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Re: Das Glück Freunde zu haben (Hogwarts-Ableger)

Verfasst: Fr 9. Jul 2010, 19:38
von Cassiopeia
Leevke van der Zon
Vivis Haus, Svínoy
Montag, 30.08.2010
12:50 Uhr

Leevke hatte keine Kraft mehr, sich dagegen zu wehren, so folgte sie Vivi, ließ sich mit ziehen. Stolperte beinahe die Treppe hoch, es war lange her, seit sie in einem solchen Haus gewesen war. Sehr lange.
Ihre Sachen umklammert stand sie im Bad, sah zu, wie das kostbare Wasser in die Wanne rauschte, das alles kam ihr mit einem Mal ungeheuer luxuriös vor. Plötzlich waren da wieder Bilder aus Hogwarts, ihrem Gemeinschaftsraum, herrlichen Himmelbetten, gemütlichen Sofas. Doch sie waren verblichen und Leevke konnte sie nicht lange fest halten.
Sie sah sich um, als sähe sie zum ersten Mal ein Badezimmer und trat auf die Wanne zu, hielt die Hand herein. Genau richtig warm, nicht zu heiß, nicht zu kalt.
Dann fiel ihr Blick auf ein etwas höher angebrachtes Regal, auf welchem verschiedene Fläschchen standen. Die Kräuternamen kannte sie aus ihrer Schulzeit, vorsichtig nahm sie eines in die Hand und öffnete es. Ein beruhigernder Duft stieg ihr in die Nase, der ihr vage bekannt vor kam, blasse Erinnerungen weckte.
Dann kam Vivi zurück, vor Schreck hätte Leevke beinahe den Badezusatz fallen lassen. Ertappt wurde sie rot, umklammerte aber die Flasche mit beiden Händen; ihre Sachen lagen hinter ihr auf dem Boden zu einem Bündel zusammen gerollt.
"Darf ich... das vielleicht... nur ein bisschen?", fragte sie, kam sich vor wie ein Kind, als sie schüchtern die Flasche mit der grünlichen, nach Tannenduft und Rosmarin duftenden Flüssigkeit herzeigte. Merlin, sie war 26 Jahre alt und benahm sie wie ein Kind!
"Kannst... kannst du vielleicht bei mir bleiben? Ich möchte... jetzt nicht allein sein", sagte sie leise und senkte verlegen den Blick auf den Badewannenrand, was musste Vivi nur von ihr denken?

Re: Das Glück Freunde zu haben (Hogwarts-Ableger)

Verfasst: Fr 9. Jul 2010, 19:49
von vojka
Vivien Marie Djurhuus
auf Svínoy / Vivis Haus
Montag, 30.08.2010
12:53 Uhr

Vivi suchte schnell Unterwäsche, eine bequeme Jogginghose und ein T-Shirt heraus. Legte zur Vorsicht noch einen Pullover dazu. Es war einfach so, dass zu magere Menschen zu leicht froren und Leevke war abgemagert. So trat sie wieder ins Bad und lächelte, als sie Leevke Blicke sah, die ihre Badezusätze musterten und an einem Fläschchen roch.
„Natürlich darfst du. Warte“, sagte sie und nahm ihr die Flasche aus der Hand und ließ davon etwas ins Wasser träufeln und fast sofort wurde der Raum von dem Duft erfüllt. Tief atmete Vivi ein. Es war zwar nicht unbedingt ihr Lieblingsgeruch, aber doch mochte sie ihn, gerade weil er eine beruhigende Wirkung hatte, etwas, was in diesem Moment vielleicht gar nicht so schlecht war.
„Und wenn du möchtest, bleibe ich gerne hier. Ich hole mir nur kurz meinen Sitzsack, dann kann ich es mir hier bequem machen. Du kannst ja schon einmal ins Wasser gleiten, wenn du magst“, sagte sie und verschwand schnell nach unten ins Wohnzimmer und ließ ihren Sitzsack vor sich her nach oben ins Bad schweben.

