Kapitel 1 - Es beginnt...

Was geschah
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Lares
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Kapitel 1 - Es beginnt...

Beitrag von Lares » Di 26. Jul 2011, 21:41

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Erntezeit, 9:30 Zeitalter des Drachen
Irgendwo zwischen Lothering und Ostagar auf dem kaiserlichem Hochweg
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Er spürte sie - sogar hier. Duncan war auf dem Weg zum Dorf Lothering, von wo aus er Richtung Zirkel der Magie gehen würde.
Die Dunkle Brut hat sich formiert. Und obgleich die erste Schlacht an die königlichen Soldaten ging, so gewann der Kommandant der Wächter immer mehr den Eindruck, das sich die Truppen der Verderbten immer mehr vermehrten.
In Ostagar waren alle Grauen Wächter Fereldens, doch es waren definitiv zu wenige. Duncan war aufgebrochen um Ausschau nach Rekruten zu halten.
Er beobachtete seine Umgebung.
Der kaiserliche Hochweg war vom orlaisianischen Kaiser gebaut worden, während der orlaisinischen Besatzung Fereldens.
Sie hatte dem Kaiser als Verbindungsstrasse zwischen den wichtigsten Städten Fereldens gedient und auch wenn Lothering weit davon entfernt war eine Stadt zu sein, so war es doch ein strategisch wichtiger Punkt - zumindest wichtig genug, um mit dem Hochweg verbunden zu werden. Immerhin trennte Lothering den Rest Fereldens von der Korcari Wildnis - dort wo angeblich wilde Hexen und Barbaren leben - und nun die Dunkle Brut herkommt.
Der Hochweg war beim Krieg zwischen Ferelden, den der fereldische König Maric angezettelt hatte um Ferelden aus der orlaisianischen Besatzung zu befreien, ziemlich in Mitleidenschaft gezogen worden.
Duncan sah sich weiter um und hing seinen Gedanken nach, während er immer weiter nördlich zog.
"Und heute... heute kämpft Marics Sohn mit seines Vaters General gegen eine Horde die nur schwer einzuschätzen ist..."
Duncan blickte auf als einige Schatten am Horizont des Weges aufkreuzten und ahnte bereits nichts Gutes.
...Lykanthropie...
...ist der Glaubem sich in ein Raubtier, speziell in einen Wolf zu verwandeln...
...der Legende nach trug der Werwolf, wenn er als Mensch in Erscheinung trat, seine Wolfshaut innen...

Judasziege

Re: Es beginnt...

