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Re: Kapitel 4
Verfasst: Mi 2. Nov 2011, 18:16
von Katastropholy
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Revan
Unterwegs in Seyîn
05. Mai, 143. Jahr des Lichtes
Nachmittag
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„Das klingt nach einem vernünftigen Angebot für beide Seiten.“ mischte sich Revan nun ebenfalls ein. „Nur... erlaubt mir die Frage, wie es jemandem gelingen könnte, euren Verlockungen zu widerstehen und mehr noch, euch Gewalt anzutun? Er hatte doch wohl hoffentlich keinen Grund dazu?“
Auch er kannte die Geschichten über Nymphen und wusste, das alles, was sie taten, auch einen großen Teil Eigennutz beinhaltete. Und wussten sie, ob die tote Fischfrau ihr Schicksal vielleicht sogar verdient hatte?
Re: Kapitel 4
Verfasst: Fr 4. Nov 2011, 16:30
von vojka
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Namid
Unterwegs in Seyîn
05. Mai, 143. Jahr des Lichtes
Nachmittag
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Namid schnaubte leise, enthielt sich aber eines Kommentars. Ihrer Meinung nach hatte der, der eine von den Nymphen umgebracht hatte sicherlich einen Grund dies zu tun und wenn nicht? So war es ihrer Meinung nach auch nicht schlimm, dass es nun einen von diesen Wasserwesen weniger gab.
Sie schwang sich einfach wieder auf ihr Pferd und sah abwartend zu Toyan und Revan, wie sie sich nun mit diesen Nymphen einigen würden, denn an den anderen der Gruppe hatten diese Fische kaum bis gar kein Interesse wie es aussah.
Re: Kapitel 4
Verfasst: So 6. Nov 2011, 16:32
von Cassiopeia
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Toyan Kerim
Unterwegs in Seyîn
05. Mai, 143. Jahr des Lichtes
Nachmittag
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Angespannt blickte Toyan zu den Nymphen. Er stand noch immer einige Meter weit entfernt und er wusste, wenn er auch nur einen Schritt weiter vor machte, wäre er verloren. Es kostete ihn schon jetzt einiges an Anstrengung, ihrem Ruf zu widerstehen. Ein verlockender Ruf, den sie nicht mit Lauten aussandten...
"Das geht euch nichts an", fauchte die Nymphe und tauchte einen Moment wieder unter, um dann etwas näher wieder aufzutauchen. Toyan wäre gern zurück gewichen, konnte sich aber irgendwie nicht bewegen.
Sie schien zu überlegen, legte den Kopf etwas schief und ließ dabei ihre scharfen Zähne auflitzen.
"Nun gut. Wir behalten euch im Auge, Zweibeiner. Aber ihr sollt wissen, wonach ihr sucht, denn es handelt sich um dieselbe Person."
Toyan war ein wenig irritiert. Der Mörder war der selbe Mann, den sie suchten? Borthus?
"Folgt dem Fluss", sagte die Nypmhe und ließ sich wenige Meter abwärts treiben, ehe sie zu ihnen zurück tauchte. "Im Süden ist eine Stadt, die Menschen nennen sie Sombal. Sie besteht aus vielen Kanälen und Brücken und einem Hafen. Dort werdet ihr ihn finden. Aber vergesst nicht, ihr habt ihn uns versprochen!"
Re: Kapitel 4
Verfasst: Di 8. Nov 2011, 13:38
von Ayrina
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Narea
Unterwegs in Seyîn
05. Mai, 143. Jahr des Lichtes
Nachmittag
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Ganz glücklich war Narea nicht über diesen Deal. Doch hatten sie kaum eine Wahl. Also nickte sie und erhob sich.
"Wir sollten aufbrechen. Ehe er uns doch noch entkommt."
Sie sah zu den Nymphen.
"Ihr seid sicher, dass er noch dort ist?", fraget sie nach und die Nymphen sahen sie abfällig an.
"Natürlich", zischten sie.
"Wir irren uns nie!"
Re: Kapitel 4
Verfasst: Di 8. Nov 2011, 16:57
von Cassiopeia
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Toyan Kerim
Sombal
07. Mai, 143. Jahr des Lichtes
Morgen
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Nebel lag in den Flusstälern, doch die Sonne gewann nach und nach an Kraft und löste die dicken Schwaden auf. Bei Sonnenaufgang waren sie von ihrem Nachtlager aufgebrochen und nun, drei Stunden später, standen sie vor den Toren Sombals. Die Stadt war in die Gebiete Ost, West und Süd geteilt, einen Nordteil gab es nicht. Hier waren viele Jäger unterwegs, da die Stadt ständig Gefahr lief, von Piraten aus dem Dogan-Reich überfallen zu werden oder aber als Umschlagplatz von Schmuggelware aus dem Süden zu werden.
Daher war die Präsenz der Bruderschaft hier sehr hoch, auch wenn es im Vergleich zu Port Soles wie ein Nest wirkte.
Toyan verschloss automatisch seinen Geist, wie er es immer im Beisein anderer Menschen tat. Sie würden vorsichtig sein müssen.
