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Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer

Verfasst: Mo 8. Mär 2010, 15:23
von Siria
Holmgard, in den Straßen
26. Februar 768, Mittag

"Gerne, wenn sie nichts dagegen haben!" erwiderte Thyra. Gemeinsam mit Inga ging sie zu der kleinen Gruppe von Kindern und älteren Menschen. Schon vom weiten konnte man hören, dass die Älteren den Kindern Geschichten erzählten. Thyra fühlte sich in ihren Kindheit zurückversetzt.
Sie blieben vor der Gruppe stehen. Eine ältere Dame hörte auf zu sprechen und sah die zwei Frauen an. "Guten Tag. Dürfen wir uns zu ihnen setzen?" fragte Thyra vorsichtig.

Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer

Verfasst: Mo 8. Mär 2010, 15:29
von Tjeika
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Holmgard, in den Straßen
26. Februar 768, Mittag
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Ein Lächeln legte sich auf das Gesicht der älteren Frau, die gerade erzählt hatte, als Thyra danach gefragt hatte, ob sie sich setzen durften.
"Aber gerne doch, ihr Lieben", sprach sie erfreut.
Und so setzten sich Thyra und Inga zu den Kindern, während die Frau mit ihrer Geschichte fortfuhr.
"Und dann gerieten wir in einen heftigen Schneesturm, wir hatten noch nicht einmal Holmgard erreicht. Der Mast brach und erschlug zwei unserer Männer. Der Kapitän, der ja mein Mann war, war gemeinsam mit seinem ersten Maat an Deck geblieben. Und als der Sturm vorüber war, war nur noch mein Mann am Leben", sprach die alte Frau.
Inga blickte zu Thyra. Das kam ihr alles doch sehr bekannt vor.

Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer

Verfasst: Mo 8. Mär 2010, 16:19
von Siria
Holmgard, in den Straßen
26. Februar 768, Mittag

Thyra fühlte sich von den Worten der Frau sehr betroffen. Scheinbar war die Gegen nicht gerade ungefährlich, wenn man sich auf einem Schiff befand.
"Aber wie ihr seht, haben wir es dennoch geschafft, Holmengard zu erreichen. Viele Männer und auch Frauen sind schon auf dem Meer geblieben. Aber das können wir nicht ändern. Die Götter haben es in ihrer Hand."
"Erzähl von deiner Reise nach Miklgard!" rief einer der Jungen aufgeregt und Thyra mußte schmunzeln. Sie blickte zu Inga. Sie war gespannt, was jetzt für eine Geschichte folgen würde.

Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer

Verfasst: Mo 8. Mär 2010, 16:28
von Tjeika
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Holmgard, in den Straßen
26. Februar 768, Mittag
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Inga erwiederte Thyras Lächeln. Auch sie war schon sehr gespannt darauf, was die alte Frau von ihrer Reise nach Miklagard zu berichten hatte.
"Hier in Holmgard machten wir eine Pause von einer Woche. Wir frischten die Vorräte auf, wir genossen die Speisen hier. Damals war dies hier nur eine kleine Siedlung. Es gab nur diese eine Taverne, die auch heute noch am Marktplatz steht. Wir haben diese Woche sehr genossen und einige von der Mannschaft entschieden sich letztlich, hierzubleiben. Doch ich gehörte nicht dazu. Als Frau des Kapitäns hatte ich immerhin eine Vorbildfunktion inne. Also reisten wir schließlich weiter, um die Hälfte der Mannschaft ärmer, aber um schon so einige Erfahrungen reicher.
Die Reise auf dem Dnepr war nicht sonderlich ereignisreich, einmal wurden wir überfallen, das war kurz vor Kiev. Doch wir wahren wehrhaft genug gewesen, um unser Schiff zu verteidigen. Die Angreifer konnten wir schließlich in die Flucht schlagen, mit Thors Hilfe und Segen. Er stand uns auch hilfreich beiseite, als wir danach die Männer, die in diesem Kampf gefallen waren, beerdigt hatten. Es war eine harte Zeit, aber wir haben sie überstanden. Aufgrund des Überfalls und all den anderen Dingen, die man sich so über Kiev erzählt, beschlossen wir, unseren Aufenthalt dort zu verkürzen. Nur wenige Stunden weilten wir dort. Gefährlich ist diese Stadt, Räuber, Diebe, Mörder. Ich sage es euch, selbst in nur wenigen Stunden, die wir dort angelegt hatten, wurden zwei von uns überfallen und einer gar ermordet. Kiev ist wahrlich keine schöne Stadt. Wieder um einen Mann und einige Reichtümer ärmer, reisten wir weiter in das schwarze Meer. Die Stürme plagten uns, die Piraten auch. Wir verloren unser Schiff, mussten zu Fuß den Rest der Strecke zurücklegen. Wir waren nur noch zehn Mann von zweiundfünfzig, die losgereist sind, als wir in Miklagard schließlich ankamen. Und auch dort sollte unsere Tortur nicht aufhören", erzählte die Frau.

Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer

Verfasst: Do 18. Mär 2010, 17:49
von Siria
Holmgard, in den Straßen
26. Februar 768, Mittag

Thyra lief ein Schauer über den Rücken. So viele hatten Miklagard nicht erreicht? Es klang nach einer wirklich gefährlichen Reise.
Die alte Frau erzählte weiter, während die Kinder und auch Inga und Thyra aufmerksam ihrer Geschichte folgten. Vielleicht war einiges ausgeschmückt, aber dennoch wurde deutlich, dass es nicht eine Spazierfahrt werden würde.
"... Es ist eine gefährliche Reise, nur wenige kehren wirklich wieder. Zum einen, weil sie die Reise nicht überlebt haben, zum Anderen, weil einige nicht mehr die Rückreise antreten wollen. Aber Miklagard, es ist eine wunderschöne Stadt und die Anstrengungen hatten sich wirklich gelohnt. Aber für eine Frau..." ihr Blick wanderte zu Inga und Thyra "...ist es gefährlich, wenn man nicht weiß, wie man sich schützen kann, wenn man seine Augen nicht wachsam auf alles hält, was sich bewegt." ihre Stimme, sie klang besorgt und zugleich bedrohlich. Thyras Herz raste, so hatte sie sich ihre Reise nicht vorgestellt.
Sie war in ihren Gedanken versunken, als sie plötzlich eine Hand auf ihrer Schulter spürte. "Kommt! Kommt mit mir mit!" sprach die alte Frau. Thyra war sich nicht sicher, ob sie ihr wirklich folgen sollten. Sie blickte zu Inga und zuckte mit den Schultern

Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer

Verfasst: Do 18. Mär 2010, 17:56
von Tjeika
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Holmgard, in den Straßen
26. Februar 768, Mittag
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Verwundert und mit erhobener Braue stand Inga auf. Ihr zweifelnder Blick traf Thyras ebenso zweifelndem.
"Nun kommt schon", sprach die alte Frau und schulterzuckend blickte Inga wieder zu ihr.
Vielleicht wollte sie ihnen etwas zeigen, was sie beide durchaus noch gebrauchen konnten auf ihrer Reise nach Miklagard.

Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer

Verfasst: Do 18. Mär 2010, 18:00
von Siria
Holmgard, in den Straßen
26. Februar 768, Mittag

Thyra erhob sich, wie auch Inga und sie folgten der alten Frau ins Haus. Es war ein altes Haus, jedoch voll von Gegenständen, die Thyra zuvor noch nie gesehen hatte. Sie sahen wertvoll aus und eben einfach fremd.
"Ihr seid auf dem Weg nach Miklagard? Habt ihr euch das gut überlegt? Es ist, wie ihr gehört habt, eine gefährliche Reise. Es ist alles wahr, was ich erzählt habe. Auch wenn meine Reise, schon einiges an Zeit zurück liegt, so hat sich nichts an den Gefahren geändert, wenn es nicht sogar noch gefährlicher geworden ist."
Thyra nickte nur. "Ja, wir wollen dort hin!" sprach sie mit fester Stimme

Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer

Verfasst: Do 18. Mär 2010, 18:05
von Tjeika
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Holmgard, in den Straßen
26. Februar 768, Mittag
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Thyra und Inga bewunderten die Gegenstände, die so fremd wirkten, im Haus der alten Frau. Es war wirklich schön eingerichtet und nur weniges erinnerte an die Heimat im Norden, der sie entstammte - und ihre klare Aussprache der nordischen Sprache war definitiv ein Anzeichen für ihre Herkunft.
"Wir haben schon bemerkt, dass die Reise nicht sonderlich ungefährlich ist", sprach Inga seufzend.
"Doch das wird uns nicht von unserem Ziel abbringen!"

Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer

Verfasst: Do 18. Mär 2010, 18:15
von Siria
Holmgard, in den Straßen
26. Februar 768, Mittag

"Ich kan euch verstehen." sprach sie leise, mit ihren Gedanken wohl fern der Gegenwart zu sein. "Ich war nicht anders." sprach sie nach einigen Sekunden weiter. Sie drehte sich zu Inga und Thyra um. "Passt gut auf euch auf. Besonders für Frauen ist es gefährlich." sie griff nach einem Ledertuch, in dem etwas eingewickelt zu sein schien und legte es auf den Tisch, um es auseinander zu wickeln.

Re: Miklagard - Ein warägisches Abenteuer

Verfasst: Do 18. Mär 2010, 18:19
von Tjeika
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Holmgard, in den Straßen
26. Februar 768, Mittag
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"Auch das durften wir schon erleben. Doch letztlich hat sich die Mannschaft hinter uns gestellt", sprach Inga.
Ihr Blick ruhte auf dem Lederbünde, welches die Alte nun auspackte.
"Was ist das?", fragte Inga neugierig, wie sie nun einmal war.
Und es interessierte sie wahrlich, was es damit auf sich hatte.