Beitrag von Judasziege » Mi 27. Jul 2011, 12:03

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Aerona Pallanén
9:30 Drachenzeitalter
im Südwesten des Brecilianwaldes
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Stille.
Vollkommene Stille.
Seit einer gefühlten Ewigkeit stand der Kaninchenbau und das ihn umgebende Gebiet unter adlerhafter Beobachtung. Ab und an drangen gedämpfter Bewegungsgeräusche aus seinem Inneren an die waldige Oberfläche und verschmolzen mit denen der sich an dieser befindlichen Tiere zu einer regelmäßigen, monotonen Symphonie.
Die Jägerin hatte sich in das dichte Geäst der den Kaninchenbau eingrenzenden Umgebung gekauert und zählte die Kaugeräusche und das Rasseln der Oberirdischen, darauf bedacht, die Anzahl der sie erzeugenden Tiere zu erfahren. Sieben. Sieben Kaninchen außerhalb des Baus. Perfekt.
Verdeckt blieben sie jedoch von undurchsichtigem Blätterdach. Ein Schuss ins Blaue und die damit eventuell einhergehende Verletzung - nicht nicht gänzliche Tötung - eines Kaninchens war verboten. Kein Lebewesen dieses Waldes dürfte leiden.
Die rechte Hand am Bogen und den eingelegten Pfeil haltend, die linke beruhigend auf dem Kopf des scheinbar zu lebendem Eis erstarrten Mabaris ruhend, wartete die Jägerin noch ein weiteres Rascheln ab. Dann nahm sie schnell die Hand vom Kopf ihres Begleiters, der ohne Unterbrechung zwischen diesen beiden Vorgängen unverzüglich ein weithin vernehmbares Heulen austieß. Und ebenso ohne Unterbrechung, begannen die Kaninchen damit, unkontrolliert Schutz vor diesem unbekannten Gegner zu suchen. In ihrer Aufregung verließen sie ihre Blätterdeckung und gerieten ins Schussfeld der Bogenschützin.
Schon während der erste Pfeil noch flog und zielstrebig das Leben eines der Tiere im Bruchteil einer Sekunde beendete, wurde schon der zweite auf seinen, die Luft durchschneidenden Weg geschickt, um sich sein nächstes, dem Tode geweihtes Opfer zu suchen. Für das Auge kaum sichtbar, wurden folgend erneut der Pfeile zweier angelegt und trafen ihre Ziele beinahe im gleichen Augenblick. Die Reste der panischen Mitglieder der Hasenfamilie stieben auseinander und fanden nach und nach unkoordiniert den Weg in ihren Bau.
Nach einem Augenaufschlag, der dem Triumph galt, sprang die Jägerin zeitgleich mit ihrem tierischen Begleiter aus ihrem Versteck und begab sich eilig zu den an den Boden befestigten Geschöpfen, die kein Leben mehr beinhalteten. Dort angekommen hielten beide inne und die Elfe kniete sich vor ihre Beute.
"Ich danke dir, Andruil. Möge deine Gunst meinem Stamm und mir hold sein, denn drei habe ich verschont und drei werden Nahrung." Noch einmal schloss sie die Augen und bekräftigte damit ihre Worte. "Und dieser hier...", setzte sie dann weniger ehrerbietend an, nahm einen der Pfeil und zog ihn aus dem Körper des Tieres, "... ist für dich, mein haariger Freund." In hohem Bogen warf sie es zu ihrem Mabari, der es gekonnt mit dem Maul auffing und genießend verschlang.
So soll es sein, sinnierte Aerona Pallanén, die Dalish-Elfin, während sie Finn, ihrem Mabarihund, lächelnd zuschaute und entfernte dann auch die restlichen drei Pfeile aus deren Zielen, um sich die Kaninchen an ihren Ohren zu packen und zurück zum Dorf zu begeben.

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Rachel
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Re: Es beginnt...

