(B) Kapitel 4 - Bidjan und Elaina - Teil 2

Außerhalb der Stadt unterwegs
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Cassiopeia
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Re: (B) - Kapitel 4 (Ardakan)

Beitrag von Cassiopeia »

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Elaina
14. Oktober 712
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"Die bisherigen Kenntnisse über die Magie gehen davon aus, dass alle Magie von den Göttern stammt, richtig? Was im Umkehrschluss bedeutet, wären alle Götter tot, gäbe es keine Magie mehr. Was ist, wenn diese Theorie falsch wäre? Wenn nicht die Götter die Magie sind, sondern diese aus der Umgebung ziehen? Alle Götter haben sich an ein Element, eine physikalische Eigenschaft gebunden, um auf Erden wirken zu können, heißt es. Was ist, wenn es eigentlich umgekehrt ist? Dass die Magie in der Umgebung zuhause ist und die Götter sie sozusagen besetzten? Dann schwindet die Umgebungsmagie mit dem Schwinden der Götter..." Elaina seufzte leise. "Leider wissen wir nicht, welche Variante wahr ist. Und zu deinerr Frage: ich denke schon, dass dies auch unter Fen möglich ist. Nach bisheriger Auffassung ist unsere Magie Teil der Kraft eines Gottes. Es müsste also theoetisch möglich sein, sie einem anderen Fen zu entziehen, glaube ich." Sie wollte sich lieber nicht vorstellen, ob das schon jemand geschafft hatte.
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LaBerg
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Re: (B) - Kapitel 4 (Ardakan)

Beitrag von LaBerg »

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Bidjan
14. Oktober 712
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Bidjan schloss einen Moment die Augen und versuchte sich das in Erinnerung zu rufen, was über die Zeit des friedlichen Zusammenlebens der Götter gelehrt wurde. Viel war dies gewiss nicht, aber der wortlaut der Geschichtsschreiber ließ auch die Theorie zu.
"Wir wissen nur sehr wenig über die Anfänge unserer Welt. Aber soweit ich weiß soll damals die ganze Welt voller Magie gewesen sein. Jede Blume, jeder Fluss... Vielleicht ist deine Theorie nicht so falsch, dass die Götter einst Menschen waren, denen es gelungen ist, die Magie der Welt in sich zu bündeln. Erst änderten sie so miteinander die Welt und später wendeten sie sich gegeneinader, um ihre Macht zu mehren."
Hektisch drehte Bidjan den Spieß ein Stück weiter bei all den Gedanken hätte er dies fast vergessen.
"Wenn diese Theorie stimmt, müsste man eine Möglichkeit finden, wie man die in den Göttern vereinigte Magie in die Umgebung zurückbekommt." Irgendwie klang dieses Vorhaben nicht viel realistischer als die anderen Idee.
"Elaina, die Baumwollplantage, wo du aufgewachsen bist. Lag die innerhalb oder außerhalb des Einflussbereichs des gebannten Chairo?" Wenn sich magische Talente auch außerhalb des Einflussbereichs eines Gottes entwickeln konnten, dann war an der Theorie vielleicht wirklich etwas Wahres dran.
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LaBerg
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Cassiopeia
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Re: (B) - Kapitel 4 (Ardakan)

Beitrag von Cassiopeia »

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Elaina
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Elaina überlegte. "Die Plantage lag etwa vier Tage entfernt...", sagte sie und hielt dann inne. Vier Tage! Wieso hatte sie nie zuvor darüber nachgedacht? "Es war also gar nicht Chairos direkter Einfluss, der mich magisch machte. Die Magie wurde nur erst durch ihn geweckt, weil sie in der Umgebung zu gering war, als dass ich sie einsetzen konnte..." Diese Idee stellte die bisherige Theorie zur Magie irgendwie ziemlich auf den Kopf.
"Um zu erreichen, dass die Magie wieder in die Umgebung zurückkehrt, müsste man also irgendwie... die Götter quasi sprengen..."
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LaBerg
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Re: (B) - Kapitel 4 (Ardakan)