"Reitet vorsichtig und behaltet einen guten Überblick. Wir brauchen irgendeinen Anlaufpunkt, wie und wo wir suchen und ich denke, der Hafen im Süden ist der Beste Ausgang."
Re: Kapitel 4
Verfasst: Di 8. Nov 2011, 22:49
von vojka
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Aylos
Sombal
07. Mai, 143. Jahr des Lichtes
Morgen
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Acht Tage war er nun schon in dieser Stadt und mit jedem Tag den er hier verbrachte fühlte er sich unwohler und das lag nicht unbedingt an dem Gesindel, welches sich in dieser Stadt umhertrieb. Eher waren es die vielen Jäger der Bruderschaft, die ihm zu schaffen machten. Zwar war auch er ein Jäger, aber eben nicht nur, er war auch ein Magier und auch wenn er seine Magie unterdrücken konnte, so dass die Jäger ihn nicht fanden, so wurde es doch von Tag zu Tag schwerer.
„Ich hoffe, wir finden die Gruppe bald von der Gilean gesprochen hat“, meinte Aylos leise zu der jungen Frau, die neben ihm auf einem der Dächer der Stadt hockte, von wo sie einen guten Überblick hatten, jedoch nicht so leicht entdeckt wurden.
Re: Kapitel 4
Verfasst: Di 8. Nov 2011, 23:00
von Cassiopeia
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Tazanna
Sombal
07. Mai, 143. Jahr des Lichtes
Morgen
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Tazanna blickte aufmerksam und auch ein wenig angespannt über die Dächer Sombals. Weiter hinten entdeckte sie die rauchenden Schornsteine der Räucherkammern, an anderer Stelle wurde giftige Brühe in die Kanäle geleitet, wo die Färber ihr Handwerk betrieben und ein dumpfes Schlagen erklang von den Werkzeugmachern und Waffenherstellern in ihren Eisenhütten.
Und all das wurde überwacht von der Bruderschaft. Und von ihnen, der kleinen Gruppe, die die Stadt von ihr befreien wollten - und, wenn möglich, nicht nur die Stadt.
Doch bisher verlief es eher kläglich, auch wenn sie eine kleine Gruppe geworden waren, die sich gegen die Bruderschaft organisierten. Aber genau hier lag das Problem - etwas gegen die Bruderschaft zu unternehmen war, als kämpfe eine Ameise gegen einen Riesen.
"Sie werden kommen", sagte sie nur, ohne den Kopf Aylos zuzuwenden. "Er würde sich nicht täuschen oder mich anlügen."
Gilean war der wohl wichtigste Verbündete in diesem Kampf und so ziemlich der einzige, der ihre Hoffnung auf Besserung aufrecht erhielt. Wenn er für sie arbeitete, konnten sie wirklich Erfolg haben.
Und nun warteten sie auf eine Gruppe Reisender, die, Gileans Erklärungen zufolge, hier eintreffen sollte. Irgendwann... es war wohl kaum mehr als ein Gerücht, aber Tazanna hatte großes Vertrauen in den Mann, der sich gegen seinen eigenen Befehlshaber stellte, ohne, dass dieser es wusste. Solch ein Mann wusste viel und es war mächtiges Wissen. Wissen, welches Gilean nun gegen den Lichtbringer einsetzen würde. Tazanna hatte viel Respekt vor ihm.
"Drei Schiffe sind bisher eingelaufen, aber noch keines ist ausgelaufen. Da stimmt etwas nicht, aber das kann warten. Ich denke, sie kommen über den Landweg", bemerkte sie und richtete ihren Blick auf die Stadtausgänge weiter hinten. "Wir sollten weiter westlich, sie können nur den Ost- oder den Westeingang nehmen, wenn sie über Land kommen. Wenn wir uns mittig halten, müssten wir sie sehen."
Re: Kapitel 4
Verfasst: Di 8. Nov 2011, 23:10
von vojka
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Aylos
Sombal
07. Mai, 143. Jahr des Lichtes
Morgen
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Aylos nickte zu Tazanas Ausführungen. Er kannte sie zwar erst eine Woche, aber ihm kam es länger vor, kein wunder wenn sie seit dem ständig zusammen waren, ob nun auf den Dächern der Stadt oder in den Gassen. Er war froh, dass er wie Gilean es ihm gesagt hatte, die junge Frau so schnell gefunden hatte. Anfangs war sie zwar misstrauisch gewesen, gerade als sie sein Zeichen der Bruderschaft gesehen hatte, aber sie hatten ihre Differenzen schnell klären können und warteten seit dem auf die Gruppe, welche Gilean ihnen genannt hatte.
„Wenn sie bis zum Sonnenuntergang nicht ankommen, werde ich für einige Stunden die Stadt verlassen“, sagte er und schloss für einen Moment die Augen um den Wind, der von der See zu ihnen herüber wehte zu genießen. „Ich möchte uns nicht verraten“, erklärte er kurz, ehe er nach unten sah, seinen Kopf aber schnell wieder zurückzog.
