Re: Tränen der Nacht [HP] 5/21
Verfasst: Di 15. Dez 2009, 13:11
Hey ihr Beiden! 
Lieben Dank für eure Reviews, es geht auch sofort weiter *g*
@Ria: Der ursprüngliche Titel der Geschichte war "Geistergeschichten" - warum, wird gerade hier deutlich, da ich eben auch die Geisterebene beschreibe, sprich Harrys Sicht aus dem Reich der Toten^^. Dass Harry erst nach zwei Tagen zu sich kommt, hängt mit dem Avada zusammen und damit, dass dieser von Voldemort geprochen wurde.
@Süße: Oh, lieben Dank, dass dir Ginnys (unterschiedlicher) Schmerz so gefallen hat (obwohl das Wort hier irgendwie falsch klingt...). Das nächste Kapitel war in der Tat etwas seltsam *lach* Aber nun erfährst du gleich, wie es weiter geht.
Hier nun ein Kapitel, welches sehr kurz ist und dazu ohne Namen auskommt... lest selbst^^ (kleine Erinnerung an die Pairings zu Anfang...)
Liebste Grüße,
Cas
Seine Finger spürte er schon lange nicht mehr, genau so wenig seine Beine. Sein Blick schien wie gefesselt von diesem wunderschönen Blau, er schaffte es nicht, die Augen zu bewegen, geschweige denn, den Kopf.
Da wusste er es: er würde sterben.
Der Gedanke hatte etwas ungeheuer erlösendes an sich. Endlich frei sein von all dem Schmerz, der in seiner Brust wohnte. Endlich keine Schuldgefühle mehr haben. Sich selbst nicht mehr verachten zu müssen. Nicht mehr diese Angst zu verspüren, die ihm beinahe den Atem nahm, die ihn untergrub und das Loch, in welches er fiel, immer größer werden ließ. Endlich der Leere in seinem Inneren entkommen, nicht mehr diesen Eisklotz in sich spüren zu müssen.
Schon lange vermisste er die Wärme in seinem Inneren, die ihm sagte, dass er noch am leben war. Er lebte sein Leben scheinbar ohne Veränderung weiter, doch innerlich war er schon lange tot.
All dem ein Ende setzten - wie sehr er sich doch danach sehnte. Er wollte leben, und wenn er dafür sterben musste!
Leben... wehmütige Gedanken kamen in seinen Kopf, überfluteten seine Sinne.
Diese Augen, die immer wieder in seinem Geist auftauchten. Ja, wenn er in diese Augen geblickt hatte, hatte er sich lebendig gefühlt, lebendiger als jemals vorher. Doch war es schon so unendlich lange her, dass er diese Augen zuletzt erblicken durfte.
Die Winzigkeit von Wärme, die ihn für einige Sekunden durchflutet hatte, verschwand sofort wieder.
Er versuchte, sich an die Gedanken zu klammern, an diese Augen, diese Wärme, die sie in ihm auslösten. Doch scheinbar arbeitete sein Gehirn nicht mehr so, wie es sollte, es schien wie aus Gummi zu sein. Schließlich gab er es auf und wurde wieder von der grauen Trostlosigkeit umhüllt.
Nein, er würde nicht weinen. Keine Träne der Welt konnte den Schmerz ausdrücken, den er fühlte. Seine Kehle wurde von trockenen Schluchzern gequält, sie seinen ganzen Körper schüttelten.
Und wieder einmal überkamen ihn Schuldgefühle. Er war an allem Schuld. Er hätte es niemals soweit kommen lassen dürfen, hätte eingreifen müssen.
Doch hätte es was geändert?
Dann wäre er jedenfalls noch am Leben.
Wie oft schon war er diesen Gedankengang gegangen. Doch die Zeit ließ sich nicht zurückdrehen.
Er hatte versagt, hatte mit angesehen, wie der Lord ihn getötet hatte. Und er? Er hatte nur daneben gestanden, hilflos seinen Zauberstab umklammert. Als er sah, dass der Dunkle Lord ebenfalls in den Tod gerissen worden war, war er auf der Stelle disappariert. Dort war er zusammengebrochen, kaum hatte er sein Zimmer erreicht.
Er ging weiterhin ein und aus, doch die Eiseskälte ließ sich einfach nicht vertreiben.
Die Tage verbrachte er damit, draußen spazieren zu gehen, die schneebedeckte Landschaft zu betrachten und versuchte, mit seinen Gedanken und Gefühlen fertig zu werden. Doch je mehr er darüber nachdachte, je schlimmer wurde es, riss ihn mit in einen Strudel aus Emotionen und Schuldgefühlen, der sich immer schneller drehte.
Wie lange er hier schon lag, wusste er nicht. Es kam ihm wie eine Ewigkeit vor. Er merkte, wie er immer schwächer wurde, wie das Leben ihn verließ.
"Endlich", dachte er, bis er mit einem Lächeln in die Dunkelheit fiel.
Lieben Dank für eure Reviews, es geht auch sofort weiter *g*
@Ria: Der ursprüngliche Titel der Geschichte war "Geistergeschichten" - warum, wird gerade hier deutlich, da ich eben auch die Geisterebene beschreibe, sprich Harrys Sicht aus dem Reich der Toten^^. Dass Harry erst nach zwei Tagen zu sich kommt, hängt mit dem Avada zusammen und damit, dass dieser von Voldemort geprochen wurde.
