehn wohlverdiente Punkte für Gryffindor entgegen“, sagte Professor Kesselbrand sichtlich beeindruckt und wandte sich dann wieder an die Klasse. „Eigentlich hat Ihr Kamerad schon alles aufgezählt, das einzige, was ich vielleicht noch hinzufügen kann ist, dass Sie vor diesen Geschöpfen keine Angst haben brauchen, denn es ist die wohl einzige zahme Herde in ganz Groß Britannien. Hagrid, unser Wildhüter, hat dabei ganze Arbeit geleistet“, fügte er noch an.

So ging die Stunde weiter, ein bisschen erweiterte der Professor noch das, was Harry erzählt hatte, aber man konnte sagen, das dies an diese Tage mit Abstand die beste Stunde für Harry war.

Nachdem Lily und Remus von Alte Runen wieder da waren, trafen sich die acht im Schulsprecherraum. Dieses Zimmer hatte sich zu einer Art Hauptquartier entwickelt, wo sie ungestört für sich sein konnten, ohne von neugierigen Augen und Ohren beobachtet zu werden.

Der Raum war zudem groß genug, dass sich jeder bei Bedarf auch einen ruhigen Platz suchen konnte, um für sich zu lernen und nicht alle dicht beieinander saßen.
So kam es, dass Lily mit Harry an dem Zaubertrank arbeitete, James und Sirius mit geteilter Begeisterung über einem der Bücher saß, welche sie in der Winkelgasse gekauft hatten und Remus und Beccy einträchtig neben einander saßen und an einem Aufsatz für Zaubertränke arbeiteten. Wobei „arbeiten“ konnte man das nicht wirklich nennen, denn während Remus wirklich bemüht war, sich zu konzentrieren, fand Beccy dessen Hals viel interessanter und liebkoste eben jenen immer wieder mit kleinen Küssen, was Remus jedes Mal ein gequältes und zugleich verliebtes Lächeln entlockte.

„So so, das nennst du also Partnerarbeit, meine Liebe?“, grinste er, als er sich nun gänzlich ihr zuwandte und sie nun richtig küsste.

„Erfasst“, murmelte Beccy gegen seine Lippen. „Der Partner arbeitet und ich unterstütze ihn, wo ich kann.“

Remus lachte. „Aha. Unterstützung nennst du das also? Interessant. Ich würde eher sagen, das ist mutwilliges Unterbinden von unterrichtsbezogener Ausarbeitung.“

„Nicht doch, ich rege nur dein kreatives Denken etwas an“, sagte sie und begann wieder mit sanften Küssen seinen Hals zu traktieren, welchen Remus sich seufzend ergab.

„Nein Harry, warte“, hörte man Lilys Stimme aus eine der Ecken. „Den Fehler hast du eben im Unterricht auch schon gemacht. Lies dir bitte genau durch, was in der Anleitung für den Tank steht. Erst musst du das Silberkraut ganz feingehackt hinzugeben und dann den Saft der Affrodilwurzel vorsichtig einrühren -Tropfen für Tropfen. Wenn es zu schnell geht, ist die Kraft der Reaktion zu heftig und dann passiert genau das, was wir heute bei Slughorn erleben durften.“

Lilys Augen waren fest auf den Kessel gerichtet und auf die Hände ihres Sohnes, jede Bewegung seinerseits überwachte sie akribisch genau. Harry stellte mit einem Seufzen das Brett mit dem Silberkraut zurück und schnappte sich erneut das Messer, um es noch weiter zu zerkleinern. Als Lily schließlich zustimmend nickte, gab er es in kleineren Portionen, sich immer an ihre Anweisungen haltend, in den Kessel. Schließlich öffnete er die letzte Phiole und ließ - Tropfen für Tropfen - die leicht trübe Flüssigkeit hinein träufeln.

Noch ein paar Minuten ziehen lassen, dann war der Trank fertig - und, ganz wie Lily es prophezeit hatte, wirklich gelungen. Im Stillen musste Harry seinem späteren Professor Slughorn Recht geben, Lily hatte wirklich ein Talent für Tränke, kein Wunder, dass dieser in so hohen Tönen von ihr gesprochen hatte, als habe er sie gestern das letzte Mal gesehen.

