Das Glück Freunde zu haben (Hogwarts-Ableger)

Für kleinere, in sich abgeschlossene Geschichten
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Cassiopeia
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Re: Das Glück Freunde zu haben (Hogwarts-Ableger)

Beitrag von Cassiopeia »

Leevke van der Zon
Vivis Haus, Svínoy
Montag, 30.08.2010
21:05

Leevke sah Vivi zuerst panisch, dann ertappt und schließlich schuldbewusst an. Leugnen hatte keinen Zweck, Vivi wusste genau, was sie da in der Hand hielt, einen zusammen gepanschten Trank, der nur entfernt etwas mit einem Schlaftrank zu tun hatte. Sie wollte lieber nicht wissen, was dort sonst noch drin enthalten war.
Fast flehend streckte sie die Hand aus, zog sie dann wimmernd wieder zurück, als Vivis Blick hart wurde.
Sie schluchzte erneut, presste das Foto an ihre Brust.
"Ich... ich wollte doch aufhören, immer wieder aber... ich kann nicht", wisperte sie, stand nun zitternd vor ihrem Bett. "Ich will doch nur schlafen und... damit... kann ich es..."
Weinend sank sie auf ihr Bett, das war es gewesen, Vivi würde sie sicher nicht eine Minute länger im Haus haben wollen, in welchem ihr Sohn lebte.
"Ich brauche diese Tränke doch... sonst... sonst wäre ich schon längst... nicht mehr da", sammelte sie, verbarg ihr Gesicht in ihren Händen, die zitterten. Das Foto lag auf ihrem Schoß und Nathan schien sie vorwurfsvoll anzusehen.
Sie konnte Vivi nicht ansehen, nicht die Enttäuschung in ihrem Blick ertragen. Sie war nur eine herunter gekommene Süchtige, die sich mit zusammen gepanschten Tränken über Wasser hielt, sich irgendwie an ihr Leben klammerte, welches schon längst jegliches Lebenswerte verloren hatte.
"Bitte... hasse mich nicht", flüsterte sie tonlos, alles in ihr verkrampfte sich vor Angst und Wut über sich selbst, nun auch die letzte Freundin verloren zu haben.
Die Wirklichkeit ist nur etwas für Menschen, die mit Büchern nichts anfangen können.
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vojka
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Re: Das Glück Freunde zu haben (Hogwarts-Ableger)

Beitrag von vojka »

Vivien Marie Djurhuus
auf Svínoy / Vivis Haus
Montag, 30.08.2010
21:07 Uhr

Vivi schüttelte den Kopf. „Du wirst keine Tränke mehr nehmen. Überlege dir was dir wichtiger ist. Hier bleiben zu können, deine Sucht zu bekämpfen und bald wieder glücklich und ohne Tränke dein Leben zu führen. Oder zurück in die Gosse gehen, deine Tränke trinken und dir von diesen das Leben diktieren zu lassen und spätestens in zwei Jahren an den Folgen der Tränke zu sterben?“, sagte sie hart, ging zu Leevkes Sachen und durchsuchte sie.
Schließlich förderte sie noch sechs weitere Phiolen zu Tage und stellte sie auf den Schreibtisch im Zimmer, nachdem sie diese kurz untersucht hatte. Leevke die wimmernd vor ihrem Bett stand ignorierte sie für den Moment.
„Also Stärkungs- und Beruhigungstränke nimmst du auch noch“, sagte sie und drehte sich Leevke wieder zu.
„Was hättest du getan, wenn Ayden in den Zimmer gekommen wäre und die Phiolen entdeckt hätte, vielleicht sogar von einer getrunken hätte?“, fragte sie und sah Leevke anklagend an. Schüttelte dann aber den Kopf, es hatte keinen Sinn ihr Vorwürfe zu machen, sie war süchtig, es zählte nur die nächste Dosis.
„Du hast nun die Wahl zwischen drei Alternativen. 1. Ich helfe dir hier bei mir zu Hause. 2. Ich weise dich ein und 3. Du gehst dahin wo du hergekommen bist“, sagte Vivi streng. Hier brachte Güte und Freundlichkeit im Moment nichts. Leevke musste nun wählen wie ihr weiteres Leben aussehen sollte, was sie wollte und erst dann konnte man ihr helfen.
Glück ist das einzige, was wir anderen geben können, ohne es selbst zu haben.
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Cassiopeia
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Re: Das Glück Freunde zu haben (Hogwarts-Ableger)