Re: Das Glück Freunde zu haben (Hogwarts-Ableger)

Verfasst: Fr 9. Jul 2010, 20:45
von Cassiopeia
Leevke van der Zon
Vivis Haus, Svínoy
Montag, 30.08.2010
12:55 Uhr

Leevke konnte nur nicken, als Vivi auch schon wieder verschwunden war. Kurz wollte Leevke ihr hinter her laufen, sie wollte jetzt nicht allein sein. Aber dann begriff sie, dass sie ihr so auch eine Möglichkeit der Privatsphäre gelassen hatte, sich umzuziehen. So trat sie zu ihrem Haufen an Sachen und schälte sich aus ihren versifften Klamotten, da hatte auch der Reinigungszauber wenig helfen können. Sie traute sich kaum, ihre Sachen abzulegen, legte sie auf die Fliesen, die konnte man wenigstens abwischen. Sie vermied den Blick in den Spiegel, band ihre Haare erneut zusammen und stieg dann vorsichtig in die Wanne. Ganz langsam ließ sie sich sinken, spielte mit dem Schaum, tauchte ihre Hände hinein und seufzte wohlig. Sie lehnte den Kopf zurück und schloss die Augen, genoss das Wasser um ihren Körper, atmete tief den Duft ein, lauschte auf das Knistern des Schaums. Selbst, wenn Vivi sie wieder weg schicken würde, allein für diesen Moment war sie ihr unendlich dankbar.
Doch wieder kamen Zweifel in ihr auf. Konnte sie sich wirklich Vivi auflasten? Durfte sie hier bleiben? Oder würde sie sie wieder fort schicken, weil sie keine Schmarotzer wie Leevke wollte? Denn nichts anderes war sie. Ließ sich mit nehmen, baden,
vielleicht etwas zu Essen geben und hatte nichts, was sie zurück geben konnte.
Sie lebte also mit Kjell zusammen, nun, das war keine Überraschung. Und Aydan... hatte sie etwa einen Sohn? Plötzlich wurde ihr noch unbehaglicher Zumute und sie wollte gerade aufstehen, als Vivi wieder herein kam.
"Vivi, es.... es tut mir leid, du hast eine Familie und ich... es tut mir leid, ich sollte dich dein Leben leben lassen, wie du es bisher gelebt hast, ich hatte nicht das Recht... einfach so herein zu platzen...", stammelte sie und klammerte sich an den Badewannenrand.

Re: Das Glück Freunde zu haben (Hogwarts-Ableger)

Verfasst: Fr 9. Jul 2010, 20:46
von vojka
Vivien Marie Djurhuus
auf Svínoy / Vivis Haus
Montag, 30.08.2010
12:58 Uhr

Vivi wusste nicht wirklich was sie machen sollte, wie sie Leevke begreiflich machen sollte, dass sie zumindest erst einmal hier bleiben konnte, dass es egal war.
Leevke hör mir zu. Ja, ich hab eine Familie, einen Mann und einen wundervollen Sohn, aber du bist meine Freundin und deshalb nicht unwichtiger, denn meine Freunde sind ein Teil von meiner Familie, also bist auch du ein Teil von meiner Familie“, sagte sie und drückte die junge Frau wieder ins Wasser. „Du badest jetzt erst einmal in Ruhe. Entspanne dich, wenn du willst, wasche ich dir den Rücken und die Haare. Dann ziehst du dir etwas an, wir entwirren deine Zotteln und gehen runter in die Küche und essen etwas zu Mittag. Ich glaube du hast schon eine Weile nicht mehr wirklich etwas gegessen oder?“, fragte sie und sah die Holländerin mustern an. Sie hoffte, dass sie sich nun zumindest etwas entspannen konnte, dass Leevke etwas herunter kommen würde. Sie sollte erst zur Ruhe kommen und dann wollte Vivi wissen was passiert war, was passiert war, damit aus dieser jungen, intelligenten, die so voller Träume und Hoffnungen steckte dieses arme, bemitleidenswerte Geschöpf wurde, was nun vor ihr in der der Badewanne lag. Sie setzte sich nun auf ihren Sitzsack und sah Leevke einfach nur lächelnd an und war gespannt, was als nächstes passieren würde.