Versteckt musterte er seine Mutter aus dem Augenwinkel. Wieder einmal wurde ihm bewusst, dass sie hier lebendig vor ihm stand und weitaus mehr war als nur eine Erinnerung eines in die Jahre gekommenen Tränkemeisters.

Peter und Ginny hingegen übten sich an dem Verwandlungszauber vom Vormittag, der ihnen jedoch noch immer Schwierigkeiten bescherte. Woran es genau lag, konnte keiner von ihnen sagen, daher waren sie beide nach kurzer Zeit genervt und frustriert und sprachen den Zauber weiterhin mit Verbissenheit, sie wollten diesen Zauber beherrschen.

„Guck mal James, sieht Ginny mit den Pfoten nicht süß aus?“, witzelte Sirius, der den beiden bei ihren Bemühungen zu sah.

„Ja tut sie, was das wohl mal werden soll, wenn Pete endlich fertig ist?“, stichelte James weiter und lachte mit Sirius um die Wette.

„Ihr braucht euch gar nicht so aufzuspielen, ich schaffe es noch Ginny in eine Katze zu verwandeln“, sagte Peter sichtlich beleidigt und wandte sich wieder zu seiner Lernpartnerin um.

„Ach, eine Katze soll sie werden, James ich glaube wir sollten unserem guten Wurmschwanz zeigen, wie so ein Tier aussieht.“ Sirius zog seinen Zauberstab, schwenkte ihn einmal und murmelte leise den Zauberspruch. Keine zwei Sekunden später stand ein süßes kleines Kätzchen vor den Füßen des Rattenanimagus.

„Haha, sehr witzig, ich weiß, dass ihr das könnt.“ Peter drehte ich weg und setzte sich mit dem Rücken zu den beiden in einen Sessel. James und Sirius sahen sich leicht beteten an und verwandelten Ginny stumm wieder zurück, welche auch sofort los polterte.

„Was bildet ihr euch eigentlich ein ihr Zwei?!“, fuhr sie die beiden Rumtreiber an und ging auf sie zu, sie hob ihre Hand und während sie weiter schimpfte, piekste sie ihnen abwechseln mit ihrem Finger auf die Brust. „Anstatt euch über uns lustig zu machen, könntet ihr die Güte haben uns zu helfen und uns zu sagen, was wir falsch machen. Nein, ihr hackt wieder lieber auf Peter und nun auch auf mir herum. Ihr zwei solltet euch schämen!“

Sie drehte sich mit Schwung um, so dass ihre langen roten Haare den beiden Jungs um die Ohren flogen. Hatten sie nicht noch vor ein paar Tagen versprochen solche Aktionen zu lassen? Und was war nun, alle guten Vorsätze wieder über den Haufen geworfen? James und Sirius standen auf und gingen auf die beiden zu, denn Ginny hatte sich jetzt genau wie Peter in einen Sessel gesetzt und sich noch einmal ihr Verwandlungsbuch geschnappt um nach zu lesen, was sie falsch machten.

„Ihr müsst euch das Tier besser in euren Gedanken vorstellen und die Zauberstabbewegung darf nicht so hart ausgeführt werden, sie muss flüssiger sein, geschmeidiger“, sagte James einlenkend.

So ging das lernen weiter und Ginny und Peter schafften es mit den Tipps von James nach etwa einer halben Stunde den jeweils anderen in ein Tier zu verwandeln. Auch Harry, welcher nach seiner Zaubertrank-Nachhilfe den Verwandlungszauber übte schaffte ihn mit etwas Hilfe und er konnte erleichtert ins Bett gehen.

„Vielleicht schaff ich es ja doch, dieses Jahr zu überstehen“, seufzte Harry, als er und die anderen Jungs schon in ihren Betten lagen.

„Du schaffst es bestimmt Harry, heute Abend hat doch alles gut geklappt“, murmelte Remus, welcher schon halb schlief noch undeutlich.