Beitrag von Rachel » Mi 27. Jul 2011, 12:44

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Aionha Selwyn
Erntezeit, 9:30 Zeitalter des Drachen
Lothering
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Mit verschlossener Miene betrachtete Aionha die Straßenkinder, die in die Kirche rannten, um dort Schutz zu suchen. Die Templer am Eingang schienen alles andere als begeistert, aber wohl doch zu pflichtbewusst, um Kindern einen Schlafplatz zu verwehren. Dennoch sah man ihnen deutlich an, wie wenig Hoffnung sie hatten, dass ein paar heilige Mauern die Dunkle Brut aufhalten würden.
Aionha dachte nicht anders. Lothering war dem Untergang geweiht, soviel war klar, und niemand hier hegte wirklich den Glauben an Rettung.
Sie lehnte an einer Hauswand, halb verborgen vom Schatten, und gönnte sich eine Pause. Stunden, so schien es ihr, war sie durch das Dorf gelaufen, hatte Obdachlosen Decken und Essen gegeben, Verwundete notdürftig verarztet und immer wieder die leeren Worte wiederholt, die man von ihr erwartete: Es wird alles wieder gut werden, die Dunkle Brut wird zurückgeschlagen, die Truppen warten auf ihren Einsatz.
Sie wollte nicht lügen. Aber sie ertrug nicht die Schatten in den Augen der Totgeweihten, die sie hier täglich sah, und nach ein paar Tagen war ihr auch klar, dass es keinen Sinn hatte, hier so etwas wie Aufklärungsarbeit zu leisten. Die Menschen und Elfen wussten sicher genauso gut wie sie selbst, dass ihr Schicksal besiegelt war.
Der Unterschied zwischen Aionha und ihnen allen war aber, dass Aionha jederzeit aufbrechen konnte, wenn die Dunkle Brut kam. Die wenigen Dinge, die sie brauchte, trug sie bei sich, und sie hatte hier weder Verpflichtungen noch einen Wohnsitz noch Familie. Überhaupt war sie nur hier, weil ein Auftrag der Gemeinschaft der Magier sie hergeführt hatte, der längst erledigt war, und sie sich verpflichtet fühlte, ihre geringen Heilkünste anzubieten, wenn sie schon hier war. Nachts schlief sie - wenn sie denn schlief - im Haus einer Frau namens Miriam, die allen freiwilligen Helfern Unterschlupf gewährte. Es war unbequem und eng, aber Aionha konnte noch nicht gehen, ehe sie nicht alles in ihrer Macht Stehende getan hatte.
"Ser? Hättet Ihr einen Moment Zeit?"
Aus ihren Gedanken aufgeschreckt wandte Aionha sich um; dort stand ein junger Mann, der ebenfalls freiwillig hier war.
"Sicher. Was gibt es?" Im Innern stieß Aionha einen Seufzer aus. Hier hatte man wirklich keine fünf Minuten für sich. Du könntest jederzeit gehen, erinnerte sie eine fiese kleine Stimme in ihrem Kopf, aber Aionha ignorierte sie wie üblich.
"Draußen auf den Feldern gibt es Probleme mit ein paar verderbten Bären. Sie bewegen sich auf das Dorf zu. Jemand sollte sich um sie kümmern.", erklärte der Mann und sah sie fast bittend an. Er trug bereits ein rostiges Schwert bei sich, mit welchem er angreifen würde, und war offenbar auf die Hilfe derer angewiesen, die nicht halbtot in den Gassen lagen.
"Also gut. Dann los", sagte Aionha knapp und zog ihren Stab, dann liefen sie gemeinsam mit ein paar anderen notdürftig zusammengewürfelten Kämpfern in Richtung der Bären. In Gedanken ging Aionha schonmal die Zauber durch, die sich für ihre Beseitigung eignen würden.
Als sie die Tiere erreichten - welche wirklich nicht mehr weit von Lothering entfernt waren -, umgab sie die Gruppe mit einem Rüstungszauber, der ihre mehr als lückenhaft verarbeiteten Panzer unterstützen sollte.
"Ihr zwei greift in einem weiten Bogen von links an. Ich greife frontal an und die Bogenschützen nähern sich von rechts. Die Magierin ..." Die Stimme des Mannes konnte nicht ganz verbergen, was er davon hielt, dass Aionha Magierin war, und wie wenig er ihr im Allgemeinen vertraute. "... tut, was immer in ihrer Macht steht. Haltet euch bereit ... jetzt!"
Die Männer stoben auseinander und Aionha blieb, relativ gelangweilt, an Ort und Stelle. Noch ehe auch nur einer von ihnen die Bestien erreichte, hatte sie die Hälfte von ihnen mit Kälte bewegungsunfähig gemacht und einen mit elektrischen Entladungen auf die Seite geworfen. Die drei restlichen Bären warfen wütend ihre Köpfe herum, bleckten die gelben Zähne und stürzten sich auf die offensichtlichen Angreifer, was ihr den Spielraum ließ, um zwei von ihnen mit Feuerbällen zurückzudrängen. Aionha wagte es, näher heranzugehen, was die Aufmerksamkeit des auf der Flanke liegenden Bären auf sie zog. Er rappelte sich auf und preschte in atemberaubendem Tempo auf sie zu, was sie nur stoppen konnte, indem sie ihm große Steine entgegenschickte, die ihn hart trafen. Die Arkane Magie tat ihr Übriges; der Bär brach zusammen und erlag seinen Verletzungen. Nun konnte Aionha dem Rest der Gruppe helfen, die verbliebenen Bären zu töten, und das ging schneller als gedacht.
Sie alle atmeten schwer, als sie wieder zu ihr zurückkehrten, während sie bloß ein paar Schweißperlen auf der Stirn hatte. Aber sie waren ja auch eigentlich keinen Krieger.
"Wir können die Bären nicht mitnehmen. Wir müssen sie hier liegenlassen. Lasst uns Miriam berichten, dass sie keine Gefahr mehr sind.", sagte der Anführer der todesmutigen Kampftruppe und zog mit ihr im Schlepptau ab.
Aionha blieb zurück, die Hand um ihren Stab geklammert, und wandte sich dem Hochweg zu. Du kannst gehen. Niemand wird es merken, ehe du nicht über alle Berge bist.
Doch Aionha hatte nicht vor zu gehen, noch nicht. Da war noch eine Familie gewesen, die sie hatte verarzten wollen.
One day, when I'm 80 years old and sitting in a rocking chair, I'll be reading Harry Potter.
And they will say to me, "After all this time?"
And I will answer: "Always."

