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Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: So 23. Mai 2010, 22:19
von Siria
Dnjepr, auf der Holmgard
07. März 768, Vormittag
Lysir setzte sich neben Inga und griff ebenfalls zum Nähzeug, um das Segel schnell zu flicken. "Beleib ruhig. Es ist wichtig, dass wir das Segel ordentlich flicken. Wir werden sie zurückholen. Egal wie." sprach er ruhig zu ihr, auch wenn er ahnte, dass sie diese Worte wohl kaum hören wollte.
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: So 23. Mai 2010, 22:22
von Tjeika
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Dnjepr, auf der Holmgard
07. März 768, Vormittag
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"Ruhig bleiben?", fragte sie leicht aufgebracht, blickte jedoch nicht zu Lýsir auf, sondern nähte fleißig weiter.
"Wie soll ich bitte ruhig bleiben?", sprach da die Wut aus ihr.
Und mitnichten hatte sie sie gegen Lýsir richten wollen, doch dazu war sie einfach zu aufgebracht, zu wütend, als dass sie auch nur im Ansatz dazu in der Lage gewesen wäre, ihre Wut in irgendeiner Art und Weise zu kanalisieren. Glücklicherweise, wie Inga befand, hatten sie mittlerweile gut die Hälfte geschafft... fehlte noch die andere Hälfte des Risses, welcher geflickt werden wollten. Inga schien es, als würde die Zeit gegen sie arbeiten...
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: So 23. Mai 2010, 22:33
von Siria
Dnjepr, auf der Holmgard
07. März 768, Vormittag
Lýsir sagte darauf nichts, sondern nähte weiter, so schnell er dies eben konnte. Er konnte Inga verstehen, die Lage war mit nichten gut, eigentlich war sie so gut wie aussichtslos.
Endlich waren sie fertig und konnten das Segel wieder hissen, aber sie hatten viele wertvolle Zeit verloren.
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: So 23. Mai 2010, 22:37
von Tjeika
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Dnjepr, auf der Holmgard
07. März 768, Vormittag
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Es schienen Inga Stunden zu vergehen, ehe das Segel wieder gehisst war, doch kaum dass es befestigt war, atmete sie beinahe schon erleichtert auf.
"Schnell, weiter!", rief sie ungeduldig und rieb sich die Hände.
Sie merkte, wie sehr sie zitterte und hoffte inständig, aufgrund ihrer Angst um Thyra keine Fehler beim Flicken des Segels gemacht zu haben. Noch einige Sekunden lang starrte sie auf das Segel und erst, als die Holmgard wieder Fahrt aufnahm, wand sie den Blick ab und traf den von Lýsir.
"Entschuldigt bitte, ich habe... Euch nicht so anfahren wollen", murmelte sie und blickte immer und immer wieder in die Richtung, in der am fernen Horizont das Schiff aus Miklagard zu erkennen war.
So viel Zeit, die sie verloren hatten. Viel zu viel Zeit. Doch es tat ihr wirklich leid, dass sie ihre Wut an Lýsir, der ihr sogar noch geholfen hatte, ausgelassen hatte. Sie hoffte, er nahm es ihr nicht allzu übel.
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: So 23. Mai 2010, 22:52
von Siria
Dnjepr, auf der Holmgard
07. März 768, Vormittag
Lýsir lächelte Inga an. "Das ist in Ordnung. Du mußt dich nicht entschuldigen. Diese Lage ist äußerst schwer. Sehen wir zu, dass wir wieder volle Fahrt aufnehmen."
Lýsirs Blick ging den Fluss entlang. Sie hatten schon so viel Abstand. Es war im Grunde aussichtslos, das Schiff jetzt wieder einzuholen.
"Wir werden sie definitiv finden." sprach er mit entschlossener Stimme.
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: So 23. Mai 2010, 22:55
von Tjeika
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Dnjepr, auf der Holmgard
07. März 768, Vormittag
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"Wollt Ihr mich begleiten?", fragte Inga, nachdem sie ein kurzes Gespräch mit Thor geführt hatte.
Sie sollte hinunter in die Kapitänskajüte gehen und einige Karten der Gegend auswerten, um herauszufinden, wo man das Schiff, dessen Mannschaft Thyra entführt hatte, am Besten einholen und angreifen konnte. Und sie hatte das Gefühl, sie müsste sich noch einmal bei Lýsir in irgendeiner Art und Weise für ihr Fehlverhalten entschuldigen. Vielleicht konnte sie es auf diese Art, ihm ein wenig Verantwortung zu übertragen, wieder ein wenig gut machen.
"Karten auswerten", beantwortete sie seine unausgesprochene Frage, immerhin war das ein Vieraugengespräch mit Thor gewesen, der am Steuer geblieben war.
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: So 23. Mai 2010, 23:04
von Siria
Dnjepr, auf der Holmgard
07. März 768, Vormittag
"Oh." sprach Lýsir etwas überrascht. "Ich helfe, wo ich kann."sprach er weiter und blickte Inga an.
Sie gingen in die Kapitänskajüte. "Also, wie kann ich helfen?"
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: So 23. Mai 2010, 23:07
von Tjeika
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Dnjepr, auf der Holmgard
07. März 768, Vormittag
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Inga bedeutete Lýsir, sich doch an den große, ovalen Tisch zu setzen, der in der Mitte des Raumes stand. Sie selbst ging in der Zwischenzeit an einen Schrank und holte drei oder vier Rollen Pergament hervor. Dies waren die Karten dieser Gegend bis hinunter nach Miklagard, wie Thor es ihr gesagt hatte.
"Wir müssen einen Weg finden, das Schiff, welches Thyra entführt hat, zu stellen", erklärte sie kurz mit noch immer zitternder Stimme und legte die Karten auf dem Tisch ab, wobei sie merkte, dass auch ihre Finger immernoch zitterten.
Dann ging sie an eine weitere Schublade, um das Vermessungswerkzeug zu suchen, von dem sie nicht genau wusste, wo es sich befand.
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: So 23. Mai 2010, 23:25
von Siria
Dnjepr, auf der Holmgard
07. März 768, Vormittag
Lýsir blickte auf die Karten auf dem Tisch. Er wollte nicht ehrlich sein, denn gut sah es nicht aus. Aber Inga sah noch immer so geschafft aus, dass er ihr dies nicht sagen wollte.
"Wir sollten sie so schnell wie möglich stellen. Noch bevor sie irgendwo anlegen." Er versuchte motivierend zu sprechen und nicht Inga noch mehr zu entmutigen.
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: So 23. Mai 2010, 23:28
von Tjeika
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Dnjepr, auf der Holmgard
07. März 768, Vormittag
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"Ich weiß, dass dieser Hafen", begann Inga und setzte sich dann mit dem endlich gefundenen Vermessungswerkzeugen noch in der Hand auf den Stuhl neben Lýsir.
"Gerne als Sklavenmarkt für die Sarazenen benutzt wird", sprach sie weiter und dann seufzte sie.
Es war der nächste Hafen, den sie anlaufen würden. Nachdem sie das Werkzeug neben die Karte gelegt hatte, stützte sie beinahe schon verzweifelt den Kopf in die Hände und fuhr sich einmal durchs Haar. Gute Aussichten waren definitiv etwas anderes...