Beitrag von Cassiopeia »

Leevke van der Zon
Vivis Haus, Svínoy
Montag, 30.08.2010
21:09

Wimmernd und zitternd sah Leevke zu, wie Vivi jeden einzelnen Trank auf den Tisch stellte, zuckte bei jeder einzelnen Phiole zusammen. Panisch schüttelte sie den Kopf.
"Nicht... nicht Ayden, ich habe doch immer einen Schutzzauber darüber, den ich... nur aufheben muss, wenn ich..." Sie beendete den Satz nicht, schluchzte erneut, wagte es nicht auch nur einen Schritt näher zu gehen.
Zitternd sank sie auf ihr Bett, Vivis Worte dröhnten in ihren Ohren, ihr war schlecht. Apathisch wippte sie vor und zurück mit ihrem Oberkörper, die Knie an die Brust gezogen.
Ein paar Minuten sagte sie gar nichts, ehe sie endlich stockende Worte hervor brachte:
"Ich... gehofft, du... könntest... helfen...", wisperte sie, wusste nicht, ob Vivi sie überhaupt hörte, wollte einfach nur weg, unsichtbar sein, alles hinter sich lassen, dann würde sie auch niemandem mehr weh tun und alles kaputt machen.
Wieder schüttelte sie den Kopf, schniefte, den Blick noch immer gesenkt, die Hände um die Beine geklammert.
"Ich will nicht zurück, ich will... will wieder leben, Vivi. Ohne Tränke, ohne Alpträume, ohne Angst. Aber das ist... so schwer... so schwer..."
Wieder machte sie eine Pause, sprechen war so unendlich anstrengend und das Zittern wollte einfach nicht aufhören, die Angst schien alles in ihr zusammen zu drücken... atmen...
"Wenn... du mich nicht haben willst...", versuchte sie es, kam jedoch nicht weiter, es hatte doch eh keinen Sinn, Vivi würde sie hinaus werfen, sie einweisen, wegsperren. Vielleicht war das sogar das Beste, solch eine Freundschaft hatte sie doch gar nicht verdient.
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vojka
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Re: Das Glück Freunde zu haben (Hogwarts-Ableger)

Beitrag von vojka »

Vivien Marie Djurhuus
auf Svínoy / Vivis Haus
Montag, 30.08.2010
21:11 Uhr

Vivi schüttelte den Kopf. „Nein, ich werde dich nicht wegschicken. Ich habe gesagt, dass ich dir helfe. Aber schlafen können wir beide jetzt noch nicht. Erst müssen wir etwas erledigen sagte sie und nahm sich die sieben Phiolen vom Tisch und ging zu Leevke hinüber. „Komm mit“, sagte sie und verließ das Zimmer. Sie konnte jetzt einfach noch nicht sanft sein, sie halten und ihr gut zureden, dass sie es schaffen würde, erst musste sie Leevke einiges klar machen, dann konnte man beginnen die Sucht zu bekämpfen.
Sie stand nun an der Treppe und wartete darauf, dass Leevke ihr folgte. Aber noch folgte sie ihr nicht. „Leevke bitte, komm mit, ich werde dich nicht hinauswerfen, solange du dich an gewisse Regeln hältst, die wir morgen aufstellen, aber jetzt muss ich dir etwas zeigen und deshalb komm bitte“, sagte sie als sie Kjell unten an der Treppe stehen sah, der nun hochkam. Leevke saß immer noch in ihrem Zimmer, aber Kjell kam nun die Treppe hinauf. In schnellem färöisch erklärte sie ihm was los war, und was sie nun tun wollte, bat ihn, sich morgen früh um Ayden zu kümmern und ihn, obwohl sie frei hatte zu seiner Mutter zu bringen, denn sie wusste, sie würde heute Nacht kein Augen zu machen.
„Leevke komm bitte“, sagte sie erneut, nachdem Kjell sich ins Bett verabschiedet hatte. Sie hatte ruhig und freundlich gesprochen und hoffte, dass Leevke nun in der Lage war aufzustehen und ihr zu folgen.
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Cassiopeia
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Re: Das Glück Freunde zu haben (Hogwarts-Ableger)