Judasziege

Re: Es beginnt...

Beitrag von Judasziege » Mi 27. Jul 2011, 19:12

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Aerona Pallanén
9:30 Drachenzeitalter
im Südwesten des Brecilianwaldes
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Schnellen schrittes bewegten sich Aerona und Finn auf ihr Dorf zu, dass sich nicht gerade in näherer Umgebung befand. Die Jägerin war gerne tief drin im Wald, weit weg von ihrem Stamm. Aber nun durfte das Fleisch nicht schlecht werden! Finn sprang ihr munter nach, er war ganz andere Geschwindigkeiten gewohnt und wenn man glaubte, das Kaninchen im Magen würde ihn irgendwie behindern, der verstand nicht viel von Mabari - besonders nicht von diesem Exemplar.
Mythals Kugel aus leuchtender Erde am Himmel hatte kaum eine nennenswerte Strecke hinter sich gebracht, da sah Aerona auch schon die ersten Vorboten des Dorfes. Einige Nutztiere, die den Wald auf eigene Faust und meist in Begleitung einiger Kinder durchforsteten, junge Elfen, die ihre Kampfübungen absolvierten und die Konturen von ein paar einfachen Lehmhütten. Eine große unter diesen suchte sie zielstrebig aus und wurde zunehmend langsamer dabei.
"Ah, hast du Andruil wieder alle Ehre gemacht, Aerona?", fragte die Frau, die in dieser Hütte bereits Essen zubereitet, was einen angenehm schmackhaften Duft erzeugte und einen direkt daran hinderte, die Hütte jemals wieder verlassen zu wollen. Die Aromen bemächtigten sich Aeronas Körper, schlange sich wie Kletterpflanzen an ihren langen Beinen hinauf, um sie bewegungsunfähig zu machen und krabbelten dann verführerisch langsam an ihrem Torso nach oben, was eine sanfte Gänsehaut erscheinen ließ und schossen anschließlich so vorsichtig in die Nase der jungen Elfe, dass es sie selbst ob der Weiche dieses Eindringens fast von den Beinen gerissen hätte. Kaum hörbar seufzend schloss sie die Augen, vergaß beinahe den Grund ihres Hierseins und ließ sich von diesen köstlichen Gerüchen zu der älteren Köchin tragen.
"Muf'Asa", konnte sie letztendlich nur sagen und reichte der Angesprochenen wie ferngesteuert die drei aninchen. "Das... duftet herrlich... jeden Tag auf's Neue."
Die alte Frau lächelte warm, nahm die Tiere entgegen und legte sie neben eine der Feuerstellen und machte Finn auf den Eimer frischen Wassers aufmerksam, was dieser sofort mit einem überschwänglichen Freudenlaut uittiert, der Aerona wieder in die Realität zurückbefördert.
"Wie machst du das nur immer wieder..." Es war keine wirkliche Frage, mehr der Rest des tranceartigen Zustandes, der in einem ungläubigen Lob gipfelte.
"Du willst es wissen?", fragte dann jedoch Muf'Asa zurück , nicht ohne einen verblüfften Unterton in ihre sonst so unwertende, freundliche Stimme zu legen.
Rasch roch Aerona den Braten und wollte die Rede über Sylaise möglichst schnell abwürgen: "Ich? Nein, also...", sie räusperte sich ungeschickt, "Gibt es etwas Neues?"
Puh, geschafft!
Sicht- und hörbar resignierend seufzte Muf'Asa und wendete sich nun an den Mabari, um ihm den Kopf zu raulen. Dieser begrüßte die Zärtlichkeiten zwar, ließ sich allerdings nicht im Geringsten von dem Eimer Wasser ablenken.
"Ein Kundschaftler hat dem Hüter berichtet, dass einer Shemlen-Stadt wohl ein Angriff bevorsteht." Von dieser Tatsache wenig gerührt, widmete sich die Köchin wieder einem der vielen Töpfe.
"Ein Angriff? Wer?"
"Er vermutete, die dunkle Brut. Wieso interessiert dich das? Die Belange der Shemlen sind die Belange der Shemlen und nicht unsere."
"Wir leben alle in Ferelden", war die knappe Antwort ehe die Jägerin die Hütte verließ. Unverzüglich schreckte Finn auf, warf dabei den Eimer mit dem Rest Wasser um, sprang seinem Frauchen hinterher und verpasste somit unglücklicherweise den kleinen Snack, den Muf'Asa ihm immer zugestand. Aber Aerona zu folgen, war eine Priorität, die eindeutig um ein Vielfaches höher angesetzt war.
Die Elfe begab sich widererwartend nicht zur Hütte des Hüters, sondern in die Richtung der Halla. Dort konnte man besser nachdenken. Und außerdem würden des Hüters Worte sich nur geringfügig von denen Muf'Asas unterscheiden. Den Dalish war verständlicherweise das Schicksal der Shemlen mehr als gleichgültig.
Für Aerona stand jedoch eines fest: Lebewesen würden leiden müssen. Konnte das Mythals Wille sein?
Zuerst wichen die Hallas etwas zurück als die junge Jägerin mit ihrem ebenfalls jungen Mabari bemerkten, doch die beiden waren inzwischen ein gewohnter Anblick und so nahmen sie nur deren Nähe zur Kenntnis und widmeten sich wieder der Nahrungsaufnahme. Dass sich Aerona seufzend auf einem großen Stein und Finn mit neugierig-besorgtem Blick direkt daneben niederließ, störte sie nicht im geringsten.
"Wann wird diese gegenseitige Missgunst nur ihr Ende finden, Finn?" Sie ließ ihren Kopf in ihre Handflächen sinken, stützte sich mit den Ellenbogen auf ihren Oberschenkeln ab und schaute dem Mabari in dessen große, tiefschwarze Augen. Finn fiel natürlich nichts besseres ein als seinem Frauchen einmal großzügig über das Gesicht zu schlabbern.
Schlabbern half schließlich immer!
"Ach du...", sprach die Angeschlabberte nach einem Moment der Überrumpelung ruhig auf ihren Begleiter ein, streichelte ihm über den Kopf und wischte sich den Speichel aus ihrem Gesicht.