Der nächste Morgen begann wie der Letzte. Die Jungs kamen kaum aus ihren Betten und die Mädels warteten schon ungeduldig im Gemeinschaftsraum auf sie. Nach einer kurzen Begrüßung machten sie sich auf den Weg in die Große Halle. Harry stellte überrascht fest, dass er heute schon weniger angestarrt wurde, als gestern zum Frühstück. Das Mittagessen hatte er zwar in der Halle eingenommen, aber auf Grund seiner Laune hatte er nichts um sich herum wahrgenommen und beim Abendessen war er der Halle lieber fern geblieben. Er hatte sich in die Küche verdrückt und dort bei den freundlichen Hauselfen eine Kleinigkeit gegessen, bevor es ans Lernen gegangen war.

Er seufzte und ließ sich an den Gryffindortisch zwischen Ginny und Sirius plumpsen.

„Wenn ich auf dem Stundenplan richtig gesehen habe, haben wir heute Verteidigung, oder? Wie ist der Lehrer so?“, leiser fügte er noch hinzu, „ habt ihr auch jedes Jahr einen Neuen, so wie wir in unserer Zeit?“

„Stoneheart kam erst dieses Jahr her, aber ich glaube ich sag besser nichts über ihn, er guckt so zu uns rüber. Manchmal habe ich das Gefühl, er spürt, wenn über ihn gesprochen wird.“ Beccy schüttelte sich, als sie dem Lehrer ins Gesicht sah.

„Er ist eigentlich Auror, hat aber dieses Jahr den Job hier übernommen. Er versteht was von seinem Fach, aber manchmal denke ich, er verwechselt uns mit Aurorenanwärtern“, fügte James hinzu, als er Harrys neugierig gewordenen Blick sah.

„Und er hasst mich“, murmelte Sirius in seinen nicht vorhandenen Bart.

„Wieso meinst du das denn?“, wollte Ginny von ihm wissen, welche sich an Harry vorbei beugte um Sirius anzusehen.

„Weil ich ein Black bin. Er ist so auch zu den meisten Slytherins, er hasst die dunklen Künste und alle, die nur ansatzweise damit zu tun haben“, murrte er und sah auf seinen Teller.

„Na los, erhebt eure müden Knochen, Flitwick wartet nicht gerne“, forderte Lily ihre Freunde eine Weile später auf. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg zum Klassenzimmer für Zauberkunst.

„Sie haben ja schon in Ihrem sechsten Schuljahr kleinere Zauber an Ihnen ausprobiert, um Ihr Aussehen zu verändern, heute werden wir das etwas vertiefen und etwas weiter gehen. Sie werden sich verwandeln, so gut es geht. Versuchen Sie uns zu überraschen, versuchen Sie uns hinters Licht zu führen. Dies werden wir heute üben. Ich werde Ihnen auch gleich Ihre Hausaufgaben aufgeben. Schreiben Sie mir 25 Zoll Pergament bis zur nächsten Stunde, außerdem werden wir nächsten Freitag einen kleinen Wettbewerb veranstalten. Wie es genau aussehen wird, verrate ich noch nicht, aber ich rate Ihnen, wenn Sie gewinnen wollen, dann üben Sie fleißig“, eröffnete der kleine Professor Flitwick seine Zauberkunst Stunde.

Die Stunde verlief ereignislos. Alle versuchten sich so gut sie konnten zu verwandeln, bei manchen klappte es besser als bei anderen, aber alle nahmen sich vor, fleißig zu lernen, denn man wusste ja nie, was sich Flitwick ausgedacht hatte. Nach der Stunde packten sie schnell ihre Sachen um zur nächsten Stunde zu kommen.

Sie liefen die Gänge entlang und Harry und Ginny fragten sich, warum die anderen so hetzten. Er kannte es nur von einer Professorin, dass sie so streng war, eine klitzekleine Verspätung nicht zu entschuldigen - Dolores Janes Umbridge.

Nein, schalt sich Harry selbst, schlimmer als diese Person kann dieser Jack Stoneheart auch nicht sein.
Sie betraten den Klassenraum und mussten feststellen, dass die anderen schneller waren, denn die letzten Reihen waren schon besetzt.

