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Re: Auf dem Meer - 06. Mai 1530
Verfasst: Di 13. Apr 2010, 15:10
von Tjeika
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Auf der India
Nachmittag
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Kara schloss wieder einmal kurz die Augen und seufzte tief, ehe sie sich dazu in der Lage sah, John anzublicken. Doch dann schaffte sie es - ein wenig war sie von sich selbst überrascht.
"John, bitte", sagte sie leise.
"Du machst es uns allen nur unnötig schwer. Diese Hoffnung... das wird es nicht leichter machen. Sei doch vernünftig!", flehte sie ihn beinahe schon an.
Re: Auf dem Meer - 06. Mai 1530
Verfasst: Di 13. Apr 2010, 15:12
von Ayrina
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Auf der India
Nachmittag
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John sah sie eindringlich an und umfasste ihre Hand fester.
"Ich werde die Hoffnung nicht aufgeben, Kara. Das kann ich nicht. Und wenn du es tust, dann werde ich für uns beide hoffen. Ich werde nicht kampflos zusehen, wie du dich aufgibst. Kannst du das nicht verstehen?"
Re: Auf dem Meer - 06. Mai 1530
Verfasst: Di 13. Apr 2010, 15:14
von Tjeika
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Auf der India
Nachmittag
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"Ich habe nicht aufgegeben", sagte Kara.
"Ich blicke der Realität ins Auge. Und ich will verdammt noch mal etwas von der wenigen Zeit haben, die mir noch bleibt. Ich will diese kostbare Zeit nicht in irgendeinem Bett verbringen. Verstehst du das denn nicht?", Kara war wahrlich ein wenig überfordert.
John schien sie nicht verstehen zu wollen und Kara hatte einfach keine Kraft mehr für Diskussionen.
Re: Auf dem Meer - 06. Mai 1530
Verfasst: Di 13. Apr 2010, 15:16
von Ayrina
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Auf der India
Nachmittag
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John sah sie eine ganze Weile schweigend an. Es war falsch. Alles in ihm schrie danach, sie ans Bett zu binden und zur Ruhe zu zwingen. Doch er nickte.
"Also gut. Aber ich werde dir helfen", sagte er mit tonloser, ausdrucksloser Stimme.
Re: Auf dem Meer - 06. Mai 1530
Verfasst: Di 13. Apr 2010, 15:27
von Tjeika
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Auf der India
Nachmittag
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Gerade als Kara aufstehen wollte, begann sie heftig zu husten. Es war gar so heftig, dass Kara für einige Sekunden glaubte, sie würde nun ersticken. Doch endlich legte sich der Hustenanfall und Kara lehnte sich seufzend zurück in die Kissen.
"Vielleicht geht das auch von hier aus", sagte sie und schloss die Augen.
Sie wollte nicht schwach sein. Sie war niemals schwach gewesen und es widerstrebte ihr wahrlich, jetzt schwach zu sein und nichts dagegen tun zu können.
Re: Auf dem Meer - 06. Mai 1530
Verfasst: Di 13. Apr 2010, 15:30
von Ayrina
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Auf der India
Nachmittag
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Sofern das möglich war, wurde John noch blasser. Er erhob sich und griff nach einem Krug Wasser. Langsam, um nichts zu verschütten, goss er etwas davon in einen Becher und brachte ihn Kara. Er fragte sich, ob er sein Wort halten und sie wirklich retten konnte.
Stumm flehte er Gott an, dass er sie nicht belogen hatte. Er durfte sie einfach nicht verlieren. Um keinen Preis der Welt.
"Was soll ich dir bringen?", fragte er mit tonloser, ausdrucksloser Stimme.
Re: Auf dem Meer - 06. Mai 1530
Verfasst: Di 13. Apr 2010, 15:33
von Tjeika
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Nachmittag
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Kara trank den Becher Wasser, den John ihr gereicht hatte, wie zuvor auch schon, in einem einzigen Zug aus. Zumindest half die Flüssigkeite gegen den Hustenreiz, wie Kara schnell feststellte. Dankbar reichte sie John den Becher zurück. Doch als ihr Blick dann auf ihn fiel, wurde auch sie blasser. Sein ausdrucksloser Tonfall tat auch sein Übriges dazu bei.