Beitrag von Cassiopeia »

Leevke van der Zon
Vivis Haus, Svínoy
Montag, 30.08.2010
21:15

... ich werde dich nicht hinaus werfen...
Unsicher sah sie auf, doch Vivi war schon nicht mehr im Zimmer, schien draußen auf sie zu warten.
Leevke versuchte, etwas zu sagen, versuchte sich zu bewegen, aber ihr Körper wollte ihr einfach nicht gehorchen. Sie zitterte einfach unkontrolliert weiter, konnte noch nicht einmal Vivi um Hilfe bitten.
Ich kann nicht, ich bin es nicht wert, wollte sie sagen, schwieg jedoch und versuchte, die Kontrolle über ihren Körper wieder zu erlangen.
Sie wollte ihr etwas zeigen? Und sie sprach mit einem Mal wieder freundlich, nicht mehr so hart und abweisend, enttäuscht...
Leevke schloss die Augen, atmete tief durch, sie brauchte jetzt einen Beruhigungstrank -
Nein! Du brauchst ihn nicht mehr!
Mit zitternden Fingern nahm sie das Foto von ihr und Nathan auf, drückte es an ihr Herz und stand dann nach mehreren Versuchen endlich auf ihren Beinen. Ihr war schwindelig, doch irgendwie würde es gehen.
Schniefend wischte sie sich über das Gesicht, suchte ein Taschentuch, um sich die Nase zu putzen und hörte, wie Vivi mit Kjell sprach. Wieder begann ihr Herz zu rasen, er würde sie doch sicher nicht hier behalten wollen, er kannte sie doch gar nicht!
Doch irgendwie schaffte sie es zum Türrahmen, hielt sich daran fest, die andere Hand noch immer auf das Foto gepresst, sie konnte und wollte Nathan jetzt nicht los lassen.
"Wo... wo gehen wir hin?", fragte sie leise mit zitternder Stimme, sah Vivi ängstlich an. Vielleicht will sie mich doch nur aus dem Haus bekommen... aber sie hat gesagt, sie wirft mich nicht raus... Zögernd tat sie einen Schritt über die Türschwelle, die Augen verquollen, noch immer am ganzen Körper zitternd. Aber sie wollte es schaffen, sie hatte es Nathan versprochen...
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vojka
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Re: Das Glück Freunde zu haben (Hogwarts-Ableger)

Beitrag von vojka »