Beitrag von LaBerg »

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Bidjan
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"Ja, das ergibt irgendwie Sinn. Die Magie ist immer vorhanden, aber es braucht die Kraft eines Gottes um sie zu initieren. Wenn ein Gott frei ist, kann es vorkommen, dass er ab und zu jemand spontan und unkontrolliert initiert. So wie es mit dem kleinen Jungen in Ardakan geschehen ist."
Das Erdmännchen auf dem Spieß sah nun durch aus, so dass Bidjan es vom Feuer nehmen konnte und es in Teile schneiden konnte. Während er das Tier in handliche Stücke zerlegte, überlegte Bidjan wie man die Magie in die Umgebung zurückführen konnte.
"Die Frage ist, wie man einen Gott so 'sprengen' sollte, dass die Magie in die Umgebung zurückkehrt... Vielleicht sollten wir Karim mal fragen, ob er Reste dieser Umgebungsmagie spühren kann. Kann natürlich sein, dass sie so schwach ist, dass er sie nicht bemerkt, aber vielleicht wenn er sich wirklich vollständig darauf konzentriert" So genau kannte Bidjan die Möglichkeiten der Magie von Karim nicht, aber vielleicht konnte er irgendwie die starke Magie der Götter ausblenden.
"Aber jetzt habe ich Hunger. Mit vollem Magen denkt es sich besser", meinte Bidjan lächelnd und nahm eines der Fleischstücke.
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Re: (B) - Kapitel 4 (Ardakan)

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Elaina
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Elaina nickte. "Du hast Recht, lass uns essen und den Abend genießen. Götter und Magie und alles, was damit zu tun hat, haben hier nichts mehr verloren."
Sie gab Bidjan einen kleinen Kuss und nahm dann dankbar einen Teil des gebratenen Erdmännchens. Das Wasser lief ihr im Mund zusammen und sie merkte erst jetzt, wie hungrig sie eigentlich war.
"Mhh, gebratenes, saftiges Fleisch ist doch immer wieder himmlisch lecker!"
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Re: (B) - Kapitel 4 (Ardakan)

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Bidjan
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"Dann mal ein guten Appetit. Fehlt nur ein Glas Wein oder sowas, dann wäre es wirklich perfekt", meinte Bidjan lächelnd und biss in den gebratenen Erdmännchenschenkel. Er war gespannt wie das Tier überhaupt schmecken würde.
"Interessanter Geschmack, aber ich finde es schmeckt lecker", stellte Bidjan fest als er den ersten Bissen gekaut und heruntergeschluckt hatte. Frisches saftiges und heißes Fleisch, war einfach wunderbar vorallem nachdem die Kost der letzten Tage sehr mager gewesen war.
"Ich habe ja schon vieles probiert aber Erdmännchen hatte bis jetzt nicht dazu gehört."
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Re: (B) - Kapitel 4 (Ardakan)

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Elaina
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Elaina konnte nur zustimmend nicken, während sie kaute.
"Was mir gerade noch einfällt: wenn unsere Theorie der Umgebungsmagie stimmt, dann macht es erst Recht Sinn, dass zue Bannung der Götter die direkte Umgebung zerstört wurde, damit die Götter keine Magiereserven mehr hatten... was uns allerdings nicht dabei hilft zu klären, wie wir eine solche Bannung anstellen sollen..." Das blieb ihr in der Tat ein Rätsel, wie konnten sie etwas gegen die Götter ausrichten und zugleich den Krieg am Boden unterden Menschen standhalten? Die Menschen damals hatten so viel mehr ausgehalten. Sie hatten gegen einander gekämpft, waren auf der Flucht oder ihr Gebiet wurde gänzlich zerstört durch die Willkür der Götter. Dennoch gaben sie nicht auf. Elaina wusste, dass auch sie nicht aufgeben würden, bis sie einen Weg gefunden hatten.
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Re: (B) - Kapitel 4 (Ardakan)