"Danke, aber ich brauche nichts", sagte sie leise.
"Vielleicht eine Decke", verbesserte sie sich dann - in einem beinahe schon entschuldigendem Tonfall.
"Es ist doch reichlich kalt hier", fuhr sie fort und seufzte erneut.
"Bitte, behandle mich nicht so abweisend! Das habe ich nicht verdient!", sagte sie dann mit kräftigerer Stimme und in Bezug auf seinen Tonfall gemeint.
Re: Auf dem Meer - 06. Mai 1530
Verfasst: Di 13. Apr 2010, 15:39
von Ayrina
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Auf der India
Nachmittag
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Überrascht sah John sie an.
Abweisend? Er war meilenweit davon entfernt, abweisend zu sein. Alles in ihm stand kurz vor dem Zusammensturz und nie zuvor hatte er sich hilfloser gefühlt. Er wollte ihr helfen, hätte die Krankheit liebend gern auf sich genommen, wenn er sie damit hätte retten können.
Doch er konnte nicht zusammenbrechen. Durfte nicht noch einen Milimeter weiter auf den tosenden, schwarzen Abgrund zumachen, der sich plötzlich vor ihm aufgetan hatte. Er brauchte alle Kraft, um für sie stark zu sein.
Die Chancen standen hoch, dass Kara starb. Und er wusste nicht, wie er das überleben sollte.
Noch immer schweigend erhob er sich, holte noch eine weitere Decke und legte sie ihr um die Schultern. Dann füllte er den Becher nach und reichte ihn ihr.
"Ich wollte dich nicht kränken. Das war nicht meine Absicht", flüsterte er und starrte auf ihre Hand, die leicht zitternd den Becher hielt.
Re: Auf dem Meer - 06. Mai 1530
Verfasst: Di 13. Apr 2010, 15:42
von Tjeika
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Auf der India
Nachmittag
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Einige Augenblicke lang blickte Kara John an. Sie wusste nicht, wie sie mit ihm umgehen sollte und wie es schien, ging es ihm da auch nicht anders. Ohne den Blick zu senken, trank sie auch diesen Becher wieder leer.
"Ich habe Angst", wisperte sie und starrte dann in das Nichts, welches vor ihr lag.
Re: Auf dem Meer - 06. Mai 1530
Verfasst: Di 13. Apr 2010, 16:07
von Siria
Auf der India
Nachmittag
Nekele starrte aufs Meer hinaus in der Hoffnung, bald Land sehen zu können. Sie fühlte sich nicht müde, wahrscheinlich war sie schon so übermüdet, dass ihr Körper sich gar nicht mehr traute ihr zu signalisieren, dass sie eigentlich schlaf brauchte.
Leider hatte sie nun nach längerer Zeit wieder die Gelegenheit nachzudenken. Und in ihr stiegen Zweifel auf, ob es richtig gewesen war, bis nach Frankreich zu fahren, überhaupt auf der India zu bleiben. Sie mußte nun hilflos zusehen, wie ihre Freunde starben. Es tat entsetzlich weh und sie wünschte, sie hätte sich dazu entschlossen, mit Tjaden nach Afrika zu reisen. Dann hätte sie nicht zusehen müssen, welche Dramen sich an Bord der India abspielten. Es tat alles entsetzlich weh.
Vielleicht sollte sie sich doch trennen, von diesem Schiff, von diesen Menschen. Sie bedeuteten ihr einfach schon zu viel und dies brachte immer Verletzungen nachsich. Etwas Anderes hatte sie bisher nicht kennen gelernt.
Sie seufzte und versuchte die Gedanken abzuschütteln. Es war nicht der richtige Zeitpunkt darüber nachzudenken. Sie mußten Hilfe suchen und dies so schnell wie möglich