Vivien Marie Djurhuus
auf Svínoy / Vivis Haus
Montag, 30.08.2010
21:17 Uhr

Vivi war erleichtert als Leevke in der Türschwelle stand. „Wir gehen in den Keller in mein Tränkelabor. Aber mach dir keine Hoffnung, dass du Tränke von mir bekommst, die sind gut gesichert“, sagte sie und ging die ersten Stufen hinunter. „Kommst du die Treppen alleine runter oder soll ich dir helfen?“, fragte sie.
„Ich glaube es geht“, sagte Leevke und folgte Vivi, die nun langsam die Treppe weiter hinunter ging, immer darauf achtend, ob Leevke stürzte oder nicht. Aber schließlich kamen sie vor der Tür zu Vivis Labor an und Vivi hob stumm die Zauber auf, die die Tür sicherten.
Es war ein großer Raum, in deren Mitten ein großer Arbeitstisch mit mehreren Feuerstellen war, auch ein Schreibtisch stand in dem Raum, ebenso wie ein gemütliches Sofa, auch welches Vivi sich gerne legte und las, während ihre Tränke eine weile köcheln oder ziehen mussten.
„Setz dich bitte auf das Sofa und bleibe da bitte auch sitzen“, sagte sie und wartete bis Leevke saß, bevor sie drei Kessel herausholte. „Ich werde nun gucken, was genau in den Tränken ist, die du in dich hineinschüttest. Ich möchte dir damit verdeutlichen, was das für ein Müll ist und vor allem wie gefährlich der ist. Hier hast du ein Buch“, sagte sie, nachdem sie eines aus dem Regal gezogen hatte, „in welchem du die drei Tränke findest, suche sie bitte heraus und gucke dir die Zutaten an“, sagte sie und trat nun an die Kessel. Von jedem der Tränke tat sie etwas in einen anderen Kessel und verkorkte sie anschließend wieder. Heimlich und von Leevke unbemerkt belegte sie die Phiolen, die vor den Kesseln stand, damit sie wusste wo welcher Tran drin war, mit Schutzzaubern, so dass Leevke nicht in Versuchung kam.
Sie seufzte, das würde eine lange Nacht werden, aber damit hatte sie auch schon gerechnet. Sie tat Wasser hinzu und entfachte Flammen unter den Kesseln. Kurz sah sie zu Leevke, bevor sie sich abwandte und in den kleinen Nebenraum ging um ein paar Zutaten zu holen. Immer wieder sah sie kurz durch die Tür, wie Leevke sich verhielt, ob sie zum Tisch ging um die Tränke die dort standen zu trinken, aber sie widerstand, auch wenn es ihr unendlich schwer fiel, wie man an ihrem Gesicht sah. Aber das wichtige war, sie erlag nicht der Sucht, sondern versuchte es, also gab es noch Hoffnung, es war noch nicht alles verloren und das war es, was Vivi beruhigte und freute. Sie konnte ihr helfen, sie konnten es schaffen, auch wenn es sehr schwer werden würde. Schließlich hatte sie alle Zutaten zusammen und konnte beginnen die Tränke zu analysieren.
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Cassiopeia
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Re: Das Glück Freunde zu haben (Hogwarts-Ableger)

Beitrag von Cassiopeia »

Leevke van der Zon
Vivis Haus, Svínoy
Montag, 30.08.2010
21:23

Das Buch lag schwer auf ihrem Schoß und Leevke hatte es noch nicht aufgeschlagen, als Vivi plötzlich den Raum verließ. Ihr Blick hob sich, wanderte zu den wieder verkorkten Phiolen. Nur ein Mal noch, nur einen letzten Schluck um all das hier zu überstehen...
Ihre Fingernägel bohrten sich in den Buchdeckel, als sie abrupt den Blick anwandte und das Buch aufschlug, wahllos darin herum blätterte. Immer wieder war sie kurz davor, aufzustehen und die Phiolen unter dem weiten Pulli, den sie noch immer trug, verschwinden zu lassen. Sie musste nur auftstehen und die Hand ausstrecken...
Aber dann wäre auch das letzte Vertrauen von Vivi zerstört, das konnte sie nicht riskieren. Sie wollte es schaffen, sie musste es schaffen!
Mit flackendem Blick wandte sie sich wieder den Seiten zu, die beruhigend durch ihre Finger glitten und hielt vorne beim Inhaltsverzeichnis inne. Sie hatte gar nicht gewusst, wie viele verschiedene Arten von Beruhigungstränken, Schlaftränken und Stärkungstränken es gab!
Sie begann bei den Stärkungstränken, die schienen am wenigsten unübersichtlich und wurde überraschend schnell fündig. Sie klemmte ihren kleinen Finger zwischen die Seiten und suchte weiter nach den Beruhigungstränken und schließlich nach den Schlaftränken, fand auch dort ein bis drei Auswahltränke, die in Frage kamen, sich auch in ihren Phiolen zu befinden... zumindest ansantzweise.
Sie fühlte sich verloren und unendlich klein, schmutzig. Wertlos. Wieder rannen Tränen über ihre Wange, doch sie wischte sie fort, sie wollte doch stark sein... hatte Nathan ihr das nicht immer wieder gesagt? Dass sie stark sein sollte, dann würde sie alles schaffen? Hatte Lene ihr nicht damals dasselbe gesagt? Dass sie zusammen stark waren?
Wieder schluchzte sie, krümmte sich zusammen, erlaubte sich aber nicht, nun einen Weinkrampf zu bekommen. Das musste warten, bis sie wieder im Bett lag.
Sie wischte sich über das Gesicht, sah Vivi aus verweinten Augen an. Wollte sich entschuldigen, um Verzeihung bitten, doch kein Wort kam über ihre bebenden Lippen.
Schließlich schluckte sie und deutete auf das Buch.
"Ich... ich glaube, ich habe sie gefunden, bin mir aber nicht sicher, ob es die richtigen sind", sagte sie leise, versuchte, ruhig zu atmen. "Ich habe... jeweils mehrere ins Auge gefasst, zwei oder drei..." Wieder huschte ihr Blick zu den Kesseln mit den Phiolen davor, ihr Oberkörper wiegte vor und zurück. Doch sie blieb sitzen, wie Vivi es gesagt hatte.
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vojka
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Re: Das Glück Freunde zu haben (Hogwarts-Ableger)