Re: Das Glück Freunde zu haben (Hogwarts-Ableger)

Verfasst: Fr 9. Jul 2010, 21:11
von Cassiopeia
Leevke van der Zon
Vivis Haus, Svínoy
Montag, 30.08.2010
13:00 Uhr

Leevke ließ sich widerwillig wieder ins Wasser drücken. Vielleicht hatte Vivi ja Recht, aber vielleicht... was, wenn sie ihre Meinung änderte? Doch ihre Worte ließen Leevke nicht los.
...also bist auch du meine Familie...
Sie schöpfte etwas Wasser in die Hände und wusch sich das Gesicht, damit Vivi ihre Tränen nicht sah. Es war so lange her, dass sie eine Familie gehabt hatte. So unendlich lange her.
"Danke", wisperte sie nur, als ihr Herz sich langsam beruhigte, sie wieder die Augen schloss und einfach den Duft einatmete, alles andere vergaß. Sie wusste nur, dass Vivi da war, wusste, sie war nicht allein. Für den Moment.
"Du weißt gar nicht, wie gut das tut", murmelte sie, als ihre Muskeln sich nach und nach etwas lockerten, ihre Lungen sich weiteten und der Dreck sich löste. Zumindest der äußere.
"Ich hatte schon fast vergessen, wie schön das ist, so ein Vollbad... und danke, dass du mir Klamotten heraus gesucht hast, dass du... das alles für mich tust", wisperte sie, war nicht sicher, wie sehr sie ihrer Stimme trauen konnte.
"Aber wenn du mir wirklich die Haare waschen willst, solltest du dir Handschuhe besorgen", sagte sie halb belustigt. "Ich traue mich ja nicht einmal, sie hier einzutauchen, dann müssten wir gleich das Wasser wechseln."
Aber noch wollte sie nicht hier raus, wollte für ewig hier liegen bleiben, ihr zerschundener Körper wunderbar warm umgeben, so leicht, als würde er sich mit auflösen und als Schaum an die Oberfläche steigen.
Dann öffnete sie die Augen wieder und drehte den Kopf, blickte direkt in die Vivis, die sie zu beobachten schien, lächelte verlegen.
"Ich hoffe, ich halte dich nicht von etwas Wichtigem ab?", fragte sie mit einem Mal erschreckt. "Es ist wirklich lieb, dass du da bist, dann komme ich wenigstens nicht auf dumme Gedanken."
Hatte sie das etwa laut gesagt? Sie senkte kurz den Blick, spielte mit dem verschwindenden Schaum.
"Wohnst du schon lange hier? Was machst du, wenn du nicht gerade alte Freundinnen von der Straße aufliest?", wollte sie wissen und sah sich dann nach einem Waschlappen um, den Vivi ihr ein Glück auf den Wannenrand gelegt hatte. Schnell nahm sie ihn und tauchte ihn ins Wasser ein.

Re: Das Glück Freunde zu haben (Hogwarts-Ableger)

Verfasst: Fr 9. Jul 2010, 21:24
von vojka
Vivien Marie Djurhuus
auf Svínoy / Vivis Haus
Montag, 30.08.2010
13:03 Uhr