„Na super! Als ob er mich so schon nicht genug beobachten würde, nein, nun muss ich auch noch so weit vorne sitzen“, schimpfte Sirius, während er sich in die zweite Reihe setzte.

„Mister Black, wollen Sie mir etwas sagen? Wollen Sie behaupten, ich würde meine Schüler ungerecht behandeln?“, fragte Professor Stoneheart, welcher gerade de Klassenraum betreten hatte und Sirius' letzte Worte vernommen hatte.
Er war ein großer, muskulöser Mann mit kurzen, blonden Haaren. Sein Blick war fest entschlossen, beinahe Angst einflößend, wie er Sirius aus seinen stahlblauen Augen musterte.

„Nein, Professor Stoneheart“, sagte Sirius und senkte seinen Blick.
Harry sah seinen Paten ungläubig an. Seit wann war Sirius Black so kleinlaut?

„Gut, da dies nun geklärt ist, können wir ja mit dem Unterricht anfangen. Mal sehen, was Sie wieder alles über die Ferien vergessen haben. Sie werden kleine Trainingsduelle durchführen und Sie beide“, dabei zeigte er auf Ginny und Harry, die ihn bisher nur wie ein Schein, das fliegen kann, angesehen hatten, „Sie werden einen kleinen Test schreiben, damit ich sehen kann, wie wenig Sie wissen.“

Alle erhoben sich von ihren Plätzen und mit einem Schlenker seines Zauberstabes entfernte Stoneheart alle Tische bis auf zwei und stellte je einen rechts und links von seinem Pult auf.

„Sie haben jetzt eine Stunde Zeit zu zeigen, wie wenig Sie die Theorie dieses Faches beherrschen. Danach werden wir uns ansehen, wie Sie in der Praxis versagen werden.“

Wenn Harry nicht gewusst hätte, dass er in diesem Fach gut war und bisher nicht die kleinsten Probleme gehabt hatte, hätte er bei dem fiesen Grinsen des Professors Angst bekommen.

Zwei Stunden später verließen sie alle recht geschlaucht den Klassenraum.

„Mann, hättet ihr mich nicht vorwarnen können?“, maulte Harry und schlurfte etwas beleidigt neben Ginny hr, die wiederum noch entnervter aussah.

„Dann hättest du doch nur den Schwanz eingezogen, Harry“, warf Beccy ein, die irgendwie eine super Laune hatte - trotz der Stunde bei Stoneheart. Harry hingegen brummte nur.

„Dann hätte ich aber gewusst, dass mich da eine Person erwartet, die ja noch grausamer ist, als Umbridge damals, vielen Dank auch!“, motzte er und zog das Tempo an, die Stunde war so ganz und gar nicht verlaufen, wie er sich das vorgestellt hatte.

Die anderen ließen den Schwarzhaarigen ziehen und wandten sich nun an Ginny.

„Und, erzähl, wie lief es bei dir?“, wollte Lily wissen und sah ihre neue Mitschülerin prüfend an.

„Frag lieber nicht“, seufzte Ginny und blickte zu Boden. „Es war die reinste Katastrophe. Ich kann froh sein, wenn er mich nach dem Theorieteil nicht in die erste Klasse zurück versetzt und hätte ich nicht die DA gehabt, wäre ich in der Praxis ebenso unter gegangen“, murmelte sie leise und traute sich kaum, auf zu blicken. Da hatte sie die Prüfungen für die siebte Klasse so gut bestanden und kam sich jetzt unwissender als ein Erstklässler vor - war das etwa gerecht?