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Lares
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Re: Es beginnt...

Beitrag von Lares » Mi 27. Jul 2011, 19:49

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Erntezeit, 9:30 Zeitalter des Drachen
Kurz vor Lothering
Morgendämmerung
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Duncan seufzte, als er die Bagage sah, die den Zugang zu Lothering versperrten.
Halbstarke, schwach bewaffnete, doch zu allem entschlossene Wegelagerer.
Der Wächter verlangsamte seinen Schritt, doch war er schon bemerkt worden.
Er hörte leises, gieriges Murmeln, Positionen wurden zugeordnet. Chef der Bande war ein großer aber hagerer, dunkelhäutiger Mann der vermutender weise aus Rivain stammte.
Sein Akzent, als er Duncan "begrüßte" sprach ebenfalls dafür.
"Willkommen auf dem Kaiserlichen Hochweg, Fremder" Er sprach sehr betont freundlich, doch seine Kumpanen, die unruhig mit ihren rostigen Messern - anders konnte man das wirklich nicht bezeichnen - spielten, wirkten alles andere als freundlich. Zudem verriet sein - es sollte wohl Häme ausdrücken - Lächeln, das ihm seine Freundlichkeit nicht in die Wiege gelegt wurde.
"Ich grüße euch", antwortete Duncan. Seine Stimme war ruhig, seine Hand ruhte auf seiner Hüfte.
"Wir - meine Freunde und ich - sind für den Wiederaufbau des Kaiserlichen Hochweges verantwortlich. Und dafür sammeln wir Gelder."
Duncan verkniff sich ein Lachen.
"Ach, seid ihr das? Dann seid ihr aber noch nicht weit gekommen..." Einer der Kumpanen mischte sich ein.
"Deswegen rau..." Der Chef mischte sich ein.
"Wir sind noch bei der Finanzierung."
"Ah - wir kommen der Sache also näher." Duncan richtete sich zur vollen Größe auf.
"Wir brauchen nicht viel..."
"Nur, alles was du beihast..." fügte der Bandit hinzu, der neben seinem Chef stand.
"Ich hab aber nichts", sagte Duncan - immer noch seelenruhig. Die Banditen lachten.
"Das sehen wir aber anders." japste einer der Männer im Hintergrund.
"Dein Schwert zum Beispiel..." der Dunkelhäutige nahm den Einhänder in Augenschein.
Duncan zog das Schwert aus der Rückenscheide. Es schimmerte leicht in der Dämmerung.
"Das könnt ihr aber nicht kriegen...", bedauerte Duncan - völlig ehrlich. Darauf zogen die ersten Banditen ihre, sie nannten es Waffen.
Duncan hob das Schwert ein wenig an, als wolle er sich das Glitzern auf der Klinge ansehen...
...Lykanthropie...
...ist der Glaubem sich in ein Raubtier, speziell in einen Wolf zu verwandeln...
...der Legende nach trug der Werwolf, wenn er als Mensch in Erscheinung trat, seine Wolfshaut innen...