Vivi lächelte. „Dann werden wir deine Haare gleich mal sauber machen und meine Hände kann ich hinterher waschen“, sagte sie und grinste leicht. Bevor sie Leevke die sich nun bedankte einfach nur ansah. Was sollte sie auch groß dazu sagen? Für sie war es selbstverständlich für ihre Freunde da zu sein und ihnen zu helfen, wenn sie es konnte.
Als Leevke sie dann nach ihrem Leben fragte, lächelte sie einfach nur glücklich. „Also ich bin, wie ich es wollte Heilerin geworden, habe letztes Jahr auch endlich mein Medizinstudium bei den Muggeln abgeschlossen und mein Runenstudium hab ich auch vor ein paar Jahren beendet. Nun arbeite ich in dem Krankenhaus, hier auf den Färöer Inseln als Heilerin und mache nebenbei noch eine Ausbildung zur Tränkemeisterin, wenn es meine Zeit zu lässt“, fing sie an und hoffte, dass Leevke sich nun nicht noch kleiner vorkam, als sie es so schon zu tun schien.
„Ich hab vor fast sechs Jahren Kjell geheiratet und vor gut fünf Jahren haben wir unseren ersten Sohn Ayden Kjell bekommen. Und nein, du hast mich von nichts wichtigem weggeholt du hast mir einfach nur einen freien Nachmittag beschert.“
Es waren wirklich aufregende und stressige Jahre für sie gewesen mit Kind die Ausbildungen zu beenden, aber Kjell hatte ihr dabei geholfen so gut er konnte, hatte selbst von Zeit zu Zeit zurück gesteckt nur um ihr die Möglichkeit zu geben, ihren Traum zu erfüllen. Sie war ihm sehr dankbar dafür und liebte ihn aus diesem Grund nur noch mehr.
„Das Haus haben wir vor fast drei Jahren gebaut. Neben an wohnen übrigens Freyja und Lars, falls du dich noch an Freyja erinnerst. Ich glaube mehr gibt es nicht zu erzählen. Aber vielleicht magst du mir ja etwas von dir erzählen?“, wollte sie vorsichtig wissen und sah die Holländerin fragend, aber auch beruhigend lächelnd an. Wollte es ihr so leicht wie möglich machen, was nicht unbedingt einfach war, aber sie versuchte ihr bestes.

Re: Das Glück Freunde zu haben (Hogwarts-Ableger)

Verfasst: Fr 9. Jul 2010, 21:35
von Cassiopeia
Leevke van der Zon
Vivis Haus, Svínoy
Montag, 30.08.2010
13:06 Uhr

Leevke hätte beinahe aufgelacht. Natürlich, Vivi hatte ein perfektes Leben mit gleich mehreren Ausbildungen, einem guten Job, Mann, Kind und Haus. Aber sie freute sich auch für sie, das zu erreichen war sicher alles andere als einfach gewesen.
"Respekt, das war sicher hart zeitweise", antwortete sie und überlegte, was sie antworten sollte. Was sollte sie von sich erzählen? Es gab so vieles, so unendlich viel und doch eigentlich nichts.
"Was soll ich sagen? Nach dem Abschluss bin ich nach Amsterdam zurück gegangen, ein paar Jahre später zwangsweise wieder nach England und seit dem bin ich mal hier, mal dort. Meine Großmutter wollte, dass ich mein Runenstudium beginne, aber das Leben hatte andere Pläne mit mir", erklärte sie leise, ihre Hand krampfte sich um ihren Waschlappen. Gut, das war die extrem abgespeckte Light-Version.
Sie war ohne ein Wort zu sagen gegangen, hatte Lene zurück gelassen, ihre Briefe ignoriert, so schwer es ihr auch gefallen war. Sie wollte die Schwedin nicht mit in den Sumpf hinein ziehen, in den sie geraten war.
Auch über Nathan verlor sie kein Wort. Nathan, der sie bei sich aufgenommen hatte, der sie geliebt hatte. Und der das Autofahren geliebt hatte...
Sie schluckte, nein, darüber konnte sie nicht reden, schon die Gedanken taten unendlich weh.
Aber sie zwang sich, Vivi wieder anzusehen, lächelte sogar. Unsicher.
"Freyja? Natürlich erinnere ich mich... ob sie mich auch noch kennt?", überlegte sie halb laut. "Weißt du noch mehr von... anderen von... damals?", wagte sie es schließlich zu wagen, konnte Vivi nicht mehr ansehen, widmete sich lieber dem Waschlappen, mit dem sie nun wirklich begann, sich zu waschen anstatt nur damit herum zu spielen.