Beitrag von vojka »

Vivien Marie Djurhuus
auf Svínoy / Vivis Haus
Montag, 30.08.2010
21:25 Uhr

Vivi nickte und ging zu Leevke und sah sich die Tränke an, die sie gefunden hatte. „Richtig, aber ich denke, dass es sich bei deinen Tränken um etwas handelt, was aus mindestens zwei Rezepten zusammen gepantscht wurde. Zumindest deuten die Farbe und vor allem der Geruch darauf hin. Aber das werden wir erst wissen, wenn ich mit der Analyse fertig bin“, sagte sie und ging zu ihrem Bücherregal und holte ein weiteres Buch heraus. „Während ich die Tränke analysiere möchte ich, dass du hier in diesem Buch liest“, sagte sie und reichte Leevke ein kleines in schwarzes Leder gebundenes Buch mit dem Titel, ‚Was falsche oder falsch dosierte Tränke für Nebenwirkungen haben’.
„Ich möchte, dass du genau weißt, was du deinem Körper mit den Tränken antust“, sagte Vivi leise und strich Leevke eine Haarsträhne, die sich aus ihrem Zopf gelöst hatte hinter das Ohr.
Erst dann ging sie zu ihren Kesseln zurück, die nun langsam begannen zu kochen und Vivi nun anfing die verschiedenen Zutaten zu zerkleinern und in die Kessel zu geben. Immer wieder machte sie sich Notizen auf einem Block den sie sich neben die Kessel gelegt hatte. Vivi wurde immer schlechter, je mehr sie ausschrieb. Diese Tränke waren nicht nur aus zwei verschiedenen Rezepten zusammen gepantscht, nein, es waren auch Sachen darin, die nichts in ihnen zu suchen hatten, die sogar gefährlich waren. Nicht auszudenken, wenn Leevke die wirklich nahm und das vielleicht auch noch über einen längeren Zeitraum. Das war Körperverletzung, wenn nicht sogar versuchter Mord. Es schüttelte sie. Diese Tränke waren näher an Giften als an Beruhigungs-, Stärkungs-, oder Schlaftränken.
Schließlich, nach fast zwei Stunden löschte sie das Feuer unter den Kesseln und reinigte sie und ging zu Leevke, die ziemlich fertig auf dem Sofa saß und setzte sich zu ihr.
„Was hast du herausgefunden?“, fragte sie und blickte Leevke einfach nur an.
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Cassiopeia
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Leevke van der Zon
Vivis Haus, Svínoy
Montag, 30.08.2010
23:31

