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Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: Mo 29. Mär 2010, 16:22
von Siria
Auf dem Fluss Newa, auf der Holmgard
28. Februar 768, Abend
"Allerdings und bis auf Iljana sind sie auch alle sehr aufgeschlossen." bestätigte Thyra. Es war wirklich um einiges angenehmer, dass nun ein paar mehr Frauen an Bord waren. Die Männer achteten so nicht nur auf Inga und sie und was sie taten. Außerdem war es eine sehr willkommene Abwechslung
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: Mo 29. Mär 2010, 16:25
von Tjeika
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Auf dem Fluss Newa, auf der Holmgard
28. Februar 768, Abend
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"In der Tat, Iljana ist schon ein wenig merkwürdig", murmelte Inga zustimmend und begann nun, auch das Holzbesteck auf dem Tisch zu verteilen.
"Aber Njal hat sich in den letzten Tagen dir gegenüber auch ein wenig mehr zusammengerissen", stellte Inga dann fest.
"Deine klare Ansage hat wohl doch etwas gebracht."
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: Mo 29. Mär 2010, 16:27
von Siria
Auf dem Fluss Newa, auf der Holmgard
28. Februar 768, Abend
Thyra fing an zu lachen. "Der Arme, ich wollte eigentlich noch mal mit ihm reden. Ein wenig leid tat er mir schon. Aber das muß er nun verkraften und ich bin froh, dass es so besser läuft!"
Thyra stellte die restlichen Lebensmittel auf den Tisch. "Ich glaube, wir können essen."
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: Mo 29. Mär 2010, 16:33
von Tjeika
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Auf dem Fluss Newa, auf der Holmgard
28. Februar 768, Abend
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"Vielleicht solltest du wirklich noch einmal mit Njal reden. Er wirkt in den letzten Tagen doch etwas verstört, gerade, wenn du in der Nähe bist", gab Inga gegenüber Thyra zu bedenken.
"Gut, ich hole die Mannschaft", sagte sie dann mit einem Blick auf den fertig gedeckten Tisch nickend.
Dann ging sie an Deck...
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: Mo 29. Mär 2010, 17:09
von Siria
Auf dem Fluss Newa, auf der Holmgard
28. Februar 768, Abend
"Ja" sprach Thyra leise. Sie mußte wirklich mit ihm reden. Nach und nach kam die Mannschaft und die Passagiere nach unten. Sie aßen alle zusammen. Thyra mochte dies, denn so konnte man sich besser unterhalten und erfuhr viele interessanten Geschichten.
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: Mo 29. Mär 2010, 17:16
von Tjeika
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Auf dem Fluss Newa, auf der Holmgard
28. Februar 768, Abend
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Die Mannschaft und die Passagiere hatten sich an den großen Tisch in der Mannschaftsküche hingesetzt. In Holmgard hatte sich die Anzahl derer, die hier arbeiteten oder auf der Holmgard mit nach Miklagard oder Kiev reisten, verdoppelt. Und das bedeutete auch, dass sie unheimlich viel Proviant mit an Bord hatten nehmen müssen. Ein wenig sorgte Inga sich, dass es nicht bis nach Kiev ausreichen würde. Die Männer und Frauen waren hungrig. Hungriger als erwartet, wie Inga Abend für Abend und Morgen für Morgen bei den Mahlzeiten feststellen musste.
Doch die Mahlzeiten waren es, bei denen man die interessantesten Geschichten und die interessantesten Beweggründe für diese Reise erfahren konnte - denn nur beim Essen kamen alle zusammen.
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: Mo 29. Mär 2010, 17:48
von Siria
Auf dem Fluss Newa, auf der Holmgard
28. Februar 768, Abend
Es wurde viel erzählt. Thyra lauschte gerne den Geschichten, vor allem, weil sie selber noch jung war und viele ältere der Mannschaft oder auch der Passagiere kannten die Strecke und hatten so einiges zu erzählen.
Nur Iljana schien das alles nicht zu interessieren. Sie saß nur stumm auf ihrem Platz, Thyra verstand dies nicht, aber es war ihre Sache.
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: Mo 29. Mär 2010, 18:03
von Tjeika
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Auf dem Fluss Newa, auf der Holmgard
28. Februar 768, Abend
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Iljana war wahrlich eine Geschichte für sich - eine Geschichte, die sich einfach nicht erzählen lassen wollte. Stumm, wie auch an den Abenden zuvor, saß sie an ihrem Platz, starrte nur ihr Essen an, vermied den Blick der anderen und sowieso, kapselte sie sich von allem und jedem ab. Schulterzuckend hatten die Anderen es hingenommen, nach den ersten erfolglosen Versuchen einer Kommunikation mit ihr. Man wollte ja auch keine Zeit vergeuden. Und das war bei ihr augenscheinlich der Fall.
"Ich reise jetzt das dritte Mal nach Miklagard", erzählte Vanda, eine Frau, die ihre besten Jahre nun wahrlich schon hinter sich hatte.
"Als ich das erste Mal dort ankam, wurde ich von den Sarazenen gefangen genommen und als Sklavin verkauft. Doch mein Mann konnte mich schließlich wieder freikaufen nach drei langen Jahren. Und dennoch zieht es mich immer und immer wieder dorthin. Gerade jetzt, wo mein Mann an der Tafel Odins sitzt, wurde es für mich Zeit, die alten Zeiten hinter mir zu lassen."
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: Mo 29. Mär 2010, 18:41
von Siria
Auf dem Fluss Newa, auf der Holmgard
28. Februar 768, Abend
"Wir, also mein Mann und ich, wir sind auf der Suche nach unserem Sohn. Er ist verschollen, irgendwo auf dem Weg von Holmgard nach Miklagard. Genaues wissen wir nicht, aber ich bin mir sicher, er lebt noch. Eine Mutter spürt so etwas.." die alte Dame seufzte und blickte Thyra an. "Ich kann nicht verstehen, dass ein so junges Mädchen wie ihr es seid, sich auf so eine waghalsige Reise begibt. Es drohen so viele Gefahren..."
Thyra wußte es manchmal selber nicht mehr, wenn sie die ganzen Geschichten hörte, vor allem die negativen Geschichten. Sie lächte die alte Frau an, aber erwiderte nichts. Sie konnte es nicht oder wollte nicht, sie hatte es schon so oft erzählt, und ein manches Mal, fragte sie sich, warum sie es tat und sie hatte Mühe, die Gründe zu nennen.
Plötzlich stand Iljana auf, dabei fiel ihr Becher polternd zu Boden, jedoch hob sie ihn nicht auf, stattdessen verließ sie den Tisch. Thyra blickte ihr hinter her. Was war nur mit ihr?
Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer
Verfasst: Mo 29. Mär 2010, 18:43
von Tjeika
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Auf dem Fluss Newa, auf der Holmgard
28. Februar 768, Abend
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Überaus verwirrt blickte Inga Iljana hinterher.
"Was war denn das?"