Re: Das Glück Freunde zu haben (Hogwarts-Ableger)

Verfasst: Fr 9. Jul 2010, 21:53
von vojka
Vivien Marie Djurhuus
auf Svínoy / Vivis Haus
Montag, 30.08.2010
13:09 Uhr

Vivi seufzte leise. Was hatte sie erwartet, dass Leevke ihr gleich alles erzählte? Aber vielleicht würde sie ihr ja doch noch mehr erzählen, immerhin wollte sie ihre Hilfe und die konnte sie ihr nur geben, wenn sie mit ihr redete.
„Ja ich habe noch zu fast allen Kontakt. Habe bis vor ein paar Jahren mit fast allen zusammen in London gewohnt, bis nacheinander alle ausgezogen sind. Mary arbeitet in der Abteilung zur Führung und Aufsicht magischer Geschöpfe, Brendan und Josh sind Auroren geworden, Freyja hat auch mehrere Dinge studiert, Feli und Rachel sind Journalistinnen, ebenso wie mein Mann Kjell, Dany macht was mit Tieren, zu ihr hab ich den wenigsten Kontakt. Kara ist auch wieder aufgetaucht und sie hat auch studiert, Geschichte und Runen oder so“, meinte sie lachend und überlegte weiter, ob sie jemanden vergessen hatte. Aber Momentan fiel ihr keiner ein, außer Lene vielleicht, aber von ihr wusste sie nichts, hatte sie die Schwedin doch nicht mehr gesehen, seit diese Hogwarts verlassen hatte.
„So aber langsam solltest du aus dem Wasser raus, sonst löst du dich noch auf“, sagte sie und nahm Leevke den Waschlappen aus den verkrampften Händen und fing an ihr den Rücken zu waschen.

Re: Das Glück Freunde zu haben (Hogwarts-Ableger)

Verfasst: Fr 9. Jul 2010, 22:13
von Cassiopeia
Leevke van der Zon
Vivis Haus, Svínoy
Montag, 30.08.2010
13:11 Uhr

Leevke lächelte traurig, es tat so gut, die alten Namen wieder zu hören. Josh, Brendan und Freyja kannte sie von ihnen wohl am Besten, doch auch die anderen waren ihr natürlich nicht unbekannt. Aber sie wollte nicht weiter fragen, es ging sie nichts an, es war ihr eigenes Leben. Kurz stellte sie enttäuscht fest, dass Vivi nichts von Lene gesagt hatte, aber sie wollte nicht nach fragen, es lag so lange zurück...
"Mhh", machte Leevke leise, als Vivi ihr vorsichtig den Rücken wusch. Nur kurz dachte sie an die Narben, die ihn zierten und die Vivi nun unweigerlich sah. Aber es tat so gut... sie war vorsichtig, fast sanft, achtete darauf, mit kleisenden Bewegungen die Haut zu reinigen. Da sie bereits gemerkt hatte, dass Leevke mehr als dünn war, war es nun auch egal, wenn sie ihre Rippen zählen konnte. Sie lehnte den Kopf auf die Knie und genoss die kreisenden Bewegungen, es war ihr plötzlich nicht einmal unangenehm, dass Vivi sie berührte, sie nackt sah. Ihren kaputten Körper, zerschunden, vernarbt. Es war für den Moment egal.
Sich im Schaum auflösen? Gar keine schlechte Idee, fand Leevke, aber im Moment schien Vivi anderes mit ihr vor zu haben.
"Damit könntest du ewig weiter machen", murmelte sie, die Augen geschlossen, die Gedanken immer weiter abschaltend.
Dann merkte sie, wie Vivi ihr Haarband löste und die verklebten und verfilzten Strähnen auf ihren gerade frisch gewaschenen Rücken klatschten. Leevke schämte sich, doch Vivi sagte kein Wort, stand auf um Shampoo zu holen, nahm dann die Brause und bat Leevke den Kopf so zu halten, dass ihr nichts ins Gesicht lief.
Kurz darauf war ihr Kopf voller herrlich duftendem Schaum, den Vivi sanft knetete und ihre Kopfhaut massierte.
"Ich fürchte, ein Mal waschen reicht nicht", sagte Leevke und lachte leise, als Vivi ihr zustimmte und zur Brause griff, um das Ganze zu wiederholen.