Leevke saß zusammen gekauert auf dem Sofa, hatte das Tränkebuch wieder zu geklappt und studierte nun nach einander die Folgen von falsch dosierten und/ oder gebrauten Tränken.
Mit zitternden Fingern fuhr sie über die Zeilen, da ihr Blick diese allein nicht halten konnte. Doch die kleine Geste, als Vivi ihr eine Haarsträhne hinter das Ohr gestrichen hatte, hatte ihr Mut gegeben. Vielleicht war doch noch nicht alles verloren. Vielleicht...
Sie hielt diese Berührung fest, während sie versuchte, ruhig zu bleiben bei dem, was sie da las. Dass es Nebenwirkungen gab, war ihr klar, die Krämpfe waren sicher keine Einbildung. Aber das, was sie las, verstärkte die Übelkeit nur noch, sodass sie ein paar Mal mit geschlossenen Augen tief durchatmete, ehe sie Vivi antworten konnte.
Mit leiser Stimme begann sie schließlich zu sprechen, räusperte sich um ihre Stimme wieder zu finden.
"Die... die Stärkungstränke greifen den Verdauungstrakt an, die Schleimhäute werden verätzt und es kann zu Blutungen kommen. Außerdem wirken sie auf das Nervensystem, es kann... zu unkontrollierten Bewegungen kommen, bis hin zum ständigen Tremor oder zur Lähmung."
Sie machte eine Pause, Vivi nickte nur.
"Beruhigungstränke, sie... wenn falsch gebraut oder angewandt... sie wirken auf das Stressystem, es werden weniger Hormone und Neurotransmitter ausgeschüttet, die Reaktionen verlangsamen, man wird... fahrig, unkonzentriert, teilnahmslos, reagiert auf nichts mehr bis hin zur völligen Apathie."
Wieder schluckte sie, nun kam das, was sie am meisten beschäftigte. Strketränke, Beruhigungstränke, ohne die konnte sie leben. Aber Schlaftränke, nein, die brauchte sie...
"Dann sind... sind da noch die Schlaf... sie... sie fahren die gesamte Körperaktivität herunter, von den Organen wie auch im Gehirn, unterbinden Bewussteinsprozesse und können... zu Amnesien führen, bis hin zum Koma... und bei... bei allen Tränken lässt die Wirkung bei langhaltigem Gebrauch nach und man muss die Dosis des WIrkstoffes erhöhen..."
Das war zu viel, sie konnte nicht mehr, versteckte ihr Gesicht in den Armen und weinte, ihr Körper erzitterte unter ihren Schluchzern, die Bücher fielen zu Boden. Sie wollte nicht mehr, es sollte aufhören... einfach aufhören...
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Re: Das Glück Freunde zu haben (Hogwarts-Ableger)

Beitrag von vojka »

Vivien Marie Djurhuus
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Montag, 30.08.2010
23:33 Uhr

Vivi versuchte stark zu sein, stark für Leevke, aber auch für sie war es nicht einfach, auch sie nahm das ganze mit, obwohl sie genau wusste, was in den Büchern stand. Aber war wichtig, dass Leevke es wusste, dass sie es selbst las, sah und nicht nur von ihr hörte, denn das hätte nur die Hälfte des Erfolges gebracht.
Als Leevke dann die Bücher fallen ließ und einfach nur noch weinte nahm Vivi sie in den Arm, versuchte ihr etwas Halt zu geben, für sie da zu sein. Denn die Nacht war noch nicht vorbei, es gab noch etwas zu tun, nicht nur, dass Vivi Leevke sagen musste, was neben den Zutaten noch in ihren Tränken gewesen war, was dies bedeutete, was dies bewirken konnte, nein, es gab auch noch etwas anderes, was Leevke tun musste und was dieser wahrscheinlich schwerer fallen würde als alles was sie bis jetzt schon tun musste.
Langsam beruhigte Leevke sich wieder, kam wieder etwas zur Ruhe. „Geht es wieder?“, fragte Vivi leise, als das Schluchzen ausblieb. Vorsichtig löste Vivi sich etwas und wischte Leevke die Tränen aus den Augen, sah sie leicht lächelnd an. „Wir schaffen das Leevke, wenn du wirklich davon los kommen willst, dann können wir es schaffen, aber nur wenn du es wirklich willst. Den wichtigsten Schritt hast du schon getan, von jetzt an, wird es zwar nicht unbedingt leichter, aber du musst jetzt nicht mehr alleine den Weg gehen“, sagte sie und strich Leevke nun auch noch die letzten Tränen von ihren erhitzten Wangen.
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