Sirius jedoch horchte auf. „DA? Was ist das?“

Verwirrt blickte Ginny ihn an, ihr war gar nicht bewusst gewesen, dass sie darüber überhaupt gesprochen hatte.
„Ähm… wir hatten vor zwei Jahren eine Lehrerin in Verteidigung gegen die Dunklen Künste, welche uns das aktive Zaubern verbot und uns Kinderbücher als Lehrmaterial vorsetzte - also kamen Harry und seine Freunde auf die Idee, eine Gruppe zu gründen, in welcher wir aktiv zaubern konnten. Harry war damals unser Lehrer und in meinem sechsten Jahr haben Neville und ich die Leitung übernommen. Wir nannten uns Dumbledores Armee - DA. Dort haben wir hauptsächlich Verteidigungs-, aber auch Angriffszauber geübt. Ohne diese Gruppe wäre ich heute in dem Praxistest erst recht unter gegangen.“

Beeindruckt sahen die sechs sie an.

„Wow“, entfuhr es James und sein Blick schweifte nach vorn in Richtung Große Halle, wo Harry schon zum Mittagessen entschwunden war.

„Cool“, sagte Beccy und auch Lily und Remus schienen sichtlich angetan von Ginnys Erzählung. Peter hingegen sah sogar beinahe etwas ängstlich aus.

„Wolltet ihr wirklich eine… Armee gründen?“, fragte er leise und blickte sie unsicher an. Doch er schaffte es nicht, ihr in die Augen zu sehen und wich ihrem Blick aus.

„Ähm…“, machte Ginny, sie hatte eigentlich jetzt keine Lust, zu erklären, warum genau sie sich damals Dumbledores Armee genannt hatten. Doch dann erkannte sie Peters Gedanken und schüttelte schnell den Kopf. „Nein, keine Angst Pete, wir wollten niemanden rekrutieren oder in den Kampf schicken - wir wollten nur diejenigen, die sich verteidigen wollten, auch darauf vorbereiten, ihnen die Möglichkeit geben, das zu lernen, was unsere so genannte Lehrerin uns vorenthielt.“

Kurz darauf kamen sie am Gryffindortisch an, wo ein sichtlich genervter Harry lustlos in seinem Mittagessen herum stocherte.

James und Sirius traten beide von hinten an ihn heran und klopften ihm synchron auf die Schulter.
„Gut gemacht, Harry“, sagte sie wie aus einem Munde und setzten sich rechts und links neben ihn.

Überrascht hob Harry den Kopf, doch als er die grinsenden Gesichter seines Paten und seines Vaters sah, maulte er nur ein „Haut bloß ab und lasst mich in Ruhe!“, und widmete sich weiter seinem Hacksteak.

„Die Idee mit der DA hätte von uns sein können“, meinte Sirius nur und begann damit, sich Kartoffeln und einen wahren Berg Würstchen auf seinen Teller zu häufen.

Harrys Gabel hielt inne, als er die Worte hörte.

„Und? Die Idee kam sicherlich nicht von mir“, grummelte er, „das hat mir meine sogenannte beste Freundin eingebrockt.“ Finster blickte er starr auf seinen Teller, ohne Ginnys bohrende Blicke zu beachten.

„Sicher“, schnaubte Ginny und auch ihre Laune schien nun selbst unter den Gefrierpunkt gesunken zu sein. „So schlecht fandest du die DA auch wieder nicht - ich muss dich nicht an Weihnachten erinnern, oder?“

Harry blickte sie verständnislos an. In Ginnys Augen war nun nicht mehr die Enttäuschung über die verpatzte Stunde bei Stoneheart zu lesen, sondern Wut auf ihn - und Verletztheit.

„Ähm…“, machte er intelligenter Weise, doch Ginnys Gabel knallte laut auf den Teller nieder, als sie ihm den Namen „Cho!“ beinahe entgegen spuckte.

James' und Sirius' Blicke blitzten auf. Das war ja höchst interessant!

„Wer ist Cho?“, fragte James, doch Lily trat ihm kräftig gegen das Schienbein.

Harry hingegen sah seine Freundin immer noch ungläubig an. „Du… du bist immer noch eifersüchtig auf Cho? Komm schon Gin, das ist lächerlich, das weißt du - “

Doch das war Ginny zu viel, wutschnaubend sprang sie von ihrer Bank auf, warf Harry beinahe ihren Kelch mit Kürbissaft ins Gesicht und war im nächsten Moment aus der Halle entschwunden.