Judasziege

Re: Es beginnt...

Beitrag von Judasziege » Mi 27. Jul 2011, 21:24

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Aerona Pallanén
9:30 Drachenzeitalter
im Südwesten des Brecilianwaldes
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Eine ganze Zeit lang beobachtete Aerona einfach nur die Bewegungen der wunderschönen, weißen Hirsche und kraulte dabei gedankenverloren ihren Mabari, der sich mittlerweile genießend auf die Seite gelegt hatte und alle Viere von sich streckte.
"Ach Finn...", seufzte sie erneut, "Was passiert, wenn die dunkle Brut mit den Shemlen und den Zwergen fertig ist?"
Fragend und auf die Antwort der rhetorischen Frage wartend blickte das Tier sein Frauchen leise hechelnd an.
"Nun, sie werden wohl nicht friedlich Seite an Seite mit uns leben wollen."
Und mit diesen Worten stand sie auf, gefolgt von Finn und lief zu ihrer kleinen Hütte. Dort schnappte sie sich schnell ihre Reservepfeil, allesamt handgefertigt von ihr, und ihren weiten Umhang, in den sie sich sogleich hüllte. Er war perfekt für einen getarnten Aufenthalt im Wald geeignet, verhüllte die Jägerin komplett. Finn sprang nur aufgeregt im Kreis und freute sich auf den zweiten Ausflug des Tages.
Zuerst wollte sie einfach zu Fuß gehen, aber der Brecilianwald war einer der Wälder, dessen Durchquerung sich über einen langen Zeitraum erstrecken konnte.
"Muf'Asa, ich bin für eine Zeit weg, wartet nicht auf mich", rief sie der Köchin auf dem Weg zurück zu den Halla zu und ließ den Einwand im Stile von "Aber Aerona, du..." garnicht erst zu.
"Bist du fit, mein Kleiner?", wollte die Jägerin von Finn wissen und dieser bellte nur einige Male laut jubelnd.
Vorsichtig ging sie anschließend zu einem der Halla, der, der am zutraulichsten schien und sprach beruhigend auf ihn ein. Er machte keine Anstalten zu flüchten, im Gegenteil, er machte einen interessierten, beinahe neugierigen, Eindruck. Aerona tat das als gutes Zeichen ab.
"Bitte Ghilan'nain, gestatte es mir nur dieses eine mal. Es geht um die Zukunft der Dalish - aller Elfen und Lebewesen!" Dass keine Antwort respektive kein Eingriff erfolgte, buchte sie schlichtweg als Erlaubnis, streichte dem Halla über sein weiches Fell und teilte ihm ihren Plan mit.

Nachdem sie sich heimlich und unbeobachtet aus dem Dorf geschlichen und genug Raum zwischen sich und diesem gebracht hatte, beschloss sie, den Ritt zu wagen.
"Wir werden uns nur ein Bild der Lage verschaffen und danach sofort wieder zurückkehren, klar?" Finn verstand - wahrscheinlich. Der Halla ließ es mit sich machen und der Weg nach Lothering begann.