„Wir sollten noch etwas warten, bis wir einen anderen Standort aufsuchen, es sei denn du kennst einen Weg ungesehen dorthin zu gelangen, Taza“, wollte er von ihr wissen. Immerhin war dies ihre Heimatstadt und diese kannte die junge Frau wie ihre Westentasche.
„Und was meinst du mit den Schiffen? Könnte das schlecht für uns sein?“
Re: Kapitel 4
Verfasst: Di 8. Nov 2011, 23:23
von Cassiopeia
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Tazanna
Sombal
07. Mai, 143. Jahr des Lichtes
Morgen
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Bis Sonnenuntergang war noch viel Zeit, bis dahin konnte noch viel geschehen. Als er sie 'Taza' nannte, lächelte sie leicht. Er war älter als sie und in der Regel mochte sie es nicht, wenn man ihr einen Spitznamen gab, sie fühlte sich dann nicht ernst genommen und wie ein kleines Kind behandelt. Doch Aylos durfte es, bei ihm klang es nicht, als würde er sie als ein Kleinkind betrachten, sondern als jemandem, dem er vertraute. Und das musste er wohl auch in dieser Stadt, in der er der fremde Magier mit Ausbildung zu einem Jäger wurde - er hatte die Feinde auf zwei Seiten gegen sich.
Dennoch mochte sie ihn, er wusste viel über beide Seiten, was ihnen weiter half.
"Ich bin mir nicht sicher, ob das schlecht für uns ist", sagte sie leise und beobachtete eine Patrouille der Bruderschaft, die die Hauptstraße entlang gingen. Einige Meter vor ihnen ging Kera, eine Frau mittleren Alters aus ihrer Untergundgruppe. Kera war keine Magierin, doch es war immer kritisch, wenn Jäger in der Nähe waren.
"Es könnte bedeuten, dass ein Sturm aufzieht, sodass keine Schiffe mehr auslaufen. Oder ein Befehl der Bruderschaft, ein Handelsstopp und damit keine Fluchtmöglichkeit, falls es doch notwendig sein sollte, die Stadt zu verlassen. Damit müssen wir jederzeit rechnen und Sombal hat nur drei Ausgänge. Ost, West und das Meer."
Die Männer der Bruderschaft gingen an Kera vorüber und Tazanna atmete auf, drehte sich nun doch zu Aylos um.
"Schaffst du es bis Sonnenuntergang?",fragte sie ein wenig besorgt. Sie verstand wenig bis gar nichts von Magie - sie besaß schließlich keine - aber dass Aylos so vorsichtig mit ihr umging, rührte sie.
"Und ja, ich kenne viele Wege in der Stadt. Unter anderem über und auch unter ihr. In dem Falle sieht uns keiner. Ich hoffe nur, du kannst gut springen", sagte sie dann ein wenig grinsend, nahm etwas Anlauf und sprang hinüber zu dem nächsten Dach, auf welchem sie sicher landete.
Re: Kapitel 4
Verfasst: Di 8. Nov 2011, 23:41
von vojka
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Aylos
Sombal
07. Mai, 143. Jahr des Lichtes
Morgen
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Aylos schüttelte grinsend den Kopf und folgte Tazanna. „Mit Magie wäre es leichter“, meinte er leise und grinste, als sie das nächste Dach anvisierten und sprangen. Schließlich blieb die junge Frau auf einem Dach hocken und als Aylos sich etwas umsah, bemerkte er, dass sie nun die beiden Landeingänge gut in Sicht hatten. „Ein guter Platz“, meinte er und machte es sich so gut es ging gemütlich, denn wer wusste schon, wie lange sie nun hier ausharren mussten.
„Und ja, ich halte es bis Sonnenuntergang noch aus, wahrscheinlich auch noch den morgigen Tag, aber in der Nacht dürfte es am einfachsten sein die Stadt für kurze Zeit zu verlassen, deshalb wollte ich heute Nacht gehen“, meinte er und behielt den westlichen Zugang im Auge. Er hoffte nur, dass die Gruppe ihnen auffallen würde, aber der Bruderschaft nicht, wobei das wohl eher unwahrscheinlich war. Wenn sie die Gruppe entdecken würden, würde es die Bruderschaft auch und das wäre weniger gut.
„Und was den Sturm betrifft, nein, da kommt keiner, das würde ich spüren. Es wird also wohl ein Auslaufverbot sein, hoffen wir, dass es nicht zu unserem Nachteil sein wird.“
Eine Weile waren sie beide einfach nur still, beobachteten die beiden Ausgänge in der Hoffnung Gileans Gruppe endlich nach so vielen Tagen zu entdecken.
„Wirst du mit der Gruppe mitreisen oder hier bleiben und hier dein Werk fortsetzen?“, wollte er irgendwann leise von ihr wissen. Er wusste nur, dass auch sie auf diese Gruppe wartete, wie Gilean es ihm gesagt hatte, als er sein Geheimnis herausgefunden hatte, aber ob sie nur auf Informationen von ihnen hoffte oder ob sie sich ihnen anschließen würde, das wusste er nicht, das war ein Thema was sie bisher nicht angeschnitten hatten, warum auch immer.