@Süße: Oh, lieben Dank, dass dir Ginnys (unterschiedlicher) Schmerz so gefallen hat (obwohl das Wort hier irgendwie falsch klingt...). Das nächste Kapitel war in der Tat etwas seltsam *lach* Aber nun erfährst du gleich, wie es weiter geht.
Hier nun ein Kapitel, welches sehr kurz ist und dazu ohne Namen auskommt... lest selbst^^ (kleine Erinnerung an die Pairings zu Anfang...)
Liebste Grüße,
Cas
4. Allein
Kein Weg zurück
das weiße Licht kommt näher
Stück für Stück
will mich ergeben.
Muss ich denn sterben
um zu leben?
Out of the Dark - Falco
Langsam öffnete er die Augen und sah in einen kristallblauen Himmel. Ihm war, als blicke er in die Unendlichkeit. Nichts, was seinen Blick trübte, nicht einmal ein Insekt, das in sein Blickfeld geriet. Er sah ungehindert in das weite Blau über ihm, fühlte sich, als würde er schweben. Er glaubte, die Hand ausstrecken zu können und er sei am Ende der Welt, fort von all den Sorgen und Problemen. Er versuchte, den Arm zu heben, doch es gelang ihm nicht. Kein Weg zurück
das weiße Licht kommt näher
Stück für Stück
will mich ergeben.
Muss ich denn sterben
um zu leben?
Out of the Dark - Falco
Seine Finger spürte er schon lange nicht mehr, genau so wenig seine Beine. Sein Blick schien wie gefesselt von diesem wunderschönen Blau, er schaffte es nicht, die Augen zu bewegen, geschweige denn, den Kopf.
Da wusste er es: er würde sterben.
Der Gedanke hatte etwas ungeheuer erlösendes an sich. Endlich frei sein von all dem Schmerz, der in seiner Brust wohnte. Endlich keine Schuldgefühle mehr haben. Sich selbst nicht mehr verachten zu müssen. Nicht mehr diese Angst zu verspüren, die ihm beinahe den Atem nahm, die ihn untergrub und das Loch, in welches er fiel, immer größer werden ließ. Endlich der Leere in seinem Inneren entkommen, nicht mehr diesen Eisklotz in sich spüren zu müssen.
Schon lange vermisste er die Wärme in seinem Inneren, die ihm sagte, dass er noch am leben war. Er lebte sein Leben scheinbar ohne Veränderung weiter, doch innerlich war er schon lange tot.
All dem ein Ende setzten - wie sehr er sich doch danach sehnte. Er wollte leben, und wenn er dafür sterben musste!
Leben... wehmütige Gedanken kamen in seinen Kopf, überfluteten seine Sinne.
Diese Augen, die immer wieder in seinem Geist auftauchten. Ja, wenn er in diese Augen geblickt hatte, hatte er sich lebendig gefühlt, lebendiger als jemals vorher. Doch war es schon so unendlich lange her, dass er diese Augen zuletzt erblicken durfte.
Die Winzigkeit von Wärme, die ihn für einige Sekunden durchflutet hatte, verschwand sofort wieder.
Er versuchte, sich an die Gedanken zu klammern, an diese Augen, diese Wärme, die sie in ihm auslösten. Doch scheinbar arbeitete sein Gehirn nicht mehr so, wie es sollte, es schien wie aus Gummi zu sein. Schließlich gab er es auf und wurde wieder von der grauen Trostlosigkeit umhüllt.
Nein, er würde nicht weinen. Keine Träne der Welt konnte den Schmerz ausdrücken, den er fühlte. Seine Kehle wurde von trockenen Schluchzern gequält, sie seinen ganzen Körper schüttelten.
Und wieder einmal überkamen ihn Schuldgefühle. Er war an allem Schuld. Er hätte es niemals soweit kommen lassen dürfen, hätte eingreifen müssen.
Doch hätte es was geändert?
Dann wäre er jedenfalls noch am Leben.
Wie oft schon war er diesen Gedankengang gegangen. Doch die Zeit ließ sich nicht zurückdrehen.
Er hatte versagt, hatte mit angesehen, wie der Lord ihn getötet hatte. Und er? Er hatte nur daneben gestanden, hilflos seinen Zauberstab umklammert. Als er sah, dass der Dunkle Lord ebenfalls in den Tod gerissen worden war, war er auf der Stelle disappariert. Dort war er zusammengebrochen, kaum hatte er sein Zimmer erreicht.
Er ging weiterhin ein und aus, doch die Eiseskälte ließ sich einfach nicht vertreiben.
Die Tage verbrachte er damit, draußen spazieren zu gehen, die schneebedeckte Landschaft zu betrachten und versuchte, mit seinen Gedanken und Gefühlen fertig zu werden. Doch je mehr er darüber nachdachte, je schlimmer wurde es, riss ihn mit in einen Strudel aus Emotionen und Schuldgefühlen, der sich immer schneller drehte.
Wie lange er hier schon lag, wusste er nicht. Es kam ihm wie eine Ewigkeit vor. Er merkte, wie er immer schwächer wurde, wie das Leben ihn verließ.
"Endlich", dachte er, bis er mit einem Lächeln in die Dunkelheit fiel.