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Rachel
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Re: Es beginnt...

Beitrag von Rachel » Mi 27. Jul 2011, 21:48

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Aionha Selwyn
Erntezeit, 9:30 Zeitalter des Drachen
Felder Lotherings, Nähe Kaiserlicher Hochweg
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Aionha wollte sich gerade vom Hochweg abwenden und sich auf den Rückweg ins Dorf machen, wo sicherlich weitere unzählige Wundumschläge, Tränke und Verletzte auf sie warteten, als ihre Aufmerksamkeit auf eine Reflektion gelenkt wurde, die ihren Ursprung auf dem Hochweg hatte. Sie verengte die Augen gegen das Sonnenlicht, glaubte schon an eine Einbildung, doch dann blitzte wieder auf, was sie schon zuvor gesehen hatte, und ihr wurde klar, dass es sich um Waffen handeln musste.
Aus Erfahrung wusste sie, dass auf dem Hochweg oft Wegelagerer herumlungerten, und sie verabscheute dieses Pack. In Zeiten wie diesen Profit daraus zu schlagen, dass Menschen ihr Leben und ihr geringes Hab und Gut in Sicherheit bringen wollten, war einfach barbarisch, obwohl es sie nicht wirklich überraschen konnte.
Kurz entschlossen lief sie über das stoppelige Feld, auf die Treppen zu, die auf den Hochweg führten, und hielt ihren Stab angriffsbereit. Als sie die Erhöhung erreichte, war der Kampf bereits im Gange. Sie brauchte zwei Sekunden, um die Situation zu überblicken, um Freund von Feind zu trennen. Es waren sieben Wegelagerer, alle in abgetragene Gewänder gehüllt und mit Waffen, die mit hundertprozentiger Sicherheit gestohlen waren. Ihr Gegenspieler, der sich mit beeindruckender Gewandtheit unter den Angriffen hinwegduckte und mit einer Präzision zustieß, die Aionha noch nie bei einem Krieger gesehen hatte, war ein Mann mit kantigen, starken Gesichtszügen und einer Kühle, die sich in seinen Augen zeigte.
Es schien fast, als käme er gut allein mit den Angreifern zurecht, aber Aionha war niemand, der sich zur Gerechtigkeit bitten ließ, und sie schwang ihren Stab mit einem Ausruf, der die Wegelagerer schnell auf sie lenkte.
Aionha führte einen Geistschlag aus, der die Männer zurückschleuderte, und versteinerte einen von ihn, der dem fremden Krieger eine gute Angriffsfläche bot.
Die Wegelagerer schienen entschieden zu haben, dass Aionha die geringere Bedrohung war, und einige wandten sich ab, um der gegnerischen Klinge Paroli zu bieten. Das kam Aionha nur zugute - ihr Lähmungszauber ließ zwei der Männer erstarren, welche sie dann mit ein paar schnellen Angriffszaubern erledigen konnte, während der Krieger bereits den Rest entweder getötet oder zumindest so weit verwundet hatte, dass es Aionha ein leichtes war, den Kampf mit einem Steinhagel zu beenden.
Nun keuchte sie schon etwas mehr. Die Fingerknöchel an der Hand, die den Stab umklammert hielt, traten weiß hervor und ihre offenen Haare hingen ihr über die Augen. Sie strich sie mit einer ungeduldigen Bewegung beiseite und starrte den Krieger an, der ihr so strahlend gegenüberstand. Aionha wusste nicht, worauf sie sich gefasst machen musste, denn der Mann war in eine unübliche Richtung unterwegs - direkt auf die Gefahr zu.
"Diese Wegelagerer sind eine echte Plage", sagte Aionha schließlich und lächelte den Mann an, näherte sich ihm aber nicht. Wo hat er nur so kämpfen gelernt?!
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Re: Es beginnt...

