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Re: Hamburg, 25.04. 1530

Verfasst: Do 11. Feb 2010, 22:59
von vojka
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Villa
Abend

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Franz schluckte, als Kara kurzer Hand einfach an die Tür klopfte, sie dann öffnete und ihm sagte, er solle vorgehen. Aber er wusste, dass wenn Nekele oder Kara zu erst gehen würden, würde Tessie sofort anfangen zu schreien, bei ihm war es eine Chance von 50 zu 50 ob sie schreien würde oder nicht. So atmete er noch einmal tief durch und trat durch die Tür.
Seine Schwester stand am Bett des Kindes, welches er schon am Nachmittag gesehen hatte. "Hallo Tessie", sprach er leise, fast flüsternd und merkte, dass ihm seine Stimme beinahe versagte. Abwartend sah er sie an, er konnte nicht mehr sagen, da seine Kehle mit einem Mal komplett zugeschnürrt war. Er hoffte nur, dass sie nicht schreien und so jemanden auf den Plan rufen würde, denn dann wären er und seine beiden Begleiterinnen verloren.

Re: Hamburg, 25.04. 1530

Verfasst: Fr 12. Feb 2010, 16:16
von Tjeika
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Kara
Villa von Willingen
Abend
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Kara blieb hinter Franz stehen. Sie wollte die junge Frau, die nun leicht erschrocken zu ihrem Bruder blickte, nicht erschrecken oder gar dazu verleiten, laut aufzuschreien. Immerhin hatte auch Franz recht leise gesprochen, was ihre Chancen erhöhte, nicht so bald entdeckt zu werden. Immer wieder linste sie nach rechts oder links, darauf bedacht, von nirgendwo her Fackelschein zu sehen oder gar Schritte zu hören, die sich näherten.


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Tessie
Villa von Willingen
Abend
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Hätte Tessie etwas in den Händen gehalten, so wäre es ihr nun womöglich aus jenen entglitten. Doch ihr Sohn, der so zerbrechlich war, lag friedlich glucksend in seiner Wiege.
"Franz?", hörte sie sich selbst mit gebrochener Stimme und eher flüsternd fragen, ehe sie sich vollends verwirrt zu ihrem Bruder umwandt.
"Ich träume?", entglitt es ihrer Kehle, eher krächzend, denn sprechend.
Dies musste doch ein Traum sein. Ihr Bruder war immerhin vor viel zu vielen Jahren einfach so verschwunden, hatte sie hier zurückgelassen. Der Mann, der dort in der Tür stand - offensichtlich in Begleitung, doch das registrierte Tessie eher nur am Rande - konnte unmöglich ihr Bruder sein.

Re: Hamburg, 25.04. 1530

Verfasst: Fr 12. Feb 2010, 17:03
von Siria
Villa
Abend

Nekele blieb wie Kara neben der Tür stehen, so dass sie nicht gesehen wurde.
Hoffentlich beeilen sie sich und erzählen sich nicht erst noch Ewigkeiten, was sie jeweils erzählt haben. Es ist unheimlich hier. Ständig hört man Geräusche, liegt wohl an dem alten Gebäude.
Ungeduldig und aufgeregt ging Nekele etwas den Flur entlang in der Hoffnung, es würde niemand kommen.

Re: Hamburg, 25.04. 1530

Verfasst: Fr 12. Feb 2010, 19:18
von vojka
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Villa
Abend

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Franz nickte, seine Kehle war immer noch wie zugeschnürrt und doch wusste er, dass er sprechen musste. Sie mussten hier so schnell wie möglich weg. "Ja Tessie, ich bin es. Ich bin hier um dich", fing er an, "um euch", änderte er nach einem kurzen Blick auf den keinen Jungen in dem Bett, "hier weg zu holen, wenn du es denn noch willst." Er sah sie immer nur kurz an, zu sehr schämte er sich für sein Verhalten von damals. Er hoffte einfach, dass Tessie ihm verzeihen konnte.

Re: Hamburg, 25.04. 1530

Verfasst: Fr 12. Feb 2010, 19:22
von Tjeika
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Kara
Villa von Willingen
Abend
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Kara war genauso ungeduldig, wie es bei Nekele schien. Doch im Gegensatz zu ihr blieb sie an der Tür stehen. Wenn auch sie sich entfernen würde, dann könnte sie nicht schnell genug warnen, dass jemand käme, sollte Nekele jemanden entdecken.
Hier und da knirschte es unter Nekeles Füßen und Kara hoffte sehr, dass dadurch niemandes Aufmerksamkeit erregt würde.
Beeilt euch!


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Tessie
Villa von Willingen
Abend
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"Nach all' den Jahren kommst du einfach her, um mich abzuholen? Ohne mich zu fragen, ob ich das überhaupt will? Nach all den Jahren?", sprach Tessie mehr, als dass sie es sagte.
So recht wusste die junge Frau nicht, ob sie wütend sein sollte, oder ob sie sich freuen sollte, dass Franz sie nach den vielen jahren nicht vergessen hatte. Sie wusste einfach nicht, was sie nun tun sollte, was sie nun erwarten würde, wenn sie mit ihm ginge und noch viel schlimmer, was geschehen würde, wenn sie es nicht täte, ob sie ihren Bruder dann jemals wieder sehen würde.

Re: Hamburg, 25.04. 1530

Verfasst: Fr 12. Feb 2010, 19:28
von Siria
Villa
Abend

Wieder hörte Nekele ein Knarzen. Sie blieb stehen, doch das Geräusch kam näher, gleichmäßig, wie....
Nekele starrte erschrocken zu Kara. Ging dann so schnell sie auf Zehenspitzen gehen konnte zu ihr: "Schritte!" sagte sie so leise wie möglich.