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Bidjan
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Bidjan nickte leicht zur Zustimmung von Elainas Gedanken. "Du hast recht damit würde die Zerstörung der Umgebung noch deutlich mehr Sinn ergeben." Bidjan biss ein weiteres Stück Fleisch ab, was ihm Gelegenheit zum Nachdenken gab.
"Wir wissen weder wie wir das mit dem Bann genau anstellen sollen noch können wir sagen, wie man die Magie in die Umgebung zurückbeförden könnte. Ein wirklich großes Problem, ist unsere Zahlenmäßige Unterlegenheit. Es gibt nur sehr wenige Hüter als dass sie für einen freien Gott wirklich eine Bedrohung wären. Damals war die Magie der fünf Götter überall so stark, dass die Menschen ihre magischen Fähigkeiten auch ohne direkten Kontakt zu einem Gott entwickeln konnten. Seit wir die Bibliothek gefunden haben, wissen wir auch dass sie die entsprechenden Lehrbücher besaßen." Bidjan hilet kurz inne, um weiter zu essen.
"Die Menschen hatten damals wohl kaum Schwierigkeiten Leute zu finden, die ihr Vorhaben unterstützen und sie hatten genug Zeit ihren Nachwuchs in der Magie zu unterrichten. Bei den Bannungen eines einzelnen Göttes, sind deutlich mehr Menschen gestorben als es momentan insgesamt Hüter an allen Bannstätten gibt."
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Re: (B) - Kapitel 4 (Ardakan)

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Elaina
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Elaina sah Bidjan etwas nachdenklich an, so hatte sie es noch nie gesehen.
"Da hast du Recht, daran habe ich noch gar nicht gedacht. Heute sind die Hüter eine versteckte Gruppe, die breite Masse der Bevölkerung weiß gar nicht, dass es uns gibt. Damals war die Magie überall und somit auch ihr wissen. Selbst wenn wir es öffentlich machen würden, es wären noch immer zu wenig Menschen, die Magie anwenden können. Und die braucht es ganz offenbar, um einen Gott zu bannen. Allerdings... einige andere Sachen könnten auch nichtmagische Menschen tun. Das Roden und damit vernichten von Pflanzen, die Leben bedeuten, ist eine Sache, sie ja bereits in Angriff genommen wird. Für Lorn wäre es wohl das Wasser, Sümpfe und Teiche trocken legen, Flüsse versanden lassen... grausam und doch vermutlich notwendig. In Jaraa ist ebenfalls alles verbrannt, damit Chairos Feuer keine Nahrung findet, aber das hat sich in den letzten Jahrzehnten natürlich wieder etwas relativiert, die Natur holt sich ihr Reich zurück, das gibt ihm jetzt neue Kraft. Und bei Keltor... er hat sich an kein Element direkt gebunden, daher weiß ich nicht, wie wir einen Vulkan zum Schweigen bringen."
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Re: (B) - Kapitel 4 (Ardakan)

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Bidjan
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"Ja die Maßnahmen die getroffen werden müssen sind wirklich grausam, aber es scheint ja nur diesen Weg zu geben, solange wir keinen finden, die Magie in die Umgebung zurückzubringen", seufzte Bidjan.
"Wirklich behilflich sein können uns die magielosen Menschen wohl nur beim Abbrennen der Felder und beim Roden von Wäldern und vielleicht noch beim trockenlegen von Sümpfen. Eth wird auch sehr schwierig werden. Er hat sich schließlich an die Luft gebunden und die können wir wohl kaum vernichten. Auch für Lorn wird es immer ein Rückzugsgebiet geben und zwar das Meer. Selbst die Wassermagier werden wohl kaum in der Lage dazu sein ein Meer auf Dauer auszutrocknen."
Das Schlimme war, um so mehr man über all die Dinge nachdachte, um so deutlicher wurde, welch hoffnungsloses Unterfangen sie sich da eigentlich auf die Fahne geschrieben hatten.
Viele Grüße
LaBerg
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