Im Labor des Dr. Feld

Die Geschichte
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silverbullet
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Menschen auf Samtpfoten: Mrs Murphy

Re: Im Labor des Dr. Feld

Beitrag von silverbullet »

Mrs Murphy

Oha... das klang nach Midlifecrisis und einer drohenden Scheidung... aber das sollte nicht Martinas oder Mrs Murphys' Problem sein. Außer natürlich, der Mann bemerkte die Katze und würde beschließen, sie kurzerhand zu zwangsadoptieren!
Womit Mrs Murphy sich nicht mehr so offensichtlich unter dem Fenster aufhielt, sondern etwas mehr den Schutz unter den Hortensien suchte.
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Re: Im Labor des Dr. Feld

Beitrag von Erzähler »

Durch ihr Abtauchen verschwand Mrs. murphy aus dem möglichen Blickfeld des Mannes, aber er hatte ohnehin nicht zum Fenster geschaut. Nun war immer noch der laute Fernseher zu hören, sonst aber nichts. Dafür ging zwei Fenster weiter ein Licht an - vermutlich hatte Frau Reh nun diesen Raum betreten. Da sie allein war, war es nicht verwunderlich, dass keine Worte zu hören waren.
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silverbullet
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Re: Im Labor des Dr. Feld

Beitrag von silverbullet »

Mrs Murphy

Mrs Murphy beschloss, noch eine Weile hier zu bleiben und abzuwarten. Im Haus des Doktors schlief ja schon alles und hier würde sich vielleicht noch etwas tun. Irgendwann.
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Re: Im Labor des Dr. Feld

Beitrag von Erzähler »

Eine ganze Weile passierte nichts weiter. Mrs. Murphy hockte im Garten, teils unter den Fenstern, teils, als sie sich etwas Bewegung verschaffte, unter den Büschen. In dieser Vorstadt-Kurzrasen-Wüste gab es kaum wilde Tiere, nichtmal ein Maulwurf tauchte auf.

Irgendwann wurde der Fernseher ausgeschaltet und Herr Reh ging ins Bad (Klospülung und so). Frau Reh schien die ganze Zeit in der Küche geblieben zu sein, und erst jetzt, wo sie ihren Mann herumlaufen hörte, setzte auch sie sich wieder in Bewegung und fing an, etwas aufzuräumen. Scheinbar wartete sie, bis er ins Bett gegangen war, bevor sie aus der Küche kam. Danach ging auch sie ins Bad und anschließend ebenfalls ins Bett - in ein anderes Zimmer, wie Mrs. Murphy feststellte.

Auch sonst passierte in der Nachbarschaft, also der Umgebung um Dr. Felds Haus, nicht viel. Inzwischen musste es schon ca. 2Uhr früh sein und es war recht kalt (an Nase und Pfoten).

[einen Platz zum Schlafen suchen - zu Laetitias Wohung gehen - die Umgebung nach was Essbarem durchsuchen?]
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silverbullet
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Re: Im Labor des Dr. Feld

Beitrag von silverbullet »

Mrs Murphy

Nachdem ziemlich klar war, dass sich auch bei Ehepaar Reh nichts mehr tat, krabbelte Mrs Murphy unter den Hortensien hervor und streckte sich ausgiebig, auch mit Katzenbuckel und gähnte. Dann setzte sie sich kurz hin, drapierte ihren Schwanz um sich und putzte eine Vorderpfote, während sie nachdachte, was sie nun tun könnte.
Hier im Vorort war alles sehr steril, aber vielleicht fand sie ja irgendwo etwas zu fressen? Gemütlich lief sie zur Vorderseite des Hauses und schaute die Straße in beide Richtungen entlang. Sie konnte keine anderen Katzen wittern, aber sicher besaß hier irgendwer welche. Und vielleicht stromerten die ja auch hier in der Nacht herum? Vorsichtig begann sie, an den Hecken und Zäunen entlang die Straße etwas weiter hinauf zu gehen, immer wachsam, ob es hier noch andere Katzen gab. Eine Unterhaltung würde sicher nicht schaden...
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Re: Im Labor des Dr. Feld

Beitrag von Erzähler »

Mrs Murphy folgte der Straße weiter stadtauswärts, also in die Richtung, die sie noch nicht kannte. In einigen Gärten fand sie Hinweise auf Hunde, meist herumliegendes Kauspielzeug, aber oft roch auch einfach die Tür im Gartenzaun danach. Kleine Kinder schien es eher selten zu geben, was ja auch kein Wunder war, wenn man bedachte, dass die meisten Häuser von ihren Erbauern bewohnt wurden und das die Generation der Rehs und von Dr. Felds (vermutlich verstorbener) Mutter war. Einmal gab es einen Sandkasten und ein Trampolin in einem Garten, aber der roch auch nach Hund.

Dann aber, ca. 800m weiter, stieß sie auf ein Haus, dessen Garten nach Katze roch. Sie blieb stehen, schnupperte, und warf mal einen näheren Blick auf den Garten - die übliche Wüste. Aber als sie ums Haus herum gegangen war, sah sie in der Terrassentür eine Katzenklappe. Es stand aber kein Futter draußen und es gab auch kein Katzenbett oder so, das Tier schien also offenbar drinnen zu schlafen. Aber zumindest kam es manchmal raus, das merkte man (zumindest eine Katze merkte es) am Garten (und natürlich an der Klappe, die ja sonst sinnlos gewesen wäre).

