Auf dem Meer - 06. Mai 1530

Die Geschichte
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Siria
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Re: Auf dem Meer - 06. Mai 1530

Beitrag von Siria »

Auf der India
Nachmittag

John sah sehr mitgenommen aus, nicht minder fühlte sich Nekele.
"Wir müssen Aarne unten rausholen." sprach Nekele monoton
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Ayrina
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Re: Auf dem Meer - 06. Mai 1530

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Auf der India
Nachmittag
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Aarne. Richtig. Er hatte den Mann schon fast vergessen gehabt.
Mehr, als ein knappes Nicken brachte John nicht zu Stande. Wortlos wandte er sich ab und ging voraus zum Krankenlager. Stickige, schweißgetränkte Luft schlug ihm entgegen. Das Stöhnen der Kranken mischte sich mit dem Murmeln der im Fiebertraum Liegenden. Es war ein Bild des Grauens.
So muss die Hölle sein, dachte John bitter.
Und Kara ist mitten drin...
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Siria
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Re: Auf dem Meer - 06. Mai 1530

Beitrag von Siria »

Auf der India
Nachmittag

Nekele folgte John stumm. Der Geruch, den sie niemals vergessen würde, ströhmte ihr entgegen. Im Zimmer selbst ging sie, bevor sie zu Aarne ging, zu jedem der Männer. Alle schliefen, aber niemand weiteres war tot.
Traurig stand sie vor Aarne. "Kannst du seinen Oberkörper nehmen und ich die Beine?" fragte sie ihn
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Ayrina
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Re: Auf dem Meer - 06. Mai 1530

Beitrag von Ayrina »

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"Ja", sagte John leise und sah auf das blasse, leicht aufgedunsene Gesicht des Matrosen hinab und schluckte hart. Er hatte schon viele Männer verloren, doch diese Art war die grausamste. Ein langsames Dahinsiechen, aus dem es kein Entrinnen gab. Vorsichtig, als könnte er dem Toten noch Schmerzen zufügen, schob er seine Arme unter dessen Achseln und hob ihn hoch. Er versicherte sich, dass auch Nekele soweit war, dann trugen sie ihn gemeinsam nach oben.
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Siria
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Re: Auf dem Meer - 06. Mai 1530

Beitrag von Siria »

Auf der India
Nachmittag

Es war wie jedes Mal grausam, als sie den Leichnam dem Meer übergaben. Daran konnte man sich nicht gewöhnen und Nekele wollte es auch nicht. Sie hoffte, dass Aarne der letzte war, der dieses Schiff auf diese Weise velassen mußte. Traurig blickte sie noch eine Weile Aarne hinter her.
Dann drehte sie sich zu John um.
"Ich würde die Männer noch schnell mit kalten Winkeln und Trinken versorgen, dann komme ich hoch."
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Ayrina
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Re: Auf dem Meer - 06. Mai 1530

Beitrag von Ayrina »

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"Lass mich mich kurz waschen, dann übernehme ich, wenn du willst. Du kannst dich um die Männer kümmern und... dich ein wenig ausruhen. Du siehst aus, als würdest du gleich umfallen. Kara schläft. Im Moment kann ich ohnehin nichts für sie tun, außer dieses Schiff so schnell es geht nach Frankreich zu bringen."
Er nickte Nekele zu. Ein Lächeln brachte er einfach nicht zustande.
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Re: Auf dem Meer - 06. Mai 1530

Beitrag von Siria »

Auf der India
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Nekele überlegte.
"Ich kümmere mich um die Männer, dann komme ich hoch, damit du nach Kara sehen kannst."
Ahnte sie doch, dass sich John wohl am Liebsten neben sie setzen würde, um über sie zu wachen. Nur alleine würde sie es nicht schaffen, dieses Schiff dahin zu bringen, wo hoffentlich Hilfe für sie war.
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Re: Auf dem Meer - 06. Mai 1530

Beitrag von Ayrina »

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John nickte, begab sich kurz unter Deck, um sich gründlich die Hände und Arme zu waschen, zog ein anderes Hemd an und trat dann wieder an Deck zu Nekele und Matthis ans Steuer. Er nickte der jungen Frau zu. Ihm lag ein Bitte beeil dich auf den Lippen, doch er sprach es nicht aus. Er wusste, Nekele würde ihr bestes tun.
"Ich übernehme, Matthis. Kümmer dich um das Hauptsegel. Das muss straffer gespannt sein", sagte er mit befehlsgewohnter Stimme. Er hatte eine Aufgabe. Er musste nach Frankreich. Und das schnell.
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Siria
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Re: Auf dem Meer - 06. Mai 1530

Beitrag von Siria »

Auf der India
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Nekele ging nach unten. Gab den Männern zu trinken und zuspruch. Machte wie Wickel neu. Sie versuchte so gut wie es ihr gelang, optimismus auszustrahlen. Thies sah erschreckend schlecht aus. Er war nicht mehr der Jüngste und atmete schwer. Nekele blieb neben ihm sitzen. Er erzählte in seinem Fieber von seiner Frau und seiner Tochter.
"Wiete, bist du es?" vernahm sie seiner schwachen Stimme. "Nei..."
"Du bist gekommen, zu mir. Das ist schön." sprach er weiter, ohne auf Nekele einzugehen. Es machte ja doch keinen Sinn, es zu verneinen und so strich sie vorsichtig über seine Wange. "Ruh dich aus... Papa." das letzte Wort, es ging ihr schwer über die Lippen und eine Träne lief ihre Wange hinab. "Ruh dich aus." flüsterte sie nochmal. Nochmals erneuerte sie alle Wickel. Franz schlief noch, auch bei ihm blieb sie etwas länger stehen, vergewisserte sich, dass er atmete.
Dann verließ sie das Zimmer, wusch sich, zog sich um, es war schon Rutine.
Dann betrat sie das Deck, um zu John zu gehen.
"Wo müssen wir genau hin?" fragte sie ihn, da sie im Grunde nichts genaues wußte.
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Re: Auf dem Meer - 06. Mai 1530

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John machte ihr ein wenig Platz, dass Nekele das Steuer übernehmen konnte.
"Einfach nur den Kurs halten. Südöstlich. In Kürze müsste die Küste am Horizont zu sehen sein. Wir machen gute Fahrt. Hoffen wir... hoffen wir, dass es so bleibt."
Er sah sie ernst an. Alles in ihm zog ihn zu Kara, doch er wollte Nekele nicht im Stich lassen. Für sie war es genauso schwer.
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