Beitrag von Lares » Mi 27. Jul 2011, 22:02

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Erntezeit, 9:30 Zeitalter des Drachen
Kurz vor Lothering
Morgendämmerung
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"Dabei könnten wir alle viel besser brauchen, als das wir uns gegenseitig abschlachten." Duncan lächelte der jungen Magierin zu.
Er besah sich die Leichen der Wegelagerer. Zwei von ihnen hatte er enthauptet, einen gar - mit Hilfe des Versteinerungszauber - gar zerschmettert. Kein schöner Anblick.
"Du hast bemerkenswertes Talent." Er musterte die Magierin völlig neutral, es war keine Spur von Abwertung zu sehen. Sein Blick war geschult.
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Judasziege

Re: Es beginnt...

Beitrag von Judasziege » Mi 27. Jul 2011, 22:23

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Aerona Pallanén
9:30 Drachenzeitalter
am südlichen Rand der Südhügel
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Durch viele Pausen unterbrochen, schließlich müssen diese einem heiligen Halla regelmäßig gegönnt werden um Ghilan'nain gnädig zu stimmen, hatte das Dreiergespann nun die ersten Ausläufer des Südhügelgebirges erreicht. Nun war Lothering nicht mehr weit entfernt und eine weitere Pause konnte angesetzt werden.
Schnell war ein Feuer und passendes Essen beschafft, um sich für die Weiterreise zu stärken. Schon während der anderen Pausen war es Aerona nicht entgangen, dass sich im Wald einige Shemlen herumtrieben und scheinbar in den Norden flohen. Es war wohl doch ernster als erwartet. Aber die Jägerin ließ sich von ein paar Feiglingen nicht ihren Mut stehlen und hatte jedesmal ihren Weg unbeeindruckt fortgesetzt.
"Hier, lass es dir schmecken, Kleiner", sprach sie zu Finn und warf ihm den leblosen Körper eines leblosen Großvogels zu, der gierig verschlungen wurde. Der Halla war Pflanzenfresser, was die Jagd sehr erleichterte. Auch wurde er mit der Zeit immer zutraulicher, was die Jägerin dazu veranlasste, das weiße Tier auf den Namen Brawd'Yfinn zu taufen.
Sie besah sich prüfend den Anfang des steinigen Geländes und machte schnell einen mehr oder weniger passierbaren Pfad aus. Aber für heute war die Reise beendet, hier würden sie ruhen und ihren Weg morgen erneut antreten.

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Re: Es beginnt...

Beitrag von Rachel » Mi 27. Jul 2011, 22:26

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Aionha Selwyn
Erntezeit, 9:30 Zeitalter des Drachen
Kaiserlicher Hochweg
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Aionha beobachtete den Mann, wie er die Leichen beobachtete, und musste ihm stumm zustimmen. Auch sie tötete nicht gern, aber sie wusste, dass es manchmal nötig war, um das eigene Leben oder das von Verbündeten zu schützen.
Sein Kommentar überraschte sie. Wenn jemand ihre Magie jemals kommentiert hatte - denn das taten die meisten nicht -, dann war es höchstens ein zustimmendes Grummeln gewesen, das ein Dank für ihre Hilfe sein sollte, aber nie hätte jemand es als Talent bezeichnet. Ihre Begabung, wie sie selbst es üblicherweise nannte, war in den Augen der meisten eine Art Behinderung. Sie hatte sich längst damit abgefunden, denn wer ihre Hilfe nicht wollte, brauchte sie für gewöhnlich auch nicht.
"Nicht viele halten es für ein Talent.
Ich denke, Kirche und Zirkel würden mich Abtrünnige nennen. Aber ich bin sicherlich keine Maleficare.", antwortete Aionha, wobei sie auf der Hut war. Es war gut möglich, dass der Fremde ein Templer war, auch wenn er überhaupt nicht so aussah, und eine Magierin wie sie mit List einzufangen versuchen würde. Sie fragte sich, wie lange sie in einem Kampf gegen ihn bestehen würde, und musste ernüchtert feststellen, dass sie kaum eine Chance hatte. Aber wenn sie Glück hatte, gehörte er nicht zu denjenigen, die sich groß um Abtrünnige scherten.
"Dürfte ich Euren Namen erfahren? Auch Ihr kämpft außergewöhnlich, wo habt Ihr das gelernt?"
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