Auf der Terrasse standen ein paar Gartenmöbel herum, und da sie zumindest teilweise, entlang der Hauswand, überdacht war, hatten die Hausbesitzer auf einer hölzernen Bank direkt an der Hauswand die Schaumstoff-Kissen liegen gelassen. Sie waren gegen Wind mit Klettverschlüssen befestigt (ein weiterer Hinweis auf Katzenbesitzer, denn andere Leute hätten die Polster vermutlich einfach angebunden, aber dann würden die Katzen mit den Bändern spielen, bis alles hin wäre...). Mrs. Murphy konnte riechen, dass die Hauskatze tagsüber ganz gerne mal auf diesem Polster lag und ihr Mittagsschläfchen hielt. Es roch nach einem Weibchen, scheinbar schon älter.
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Re: Im Labor des Dr. Feld

Beitrag von silverbullet »

Mrs Murphy

Na, das roch doch vielversprechend!
Elegant hüpfte Mrs Murphy auf einen Pfosten vom Gartentor und maunzte: "Hallo? Ist hier jemand wach?"
Vielleicht wachte die Katze des Hauses ja auf und kam für ein Schwätzchen heraus?
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Re: Im Labor des Dr. Feld

Beitrag von Erzähler »

Da es mitten in der Nacht war, war alles still - und so war Mrs. Murphys Kontaktaufnahme sehr klar zu hören. Trotzdem blieb erstmal alles ruhig, aber das war nicht ungewöhnlich. Die Hauskatze würde vermutlich nicht einfach angestürmt kommen, sondern eher erstmal vorsichtig die Lage peilen. Hinter welchem Fenster mochte sie wohl ihr Plätzchen haben? Die Maine Coon beobachtete das Haus, lauschte und wartete. Da! Hatte sich da nicht ein Vorhang bewegt? Aber jetzt war da nichts zu sehen. Und war da nicht ein Geräusch im Haus gewesen? Schwer zu sagen - so eine Katze ist ja sehr leise, und wenn dann noch Hausmauern dazwischen sind...

Nach einer Weile gab Mrs. Murphy noch einmal ein Geräusch von sich, ein harmloses, nur um sich anzukündigen. Jetzt sah sie es genau - dort, an einem Fenster im Obergeschoss, guckte eine Katze zwischen Vorhang und Wand durch. Man sah einen hellen Kopf mit kurzem Fell. Ein paar dunkle Punkte waren auch im Gesicht... scheinbar eine gewöhnliche "Straßenmischung". Die Hauskatze starrte unbewegt auf Mrs. Murphy. Sie hatte sie ganz klar gesehen, tat aber erstmal nichts. Vermutlich überlegte sie noch, was der besuch zu bedeuten hatte: Probleme oder Kurzweil?
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Re: Im Labor des Dr. Feld

Beitrag von silverbullet »

Mrs Murphy

Mrs Murphy sah zu der anderen Katze hoch und maunzte: "Hallo! Ich... würde mich gern unterhalten, wenn du Lust hast!" Erst wollte sie sagen, dass sie in Frieden gekommen wäre, aber sie war ja keine Außerirdische, sondern nur eine andere Katze. Sie unterstrich ihre friedlichen Absichten mit dem Zusammenkneifen ihrer Augen und putzte sich ein wenig das Köpfchen - was nur ging, weil der Pfoten, auf dem sie saß, recht breit war.
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Re: Im Labor des Dr. Feld

Beitrag von Erzähler »

Die Katze starrte noch ca. 20 Sekunden lang, ohne zu reagieren. Vermutlich überlegte sie noch. Dann, ganz plötzlich, verschwand sie vom Fenster. Es blieb ca. eine Minute lang still, dann hörte man ein Klacken, als die elektronische Katzenklappe den Chip der Hauskatze erkannte und entriegelte. Sie kam aber noch nicht heraus, sondern blieb hinter der Klappe stehen und schaute durch das durchsichtige, aber ziemlich abgenutzt und stumpfe Plastik. Dort starrte sie wieder ca. 1 Minute lang.

Mrs. Murphy wusste, dass das alles recht normal war für eine Katze, die, aus welchen Gründen auch immer, nicht auf Kämpfen aus war. Also ließ sie ihr die Zeit, trat nur etwas näher, damit sie von der Hauskatze gut gesehen werden konnte. Dann gab die Einheimische sich einen Ruck und sprang durch die Katzenklappe nach draußen, wo sie sich aber erstmal gleich vor der Klappe hinsetzte.

Sie war weitgehend weiß mit einigen dunklen (dunkelgrauen?) Flecken auf der Oberseite und an den Beinen. Offenbar eine gewöhnliche europäische Hauskatze in irgendeine zufälligen Fellfarbe. Sie war kleiner als die Maine Coon und Mrs. Murphy erkannte sofort, dass das Tier schon älter war, vielleicht 12 oder 14 Jahre alt. Sicher niemand, der es auf einen Kampf anlegen würde. Sie war aber noch fit und sah gesund und ausgeglichen aus, wie sie so dasaß und den Besuch mit einer Mischung aus Neugier und Skepsis musterte.
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