Re: Das Glück Freunde zu haben (Hogwarts-Ableger)

Verfasst: Fr 9. Jul 2010, 22:24
von vojka
Vivien Marie Djurhuus
auf Svínoy / Vivis Haus
Montag, 30.08.2010
13:13 Uhr

Vivi lächelte einfach nur und ging der Tätigkeit nach. Es war für sie nicht ungewohnt, auch wenn es selten der Fall gewesen war, so gehörte dies auch zu den Aufgaben einer Heilerin in Ausbildung, wenn es nötig war. So machte sie einfach stumm weiter, achtete darauf, Leevke nicht weh zu tun, hatte sie doch in den letzten Jahren genug Schmerzen erlebt, wie ihr Körper ihr nur zu gut erzählte. Sie seufzte innerlich. Hoffte, dass Leevke bald reden würde, ihr sagen würde, was geschehen war, dass sie so weit unten gelandet war, denn dass es nur damit zusammenhing, dass ihre Großmutter sie verstoßen hatte, konnte sie nicht glauben.
Die Haare waren nun ein zweites Mal gewaschen und Vivi nahm nun noch Spülung und eine spezielle Pflege die Leevkes Haaren sicherlich gut tun würden und arbeitete diese ein. Als sie damit auch fertig war, nahm sie das Handtuch, was sie auf das kleine Sideboard neben der Badewanne gelegt hatte und reichte es Leevke. „Ich denke abtrocknen schaffst du oder? Ich würde dann schon mal runter gehen und eine Kleinigkeit zu essen machen, du kannst dann einfach runter kommen. Wenn du der Treppe folgst, dann ist es gleich links die Tür, da findest du mich“, sagte sie und lächelte. Wollte sie Leevke doch soviel Privatsphäre geben, wie möglich war, auch wenn sie kein Problem damit hatte Menschen nackt zu sehen, war das doch in ihrem Job fast alltäglich, so versuchte sie doch die Würde der Menschen so gut sie konnte zu achten.
„Wir sehen uns gleich“, sagte sie und zog ihren Zauberstab und ließ den Sitzsack die Treppe vor sich nach unten schweben und legte ihn zurück ins Wohnzimmer. Schnell schrieb sie zwei Briefe, einen an Kjell, dass sie Leevke hier hatte und er bitte Ayden nach der Arbeit abholen möchte und einen an ihre Schwiegermutter, dass sie es heute nicht schaffte ihren Sohn abzuholen und dass dies Kjell tun würde. Die Briefe waren schnell verschickt und Vivi atmete einen Moment tief durch. Das was sie eben gesehen und gefühlt hatte, ging ihr sehr nahe, so sollte kein Mensch aussehen fand sie. Sie straffte ihre Schulter und ging schnell in die Küche um eine leichte Hühnersuppe zu machen, das würde Leevkes Magen sicherlich am besten bekommen. Schwere Nahrung war das letzte, was sie nun brauchte und Suppe war immer gut, vor allem da gerade eine Hühnersuppe reich an Nährstoffen und Vitaminen war. Sie lächelte leicht, als sie zaghafte Schritte auf der Treppe hörte und schnitt weiter das Gemüse für die Suppe und wartete darauf, dass Leevke sich von alleine bemerkbar machte. Sie wollte sie nicht überfordern und im Flur konnte die Holländerin genug sehen, immerhin hing dieser voller Bilder der Freunde, ihres Sohnes und dem Rest ihrer Familie. Irgendwo an den Wänden musste auch ein Bild von ihr selbst hängen, was sie wohl denken würde, wenn sie sich sah, nur ein paar Jahre jünger?