Re: Hamburg, 25.04. 1530

Verfasst: Fr 12. Feb 2010, 19:30
von vojka
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Villa
Abend

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"Ja meine Kleene, ich bin hier, um dich zu holen, aber nicht gegen deinen Willen, wie du vielleicht denkst. Ich tue es nur, wenn du es auch willst. Ich kann dir nicht sagen, was passieren wird, ich kann dir nur sagen, dass ich versuchen werde, dir einen Neuanfang zu ermöglichen, wenn du es willst. So leid es mir tut, hast du nicht lange Zeit es dir zu überlegen, denn es ist gefährlich hier zu sein, du weißt, was unsere Familie tut, wenn sie mich hier sehen", sagte er flehentlich. Er spürte wieder diesen Druck auf seiner Brust, der ihm die Luft abzuschnüren schien. Er musste hier raus, sonst würde er noch durchdrehen, aber er wollte nicht ohne seine kleine Tessie gehen, aber zwingen konnte und würde er sie nicht.
Auch spürte er in seine Rücken regelrecht wie unruhig auch Kara und Nekele waren und wusste, dass auch sie schnell dieses Haus und vorallem diese Stadt verlassen wollten. Ebenso wie er. Franz sah noch einmal hoch, direkt in Tessies Augen, fehlte stumm, dass sie mitkomen würde und wartete auf eine Antwort, er konnte jetzt nur hoffen, dass sie sich schnell entschied.

Re: Hamburg, 25.04. 1530

Verfasst: Fr 12. Feb 2010, 19:35
von Tjeika
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Kara
Villa von Willingen
Abend
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Verdammt!
"Beeilung", sprach sie leise in den Raum hinein, als sie Nekeles Warnung vernommen hatte.
Nun lief ihnen im wahrsten Sinne des Wortes die Zeit davon. Tessie musste sich entscheiden und das schnell!


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Tessie
Villa von Willingen
Abend
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Tessie biss sich auf die Unterlippe und blickte zwischen ihrem Sohn und Franz hin und her. Würde es denn überhaupt möglich sein, einen Neuanfang zu wagen? Wie sollte das funktionieren? Doch dann seufzte sie kurz.
Es war doch schon immer ihr Wunsch gewesen, dieses Leben hinter sich zu lassen. Und nun hatte sie die einmalige Gelegenheit dazu. Alleine war sie auch nicht, denn sie wusste, dass sie sich auf Franz verlassen konnte.
So nickte sie langsam und nahm ihren kleinen Jungen auf den Arm.
"Nimm' nichts mit", sprach die Frau, die unruhig zwischen den Gängen und dem Raum hin und her sah.
"Wir besorgen dir alles, was du brauchst, doch nun läuft uns die Zeit davon", vernahm Tessie wieder die Stimme der Braunhaarigen, bevor sie auch nur auf die Idee kommen konnte zu protestieren.

Re: Hamburg, 25.04. 1530

Verfasst: Fr 12. Feb 2010, 20:39
von vojka
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Villa
Abend

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Franz sah sich kurz panisch um. Wer kam da, war es sein Vater, einer seiner Brüder oder der Ehemann von Tessie? Aber egal, wer da kam, es war nicht gut.
Tessie bitte, komm mit mir mit, reden können wir später auch noch, wenn wir auf dem Schiff sind. Oder sage mir, dass du nichts mehr mit mir zu tun haben möchtest und ich bin weg und werde dich nie wieder behelligen“, flehentlich sah er seine Schwester an, hoffte, betete, dass sie mitkommen würde. Gerne hätte er sie in eine Umarmung gezogen, aber das traute er nicht, Er stand immer noch zwei Schritte von der Tür entfernt, hatte sich nicht mehr gerührt, seit er diesen Raum betreten hatte, aus Angst, dass sich Tessie bedrängt fühlte.
„Bitte sag mir, sag uns, was du möchtest“, flüsterte er noch einmal leise und sah Tessie zum ersten Mal tief in die Augen.

Re: Hamburg, 25.04. 1530

Verfasst: Fr 12. Feb 2010, 20:44
von Tjeika
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Kara
Villa von Willingen
Abend
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Immer und immer wieder blickte Kara von den Gängen zu Nekele und dann in den Raum hinein zu Franz und Tessie, um danach wieder in die Gänge zu sehen und zu lauschen.
"Nun beeilt euch schon", sagte sie ungeduldig, wie sie war, denn die Schritte kamen immer näher.


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Tessie
Villa von Willingen
Abend
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Langsam nickte Tessie.
"Lass uns gehen", sagte sie schließlich zögerlich und legte ihren kleinen Sohn in die Arme von Franz, nachdem sie die paar Schritte auf ihn zugetan hatte.
Kurz blickte sie an sich hinab. Noch immer war sie in ihrem Nachthemd gekleidet und wie es schien, würde dies sich auch heute Nacht nicht mehr ändern.


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Kara
Villa von Willingen
Abend
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Na endlich, es geht doch!
Seufzend wandt sich Kara herum, um endlich aufzubrechen. Jetzt, wo sie sicher war, dass sie recht schnell sein würden, da Franz und nicht Tessie den kleinen Jungen trug, wusste sie, dass sie eine reelle Chance hatten, hier heil wieder herauszukommen.
"Halt, wer da?", rief eine Stimme, als sie schon ein paar Schritte von Tessies Tür entfernt waren. Zurück gehen, um sich in dem Raum zu verstecken, würde zu lange dauern.